Traderin an der New York Stock Exchange
Marktbericht

Börsen auf Rekordkurs DAX stiehlt der Wall Street die Show

Stand: 12.08.2021 22:29 Uhr

In New York ging es nach zunächst flottem Start insgesamt ruhiger zu. Der US-Markt musste dieses Mal dem DAX den Vortritt lassen, der endlich auch auf den Rekordzug aufsprang.

Nach dem jüngsten Rekordlauf ging es heute an der New Yorker Aktienbörse verhaltener zu. Der Leitindex Dow Jones, der gestern auf ein neues Rekordhoch bei 35.501 Punkten gestiegen war, legte im späten Geschäft noch etwas zu und schloss noch leicht im Plus bei 35.499 Punkten. Im frühen Geschäft war der Index noch kurzzeitig bis auf 35.510 Zählern knapp über die alte Bestmarke gestiegen. Der Elan des frühen Geschäftes verflog aber danach schnell, das Tagestief lag bei 35.352 Zählern.

Eine weitere Bestmarke gab es hingegen beim marktbreiten S&P-500-Index bei 4461 Punkten. Im Index sind sowohl Standardwerte, als auch Tech-Aktien enthalten. Die alte Marke wurde damit um zwölf Punkte übertroffen, der Schlusskurs lag bei 4460 Punkten um 0,3 Prozent höher und nur knapp darunter.

Der S&P profitierte im Verlauf besonders von der Erholung der Technologieaktien. Denn im Gegenzug zum Dow legte die Technologiebörse Nasdaq wieder etwas mehr zu. Tech-Werte waren zuletzt wegen gestiegener Zinssorgen der Anleger zurückgeblieben - ohne dass es deshalb aber zu einem Ausverkauf gekommen wäre. Der Composite-Index rückte 0,35 Prozent vor auf 14.816 Punkte, der Auswahlindex Nasdaq 100 endete 0,41 Prozent besser bei 15.088 Punkten. Händler sagten, dass die Börsianer diverse Konjunkturdaten verdauen müssten.

Durchwachsene Makro-Daten

Zu denen, wie stets am Donnerstag, unter anderem die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gehören. Sie zeigten, dass sich die Erholung des US-Arbeitsmarkts vom Corona-Einbruch fortsetzt. In der vergangenen Woche ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 12.000 auf 375.000 zurück, wie das Arbeitsministerium heute in Washington mitteilte. Dies war von Volkswirten erwartet worden. Die Erstanträge gelten als Kurzfristindikator für den Arbeitsmarkt.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt der größten Volkswirtschaft der Welt verbessert sich dank eines robusten wirtschaftlichen Aufschwungs, hat aber noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht. In den Monaten vor der Pandemie wurden pro Woche nur gut 200.000 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt.

Die Erzeugerpreise, ein Vorbote der von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) besonders beobachteten Verbraucherpreise, verzeichnen derweil den stärksten Anstieg seit 2010 und senden damit deutliche Inflationssignale. Sie stiegen laut Arbeitsministerium im Jahresvergleich um 7,8 Prozent. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einer nachlassenden Dynamik und eine Steigerungsrate von nur 7,2 Prozent gerechnet, nach 7,3 Prozent im Juni.

Apple nimmt Fahrt auf

Im Dow gehörten Apple-Aktien hinter Tagessieger salesforce zu den größten Gewinnern. Die Aktien stieg 2,08 Prozent auf 148,89 Dollar. Mit diesem Zuwachs waren sie zugleich unter den Favoriten an der Nasdaq. Mehrere Analysten stellten auf eine starke Erholung der iPhone-Nachfrage in China ab. Laut Samik Chatterjee von JPMorgan weist dies darauf hin, dass Apple den Marktanteil weiter ausbaut. Mit aktuell etwas über 148 Dollar nehmen die Apple-Aktien wieder Kurs auf ihr Rekordhoch von 150 Dollar, das sie Mitte Juli erreicht hatten.

