Börse Frankfurt
Marktbericht

DAX legt kräftig zu Gewinne auf breiter Front

Stand: 26.01.2021 23:14 Uhr

Nach dem holprigen Wochenstart hat der DAX heute wieder Fahrt aufgenommen. Es ging kräftig bergauf, dabei schielten die Anleger nach Amerika.

An der Wall Street fieberten die Anleger dem ersten echten Höhepunkt der laufenden Berichtssaison entgegen, dem Zahlenausweis von Softwaregröße Microsoft nach Börsenschluss. Das Warten dürfte sich gelohnt haben, denn sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertraf das Unternehmen die Analystenschätzungen, die Aktie legte nachbörslich zu.

Konkret stiegen die Erlöse in dem Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um 17 Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten eher mit rund 40 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn sprang im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar.

Die Strategie von Firmenchef Satya Nadella den Konzern über das klassische Kerngeschäft mit dem Windows-Betriebssystem und Office-Büroprogrammen auf Cloud-Dienste auszurichten, trägt damit Früchte. Besonders gut lief es bei der Cloud-Plattform Azure mit einem Plus von 50 Prozent, bei der Microsoft mit Amazon und Google konkurriert.

Die Technologieaktien sind und bleiben derzeit das Salz in der Suppe. Sie gelten als Gewinner der Krise, sind aber schon historisch stark gelaufen. Anleger fragen sich nun, ob noch draufgesattelt werden kann, dabei machen die Microsoft-Zahlen Mut. Im Rahmen der Berichtssaison standen darüber hinaus aber heute auch zahlreiche Quartalsberichte anderer Schwergewichte auf der Agenda.

So legten unter anderem Johnson & Johnson, 3M, Verizon oder American Express Zahlen vor, die aber gemischt ausfielen. Dabei wurde deutlich, dass es wie in jeder Krise Gewinner und Verlierer gab/gibt. Während sich die Konsumenten wegen der Pandemie insgesamt zurückhielten, lief es bei den Industriekonzernen besser.

27.1.2021 • 09:19 Uhr

Anleger agieren verhalten

Entsprechend hielten sich Gewinne und Verluste bei den Einzelwerten die Waage und die Ausschläge bei den führenden US-Aktienindizes in Grenzen. Auch weil morgen die US-Notenbank Fed ihre Zinssitzung abhält hielten sich die Anleger bedeckt. Da die Fed an ihrer Geldpolitik vorerst nicht rütteln werde, richte sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Ausführungen des Notenbankchefs Jerome Powell, sagte Franck Dixmier, Anleihechef des Vermögensverwalters Allianz Global Investors.

Der Leitindex Dow Jones schloss 0,1 Prozent niedriger bei 30.937 Punkten, der breit aufgestellte S&P-500-Index erreichte im frühen Geschäft sogar kurz ein neues Rekordhoch bei knapp 3871 Punkten, konnte dies aber nicht halten. Am Ende schloss er wenig verändert bei 3849 Punkten.

An der Technologiebörse Nasdaq hielten sich die Anleger vor dem anstehenden Zahlenreigen ebenfalls zurück, sowohl der Auswahlindex Nasdaq 100 bei einem Schlussstand von 13.490 Punkten als auch der Composite-Index bei 13.626 bewegten sich kaum. Vor allem die Zahlen von Apple am morgigen Mittwoch gelten als wegweisend. Die Erwartungshaltung ist hoch, das Apple-Papier steht bei über 140 Dollar auf Rekordniveau.

Die heimischen Anleger haben sich nach dem schwachen Wochenstart am Dienstag dafür wieder stärker vorgewagt. Der DAX verzeichnete einen Tagesgewinn von 1,7 Prozent auf 13.870 Punkte, konnte allerdings damit die Marke von 13.900 Punkten zum Handelsschluss nicht überspringen. Obwohl die Corona-Zahlen derzeit rückläufig sind, war die Pandemie heute mal nicht das Thema des Tages. Die Börse blickte vielmehr nach Amerika, wo zahlreiche Schwergewichte ihre Bücher zum vierten Corona-Quartal 2020 öffneten.

