Ein Kind wird geipmft | picture alliance / Laci Perenyi

Wettrennen um Zulassung Kommt bald der Impfstoff für Kinder?

Stand: 10.09.2021 14:11 Uhr

Der Pharmakonzern BioNTech wird demnächst den Einsatz seines Corona-Impfstoffs für jüngere Kinder beantragen – in niedrigerer Dosis. Die Produktion wird bereits vorbereitet.  

Wenn es nach BioNTech-Mitgründerin und Medizin-Vorständin Özlem Türeci geht, könnten schon ab Mitte Oktober die ersten Kinder unter zwölf Jahren in Deutschland mit dem BioNTech-Mittel geimpft werden. Türeci sagte dem "Spiegel": "Wir werden schon in den kommenden Wochen weltweit den Behörden die Ergebnisse aus unserer Studie zu den Fünf- bis Elfjährigen vorlegen und eine Zulassung des Impfstoffes für diese Altersgruppe beantragen, auch hier in Europa." Der Impfstoff sei derselbe, aber niedriger dosiert. "Wir bereiten bereits die Produktion vor", so Türeci.

Die entsprechenden Studienergebnisse liegen demnach vor und müssten nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. "Es sieht gut aus, alles läuft nach Plan", bestätigte auch Türecis Ehemann, BioNTech-Mitgründer und -Chef Ugur Sahin. Damit könnte die Zulassung etwas schneller kommen als gedacht. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hatte unlängst einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren erst zum Jahresende prognostiziert. Aber BioNTechs Pläne reichen ohnehin schon weiter: Bis Ende des Jahres würden auch die Studiendaten zu den jüngeren Kindern ab sechs Monaten erwartet.

Milliardenumsätze winken

Im Wettlauf um die schnellste Zulassung des Impfstoffes für Kinder zwischen fünf und elf ist auch der Pharmakonzern Moderna im Rennen. Klinische Studien laufen in den USA derzeit sowohl bezüglich des Pfizer/BioNTech-, als auch des Moderna-Impfstoffes. Zuvor war es zu Verzögerungen gekommen, weil die FDA sowohl bei BioNTech, als auch bei Moderna mehr Kinder als Studienteilnehmer gefordert hatte.

Kinder würden im späten Herbst oder frühen Winter geimpft werden könnten, hatte der Immunologe und Berater von US-Präsident Joe Biden, Anthony Fauci, dem US-Sender NBC gesagt. Bei jüngeren Kindern könnte es etwas länger dauern, weil die Altersgruppen von zwei bis fünf und von sechs Monaten bis zwei Jahren separat geprüft werden. Auch der Konkurrent Johnson & Johnson arbeitet an einem Impfstoff, hat aber einige Wochen Rückstand.

Milliardenumsätze durch Impfdosen

Für die Pharmaunternehmen würde die Erweiterung der Zulassung die Aussicht auf weitere Umsätze in Milliardenhöhe bedeuten. Analysten schätzen, dass BioNTech und Moderna für die Jahre 2021 und 2022 bereits Lieferverträge in einem Volumen von mehr als 60 Milliarden Dollar abgeschlossen haben. Sie würden die ursprünglich erforderlichen zwei Impfdosen umfassen, in die Berechnung seien aber auch bereits potenzielle sogenannte Booster-Impfungen eingegangen.

Für das Jahr 2023 erwarten Fachleute noch einmal rund 6,6 Milliarden Dollar Umsatz für BioNTech; Moderna wird ein Umsatz von 7,6 Milliarden prognostiziert, überwiegend durch Booster-Impfungen. In diesen Schätzungen sind die Mehreinnahmen durch die nun erweiterte Bevölkerungsgruppe also nicht enthalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. September 2021 um 12:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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BILD.DirEinDuHättestEineMeinung 10.09.2021 • 18:02 Uhr

...ttestEineMeinung @10. September 2021 um 17:52 von saschamau

" @16:15 von v0ll_Panik >> Kinder haben in aller Regel ein Top >> Immunsystem. Haben Sie für diese Behauptung auch irgendeinen Beleg? -.-" [sic!] Wozu Belege? Das wissen doch nun wirklich ALLE Eltern - dass Kinder praktisch nie krank werden.