Wall Street New York
Marktbericht

Anleger extrem nervös Ausverkauf an der Nasdaq

Stand: 25.02.2021 23:12 Uhr

An der New Yorker Aktienbörse haben die Anleger heute massiv Kasse gemacht. Steigende Rentenrenditen sorgen für viel Nervosität, auch hierzulande.

Das sind keine guten Vorgaben für den europäischen Wochenschluss. An der Weltleitbörse in New York hat sich am Donnerstag der Abgabedruck massiv verstärkt. Der Leitindex Dow Jones, der sich relativ zu den anderen großen Indizes noch am besten behauptete, schloss 1,75 Prozent schwächer bei 31.402 Punkten. Er verlor damit absolut 559 Punkte.

Auch der breiter aufgestellte S&P-500-Index sackte um 2,45 Prozent auf 3829 Zähler ab. Besonders stark war der Ausverkauf an der Nasdaq, der Technologiebörse. Hier nahmen die Anleger massiv Gewinne mit, nachdem gerade die Tech-Aktien in der Pandemie noch die großen Gewinner waren. Der Composite-Index rauschte um 3,52 Prozent in den Keller auf 13.119 Punkte, der Auswahlindex Nasdaq 100 gab 3,56 Prozent nach auf 12.828 Zähler.

US-Anleihenrendite über 1,6 Prozent

Hintergrund des Ausverkaufs ist in den USA der rasante Zinsanstieg. Ein unterdurchschnittliches Interesse an der Emission siebenjähriger US-Anleihen erhöhte heute den Verkaufsdruck am Bondmarkt. Dies hievte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Treasuries am Donnerstag auf ein 13-Monats-Hoch von 1,614 Prozent. Damit lag sie über der durchschnittlichen Dividendenrendite der im US-Aktienindex S&P 500 notierten Unternehmen, die auf 1,48 Prozent geschätzt wird.

Der Anstieg der Kapitalmarktzinsen scheint derzeit kein Halten zu kennen. Selbst beschwichtigende Worte von Notenbankern helfen nicht viel. In dieser Woche hatte US-Zentralbankchef Jerome Powell klare Hinweise gegeben, dass die Zentralbank ihre ultralockere Geldpolitik noch lange fortsetzen will. Es half nichts, die Zinsen an den Märkten steigen weiter. Steigende Renditen bedeuten höhere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen.

Investoren seien mehr und mehr überzeugt, dass die Inflation zunehme und die Notenbank zu einer Straffung ihrer Geldpolitik veranlasse, kommentierte Analyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda Europe. Die deutlich gestiegenen Renditen am Anleihemarkt spiegeln diese Sorge bereits wieder.

DAX schließt leichter

Anziehende Renditen haben auch hierzulande am Donnerstag den Aktienmarkt ausgebremst. Denn Investoren werfen aus Furcht vor einer anziehenden Inflation ertragsschwache Staatsanleihen aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf minus 0,238 Prozent, den höchsten Stand seit knapp einem Jahr.

Der DAX, der in der Spitze sogar bis auf 14.051 Punkte gestiegen war, fiel danach zurück und ging bei 13.879 Punkten aus dem Handel, ein Tagesverlust von 0,7 Prozent. Damit wurden die Vortagesgewinne wieder abgegeben.

Die Anleger seien nervös, denn weiterhin bleibe unklar, wohin sich der Markt nach der Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen orientiere, hieß es am Markt. "Das Niveau oberhalb von 14.000 Punkten scheint für den DAX weiterhin zu luftig zu sein", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect.

Die Euphorie sei angesichts teilweise eher bescheidener Geschäftszahlen verpufft. Zudem sei auch weiter die Frage offen, wann der harte Lockdown in Deutschland beendet sei. Das habe Einfluss auf die Annahmen über die erwartete Konjunkturerholung.

EZB in Sorge

Die Europäische Zentralbank (EZB) blickt derweil ebenfalls mit wachsenden Sorgen auf die steigenden Zinsen und Renditen an den Finanzmärkten. Dies deuteten ihr Chefvolkswirt Philip Lane und EZB-Direktorin Isabel Schnabel am Donnerstag an. Dahinter steht die Befürchtung, dass diese Entwicklung womöglich höhere Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte zur Folge haben und damit die erhoffte wirtschaftliche Erholung von der Corona-Krise gleich wieder abwürgen könnte.

