Gut gelaunter Händler an der New Yorker Börse
Marktbericht

Weitere Bestmarken US-Märkte bleiben auf Rekordkurs

Stand: 07.07.2021 22:22 Uhr

Langsam, aber stetig geht es mit den großen US-Aktienindizes immer weiter bergauf. Auch heute wurden weitere Rekordniveaus erreicht. Die Federal Reserve konnte dieses Mal nicht überraschen.

Zur Wochenmitte haben sich die großen US-Aktienindizes weiter nach oben bewegt. Nicht spektakulär, dafür aber stetig geht es derzeit an der Wall Street nach oben. Der Leitindex Dow Jones rückte moderat um 0,3 Prozent vor auf 34.681 Punkte und bleibt damit weiter leicht unterhalb seines Rekordniveaus bei etwas über 35.000 Punkten.

Wegen zuletzt abflauender Zinsängsten sind Technologieaktien an der Street derzeit besonders gefragt. Die Nasdaq erreichte im Verlauf bei 14.755 Punkten eine neue Bestmarke, konnte diese aber nicht halten. Am Ende schloss der Composite-Index nahezu unverändert bei 14.665 Zählern. Ähnlich der Auswahlindex Nasdaq 100, der 0,16 Prozent gewann, bei 14.810 Punkten aus dem Handel ging und in der Spitze bei 14.891 Zählern lag. Der marktbreite S&P-500-Index erreichte sein Rekordhoch im Verlauf bei 4362 Punkten und schloss bei 4358 Punkten um 0,34 Prozent höher nur knapp darunter.

Die Fed denkt laut nach

Mit Spannung erwartet worden waren die Sitzungsprotokolle der jüngsten Fed-Sitzung im Juni, im Fachjargon "Minutes" genannt. Sie bewegten den Markt heute aber nicht wirklich, obwohl der zukünftige Zinskurs der Notenbank das derzeit wichtigste Thema an der Börse ist.

Denn dass die Mitglieder des mächtigen FOMC-Zinsausschusses schon eine Weile über eine mögliche Straffung der Geldpolitik nachdenken, war im Vorfeld bekannt gewesen. Angesichts des Booms nach der Corona-Krise, denkt die Fed aber zunehmend lauter darüber nach, wie und unter welchen Voraussetzungen sie die derzeitigen Anleihekäufe von 120 Milliarden Dollar anfangen will zu reduzieren.

Die Währungshüter halten es dabei im Sinne "einer umsichtigen Planung" für wichtig, sich dafür gut zu positionieren, wie aus den "Minutes" am Abend hervorging. Dies gelte beispielsweise für den Fall, dass sich die Fed den Zielen des Programms schneller nähern sollte als gedacht. "Verschiedene Teilnehmer erwarteten, dass die Bedingungen für den Beginn der Reduzierung der der Ankäufe von Wertpapieren etwas früher erfüllt sein würden, als sie bei früheren Treffen vorhergesagt hatten", heißt es im Protokolltext.

Signale für ein Zurückfahren der Käufe erwarten viele Beobachter allerdings erst für die große Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole, die Ende August wieder als Präsenzveranstaltung angeboten wird. Nach Ansicht der Notenbankerin Mary Daly könnte die Fed möglicherweise schon Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres ihre Geldspritzen verringern, im Fachjargon "Tapering" genannt.

Kaum Zinsängste derzeit

Entspannung an der Zinsfront signalisieren derzeit trotz der Gedankenspiele der Notenbanker vor allem die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen, die heute weiter sanken auf 1,32 Prozent. Auf dem Höhepunkt der jüngsten Zins- und Inflationsängste hatten sie bei über 1,7 Prozent gelegen. Am Markt herrscht die Überzeugung, dass die Fed zwar über eine restriktivere Geldpolitik zu sprechen beginnt, vor einer durchgreifenden Erholung des Arbeitsmarktes in Richtung Vorkriseniveau aber nicht tätig werden wird.

Schaukelbörse geht weiter, DAX macht wieder Boden gut

Der DAX sucht trotz der heutigen Kursgewinne weiter seinen künftigen Weg. Der Index glich heute mit einem Tagesgewinn von 1,2 Prozent auf 15.692 Zähler zwar die gestrigen Verluste wieder aus, bleibt aber im Seitwärtstrend innerhalb seiner Handelsbandbreite zwischen 15.500 und 15.700 beziehungsweise dem Rekordhoch bei 15.802 Punkten. Für mehr reicht es derzeit nicht, auch immer neue neue Rekorde in den USA helfen da nicht.

