Blick auf den Eingang der Chemiefabrik in Sjewjerodonezk | dpa
Liveblog

Krieg gegen die Ukraine ++ Russen kontrollieren Sjewjerodonezk weitgehend ++

Stand: 09.06.2022 01:13 Uhr

Sjewjerodonezk in der Ost-Ukraine ist fast vollständig unter russischer Kontrolle. Bundesgesundheitsminister Lauterbach will am Donnerstag in die Ukraine reisen. Die Entwicklungen im Liveblog.

9.6.2022 • 01:13 Uhr

Ende des Liveblogs

Hiermit beenden wir den Liveblog vom Mittwoch. Vielen Dank für Ihr Interesse!

8.6.2022 • 22:57 Uhr

Migrationsforscher Knaus: Ukraine-Krieg entscheidet auch über EU

Der Ukraine-Krieg entscheidet nach Auffassung des österreichischen Soziologen und Migrationsforschers Gerald Knaus über die Zukunft der Europäischen Union. Es gehe jetzt darum, ob Macht wieder Recht breche oder ob Demokratien in Europa friedlich und gleichberechtigt nebeneinander leben und Grenzen durch Vernetzung und Integration überflüssig machen könnten, sagte Knaus bei der Auftaktveranstaltung des Philosophiefestivals Phil.Cologne in Köln. Die Zeitenwende bestehe darin, die Vision von 1990 - ein Europa der Demokratien auf der Grundlage der Menschenrechte - entschlossen zu verteidigen. Das Narrativ des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei, dass das nach 1990 geschaffene Europa keinen Bestand habe. Ein Gebilde wie die Europäische Union, in dem kleine Staaten und große Staaten friedlich zusammenlebten, eingebunden in Strukturen ohne imperiales Zentrum, sei in Putins Augen eine Absurdität, eine Fata Morgana. Deshalb habe er es auf die Zerstörung der EU angelegt.

8.6.2022 • 22:03 Uhr

Zahlreiche Leichen in Mariupol entdeckt

Arbeiter haben in zerstörten Gebäuden in der ukrainischen Stadt Mariupol nach Angaben eines Mitarbeiters des Bürgermeisters in jedem zwischen 50 und 100 Leichen entdeckt. Die Leichname würden aus den Gebäuden geholt und zu Leichenhallen und Deponien gebracht, teilte Petro Andrjuschtschenko bei Telegram mit. Nach ukrainischen Schätzungen wurden bei der wochenlangen Belagerung Mariupols durch Russland mindestens 21.000 Zivilisten getötet. Demnach wurden Hunderte Gebäude zerstört. Berichten zufolge gibt es Massengräber, in denen sich Tausende Leichen befinden. Russland hatte im Mai die vollständige Kontrolle über die Stadt übernommen.

8.6.2022 • 21:48 Uhr

Selenskyj: große Verluste für Russen in Sjewjerodonezk

Die ukrainischen Verteidiger von Sjewjerodonezk haben den russischen Angreifern nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskjy große Verluste zugefügt. Es sei eine sehr heftige und schwierige Schlacht um die Stadt, sagt er in einer Ansprache. Das Schicksal des Donbass, also des Ostens der Ukraine, werde sich hier in vielerlei Hinsicht entscheiden.

8.6.2022 • 21:43 Uhr

Russland geht weiter gegen Kritiker vor

Russland geht mit Blick auf die Kämpfe in der Ukraine weiter gegen Kritiker vor. Ein Moskauer Gericht verlängerte die Untersuchungshaft für den Journalisten Wladimir Kara-Mursa junior vom 12. Juni bis zum 12. August. Kara-Mursa wurde vorgeworfen, "falsche Informationen" über das russische Militär verbreitet zu haben. Kara-Mursa weist die Vorwürfe zurück. Kara-Mursa ist ein früherer Mitarbeiter des ermordeten russischen Oppositionsführers Boris Nemzow.

In Russland gilt ein Gesetz, das die Verbreitung von als falsch eingestuften Informationen über das russische Militär unter Strafe stellt. Bei einem Verstoß droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

8.6.2022 • 21:00 Uhr

Ukraine hofft auf Einnahmen durch Stromexporte in EU

Die Ukraine möchte bis Ende des Jahres 1,5 Milliarden Euro mit Stromexporten in die Europäische Union verdienen. Das erklärt die Beraterin des ukrainischen Energieministers, Lana Serkal. Ukrainische Stromleitungen seien darauf vorbereitet, Strom nach Rumänien, Ungarn, in die Slowakei und nach Polen zu liefern. Am Dienstag hat die EU Stromimporte aus der Ukraine gebilligt.

