Das neue Instagram-Logo | Bildquelle: REUTERS

Instagram Weniger Reichweite für Falschmeldungen

Stand: 17.12.2019 16:48 Uhr

Falschmeldungen, die über Fotos oder Videos transportiert werden, sind ein immer größer werdendes Problem. Die Plattform Instagram will nun verstärkt dagegen vorgehen - mit Faktenchecks.

Von Konstantin Kumpfmüller, tagesschau.de

Die Onlineplattform Instagram will die Bemühungen im Kampf gegen Falschmeldungen ausweiten. Das zu Facebook gehörende Unternehmen teilte auf seinem Blog mit, dass ein bereits seit Mai in den USA bestehendes Programm ausgeweitet wurde. Unabhängige Faktenprüfer sollen nun auf der ganzen Welt Falschmeldungen bei Instagram identifizieren und als solche markieren können - ähnlich wie bei Facebook.

Eingeschränkte Reichweite für Falschmeldungen

Zudem sollen die Faktenchecks der beiden Plattformen verknüpft werden. Was auf der einen Seite bereits geprüft wurde, soll auf der anderen automatisch entsprechend markiert werden. Über einen Link sollen Nutzer auf eine Seite kommen, auf der die Falschmeldung widerlegt wird.

Die Reichweite entsprechender Beiträge bei Instagram wird dann eingeschränkt. So sollen diese nicht mehr in der Hashtag-Suche oder auf der sogenannten Entdecken-Seite angezeigt werden. Über eine Bildererkennung sollen ähnliche Inhalte automatisch gefunden und ebenfalls markiert werden.

Wer prüft die Meldungen?

Falschmeldungen, die über Fotos und Videos verbreiten werden, seien zu einer immer größeren Herausforderung geworden, so das Unternehmen. Darüber welche Beiträge untersucht werden, entscheidet die Community über eine Meldefunktion. Es gebe aber auch ein automatisiertes Verfahren.

Zu den Faktenprüfern von Facebook gehören in den USA die Nachrichtenagentur Associated Press, sowie die Organisationen Factcheck.org, Lead Stories, PolitiFact, Science Feedback und das wegen Verbindungen zu Klimaleugnern umstrittene Check Your Fact. In Deutschland prüft neben dem Recherchezentrum Correctiv, das bereits seit Januar 2017 für Facebook aktiv ist, auch die Deutsche Presse-Agentur Falschmeldungen. Die Faktenchecks werden nun auf Instagram ausgeweitet, wie die Leiterin des Faktencheck-Teams von Correctiv, Tanja Röttger, auf Twitter mitteilte.

Ausnahmen für Politiker

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Präsidentschafts- und Kongresswahlen in den USA hatte Facebook zuletzt seine Bemühungen gegen Fake News verstärkt, war allerdings zunehmend in Kritik geraten - unter anderem, weil Äußerungen von Politikern von den Inhalte-Regeln ausgenommen sind.

Facebook wird diese nicht den Faktencheck-Partnern zur Prüfung vorschlagen, erklärte der Politikchef des Unternehmens, der frühere britische Vize-Premier Nick Clegg. "Unsere Rolle als Facebook ist es, für gleiche Rahmenbedingungen zu sorgen - nicht, selbst ein politischer Teilnehmer zu sein." Kritisiert hatte das unter anderem die US-Senatorin Elisabeth Warren, die Präsident Donald Trump bei den US-Wahlen im Jahr 2020 herausfordern möchte.

Studie: Netzwerke scheitern im Kampf gegen Manipulation

Wie erfolgreich die Strategien gegen Falschmeldungen und Manipulation von Online-Unternehmen bisher sind, ist umstritten. Anfang Dezember wurde den Betreibern sozialer Netzwerke in einer Studie eines Nato-Forschungsinstituts vorgeworfen, bei der Verhinderung von Manipulation zu scheitern. Mitarbeiter des Nato Strategic Communications Centre of Excellence (Nato Stratcom) im lettischen Riga berichteten, es sei ihnen gelungen, Zehntausende Likes, Kommentare und Seitenaufrufe auf Facebook, Twitter, Youtube und Instagram zu kaufen.

Allerdings handelte es sich bei den Testmitteilungen nicht um politische Botschaften, sondern um neutrale Inhalte "wie Neujahrswünsche", schreiben die Autoren. Sie wollten demnach verhindern, dass Nutzer die sozialen Netzwerke auf möglichen Missbrauch aufmerksam machten. Ziel des Studie sei es gewesen, herauszufinden, ob die Plattformbetreiber selbst erkennen, dass es sich um nicht authentische Inhalte und erkaufte Unterstützung handele.

Dies war demnach nur selten der Fall. Vier Wochen nach dem Kauf seien 80 Prozent der gefälschten Unterstützungen weiter online gewesen. Die Erkenntnisse stünden im Kontrast zu den Versprechen der Unternehmen, Manipulationen auszumerzen, so die Autoren der Studie.

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