Die Sängerin Lys Assia  bei einem Auftritt bei den Deutschen Schlagerfestpielen im Kurhaus von Baden-Baden im Jahr 1961. | Bildquelle: dpa

Trauer um Sängerin ESC-Pionierin Assia gestorben

Stand: 24.03.2018 21:43 Uhr

1956 gewann Lys Assia die Premiere des heutigen Eurovision Song Contests. Wenige Jahre später zog sich die Schweizerin von der Bühne zurück und feierte ein spätes Comeback. Nun starb sie im Alter von 94 Jahren.

Die Schlagersängerin Lys Assia ist tot. Die Schweizerin starb im Alter von 94 Jahren, wie ihr langjähriger Weggefährte Jean Eichenberger sagte. Assia hatte 1956 mit ihrem Lied "Refrain" die erste Ausgabe des Eurovision Song Contests gewonnen (damals Grand Prix Eurovision de la Chanson).

Lange Karrierepause

Assia, die mit bürgerlichem Namen Rosa Mina Schärer hieß, gelang 1950 mit dem Titel "O mein Papa" ein erster Hit. Beim ESC-Sieg sechs Jahre später setzte sie sich in Lugano unter anderem gegen Freddy Quinn durch. In den folgenden Jahren veröffentlichte sie noch mehrere Platten, die es teilweise in die Hitparaden schafften. Nach der Hochzeit mit dem dänischen Multimillionär Oscar Pedersen folgte eine lange Karrierepause. Bis zum Tod ihres Ehemanns im Jahr 1995 betrieb sie mit ihm Hotels in Europa, Japan und Südamerika.

Danach kehrte sie für mehrere Jahre auf die Bühne zurück. Bei Konzerten wurde sie gefeiert. Bis 2008 veröffentlichte sie drei weitere Alben mit neuen Liedern, Neueinspielungen ihrer früheren Hits sowie Coverversionen - darunter Lale Andersens "Ein Schiff wird kommen".

Die Schlagersängerin Lys Assia (2011) | Bildquelle: dpa
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Lys Assia zog sich jahrezehntelang von der Bühne zurück, bevor sie ein erfolgreiches Comeback feierte.

Nochmalige ESC-Bewerbung

2012 bewarb sich noch einmal um die Teilnahme am Eurovision Song Contest - gemeinsam mit vier Schweizer Rappern. Mit Sprüchen wie "Hello, how is the flow?" präsentierte sie sich im gemeinsamen Musikvideo als coole Oma. "Nicht alle unsere Träume werden wahr" sang sie mit den fünf afrikanischstämmigen Jungs der Gruppe "New Jack" aus Bern - und scheiterte bei der Vorauswahl. "Mir genügt es schon, wieder ein wenig dabei zu sein und Eurovisions-Luft zu spüren, das ist wunderschön", sagte sie damals.

"Mein Leben war sehr glücklich", erklärte sie im vergangenen Jahr gegenüber Reportern der Boulevardzeitung "Blick". Angst vor dem Tod hatte Assia nicht. "Ich habe genügend Beweise für die Existenz von Gott. Wenn ich ihn um etwas gebeten habe, wurde ich eigentlich nie enttäuscht."

Sie gewann den 1. Eurovision Song Contest - Sängerin Lys Assia gestorben
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
25.03.2018 01:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. März 2018 um 06:00 Uhr.

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