8.6.2022 • 20:19 Uhr

Lauterbach reist in die Ukraine

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bricht am Donnerstag zu einer Reise in die Ukraine auf. Das kündigte der SPD-Politiker bei einem von der "Rheinischen Post" veranstalteten Ärzte-Netzwerktreffen in Düsseldorf an. Er werde sich dort mit dem ukrainischen Gesundheitsminister treffen. Ihm gehe es unter anderem darum, wie verletzte Menschen besser versorgt werden könnten. Er wolle herausfinden, wie Menschen, die im Krieg Beine oder Arme verloren hätten, besser mit Prothesen ausgestattet werden könnten, sagte Lauterbach. Besonders gehe es auch um verletzte Kinder.

Lauterbach nannte den russischen Krieg gegen die Ukraine einen "barbarischen, vernichtenden und ungerechten Angriffskrieg". Er betonte: "Das ist ohne Zivilisation und muss verurteilt werden in jeder Form."

8.6.2022 • 19:59 Uhr

Ukrainischer Handballmeister spielt in 2. Bundesliga

Der ukrainische Handball-Serienmeister Motor Saporischschja spielt in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga. "Wir helfen damit, die Existenz des Vereins zu sichern, weil ein Spielbetrieb in der Ukraine wegen des Krieges nicht möglich ist", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Demnach wird der Champions-League-Teilnehmer seine Heimspiele in Düsseldorf austragen und ganz normal in der Tabelle geführt. Der Plan sieht allerdings vor, die Spiele aus dem Auf- und Abstiegskampf herauszurechnen.

Die 2. Liga sollte in der Spielzeit 2022/23 ursprünglich 19 Teams umfassen. Dadurch lässt sich Saporischschja als 20. Mannschaft problemlos in den Spielplan integrieren. "In der Bundesliga wäre das absolut unmöglich gewesen", betonte Bohmann. Nachdem die Zweitligavereine bereits in der Vorwoche mit großer Mehrheit für die Aufnahme der Ukrainer gestimmt hätten, seien mittlerweile nahezu alle Formalien, wie die Unterbringung der Spieler und ihrer Familien oder die Erlaubnis der ukrainischen Regierung, geklärt worden.

8.6.2022 • 19:29 Uhr

Gouverneur: Größter Teil von Sjewjerodonezk in russischer Hand

Russische Truppen haben offenbar die Kontrolle über den größten Teil von Sjewjerodonezk errungen, erklärte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, der Nachrichtenagentur Reuters zufolge. Das Industriegebiet der Stadt sei noch in ukrainischer Hand.

Sjewjerodonezk und seine Nachbarstadt Lyssytschansk sind die letzten größeren Orte in der Region Luhansk, die nicht von russischen Truppen besetzt sind. Fallen sie, hätte die russische Armee ein wichtiges Ziel erreicht - die vollständige Kontrolle über Luhansk. Lyssytschansk ist laut Hajdaj noch vollständig unter ukrainischer Kontrolle, werde aber heftig bombardiert. Zwischen den beiden Städten verläuft der Fluss Siwerskyj Donez.

8.6.2022 • 18:59 Uhr

UN sieht größte Teuerung seit einer Generation

Russlands Krieg in der Ukraine hat den UN zufolge zusammen mit anderen Krisen zu den größten Kostensteigerungen seit einer Generation geführt. "Für Menschen auf der ganzen Welt droht der Krieg in der Ukraine eine beispiellose Welle von Hunger und Elend auszulösen und ein soziales und wirtschaftliches Chaos zu hinterlassen", teilten die Vereinten Nationen mit und sprachen von 1,6 Milliarden Menschen weltweit, die von der vielschichtigen Krise aus Krieg, Covid-19 und Klimawandel betroffen seien.

Weltweit würden mehr Menschen hungern, die Kosten von Energieträgern stiegen drastisch an, während die Einnahmen bei einer Vielzahl von Arbeiterinnen und Arbeitern zurückgegangen seien. Die Zahl der Menschen, die von mangelhafter Versorgung mit Nahrungsmitteln betroffen seien, habe sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. "Es gibt nur einen Weg, diesen aufziehenden Sturm zu stoppen: Die russische Invasion in der Ukraine muss beendet werden."

8.6.2022 • 18:56 Uhr

Ukraine fehlt Platz für Millionen Tonnen Getreide

Die Ukraine rechnet damit, dass zum Herbst Lagerkapazitäten für zehn bis 15 Millionen Tonnen Getreide fehlen werden. Das sagte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Markiyan Dmytrasewitsch im ukrainischen Fernsehen. Die Regierung arbeite daran, das Problem zu lösen.

Vor dem Krieg verfügte die Ukraine den Angaben zufolge über 85 Millionen Tonnen Kapazität. Weil Infrastruktur zerstört wurde oder sich in russisch besetzten Gebieten befindet, sei derzeit nur noch Platz für 60 Millionen Tonnen.

