Eine Impfung wird verabreicht. | AP
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Biden erhöht Impfdruck auf Pflegepersonal ++

Stand: 18.08.2021 22:33 Uhr

Die US-Regierung fordert von Pflegeheim-Mitarbeitern, sich impfen zu lassen. Die USA werden außerdem von Mitte September an allen Bürgern eine Corona-Auffrischungsimpfung anbieten. Der Liveblog vom Mittwoch zum Nachlesen.

  • RKI: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 40,8
  • Verbraucherzentralen warnen vor falschen Impfangeboten
  • Sydney meldet trotz Lockdown höchsten Tagesanstieg
  • Israel will 1,6 Millionen Schüler auf Corona-Antikörper testen
  • In allen Bundesländer mindestens jeder Zweite vollständig geimpft
18.8.2021 • 22:35 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute schließen wir den Corona-Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse - bleiben Sie gesund.

18.8.2021 • 22:33 Uhr

US-Regierung will Impfpflicht für Pflegeheimmitarbeiter

Die US-Regierung will Beschäftigten von Pflegeheimen eine Impfung gegen das Corona-Virus vorschreiben, wenn die Heime weiterhin Geld aus den öffentlichen Krankenversicherungen Medicare und Medicaid erhalten wollen. Entsprechende Berichte hat das Weiße Haus gerade bestätigt. Die US-Regierung versucht, mit derartigen Anordnungen die Zahl der Impfwilligen im Land zu erhöhen. Bislang sind nach offiziellen Zahlen Hunderttausende Beschäftigte in Pflegeheimen nicht geimpft, obwohl die Einrichtungen vor allem zu Beginn der Pandemie besonders betroffen waren und die Beschäftigten zu den ersten zählten, die impfberechtigt waren.

In den vergangenen Wochen wurden bereits Millionen Bundesbeschäftigte von der Regierung gezwungen, eine Impfung nachzuweisen oder sich andernfalls an strenge Auflagen zu halten. Für Militärbedienstete soll ebenfalls eine Impfpflicht eingeführt werden. Der Vorstoß scheint zu wirken: Im Lauf des vergangenen Monats hat sich die Rate neuer Impfungen fast verdoppelt.

18.8.2021 • 21:23 Uhr

Angebote für psychisch belastete Jugendliche im Südwesten

Psychiater erwarten zum Beginn des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg im September viele psychisch belastete Kinder. Diese sollen nun mehr Möglichkeiten für eine Behandlung erhalten. Darauf haben sich die rund 50 Teilnehmer eines digitalen Fachgipfels zur psychischen Situation von Kindern und Jugendlichen in Folge der Corona-Pandemie geeinigt. Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) hatte zu der Videokonferenz Experten, die Jugendhilfe, die Jugendsozialarbeit und Betroffenenverbände eingeladen. Eine Arbeitsgruppe soll nun laut Lucha Vorschläge zusammenstellen. Genaue Zielvorgaben nannte der Minister nicht.

18.8.2021 • 21:17 Uhr

Mobile Impfteams starten an Schulen in Schleswig-Holstein

Knapp drei Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres in Schleswig-Holstein fahren ab morgen mobile Impfteams zu den Schulen. An 250 Standorten sollen Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte sich freiwillig gegen Corona impfen lassen können. Dafür ist der Impfstoff von BioNTech und Pfizer vorgesehen. Bislang haben sich mehr als 10.500 Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein für eine Impfung in der Schule angemeldet.

18.8.2021 • 21:11 Uhr

Niedersachsen plant neue Corona-Verordnung

Bereits ab kommender Woche Mittwoch soll in Niedersachsen nicht mehr nur die Sieben-Tage-Inzidenz eine Rolle bei der Verhängung von Corona-Maßnahmen spielen, sondern auch die Zahl der belegten Krankenhausbetten. Der parlamentarische Gesundheitsausschuss des Landtags diskutierte heute über den Entwurf. Dieser befindet sich aber noch in Abstimmung.