Drohende Rücksetzer beim wirtschaftlichen Aufschwung, eine nahende Straffung der Geldpolitik durch die großen Notenbanken und die wieder aufflackernde Corona-Pandemie hielten die Anleger von größeren Käufen ab, schrieben die Analysten des Research-Hauses BCA. Deutlich verschärft hat sich die Corona-Lage in Großbritannien, wo das Delta Virus vorherrschend ist. Es gab heute 32.500 Neuinfektionen, der höchste Tageswert seit Januar.

Deutsche Produktion schwächelt

Genährt wurden die heimischen Konjunktursorgen heute vom überraschenden Rückgang der deutschen Industrieproduktion. "Zwar ist der gesamtwirtschaftliche Aufschwung aufgrund von Nachholeffekten im Dienstleistungssektor bei weitem nicht gefährdet", sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. "Aber Ökonomen, die mit einer allzu optimistischen Wachstumsprognose ins Jahr zogen, werden den Rotstift ansetzen müssen."

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im Mai wegen Engpässen bei einigen Vorprodukten überraschend gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,3 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Dies war bereits der vierte Rückgang in diesem Jahr. Ökonomen hatten hingegen einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet.

HeidelbergCement und SAP an der DAX-Spitze

Unter den Einzelwerten im DAX waren besonders die Aktien von Tagessieger HeidelbergCement gefragt. Papiere von Bauunternehmen profitieren derzeit vom angekündigten billionenschweren Investitionsprogramm der neuen US-Regierung in die öffentliche Infrastruktur.

HeidelbergCement gehörten damit heute zusammen mit den beiden Vertretern der deutschen Technologiebranche, Delivery Hero und SAP, zu den größten Gewinnern. Die Bank UBS riet zum Kauf der Papiere des Zementherstellers und einzigem Bauwert im DAX. Sie erhöhte das Kursziel auf 90 Euro und sieht somit fast 25 Prozent Aufwärtspotenzial zum Xetra-Schluss am Vortag.

Auch SAP profitieren von einer positiven Analysteneinschätzung der Bank of America. Sie legen ebenfalls über vier Prozent zu und stehen damit so hoch wie seit Oktober 2020 nicht mehr. Die Walldorfer präsentieren am Mittwoch (21. Juli) ihren Zwischenbericht zum zweiten Quartal. SAP-Chef Christian Klein will zeigen, dass er mit dem nochmals verschärften Kurs beim Umstieg auf Cloudsoftware richtig gelegen hat.

Klage gegen Daimler

Im DAX gaben indessen Daimler-Papiere gegen den Trend nach. Sie verloren rund 0,7 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass dem Konzern im Skandal um manipulierte Dieselmotoren eine Musterklage durch Verbraucherschützer bevorsteht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erhob am Mittwoch nach eigenen Angaben vor dem Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) eine solche Klage, mit der grundsätzliche Fragen vorab für alle einzelnen Verfahren geklärt werden können. Konkret bezieht sich der vzbv auf knapp 50.000 Geländewagen-Modelle der Serien GLC und GLK.

Deutsche Post verdoppelt den Gewinn im zweiten Quartal

Die Deutsche Post eilt dank des boomenden Paket- und Express-Geschäfts von Rekord zu Rekord. Der Bonner Konzern konnte von April bis Juni sein operatives Ergebnis (Ebit) auf rund zwei Milliarden Euro mehr als verdoppeln, wie er am Mittwoch auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Die Post-Aktie schnellte bis auf ein Rekordhoch von 59,56 Euro hoch, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Denn: Allein im bisherigen Jahresverlauf haben die Papiere um mehr als 40 Prozent zugelegt.

Für dieses Jahr ist der Vorstand um Konzernchef Frank Appel nun noch optimistischer und erwartet jetzt ein operatives Ergebnis von mehr als sieben Milliarden Euro. Auch die Mittelfrist-Ziele schraubte er in die Höhe. Post-Aktien legten zeitweise auf ein Rekordhoch von 59,60 Euro zu. Die weltweit rund 550.000 Beschäftigten erhalten für ihre Leistungen erneut einen Corona-Sonderbonus. Jeder Vollzeit-Beschäftigte bekommt 300 Euro, die Kosten für die Einmalzahlungen summieren sich auf rund 200 Millionen Euro. Diese sind in der angehobenen Prognose bereits enthalten.