Ein weiterer Grund ist laut Mykola Gorbatschow vom ukrainischen Getreideverband, dass noch Millionen Tonnen Getreide aus der letzten Ernte in den Silos lagern. Allein in den nicht besetzten Gebieten gehe es um 30 Millionen Tonnen, sagte Gorbatschow auf einer Konferenz in London. Dieses Getreide müsste bis zur Ernte exportiert werden, was wegen der blockierten Häfen aber nicht umsetzbar ist. Auf Flüssen und dem Landweg können pro Monat höchsten zwei Millionen Tonnen exportiert werden.

"Ich kann Ihnen sagen, dass wir keine Lösung finden werden ohne die Häfen am Schwarzen Meer", sagte Gorbatschow. Die Ernte beginne in einem Monat. "Wir haben genug Lagerkapazitäten für Weizen und Gerste. Das Problem beginnt, wenn die Bauern im November anfangen, Mais zu trocknen." Er gehe davon aus, dass der Mais einfach auf den Feldern bleibe, wenn Russland die Häfen nicht freigebe.

8.6.2022 • 17:47 Uhr

Gauck: Hilfe für Ukraine auch Ausdruck der Selbstachtung

Ein gemeinsames Zeichen für Solidarität, Zukunft und Gemeinwohl in Kriegszeiten haben Altbundespräsident Joachim Gauck, Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und der per Video zugeschaltete Ex-Box-Weltmeister Wladimir Klitschko in der Hamburger Handelskammer gesetzt. Sie sprachen dort vor 500 Gästen, wie die Kammer mitteilte.

"Wenn wir der Ukraine politisch, finanziell und auch militärisch beistehen, dann ist dies nicht nur ein Ausdruck unserer Solidarität, sondern auch der Selbstachtung, der gemeinsamen Achtung von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit", sagte Gauck. Wladimir Klitschko sagte: "Es sind schon über 100 Tage Krieg. Für die Ukrainer und Ukrainerinnen bedeutet das immer noch einen Kampf ums Überleben."

8.6.2022 • 17:36 Uhr

Ukrainische Getreidehändler weisen türkischen Vermittlungsversuch zurück

Der ukrainische Verband der Getreidehändler hat die Bemühungen der Türkei um eine Wiederaufnahme der Exporte über das Schwarze Meer zurückgewiesen. Ankara habe nicht ausreichend Einfluss, um eine Vereinbarung mit Russland zu vermitteln und deren Einhaltung zu garantieren, sagte der Verbandsvorsitzende Serhij Iwaschtschenko.

"Die Türkei hat nicht genug Macht im Schwarzen Meer, um die Sicherheit der Fracht und der ukrainischen Häfen zu garantieren", erklärte Iwaschtschenko. Die Ukraine würde es vorziehen, wenn NATO-Schiffe ins Schwarze Meer einführen und als Garanten dienten. Er warf Russland vor, Seeminen in dem Gebiet ausgelegt zu haben. Ihre Räumung werde drei bis vier Monate dauern.

Die Türkei und Russland hatten zuvor die Einrichtung eines Exportkorridors im Schwarzen Meer diskutiert, über den die Ukraine Getreide ausführen könnte. Russland erklärte, zunächst müssten die Seeminen in den Häfen geräumt werden. Zudem bestehe das Land auf seinem Recht, ankommende Schiffe zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass sie keine Waffen in die Ukraine bringen.

8.6.2022 • 16:57 Uhr

Polen zählt 3,9 Millionen Einreisen aus der Ukraine

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat der polnische Grenzschutz 3,9 Millionen Einreisen aus dem Nachbarland registriert. Am Dienstag kamen 22.100 Menschen über die Grenze nach Polen, wie die Behörde auf Twitter mitteilte. In die umgekehrte Richtung überquerten mit 21.300 Menschen fast genauso viele die Grenze aus Polen in die Ukraine.

Insgesamt sind seit Kriegsbeginn am 24. Februar rund 1,92 Millionen von Polen aus in die Ukraine eingereist. Dabei handelte es sich nach Angaben der Behörden zum Großteil um ukrainische Staatsbürger. Sie reisen meist in Gebiete, die die ukrainische Armee zurückerobert hat. Es gibt keine offiziellen Angaben, wie viele der Kriegsflüchtlinge in Polen geblieben und wie viele in andere EU-Staaten weitergereist sind. Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki sagte kürzlich, sein Land habe mehr als zwei Millionen Ukraine-Flüchtlinge aufgenommen.

Die UN meldet mehr als sieben Millionen aus der Ukraine geflohene Menschen.