18.8.2021 • 20:04 Uhr

Kölner Karneval plant "weitgehend normale Session" - mit 3G-Regel

Nach einem Gespräch der Karnevalisten mit Vertretern der NRW-Landesregierung über die neuen Corona-Regeln geht das Festkomitee Kölner Karneval von einer "weitgehend" normalen Session 2022 für Geimpfte, Genesene und mittels PCR-Test Getesteten aus. Anders als in Düsseldorf, wo bei einigen Saalveranstaltungen nur Immunisierte teilnehmen dürfen, ermögliche ein negativer PCR-Test aber auch allen, die weder geimpft noch genesen sind, die Teilnahme an Bällen, Sitzungen und Partys in Innenräumen, hieß es in einer Mitteilung.

Ein PCR-Test ist gemäß der aktuellsten Corona-Schutzverordnung für Tanzveranstaltungen in Innenräumen bei einer 7-Tages-Inzidenz von über 35 vorzulegen, sofern man nicht geimpft oder genesen ist. Die Vorgaben ließen damit auch gemeinsames Singen und Tanzen, aber auch Blasmusik und alle anderen typischen Karnevalsaktivitäten zu, hieß es weiter.

Die sogenannte 3G-Regel - geimpft, genesen oder getestet - sollen auch für Umzüge gelten, wobei für die Zuschauer an der frischen Luft dann ein Schnelltest ausreiche, wie das Festkomitee Kölner Karneval am Mittwoch weiter mitteilte. Wie das kontrolliert werden solle, dazu gebe es Absprachen zwischen Veranstaltern und Behörden. "Die Jecken haben den Schlüssel zum unbeschwerten und sicheren Feiern nun selbst in der Hand", erklärte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn.

18.8.2021 • 20:01 Uhr

Steinmeier mit erster "Bürgerlage" in Präsenz zu Erfahrungen in Corona-Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt erstmals direkt mit Bürgerinnen und Bürgern zu einem Lage-Gespräch über Erfahrungen in der Corona-Pandemie zusammen. Zuvor hatte es drei solcher "Bürgerlagen" digital gegeben. Weiterhin online können auch Zuschauerinnen und Zuschauer des angebotenen Livestreams Fragen an die Gesprächsrunde stellen.

Gäste Steinmeiers im Schloss Bellevue sind eine Pflegedienstleiterin aus Bremen, Ehrenamtliche aus einem Fußballverein in Nordrhein-Westfalen und bei einer Tafel in Sachsen-Anhalt, ein junger Auszubildender sowie eine Musikerin aus Berlin, eine Hotelbesitzerin aus Bayern und eine Schulleiterin aus Nordrhein-Westfalen.

18.8.2021 • 19:28 Uhr

Hamburg bekommt zentralen Gedenkort für Corona-Opfer

Die Stadt Hamburg will einen zentralen Gedenkort für die Opfer und die Folgen der Corona-Pandemie schaffen. Die Fraktionen von SPD, Grünen, CDU und Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen einen entsprechenden gemeinsamen Antrag. Die AfD-Fraktion enthielt sich bei der Abstimmung. Bei der Wahl und Ausgestaltung des Ortes sollen Hinterbliebene und die Religionsgemeinschaften miteinbezogen werden. Die Pandemie werde für immer eine Zeit großen Schmerzes, größter Entbehrungen und Belastungen für viele Menschen bleiben, begründete der SPD-Abgeordnete Dirk Kienscherf die gemeinsame Initiative.

Allein in Hamburg seien bereits über 1.600 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet worden. "Wir als Bürgerschaft können den Verlust nicht wegräumen", so Kienscherf. "Aber wir können dazu beitragen, einen zentralen Ort des Gedenkens und der Trauer in der Stadt zu schaffen." AfD-Politiker Krzysztof Walczak warf die Frage auf, warum den Opfern des Coronavirus eine zentrale Gedenkstätte gewidmet werden solle, den Todesopfern anderer Krankheiten aber nicht. Es gehe darum, die Corona-Politik des Senats nachträglich zu legitimieren, erklärte er.

