Ein kleiner schwarz gestreifter Hai. | CSIRO - Frederique Olivier

Bisher unbekannte Art Neuer Hai vor Australien entdeckt

Stand: 07.12.2022 12:19 Uhr

Er ist gestreift, ziemlich klein und lebt offenbar in viel tieferen Tiefen als Hornhaie, die die Wissenschaft bisher kennt. Das vor der australischen Westküste gefundene Exemplar sei einzigartig, sagen die Forscher, die ihn gefunden haben.

Forscher haben vor Australiens Westküste eine bislang unbekannte Haiart entdeckt. Bei dem Tier handele es sich um einen gestreiften Hornhai, der von der Wissenschaft noch nicht beschrieben worden sei, teilte die australische Wissenschaftsbehörde CSIRO mit.

Das Exemplar sei am 23. November vom Forschungsschiff "Investigator" im Gascoyne Marine Park westlich der Halbinsel Cape Range aus gesichtet und an Bord geholt worden, sagte ein CSIRO-Sprecher. Der auffällige kleine Hornhai sei bisher einzigartig in Australien, so CSIRO-Haiexperte Will White. Das entdeckte Exemplar werde deshalb "für die Wissenschaft unglaublich wichtig sein". Er sprach von einem "der aufregendsten Funde".

Normalerweise seien die Fische, die zur Familie der Stierkopfhaie gehören, in flachen Gewässern zu finden. Der nun entdeckte Hai aber lebe in mehr als 150 Metern Tiefe, "und wir wissen nichts über ihr Verhalten", erklärte White.

Die bisher bekannten Hornhaie werden maximal 120 Zentimeter lang. Sie verbringen den größten Teil des Tages getarnt zwischen Felsen und Algen auf dem Meeresboden und kommen nachts heraus, um zu fressen. "Australien hat ein wirklich riesiges Meeresgebiet, das mit die größte Artenvielfalt des Planeten beherbergt", betonte White. "Aber wir wissen immer noch sehr wenig darüber, was unter den Wellen lebt."

Haie lebensnotwendig fürs Ökosystem

Insgesamt kennt die Forschung aktuell rund 500 Hai-Arten weltweit. Viele von ihnen, allen voran der Blauhai, gelten mittlerweile als bedroht. Grund sind ihre Flossen und ihr Fleisch. Beides gilt in vielen Ländern als Delikatesse, weshalb die Bestände durch Jagd und Fischfang stark zurückgegangen sind. Auch deshalb wurde auf der Weltartenkonferenz CITES Ende November von 184 Staaten beschlossen, ab sofort etwa 100 Hai- und Rochenarten unter Schutz zu stellen.

Haie gelten als sehr wichtiger Bestandteil des marinen Ökosystems, da sie als Regulatoren für Fischbestände dienen. Bei der Jagd erlegen sie vor allem alte und geschwächte Tiere, was den Gesundheitszustand der Bestände verbessert. Einige Hai-Arten ernähren sich auch von Kadavern, was wiederum der Verbreitung von Krankheiten vorbeugt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. November 2022 um 11:51 Uhr.