8.6.2022 • 15:22 Uhr

Moskauer Oberrabiner ausgereist - Zuspruch verweigert

Der Moskauer Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt hat Russland wegen seiner Weigerung einer Unterstützung des Kriegs gegen die Ukraine verlassen. Er sei von den russischen Behörden aufgefordert worden sich für die "Spezialoperation" in der Ukraine auszusprechen, schrieb eine Verwandte des Oberrabbiners, Avital Chizhik-Goldschmidt, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Geistliche habe aber eine Unterstützung verweigert und sich ins Exil begeben. Er und seine Frau Dara Goldschmidt seien im März zwei Wochen nach Beginn der Ukraine-Invasion nach Ungarn gereist, um Geld für Flüchtlinge in Osteuropa zu sammeln und dann nach Israel weitergereist, teilte Chizhik-Goldschmidt mit, die als Journalistin in New York lebt.

8.6.2022 • 14:56 Uhr

Russland und Ukraine tauschen tote Soldaten aus

Die russische und die ukrainische Armee haben bei einem Austausch die Leichen von jeweils 50 getöteten Soldaten übergeben. Darunter seien auch 37 ukrainische Kämpfer, die im Asowstal-Werk in Mariupol gestorben seien, teilte das ukrainische Ministerium für die Reintegration der zeitweise besetzten Gebiete mit. Der Austausch habe an der Front in der Region Saporischschja stattgefunden.

8.6.2022 • 14:51 Uhr

Unklarheit um Leopard 2-Pläne Spaniens

Über die möglichen Pläne Spaniens, der Ukraine Leopard 2-Kampfpanzer zu liefern, gibt es weiter Unklarheit. Der deutschen Bundesregierung liegt kein Antrag Spaniens vor, sagte eine Regierungssprecherin. Wenn dieser komme, werde man ihn sorgfältig prüfen. Da die Panzer aus deutscher Produktion stammen, muss Deutschland einer Lieferung zustimmen.

8.6.2022 • 14:46 Uhr

Die Lage in der Ukraine am Nachmittag

Die schweren Kämpfe um Sjewjerodonezk halten an. Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj deutete an, dass sich die Verteidiger auf leichter zu verteidigende Positionen zurückziehen könnten. Er rechne damit, dass Russland seine Offensive weiter verstärken und mit aller Macht versuchen werde, Sjewjerodonezk und seine Nachbarstadt Lyssytschansk einzunehmen.

Ein Überblick über die Lage am Nachmittag:

8.6.2022 • 14:35 Uhr

Referendum in besetzter Region Saporischschja angekündigt

In der teilweise von russischen Truppen besetzten Region Saporischschja im Süden der Ukraine soll noch in diesem Jahr ein Referendum über den Anschluss an Russland abgehalten werden. "Die Menschen werden über die Zukunft der Region Saporischschja entscheiden, das Referendum ist für dieses Jahr geplant", zitierte die Nachrichtenagentur Tass Wladimir Rogow, einen Mitarbeiter der von Russland installierten Besatzungsverwaltung.

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. | ISW/07.06.2022

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. Bild: ISW/07.06.2022

8.6.2022 • 13:27 Uhr

Gouverneur: Tote und Verletzte durch Beschuss in Charkiw

In der Region Charkiw sind nach Angaben des Regionalgouverneurs Oleh Synjehubow bei russischem Beschuss binnen 24 Stunden fünf Menschen getötet worden. Mehr als zwölf seien zudem verletzt worden, erklärte er in der Messenger-App Telegram am Mittwoch.

In der Stadt Charkiw, der zweitgrößten des Landes, wurden Wohn- und Verwaltungsgebäude, ein Supermarkt sowie weitere Einrichtungen beschädigt, wie Synjehubow sagte. Sechs weitere Siedlungen in der Region seien unter Beschuss genommen worden, wobei dort mehrere Häuser beschädigt worden seien.

Eine Frau fotografiert einen von einer russischen Rakete zerstörten Supermarkt in Charkiw. | REUTERS

Ein von einer russischen Rakete getroffener Supermarkt in Charkiw. Fünf Menschen sollen bei russischen Angriffen in der Region getötet worden sein. Bild: REUTERS

Das russische Militär erklärte am Mittwoch, Moskau habe aus der Luft gestartete "Hochpräzisionsraketen" eingesetzt, um ein Rüstungsreparaturwerk nahe Charkiw zu treffen. Von ukrainischer Seite gab es keine Bestätigung dafür, dass eine derartige Anlage getroffen worden sei.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

8.6.2022 • 13:13 Uhr

Ukrainischer Parlamentspräsident wirbt um EU-Kandidatenstatus

Der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk hat einen möglichen EU-Beitrittskandidatenstatus für sein Land als Ansporn für weitere Reformen bezeichnet. Der 46-Jährige warb im Straßburger Europaparlament dafür, der Ukraine die Perspektive auf einen EU-Beitritt zu gewähren und den Ukrainern die Hoffnung darauf nicht zu nehmen.

