Schild "Nasdaq" | REUTERS
Marktbericht

Tech-Aktien gefragt Die Nasdaq auf dem Weg nach oben

Stand: 04.08.2021 22:27 Uhr

Die US-Aktienmärkte tendierten zur Wochenmitte uneinheitlich. Tech-Aktien legten nach neuen Konjunkturdaten zu, Standardwerte gaben nach. Der DAX zeigte sich derweil robust.

Die New Yorker Börse hat heute keine einheitlich Richtung gefunden. Der US-Leitindex Dow Jones schloss nach uneinheitlich ausgefallenen Konjunkturzahlen um 0,92 Prozent im Minus und ging bei 34.792 Punkten aus dem Handel. Er rutschte damit auch wieder unter die Marke von 35.000 Punkten.

Besser ging es hingehen an der Technologiebörse Nasdaq, die moderat zulegte. Der Composite-Index gewann 0,13 Prozent auf 14.780 Punkte, der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte 0,15 Prozent auf 15.083 Punkte vor. Der breiter aufgestellte S&P-500-Index, der sowohl Standard- als auch Technologieaktien beinhaltet, verlor 0,46 Prozent auf 4402 Punkte.

"Der Markt ist auf seinem aktuellen Niveau teuer und die Leute machen sich Sorgen über Inflation und steigende Zinsen, was einen leichten Kursrückgang rechtfertigen würde", sagte Olivier Sarfati vom Vermögensverwalter GenTrust.

Arbeitsmarkt fällt zurück

Ein Stimmungsdämpfer für die Wall Street kam am Nachmittag zunächst mit deutlich schlechter als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten des privaten Arbeitsvermittlers ADP. Unter dem Strich schuf die Privatwirtschaft 330.000 neue Stellen, Experten hatten dagegen mit mehr als doppelt so vielen Jobs gerechnet, nämlich mit 695.000. Im Juni hatte es noch ein Plus von 680.000 gegeben.

Hingegen hellte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA im Juli überraschend deutlich auf. Der ISM-Index lag mit 64,1 Punkten deutlich im Wachstumsbereich und übertraf die Erwartungen von 60,5 Punkten klar.

Laut der Helaba bleibt das Wachstumsszenario intakt. Die Diskussion um ein Zurückfahren der Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed könnte wieder Fahrt aufnehmen, so die Experten. Am Freitag folgt der offizielle Arbeitsmarktbericht der US-Regierung.

Für die Anleger sind die Jobdaten deshalb wichtig, weil die US-Notenbank Federal Reserve ihre geldpolitischen Entscheidungen vor allem von der Entwicklung des Arbeitsmarktes abhängig macht. Dieser ist immer noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau, so dass allgemein davon ausgegangen wird, dass die Fed die Füße trotz zuletzt höherer Inflationsdaten still hält und weiter massiv Liquidität in die Märkte pumpt.

Der enttäuschende ADP-Arbeitsmarktbericht trieb derweil weitere Anleger in den "sicheren Hafen" Staatsanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf ein Sechs-Monats-Tief von minus 0,517 Prozent. US-Staatsanleihen legten zunächst ebenfalls zu, drehten danach aber ins Minus. Die Rendite zehnjähriger Bonds liegt bei 1,18 Prozent, unmittelbare Zins- und Inflationsängste lassen sich somit nicht ableiten.

GM nicht gut genug - Aktie bricht ein

Neben den Konjunkturdaten stehen derzeit in New York die Quartalsberichte der Unternehmen im Fokus der Anleger. Die Aktien von General Motors büßen deutlich fast neun Prozent ein, obwohl der Autobauer im zweiten Quartal mit seinem bereinigten operativen Ergebnis von 4,1 Milliarden Dollar positiv überraschte und das Jahresziel deutlich nach oben schraubte.

Analysten hatten aber im Schnitt eine noch stärkere Anhebung erwartet. Der Detroiter Konzern profitiert von der hohen Nachfrage nach seinen Pickups und SUV, für die er hohe Preise verlangen kann. Dadurch wurden Kosten im Zusammenhang mit dem Rückruf und der Produktionsunterbrechungen wegen des Halbleitermangels wettgemacht.

