Fake News | Bildquelle: HARISH TYAGI/EPA-EFE/REX

Gerüchte in sozialen Medien Fake News schaden Unternehmen

Stand: 02.10.2019 14:05 Uhr

Fake News sind nicht nur gesellschaftlich und politisch eine Gefahr - auch Firmen sehen sich dadurch zunehmend bedroht: Laut einer Studie ist mehr als ein Viertel der befragten Konzerne betroffen.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Das Problem ist nicht neu: Mit Gerüchten und Falschnachrichten wird versucht, Unternehmen zu schaden. Durch soziale Medien hat diese Gefahr eine neue Dynamik bekommen. Bis eine Firma reagieren kann, ist der Schaden bereits entstanden und kann oft nicht mehr vollständig behoben werden.

Bereits 2015 warnte die US-Börsenaufsicht SEC vor Kurs- und Marktmanipulationen durch gezielte Falschmeldungen. Die indische Börse in Mumbai entwickelte 2016 ein auf künstliche Intelligenz basierendes System, das ungewöhnliche Kursentwicklungen, die durch Posts ausgelöst wurden, erkennen soll.  Die indische Börsenaufsicht SEBI empfahl, Anlagetipps auf digitalen Messengersystemen komplett untersagen zu lassen.

Mehr als ein Viertel der Konzerne Opfer

Doch nicht nur Kursmanipulationen sind das Ziel der Verbreiter von Fake News: Mit ihnen soll auch der Ruf von Unternehmen oder deren Verkaufszahlen geschädigt werden. Laut einer jetzt vorgelegten Untersuchung des Beratungsunternehmens Kroll waren in den vergangenen zwölf Monaten 27 Prozent der für den "Global Fraud and Risk Report" (Globaler Betrugs- und Risikobericht) befragten internationalen Firmen von für sie negativen Aktivitäten auf sozialen Medien betroffen.

Als Beispiele nennt Kroll eine Afrikanische Bank, die nach Übernahme eines Konkurrenten einer Kampagne ausgesetzt sah, die mit Falschnachrichten und gefälschten Überwachungsvideos operierte. Als Verursacher wurden unzufriedene Anteilseigner des übernommenen Geldinstituts ermittelt. Einem  US-Kosmetikunternehmen wurde auf Twitter fälschlich vorgeworfen, dass es seine Produkte an Tieren teste, was zu einem Umsatzeinbruch von 20 Prozent führte. Hier steckte ein Mitbewerber hinter den Falschnachrichten.

Konzerne suchen nach Gegenstrategien

Fast zwei Drittel der von Kroll befragten 588 großen Unternehmen in 13 Ländern gaben an, soziale Medien als wichtige Priorität bei der Entwicklung ihrer Verteidigungsstrategie zu sehen. Als mögliche Verbreiter von Fake News nannten sie Konkurrenten, aber auch Zulieferer, Kunden und die eigenen Angestellten. 71 Prozent sehen in der eigenen Überwachung der sozialen Medien eine effektive Gegenmaßnahme.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Oktober 2019 um 18:40 Uhr.

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