"Das zweite Quartal hat erneut bewiesen, dass sich der Welthandel weiter erholt und der E-Commerce-Boom von Dauer ist - wobei wir von beiden Entwicklungen stark profitieren", sagte Appel. Alle Sparten der Post konnten den Gewinn steigern, vor allem im Express- und Paketgeschäft lief es rund.

Ölmarkt schaut auf die OPEC+

Heftige Schwankungen durchkäuft derrzeit der Ölpreis hinter sich, der aktuell nach anfänglcihen Gewinnen ins Minus gedreht ist. Die Nordseesorte Brent hatte gestern mit 77,84 Dollar den höchsten Stand seit fast drei Jahren erreicht, gab am Abend aber wieder deutlich nach.

Belastet wurden die Ölpreise durch den auf breiter Front gestiegener US-Dollar. Ein stärkerer Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer und dämpft tendenziell die Nachfrage.

Vor allem aber gab es aber keine Signale des Ölverbundes Opec+ für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über Fördermengen. Schließlich war der Auslöser der jüngsten Berg- und Talfahrt der Ölpreise, dass die Opec+ nicht auf eine Förderstrategie für das zweite Halbjahr einigen konnte. Eine angepeilte Förderausweitung wurde aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen dem Ölgiganten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgeblasen.

Ein Grund für die erratische Preisbewegung ist, dass die Folgen des Disputs nicht klar sind. Einerseits könnte das Rohölangebot künftig zu gering ausfallen, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Andererseits ist vorstellbar, dass der Ölverbund Opec+ Schaden nimmt und sich einzelne Länder gar nicht mehr an die gemeinsame Strategie einer gedeckelten Förderung halten. In diesem Fall könnte das Angebot deutlich steigen.

Euro ringt mit der Marke von 1,18 Dollar

Am Devisenmarkt steht der Euro weiterhin unter Druck gegenüber dem US-Dollar. Am Abend kostet die Gemeinschaftswährung im US-Handel 1,1805 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auch auf 1,1831 (Dienstag: 1,1838) US-Dollar fest. Händler verwiesen auf einen zu fast allen wichtigen Währungen steigenden Dollar. Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland belasteten den Euro ein wenig. Da das Fed-Protokoll nicht wirklichg etwas Neues bracxhte, verleif der Handel ruhgig.

EZB will neue Strategie vorstellen

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Ergebnisse ihrer Strategieüberprüfung an diesem Donnerstag um 13.00 Uhr veröffentlichen. Eine Pressekonferenz mit Notenbankchefin Christine Lagarde soll dann um 14.30 Uhr stattfinden, teilte die Notenbank am Mittwoch in Frankfurt mit.

Bei der Überprüfung sollen alle Aspekte der Geldpolitik in Frage gestellt werden. Im Mittelpunkt steht die Definition des Inflationsziels. Bisher sieht die EZB Preisstabilität auf mittlere Sicht bei einer Inflationsrate "unter, aber nahe an zwei Prozent" gewährt. Viele Experten erwarten, dass die Notenbank künftig "zwei Prozent" anstreben wird. Ungewiss ist, wie stark sie ein Abweichen vom Inflationsziel akzeptieren will.

Großauftrag für Siemens-Zugsparte in USA

Siemens Mobility hat in den USA einen Rekordauftrag an Land gezogen. Mit 3,4 Milliarden US-Dollar (2,9 Milliarden Euro) ist es der größte, den die Konzernsparte je in Nordamerika erhalten hat, wie Siemens am Mittwoch mitteilte. Der Auftrag des US-Verkehrsunternehmens Amtrak umfasst demnach die Konstruktion, Herstellung und technische Wartung von 73 Zügen. Zudem gibt es eine Option zu Erweiterung des Auftrags um bis zu 140 weitere Züge. Der erste Zug soll 2024 ausgeliefert werden. Bestellt sind sowohl Hybridzüge mit Batterie als auch Zweikraftzüge, die sowohl mit Diesel als auch mit Strom fahren können. Gebaut werden sie im kalifornischen Sacramento.