Er könne den Abgeordneten versichern, dass diese Botschaft Ansporn für sein Land wäre, schnell weitere Reformen voranzutreiben, sagte Stefantschuk der Parlamentsübersetzung zufolge. Es sei wichtig, dass die Ukraine diesen Ansporn von dem EU-Gipfel am 23. und 24. Juni erhalte.

Ruslan Stefantschuk spricht im Europäischen Parlament in Straßburg.  | dpa

Ruslan Stefantschuk: Der EU-Kandidatenstatus wäre Hoffnung und Ansporn für die Ukraine. Bild: dpa

Die Unterstützung der EU-Parlamentarier hat die Ukraine sicher. Noch vor dem Gipfel will die EU-Kommission ihre Empfehlung abgeben - dann müssen die EU-Staaten einstimmig entscheiden.

8.6.2022 • 12:50 Uhr

Stiftung: Ukraine-Krieg verschärft Antisemitismus in Deutschland

Die Berliner Amadeu Antonio-Stiftung beobachtet mit dem Ukraine-Krieg eine Zunahme antisemitischer Verschwörungsmythen in Deutschland. Dazu gehörten medial bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitete Vergleiche von Putin mit Hitler und Gleichsetzungen mit dem Holocaust. Hinzu kämen Verschwörungserzählungen, nach denen der Krieg Teil eines "Great Resets" (Der große Umbruch) sei, oder Gleichsetzungen des Ukraine-Kriegs mit der Situation in Palästina, sagte Projektleiter Nikolas Lelle bei der Vorstellung des jährlich von der Stiftung erstellten "Zivilgesellschaftlichen Lagebilds Antisemitismus".

Die verschiedenen Reaktionen auf den Ukraine-Krieg zeigten, wie austauschbar Antisemitismus in Deutschland nach wie vor sei. "Der Anlass ist Antisemiten egal, deshalb nutzen sie Impfkampagnen, NATO oder Ukraine-Krieg gleichermaßen für ihre Ideologie", sagte Lelle. Ein verbindendes Element sei die Überzeugung einer hinter allen stehenden finsteren Elite. Antisemitismus schaffe eine breite Klammer über die unterschiedlichsten demokratiefeindlichen Milieus hinweg, warnte Stiftungsvorständin Tahera Ameer. Insbesondere das "Querdenken"-Milieu habe dabei den Weg für neue austauschbare Formen des Antisemitismus geebnet.

8.6.2022 • 12:44 Uhr

Melnyk kritisiert Merkel nach Interview

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat Ex-Kanzlerin Angela Merkel für die Rechtfertigung ihrer Russland-Politik in 16 Jahren Regierungsverantwortung scharf kritisiert. Leider sei in ihrem ersten Interview seit dem Regierungswechsel vor einem halben Jahr "kein Hauch Selbstkritik" zu spüren gewesen, sagte Melnyk der Nachrichtenagentur dpa. "Die Äußerungen der Ex-Kanzlerin über die Unfehlbarkeit ihres Russland-Kurses und ihres viel zu nachsichtigen Umgangs mit Diktator Putin sind befremdlich."

Merkel hatte am Dienstagabend im Gespräch mit dem Journalisten Alexander Osang im Berliner Ensemble ihren Russland-Kurs gegen die harsche Kritik der letzten Monate verteidigt. "Also ich sehe nicht, dass ich da jetzt sagen müsste, das war falsch, und werde deshalb auch mich nicht entschuldigen", sagte sie.

Melnyk hielt ihr entgegen, dass Putin geradezu hofiert worden, und Berlin dem Kremlchef immer entgegengekommen sei. Die jetzigen Äußerungen Merkels seien "sehr bedauerlich", sagte der Botschafter. "Denn ohne eine ehrliche vollumfassende Aufarbeitung der Russland-Politik Deutschlands ist es gar nicht möglich, richtige Schlüsse für das künftige Verhältnis zu Moskau ziehen und seine Aggression zu stoppen."

Die Ukrainer seien davon überzeugt, dass die deutsche Haltung zur NATO-Mitgliedschaft und EU-Beitrittsperspektive der Ukraine, die jahrelange Ablehnung von Waffenlieferungen nach der Krim-Annexion sowie das "rücksichtlose Vorantreiben" der Erdgasleitung Nord Stream 2 bis zum Krieg "Putin ermutigt haben, die Ukraine anzugreifen".

8.6.2022 • 12:28 Uhr

Scholz telefoniert mit Selenskyj

Bundeskanzler Olaf Scholz hat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über weitere deutsche Unterstützung für die Ukraine gesprochen. In einem Telefonat sei es zudem darum gegangen, wie Getreideexporte aus der Ukraine auf dem Seeweg ermöglicht werden könnten, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit.

