Christiane Hörbiger | picture alliance/dpa
Nachruf

Trauer um Christiane Hörbiger Die "Grande Dame" ist tot

Stand: 30.11.2022 18:15 Uhr

Sie war eine der beliebtesten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum, spielte in Serien, Filmen und am Theater. Vielfach ausgezeichnet ist Christiane Hörbiger nun im Alter von 84 Jahren in Wien gestorben.

Von Oliver Soos, ARD-Studio Wien

Christiane Hörbiger wurde 1938 in Wien als Tochter des berühmten Schauspieler-Ehepaars Paula Wessely und Attila Hörbiger geboren. Doch die Mutter hatte zunächst andere Pläne für ihre Tochter als den Schauspielberuf: Hörbiger sollte eigentlich Konditorin werden: "Ich weiß nicht, ob es die noch gibt, die Konditorei Janele. Dort hatte meine Mutter für mich schon eine Lehrstelle bereitet. Aber mit meinem Vater bin ich dann nach Hersfeld gefahren, der hat dort den 'Jedermann' gespielt, soweit ich weiß. Und dann haben die mich dort entdeckt", erinnerte sich Hörbiger einmal.

Oliver Soos ARD-Studio Wien

Es begann also in der hessischen Provinz, bei den Theaterfestspielen in Bad Hersfeld. 1955 hatte Hörbiger dann ihren ersten Film-Auftritt in "Der Major und die Stiere" von Regisseur Eduard von Borsody. Danach begann sie eine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien - und brach sie aber wieder ab, weil sie schon für den nächsten Film engagiert wurde: "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe".

Im Schatten der berühmten Eltern

Allerdings hatte sie es nicht leicht als Anfang 20-jährige Schauspielerin, weil sie immer wieder mit ihren berühmten Eltern verglichen wurde. Bei ihren Auftritten im Wiener Burgtheater gab es immer wieder schlechte Kritiken. Und die nahm sie sich teilweise sehr zu Herzen, erzählte sie später dem ORF. Es sei schon ein hart gewesen, als über sie geschrieben wurde: "'Die Rolle der Julia spielt die unbegabte Tochter der Paula Wessely'. Das muss man erst verkraften. Da bin ich mit meinem Auto - ich weiß es noch genau - neben der Hofreitschule in so eine schmale Gasse eingebogen und habe bitterlich geweint."

Ihre Bestimmung: Der Film

Später trat sie vermehrt im Fernsehen auf: Von 1965 bis 1970 als Christl Müller in der ARD-Serie "Donaugeschichten", an der Seite von Willy Millowitsch. Einem größeren Publikum bekannt wurde sie als Gräfin von Guldenburg in der ZDF-Serie "Das Erbe der Guldenburgs".  

Die österreichische Schauspielerin Christiane Hörbiger und weitere Hauptdarsteller der ZDF-Serie "Das Erbe der Guldenburgs". | picture alliance/dpa

Spätestens mit der ZDF-Serie "Das Erbe der Guldenburgs" wurde Christiane Hörbiger einem Millionenpublikum bekannt. Bild: picture alliance/dpa

1992 spielte Hörbiger an der Seite von Götz George und Uwe Ochsenknecht in "Schtonk!" mit. Die Filmsatire um die Hitlertagebücher von Helmut Dietl bekam eine Oscar-Nominierung als bester ausländischer Film. Hörbiger erhielt für ihre Rolle als Nichte von Hermann Göring glänzende Kritiken. Doch sie hatte auch eine bedeutende Theaterkarriere und war fast 20 Jahre am Schauspielhaus Zürich engagiert, wo sie große klassische Rollen übernahm, wie die Elisabeth in Schillers "Maria Stuart".

Hörbiger war eine der beliebtesten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum. Sie starb am Mittwoch im Alter von 84 Jahren in Wien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. November 2022 um 17:00 Uhr.