Unter den Einzelwerten im DAX ragten Linde nach einer angekündigten Dividendenerhöhung mit gleichzeitigem Aktienrückkauf sowie SAP heraus. Beide Aktien sind im DAX hoch gewichtet. Kaum Bewegung gab es hingegen bei den inländisch ausgerichteten Wohnungsbaukonzernen. Beim Online-Essens-Lieferdienst Delivery Hero, der zuletzt gut gelaufen war, wurden Gewinne mitgenommen. Die Aktie stand am DAX-Ende.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Der Euro rappelt sich auf

Am Devisenmarkt notiert der Euro am späten Abend leicht erholt bei 1,2166 Dollar und war zuvor schon bis auf rund 1,75 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2143 (Montag: 1,2152) Dollar fest. Im Vormittagshandel tat sich der Euro noch schwer mit der Richtungssuche.

Zunächst wurde die Gemeinschaftswährung durch die anfangs trübe Aktienmarktstimmung belastet, die sich im Tagesverlauf jedoch deutlich besserte. Mit der Stimmungsaufhellung an den Börsen erholte sich auch der Euro. Der US-Dollar, den viele Anleger als eine Art sichere Rückzugswährung betrachten, gab dagegen deutlich nach.

Neben der Corona-Krise blickte der Markt heute nach Italien. Der Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte belastete den Euro nur kurz. Neuwahlen mitten in der Virus-Krise halten die meisten Fachleute für eher unwahrscheinlich.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

US-Hausmarkt bleibt robust

In den USA hat sich der Anstieg der Hauspreise trotz Corona-Krise beschleunigt. In den 20 großen Metropolregionen des Landes sind die Preise im November zum Vorjahresmonat um 9,1 Prozent gestiegen, wie aus dem am Dienstag in New York veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index hervorgeht. Im Vormonat hatte die Rate 8,0 Prozent betragen. Analysten hatten mit einer Beschleunigung auf im Schnitt 8,7 Prozent gerechnet.

Im Monatsvergleich legten die Hauspreise im November um 1,1 Prozent zu. Die Preisentwicklung zeigt, dass die Corona-Krise dem Immobilienmarkt bisher nicht geschadet hat. Vielmehr beschleunigt sich der Preisauftrieb. Fachleute begründen dies mit den extrem niedrigen Zinsen, einer sicherheitsbedingten Nachfrage nach Immobilien und einem steigenden Bedarf an Wohnraum wegen Heimarbeit.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

US-Verbraucher bleiben vorsichtig

Das US-Verbrauchervertrauen des privaten Instituts Conference Board für den Januar stieg derweil auf 89,3 von 87,1 Punkten im Vormonat und lag damit leicht über der Prognose von 89,0 Punkten. Trotz des Anstiegs tendiert das Barometer noch immer weit unter dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Zum Vergleich: Im Februar 2020 notierte es bei 132,6 Punkten.

Die US-Wirtschaft kämpft laut der Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib, mit Gegenwind: "Die konjunkturelle Erholung hat sich in den USA zuletzt deutlich verlangsamt." Steigende Corona-Infektionen und damit einhergehende Eindämmungsmaßnahmen belasteten den Arbeitsmarkt und die Haushalte. Die US-Notenbank Fed werde daher bei ihrem Zinsentscheid am Mittwoch an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten, bis sich die US-Konjunktur stabilisiere.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Ölpreise ohne klare Richtung

Die Ölpreise haben sich am Dienstag wenig bewegt. Die jüngste Entwicklung in der Corona-Krise belastet diese aber tendenziell. Neben womöglich gefährlichen Mutationen des Corona-Virus sorgten Neuinfektionen in China zeitweise für eine nervöse Stimmung am Ölmarkt.

"Die Ölpreise bleiben vorerst ein Spielball externer Faktoren wie dem Dollar und der Finanzmärkte", kommentierte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank die Entwicklung am Ölmarkt. Er vermisst derzeit "klare Signale von der fundamentalen Front", die den Ölpreisen eine Richtung geb könnten. Der Goldpreis tendierte heute leicht schwächer bei 1823 Dollar je Feinunze.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Einbruch bei Nutzfahrzeugen

Die Corona-Krise hat im vergangenen Jahr die Neuzulassungen bei Nutzfahrzeugen in Europa einbrechen lassen. Mit 1,7 Millionen Stück kamen fast ein Fünftel weniger Lastwagen oder Busse auf die Straßen, wie aus Daten des Branchenverbands ACEA hervorgeht.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Linde schüttet kräftig aus

Am deutschen Aktienmarkt setzte sich die Linde-Aktie richtig gut in Szene. Der weltgrößte Industriegasekonzern erhöht seine Quartalsdividende um zehn Prozent auf 1,06 Dollar je Anteilsschein. Außerdem hat das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Das Volumen liegt dieses Mal bei bis zu fünf Milliarden US-Dollar. Es ersetzt das noch bis zum 1. Februar laufende Programm über bis zu sechs Milliarden Dollar.