Die russische Blockade ukrainischer Häfen hat zu einem Stopp dieser Exporte geführt, die zu steigenden Lebensmittelpreisen führt und die Ernährungskrise in vielen armen Ländern vor allem in Afrika verschärft. Scholz unterrichtete Selenskyj auch über sein Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor zwei Wochen.

Scholz hatte der Ukraine in der vergangenen Woche die Lieferung weiterer schwerer Waffen zugesagt. Bisher sind aber noch keine schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine angekommen.

Derzeit führt der Sondergesandte Selenskyjs für die EU-Perspektive der Ukraine, Oleksij Tschernyschow, Gespräche mit Regierungsvertretern in Berlin. Die Ukraine hofft, beim EU-Gipfel am 23. und 24. Juni in Brüssel einen Kandidatenstatus zu erhalten.

8.6.2022 • 11:59 Uhr

Lawrow: Häfen müssen für Getreideexporte entmint werden

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hält den Export des blockierten ukrainischen Weizens auf dem Seeweg für möglich. Voraussetzung sei, dass die Ukraine die Zugänge zu ihren Häfen entmine, sagt Lawrow nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Im Übrigen verlaufe die "militärische Sonderoperation" Russlands in der Ukraine nach Plan, fügt Lawrow hinzu.

8.6.2022 • 11:11 Uhr

Russland: Hohe ukrainische Verluste im Donbass

Die ukrainischen Streitkräfte verzeichnen nach russischen Angaben hohe Verluste bei den Kämpfen um die Region Donbass im Osten des Landes. Allein bei Gefechten um die Stadt Swjatohirsk habe die Ukraine innerhalb von drei Tagen mehr als 300 Kämpfer verloren, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zudem seien 15 Kampffahrzeuge und 36 Waffensysteme zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der Sprecher berichtete auch von russischen Raketenangriffen auf eine Panzerfabrik in Charkiw. Im Gebiet um die Millionenstadt seien zudem mehrere Gefechtsstände und Truppenansammlungen sowie Stellungen von Raketenwerfern mit Luft-Boden-Raketen beschossen worden. Darüber hinaus habe Russland seine taktische Luftwaffe, die Raketenstreitkräfte und Artillerie in den Gebieten Donezk und Luhansk sowie im südukrainischen Saporischschja eingesetzt. Insgesamt habe die Ukraine binnen 24 Stunden mehr als 480 Soldaten verloren.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

8.6.2022 • 11:07 Uhr

Russisch-türkische Gespräche über Getreideexporte

Russlands Außenminister Lawrow hat in Ankara mit seinem türkischen Amtskollegen Cavusoglu über Getreideexporte aus der Ukraine gesprochen. Ziel ist ein sicherer Korridor für Getreidelieferungen per Schiff aus der Ukraine sein, sowie für Frachtschiffe mit Nahrung und Düngemittel aus Russland. Ein solcher Korridor könnte von den Vereinten Nationen überwacht werden. Die Türkei könnte den Plänen zufolge den Transport von Getreide durch das Schwarze Meer ermöglichen und beschützen, so türkische Regierungsvertreter.

Sergej Lawrow und Mevlut Cavusoglu | EPA

Russlands Außenminister Lawrow spricht mit seinem türkischen Amtskollegen über Getreideexporte aus der Ukraine. Bild: EPA

Hintergrund ist eine drohende Nahrungsmittelkrise wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, in dessen Zuge ukrainisches Getreide über die Schwarzmeerhäfen des Landes den Weltmarkt und damit etliche Entwicklungsländer nicht mehr erreicht. Viele der Häfen sind zudem schwer vermint. Die Ukraine ist einer der weltweit größten Exporteure für Weizen, Mais und Sonnenblumenöl. Schätzungsweise 22 Millionen Tonnen Getreide lagern in ukrainischen Silos.

8.6.2022 • 10:32 Uhr

Weiter schwere Kämpfe um Sjewjerodonezk

Im Osten der Ukraine halten die schweren Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk unvermindert an. Die ukrainische Seite berichtete am Mittwoch, ihre Stellungen würden von russischen Truppen rund um die Uhr beschossen. Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, sagte im Fernsehen: "Mörser, Artillerie, Panzer, Luftangriffe, alles fliegt gerade dorthin." Zugleich versicherte er, dass niemand etwas aufgeben werde, selbst wenn die ukrainischen Soldaten gezwungen seinen, sich auf besser befestigte Positionen zurückzuziehen.