Sowohl Lane als auch Schnabel wiesen nun darauf hin, dass die EZB im Rahmen ihres billionenschweren Anleihekauf-Programms PEPP noch über reichlich geldpolitische Munition verfüge. Das Programm ist auf 1,85 Billionen Euro angelegt und soll bis mindestens Ende März 2022 laufen. Noch immer sind daraus aber rund eine Billion Euro ungenutzt. Die Notenbank könnte etwa ihre monatlichen PEPP-Käufe, wenn erforderlich jederzeit hochfahren.

Euro beruhigt sich

Auch solide US-Konjunkturdaten am Nachmittag konnten die derzeitige Dollar-Schwäche nicht bremsen. Die Gemeinschaftswährung zog gegenüber dem US-Dollar zunächst weiter deutlich an, eher der Aufschwung etwas abebbte. Im späten Geschäft liegt der Euro bei 1,2170 Dollar an, in der Spitze lag er heute über 1,22 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2225 (Mittwoch: 1,2146 Dollar fest.

US-Auftragseingänge verbessert

Am starken Euro konnten auch besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturzahlen nichts ändern. Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA stieg im Januar nämlich überraschend deutlich um 3,4 Prozent im Monatsvergleich. Experten hatten nur mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet. Am Arbeitsmarkt geht die Erholung weiter nur schleppend voran, auch wenn die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit einem Rückgang um 111.000 auf 730.000 etwas besser ausfielen als erwartet. Das BIP für das vierte Quartal wurde von plus 4,0 auf 4,1 Prozent zudem leicht nach oben revidiert.

"Der Auftragseingang ist den neunten Monat in Folge gestiegen und der Einbruch im Frühjahr letzten Jahres längst wettgemacht. Darüber hinaus sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker gesunken als erwartet, wenngleich das Niveau noch immer hoch ist und viele Millionen Menschen weiterhin arbeitslos sind, die vor der Pandemie noch beschäftigt waren. Dies ist auch das Argument der US-Notenbank, an der ultralockeren Geldpolitik bis auf Weiteres festzuhalten", kommentierte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Die Verbraucher entspannen sich etwas

Trotz des Lockdowns hat sich die Stimmung der deutschen Verbraucher leicht aufgehellt. Die Nürnberger GfK-Marktforscher haben für ihren aktuellen Konsumklima-Index einen Anstieg von 2,6 auf minus 12,9 Punkte ermittelt. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einer Verbesserung auf minus 14,3 Zähler gerechnet. "Die Verbraucher erholen sich etwas von dem Schock, der sie nach dem harten Lockdown Mitte Dezember erfasst hat", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl am Donnerstag. "Die zuletzt gesunkenen Infektionszahlen und die angelaufenen Impfaktionen nähren die Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Maßnahmen."

Autos und Banken gefragt

Zinssensitive Aktien wie Banken und Versicherungen gehörten zu den Gewinnern, sie profitieren von steigenden Sätzen. Deutsche Bank waren Tagessieger und gewannen rund vier Prozent, im MDAX legten auch Commerzbank zu. Des weiteren waren Autoaktien gefragt. Schlusslicht waren Bayer nach schwach aufgenommenen Geschäftszahlen.

Zehn Milliarden Minus bei Bayer

Bayer hat das vergangene Jahr wegen milliardenschwerer Abschreibungen im Agrargeschäft mit einem Verlust von 10,5 Milliarden Euro abgeschlossen. 2019 stand bei dem Agrarchemie- und Pharmakonzern noch ein Gewinn von 4,1 Milliarden Euro zu Buche. Belastend wirkten sich auch Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten aus, wie Bayer am Donnerstag mitteilte. Die Dividende sinkt von 2,80 auf 2,00 Euro je Aktie.

Telekom-Tochter investiert in 5G

Die Telekom-Tochter T-Mobile US hat bei einer Frequenzauktion in den USA für 9,3 Milliarden Dollar 142 Lizenzen für den Netzausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G gesichert. Insgesamt seien bei der Versteigerung Frequenzen für 81,2 Milliarden Dollar über den Tisch gegangen, teilte die US-Telekomaufsicht FCC mit. Die T-Aktie legte im DAX gegen den Markt heute 1,4 Prozent zu.