BioNTech-Hausse ist nicht zu bremsen

Die Rally bei mRNA-Impfstoffaktien kennt weiter keine Grenzen. Die Papiere von BioNTech schossen am Mittwoch in New York zeitweise um fast ein Viertel in die Höhe auf 433,90 Dollar und setzten ihre Rekordrally damit fort. Am Ende schloss die Aktie an der Nasdaq bei 414,44 Dollar um 17,8 Prozent höher. Der Börsenwert beläuft sich damit auf mehr als 100 Milliarden Dollar.


In wenigen Tage veröffentlicht der Corona-Pandemie-Gewinner Quartalszahlen. Wie die "NY Times" in der Nacht auf Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet hatte, will die US-Gesundheitsbehörde FDA dem gemeinsam mit Pfizer vermarkteten Corona-Impfstoff noch im September die endgültige Zulassung erteilen. Bislang handelt es sich nur um eine Notfallzulassung. Am Vortag schon hatten die BioNTech-Papiere an der Nasdaq - ihrem Haupthandelsplatz - deutlich zugelegt.

Auch die Pfizer-Aktien kannten in New York zuletzt kein Halten mehr, sie steuern mit großen Schritten auf ihren bisherigen Rekord aus der Zeit vor der Jahrtausendwende zu. Am Mittwoch legten sie aber erst einmal eine Pause ein und gaben zuletzt um 1,1 Prozent nach auf 45,19 Dollar. Bis zu den 1999 erreichten 47,45 Dollar fehlt aber nicht mehr viel.

DAX im Aufwind

Zur Wochenmitte ist es mit den Kursen am deutschen Aktienmarkt bergauf gegangen. Der DAX schloss bei 15.692 Punkten um 0,9 Prozent höher und bleibt damit in Reichweite seines Rekordhochs bei 15.810 Punkten. Das Tageshoch lag bei 15.712 Zählern. Schwächer als erwartet ausgefallene Daten vom US-Arbeitsmarkt brachten die Börsenbullen dabei heute nur kurz aus dem Tritt, das Tagestief lag bei genau 15.600 Punkten. Der MDAX der mittelgroßen Werte gewann 0,53 Prozent auf 35.485 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf ein Rekordhoch erklommen hatte.

Fundamental gestützt wurde der Markt von guten Daten aus dem Dienstleistungssektor sowie überwiegend sehr soliden Quartalsausweisen der Unternehmen. Immer im Hinterkopf bleiben aber Corona-Risiken, die sich zuletzt besonders in Asien wieder verschärft haben. In Asien werde die rasche Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante wegen geringer Impfquoten zum Problem, warnte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

"Neue Lockdowns würden die bereits bestehenden Engpässe in den Lieferketten noch einmal verschärfen und damit auch die Inflation, die jetzt schon die Gewinnmargen der Unternehmen belastet, anheizen."

Tagessieger Infineon

Unter den Einzelwerten im DAX rückte das Papier von Chiphersteller Infineon am stärksten vor und war mit einem Tagesgewinn von rund vier Prozent bester DAX-Wert. Zu Infineon gab es im Nachgang der jüngsten Quartalszahlen viele Reaktionen. Gleich sieben Analysehäuser passten ihre Kursziele für den Halbleiterkonzern nach oben an, in vielen Fällen mit bestätigten Kaufempfehlungen. Vor allem der Goldman-Experte Alexander Duval steigt mit einem neuen Kursziel von 45 Euro zu den größten Optimisten in der Analystenschar auf. Auch Adidas und Siemens waren gefragt.