BMW über Vorkrisenniveau

BMW fährt mit einem kräftigen Absatzplus im ersten Halbjahr aus der Krise. 1,34 Millionen Fahrzeuge der Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce bedeuten sowohl ein Absatzplus von 39,1 Prozent gegenüber dem von Corona gebremsten Vorjahreszeitraum als auch einen Rekordwert, wie BMW mitteilte. Zum Vorkrisenniveau aus dem ersten Halbjahr 2019 steht ein Plus von 7,1 Prozent. Treiber für die Erholung waren starke Zuwächse sowohl in China als auch in Europa und den USA.

Das Commerzbank-Filialsterben beginnt

Der Kahlschlag im Filialnetz der Commerzbank wird konkreter: Die Liste der Zweigstellen, die bundesweit geschlossen werden, steht, wie das Institut am Mittwoch bestätigte. 240 Filialen in Deutschland will die Bank noch in diesem Jahr dichtmachen, losgehen soll es im Oktober.

Das Geldhaus, das lange an seinem vergleichsweise engmaschigen Filialnetz festgehalten hatte, steuert unter dem neuen Konzernchef Manfred Knof radikal um. Bis Ende 2024 soll konzernweit die Zahl der Vollzeitstellen von etwa 39.500 auf 32.000 gedrückt werden. Das Filialnetz in Deutschland wird von 790 auf 450 Standorte fast halbiert. 2022 soll der Filialabbau im Inland abgeschlossen werden. Bankkunden nutzen zunehmend digitale Angebote, um Bankgeschäfte zu erledigen, daher streichen etliche Institute ihr Filialnetz zusammen.

Lufthansa platziert Milliarden-Emission

Die von der Corona-Krise gebeutelte Lufthansa hat sich erneut eine Milliarde Euro frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Die Anleihe bestehe aus zwei Tranchen zu je 500 Millionen Euro, teilte die im MDAX gelistete Fluggesellschaft am Mittwochabend nach Börsenschluss mit. Die erste Tranche mit einer jährlichen Verzinsung von 2,0 Prozent habe eine Laufzeit bis zum Jahr 2024. Die zweite Tranche laufe bis 2029 mit einem jährlichen Zins von 3,5 Prozent. Mit dem neu aufgenommenen Geld will die Lufthansa ihre Liquidität stärken.

Bereits im Februar hatte die Lufthansa eine Anleihe über eine Milliarde Euro bei Anlegern platziert und damit einen Teil der erhaltenen Staatshilfen zurückgezahlt. Ende März verfügte der Konzern nach eigenen Angaben über liquide Mittel von 10,6 Milliarden Euro und hatte zu diesem Zeitpunkt rund 2,5 Milliarden Euro der staatlichen Finanzhilfen genutzt. Zudem bereitet sich die Lufthansa weiter auf eine Kapitalerhöhung vor, um die erhaltenen Staatshilfen zurückzuzahlen. Vorstand und Aufsichtsrat hätten allerdings noch keine Entscheidung über Umfang und Zeitpunkt getroffen, hieß es nun.

Knorr-Bremse nicht mehr an Hella-Einstieg interessiert

Der Lkw- und Zugbremsen-Hersteller Knorr-Bremse hat sich gegen eine Mehrheitsübernahme des Autozulieferers Hella entschieden. Nach sorgfältiger Analyse würden die Möglichkeiten des Transfers von Schlüsseltechnologien und Produkten auf das eigene Angebot als nicht ausreichend zur Realisierung der erwarteten Synergien bewertet, teilte das MDAX-Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss in München mit.

Erst Ende Juni hatte das Management ein "grundsätzliches Interesse am möglichen Erwerb von rund 60 Prozent der Aktien der Hella GmbH & Co. KGaA von Mitgliedern der Gründerfamilie" bestätigt. Investoren war das allerdings sauer aufgestoßen: die Aktien büßte seither rund ein Fünftel ihres Wertes ein. Am Mittwochabend nun war Erleichterung zu spüren. Der Knorr-Bremse-Kurs stieg auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um acht Prozent.