Wegen der schweren Angriffe werde die Bahntrasse zwischen Bachmut und Lyssytschansk von der Ukraine nicht mehr benutzt, sagte der Gouverneur. Der Nachschub für die Nachbarstädte Lyssytschansk und Sjewjerodonezk werde nun auf anderen Wegen dorthin gebracht. Dem ukrainischen Generalstab zufolge gab es verstärkte Luftangriffe in Richtung Bachmut im Gebiet Donezk und um die ukrainische Gruppierung bei Solote im Gebiet Luhansk. Zum Einsatz kamen demnach auch russische Kampfhubschrauber des Typs Ka-52.

8.6.2022 • 10:20 Uhr

Russland zerstört angeblich Ackerland in der Ukraine

Das ukrainische Militär wirft Russland die Zerstörung von landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Region Mykolaiw vor. "Diejenigen, die vorgeben, besorgt über die Welternährungskrise zu sein, greifen in Wirklichkeit Ackerland und Infrastrukturstandorte an", erklärt das Militärkommando im Süden der Ukraine auf Facebook. Es seien Brände von beträchtlichem Ausmaß ausgebrochen. Die russische Regierung bestreitet die Verantwortung für die internationale Nahrungsmittelkrise und macht westliche Sanktionen dafür verantwortlich. Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure weltweit.

8.6.2022 • 08:20 Uhr

Auch Lyssytschansk unter russischem Beschuss

Die russischen Truppen greifen nach Angaben des Gouverneurs von Luhansk nicht nur Sjewjerodonezk, sondern auch seine Zwillingsstadt Lyssytschansk auf der anderen Seite des Flusses Siwerskyj Donez an. Am Dienstag sei ein Einheimischer auf einer Straße im Zentrum getötet worden, sagt Gouverneur. Eine Frau sei verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Die Region Luhansk liegt im Osten der Ukraine und bildet zusammen mit der Region Donezk den Donbass. Dort konzentriert das russische Militär seit Wochen seine Offensive.

Der Gouverneur von Luhansk geht davon aus, dass sich der Beschuss durch russische Truppen intensivieren werde. Die Ukraine erwartet eine russische Großoffensive in der Region.

8.6.2022 • 07:59 Uhr

Norwegen bestätigt Lieferung von 22 Panzerhaubitzen

Das norwegische Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass das Land 22 Panzerhaubitzen vom Typ M109A3 an die Ukraine geliefert hat. Hinzu kommen Ersatzteile, Munition und weiter Ausrüstung. Die Ukraine habe um diese Art der Rüstungsunterstützung gebeten, so der Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram. Die Ausbildung der ukrainischen Soldaten habe in Deutschland stattgefunden.

Das Verteidigungsministerium habe aus Sicherheitsgründen nicht früher über diese Lieferung gesprochen. Auch über weitere Waffenlieferungen werde nicht unbedingt laufend informiert. Die gelieferten Panzerhaubitzen sind bereits an der Front im Einsatz.

8.6.2022 • 06:28 Uhr

Separatisten starten Prozess gegen ausländische Kämpfer

Die prorussischen Separatisten im Donbass-Gebiet haben nach eigenen Angaben den Prozess gegen drei Ausländer aus den Reihen der ukrainischen Armee begonnen. Das oberste Gericht der selbsternannten separatistischen Donezker Volksrepublik habe Anklage gegen zwei Briten und einen Marokkaner wegen Söldnertums erhoben, berichtete die russische staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits erklärt, dass gegen die Angeklagten die Todesstrafe verhängt werden könne.

Auf ukrainischer Seite kämpfen auch viele Freiwillige aus dem Ausland. Kiew selbst hatte sie zur Hilfe gerufen. In Moskau allerdings werden diese Freiwilligen als Söldner bezeichnet. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums erklärte, sie würden nicht als Kombattanten betrachtet. Die internationalen Konventionen zur Behandlung von Kriegsgefangenen würden für sie nicht gelten. Daher müssten sie bei einer Gefangennahme "im besten Fall" mit einer langen Gefängnisstrafe rechnen. Die prorussischen Separatisten hatten zugleich mehrfach öffentlich damit gedroht, gefangene Ausländer in den Reihen der ukrainischen Armee hinrichten zu lassen.

8.6.2022 • 05:01 Uhr

Bauernpräsident rechnet mit steigendem Getreidepreis

Der Ukraine-Krieg hat laut Bauernpräsident Joachim Rukwied "massive Auswirkungen auf die deutsche Landwirtschaft" - vor allem mit Blick auf die Kosten für Betriebsmittel. Das habe auch Folgen für die Verbraucher, sagte Rukwied in einem Interview der "Passauer Neuen Presse". "Die Energiepreise haben sich verdoppelt, der Preis für Düngemittel, insbesondere Stickstoffdünger, hat sich im Schnitt vervierfacht, Futter kostet mehr", erklärte Rukwied. Die höheren Kosten auf Erzeugerseite seien aber "noch nicht alle eingepreist". "Das heißt, die Preise für die Verbraucher werden nach unserer Einschätzung weiter steigen."