18.8.2021 • 19:07 Uhr

UN-Biodiversitätsgipfel erneut verschoben

Wegen der Corona-Pandemie wird der Präsenz-Teil der internationalen Artenschutzkonferenz erneut verschoben. Wie die Vereinten Nationen mitteilten, soll der COP15-Gipfel zwar wie geplant am 11. Oktober offiziell eröffnet werden - allerdings nur virtuell. Die persönlichen Verhandlungen über ein UN-Artenschutzabkommen sollen nun erst Ende April 2022 im südchinesischen Kunming stattfinden.  Ursprünglich sollte der Gipfel bereits im Oktober 2020 stattfinden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben. An der Konferenz sollen Vertreter von fast 200 Staaten teilnehmen.

Vergangenen Monat hatte Mremas Behörde nach monatelanger Vorarbeit einen Entwurf für das Abkommen vorgestellt. Demnach sollten mindestens 30 Prozent der Meere und der Landflächen der Erde künftig Schutzgebiete werden.

18.8.2021 • 17:35 Uhr

Einreise-Testpflicht mit neuer rechtlicher Grundlage

Die bestehende Pflicht zum Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung, eines Testes oder der Genesung bei der Einreise nach Deutschland wird auf eine neue Grundlage gestellt. Das Bundeskabinett beschloss in Berlin eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Die bereits seit Anfang August gültige Regelung basierte bisher auf einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums. Die Änderung soll zusammen mit einem ebenfalls im Kabinett beschlossenen Gesetz zu Hilfen nach der Hochwasserkatastrophe in Deutschland im Bundestag verabschiedet werden.

Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist - mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gab es zuvor schon für alle Flugpassagiere. Sie wurde auf alle Verkehrsmittel ausgeweitet, also auch für Einreisen per Auto oder Bahn, um die Gefahr zu verkleinern, dass Einreisende vor allem zum Ende der Sommerferien zu einer verstärkten Verbreitung des Virus beitragen.

18.8.2021 • 17:00 Uhr

WHO hält Auffrischungsimpfungen noch nicht für nötig

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält Corona-Auffrischungsimpfungen derzeit noch nicht für erforderlich. Die aktuellen Daten deuten nicht darauf hin, dass eine solche Booster-Impfung nötig sei, sagt WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan auf einer Pressekonferenz in Genf. WHO-Berater Bruce Aylward verwies auf Auffrischungsimpfungen, die in reicheren Ländern bereits verabreicht werden: "Es gibt weltweit genügend Impfstoff, aber er wird nicht in der richtigen Reihenfolge an die richtigen Stellen gegeben."

Erst sollten die am meistgefährdeten Menschen weltweit zwei Dosen erhalten, bevor die vollständig geimpften Menschen eine Auffrischungsimpfung bekommen: "Davon sind wir noch weit, weit entfernt", sagt er.

18.8.2021 • 16:55 Uhr

Dritte Impfung in den USA ab Mitte September

Die USA werden von Mitte September an allen Bürgern eine Corona-Auffrischungsimpfung anbieten. Die US-Gesundheitsbehörden begründeten dies mit einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Impfstoffe und der Ausbreitung der Delta-Variante. Ab dem 20. September soll deswegen eine dritte Impfdosis mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna angeboten werden.

18.8.2021 • 16:23 Uhr

Merkel: "Lassen Sie sich impfen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die noch nicht geimpften Menschen in Deutschland, für die eine Impfung in Frage kommt, zu dem Schritt auf. "Lassen Sie sich impfen, Sie tun damit ein gutes Werk - nicht nur für sich, sondern auch für unsere Gemeinschaft, für die der öffentliche Gesundheitsdienst so sehr arbeitet", sagte Merkel bei der Entgegennahme einer Ehrung des Berufsverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Berlin.