Im Streit um angebliche Täuschungen bei seinen Diesel-Abgaswerten sieht sich der Autobauer Daimler durch den einen Spruch des Bundesgerichtshofs (BGH) gestärkt. Der BGH habe festgestellt, dass das so genannte Thermofenster, eine temperaturabhängige Abgassteuerung, als solches nicht sittenwidrig sei und daher kein Anspruch auf Schadenersatz bestehe, erklärte Daimler am Dienstag.

Der BGH hatte erklärt, der Fall liege bei Mercedes anders als beim VW-Konzern, der wahrheitswidrig die Einhaltung der Stickoxid-Grenzwerte vorgespiegelt habe. "Bei dem Einsatz eines Thermofensters wie im vorliegenden Fall fehlt es dagegen an einem derartigen arglistigen Vorgehen des beklagten Automobilherstellers, das die Qualifikation seines Verhaltens als objektiv sittenwidrig rechtfertigen würde", erklärte der BGH.

Der Hacker-Angriff im Dezember bei Symrise hat den Aromen- und Duftstoffhersteller ausgebremst. Zeitweise sei es zu "erheblichen Beeinträchtigungen im Geschäftsablauf" gekommen, weshalb das Umsatzziel für das vergangene Jahr verfehlt worden sei, teilte der MDax-Konzern am Dienstagabend nach Börsenschluss mit.

Die Erlöse stiegen demnach im Schlussquartal aus eigener Kraft um 0,7 Prozent. Für das Gesamtjahr wies Symrise nach vorläufigen Berechnungen einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro aus, bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe war dies ein Plus von 2,7 Prozent. Allerdings hatte der Konzern zuletzt ein Erlöswachstum aus eigener Kraft zwischen 3 und 4 Prozent in Aussicht gestellt. Ohne den Angriff durch Hacker wären die Ziele erreicht worden, hieß es weiter. Inzwischen seien die Auswirkungen des Angriffs weitestgehend behoben und die Produktionsabläufe wieder hergestellt. Den kompletten Finanzbericht für 2020 will Symrise am 9. März veröffentlichen.

Der Airbus-Konzern hat im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen 300 Hubschrauber ausgeliefert. Die Helikoptersparte hatte im Jahr zuvor noch 332 Fluggeräte ausgeliefert. Auch die Bestellungen sanken deutlich. Gingen 2019 noch brutto 369 Bestellungen ein, waren es 2020 noch 289 Stück. Nach Abzug von Stornierungen blieben netto 268 Aufträge.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Schaeffler gar nicht so schlecht

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat im abgelaufenen Jahr besser abgeschnitten als gedacht. Vor allem in der Automotive-Sparte lief es besser als erhofft, im vierten Quartal gab es hier ein ordentliches Umsatzplus. Auf Basis der vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 sei es bei der währungsbereinigten Umsatzentwicklung und der Ebit-Marge vor Sondereffekten besser gelaufen als bei der im November bekanntgegebenen Prognose angenommen, teilte der SDax-Konzern am Dienstag überraschend in Herzogenaurach mit.

Die Erlöse gingen im Gesamtjahr vor allem wegen der Corona-Folgen um 10,4 Prozent zurück. Im November lag die Schätzung noch bei einem Minus von 11,5 bis 13 Prozent. Die Ebit-Marge erreichte den vorläufigen Zahlen zufolge nun 6,4 Prozent. Die eigene Prognose lag hier bei einer Spanne von 4,5 bis 5,5 Prozent. Der freie Barmittelzufluss (Free Cash Flow) lag mit 539 Millionen Euro im Rahmen der eigenen Erwartungen. Endgültige Zahlen gib es am 4. März. Die Aktie legte zu.