Hellofresh expandiert in Norwegen

Im MDAX ist die Aktie des Kochboxenversenders einer der stärksten Werte. Hellofresh weitet seine Präsenz in Skandinavien aus und expandiert nach Norwegen. Mit dem Schritt will das Management seine globale Wachstumsstrategie fortsetzen. Von einer Produktionsstätte im Großraum Oslo aus wolle das Unternehmen seine Kunden vor Ort versorgen. Hellofresh wagt sich damit in einen etablierten Markt, in dem gleich eine Reihe von Unternehmen Kochboxen verkauft: So kämpfen unter anderem Godtlevert, Kokkeloren und Nettmat.no um die Gunst von kochinteressierten Kunden.

Nordex-Auftrag bestätigt

Im TecDAX legen die Papiere des Windkraftspezialisten Nordex zu. Nordex hat den finalen Zuschlag für ein Großprojekt in Australien über 923 Megawatt erhalten. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Juni über die fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen berichtet. Die Hamburger sollen für einen Windpark südwestlich von Warwick im australischen Bundesstaat Queensland 162 Turbinen liefern. Auftraggeber ist die australische Tochter von Acciona Energia, die zum spanischen Nordex-Großaktionär Acciona gehört.

Leonardo will Hensoldt-Beteiligung ausbauen

Der italienische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Leonardo will Kreisen zufolge seine Beteiligung am deutschen Rüstungselektronik-Hersteller Hensoldt über ein Viertel hinaus ausbauen. Das in Rom ansässige Unternehmen könnte seinen Anteil am SDAX-Konzern auf bis zu 40 Prozent aufstocken wollen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen. Im April hatten die Italiener bereits angekündigt, ein Aktienpaket in Höhe von 25,1 Prozent vom US-Finanzinvestor KKR kaufen zu wollen.

Damit steigt Leonardo neben der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau ohnehin schon zum großen Anteilseigner auf. Der Bund ist damit mit einer Sperrminorität von 25,1 Prozent an Bord. KKR würde nach dem Verkauf von gut 50 Prozent der Anteile noch rund 18 Prozent an Hensoldt halten.

Mats Hummels verlängert beim BVB

Fußball-Nationalspieler Mats Hummels wird seinen im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag wohl mindestens bis ins Jahr 2023 verlängern. Das berichtet die "WAZ". Der 32-Jährige, der für die EM in den Kader der Nationalmannschaft zurückgekehrt war, spielt seit 2019 wieder beim BVB. In der vergangenen Saison kam er auf 48 Pflichtspiel-Einsätze. Zudem strebe der BVB eine langfristige, wie auch immer geartete, Zusammenarbeit mit dem Abwehrspieler an.

Shell beglückt Aktionäre

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell will wegen höheres Öl- und Gaspreise mehr an seine Anteilseigner ausschütten. Ab dem zweiten Quartal sollen 20 bis 30 Prozent der Barmittel über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre gehen. Im zweiten Quartal erwartet Shell einen weiteren Rückgang der Nettoschulden aufgrund der steigenden Ölpreise. Bereits im ersten Quartal erhöhte Shell seine Dividende um vier Prozent, nachdem der Konzern einen Gewinn von 3,23 Milliarden Dollar erzielt hatte.

Logitech ersetzt Swatch im SMI, neues Rekordhoch in Zürich

Der Uhrenkonzern Swatch wird im Herbst aus dem Schweizer Standardwerte-Index SMI ausgeschlossen. Swatch werde im Börsenbarometer der 20 größten Titel des Landes durch den Computerzubehör-Hersteller Logitech ersetzt, wie die Schweizer Börse SIX am Mittwoch mitteilte. Der Entscheid sei Ergebnis der jährlichen Index-Überprüfung des Swiss Index Komitee von SIX. Swatch werde genauso wie die Online-Apotheke Zur Rose in den Index der mittelgroßen Firmen SMIM aufgenommen. Logitech und der Anlagenbauer Oerlikon seien dagegen nicht mehr Teil dieses 30 Titel umfassenden Index. Die Anpassungen erfolgten zum 20. September.

Der SMI hat am Mittwoch seine bisherige Bestmarke übertroffen bei 12.085 klar jenseits der Marke von 12.000 Punkten geschlossen. Es war ein Tagesgewinn an der Börse in Zürich von 1,01 Prozent.