18.8.2021 • 16:15 Uhr

Israel will 1,6 Millionen Schüler auf Corona-Antikörper testen

Israel will vor Beginn des neuen Schuljahres am 1. September landesweit 1,6 Millionen Schüler auf Corona-Antikörper testen. Ziel ist nach Angaben des Erziehungsministeriums, mehr Präsenzunterricht zu ermöglichen. Ausgenommen seien bei den Tests nur die 15- bis 18-Jährigen, da in dieser Altersgruppe die Impfquote bei rund 70 Prozent liege, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Das Land hatte bereits vergangene Woche mit einem Pilotprojekt für Antikörper-Tests an religiösen Schulen begonnen.

18.8.2021 • 16:04 Uhr

Inzidenz Ungeimpfter in Bayern zehnmal so hoch

In Bayern sind Ungeimpfte derzeit zehnmal so oft von Corona-Infektionen betroffen wie Geimpfte. "Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei Ungeimpften in Bayern bei 58 pro 100.000 Einwohner. Dagegen beträgt sie bei Geimpften in Bayern nur 5,75 pro 100.000 Einwohner", sagt Gesundheitsminister Klaus Holetscheck (CSU) mit Verweis auf die Zahlen vom Dienstag.

Insgesamt hat sich die Inzidenz im Freistaat bis Mittwoch binnen acht Tagen auf 31 verdoppelt; 56,5 Prozent der bayerischen Bürger sind geimpft. "Die beginnende vierte Welle zeichnet sich unverkennbar ab", sagt Holetschek. Er plädiert erneut dafür, die Belastung der Krankenhäuser mit Corona-Patienten und das Ausmaß des Impfschutzes in die Beurteilung der Lage einzubeziehen.

18.8.2021 • 15:21 Uhr

Reisemobil-Boom hält an

Angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie sind Reisemobile und Caravans in Deutschland so gefragt wie noch nie. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden rund 75.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen, wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) in Düsseldorf berichtete. Das hohe Vorjahresniveau wurde damit noch einmal um sechs Prozent übertroffen. Insgesamt hofft die Branche in diesem Jahr, 120.000 mobile Eigenheime zu verkaufen, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Doch sicher ist dies noch nicht. Denn aktuell haben die Hersteller von Reisemobilen und Caravans wie viele andere deutsche Produzenten unter Problemen in der Lieferkette.

18.8.2021 • 14:38 Uhr

IfW-Chef: "Systematische Datenerhebung politisch nicht gewollt"

Der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, wirft der Bundesregierung gravierende Versäumnisse beim Erheben verlässlicher Coronazahlen vor. "Deutschland könnte umfassende, genaue Daten zur Pandemie erheben: vom Infektionsgeschehen bis zum Impfen. Anhand dieser Daten könnte die Politik zielgerichtete Maßnahmen ergreifen", sagt Felbermayr dem "Spiegel". "Aber: Die systematische Datenerhebung ist politisch nicht gewollt."

Dem Magazin zufolge hatte Felbermayrs IfW zusammen mit dem Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie und anderen Institutionen der Bundesregierung ein Konzept für ein Corona-Screening vorgelegt - ohne Erfolg. "Ich bezweifle stark, dass die verantwortlichen Politiker Interesse daran haben, so kurz vor der Wahl ein komplettes Datenbild zu erheben", sagt Felbermayr. "Dann kommen am Ende Informationen heraus, die man nicht kontrollieren kann oder die vielleicht sogar Politikversagen belegen könnten."

18.8.2021 • 14:27 Uhr

Neuseeland - nach Lockdown auch Maskenpflicht

Nach der Entdeckung weiterer Corona-Fälle hat Neuseeland die Pandemie-Maßnahmen verschärft. Für Menschen ab zwölf Jahren gelte eine Maskenpflicht, teilte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern mit. Medienberichten zufolge sollte die Regelung von Donnerstag an unter anderem in geschlossenen Räumen wie Supermärkten, Tankstellen, medizinischen Einrichtungen sowie öffentlichen Verkehrsmitteln gelten. Am Vortag hatte die Regierung nach dem ersten lokalen Corona-Fall seit knapp sechs Monaten bereits einen landesweiten Lockdown verhängt.