Siemens Energy nicht zufrieden mit Windgeschäft

Siemens-Energie hingegen standen am Indexende und verloren über zwei Prozent. Der DAX-Neuling hat das Management seiner Verluste schreibenden Windrotoren-Tochter Siemens Gamesa zu mehr Tempo bei den Gegenmaßnahmen aufgefordert. "Der Onshore-Bereich ist absolut nicht zufriedenstellend", sagte Vorstandschef Christian Bruch am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Wegen Verlusten bei Gamesa musste Siemens Energy seine Prognose kippen. Der Konzern rechnet nun für das Geschäftsjahr 2020/21 mit einer geringeren operativen Marge. Dank guter Ergebnisse der Sparte Gas and Power (GP) fuhr der Konzern ein angepasstes operatives Ergebnis (Ebita) vor Sondereffekten von 54 Millionen Euro ein nach einem Verlust von 213 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Laut JPMorgan-Analyst Andreas Willi überschatten die Gamesa-Probleme die Fortschritte im übrigen Geschäft.

Euro fällt wieder zurück

Die Gemeinschaftswährung fiel nach den ADP-Daten wieder zurück und notiert im US-Handel unter 1,1840 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1861 (Dienstag: 1,1885) Dollar fest. Die zweite Schätzung für den Markt PMI-Index für die Dienste im Juli lag derweil bei 59,9 Punkten, erwartet waren 59,8 Punkte.

Dienstleister wachsen wie noch nie

Wie in den USA läuft auch die Konjunktur in Deutschland wieder fast auf vollen Touren. Das unterstreichen aktuelle Daten zum Dienstleistungssektor. Die deutschen Dienstleister sind im Juli dank der Lockerung der Corona-Auflagen so stark gewachsen wie noch nie. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 4,3 auf 61,8 Punkte, wie das Institut IHS Markit mitteilte. Das Barometer signalisiert ab 50 ein Wachstum. "Die Lockerungen der Corona-Restriktionen und die sukzessive Wiedereröffnung der Wirtschaft sorgten dafür, dass das Wachstum ein in 24 Jahren Umfragegeschichte nie gesehenes Allzeithoch erklomm", erläuterte Markit-Ökonom Andrew Harker.

Ölpreise weiten Verluste aus

Die Ölpreise tendierten im Verlauf schwächer. Am Markt werden die fallenden Ölpreise seit Beginn der Woche mit der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus' und der Sorge vor neuen Einschränkungen der Mobilität erklärt. In den USA sind die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche derweil überraschend gestiegen. Die Vorräte legten im Vergleich zur Vorwoche um 3,6 Millionen Barrel auf 439,2 Millionen Barrel zu, wie das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt mit einem Rückgang um 3,0 Millionen Barrel gerechnet.

"Die Ölpreise bleiben im Bann der Nachfragesorgen", kommentierte Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Sie verwies insbesondere auf Nachfragerisiken in China, die das "beherrschende Thema" am Ölmarkt seien. "Am Ölmarkt ist die Nervosität besonders groß, weil die Ölnachfrage stark unter den Mobilitätseinschränkungen im Zuge der Bekämpfung von Corona leidet", sagte Lambrecht.

Vonovia hält mehr als 30 Prozent an Deutsche Wohnen

Vonovia hat Zugriff auf 30,93 Prozent der Anteile des kleineren der beiden Wohnungsriesen. Fast 30 Prozent der Aktien hat der Marktführer bereits gekauft, dazu kommen bedingte Kaufverträge über 0,93 Prozent der Deutsche-Wohnen-Papiere. Dabei handelt es sich offenbar um die restlichen eigenen Aktien, die Deutsche Wohnen dem Rivalen zugesagt hat, damit dieser die angepeilte Schwelle von 50 Prozent überspringt. Beim vorherigen Anlauf war Vonovia daran knapp gescheitert, das neue Übernahmeangebot über 53 Euro je Aktie soll noch im August vorgelegt worden.

VW verdient auch mit Leasing gut

Die Finanztochter des Volkswagen-Konzerns profitiert von der erholten Konsumnachfrage und den hohen Gebrauchtwagenpreisen. Sie hat ein Rekordergebnis im ersten Halbjahr eingefahren. Insgesamt entstand ein Gewinn von 2,34 Milliarden Euro, wie schon in der vorigen Woche am Rande der VW-Konzernbilanz angedeutet worden war. "Wir haben jetzt starke Nachholeffekte, die Menschen geben wieder mehr Geld aus", so Finanzvorstand Frank Fiedler der Deutschen Presse-Agentur zur Zahlenvorlage am Mittwoch. Volkswagen Financial Services (VWFS) ist bei dem Autohersteller für Finanzierung, Leasing, Versicherungen und neue Dienste rund um meist konzerneigene Fahrzeuge zuständig.

