Passanten sitzen auf Bänken vor dem norwegischen Parlament in Oslo. | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Norwegen lockert Corona-Maßnahmen ++

Stand: 01.02.2022 22:57 Uhr

In Norwegen dürfen unter anderem wieder Kinos, Theater und Kirchen voll besetzt werden. Die EU genehmigt Milliardenhilfen für den durch Corona in Schieflage geratenen Hauptstadtflughafen BER. Alle Entwicklungen vom Dienstag zum Nachlesen.

1.2.2022 • 22:57 Uhr

Ende des Liveblogs

Und damit endet der Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

1.2.2022 • 21:52 Uhr

Bovenschulte fordert Öffnungsperspektive

In der Debatte über Lockerungen von Corona-Beschränkungen hat Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte mehr Klarheit für Mitte des Monats in Aussicht gestellt. Mit Blick auf die nächste Bund-Länder-Runde am 16. Februar sagte der SPD-Politiker im ZDF, dann müsse entschieden werden, wie es weitergehe. "Diese Entscheidung muss vorbereitet sein." Bovenschulte betonte zugleich: "Da wir im Moment eine stabile Situation in den Krankenhäusern haben, ist es, glaube ich, der richtige Zeitpunkt, über Lockerungen zu diskutieren - noch nicht: sie umzusetzen."

Dass Dänemark sich bereits von allen Corona-Auflagen verabschiedet hat, findet Bovenschulte zu weit gehend. "Für mich ist das ein zu mutiger Schritt auf einmal", sagte der Bürgermeister. Man brauche Öffnungsperspektiven, aber "mit angemessener Geschwindigkeit". Denn die Gefahr, dass es zu einem Rückschlag komme, die sei immer gegeben. "Ich finde nicht, dass wir das riskieren sollten."

1.2.2022 • 21:47 Uhr

Diskos in Katalonien dürfen kommende Woche wieder öffnen

Nach fast zweimonatiger Schließung dürfen die Diskotheken in Katalonien in der kommenden Woche wieder öffnen. Wie die Regierung der Region im Nordosten Spaniens mitteilte, dürfen Orte des "Nachtlebens" wie Diskotheken, Konzertsäle und Musikkneipen ab dem 11. Februar wieder öffnen. Für die Betriebe, die zuletzt den strengsten Corona-Maßnahmen unterworfen waren, sollen dann gar keine Beschränkungen mehr gelten, etwa bei Öffnungszeiten oder Besucherzahlen.

1.2.2022 • 20:03 Uhr

Norwegen hebt die meisten Corona-Maßnahmen auf

Norwegen hebt einen Großteil seiner Corona-Maßnahmen auf. Bereits ab heute Abend um 23.00 Uhr gibt es unter anderem keine Begrenzungen für den Ausschank von alkoholischen Getränken mehr. Der Breitensport und andere Freizeitaktivitäten können nach Regierungsangaben ohne Einschränkungen wieder voll aufgenommen werden, Kinos, Theater und Kirchen können wieder voll besetzt sein. Teilnehmerbeschränkungen werden für Zusammenkünfte ebenso aufgehoben wie die Testpflicht für Einreisende.

Die Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und in anderen Situationen mit möglichem Gedränge bleibt dagegen bestehen, wie Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte. Die generelle Ein-Meter-Abstandsregel bleibt ebenfalls bis auf Weiteres in Kraft. "Heute sind wir endlich dorthin gekommen, dass wir viele der Infektionsschutzmaßnahmen aufheben können, mit denen wir den Winter über gelebt haben", sagte Støre.

Man wisse nun, dass die Krankheitslast durch die Omikron-Variante des Coronavirus geringer sei und die Impfstoffe sehr vielen Menschen in Norwegen einen guten Schutz lieferten. Deshalb könne man viele Maßnahmen aufheben, obwohl die Neuinfektionszahlen schnell steigen. Um die Kontrolle zu behalten, müssten jedoch einige Maßnahmen bleiben. Die norwegische Regierung strebt an, die letzten Beschränkungen bis zum 17. Februar aufzuheben - wenn sich die Lage wie erwartet weiter entwickelt.