18.8.2021 • 13:59 Uhr

Disco-Betreiber: Kritik an PCR-Test-Vorschrift für Club-Besuch

Der Berufsverband der Discotheken-Betreiber will ein Gerichtsverfahren gegen die aus seiner Sicht "unsinnige" PCR-Test-Vorschrift für den Besuch von Tanzveranstaltungen unterstützen. "Kein junger Mensch lässt sich weit vor dem Wochenende für rund 70 Euro testen. Das ist eine Impfpflicht, die nicht so heißen und nur Druck ausüben soll", sagte Disco-Besitzer Holger Bösch, stellvertretender Präsident des Berufsverbandes deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe (BDT), der zum Gaststättenverband Dehoga gehört, der Nachrichtenagentur dpa.

Entsprechend der neuen Corona-Regeln in NRW müssen ab Freitag in Städten und Kreisen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz über 35 alle Club-Besucher, die nicht geimpft oder genesen sind, einen maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen. Für andere Indoor-Veranstaltungen oder Sport genügt ein Schnelltest.

18.8.2021 • 13:40 Uhr

Kindliches Immunsystem: Virus offenbar schneller bekämpfbar

Das kindliche Immunsystem scheint laut Forschern auf die Attacken des Coronavirus besser vorbereitet zu sein als das von Erwachsenen. Die Zellen der oberen Atemwege befinden sich einer aktuellen Untersuchung zufolge bereits in erhöhter Alarmbereitschaft und können das Virus im Falle einer Infektion schnell bekämpfen, bevor es sich massiv vermehrt. Das erklärt vermutlich auch, warum Kinder sehr viel seltener als Erwachsene schwer an Covid-19 erkranken. Das berichten Forschende aus Berlin und Heidelberg im Fachmagazin "Nature Biotechnology".

"Wir wollten verstehen, warum die Virusabwehr bei Kindern offenbar so viel besser funktioniert als bei Erwachsenen", erklärte Irina Lehmann, Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Epidemiologie am Berlin Institute of Health (BIH) an der Berliner Charité. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen 42 gesunden und infizierten Kindern sowie 44 Erwachsenen einige Zellen der Nasenschleimhaut. Sie analysierten dann unter anderem die Aktivität bestimmter Gene in den einzelnen Zellen. Um Viren schnell bekämpfen zu können, müssen sogenannte Mustererkennungsrezeptoren aktiviert werden, erläutern die Forschenden. Und genau dieses System war bei den Kindern in den Zellen der oberen Atemwege und in bestimmten Zellen des Immunsystems aktiver als bei den Erwachsenen, zeigten die Analysen.

18.8.2021 • 12:40 Uhr

Eltern in Niedersachsen fordern sicheren Präsenzunterricht

Der Landeselternbeirat Niedersachsen hat zwei Wochen vor dem neuen Schuljahr einen sicheren Präsenzunterricht gefordert. Dazu sei eine Bestandsaufnahme aller Vorbereitungen vor dem Schulbeginn nötig, sagte der Vorsitzende Michael Guder in Hannover. "Die Pandemie hat uns und unseren Kindern und Jugendlichen in den vergangenen anderthalb Jahren viel abverlangt und die Familien haben sich sehr diszipliniert und solidarisch verhalten. Jetzt ist es Zeit, dass ihre Bedürfnisse wieder mehr in den Blickpunkt rücken."

Guder zufolge seien die Eltern im Land beunruhigt. Das Bundesprogramm für Luftfilter in den Klassenräumen sei viel zu spät gekommen. Krisensichere Klassenzimmer seien aber unabdingbar. "Wir müssen alle notwendigen Voraussetzungen schaffen, dass wir nicht wieder zurückfallen in den Wechsel- und Distanzunterricht. Das ist ein Schaden, den wir am Ende nicht wiedergutmachen können."