Das Geschäft mit Corona-Tests hat die Medizintechnik-Tochter von Siemens beflügelt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von Siemens Healthineers sprang im ersten Quartal 2020/21 (per Ende Dezember) um mehr als 50 Prozent auf 738 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Erlangen mitteilte. Analysten hatten Siemens Healthineers im Schnitt fast 200 Millionen Euro weniger zugetraut. Der Umsatz erhöhte sich auf vergleichbarer Basis um 13 Prozent auf 3,87 Milliarden Euro - das sind rund 300 Millionen mehr als die Experten geschätzt hatten.

Deshalb hebt die Siemens-Tochter die Erwartungen für das Geschäftsjahr an. Der Umsatz werde um acht bis zwölf Prozent wachsen und nicht wie bisher erwartet um fünf bis acht Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie werde auf 1,63 bis 1,82 Euro (Vorjahr: 1,59 Euro) steigen. Bisher hatte Siemens Healthineers 1,58 bis 1,72 Euro veranschlagt.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Jenoptik rechnet mit mehr Marge

Der Technologiekonzern Jenoptik rechnet mit einer besseren Gewinnmarge im abgelaufenen Jahr als bisher. Die adjustierte Ebitda-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) werde 2020 bei 17,5 Prozent liegen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss mit. Bisher war der Konzern von 15,0 bis 15,5 Prozent ausgegangen. Beim Umsatz rechnet Jenoptik mit 765 Millionen Euro. Davon entfielen mehr als 25 Millionen Euro auf die übernommene Trioptics. Die Aktie legte nachbörslich zu.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Puma herabgestuft

Puma-Aktien verlieren im MDAX auffällig stark. Die Baader Bank hat die Papiere von "Add" auf "Reduce" abgestuft und das Kursziel von 90 auf 80 Euro gesenkt. Die Anleger hegten immer noch zu hohe Erwartungen an die Aktien des Sportartikelherstellers, schrieb Analyst Volker Bosse in seiner aktuellen Studie. Weltweit betrachtet sei etwa die Hälfte der Puma-Filialen wegen der Pandemie geschlossen.

Die Beteiligungsgesellschaft Indus hat im vergangenen Jahr nach vorläufigen Berechnungen ein operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 20 und 30 Millionen Euro erreicht. Noch im November war der Vorstand von einem Wert zwischen null und 20 Millionen Euro ausgegangen. Grund war eine überraschend starke Entwicklung im vierten Quartal.

Der südkoreanische Autobauer Hyundai hat im vierten Quartal dank der regen Nachfrage nach seinen SUV-Modellen und hochpreisigen Fahrzeugen mehr verdient. Der Nettogewinn stieg um 57 Prozent auf umgerechnet 0,97 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet Hyundai mit Absatzzuwächsen vor allem in China und Nordamerika.

Der frühere oberste UBS-Investmentbanker Andrea Orcel soll nach Informationen von Insidern neuer Chef von Unicredit werden. Womöglich noch in dieser Woche werde der Verwaltungsrat der italienischen Bank über die Personalie entscheiden, berichtete die Nachrichtenagentur "Bloomberg" am Dienstag und berief sich dabei auf eingeweihte Kreise. Ein Unicredit-Sprecher wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Der Chefposten bei der HVB-Mutter wurde frei, nachdem der bisherige Unicredit-Lenker Jean Pierre Mustier Ende November wegen Differenzen mit dem Verwaltungsrat über die Konzernstrategie das Handtuch geworfen hatte. Mustier hatte angekündigt, seinen Sessel bis Ablauf seines Mandats im April 2021 zu räumen. Sollte ein Nachfolger früher zur Verfügung stehen, will Mustier bereits dann abtreten.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

LVMH vorsichtig optimistisch

Die Geschäfte beim französischen Luxusgüterkonzern LVMH (Moët Hennessy - Louis Vuitton) erholen sich schrittweise von der Corona-Flaute. Im Schlussquartal belebte sich wie schon im vorangehenden Jahresviertel vor allem die Nachfrage in der Hauptsparte Mode und Lederwaren. Treiber der Erholung waren Asien und die USA, während das Europa-Geschäft weiterhin krisenbelastet blieb, wie das Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss mitteilte.