Moody's erhöht die Bonitätsnote für die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat eine bessere Bonitätsnote von Moody's erhalten. Wegen der Fortschritte beim Konzernumbau und der besseren Geschäftsergebnisse werde das langfristige Rating um eine Stufe auf "A2" von "A3" angehoben, teilte Moody's am Mittwoch mit. Damit bescheinigt die Ratingagentur Deutschlands größtem Geldhaus eine befriedigende Bonität. Zugleich machte Moody's der Deutschen Bank Hoffnung auf eine weitere Hochstufung. Der Ausblick sei positiv, erklärten die Bonitätswächter. Ein besseres Rating führt bei Banken in der Regel zu geringeren Refinanzierungskosten.

Commerzbank-Aktie unter Druck

Mit über fünf Prozent Kursminus war die Aktie der Frankfurter Bank der schwächste Wert im MDAX. Die Commerzbank ist im zweiten Quartal 2021 wegen des teuren Konzernumbaus in die roten Zahlen gerutscht. 527 Millionen Euro Verlust standen unter dem Strich in den Büchern, wie der MDAX-Konzern mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte die Bank im Zeitraum April bis einschließlich Juni noch 183 Millionen Euro verdient.

Boss will Umsatz verdoppeln

Daniel Grieder, neuer Chef des Modekonzerns Hugo Boss, hat große Ziele: "Unser Ziel ist es, unseren Umsatz bis zum Jahr 2025 auf vier Milliarden Euro zu verdoppeln und eine der 100 weltweit führenden Marken zu werden", so Grieder, der früher die Geschicke bei Tommy Hilfiger geleitet hat, am Mittwoch. Gleichzeitig soll die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) zwölf Prozent erreichen. Den Aktionären versprach der Manager, der seit 60 Tagen im Amt ist, eine Ausschüttungsquote bis 2025 zwischen 30 und 50 Prozent. Um die Ziele zu erreichen, will Grieder neben einem neuen Auftritt der Marken Boss und Hugo und dem Ausbau des Online-Geschäftes auch in die Erneuerung des stationären Einzelhandels investieren.

Schaeffler wieder in Gewinnzone

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler ist in der Erholung von der Corona-Krise kräftiger gewachsen als erwartet und wird erneut optimistischer für das Gesamtjahr. Im zweiten Quartal steigerte Schaeffler den Umsatz unerwartet kräftig um die Hälfte auf 3,45 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis betrug 319 Millionen Euro, die entsprechende Marge lag bei 9,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte Schaeffler wegen der wegbrechenden Automärkte in der Corona-Krise einen operativen Verlust von 159 Millionen Euro gemacht. Auch unter dem Strich konnte das Unternehmen diesmal wieder einen Gewinn vorweisen in Höhe von 227 Millionen Euro nach einem Verlust von 175 Millionen ein Jahr zuvor.

Patrizia bestätigt Jahresprognose

Der Augsburger Immobilien-Investor sieht sich trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Halbjahr auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Wegen Verschiebungen von Gebühren und Erträgen sei das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten auf 57,4 Millionen Euro von 74,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gesunken. "Patrizia erwartet eine verstärkte Geschäftstätigkeit im zweiten Halbjahr 2021 mit weiteren Gebühreneinnahmen", teilte das Unternehmen mit. Deshalb werde für das Gesamtjahr weiter ein Ergebnis von 100 bis 145 Millionen Euro erwartet. Per Ende Juni verwaltete Patrizia ein Immobilien- und Infrastrukturvermögen von 48,2 (Ende 2020: 47) Milliarden Euro, größtenteils als Investment-Manager für Versicherungen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Staatsfonds, Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Hensoldts Auftragsbuch ist prall gefüllt

Großaufträge der Bundeswehr haben das Auftragsbuch des Rüstungselektronik-Hersteller Hensoldt kräftig anschwellen lassen. Insgesamt sammelte das Unternehmen im ersten Halbjahr Bestellungen im Wert von 2,1 Milliarden Euro ein, der Auftragsbestand wuchs auf den Rekordwert von gut 5 Milliarden Euro. Vor allem Systeme für den Kampfjet Eurofighter und das neue Aufklärungssystem Pegasus bringen der früheren Airbus-Tochter die Aussicht auf viel Geld und Arbeit. Im ersten Halbjahr konnte das Unternehmen seinen Umsatz steigern und seinen Verlust verringern, wie es am Mittwoch in Taufkirchen mitteilte.

