Händler an der New York Stock Exchange | REUTERS
Marktbericht

Verluste eingedämmt US-Märkte stoppen Talfahrt

Stand: 06.10.2021 22:23 Uhr

Beruhigende Aussagen von Russlands Präsident Wladimir Putin zum Gasmarkt haben an der Wall Street für einen Richtungswechsel ins Plus gesorgt. Die Börse bleibt trotzdem extrem nervös.

Nachgebende Öl- und Gaspreise haben an der New Yorker Aktienbörse im Handelsverlauf für Entlastung gesorgt. Für den Umschwung und damit für Erleichterung unter den Aktienmarktanlegern sorgte vor allem, dass Russland nach den Worten von Präsident Wladimir Putin der wachsenden weltweiten Erdgaskrise entgegentreten will. Zur Stabilisierung der Energiemärkte sollen "Rekordmengen" an Gas nach Europa geliefert werden, was indirekt auch den Bedarf an Rohöl dämpfen würde.

Russland sei bereit, zur Stabilisierung der Lage der weltweiten Gasmärkte beizutragen und sei für Europa und Asien ein zuverlässiger Lieferant. Kunden in Europa hätten mit der Hinwendung zu den Spotmärkten Fehler gemacht, so Putin weiter. Die Gaspreise sind in den vergangenen Monaten explodiert. Ein Ende ist nicht in Sicht.

"Die Situation bleibt aber kompliziert", warnte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Der Winter naht und das Angebot ist weiter knapp." Immerhin habe Russland die Märkte fürs Erste beruhigt. Für Beruhigung sorgten auch Meldungen, nach denen sich Republikaner und Demokraten im Kongress im Schuldenstreit annähern, um eine Zahlungsunfähigkeit des Landes zu vermeiden.

Verluste eingedämmt

Die Wall Street wechselte daraufhin die Richtung, nachdem sie zuvor stärker nachgegeben hatte. Der Leitindex Dow Jones schloss bei 34.416 Punkten um 0,3 Prozent höher, wobei das Tagestief bei 33.854 Punkten deutlich tiefer gelegen hatte. Ähnlich erging es auch den anderen großen Indizes. Der marktbreite S&P-500-Index schloss bei 4363 Zählern um 0,4 Prozent höher. Die Technologiebörse Nasdaq schlug sich besser als die Standardwerte und gewann 0,47 Prozent auf 14.501 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 ging bei 14.766 Punkten um 0,63 Prozent besser aus dem Handel.

Stagflationsängste bleiben

Auch wenn der Kelch heute nach Putins Aussagen an der Börse nochmal vorbei gegangen ist, die steigenden Energiepreise haben Inflationsängste zuletzt weltweit massiv befeuert. Nach monatelanger Kursrally - insbesondere in den USA - befinden sich die weltweiten Aktienmärkte zunehmend im Würgegriff von Inflations- und Konjunktursorgen und leiden zugleich unter Befürchtungen, dass in Bälde die Zinsen angehoben werden. Die zuletzt kräftig gestiegenen Ölpreise spielen dabei eine wichtige Rolle.

An den Märkten geht damit zunehmend das Schreckgespenst der Stagflation um. Mit diesem Begriff bezeichnen Experten die Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation und steigender Inflation. Investoren schauten auf explodierende Energiepreise sowie steigende Anleiherenditen und fragten sich, ob der bislang als vorübergehend betrachtete Preisdruck dauerhaft sein könnte, sagte Anlagestratege Mike Bell von der Vermögensverwaltung der US-Bank JPMorgan.

Genau dies ist weiterhin die offizielle Lesart der Federal Reserve (wie auch der EZB), die Märkte werden jedoch zunehmend ungeduldiger. Die Rendite von zehnjährigen Staatspapieren lag im Verlauf mit 1,57 Prozent schon auf dem höchsten Stand seit knapp vier Monaten.

Wie lange hält die Federal Reserve noch still?