SAP schüttet mehr aus

Europas größter Softwarehersteller SAP will seinen Dividende um 27 Cent auf 1,85 Euro je Aktie erhöhen. Grund ist der Gewinnanstieg im vergangenen Jahr. Die Walldorfer verdienten 2020 5,28 Milliarden Euro und damit 57 Prozent mehr als im Jahr davor, obwohl SAP sogar einen leichten Umsatzrückgang verbucht hatte.

Gewinneinbruch bei der Münchener Rück

Die Münchener Rück hat im vergangenen Jahr stark unter der Pandemie gelitten. Der Nettogewinn brach um 55 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro ein, wie der weltgrößte Rückversicherer mitteilte. Die Dividende soll mit 9,80 Euro je Aktie trotzdem stabil bleiben, auf einen Aktienrückkauf will Vorstandschef Joachim Wenning derzeit aber verzichten. Für das laufende Jahr strebt der Konzernen wieder einen Gewinn von 2,8 Milliarden Euro an.

Lufthansa startet durch

Die Lufthansa will mit einem erneuerten touristischen Angebot aus der Corona-Krise fliegen. Von den Drehkreuzen Frankfurt und München biete man im Sommer 33 neue Urlaubsziele an, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Schwerpunkte seien die kanarischen Inseln, Griechenland sowie die Karibik, die neben anderen Zielen mit der neuen Langstreckengesellschaft "Eurowings Discover" ab Frankfurt angeflogen wird. Der Konzern geht davon aus, dass viele Länder die Reiserestriktionen zum Sommer hin lockern, wenn mehr Menschen geimpft worden sind.

Von München und Frankfurt ist die Kerngesellschaft Lufthansa auf den Europaflügen aktiv. Dazu kommt noch das Angebot der der etablierten Touristiktochter Eurowings von anderen deutschen Flughäfen. Auch die Lufthansa-Airlines Swiss und Austrian präsentierten am Donnerstag neue Urlaubsziele. Allgemein geht die Luftfahrt davon aus, dass die touristische Nachfrage schneller wieder anzieht als die nach Geschäftsreisen.

Compugroup kauft für 40 Millionen Euro eigene Aktien zurück

Der auf das Gesundheitswesen spezialisierte Softwareanbieter Compugroup will bis zu eine halbe Million eigene Aktien entsprechend 0,93 Prozent des Grundkapitals zurückkaufen. Für die unter Ausnutzung der Ermächtigung durch die Hauptversammlung zu erwerbenden Papiere sollen maximal 40 Millionen Euro ausgegeben werden, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Koblenz mit. Anleger reagierten erfreut. Der Aktienkurs von Compugroup legte nachbörslich gut ein Prozent zu.

Aixtron will stark wachsen

Der LED- und Chipindustrieausrüster Aixtron hat zum seinen Auftragseingang im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf gut 300 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Daher erwartet das MDAX-Mitglied für 2021 mit einem Umsatz- und Ergebnissprung.

Freenet sieht kaum Verbesserung

Der Telekommunikationsanbieter Freenet will im laufenden Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 415 bis 435 Millionen Euro schaffen und einen freien Mittelzufluss in Höhe von 200 bis 220 Millionen Euro erreichen. Im vergangenen Jahr hatte Freenet nach vorläufigen Zahlen ein bereinigtes Ebitda von 445,9 Millionen Euro sowie einen Mittelzufluss von 201,3 Millionen Euro erzielt.

Krones rutscht in die roten Zahlen

Die Pandemie hat dem Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones im vergangenen Jahr rote Zahlen eingebrockt. Unter dem Strich stand 2020 ein Minus von knapp 80 Millionen Euro nach einem Gewinn von rund neun Millionen im Jahr zuvor. Der Umsatz sank um 16,1 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, der Auftragseingang fiel um 19 Prozent auf 3,31 Milliarden. Im laufenden Jahr soll es wieder aufwärts gehen.

