Händler an der New Yorker Börse | picture alliance / ASSOCIATED PR
Marktbericht

Weiter nach oben Dow und Nasdaq auf Rekordkurs

Stand: 02.11.2021 21:49 Uhr

Die US-Börsen haben ihre Gewinnserie einen Tag vor der Zinsentscheidung der Notenbank Fed fortgesetzt. Für Aufsehen bei Anlegern sorgte wieder einmal Tesla.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,4 Prozent auf 36.052 Punkte und überbot damit seine bisherige Bestmarke um rund 50 Zähler. Auch der breit gefasste S&P 500 und der Nasdaq 100 legten jeweils 0,4 Prozent zu und erreichten neue Rekordhochs.

Der Start in den neuen Börsenmonat darf damit als gelungen gelten. Statistisch gesehen haben mit dem Monat November die sechs besten Börsenmonate begonnen, eine Entwicklung die häufig auch mit dem Begriff "Jahresendrally" zusammengefasst wird, der dann zu Beginn eines jeden neuen Jahres häufig in eine "Neujahrsrally" übergeht.

An den US-Börsen hatte der Handel auch heute bereits eine Stunde "früher" als gewohnt um 14.30 Uhr deutscher Zeit begonnen. Denn in den USA ist immer noch Sommerzeit. Erst am kommenden Wochenende werden die Uhren jenseits des Atlantiks eine Stunde zurückgestellt. Entsprechend endete der Handel bereits um 21 Uhr.

Augen auf die Fed

Einige Fragezeichen bleiben dennoch. Morgen werden die amerikanischen Währungshüter ihre Ergebnisse bekannt gegeben. "Es ist mittlerweile Konsens, dass die Fed morgen ihren Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik verkünden wird", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Börsen erwarteten einen konkreten Fahrplan für das so genannte Tapering, also die Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt, dass die Fed noch in diesem Jahr damit beginnt.

Eine straffere Geldpolitik gilt eigentlich als Gift für die Aktienmärkte. Allerdings hatten die Marktteilnehmer in den vergangenen Monaten genug Gelegenheit sich gedanklich auf entsprechende Schritte der Fed einzustellen.

"Die Fed ist sehr gut darin, den Leuten im Vorhinein zu sagen, was sie tun wird", sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane. In dieser Hinsicht seien keine Überraschungen zu erwarten.

Der Euro entfernte sich im Vorfeld etwas von der Marke von 1,16 US-Dollar.

Musk: Noch kein Vertrag mit Hertz unterschrieben

Die Pläne des Autovermieters Hertz, 100.000 Elektroautos von Tesla zu kaufen, sind nach Aussage von Elon Musk noch nicht endgültig vertraglich vereinbart. Der Tesla-Chef machte die überraschende Klarstellung in einem Tweet in der vergangenen Nacht.

Hertz bekräftigte daraufhin, man habe eine anfängliche Bestellung für 100.000 Wagen abgegeben. "Die Auslieferung der Teslas hat bereits begonnen", sagte ein Sprecher. Die Tesla-Aktie geriet unter Druck.

BioNTech mit Pfizer-Booster

Die Anteilsscheine von BioNTech machten einen Satz nach oben. Hintergrund war eine optimistische Prognose zum Impfstoffumsatz des US-Partners Pfizer. 2021 dürften die Impfstofferlöse bei 36 Milliarden Dollar liegen, so Pfizer. Bislang hatte der Konzern 33,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Wieder Kurssprung bei Novavax

Die Fantasie für eine baldige Zulassung eines ersten proteinbasierten Corona-Impfstoffs durch das US-Unternehmen Novavax trieb dessen Aktien weiter erheblich an. Zu Wochenbeginn hatten die Amerikaner mitgeteilt, nach dem Zulassungsantrag in Großbritannien und Australien nun auch die nötigen Unterlagen bei den Behörden in Europa und Kanada eingereicht zu haben.