Konkret blicken die Börsenteilnehmer, nicht nur in New York, mit Argusaugen nach Washington, wo sich ein schnelleres Ende des Zinsregimes andeutet als bisher erwartet. Denn immer klarer wird, dass zumindest der Dienstleistungssektor die US-Konsumökonomie wieder stärker antreibt nach der Corona-Krise.

Auch wenn die Industrie weiter unter Lieferengpässen leidet, erscheinen die milliardenschweren Stützungen der Notenbank damit immer weniger angemessen. Mit Spannung blicken die Börsianer weltweit daher (mal wieder) auf die neuesten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, das wohl wichtigste Kriterium für die Zinspolitik der Fed.

Ernüchterung an der Frankfurter Börse

Viel Gutes gibt es derzeit nicht zu berichten vom deutschen Aktienmarkt. Seit der DAX im August bei 16.030 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte, geht es unter Schwankungen stetig bergab. Auch der heutige Tag war ernüchternd. Der DAX, der am Vortag noch einen Erholungsversuch gestartet hatte, gab seine Gewinne komplett wieder ab und fiel auf Schlusskursbasis erstmals seit Mai unter die Marke von 15.000 Punkten. Der Schlussstand lag bei 14.973 Punkten, ein Tagesverlust von 1,46 Prozent.

Allerdings scheinen noch nicht alle Anleger kapituliert zu haben, der Index ließ im Handelsverlauf wenigstens sein Tagestief bei 14.818 Punkten hinter sich, so dass den Börsenbullen noch ein Fünkchen Hoffnung bleibt.

Telekom führt die Verliererliste an

Unter den Einzelwerten im DAX stand die sonst eher schwankungsarme, aber hoch gewichtete Telekom am Indexende und verlor über fünf Prozent. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat über Nacht institutionellen Investoren ein milliardenschweres Aktienpaket der Bonner angeboten beziehungsweise entsprechende Optionen auf die Aktien. Die 91 Millionen Aktien, mit denen Goldman Sachs 1,54 Milliarden Euro erlöste, sind Teil einer Transaktion der US-Bank mit dem japanischen Technologie-Investor Softbank, der erst Anfang September bei der Telekom eingestiegen war.

Hintergrund ist, dass die Telekom im Gegenzug für an Softbank übertragene Aktien ihren Anteil an der wachstumsstarken US-Tochter T-Mobile US ausbauen kann. Insgesamt hatte Softbank 225 Millionen Aktien bekommen.

Das Aktienumfeld bleibt schwierig

Allerdings war die T-Aktie heute nur die Spitze des Eisbergs, fast alle anderen DAX-Aktien waren ebenfalls im Minus. "Steigende Energiepreise und andauernde Lieferengpässe heizen weiter die Inflation an und setzen die Notenbanken unter Druck, früher den geldpolitischen Kurswechsel einzuleiten", so Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Dazu kommen anhaltende Sorgen über die Lage des chinesischen Immobilienmarkts, der nach der Schieflage des Konzerns Evergrande in eine größere Krise rutschen könnte.

Euro gibt deutlich nach, starke ADP-Zahlen

Am Devisenmarkt notiert der Euro im US-Handel deutlich unter 1,16 Dollar bei 1,1555 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1542 (Dienstag: 1,1602) US-Dollar fest. Das ist der tiefste Stand seit 15 Monaten.

Zu verarbeiten haben die Investoren zur Wochenmitte auch die bereits vor dem offiziellen Handelsstart veröffentlichten Daten des privaten Anbieters ADP, wonach sich der Stellenaufbau in der Privatwirtschaft der USA im September dank eines sich erholenden Dienstleistungssektors auf 568.000 unerwartet stark beschleunigt hat. Erwartet worden waren nur ein Stellenaufbau von 430.000.

Ölpreise fallen

Auch die Ölpreise drehten am Nachmittag nach den Aussagen aus Russland ins Minus. Dies aber auch, weil die US-Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche überraschend deutlich gestiegen waren. Die Vorräte legten im Vergleich zur Vorwoche um 2,3 Millionen Barrel auf 420,9 Millionen Barrel zu, wie das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg um 1,0 Millionen Barrel gerechnet.