Schulranzen stehen auf einer Bank | dpa

Zwei Wochen vor Schulbeginn in NIedersachsen fordert der Landeselternbeirat Niedersachsen einen sicheren Präsenzunterricht. Bild: dpa

18.8.2021 • 12:14 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern verzichtet vorerst auf Sputnik V

Mecklenburg-Vorpommern hat seine Pläne zum Ankauf des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik nach langem Zögern nun doch auf Eis gelegt. Statt des Kabinetts befasste sich die Runde der Staatssekretäre mit dem Thema. In einer Sondersitzung kamen diese überein, den Vorgang "ruhend" zu stellen, damit keine weiteren Kosten entstehen. Das geht aus dem Protokoll der Beratung hervor, aus dem am Mittwoch zunächst der NDR zitierte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums flossen zur Anbahnung des Geschäfts bislang 21.500 Euro an eine Anwaltskanzlei, die im Auftrag des Landes tätig war.

18.8.2021 • 11:59 Uhr

In allen Bundesländer mindestens jeder Zweite vollständig geimpft

Bei den Corona-Impfungen ist jetzt in allen 16 Bundesländern mindestens jeder zweite Einwohner vollständig geimpft. Als letztes Land schaffte Sachsen die Marke von 50 Prozent mit nun 50,1 Prozent, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Vier Länder sind bereits über der Marke von 60 Prozent: Bremen mit 68,3 Prozent voll geimpften Einwohnern, das Saarland mit 62,5 Prozent, Schleswig-Holstein mit 61,4 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 60,3 Prozent.

Bundesweit sind 57,8 Prozent der Bevölkerung - 48,1 Millionen Menschen - vollständig geimpft. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben nunmehr 52,8 Millionen Menschen oder 63,5 Prozent der Bevölkerung. Dabei nimmt die Zahl der Erstimpfungen wieder etwas zu, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Demnach bekamen am Dienstag gut 92.000 Menschen eine Erstimpfung, an den Dienstagen der beiden Vorwochen waren es jeweils rund 75.000.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief nicht geimpfte Menschen erneut zum Mitmachen auf. "Jede einzelne Impfung bringt uns allen mehr Sicherheit und Normalität", schrieb der CDU-Politiker bei Twitter. Er wies darauf hin, dass sich am Dienstag 22.500 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren erstmalig impfen ließen - dies seien mehr als 20 Prozent aller Erstimpfungen dieses Tages. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte sich am Montag nun auch generell für Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen.

18.8.2021 • 10:25 Uhr

Formel 1 sagt Japan-Rennen erneut ab

Die Formel 1 fährt wegen der Folgen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht in Japan. Nach längeren Verhandlungen mit dem Veranstalter und den Behörden werde das eigentlich für den 10. Oktober geplante Rennen in Suzuka abgesagt, teilte die Rennserie mit. Zuvor hatte die japanische Regierung wegen der alarmierenden Corona-Infektionslage den Notstand für die Hauptstadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet.

Die Formel 1 werde in den kommenden Wochen die neuen Pläne für einen umgebauten Kalender vorlegen, hieß es. Auch die WM-Läufe in Kanada, Singapur und Australien waren bereits abgesagt worden. Zweifel halten sich zudem, ob das Rennen in Brasilien im November stattfinden kann.

18.8.2021 • 10:24 Uhr

Lockdown auf Kreta nach erhöhter Zahl von Corona-Infektionen

Nachdem eine erhöhte Zahl von Corona-Infektionen auf Kreta registriert wurde, hat die Regierung in Athen auf der Urlaubsinsel für sieben Tage ein nächtliches Ausgehverbot für die Region Rethymno verhängt. Zudem wurde eine entsprechende Verordnung, die bereits seit einer Woche für die Region Chania und Iraklio gilt, um sieben Tage verlängert. Die teilte die Regierung in der Nacht zum Mittwoch mit. Die Einschränkungen gelten damit im größten Teil der Mittelmeerinsel. Nur die östlichste Region Kretas von Lasithi mit den Urlaubsgebieten um Agios Nikolaos, Elounda, Sitia und Ierapetra ist nicht von dem Lockdown betroffen.

