Händler an der NYSE
Marktbericht

Deutliche Kursgewinne US-Börsen in guter Form

Stand: 07.07.2022 22:05 Uhr

Die amerikanischen Aktienindizes verbuchten heute deutliche Kursgewinne. Besonders stark ging es bei Technologieaktien nach oben. Für Kauflaune bei den Anlegern sorgten weniger Sorgen vor steigenden Zinsen.

Der Dow-Jones-Index legte 1,1 Prozent auf 31.384 Punkte zu. An der Technologiebörse Nasdaq ging der Composite-Index bei 11.621 Punkten aus dem Handel, ein Plus von 2,3 Prozent.

Auftrieb gab es durch positiv gewertete Aussagen zur US-Geldpolitik. Außerdem hellten Hoffnungen auf einen Wachstumsschub beim Handelspartner China und ermutigende Geschäftszahlen des Elektronik-Konzerns Samsung die Stimmung auf.

Die amerikanische Notenbank Fed hatte gestern für Ende Juli eine weitere Zinserhöhung um einen halben oder Dreiviertel Prozentpunkt signalisiert. Für Anleger sei dies eine Erleichterung, da einige Vertreter der Fed zuvor eine Anhebung um einen vollen Prozentpunkt ins Gespräch gebracht hatten, hieß es. Sollten die Inflationsdaten kommende Woche zurückgehen, werde der Schlüsselsatz voraussichtlich nur um 0,5 Prozentpunkte angehoben, hieß es am Markt.

China schiebt die Wirtschaft an

Unterstützung brachte unter anderem die Hoffnung auf eine Wachstumsschub beim wichtigen Handelspartner China. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg will die chinesische Regierung lokalen Behörden erlauben, zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten zusätzliche Anleihen im Volumen von 220 Milliarden Dollar auszugeben.

Hoher Gewinn bei Samsung

Der südkoreanische Technologieriese Samsung Electronics hat dank der hohen Nachfrage nach Speicherchips im zweiten Quartal den höchsten Gewinn seit vier Jahren eingefahren. Von April bis Juni sei das Betriebsergebnis um elf Prozent auf 14 Billionen Won (umgerechnet 10,56 Milliarden Euro) geklettert, teilte der weltgrößte Speicherchip-Anbieter mit.

Euro weiter Richtung Parität

Am Devisenmarkt tendierte der Euro nach einer kurzen Erholungsphase erneut schwächer und fiel bis auf 1,0144 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Ein wichtiger Grund für die grundsätzliche Schwäche der Gemeinschaftswährung gilt der zögerliche Kampf der EZB gegen die hohe Inflation.

Britisches Pfund leicht erholt

Daneben blickten Investoren nach London, wo Premierminister Boris Johnson nach einer Serie von Skandalen seinen Rücktritt angekündigt hat. "Das unbewegliche Objekt weicht endlich der unwiderstehlichen Kraft der Minister-Rücktritte", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Das Pfund Sterling wertete gegenüber vielen anderen wichtigen Währungen etwas auf.

Europas Erdgaspreise steigen weiter

Erdgas in Europa wurde auch heute teurer. Am niederländischen Gashandelspunkt TTF kostete ein Megawattstunde für die kommenden sechs Monate zwischen 180 und 190 Euro. Das waren gut 15 Euro mehr als gestern und ungefähr doppelt so viel wie vor einen Monat.

Vonovia will weniger Gas verbrauchen

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia will Gas sparen und reduziert dazu nachts die Heizungsleistungen in zahlreichen seiner Wohnungen. Das Unternehmen will die Heizungsleistung zwischen 23 und 6 Uhr auf 17 Grad Celsius begrenzen. Tagsüber und in den Abendstunden könnten die Mieter weiter wie gewohnt heizen.

Kursgewinne in Frankfurt

Ähnlich wie in Amerika herrschte auch am deutschen Aktienmarkt eine gute Stimmung. Der DAX ging bei 12.843 Punkten aus dem Handel - ein Gewinn von knapp zwei Prozent. Damit können die Anleger erneut auf einen starken Handelstag zurückblicken, denn bereits gestern hatte der deutsche Leitindex 1,6 Prozent auf 12.595 Punkte zugelegt.

Autoaktien sehr gefragt

Im DAX führte der Automobilsektor die Aufwärtsbewegung an. Auf den ersten vier Plätzen lagen Titel aus der Branche. Die Kursgewinne dürften nicht zuletzt eine Reaktion auf die hohen Verluste der vergangenen Wochen gewesen sein.

Volkswagen baut Batteriefabrik

Volkswagen treibt mit der Grundsteinlegung für seine erste Batteriefabrik in Salzgitter den Umstieg auf Elektroautos voran. "Künftig nehmen wir alle relevanten Felder in die eigenen Hände und sichern uns damit einen strategischen Wettbewerbsvorteil im Rennen um die Spitze der E-Mobilität", erklärte VW-Technik-Chef Thomas Schmall im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

Logistik-Unternehmer Kühne größter Lufthansa-Aktionär

Der Logistik-Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne ist nach einer Anteilsaufstockung nun größter Aktionär der Lufthansa. Seine Gesellschaft Kühne Aviation (KA) hält mittlerweile 15,01 Prozent an der Fluggesellschaft. Damit hat Kühne den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik Deutschland als größten Anteilseigner abgelöst.

Uniper-Aktie stark erholt

Die Aussicht auf eine höhere Beteiligung des Bundes als bislang gedacht gab Uniper Auftrieb. Die Aktien des wegen der Gaskrise in Not geratenen Versorgers legten deutlich zu. Laut einem "Handelsblatt"-Bericht denkt die Regierung über eine Beteiligung von 30 Prozent und nicht nur von 25 Prozent nach.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 07. Juli 2022 um 09:13 Uhr.