"Ob sich die OPEC+ mit ihrer Entscheidung einer nur graduellen Ausweitung der Ölproduktion einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten", sagte zudem Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. "Dem Ölmarkt droht ein beträchtliches Angebotsdefizit." Die Feinunze Gold wurde derweil leicht höher bei 1764 Dollar gehandelt.

Die Kryptorally geht weiter

Am Markt für Digitalwährungen hat sich der Kursauftrieb beschleunigt fortgesetzt. Die älteste und nach Marktwert größte Kryptoanlage Bitcoin stieg am Mittwoch erstmals seit Mai über 55.000 US-Dollar. Auf der Handelsplattform Bitstamp wurde am Nachmittag ein Höchstpreis von 55.500 Dollar erreicht. Am Morgen hatte er nur bei 50.400 Dollar notiert.

Auch andere Digitalwerte wie Ether, XRP oder Dogecoin legten im Kurs weiter zu. "Das Krypto-Fieber hat Anleger offensichtlich wieder gepackt", kommentierte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Die Furcht eines Krypto-Verbots in den USA befindet sich aus den Augen und damit aus dem Sinn von Börsianern." Das Thema Regulierung bestimmt seit einiger Zeit den Kryptomarkt.

Deutsche Industrie verliert Aufträge

Sorgen um die deutsche Konjunktur belasteten heute zusätzlich. Nach einem Rekordstand im Vormonat sind in der deutschen Industrie im August wieder deutlich weniger Aufträge eingegangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe nach vorläufigen Angaben um 7,7 Prozent niedriger als im Juli. Vor allem in der Automobilindustrie und in der Metallbranche klagen die Hersteller über Lieferengpässe bei Vorprodukten.

Zusätzlich zeigen auch aktuelle Zahlen zu Einzelhandelsumsätzen in der Eurozone, dass die konjunkturelle Lage durchaus wackelig ist. Diese haben im August weniger als erwartet zugelegt. Im Monatsvergleich sind die Erlöse saisonbereinigt um 0,3 Prozent gestiegen, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet. Zudem ist der Rückgang im Juli stärker ausgefallen, als bisher bekannt. Die Umsätze fielen demnach um revidierte 2,6 Prozent, nachdem zunächst ein Minus um 2,3 Prozent ermittelt worden war.

Klage gegen Bayer abgewiesen

Deutlich besser als der Gesamtmarkt schlug sich die Bayer-Aktie, die leicht zulegte Der Chemie- und Pharmakonzern hat im Streit über den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat erstmals einen juristischen Sieg in den USA errungen. Ein Gericht in Kalifornien befand, dass das Mittel nicht ein substanzieller Auslöser einer Krebsart bei einem Kind gewesen sei. Das Urteil ist das vierte dieser Art im Zusammenhang mit dem Mittel, das unter dem Markennamen Roundup bekannt ist. Bei den früheren drei unterlag Bayer. Der Konzern hatte sich die Glyphosat-Klagen 2018 bei der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Monsanto ins Haus geholt.

Deutsche Börse treibt Digitalisierung voran

Die Deutsche Börse macht Tempo bei der Digitalisierung des Wertpapiergeschäfts. Der DAX-Konzern hat eine neue digitale Plattform errichtet, auf der ab November erstmals digitale Wertpapiere in Deutschland begeben werden können, wie Deutsche-Börse-Vorstand Stephan Leithner dem "Handelsblatt" sagte. "Das Wertpapiergeschäft in Deutschland wird so deutlich effizienter und schneller." Aus Sicht von Leithner stärkt dies die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Kapitalmarkts.

Deutsche Post will höheres Briefporto

Das Briefporto soll nach dem Willen der Deutschen Post teurer werden. Der Versand eines Standardbriefs im Inland soll ab Januar 85 Cent kosten und damit fünf Cent mehr als bisher, wie das DAX-Unternehmen am Mittwoch in Bonn mitteilte. Andere Briefprodukte sollen ebenfalls fünf Cent teurer werden, etwa der Maxibrief. Das Unternehmen begründete dies mit höheren Kosten.