Der Hersteller litt 2020 ähnlich wie die gesamte Luxusbranche besonders unter den Einschränkungen im internationalen Tourismus. Die Erlöse der Franzosen schrumpften binnen zwölf Monaten auf 44,7 Milliarden Euro, auf vergleichbarer Basis war das ein Rückgang um 16 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis sank um 28 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. LVMH verblieb mit 4,7 Milliarden Euro gut ein Drittel weniger Gewinn als ein Jahr zuvor. Branchenexperten hatten auf Umsatzebene mit einer besseren Entwicklung gerechnet, aber schlechtere Ergebnisse erwartet. Für 2021 zeigt sich das Management "vorsichtig zuversichtlich" und hofft auf eine Beschleunigung des Tempos in allen Geschäftsbereichen.

Die EU-Arzneimittelagentur EMA schließt nicht aus, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Europa nur für eine bestimmte Altersgruppe zugelassen wird. «"ch werde der Entscheidung nicht vorgreifen", sagte EMA-Chefin Emer Cooke am Dienstag in einer Anhörung im Europaparlament. Eine begrenzte Zulassung sei aber grundsätzlich möglich. Dies werde genau geprüft. Cooke bestätigte, dass für den Astrazeneca-Impfstoff nur wenige Testdaten für ältere Menschen vorlägen.

Hintergrund sind Berichte, wonach der Astrazeneca-Impfstoff für ältere Menschen womöglich weniger wirksam ist. Die EMA-Empfehlung zur Zulassung des Vakzins wird bis Freitag erwartet.

Der französische Pharmakonzern Sanofi will dem Mainzer Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer beim Abfüllen des Corona-Impfstoffs unter die Arme greifen. «In unserem Werk in Frankfurt werden wir das Produkt verpacken, das uns ab Juli von Pfizer-Biontech geliefert wird», sagte Sanofi-Generaldirektor Paul Hudson der Zeitung "Le Figaro" am Dienstag.

"Wir sollten in der Lage sein, bis Ende des Jahres mehr als 100 Millionen Dosen zu liefern, die für die Europäische Union und damit teilweise für Frankreich bestimmt sind", sagte Hudson. "Da wir mit unserem Hauptimpfstoff einige Monate hinter dem Zeitplan zurücklagen, fragten wir uns, wie wir uns jetzt nützlich machen könnten", so Hudson weiter.

Derweil arbeiten Biontech und Pfizer bereits an verbesserten Version ihres Impfstoffs gegen Corona-Varianten. Man leiste bereits die Vorarbeiten, um schnell auf Corona-Mutanten reagieren zu können, falls es Hinweise darauf gebe, dass das Vakzin an Wirksamkeit einbüße, heißt es in einer Pfizer-Email an "Reuters".

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Gewinnsprung bei der UBS

Die Schweizer Großbank UBS hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte auf 6,6 Milliarden Dollar in die Höhe geschraubt. Grund waren eine florierende Vermögensverwaltung und gute Geschäfte im Investmentbanking. Nun will das Unternehmen eigene Aktien im Wert von vier Milliarden Schweizer zurückkaufen.

Novartis verdient mehr

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 8,07 Milliarden Dollar gesteigert. Die Aktionäre sollen eine Dividende von drei Franken je Aktie erhalten. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzanstieg um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz.

Corona-Krise belastet Starbucks

Die weltgrößte Café-Kette Starbucks tut sich angesichts der Corona-Pandemie weiter schwer. Im Geschäftsquartal bis Ende Dezember brach der Gewinn gegenüber dem Vorjahreswert um 30 Prozent auf 622 Millionen Dollar (511 Mio Euro) ein, wie Starbucks am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse fielen um knapp fünf Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Verglichen mit dem Vorquartal ist das zwar schon eine deutliche Verbesserung, dennoch hatten Analysten im Schnitt mit höheren Einnahmen gerechnet. Die Aktie fällt nachbörslich an der Nasdaq zurück.

