ICAN-Direktorin Finh (rechts) und Hiroshima-Überlebende Thurlow (Mitte) bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo | Bildquelle: AFP

Friedensnobelpreis ICAN für Kampf gegen Atomwaffen geehrt

Stand: 10.12.2017 18:04 Uhr

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) ist in Oslo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. ICAN-Direktorin Fihn und die Hiroshima-Überlebende Thurlow nahmen den Preis entgegen. In Stockholm wurden die anderen Nobelpreise verliehen.

Die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) hat in Oslo den Friedensnobelpreis 2017 entgegengenommen. ICAN wurde für ihren bahnbrechenden Einsatz für ein vertragliches Atomwaffenverbot geehrt. Den Preis nahm Geschäftsführerin Beatrice Fihn zusammen mit der 85-jährigen Überlebenden des US-Atombombenangriffs auf Hiroshima, Setsuko Thurlow, entgegen.

"ICANs wichtigste Botschaft ist, dass die Welt niemals sicher sein kann, so lange wir Atomwaffen haben", sagte Jurorin Berit Reiss-Andersen bei der Preisverleihung im Osloer Rathaus. Das Atomwaffenverbot habe mächtige Gegner, sei aber heute wichtiger denn je. ICAN diene den Interessen der Menschheit. 

Die Anti-Atomwaffen-Kampagne hatte maßgeblich am UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mitgewirkt, der im Juli unterzeichnet wurde und von mehr als 120 Staaten unterstützt wird. Die vermutlich neun Atommächte sowie fast alle NATO-Staaten - auch Deutschland - tragen ihn allerdings nicht mit. Das Netzwerk mit Hauptsitz in Genf umfasst 468 Organisationen in rund 100 Ländern.

Friedensnobelpreis für ICAN
tagesschau 20:00 Uhr, 10.12.2017, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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Entweder Ende der Atomwaffen oder "unser Ende"

ICAN-Direktorin Fihn sagte in ihrer Dankesrede, an Dutzenden Orten der Welt, sei es in Raketensilos unter der Erde, in U-Booten oder in Flugzeugen befänden sich 15.000 dieser Waffen zur Zerstörung der Menschheit. "Es ist Wahnsinn, zu erlauben, dass wir durch diese Waffen regiert werden", hob Fihn hervor. Die Weltgemeinschaft stehe vor einer klaren Entscheidung, entweder für ein Ende der Nuklearwaffen oder "vor unserem Ende".

Die Hiroshima-Überlebende Thurlow, die den Atombombenabwurf der USA auf die japanische Stadt am 6. August 1945 als 13-Jährige miterlebt hatte, nannte es ein großes Privileg, den Friedensnobelpreis entgegenzunehmen: "Ihr gebt mir unendlich große Hoffnung, dass wir die Ära nuklearer Waffen beenden können und werden." Thurlow rief den Tag des Atombombenabwurfs in Erinnerung: "Mit einer einzigen Bombe wurde meine geliebte Stadt ausgelöscht. Jede Sekunde an jedem Tag bedrohen Atomwaffen jeden, den wir lieben und alles, was wir wertschätzen. Wir dürfen diesen Irrsinn nicht länger tolerieren."

Botschafter bleiben aus Protest fern

Die Verleihung hatte bereits im Vorfeld für Verstimmung gesorgt. Die westlichen Atommächte USA, Großbritannien und Frankreich kündigten an, zur Nobelpreisverleihung keine Botschafter, sondern weniger hochrangige Repräsentanten zu schicken. Für die Absage gibt es laut Nobelpreiskomitee politische Gründe. Die französische Botschaft sagte norwegischen Medien, man wolle so seine Vorbehalte in Bezug auf das Atomwaffenverbot deutlich machen.

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Friedensnobelpreisträger 2018: Denis Mukwege und Nadia Murad

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Verleihung der Nobelpreise in Stockholm
tagesschau 20:00 Uhr, 10.12.2017

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Den Literaturnobelpreis nahm der britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro entgegen. Er wird für seine Romane von starker emotionaler Kraft geehrt, mit denen er nach Ansicht der Jury "den Abgrund unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt" offenlegt.

Der Preis in Chemie ging an den Schweizer Jacques Dubochet, den Deutsch-Amerikaner Joachim Frank und den Briten Richard Henderson für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie.

In der Kategorie Physik wurden die US-Amerikaner Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne für den Nachweis der Gravitationswellen ausgezeichnet.

Für die Erforschung der Inneren Uhr bekamen die US-Amerikaner Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young den Medizin-Nobelpreis.

Den Preis für Wirtschaftswissenschaften, der eigentlich nicht zu den offiziellen Nobelpreisen gehört, nahm der US-Amerikaner Richard Thaler für seine Beiträge zur Verhaltensökonomie entgegen.

Die Preise werden traditionell am Todestag des Stifters Alfred Nobel (1833-1896) verliehen. Sie sind jeweils mit neun Millionen schwedischen Kronen - rund 900.000 Euro - dotiert.

Auch Ärger in Stockholm

In Stockholm steht die mit der Vergabe des Literaturpreises betraute "Schwedische Akademie" massiv unter Druck. Gegen einen Mann aus dem Umfeld des Gremiums sind im Zuge der "MeeToo"-Affäre Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe erhoben worden. Dazu soll er in der Vergangenheit Namen von Preisträgern vor deren Veröffentlichung verraten haben. Der diesjährige Literatur-Preisträger Ishiguro erklärte, weder die Akademie, noch der Preis, seien dadurch beschädigt.

Mit Informationen von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
10.12.2017 14:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Dezember 2017 um 13:00 Uhr.

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