Zuletzt hatte die Post das Porto Mitte 2019 angehoben, damals verteuerte sich ein Standardbrief um zehn Cent auf 80 Cent. Zuvor hatte die Bundesnetzagentur als zuständige Regulierungsbehörde einen beabsichtigten Spielraum für Preiserhöhungen veröffentlicht, der im November final festgelegt wird und auf dessen Basis die Post das Porto anheben darf. Besagter Spielraum für Erhöhungen liegt bei 4,6 Prozent - um diesen Prozentbetrag dürfte demnach der Warenkorb aller Briefarten teurer werden.

Airbus macht Zugeständnisse

Airbus will einen milliardenschweren Auftrag der kriselnden malaysischen Fluggesellschaft AirAsia über Hunderte von Flugzeugen mit Zugeständnissen retten. Die Kurz- und Mittelstreckenmaschinen - 362 Airbus A321neo - sollen nun bis 2035 ausgeliefert werden. Der bisherige Zeitplan ist unklar, war aber wohl enger gefasst. AirAsia hatte unter dem Eindruck der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 die Annahme von sechs fest bestellten A321neo verweigert und erklärt, man brauche vorerst keine neuen Flugzeuge mehr. Airbus hatte die fabrikneuen A321neo daraufhin anderweitig losgeschlagen. Für Airbus stand bei AirAsia ein Auftragsvolumen im deutlich zweistelligen Milliarden-Dollar-Volumen auf dem Spiel.

Staatlicher Lufthansa-Corona-Fonds lässt Anteil verwässern

Der staatliche Corona-Hilfsfonds WSF hat seine Beteiligung an der Lufthansa im Zuge der Kapitalerhöhung nur leicht abschmelzen lassen. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) halte nach dem Abschluss der Kapitalerhöhung noch 14,09 Prozent an der Fluggesellschaft, teilte die staatliche Finanzagentur am Mittwoch mit.

Frisches Geld hat der WSF dafür nicht in die Hand genommen: Die neuen Aktien seien mit dem Erlös aus dem Abbau der Beteiligung um fünf auf 15 Prozent und mit dem Verkaufserlös für einen Teil der Bezugsrechte erworben worden. "Die Teilnahme des WSF an der Kapitalerhöhung dient dem Ziel der zügigen Beendigung der staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen", hieß es in der Mitteilung. Die Lufthansa will mit der 2,16 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung einen Teil der Stillen Einlagen des Bundes zurückzahlen.

Teamviewer-Aktie bricht nach Prognosesenkung ein

Die Aktie des Software-Unternehmens erlebte heute einen schwarzen Tag und brach um fast ein Viertel ein. Der Grund: Das MDAX-Unternehmen hat nach einem unerwartet schwachen dritten Quartal seine Jahresprognose deutlich gesenkt.

Die in Rechnung gestellten Umsätze sollen im Gesamtjahr nun zwischen 535 und 555 Millionen Euro liegen, wie Teamviewer am Mittwoch in Göppingen überraschend mitteilte. Zuletzt hatte das Management um Chef Oliver Steil das untere Ende der Spanne von 585 bis 605 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Nach vorläufigen Zahlen fielen die Rechnungsstellungen im abgelaufenen dritten Quartal mit einem Wachstum von 18 Prozent im Jahresvergleich schwächer aus als angepeilt.

Adler Group im Visier von Leerverkäufern - Aktie im freien Fall

Die Aktien von Adler Group gerieten am Mittwoch wegen des Angriffs eines Finanzspekulanten schwer unter Druck. Im Verlauf schwoll der Tagesverlust auf bis zu 33 Prozent an, am Ende stand ein Minus von knapp 26 Prozent. Seit Ende 2020 summieren sich die Verluste auf knapp 66 Prozent - die Aktie Aktien des Wohnimmobilienkonzerns sind damit der größte Verlierer im SDAX in diesem Jahr.