Verizon spürt die Konkurrenz

Dem US-Telekom-Platzhirsch aus dem Dow Jones macht die Konkurrenz durch die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US und durch AT&T zu schaffen. Im vierten Quartal seien 279.000 Vertragskunden gewonnen worden, teilte Verizon mit. Das sind deutlich weniger als erwartet. Alle drei großen Anbieter investieren aktuell massiv in den Ausbau des 5G-Netzes. Der Gewinn fiel um fast elf Prozent auf 4,72 Milliarden Dollar, während der Umsatz nur leicht nachgab.

Rosskur hilft General Electric

Papiere des Siemens-Konkurrenten legen nach den Geschäftszahlen in New York zu. Mit Milliarden-Kostensenkungen hat sich General Electric (GE) trotz der Umsatzeinbrüche in der Corona-Krise zu einem Mini-Gewinn gespart. Unter dem Strich stand 2020 ein Ergebnis von 109 Millionen Dollar, ein Rückgang um 98 Prozent.

Vorstandschef Larry Culp hatte die Kosten unter dem Eindruck der Pandemie insgesamt um mehr als fünf Milliarden Dollar gesenkt. Für das laufende Jahr erwartet Culp wieder Wachstum: Der Umsatz im Industriegeschäft soll um einen kleinen einstelligen Prozentsatz zulegen, das Ergebnis je Aktie soll sich auf 15 bis 25 (2010: ein) Cent verbessern.

Gewinnsprung bei 3M

Der erhöhte Bedarf an Atemschutzmasken in der Corona-Pandemie hat dem US-Mischkonzern aus dem Dow Jones einen Gewinnsprung beschert. Der Nettogewinn kletterte im vierten Quartal um 43 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, der Nettoumsatz stieg um 5,8 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Der Gesundheitsbereich habe zum Jahresschluss am besten von den vier Konzernbereichen abgeschnitten, teilte 3M mit. Allein in der Sparte sei der Umsatz binnen Jahresfrist um 12,3 Prozent gestiegen.

3M ist einer der größten Produzenten von Atemschutzmasken. Darüber hinaus produziert das Unternehmen auch Schutzkleidung, Fahrbahnmarkierungen, Klebstoff und Büromaterial wie die post-it-Klebezettel. Für 2021 erwartet 3M ein Umsatzplus von fünf bis acht Prozent.

27.1.2021 • 09:16 Uhr

Johnson & Johnson legt zu

Der US-Pharmakonzern, ebenfalls im Leitindex Dow Jones vertreten, hat im vierten Quartal zugelegt. Die Erlöse stiegen um 8,3 Prozent auf 22,48 Milliarden Dollar. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis sank zwar um rund acht Prozent auf 21,4 Milliarden Dollar, Analysten hatten aber weniger auf dem Zettel. Für 2021 peilt das Management deutliche Zuwächse beim Umsatz auf 90,5 bis 91,7 Milliarden Dollar an.

Der Konzern dürfte auch mit einem Schub durch seinen Corona-Impfstoff rechnen. Ergebnisse der zulassungsrelevanten Studie der Phase III würden "bald" erwartet, sagte Konzernchef Alex Gorsky laut Mitteilung. Früheren Angaben zufolge soll der Zulassungsantrag in der Europäischen Union im Februar gestellt werden.

Die US-Unternehmen kündigten am Dienstag ein Gemeinschaftsprojekt an, das pflanzenbasierte Drinks und Snacks entwickeln, herstellen und vermarkten soll. Anleger reagierten euphorisch - die Aktien von Beyond Meat schossen zeitweise um 39 Prozent nach oben und verbuchten damit den größten Kurssprung seit anderthalb Jahren. Pepsis Papiere legten indes nur leicht zu.

Der US-Kreditkartenanbieter American Express hat auch zum Jahresende erheblich unter der Kaufzurückhaltung von Kunden in der Corona-Krise gelitten. In den drei Monaten bis Ende Dezember fiel der Gewinn im Jahresvergleich um rund 15 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Mrd. Euro). Die Erlöse sanken um 18 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar. Die Pandemie belaste das Geschäft weiter, sagte Vorstandschef Stephen J. Squeri. Die Zeichen stünden aber auf Erholung, zuletzt sei es schon wieder etwas besser gelaufen.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Gewinn um 54 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar zurück. Die Erlöse nahmen um 20 Prozent auf 28,1 Milliarden Dollar ab.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 in der Wirtschaft am 26. Januar 2021 um 11:40 Uhr.