18.8.2021 • 08:57 Uhr

Israel: "Grüner Pass" für fast alle Lebensbereiche

In Israel gilt seit heute wegen massiv steigender Corona-Infektionszahlen der sogenannte Grüne Pass für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Alle Personen ab drei Jahren müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind, wenn sie etwa Sport- oder Kulturveranstaltungen, Fitnessstudios, Museen, Restaurants, Universitäten und Konferenzen besuchen wollen. In Gebetshäusern gilt eine Ausnahme für bis zu 50 Personen. Kinder bis zwölf Jahre können kostenlos getestet werden. Ab zwölf Jahre müssen die Kosten selbst übernommen werden.

Am Dienstagabend hatte das Gesundheitsministerium 8726 neue Corona-Infizierte für den Vortag gemeldet - den höchsten Wert seit mehr als einem halben Jahr.

18.8.2021 • 08:56 Uhr

Österreich erwägt Beschränkungen für Ungeimpfte

In Österreich könnte es ab dem Herbst Beschränkungen für Ungeimpfte geben. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) kann sich etwa vorstellen, dass Veranstaltungen künftig nur mehr von Geimpften besucht werden dürfen. "Ich glaube, dass vor einer zunehmend präkerer werdenden epidemiologischen Lage im Herbst wir über '1-G' reden müssen und ich kann mir das im Oktober durchaus vorstellen", sagt der Minister. Zuerst müsse aber jeder die Gelegenheit gehabt haben, sich impfen zu lassen. Derzeit gilt für Veranstaltungen, Freizeiteinrichtungen oder die Gastronomie die "3-G-Regel". Eingelassen werden darf wer getestet, geimpft oder genesen ist.

18.8.2021 • 08:54 Uhr

Verbraucherzentralen warnen vor falschen Impfangeboten

Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrug mit falschen Impfangeboten. "Manche Menschen klingeln gerade in den sozialen Brennpunkten an Haustüren, um vermeintliche Impfungen zu verkaufen", sagte der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Am Ende ist das Geld weg, eine Impfung gibt es nicht." Um solchen Machenschaften einen Riegel vorzuschieben, gehörten Haustürgeschäfte verboten, erklärte Müller.

18.8.2021 • 08:53 Uhr

Gastgewerbeumsatz im Juni deutlich gestiegen

Der Umsatz im Gastgewerbe ist im Juni angesichts der schrittweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, legte der Umsatz gegenüber dem Vormonat Mai kalender- und saisonbereinigt um 61,7 Prozent zu. Allerdings lag er noch 40,7 Prozent unter dem Vorkrisenniveau des Februars 2020 und war real auch geringfügig niedriger als im Juni 2020 (minus 0,8 Prozent).

Wie das Bundesamt weiter ausführte, konnten im Juni vor allem Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen, die zuvor in besonderem Maße von den Einschränkungen betroffen waren, ihre Umsätze steigern und sie mit einem Plus von 114 Prozent gegenüber Mai mehr als verdoppeln. Auch hier liegt der Umsatz demnach aber noch 49,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau.

18.8.2021 • 08:21 Uhr

Papst nennt Corona-Impfungen "Akt der Liebe"

Papst Franziskus hat die Impfungen gegen das Coronavirus als einen "Akt der Liebe" bezeichnet. Dank der Vakzine gebe es Hoffnung auf ein Ende der Pandemie, "aber nur, wenn sie für alle verfügbar sind und wir zusammenarbeiten", sagte er in einer Videobotschaft zur Unterstützung einer US-Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft in Nord-, Mittel- und Südamerika. Sich impfen zu lassen sei "ein Akt der Liebe", so der Papst weiter. "Und dazu beizutragen, dass die Mehrheit der Menschen geimpft wird, ist ein Akt der Liebe. Liebe für sich selbst, für seine Familie und Freunde und für alle Menschen."

18.8.2021 • 06:48 Uhr

Frankreich: Hund erschnüffelt Corona-Infektionen

Erstmals ist in Frankreich ein speziell ausgebildeter Corona-Spürhund in einem Altersheim im Einsatz. Pokaa, ein zwei Jahre alter Golden Retriever, soll künftig regelmäßig Bewohner und Angestellte des elsässischen Heims auf eine Infektion mit dem Virus testen, wie die Ausbilder des Hundes vom Verein Handi'Chiens der Deutschen Presse-Agentur sagten. Pokaa soll dank einer vierwöchigen Zusatzausbildung an einer französischen Hochschule für Veterinärmedizin das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus in Schweißproben erschnüffeln können.

