Jens Spahn und Anja Karliczek | obs

Coronavirus-Forschung Bund fördert Entwicklung von Covid-Medikamenten

Stand: 06.09.2021 14:37 Uhr

Der Bund will mehrere Projekte zur Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 mit rund 150 Millionen Euro unterstützen. Forschungsministerin Karliczek hofft "im Idealfall" auf erste bedingte Zulassungen im kommenden Jahr.

Das Bundesgesundheits- und das Bundesforschungsministerium wollen mehrere Projekte mit rund 150 Millionen Euro fördern, die an der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 arbeiten. Konkret geht es um Projekte der deutschen Firmen AdrenoMed, Apogenix, Atriva Therapeutics, Corat Therapeutics und InflaRX.

"Wir sind optimistisch, dass am Ende der Prüfungen tatsächlich wirksame Medikamente stehen, die dann zugelassen werden können", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Das Coronavirus werde bleiben. "Und wir werden Medikamente benötigen, um an Covid-19 erkrankte Menschen zu behandeln. Deshalb steht neben der Frage, die Pandemie in den Griff zu bekommen, die Frage nach weiterer Medikamentenforschung für uns im Mittelpunkt", sagte Karliczek.

Projekte in fortgeschrittener klinischer Entwicklung

Das Ministerium wolle Karliczek zufolge Projekte unterstützen, die sich bereits in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung befänden und bis zur Zulassung gefördert werden sollten. Geplant sind Studien sowohl mit mittelschwer als auch mit schwer bis hin zu kritisch erkrankten, beatmeten Patienten.

Es gehe um die Erforschung und Entwicklung sogenannter antiviraler Medikamente, die das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern, um Arzneimittel, die einen schützenden Einfluss auf die Lungenfunktion hätten oder auch um Medikamente, die überschießende Immunreaktionen dämpften. Einige der Medikamente sind Karliczek zufolge bereits für Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht worden. Sie sollen zudem mit einem anderen Wirkmechanismus als die bisher eingesetzten Arzneien Remdesivir und Dexamethason arbeiten.

Einsatz-Zeitpunkt der Medikamente noch offen

Wann diese Medikamente zur Verfügung stehen, ist noch offen und hängt von deren Wirksamkeit in den klinischen Studien ab. "Einige der Vorhaben planen im Idealfall eine bedingte Zulassung, die womöglich schon im kommenden Jahr gültig werden könnte", sagte Karliczek.

Ziel der Förderung ist auch der Aufbau und die Ausweitung von Herstellungskapazitäten in Deutschland. Für die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen hatte der Bund im vergangenen Jahr ein Sonderprogramm im Volumen von bis zu 750 Millionen Euro aufgesetzt, mit dem die Biotechunternehmen BioNTech, CureVac und IDT Biologika gefördert wurden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. September 2021 um 13:00 Uhr.