1.2.2022 • 18:37 Uhr

Anspruch auf PCR-Nachtestung bei Positiv-Test könnte wegfallen

Der Anspruch auf einen PCR-Bestätigungstest nach einem positiven Corona-Schnelltest könnte künftig zumindest vorübergehend wegfallen. Eine regelhafte bestätigende PCR-Testung soll einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums zunächst ausgesetzt werden. Dieser liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Wegen der hohen Infektionszahlen und begrenzter Laborkapazitäten hatten sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Gesundheitsministerinnen und -minister der Bundesländer im Januar für eine Priorisierung bei PCR-Tests ausgesprochen. Bund und Länder hatten bei ihrem letzten Corona-Krisengespräch vor gut einer Woche eine entsprechende Überarbeitung der Testverordnung durch das Gesundheitsministerium vereinbart. Nach der momentan noch gültigen Verordnung besteht nach einem positiven Selbsttest oder einem positiven Schnelltest an einer Teststation Anspruch auf einen PCR-Test zur Überprüfung.

Eine Mitarbeiterin des PCR Testlabors des Stuttgarter Robert Bosch Krankenhauses bereitet PCR Tests vor. | dpa

Dem Entwurf zufolge könnte das Recht auf einen PCR-Test nach positivem Schnell- oder Selbsttest zumindest teilweise wegfallen. Bild: dpa

Dem Entwurf zufolge könnte die Testverordnung so geändert werden, dass dieser Anspruch zunächst entfällt, aber jederzeit wieder in Kraft gesetzt werden kann, wenn das Gesundheitsministerium auf seiner Internetseite explizit eine Empfehlung für eine PCR-Nachtestung ausspricht.

1.2.2022 • 18:37 Uhr

Israel lockert weitere Corona-Beschränkungen

Trotz hoher Infektionszahlen lockert Israel weitere Corona-Beschränkungen. So brauchen die Menschen im Land bald nur noch für sehr große Veranstaltungen mit hohem Ansteckungsrisiko den sogenannten "Grünen Pass" für Geimpfte oder Genesene, wie das Corona-Kabinett beschloss. Zu diesen Events gehören etwa Feiern und Hochzeiten.

Restaurants, Kinos und Hotels dürfen künftig aber auch wieder von Ungeimpften besucht werden. Außerdem soll durch die Lockerungen, die ab Sonntag gelten, die Testpflicht bei der Ausreise aus Israel wegfallen. Israels Infektionszahlen sind im Vergleich zur Vorwoche zwar leicht gesunken. Am Montag wurden aber dennoch knapp 68.000 neue Corona-Fälle erfasst.

Vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen in Israel mit mehr als 85.000 einen Höhepunkt seit Beginn der Pandemie erreicht. Einige Experten gehen inzwischen aber davon aus, dass Israel den Höhepunkt der Omikron-Welle bereits hinter sich hat. Die Zahl der Corona-Schwerkranken im Land steigt dennoch weiter an.

1.2.2022 • 18:24 Uhr

Drosten hofft auf Entspannung ab Ostern

Der Virologe Christian Drosten sagte im Coronavirus-Update von NDR Info, Ostern sei der "Planungshorizont" für eine Entspannung der Pandemie-Lage in Deutschland. "Wir haben eindeutig den Befund, dass die Übertragungen im Moment aus dem Schulbetrieb gespeist werden. Da werden spätestens die Osterferien den Riegel vorschieben", sagt er. "Zudem wird es wärmer sein nach Ostern und die Inzidenz wahrscheinlich nicht mehr so stark an Fahrt aufnehmen." Ob der neue Omikron-Subtyp BA.2 bis Mitte April komplett vorherrschend sei, könne man nicht vorhersagen. Dazu seien die Daten noch nicht präzise genug.