Norma verdient wieder Geld

Der Autozulieferer Norma hat im zweiten Quartal von der Wirtschaftserholung und einer starken Nachfrage profitiert und die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Bei einem Umsatzanstieg um 47,1 Prozent auf 281,7 Millionen Euro erreichte das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) 36,1 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Verlust von rund 25 Millionen Euro verbucht.

Grenke läuft wieder runder

Aktien des Leasing-Spezialisten legen zu. Der Rückgang des Neugeschäfts bei Grenke hat im zweiten Quartal deutlich verlangsamt. Das Neugeschäft fiel im zweiten Quartal noch um drei Prozent, womit sich für das erste Halbjahr ein Minus von rund einem Viertel auf 1,1 Milliarden Euro ergibt, wie das Unternehmen am Mittwoch in Baden-Baden mitteilte. Die erst kürzlich angehobene Gewinnprognose für das Jahr bestätigte das Unternehmen. Wegen der Aussicht auf geringere Zahlungsausfälle bei Kunden rechnet der Vorstand um den neuen Unternehmenschef Michael Bücker im laufenden Jahr mit einem Überschuss von 60 bis 80 Millionen Euro.

1&1 baut 5G-Netz auf

Der Telekommunikationsanbieter 1&1 macht Ernst mit dem Aufbau seines 5G-Mobilfunknetzes: Gemeinsam mit dem japanischen Internetunternehmen Rakuten solle das europaweit erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz auf Basis des offenen Standards Open-Ran geschaffen werden, teilte die United-Internet-Tochter am Mittwoch in Maintal mit.

Konkret solle Rakuten die aktiven Netzbestandteile installieren und für die Gesamtperformance des Netzes verantwortlich sein. 1&1 bekomme Zugriff auf die Steuerungsplattform. Der Bau des 1&1-Netzes solle im kommenden Quartal beginnen.

United Internet wird optimistischer

Der Internet- und Mobilfunkanbieter hat nach einer regen Nachfrage in der ersten Jahreshälfte seine Umsatz- wie auch Ergebnisprognose angehoben. Es werde nun für das Gesamtjahr mit Erlösen von 5,6 Milliarden Euro statt bisher 5,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,36 Mrd) gerechnet, teilte das Unternehmen (GMX, Web.de, Versatel) aus Montabaur mit. Das Betriebsergebnis soll nun auf 1,25 Milliarden Euro steigen. Bisher waren 1,22 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,18 Mrd) angepeilt worden.

Von Januar bis Juni kletterte das Betriebsergebnis - ohne Sondereffekte durch rückwirkend günstigere Preise - um 2,1 Prozent auf 620,5 Millionen Euro, während der Umsatz um 4,4 Prozent auf knapp 2,78 Milliarden Euro zulegte. United Internet steigerte die Zahl der Kundenverträge um 520.000 auf nunmehr 26,17 Millionen.

Großauftrag der EU für Novavax

Die Europäische Kommission hat einen Kaufvertrag mit einem weiteren Hersteller von Impfstoff gegen das Coronavirus abgeschlossen. Sie habe sich im Namen der 27 EU-Länder die Lieferung von 200 Millionen Impfstoffdosen des US-Biotech-Unternehmens Novavax gesichert, erklärte die Brüsseler Behörde am Mittwoch. Voraussetzung für die Bestellung von zunächst bis zu 100 Millionen Dosen ist demnach, dass der Impfstoff von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen wird. Anschließend können die Mitgliedstaaten eine Option auf 100 Millionen weitere Dosen aktivieren, wie die Kommission weiter mitteilte. Die Lieferungen könnten sich demnach bis ins Jahr 2023 erstrecken.

