Zwei Gartenschläfer in Nahaufnahme. Optisch ähnelt er einer Maus, hat aber eine deutlich andere Fellzeichnung. Auffällig vor allem die schwarzen Kreise um die Augen, die einer Zorro-Maske ähneln. | dpa

Schlafmaus mit Zorro-Maske Gartenschläfer ist Tier des Jahres 2023

Stand: 15.11.2022 12:01 Uhr

Eine Schlafmaus ist das Tier des Jahres 2023. Der Gartenschläfer musste in den letzten Jahrzehnten eine Halbierung seines Lebensraums verkraften. Mittlerweile trifft man den Nager auch deshalb gelegentlich im heimischen Garten an.

Der Gartenschläfer ist das Tier des Jahres 2023. Er folgt dem Schweinswal. Die bedrohte Schlafmaus aus der Familie der Bilche wurde in einer Abstimmung der Spenderinnen und Spender der Deutschen Wildtierstiftung ausgewählt. Sie ist artverwandt mit dem deutlich bekannteren Siebenschläfer und der Haselmaus.

Sein Lebensraum hat sich in den letzten drei Jahrzehnten in Europa halbiert. In Deutschland trifft man ihn vor allem im Süwesten und den Mittelgebirgen an - überall dort, wo es ausreichend Verstecke für ihn gibt. Dazu zählen Felsspalten, Baumhöhlen und Totholz.

Die Population schrumpft

Besonders markant an dem Tierchen: Die schwarze "Zorro-Maske" in der Fellzeichnung rund um die Augenpartie. Ähnlich wie die fiktive Figur, ist auch der Gartenschläfer nachtaktiv. Er wird zwischen zehn bis 17 Zentimeter groß und wiegt 50 bis 120 Gramm.

Sein ursprünglicher Lebensraum sind dichte Nadel- und Mischwälder in felsigen Regionen. Die immer intensivere Bewirtschaftung der Wälder sowie die Zersiedelung machten dem Gartenschläfer die Wohnungssuche aber zunehmend schwer, so die Artenschützer. Auch deshalb sei seine Population drastisch zurück gegangen.

Ein Gartenschläfer in Nahaufnahme. Optisch ähnelt er einer Maus, hat aber eine deutlich andere Fellzeichnung. Auffällig vor allem die schwarzen Kreise um die Augen, die einer Zorro-Maske ähneln. | dpa

So nahe kommt man dem Gartenschläfer in freier Natur praktisch nie. Das Tier ist Nachtaktiv und hält von Oktober bis April Winterschlaf. Bild: dpa

Mittlerweile kann man den Allesfresser mit etwas Glück auch im eigenen Garten beobachten. Die Suche nach neuen Lebensräumen treibt die Tiere näher an den Menschen.

Denn ein Nistkasten für Vögel lässt sich durchaus auch zur Gartenschläfer-Höhle umfunktionieren. Die Erreichbarkeit spielt dabei kaum eine Rolle, denn die kleinen Tierchen sind wahre Kletterkünstler.

Ein Gartenschläfer in Nahaufnahme. Optisch ähnelt er einer Maus, hat aber eine deutlich andere Fellzeichnung. Auffällig vor allem die schwarzen Kreise um die Augen, die einer Zorro-Maske ähneln. | dpa

Einen Gartenschläfer in der Hand zu halten ist fast unmöglich. Denn die Tiere sind mittlerweile stark gefährdet und nachtaktiv. Auch deshalb kennen ihn viele Menschen nicht. Bild: dpa

Katzen, Regentonnen und Rattengift sind tödlich

In der Nähe menschlicher Behausungen drohen dem Tier des Jahres 2023 aber auch neue Gefahren. Neben Hauskatzen, die für gewöhnlich keinen Unterschied zwischen geschützter Maus und nicht gefährdeter Maus machen, sind das offene Regentonnen und Rattengift.

In Siedlungen hält er sich besonders gerne in dichten Hecken, begrünten Fassaden und alten Gebäuden mit Nischen zum Verstecken auf. Wer dem kleinen Nager einen Platz zum Überwintern anbieten will, kann einen Nistkasten entsprechend umdekorieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2022 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.