Kirk Douglas feiert seinen 100. Geburtstag (Dezember 2017) | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Abschied von Kirk Douglas Symbol des amerikanischen Traums

Stand: 06.02.2020 14:40 Uhr

Das Etikett Hollywood-Legende bekamen viele angehängt - doch zu Kirk Douglas passte es. Er war einer der großen Leinwandhelden aus Hollywoods goldener Ära, den 50er und 60er Jahren. Immer wieder mimte er den einsamen Kämpfer, der verbissen für das Recht kämpft.

Von Antraud Cordes-Strahle, WDR

Das Image von Kirk Douglas entsprach den Rollen, die er meist spielte: knallharte Typen in Western und Abenteuerfilmen, energiegeladene, aber oft einsame Helden. Aber auch in seinem Privatleben und bei seinem Werdegang zeichneten den "letzten echten Mann" Hollywoods Selbstbewusstsein und Geradlinigkeit aus. Er sah sich selbst als Symbol für den amerikanischen Traum: "Ich bin das beste Beispiel, dass es jeder schaffen kann!"

Kirk Douglas wurde am 9. Dezember 1916 geboren, als Sohn jüdisch-russischer Emigranten im Industrieort Amsterdam im US-Bundesstaat New York. Er hieß mit bürgerlichem Namen Issur Danielovitch Demsky und wuchs unter ärmlichen Bedingungen auf. Er musste schon früh für den Unterhalt der Familie mitarbeiten und Geld verdienen für den Besuch von Schule und College. Als Jugendlicher brachten ihm Ringkämpfe die nötigen Dollars ein. Um seine Studienkosten bezahlen zu können, arbeitete er als Hausmeister.

Ein Stipendium für die American Academy of Dramatic Arts führte ihn an den Broadway. Hier spielte er 1941 erste kleine Rollen und legte sich den Künstlernamen Kirk Douglas zu, bevor er während des Zweiten Weltkrieges in der US Navy diente. In dieser Zeit heiratete er, und sein Sohn Michael Douglas wurde geboren.

Kirk Douglas und Ehefrau Anne 1958 | Bildquelle: picture alliance / Keystone
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1954 heiratete Douglas in zweiter Ehe die aus Hannover stammende Anne Buydens. Mit ihr lebte er bis an sein Lebensende in Los Angeles.

1945 kehrte Kirk Douglas zunächst an den Broadway zurück, wurde dort aber für den Film entdeckt. Sein Kinodebüt feierte er 1946 in "Die seltsame Liebe der Martha Ivers" an der Seite des Hollywoodstars Barbara Stanwyck. Noch im selben Jahr heimste er für sein Spiel im Film "Zwischen Frauen und Seilen" seine erste Oscar-Nominierung ein. Als seine beste Leistung vor der Kamera gilt seine Darstellung in "Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft". Hier gab er den verzweifelten Künstler und spielte gegen sein Image an.

Berühmt durch Spartacus

Berühmt aber wurde Kirk Douglas in einer anderen Rolle: 1960 als Spartacus. Das Werk über den gleichnamigen Sklaven und Gladiator, der willensstark und kraftstrotzend das römische Weltreich erschüttert, wurde von Kirk Douglas auch mitproduziert. Er wollte es im Filmgeschäft ganz nach oben schaffen. "Ich war wie ein Boxer, wollte mich durchschlagen zum Erfolg. Ich wollte nicht das die Leute: Hey Du! rufen - ich wollte, dass sie sagen: Mister!", blickte er zurück.

Außerdem nutzte Kirk Douglas seine neue Position, um mitzubestimmen. So verpflichtete er den Drehbuchautor Dalton Trumbo, der kommunistischer Sympathien verdächtigt wurde und der in Hollywood auf der schwarzen Liste stand. "Das war die wichtigste Entscheidung meiner Karriere", sagte Kirk Douglas oft.

Kirk Douglas als Van Gogh | Bildquelle: picture-alliance / Mary Evans Pi
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Seine Darstellung des Malers Vincent van Gogh im Film "Ein Leben in Leidenschaft" (1956) brachte Douglas abermals eine Oscar-Nominierung ein - und einen Golden Globe als bester Darsteller.

Ein harter Hund

Kirk Douglas, der gegenüber Regisseuren, Drehbuchautoren und Kollegen als ziemlich unbarmherzig galt, war aber auch selbst hart im Nehmen. 1991 überlebte er einen Helikopter-Absturz, scherzte darüber aber gern: Mit über 70 Jahren habe er nur Rückenschmerzen davongetragen. "Man sagt ja, in solchen Momenten sehe man das ganze Leben vor sich, wie einen Film. Ich war bewusstlos. Ich hab nichts gesehen."

Mehr als 60 Jahre stand der Mann mit dem markanten Grübchen im Kinn vor der Kamera, spielte in über 80 Produktionen tragende Rollen, heimste etliche Preise und Auszeichnungen ein. Nur der Oscar als bester Schauspieler blieb ihm versagt. Dass man ihn später mit dem Oscar für sein Lebenswerk ehrte, empfand er fast als Beleidigung.

Kirk Douglas mit Steven Spielberg bei der Verleihung des Oscar für das Lebenswerk 1996 | Bildquelle: picture alliance / ASSOCIATED PR
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Mehrmals war er nominiert, aber sein einziger Oscar war die Auszeichnung für sein Lebenswerk, die er im Jahr 1996 vom Regisseur Steven Spielberg überreicht bekam.

Familienpatriarch

Zuletzt sah man Kirk Douglas nur noch bei seltenen Anlässen. Er war gezeichnet von einem Schlaganfall, den er 1995 erlitt. Doch bei den Filmpremieren seiner Nachkommen war sein ganzer Stolz spürbar. Sein Sohn Michael Douglas und Schwiegertochter Catherine-Zeta Jones gehören zu den erfolgreichsten Hollywood-Stars. Und auch sein Enkel Cameron Douglas stand bereits mehrfach vor der Kamera und könnte den Namen Douglas im Kino weiterleben lassen.

Auch wenn Kirk Douglas im hohen Alter sein Tempo drosselte, blitzte immer wieder die Energie auf, die ihn Zeit seines Lebens ausgezeichnet hatte. So postete sein Enkel Dylan Douglas zu seinem 100. Geburtstag ein Video auf Instagram, auf dem sein betagter Opa im Trainingsanzug herumalbert und tanzt. Es zeigt Kirk Douglas in seiner wohl liebsten Rolle: als Familienpatriarchen.

Kirk Douglas | Bildquelle: picture alliance / Mary Evans Pi
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2003 stand er in dem Familienfilm "It runs in the Family" zum ersten Mal mit seinem Sohn Michael vor der Kamera.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Februar 2020 um 12:00 Uhr.

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