Elefantenherde in Westafrika | Bildquelle: AFP

Großbritannien Strenges Handelsverbot für Elfenbein

Stand: 08.03.2019 11:02 Uhr

55 Elefanten sterben in Afrika jeden Tag wegen ihrer Stoßzähne, schätzen Naturschützer. Dabei ist die EU der größte Exporteur von legalem Elfenbein. Großbritannien will nun Vorreiter beim Artenschutz werden.

Die britische Regierung hat das strengste Handelsverbot für Elfenbein in Europa angekündigt. Es sei eines der striktesten weltweit zum Schutz von Elefanten, teilte der britische Umweltminister Michael Gove mit. "Elfenbein sollte niemals Ware zum finanziellen Gewinn oder Statussymbol sein."

Das Verbot wird anders als bisher auch für Elfenbein aus Altbeständen gelten. Wenige Sonderfälle sind davon ausgenommen - etwa Musikinstrumente, die vor 1975 angefertigt wurden und weniger als 20 Prozent Elfenbein enthalten. Bei Verstößen sind dem Ministerium zufolge Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen in unbegrenzter Höhe möglich.

EU als größter Exporteur weltweit

Die Europäische Union ist der größte Exporteur legalen Elfenbeins - als legal gilt es dann, wenn es vor 1989 erworben wurde oder von natürlich verstorbenen Elefanten stammt. Die Stoßzähne werden vor allem nach Asien verkauft. Artenschützer argumentieren, dass jeder legale Handel Schlupflöcher eröffnet, über die Wilderer Elfenbein verkaufen können.

"Jeden Tag werden etwa 55 afrikanische Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet. Ihre Stoßzähne werden zu Schnitzereien und Schmuckstücken", so Tanya Steele von der Naturschutzorganisation WWF. Das sind mehr als 20.000 Tiere pro Jahr.

Sichergestellte ElefantenstoÃßzähne liegen bei einem Pressegespräch des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg auf einem Tisch | Bildquelle: dpa
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Sichergestellte Elefantenstoߟzähne des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg (Archiv)

China und Hongkong haben Handel verboten

Erst Mitte März hatten die Präsidenten von mehr als 30 afrikanischen Ländern von der EU ein Verbot allen Handels mit Elfenbein gefordert. China und Hongkong hatten unter internationalem Druck den Handel mit Elfenbein unlängst verboten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Februar 2018 in der Sendung "Informationen am Morgen" ab 05:05 Uhr. Am 03. April 2018 berichtete Deutschlandfunk Nova um 16:30 Uhr in der Sendung "Grünstreifen" (Wissensnachrichten).

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