Die neue Vereinbarung mit dem US-Hersteller erweitere "unser Impfstoffportfolio um einen weiteren proteinbasierten Impfstoff, der sich in klinischen Prüfungen als vielversprechend erwiesen hat", fügte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hinzu. Novavax-Papiere haussierten knapp 20 Prozent.

Novo Nordisk erhöht die Prognose erneut

Der dänische Insulinhersteller Novo Nordisk wird noch mal zuversichtlicher für 2021 und erhöht seine Jahresprognose. Wie die Dänen in Bagsvaerd am Mittwoch mitteilten, soll der Umsatz zu konstanten Wechselkursen jetzt um 10 bis 13 Prozent steigen und der bereinigte operative Gewinn um neun bis 12 Prozent. Bisher peilte das Management um Konzernchef Lars Fruergaard Jorgensen noch unter Ausklammerung von Währungseffekten ein Plus von bestenfalls zehn Prozent beim Umsatz und maximal neun Prozent beim operativen Ergebnis an.

Bereits nach dem ersten Quartal hatte der Konzern seinen Ausblick angehoben. Die Aktie der Dänen legte um mehr als fünf Prozent zu. Novo Nordisk habe im ersten Halbjahr Zuwächse in allen Therapiegebieten und Absatzmärkten erzielen können, sagte der Konzernchef laut Mitteilung. Unter anderem lieferte ein neuzugelassenes Medikament zur Gewichtsreduktion positive Effekte. Nachdem Novo Nordisk schon im ersten Quartal starke Zahlen verkündet hatte, setzt sich die Geschäftsentwicklung positiv fort. Der Konzern hat die Erwartungen der Analysten im zweiten Quartal übertroffen.

Anleger schicken Uber-Aktie auf Talfahrt

Beim Taxi-Konkurrent Uber kommen die Geschäfte nach dem Einbruch in der Corona-Pandemie wieder in Gang. Im zweiten Quartal verdoppelte das Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,9 Milliarden Dollar (3,3 Mrd Euro), wie es am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte.

Sowohl das Hauptgeschäft mit Fahrdienstvermittlungen - das vor einem Jahr weitgehend von der Pandemie lahmgelegt worden war - als auch die Liefersparte um den Essensbringdienst Uber Eats verbuchten kräftiges Wachstum. Uber gelang zudem ein Quartalsgewinn von 1,1 Milliarden Dollar, was allerdings lediglich an positiven Bilanzeffekten durch Beteiligungen am chinesischen Rivalen Didi und der Roboterauto-Firma Aurora lag. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag indes weiter mit über einer halben Milliarde Dollar im Minus und fiel damit schlechter aus als von den meisten Analysten erwartet. Das kam an der Wall Street nicht gut an: Anleger ließen Ubers Aktien nachbörslich in einer ersten Reaktion um über sechs Prozent fallen.

Toyota-Gewinn verfünffacht

Der japanische Autokonzern Toyota hat im Quartal von April bis Juni seinen Gewinn mehr als verfünffacht. Toyota verdiente knapp 898 Milliarden Yen (6,9 Milliarden Euro) - ein Rekord für dieses Quartal. Der Umsatz stieg um 72,5 Prozent auf umgerechnet 61,3 Milliarden Euro. Den Ausblick auf das Gesamtjahr wollte Toyota aber nicht anheben, der Autobauer verwies auf Unsicherheiten wie die Corona-Pandemie, den Chipmangel und die stark gestiegenen Materialpreise.

Sony profitiert von der Playstation

Die hohe Nachfrage nach seiner Playstation 5 hat die Ergebnisse des japanischen Elektronikkonzerns Sony im abgelaufenen Quartal angeschoben. Das operative Ergebnis stieg von April bis Juni um 26,3 Prozent auf 280,1 Milliarden Yen (umgerechnet 2,16 Milliarden Euro). Das lag deutlich über den Erwartungen von Analysten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. August 2021 um 07:35 Uhr.