Im Falle einer Gasknappheit sei es zudem wichtig, die Land- und Ernährungswirtschaft bei der Versorgung mit Gas zu priorisieren. "Wir brauchen Gas im Düngemittel-Bereich, um Stickstoff herstellen zu können. Wenn wir dafür kein Gas bekommen, würden die Erträge je nach Kulturen kurzfristig um 30 bis 40 Prozent einbrechen", sagte Rukwied. Die Versorgung mit Lebensmitteln sei vorerst noch sicher. "Wir gehen davon aus, dass die Versorgungssicherheit, was Lebensmittel angeht, bis zum ersten Quartal nächsten Jahres gegeben ist", sagte der Bauernpräsident, warnte aber zugleich: "Darüber hinaus kann ich keine Prognose wagen - dazu gibt es in vielen Bereichen zu viel offene Fragen, die zum Teil nur die Politik beantworten kann."

8.6.2022 • 04:00 Uhr

Ukraine startet Informationssystem zu Kriegsverbrechen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein neues Informationssystem zu Kriegsverbrechen angekündigt. In der kommenden Woche solle ein "Buch der Henker" gestartet werden, in dem bestätigte Informationen über Kriegsverbrecher und Kriminelle der russischen Streitkräfte gesammelt werden sollen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

"Ich habe wiederholt betont, dass sie alle zur Rechenschaft gezogen werden. Und wir gehen das Schritt für Schritt an", so der Präsident. Bei den gesammelten Informationen gehe es um "spezifische Fakten über spezifische Menschen, die spezifische Gewaltverbrechen gegen Ukrainer begangen haben". Es gehe darum, nicht nur die direkten Täter wie etwa die Soldaten zur Verantwortung zu ziehen, sondern auch deren Befehlshaber, die die Taten ermöglicht hätten - "in Butscha, in Mariupol, in all unseren Städten".

8.6.2022 • 03:36 Uhr

Reparatur von Russlands Flugzeugträger verzögert sich erneut

Die Reparaturarbeiten an Russlands einzigem Flugzeugträger verzögern sich einem Medienbericht zufolge weiter. Die "Admiral Kusnezow" werde frühestens 2024 wieder in Dienst gestellt werden können, meldet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Verteidigungskreise. Die bisherige Arbeit sei fehlerhaft. Das Schiff lief 1985 vom Stapel, Umbauarbeiten sollten ursprünglich in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das Datum wurde später jedoch auf 2023 verschoben.

8.6.2022 • 00:27 Uhr

Russische Agentur: Mehr als 1000 Kriegsgefangene aus Mariupol in Russland

Mehr als 1000 ukrainische Kriegsgefangene aus dem eroberten Stahlwerk in Mariupol sind mittlerweile nach Russland gebracht worden. Die russischen Strafverfolgungsbehörden beschäftigten sich derzeit mit ihnen, meldete die russische Staatsagentur Tass unter Berufung auf Sicherheitskreise. Unter ihnen könnten mehr als 100 ausländische "Söldner" sein. Bald würden noch mehr ukrainische gefangene Soldatinnen und Soldaten aus der südostukrainischen Hafenstadt nach Russland transportiert.

Im Mariupoler Stahlwerk Asowstal, der letzten Bastion der ukrainischen Verteidiger, hatten sich Ende Mai nach wochenlangem Kampf insgesamt mehr als 2400 ukrainische Kämpfer ergeben. Die ukrainische Führung befürchtet, dass die Kriegsgefangenen gefoltert und ermordet werden. Russland behauptet, unter den Soldaten seien besonders viele Neonazis - Moskau zieht das 2014 von Rechtsextremen gegründete Regiment Asow, das viele Kämpfer in Mariupol stellte, immer wieder als Rechtfertigung für seinen Angriffskrieg heran. Das Regiment ist Teil der ukrainischen Nationalgarde. Internationale Experten sind der Meinung, das Regiment habe inzwischen weitgehend mit seiner rechtsradikalen Vergangenheit gebrochen.

7.6.2022 • 23:26 Uhr

Weltbank gibt weitere 1,5 Mrd. Dollar für Ukraine

Die Weltbank bewilligt neue Hilfen für die Ukraine. Das Direktorium segnet zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar ab, mit denen Gehälter von Regierungsmitarbeitern und Sozialarbeitern bezahlt werden sollen. Damit werde die bereits zugesagte Unterstützung für Kiew auf über vier Milliarden Dollar erhöht, hieß es. Die jüngste Finanzierungsrunde werde unter anderen von Großbritannien, den Niederlanden, Litauen und Lettland garantiert.