Jon Batiste bei einem Auftritt in New York - er hat die meisten Nominierungen für einen Grammy erhalten. | AP

Grammy-Nominierungen 2021 "Platz für mehr Musik, Künstler und Genres"

Stand: 24.11.2021 10:47 Uhr

Die Recording Academy hat sich nach scharfer Kritik an ihren Kriterien bei der Vergabe der begehrten Grammys sichtlich um mehr Diversität bemüht. Mit den meisten Nominierungen geht der Künstler Jon Batiste ins Rennen.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Es war der Name, der am häufigsten fiel: Jon Batiste. Insgesamt erhielt Batiste elf Nominierungen - und schon die zeigen die Vielseitigkeit des Musikers aus New Orleans. Er taucht in R&B-Kategorien auf, beim Jazz, bei Amerikanischer Roots-Musik und selbst bei Klassik.

Nicole Markwald ARD-Studio Los Angeles

Auch sein Musikvideo zum Song "Freedom" wurde für einen Grammy nominiert: Die meisten Amerikaner kennen Batiste vermutlich aus dem Fernsehen - seit 2005 ist er der Bandleader in der Late Show mit Stephen Colbert. Den Großteil der Nominierungen erhielt er für sein Album "We Are", den Rest für seinen musikalischen Beitrag zum Pixarfilm "Soul".

Nominierte zwischen 18 und 95 Jahre alt

Mit jeweils acht Nominierungen folgen der kanadische Sänger Justin Bieber, Doja Cat und die Sängerin H.E.R.. Billie Eilish und Olivia Rodrigo haben jeweils sieben Chancen auf einen Grammy. Während Rodrigo mit 18 Jahren die jüngste Nominierte ist, hat auch der 95-jährige Crooner Tony Bennett erneut Grammy-Chancen: Sein Album "Love for Sale", auf dem er mit Lady Gaga Songs von Cole Porter neu interpretiert,  wurde sechs Mal für den begehrten Musikpreis nominiert. 

Der deutsche Komponist Hans Zimmer wurde für seine Arbeit an dem Film "Dune" nominiert. Auch die WDR-Bigband hat Chancen auf den Preis: Ihre Zusammenarbeit mit der Band Yellowjackets auf dem Album "Jackets XL" wurde in der Sparte Bestes Jazz Ensemble nominiert. Ann-Katrin Zimmermann schaffte es unter die Finalisten in der Kategorie Bester Album-Begleittext für ihre Arbeit an "Beethoven: The Last Three Sonatas" des koreanischen Pianisten Sunwook Kim.

Die Grammys werden von der Recording Academy vergeben, die rund 12.000 Mitglieder hat. Der Organisation wurde in den zurückliegenden Jahren zu wenig Transparenz und mangelnde Diversität vorgeworfen.

Man habe Veränderungen vorgenommen, versicherte Harvey Mason Jr., der die Academy leitet. So wurden beispielsweise die umstrittenen sogenannten Überprüfungskommissionen abgeschafft, die bestimmte Künstler bevorteilt haben sollen: "Wir haben die Kommissionen abgeschafft - deshalb haben zum ersten Mal seit 30 Jahren nur unsere abstimmungsberechtigen Mitglieder über die Nominierungen entschieden."

Mehr Finalisten in bestimmten Kategorien

Bei bestimmten Kategorien wurde die Zahl der Finalisten erhöht, um das Teilnehmerfeld zu erweitern. Dazu sagte Harvey Mason Jr.: "Dadurch machen wir Platz für mehr Musik, mehr Künstler, mehr Genres und beziehen noch mehr als bislang mit ein."

Im vergangenen Jahr hatte der Künstler The Weeknd die Intransparenz der Academy stark kritisiert und ihr Korruption vorgeworfen. Obwohl er eines der erfolgreichsten Alben hatte, war der Kanadier für keinen einzigen Grammy nominiert worden. The Weeknd kündigte an, seine Musik nicht mehr einreichen zu wollen. Trotzdem tauchte sein Name auch in diesem Jahr auf der Liste der Nominierten auf  - für seine Zusammenarbeit mit Doja Cat und  Kanye West.

Die Verleihung der Grammys findet am 31. Januar in Los Angeles statt.

 

 

Über dieses Thema berichtete BR24 im Radio am 24. November 2021 um 10:38 Uhr.