Walt Disney überzeugt

Nach Börsenschluss kamen dann noch die Quartalszahlen des Unterhaltungskonzerns Walt Disney aus dem Dow Jones, die besser ausfielen als erwartet. Der Gewinn je Aktie lag zwischen April und Juni bei 0,80 Dollar, Analysten hatten im Schnitt nur 0,55 Dollar erwartet. Die Anzahl der Abonnenten lag bei 116 Millionen, hier wurden etwas mehr als 113 Millionen prognostiziert. Die Aktie legt nachbörslich in einer ersten Reaktion bis zu fünf Prozent zu.

DAX-Anleger nehmen 16.000 Punkte ins Visier

Unter Führung des Indexschwergewichts Deutsche Telekom legte der DAX heute erneut zu und erreichte dabei den zweiten Tag in Folge eine weitere Rekordmarke. Der Index war gestern nach erleichtert aufgenommenen US-Preisdaten und nach vielen vergeblichen Versuchen über sein altes Hoch bei 15.810 Punkte geklettert - nun sucht er ein neues Bewertungsniveau.

Am Ende des Tages legte der Leitindex der Frankfurter Börse 0,7 Prozent zu und ging bei 15.937 Punkten aus dem Handel. Auf Basis der Schlusskurse war das der höchste jemals erzielte Stand. Das Verlaufshoch lag heute mit 15.964 Punkten nur knapp unter der nächsten Tausendermarke von 16.000 Zählern.

Im Mittelpunkt stand die Fortsetzung der heimischen Berichtssaison, Rückenwind kommt aber weiter auch aus den USA, wo frische Inflationszahlen am Mittwoch mit Erleichterung aufgenommen worden waren und die Rekordrally an der Wall Street nochmals angefeuert hatten.

Laut Analyst Pierre Veyret vom Broker ActivTrades machte sich Erleichterung breit, die auch noch etwas anhalten könnte. "Die Verbraucherpreise in den USA bleiben zwar hoch, die gestrigen Zahlen untermauern aber die Ansicht der Federal Reserve, dass dies ein eher vorübergehender Effekt ist", so der Experte.

Markttechnik sendet Kaufsignal

Mit seiner Rekordrally sendet der DAX auch eines der besten Kaufsignale, das die Technische Analyse zu bieten hat. Der Ausbruch auf ein neues Rekordhoch dürfte im DAX "nochmals ein neues Aufwärtsmomentum entfachen", ist Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, überzeugt.

Deutsche Telekom mit Jahreshoch

Unter den Einzelwerten im DAX war die T-Aktie nach positiv aufgenommenen Geschäftszahlen für das zweite Quartal mit Abstand der Tagessieger. Das sonst nicht als Kursrakete bekannte Papier legte rund 2,8 Prozent zu auf 18,40 Euro. Im Verlauf errechte die T-Aktie dabei bei 18,55 Euro ein neues Zwölf-Monats-Hoch.

Nach ihrer Tochter T-Mobile US hat auch die Mutter erneut ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr leicht angehoben. Für das um Leasing-Erlöse für Endgeräte und um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis rechnet der Vorstand nun mit mehr als 37,2 Milliarden Euro. Das sind gut 200 Millionen Euro mehr als bislang prognostiziert.

Neben der Telekom haben heute auch noch die DAX-Mitglieder Delivery Hero, RWE und Henkel ihre Bücher geöffnet. Deren Zahlen wurden allerdings weit weniger gnädig aufgenommen, am Ende schlossen alle Papiere im Minus. Am Indexende stehen ganz klar Delivery Hero, die über sieben Prozent abgaben. Sowohl beim Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel als auch bei dem Essenslieferdienst verpufften erhöhte Umsatzprognosen vor dem Hintergrund schlechterer Perspektiven für die Profitabilität.

Beruhigung am Devisenmarkt

Wenig Bewegung gibt es heute am Devisenmarkt. Im US-Handel wird die Gemeinschaftswährung bei 1,17334 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1739 (Mittwoch: 1,1718) Dollar etwas höher fest. Zur Wochenmitte hatte eine leichte Dollar-Schwäche dem Euro Auftrieb verliehen, nachdem die Inflation in den USA auf hohem Niveau stagnierte und nicht weiter zulegte. Zuvor war die Gemeinschaftswährung aber deutlicher unter Druck geraten.

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise geben anfängliche Gewinne wieder ab und bewegten sich kaum. Stützend wirkt die Aussage der US-Investmentbank Goldman Sachs, wonach die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus wahrscheinlich nur moderate Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft haben dürfte. Eine Feinunze Gold kostete 1752 Dollar und damit so viel wie am Vortag.

RWE profitiert von starkem Energiehandel

Der Energiekonzern RWE hat im ersten Halbjahr von einem starken Energiehandel profitiert. Das konnte Einbußen im Wind und Solargeschäft fast ausgleichen. Die Jahrhundertkälte im US-Bundesstaat Texas zum Jahresauftakt sowie unterdurchschnittliche Windverhältnisse in Nord- und Mitteleuropa führten hier zu Rückgängen. Unter dem Strich verdiente RWE 870 Millionen Euro nach 816 Millionen Euro im Vorjahr.

Kostendruck steigt bei Henkel

Für den Konsumgüterkonzern Henkel aus dem DAX wachsen nach einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg im ersten Halbjahr die Bäume nicht in den Himmel. Der Hersteller von Pritt, Persil und Loctite erwartet seinem Chef Carsten Knobel zufolge bis zum Jahresende Gegenwind durch höhere Rohstoffpreise und angespannte Lieferketten - beides werde die Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf erheblich belasten. Knobel will im Fall der Rohstoffe mit Preiserhöhungen gegensteuern. Seine Erwartungen für den organischen Umsatz schraubte Knobel für das Gesamtjahr in die Höhe, bei der Umsatzrendite ist er nun jedoch vorsichtiger. Henkel-Papiere geben nach.

Gegenwind für Allianz-Deutschland

Die Allianz hat auf ihrem deutschen Heimatmarkt einen herben Geschäftseinbruch verbucht. Im ersten Halbjahr sackte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro, wie die in Unterföhring bei München ansässige deutsche Landesgesellschaft heute mitteilte.

Hauptursache war die Lebensversicherungssparte, deren Beitragseinnahmen im Jahresvergleich um 14,2 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zurückgingen. Dort hatte die Allianz nach eigenen Angaben wegen der anhaltenden Niedrigzinsen die Konditionen bei Policen gegen Einmalbeitrag verändert. In der Schaden- und Unfallversicherung - dazu gehört unter anderem die Autoversicherung - ging der Umsatz leicht zurück.

In die Halbjahresbilanz noch nicht eingeflossen sind die Schäden des Sturmtiefs "Bernd" im Juli. Deutschlandchef Klaus-Peter Röhler und die Spitze der Landesgesellschaft erwarten Kosten von einer halben Milliarde Euro - die das Unternehmen aber nicht voll tragen muss, da ein Teil rückversichert ist. Als einzige Sparte legte der kleinste Bereich, die Krankenversicherung, leicht zu.

Adidas verkauft Reebok

Der US-Sportartikelkonzern Reebok kommt wieder in amerikanische Hände. Reebok-Eigentümer Adidas verkauft die Marke für bis zu 2,1 Milliarden Euro an das US-Unternehmen Authentic Brands, wie der fränkische Sportbekleidungshersteller am Donnerstag kurz vor Börsenschluss mittelte. Die Adidas-Aktie sprang in den letzten Handelsminuten noch an und schloss deutlich im Plus.

Der Preis ist deutlich höher als der Wert, mit dem Reebok noch in der Bilanz von Adidas steht. Ein Teil davon hängt aber vom Erfolg von Reebok in der Zukunft ab und wird später gezahlt. Authentic Brands hat sich ein Portfolio von Modemarken zusammengekauft und strebt an die New Yorker Börse. Adidas kündigte an, den Großteil des Erlöses, den man für Reebok in bar erhalte, an die Aktionäre auszuschütten. Adidas hatte Reebok 2006 für 3,8 Milliarden Dollar gekauft, im Februar aber offiziell zum Verkauf gestellt.