Dass Hunde in der Lage sind, mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn Corona-Infektionen aufzuspüren, gilt als wissenschaftlich belegt. Jüngst veröffentlichten etwa Forscher der Tierärztlichen Hochschule Hannover eine Studie zum Thema. Ergebnis: Spürhunde waren in der Lage, mehr als neun von zehn mit Corona infizierten Personen anhand von Schweißproben zu erkennen (91 Prozent). Zudem markierten sie nur selten Corona-negative Personen fälschlich als positiv. Wurde Urin zum Schnüffeln vorgelegt, waren die Ergebnisse noch besser.

18.8.2021 • 06:19 Uhr

Sydney meldet trotz Lockdown höchsten Tagesanstieg

Trotz des seit bereits zwei Monaten andauernden Lockdowns hat die australische Metropole Sydney einen Rekordstand an Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. "Wir haben das Schlimmste noch nicht hinter uns, und wir können dem nur Einhalt gebieten, wenn alle zu Hause bleiben", sagte die Premierministerin von Neu-Süd-Wales (NSW), Gladys Berejiklian. NSW meldete den höchsten Tagesanstieg mit 633 neuen Fällen, darunter allein 545 in Sydney. Seit dem Bekanntwerden des ersten Delta-Falls am 16. Juni in Sydney sind in dem australischen Bundesstaat 60 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

18.8.2021 • 05:10 Uhr

Gouverneur von Texas positiv auf Coronavirus getestet

Der gegen strengere Vorschriften im Kampf gegen die Pandemie eintretende Gouverneur des US-Bundesstaats Texas, Greg Abbott, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Der Gouverneur wird sich im Amtssitz des Gouverneurs isolieren und weiterhin täglich Tests durchführen", teilte das Büro des Republikaners mit. Abbott sei vollständig gegen das Coronavirus geimpft, bei guter Gesundheit und zeige derzeit keine Symptome. Seine Frau Cecilia sei negativ getestet worden. Abbott hatte sich zuletzt immer wieder gegen strengere Corona-Regeln in Texas gestemmt. Auflagen wie eine Maskenpflicht in dem Staat hatte er per Verfügung für illegal erklärt.

18.8.2021 • 04:48 Uhr

RKI registriert 8324 Neuinfektionen - Inzidenz bei 40,8

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages hat sich sprunghaft erhöht. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 8324 Neuinfektionen - und damit über 4400 mehr als am Vortag (3912). Darüber hinaus stieg die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an und über die Marke von 40. Nach Angaben des RKI lag sie bei 40,8 - am Vortag hatte der Wert 37,4 betragen, vor einer Woche 25,1. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 14 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.835.375 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

18.8.2021 • 04:48 Uhr

Qantas kündigt Impfpflicht für Kabinen- und Bodenpersonal an

Die australische Fluggesellschaft Qantas führt für alle Mitarbeiter die Impfpflicht ein. Piloten, Kabinenpersonal und Flughafenmitarbeiter müssen bis zum 15. November vollständig gegen Covid-19 geimpft sein, während das übrige Personal bis zum 31. März 2022 Zeit habe, teilt Qantas mit. Für diejenigen, die aus dokumentierten medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, werde es Ausnahmeregelungen geben.

18.8.2021 • 04:48 Uhr

Bericht: Bundesländer schließen Impfzentren nach Ende der Bundesfinanzierung

Die Bundesländer wollen laut einem Medienbericht ihre überregionalen Corona-Impfzentren mit Auslaufen der Finanzierung durch den Bund schließen. Das berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter Berufung auf eine Umfrage unter allen 16 Landesgesundheitsministerien. Damit werde voraussichtlich kein Land seine zentralen Impfstellen über Ende September hinaus auf eigene Kosten betreiben. 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. August 2021 um 06:25 Uhr.