Dürr mit Umsatz- und Ergebniseinbruch

Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr hat im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang um 15 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Noch stärker brach das Ergebnis ein. Im laufenden Jahr soll der Umsatz wieder auf 3,45 bis 3,65 Milliarden Euro zulegen und sich auch das Ergebnis deutlich verbessern.

HHLA-Aktie steigt kräftig

Im Hamburger Hafen kommt der Güterumschlag wieder in Fahrt. Im vierten wurden in der Hansestadt drei Prozent mehr Rohstoffe und Waren umgeschlagen als vor Jahresfrist, wie der Verein Hafen Hamburg Marketing am Donnerstag in seiner Bilanz mitteilte. Die Zahl der an den Kaimauern bewegten Container sei im gleichen Zeitraum nur leicht um 1,2 Prozent gesunken. Das tut auch dem SDAX-Mitglied HHLA sehr gut. Die Aktie steigt zeitweise auf den höchsten Stand seit zwölf Monaten.

König & Bauer in den roten Zahlen

Der Würzburger Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer (KBA) hat im abgelaufenen Jahr rote Zahlen geschrieben und dürfte auch 2021 nicht in die Gewinnzone kommen. Umsatz und Ergebnis fielen allerdings besser aus als im Herbst befürchtet: Der Umsatz ging 2020 um 17 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro zurück, wie KBA nach Börsenschluss mitteilte.

Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 68 (Vorjahr: Gewinn von 70) Millionen Euro. Darin sind 58 Millionen Euro Rückstellungen für den laufenden Abbau von 700 bis 900 der 5800 Arbeitsplätze enthalten. Geplant hatte KBA mit 900 bis 950 Millionen Euro Umsatz und einem mittleren zweistelligen Millionenverlust - ohne die Kosten des Stellenabbaus.

Chipmangel zwingt Ford zu Kurzarbeit in Europa

Der Mangel an Halbleitern zwingt den US-Autobauer in Europa zur Ausweitung der Kurzarbeit. Für die Werke in Saarlouis, Valencia (Spanien) und Craiova (Rumänien) sei für weitere Tage Kurzarbeit vereinbart worden, bestätigte ein Sprecher. Das Werk in Köln, wo der Fiesta vom Band rollt, sei erstmals betroffen.

Im saarländischen Saarlouis, wo der Focus gebaut wird, wurde wegen der schwachen Nachfrage bereits seit Januar kurz gearbeitet. Wegen des Chipmangels kommen dort weitere Tage hinzu. Wie viele Fahrzeuge wegen fehlender Chips nicht produziert werden können, teilte Ford nicht mit. Die Ausfälle ließen sich nicht genau kalkulieren, da sich das Szenario ständig ändere.

Salesforce besser als erwartet

Der SAP-Rivale Salesforce schaut dank offenbar wieder anziehenden Kundeninteresses überraschend optimistisch in die Zukunft. Im laufenden Quartal dürfte der Umsatz bei 5,88 Milliarden US-Dollar liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in San Francisco mit. Experten hatten nur mit 5,72 Milliarden Dollar gerechnet. Beim Gewinn je Aktie erwartet Salesforce 88 bis 89 US-Cent. Analysten hatten hier bisher 76 Cent auf dem Zettel stehen. Im abgelaufenen Quartal legte der Umsatz um 20 Prozent auf 5,82 Milliarden Dollar zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,04 Dollar. Die Markterwartungen hatten jeweils tiefer gelegen, besonders beim Gewinn.

Salesforce ist auf cloudbasierte Unternehmenssoftware spezialisiert. Firmenchef Marc Benioff hat auch durch mehr als 60 Übernahmen in den vergangenen 21 Jahren aus einem Dot-Com-Startup einen Riesen des Cloud-Computing gemacht. Anfang Dezember hatte Salesforce die Übernahme des Bürokommunikationsdienstes Slack für knapp 30 Milliarden Dollar angekündigt. Die Aktie gab trotzdem nachbörslich nach. Allerdings weht derzeit an der Börse wegen der Angst vor steigenden Zinsen für Tech-Werte ein rauer Wind.

