Regisseur Peter Farrelly jubelt über den Oscar für "Green Book" | Bildquelle: AFP

Oscar-Verleihung "Green Book" als bester Film ausgezeichnet

Stand: 25.02.2019 06:45 Uhr

In der Nacht sind die Oscars verliehen worden. Die Auszeichnung für den besten Film ging an "Green Book". Beste Hauptdarsteller wurden Rami Malek und Olivia Colman. Deutsche Künstler gingen leer aus.

Das Rassismusdrama "Green Book - Eine besondere Freundschaft" hat den Oscar für den besten Film gewonnen. Das Werk von Regisseur Peter Farrelly setzte sich unter anderem gegen Schwarz-weiß-Film "Roma" des Mexikaners Alfonso Cuarón und "Bohemian Rhapsody", den Film über die Rockband Queen, durch. In "Green Book" geht es um die gemeinsamen Erlebnisse eines afroamerikanischen Pianisten und seines weißen Fahrers während einer Tournee durch die Südstaaten der USA.

Als großer Oscar-Favorit für den besten Film des Jahres war ursprünglich "Roma" gehandelt worden. Dennoch verlief der Abend für Regisseur Cuarón keineswegs enttäuschend. Der Mexikaner gewann mit seinem für den Streamingdienst Netflix gedrehten Werk die wichtigen Auszeichnungen für die beste Regie, die beste Kamera-Arbeit und als bester nicht-englischsprachiger Film.

Malek und Colman als beste Hauptdarsteller geehrt

Der US-Amerikaner Rami Malek gewann für seine Darstellung des Queen-Sängers Freddie Mercury in "Bohemian Rhapsody" die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller; der Musikfilm wurde insgesamt vier Mal geehrt. Die Britin Olivia Colman bekam den Hauptrollen-Oscar für ihre Verkörperung der englischen Königin Anne in der Historiengroteske "The Favourite - Intrigen und Irrsinn".

Mit den Oscar als beste Nebendarsteller wurden Regina King für ihrer Rolle einer kämpferischen Mutter in dem Drama "If Beale Street Could Talk" und Mahershala Ali für seine Dastellung in "Green Book - Eine besondere Freundschaft" geehrt.

Die Gewinner der Darsteller-Oscars 2019 | Bildquelle: AFP
galerie

Die Gewinner der Darsteller-Oscars 2019: Rami Malek, Olivia Colman, Regina King und Mahershala Ali.

Deutsche Künstler gehen leer aus

Filmschaffende oder Produktionen aus Deutschland gingen allesamt leer aus. Das Künstlerdrama "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck war sowohl in der Kategorie " bester nicht-englischsprachiger Film" als auch für die Arbeit von Kameramann Caleb Deschanel nominiert, konnte sich aber in beiden Kategorien nicht durchsetzen. Die deutsch-syrisch-libanesische Produktion "Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats" des in Berlin lebenden Syrers Talal Derki hatte in der Kategorie "beste Dokumentation" das Nachsehen. Auch die deutsche Make-up-Artistin Pamela Goldammer, die für ihre Arbeit in dem Fantasyfilm "Border" nominiert war, wurde nicht ausgezeichnet.

Die 91. Oscar-Verleihung hatte diesmal keinen festen Moderator. Dadurch fiel die Gala deutlich straffer und geschäftsmäßiger aus als früher. Lediglich zu Beginn der Show im Dolby Theatre in Los Angeles kam Stimmung auf, als die Band Queen mit der Rockhymne "We will rock you" die Zuschauer begeisterte.

Politische Dankesrede von Lee

Spike Lee bei der Oscar-Verleihung | Bildquelle: AFP
galerie

Regisseur Spike Lee nutzte seine Dankesrede für eine politische Botschaft.

Für Aufsehen sorgte Oscar-Preisträger Spike Lee, der seine Dankesrede nutzte, um ein politisches Statement zu setzen. "Vor der ganzen Welt erweise ich unseren Vorfahren, die dieses Land aufgebaut haben, meine Ehre", sagte der US-Regisseur, der für sein adaptiertes Drehbuch zur Polit-Satire "BlacKkKlansman" ausgezeichnet wurde. Vor 400 Jahren seien ihre Vorfahren aus Afrika geraubt und versklavt worden. Es sei wichtig, von den Vorfahren zu lernen, sagte er.

Lee kritisierte indirekt außerdem die aktuelle Regierung in den USA. "Die Präsidentschaftswahlen von 2020 sind nicht mehr weit weg. Lasst uns aktiv werden und auf der richtigen Seite der Geschichte stehen", sagte er. Das sei eine moralische Wahl zwischen Liebe und Hass. Unter stehendem Beifall beendete er seine Rede mit den Worten: "Lasst uns das Richtige tun!" als Anspielung an seinen gleichnamigen Film von 1989 ("Do The Right Thing").

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Februar 2019 um 06:30 Uhr.

Darstellung: