Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann überreichen dem Fotografen Sebastião Salgado den Friedenspreis. | Bildquelle: REUTERS

Friedenspreis für Salgado "Meine Sprache ist das Licht"

Stand: 20.10.2019 15:39 Uhr

Erstmals hat ein Fotograf den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten: Sebastiao Salgado thematisiert vor allem Natur- und Klimaschutz. Seine Mission sei, "Licht auf Ungerechtigkeit zu werfen", sagte der Brasilianer.

Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado ist weltweit bekannt für seine Werke. Dafür bereiste er die entlegendsten Orte auf der Welt und bildete sie ab. Was ihn jedoch ausmacht: "Andere Fotografen sind ein paar Tage in einem Krisengebiet, oder nur für ein paar Stunden. Salgado hat oft Monate zugebracht, um die Menschen dort kennenzulernen", sagte Regisseur Wim Wenders. Dieser hatte den Fotografen im Jahr 2014 in seinem Dokumentarfilm "Salz der Erde" porträtiert.

Fotograf Sebastio Salgado erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
tagesthemen 22:45 Uhr, 20.10.2019, Alex Jakubowski, HR

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Fotograf als wichtiger Zeuge

Der Fotograf gilt aufgrund seiner Arbeit als Zeuge wichtiger Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte weltweit. Er dokumentierte in Fotoreportagen internationale Konflikte, Kriege und ihre Folgen, Hungersnöte, Vertreibung und Leid. Auf seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigt er unter anderem brennende Ölfelder in Kuwait, den Völkermord in Ruanda oder die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Goldminen.

Zu seinen bekannten sozialfotografischen Werken zählen "Arbeiter", "Migranten" und "Afrika". Zuletzt widmete er sich verstärkt der Naturfotografie: Im Großprojekt "Genesis" nahm er auf der ganzen Welt fast ein Jahrzehnt lang unberührte Landschaften und ihre Tiere auf.

Hilfsorganisationen wie UNICEF, Ärzte ohne Grenzen oder Amnesty International arbeiteten mit Salgado ebenfalls zusammen - er unterstütze ihre Kampagnen, indem er seine Fotografien zur Verfügung stellte. Der 75-Jährige sagte in seiner Dankesrede, mit dem Preis werde sein Einsatz "für die Förderung pazifistischer Ideen gewürdigt". Es sei seine Mission, "Licht auf Ungerechtigkeit zu werfen". Das bestimme seine Arbeit als "Sozialfotograf".

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Exodus - Fotografien von Salgado (26.07.2014)

Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke sind weltberühmt; 300 davon wurden 2014 vom Focke-Museum in Bremen ausgestellt. Eine Auswahl hier.

Der Fotograf Sebastião Salgado

Bittere Armut, unwirtliche Gegenden und atemberaubende Landschaften: Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado hat für seine Bilder die entlegensten Winkel der Erde bereist. Im Jahr 2014 zeigte das Focke-Museum in Bremen 300 seiner berühmten Schwarz-Weiß-Fotografien. | Bildquelle: AFP

Entwicklungsprojekte in Afrika

Salgado wurde 1944 im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren und wuchs auf einer Rinderfarm auf. Aufgrund seines Einsatzes gegen die Militärdiktatur emigrierte er mit seiner Frau Lelia im Jahr 1969 nach Paris. In den 1970er-Jahren betreute Salgado als Ökonom Entwicklungshilfeprojekte in Afrika. Doch er gab seinen Beruf 1973 auf, um sich ganz der professionellen Fotografie zu widmen.

Anfang der 1990er-Jahre kehrte die Familie nach einer seelischen Krise nach Brasilien zurück. Dort gründeten sie auf einem Landstück das gemeinnützige "Instituto Terra", welches 1998 in ein Naturschutzgebiet umgewandelt wurde. Seitdem wurden darauf etwa 2,5 Millionen Bäume gepflanzt, um den Regenwald wieder aufzuforsten. Heute leben Salgado und seine Frau - eine Architektin - abwechselnd zwischen Brasilien und Paris. Das Paar hat heute zwei erwachsene Söhne.

Die Szene des Dokumentarfilms "Das Salz der Erde" von Wim Wenders zeigt den brasilianischen Fotografen Sebastiao Salgado beim Fotografieren der Yali in Papua (undatierte Filmszene).
galerie

In dem Dokumentarfilm "Salz der Erde" aus dem Jahr 2014 wird die Arbeit von Salgado durch Regisseur Wim Wenders porträtiert.

Für seine vier Jahrzehnte lange Arbeit als Fotograf wurde der Brasilianer bereits vielfach ausgezeichnet: Der World Press Photo Award wurde ihm 1985 verliehen, im Jahr 1994 erhielt er den Grand Prix National de la Photographie und 1998 den Prinz-von-Asturien-Preis.

Sein Kampf für Gerechtigkeit und Frieden wurde nun mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Verwirklichung des Friedensgedankens

Der Börsenverein des deutsche Buchhandel verleiht den Friedenspreis an seit 1950 an Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland. Er ist mit 25.00 Euro dotiert und zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen des Landes. Die Ehrung geht an Menschen, die vor allem auf den Gebieten Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Preisträger der vergangenen fünf Jahre waren:

- 2018: die deutschen Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann

- 2017: die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood

- 2016: die deutsche Publizistin Carolin Emcke

- 2015: der deutsche Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani

- 2014: der amerikanische Schriftsteller und Digitalpionier Jaron Lanier

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Oktober 2019 um 12:00 Uhr.

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