Facebook lenkt ein

Facebook schafft die Gesichtserkennung weitgehend ab. Der erst vor kurzem umbenannte Mutterkonzern Meta begründete den Schritt mit Datenschutzbedenken. Auch die zur Gesichtserkennung nötigen Daten von mehr als einer Milliarde Nutzer würden gelöscht. "Es gibt viele Bedenken über den Platz von Gesichtserkennungstechnologie in der Gesellschaft, und die Regulierungsbehörden sind immer noch dabei, klare Regeln für ihre Verwendung aufzustellen", erklärte Meta.

Dupont mit neuer Strategie

Der US-Spezialchemiekonzern Dupont will sein Geschäft neu ausrichten. Der Konzern kauft den Spezialisten für Elektronikmaterialien Rogers für 5,2 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2022 abgeschlossen sein. Die Kartellbehörden und die Rogers-Aktionäre müssen noch zustimmen. Zudem will der Konzern einen großen Teil seiner auf Materialien für die Autoindustrie spezialisierte Einheit Mobility & Materials veräußern.

Under Armour traut sich mehr zu

Der Sportartikelhersteller Under Armour hat seine Prognose für das laufende Jahr dank guter Geschäfte im dritten Quartal erneut erhöht. So dürfte der Umsatz um etwa 25 Prozent steigen, teilte das Unternehmen heute in Baltimore mit. Zuvor hatte Under Armour ein Plus im niedrigen 20-Prozent-Bereich in Aussicht gestellt. Der Gewinn soll ebenfalls stärker ausfallen als geplant.

DAX visiert die 16.000 an

Während des Handels in Deutschland hatte der DAX bis Handelsschluss 0,9 Prozent auf 15.954 Punkten zugelegt. Mit einem Stand von 15.960 lag das Tageshoch noch etwas darüber. Damit notierte der wichtigste deutsche Aktienindex sogar so hoch wie seit Anfang September nicht mehr und gewann damit seit seinem Oktober-Tief mehr als 1100 Punkte hinzu. Das Allzeithoch von Mitte August mit einem Stand von 16.030 Zählern ist damit nur noch weniger als ein Prozent entfernt.

HelloFresh mit Kurssprung

An der DAX-Spitze schnellte die HelloFresh-Aktie um 17 Prozent in die Höhe. Der Kochbox-Versender traut sich erneut mehr zu und hebt die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Der DAX-Neuling rechnet jetzt währungsbereinigt mit einem Erlösplus zwischen 57 und 62 (bisher 45 bis 55) Prozent.

Marktbeobachter führten den rasanten Anstieg auf einen "Short Squeeze" zurück. Einige Anleger hätten nach den Quartalszahlen offenbar ihre Wetten auf einen weiteren Kursverfall auflösen müssen. HelloFresh hatten in den vergangenen fünf Tagen fast zwölf Prozent an Wert verloren.

Siemens empfohlen

Im DAX gehörten die Aktien des Siemens-Konzerns zu den stärksten Werten. Unterstützung gab es durch einen positiven Kommentar des Investmenthauses Jefferies. Jefferies-Analyst Simon Toennessen traut den Papieren in den kommenden Monaten einen Anstieg auf 190 Euro zu und rät weiter zum Kauf.

Fresenius für 2021 optimistischer

Auch Fresenius-Aktien waren überdurchschnittlich gefragt. Der Gesundheitskonzern hebt nach dem dritten Quartal nochmals seine Wachstumsziele für das laufende Jahr an. Der Umsatz soll nun im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen statt wie bisher angepeilt im niedrigen bis mittleren Bereich. Das bereinigte Konzernergebnis wird am oberen Rand der Prognosespanne erwartet, die ein Plus im niedrigen einstelligen Bereich vorsieht.

FMC will Kosten senken

Die Fresenius-Tochter FMC will ihr Betriebsmodell vereinfachen und so deutlich Kosten sparen. Der Dialyse-Spezialist erwartet eine Senkung der jährlichen Kostenbasis um 500 Millionen Euro bis 2025. Allerdings würden dafür auch Einmalinvestitionen von rund 450 bis 500 Millionen Euro fällig.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. November 2021 um 16:00 Uhr.