Grund für die hohen Verluste am Mittwoch waren einmal mehr sogenannte Leerverkäufer: Der Shortseller Viceroy veröffentlichte am Vormittag einen 61 Seite langen Bericht über Adler Group mit vielen Vorwürfen wie der Täuschung und finanzielle Falschdarstellung. Auch die Finanzaufsicht Bafin nimmt den Bericht ernst. Kurz vor Xetra-Handelsende meldete sich das Unternehmen zu Wort: "Der Viceroy-Report enthält Unterstellungen, die Adler auf das Schärfste zurückweist", hieß es einer E-Mail.

Tesco hebt Prognose an

Gegen den Trend stieg heute die Aktie von Großbritanniens größter Handelskette. Tesco hat nach einem starken ersten Halbjahr ihre Prognose angehoben. Der Vorstand erwartet nun für das Geschäftsjahr 2021/22 einen bereinigten Betriebsgewinn von 2,5 bis 2,6 Milliarden Pfund. Zuvor hatte er eher mit Stagnation gerechnet. In den ersten sechs Monaten des Bilanzjahres stieg der bereinigte Betriebsgewinn um rund 41 Prozent auf 1,458 Milliarden Pfund.

TUI sammelt Kapital ein

TUI will seinen finanziellen Spielraum weiter erhöhen. Geplant ist die Ausgabe neuer Aktien für 1,1 Milliarden Euro, so das Unternehmen am Morgen. Großaktionär Alexej Mordaschow, der im Moment 32 Prozent der Aktien hält, will sich an der Kapitalerhöhung beteiligen und damit seine Beteiligung konstant halten. Mit dem Geld will der Konzern den von der staatlichen Bank KfW gewährten Kredit von 375 Millionen Euro tilgen. Zudem sollen Bankschulden verringert werden. Die Aktie gab nach.

Nemetschek-Aktie abgestuft

Aktien des Bausoftware-Anbieters Nemetschek verloren im MDAX bis zu fünf Prozent, erholten sich dann aber im Verlauf wieder. Die Analysten von Deutsche Bank und Stifel schraubten die Bewertung für Nemetschek jeweils auf "Hold" von "Buy" herunter. Für das dritte Quartal rechnen beide mit guten beziehungsweise soliden Zahlen. Allerdings werde das Wachstumstempo des zweiten Quartals wohl nicht gehalten werden können, hieß es bei der Deutschen Bank. Stifel rechnet damit, das 2021 der Zenit für den Spezialisten für Bau- und Planungssoftware erreicht sein dürfte. Die Aktien hätten kurzfristig nur begrenztes Aufwärtspotenzial.

GM greift Tesla an

Der US-Autoriese General Motors eifert Tesla nach und will den Elektroauto-Vorreiter im Heimatmarkt überholen. Der Plan dabei ist, den Wandel mit Gewinnen aus dem Geschäft mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu finanzieren, erläuterte GM am Mittwoch auf einem Investorentag.

Zum Jahr 2030 soll mehr als die Hälfte der Produktionskapazitäten in Nordamerika und China für die Fertigung von E-Autos ausgerüstet werden, hieß es. GM kündigte jüngst an, bis 2025 rund 35 Milliarden Dollar (aktuell gut 30 Mrd Euro) in die Produktion batteriebetriebener und selbstfahrender Fahrzeuge zu investieren.

Im amerikanischen Automarkt sind traditionell die großen Pick-ups die populärste und lukrativste Fahrzeugkategorie - und die Hersteller bringen sich gerade in Stellung für einen neuen Wettbewerb um dieses Geschäft mit Elektro-Modellen. Ford hat bereits eine Batterie-Version seines Bestsellers F-150 vorgestellt, GM will einen elektrischen Chevrolet Silverado als Konkurrenzangebot im Januar präsentieren. Unter dem Namen «Ultra Cruise» will GM zudem ein hoch entwickeltes Fahrassistenzsystem in seine Autos bringen, das auch im Stadtverkehr funktionieren soll.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Oktober 2021 um 09:00 Uhr.