Moderna auf steilem Wachstumskurs

Hohe Forschungs- und Entwicklungskosten haben den US-Impfstoffhersteller Moderna zum Jahresende in den roten Zahlen gehalten, doch die starke Nachfrage nach dem Corona-Vakzin lässt den Umsatz regelrecht explodieren. In den drei Monaten bis Ende Dezember verlor das US-Unternehmen nach eigenen Angaben vom Donnerstag unterm Strich 272,5 Millionen Dollar (222,8 Mio Euro), damit wurde das Minus im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.

Die Erlöse vervielfachten sich allerdings von 14,1 Millionen auf 570,7 Millionen Dollar. In diesem Jahr dürfte das Wachstum erst richtig abheben. "Dies ist nur der Anfang", verkündete Modernas Vorstandschef Stéphane Bancel bei der Bilanzvorlage in Cambridge, Massachusetts.

Moderna rechnet auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen für 2021 mit Einnahmen in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar durch seinen Corona-Impfstoff. Das Unternehmen wurde 2010 gegründet und war Ende 2018 an die Börse gegangen. Der Impfstoff-Boom hat die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um über 450 Prozent steigen lassen, doch bislang gab es nur Verluste. 2020 fiel insgesamt ein Minus von 747,1 Millionen Dollar an.

Twitter will Umsatz bis 2023 verdoppeln

Aktien des Kurznachrichtendienstes sind in New York gefragt und legen deutlich zu. Twitter will bis Ende 2023 seinen Jahresumsatz auf 7,5 Milliarden Dollar verdoppeln. Die Zahl der täglichen Nutzer, die der Dienst mit seiner Werbung erreicht, soll bis dahin von zuletzt 192 Millionen auf 315 Millionen steigen. Twitter setzte die Ziele am Donnerstag zu einem Investoren-Event. Twitter erzielt fast seinen gesamten Umsatz mit Werbung.

Twitter hatte bei Vorlage aktueller Quartalszahlen bereits betont, dass die Verbannung des Ex-US-Präsidenten Donald Trump von der Plattform Anfang Januar das Wachstum nicht gebremst habe. Das war befürchtet worden, da Trump einer der bekanntesten Twitter-Nutzer mit rund 80 Millionen Abonnenten war. Er wurde nach der Attacke seiner Anhänger auf das US-Kapitol und seinen Sympathie-Bekundungen für die Angreifer dauerhaft bei Twitter gesperrt.

Coinbase will an die Börse

Die größte US-Handelsplattform für Krypto-Währungen wie Bitcoin, Coinbase, will ihre Aktien an die New Yorker Tech-Börse Nasdaq bringen. Das in San Francisco ansässige Unternehmen beantragte die Erstnotiz am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC und legte dabei im Wertpapierprospekt auch ihre jüngsten Geschäftszahlen offen.

Demnach erreichte der Umsatz 2020 rund 1,3 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Das kalifornische Unternehmen schaffte es zudem in die schwarzen Zahlen, unterm Strich machte es einen Gewinn von 322 Millionen Dollar, nach einem Minus von 30 Millionen im Vorjahr. Coinbase hat nach eigenen Angaben 43 Millionen Nutzer, von denen 2,8 Millionen mindestens einmal im Monat Transaktionen durchführen. Die Aktien sollen unter dem Tickerkürzel "COIN" an der Nasdaq gelistet werden.

Tesla muss Produktion anhalten

Auch der US-Elektroautobauer muss laut einem Bloomberg-Bericht einen Teil der Produktion in seinem Stammwerk in Kalifornien vorübergehend einstellen. Den Mitarbeitern in der Montage des Model 3 im Werk in Fremont sei mitgeteilt worden, die Bänder würden vom 22. Februar bis zum 7. März angehalten, zitierte die Agentur einen Insider. Für einen Teil der ausfallenden Zeit sollten die Löhne weiter gezahlt werden, für den Rest der Zeit sollten sie Urlaub nehmen. Der Grund für den Produktionsstopp wurde in dem Bericht nicht genannt. Tesla hatte vergangenen Monat erklärt, das Unternehmen könnte vorübergehend von dem weltweiten Mangel an Halbleitern betroffen sein.

Über dieses Thema berichtete B5 Börse am 25. Februar 2021 um 07:15 Uhr und 09:15 Uhr.