Umsatzsprung bei Nordex

Im MDAX war die Nordex-Aktie zeitweise der größte Gewinner, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Der Windkraftanlagenbauer hat im zweiten Quartal dank wieder anziehender Aktivitäten den Verlust deutlich reduziert. Unter dem Strich blieb nach einem dreistelligen Millionenverlust im Vorjahreszeitraum nun noch ein Minus von rund neun Millionen Euro. Der Umsatz legte um rund ein Drittel auf 1,45 Milliarden Euro zu.

Frankfurter Flughafen: Stärkster Monat seit Corona-Beginn

Der Passagierverkehr am Frankfurter Flughafen ist im Ferienmonat Juli weiter aus seinem Corona-Tief herausgekommen. Mit knapp 2,85 Millionen Passagieren erreichte das Fluggastaufkommen den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie, wie der im MDAX notierte Betreiber Fraport mitteilte. Das war mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, aber immer noch 59 Prozent weniger als vor Beginn der Krise im Juli 2019.

Gea kauft eigene Aktien

Nach Börsenschluss gab Gea ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 300 Millionen Euro bekannt. Auf Basis des derzeitigen Kursniveaus wären dies rund 7,9 Millionen eigene Aktien (entspricht rund 4,4 Prozent des derzeitigen Grundkapitals). Das Programm solle im August 2021 starten und bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Von dem genannten Gesamtvolumen seien bis zu 150 Millionen Euro für die ersten sechs Monate vorgesehen. Eine Einziehung der Papiere sei derzeit nicht geplant.

Die im MDAX enthaltene Aktie legte nachbörslich rund 2,6 Prozent zu. Gea ist ein Spezialmaschinenbauer mit Fokus auf die nahrungsmittelverarbeitende Industrie.

Corona-Krise belastet Deutsche Euroshop

Der auf Einzelhandelsobjekte spezialisierte Immobilieninvestor hat wegen Geschäftsschließungen in der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Der Umsatz sei um 6,5 Prozent auf 104,9 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 10,2 Prozent auf 70,5 Millionen Euro geschrumpft, teilte Deutsche Euroshop mit.

Das Ergebnis vor Steuern und Bewertung (EBT ohne Bewertung) sank ebenfalls um 10,2 Prozent auf 55,7 Millionen Euro. Mit dem Ende des Lockdowns sei ein wichtiger Meilenstein in Richtung einer Normalisierung des Wirtschaftslebens erreicht worden, teilte das Management mit. Auf Basis der aktuellen Situation erwartet die Deutsche Euroshop für das Geschäftsjahr 2021 daher ein operatives Ergebnis (FFO) von 1,70 bis 1,90 Euro je Aktie (2020: 2,00 Euro).

Bilfinger-Aktien enorm gefragt

Im SDAX waren Bilfinger-Aktien mit einem Kurssprung von bis zu neun Prozent zunächst der positive Ausreißer, fielen dann aber zurück. Der Industriedienstleister plant unter anderem eine Sonderdividende und weitere Aktienrückkäufe. "Alle vorgeschlagenen Maßnahmen sind im Sinne der Anleger", sagte ein Händler. Zudem seien Quartalszahlen und Ausblick besser ausgefallen als erhofft.

Bund verkauft letzte Anteile an Deutscher Pfandbriefbank

Über ein Jahrzehnt nach dem Kollaps der Münchner Skandalbank Hypo Real Estate (HRE) schließt der Bund ein Kapitel der Krisenbewältigung ab: Der Finanzmarktstabilisierungsfonds wird seine letzten Anteile an dem Nachfolgeinstitut Deutsche Pfandbriefbank (pbb) verkaufen. Das teilte die Finanzagentur des Bundes heute in Frankfurt mit.

Evotec-Aktie im Aufwind

Die Aktien von Evotec haben am Donnerstag 4,4 Prozent fester bei 40,44 Euro geschlossen und waren damit Spitzenreiter im MDAX. Am Nachmittag waren die Papiere des Biotechunternehmens auf den höchsten Stand seit einem "Short-Sqeeze-Ausreißer" im Januar 2021 gestiegen. Auf Schlusskursbasis erreichten Evotec an diesem Donnerstag sogar das höchste Niveau seit dem Jahr 2000.