Microsoft verliert Rüstungsauftrag

Nach der umstrittenen Vergabe eines milliardenschweren Cloud-Computing-Auftrags an Microsoft will das US-Verteidigungsministerium den Vertrag nun auflösen. Der seit langem verzögerte Auftrag erfülle wegen "sich verändernder Anforderungen" nicht mehr den Bedarf des Militärs, erklärte das Ministerium am Dienstag. Microsoft hatte den Zuschlag für das Geschäft Ende 2019 bekommen, obwohl lange Zeit die Sparte Amazon Web Services (AWS) des weltgrößten Online-Händlers als Favorit gegolten hatte. Amazon klagte daraufhin. Amazon-Anteilsscheine legten 4,7 Prozent zu. Die Microsoft-Aktie schloss indes kaum verändert.

Trump klagt gegen Twitter, Facebook und Google

Der amerikanische Ex-Präsident Donald Trump klagt gegen Twitter, Facebook und Google, die ihn von ihren Plattformen verbannt haben. Er fordere die rasche Wiederherstellung seiner Accounts, sagte der 75-Jährige am Mittwoch. Trump kündigte zudem an, dabei auch gegen die Chefs der Konzerne - Mark Zuckerberg, Sundar Pichai und Jack Dorsey - vor Gericht zu ziehen. Er wirft den Internetunternehmen einen Angriff auf die Redefreiheit und "illegale, verfassungswidrige Zensur" vor.

Bei Facebook soll Trump noch mindestens bis Anfang 2023 gesperrt bleiben; Twitter sieht sogar gar keinen Weg zurück für den Ex-Präsidenten. Facebook und Twitter hatten Trump im Januar bereits kurz vor dem Ende seiner Amtszeit gesperrt. Auslöser war die Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger Trumps - und dass er Sympathie für die Angreifer bekundete.

Twitter, wo Trump mehr als 80 Millionen Nutzer folgten, war für ihn bis dahin die wichtigste Kommunikationsplattform. Facebook hatte Trumps Account zunächst bis auf Weiteres gesperrt. Googles Videoplattform YouTube will Trump ebenfalls erst wieder zulassen, wenn man kein Risiko für die öffentliche Sicherheit mehr sehe, nannte aber keinen Zeitraum dafür.

Samsung erwartet über 50 Prozent mehr Gewinn

Der Elektronik-Riese Samsung erwartet dank der starken Chip-Nachfrage und anziehender Preise für das zweite Quartal 2021 einen Anstieg des operativen Ergebnisses um mehr als 50 Prozent. Der Gewinn aus den Kerngeschäften werde im Jahresvergleich um voraussichtlich 53 Prozent auf 12,5 (9,3 Milliarden Euro) steigen, teilte das südkoreanische Unternehmen am Mittwoch in seinem Ergebnisausblick mit. Die Zahlen übertreffen die Markterwartungen. Der Gewinnanstieg geht allerdings zum Teil auf einen Einmaleffekt zurück. Die Aktie des Unternehmens gab nach Bekanntgabe der Eckdaten für das zweite Quartal leicht nach. Die guten Samsung-Daten beflügeln auch die US-Technoloiebörse Nasdaq.

Bang & Olufsen enttäuscht

Die Aktien des Unterhaltungselektronik-Spezialisten Bang & Olufsen verlieren an der Börse Kopenhagen bis zu fünf Prozent. Die Halbjahreszahlen seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, jedoch enttäuschten die Margenziele, so Analyst Per Hansen von der Bank Nordnet. Der dänische Anbieter von hochpreisigen TV- und Soundsystemen peilt für 2021/22 eine operative Marge von zwei bis vier Prozent an.

Gelungener Wise-Börsengang in London

Das britische Fintech Wise hat einen Rekordbörsengang in London hingelegt. Der 2010 gegründete Zahlungsabwickler erreichte bei der Aktienplatzierung am Mittwoch einen Börsenwert von 7,95 Milliarden Pfund (rund elf Milliarden Dollar). Es war der größte Börsengang einer Technologie-Firma in der britischen Finanzmetropole. Zudem war es die erste Direktplatzierung in London.

Bei einer Direktplatzierung kommen nur die Anteile in den Handel, die bestehende Aktionäre verkaufen wollen. Es werden keine neue Aktien herausgegeben. Bislang hat sich dies noch kein anderes Unternehmen in London zugetraut. An der Wall Street gibt es diese Methode schon länge. Dort gingen etwa Spotify, Coinbase und Slack so an den Markt. Auch die Kurse der US-Zahlungsabwickler American Express, Visa und Paypal legen in New York zu.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2021 um 07:35 Uhr.