Das Papier befindet sich seit einiger Zeit auf einem Höhenflug. So legte der Kurs seit Ende 2019 um zirka 75 Prozent zu - damit zählt die Aktie in diesem Zeitraum zu den stärksten MDAX-Titeln. Über fünf Jahre gesehen liegt Evotec mit einem Kursplus von mehr als 800 Prozent sogar an der Spitze der aktuell im MDAX gelisteten Werte. Am Mittwoch hatte der Wirkstoffforscher Halbjahreszahlen vorgelegt und seine Ziele für dieses Jahr und die folgenden bestätigt.

Die Experten von Warburg Research blieben bei ihrer Kaufempfehlung. Das erste Halbjahr habe den Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Christian Ehmann in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

BioNTech mit Gegenbewegung

Jenseits der großen Indizes ziehen BioNTech an. Tags zuvor waren BioNTech- und Moderna-Aktien noch massiv unter Druck geraten, nachdem bekannt wurde, dass die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) aktuell prüft, ob aufgetretene seltene Symptome nach der Verabreichung von mRNA-Impfstoffen gegen Covid-19 als Nebenwirkung eingestuft werden sollen. Das nutzten viele Anleger bei den heißgelaufenen Titeln als Anlass für Gewinnmitnahmen.

TUI rechnet mit weniger Sommergeschäft

Der weltgrößte Reisekonzern TUI rechnet nach einem weiteren Verlustquartal mit einem schwächeren Sommergeschäft als bislang. Das Reiseangebot in den wichtigsten Urlaubsmonaten soll jetzt nur noch 60 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 erreichen, wie der vom deutschen Staat gestützte Konzern bei Vorlage der Zwischenbilanz mitteilte. Im Mai hatte Konzernchef Fritz Joussen noch 75 Prozent angepeilt.

Gewinnsprung bei Zurich-Versicherung

Der Schweizer Allianz-Konkurrent Zurich Insurance Group ist zurück auf der Erfolgsspur. Ein starkes operatives Geschäft und geringere Zahlungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie konnten im ersten Halbjahr höhere Schadenaufwendungen für Naturkatastrophen mehr als ausgleichen. Unter dem Strich stand mit 2,19 Milliarden Dollar 86 Prozent mehr Gewinn als im gleichen Zeitraum 2020. Im Vorjahr hatten hohe Schadenzahlungen in Zusammenhang mit der Viruspandemie das Ergebnis gedrückt.

"Die Gewinne befinden sich wieder auf dem Niveau von 2019, in dem wir das beste Halbjahresergebnis seit einem Jahrzehnt verzeichneten", sagte Konzernchef Mario Greco. In der zweiten Jahreshälfte dürften jedoch die Folgen der Unwetter im Juli das Ergebnis belasten. Das Tiefdruckgebiet "Bernd" hatte in Deutschland und anderen Teilen Europas schwere Schäden angerichtet.

Tesla-Chef Musk wieder in Berlin

Elon Musks Flugzeug sei auf dem Flughafen Berlin/Brandenburg gelandet, meldete der Twitter-Account "Elon Musk's Jet". Später teilte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach auf Twitter mit, er habe ein "sehr entspanntes abendliches Treffen" mit Musk und Ministerpräsident Dietmar Woidke gehabt. Musk hat bereits mehrmals das im Bau befindliche Produktionswerk in Grünheide besucht, Einstellungsgespräche geführt und dort übernachtet.

Musk habe deutlich gemacht, wie wichtig ihm die Einhaltung des engen Zeitplans sei, sagte Steinbach am Donnerstag. In Grünheide will das Unternehmen rund 500.000 Autos im Jahr bauen. Ursprünglich sollte die Produktion im Juli beginnen, inzwischen steht aber das Jahresende als Termin im Raum. Die Verzögerung geht unter anderem auf eine Ergänzung des Antrags auf Genehmigung zurück. In Grünheide soll auch eine Batteriefabrik entstehen. Am Freitag will Unionskanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet die Baustelle der "Tesla-Gigafactory" besuchen. Dabei wird er auch Musk treffen, wie Laschet am Donnerstag ankündigte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. August 2021 um 07:35 Uhr in der Börse.