Eine Immunisierung der Bevölkerung durch eine Infektion der Ungeimpften ist mit beiden Omikron-Varianten nicht ratsam. Inzwischen zeigen mehrere Untersuchungen, dass die Wahrscheinlichkeit wiederholter Ansteckungen hoch ist. "Die Rechnung einer Omikron-Infektion als Impfung durch die Hintertür geht nicht auf", sagt Drosten und verweist auf England, wo die Bevölkerung viel stärker immunisiert ist als in Deutschland. Dennoch wird die Reinfektionsquote dort auf knapp zehn Prozent geschätzt.

Langfristig, in etwa zwei bis drei Jahren, wird die Notwendigkeit des Nachimpfens geringer werden, so Drosten: "Die Abstände werden größer, weil das Virus weniger Sprünge in der Evolution macht, sondern sich kontinuierlich entwickelt und die Bevölkerung das gar nicht mehr so merkt." Er erwarte das, weil auch andere Coronaviren relativ stabil seien. "Das Influenzavirus macht Sprünge alle sechs, sieben Jahre, bei Coronaviren ist das nicht so."

1.2.2022 • 20:23 Uhr

EU-Kommission genehmigt Milliardenhilfe für Hauptstadtflughafen BER

Die EU-Kommission genehmigt staatliche Beihilfen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro für den finanziell angeschlagenen Hauptstadtflughafen. Die Summe entspricht aus Sicht der Kommission den Einbußen, die der BER aufgrund der Corona-Krise zu verzeichnen hatte.

Mit dieser Maßnahme werde Deutschland dazu beitragen, die Eigenkapitalposition des Flughafens Berlin Brandenburg zu stärken, und das Unternehmen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie unterstützen, so die Kommission.

Der Flughafen dürfe das Geld aber nicht dazu nutzen, um sich etwa über Rabatte für Luftfahrtgesellschaften einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Flughäfen zu verschaffen.

Die Unterstützung ist möglich, weil die EU-Beihilferegeln im Zuge der Corona-Pandemie gelockert wurden. Berlin, Brandenburg und der Bund wollen die staatliche Gesellschaft bis 2026 eigentlich mit insgesamt 2,41 Milliarden Euro unter anderem in Form einer Teilentschuldung stützen. Laut EU-Kommission gehen nur die 1,7 Milliarden Euro auf den Finanzbedarf zurück, der durch die Pandemie ausgelöst wurde. Die übrigen rund 700 Millionen Euro gehen allerdings darüber hinaus. In welcher Form dieses Geld künftig fließen soll, blieb am Dienstag zunächst unklar.

1.2.2022 • 16:54 Uhr

WHO warnt vor zu frühem Ende von Corona-Schutzmaßnahmen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor dem verfrühten Ende von Corona-Schutzmaßnahmen. Es sei voreilig, das Virus für besiegt zu halten, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Seit dem Auftauchen der Omikron-Variante vor etwa zehn Wochen seien fast 90 Millionen neue Infektionen gemeldet worden - mehr als im ganzen Jahr 2020.

Wir sehen jetzt einen sehr besorgniserregenden Anstieg der Todeszahlen in den meisten Weltregionen.

Die WHO sei besorgt, dass manche Regierungen es nicht mehr für nötig hielten, das Infektionsrisiko weiter durch Vorschriften wie Maske tragen oder Abstand halten zu reduzieren. Dies werde damit begründet, dass die Impfraten relativ hoch seien und Omikron sehr viele Menschen anstecke, aber wenig schwere Krankheitsverläufe verursache. Das sei völlig falsch, sagte Tedros. "Dieses Virus ist gefährlich, und es verändert sich weiter direkt vor unseren Augen."

Länder mit hohen Impfraten und guten Gesundheitssystemen könnten sich allerdings bald dem Ende der akuten Phase der Pandemie nähern, sagte WHO-Notfallkoordinator Mike Ryan. Doch müsse jede Regierung ihre Impfrate sowie die Immunität innerhalb der Bevölkerung nach durchgemachter Infektion und die Stärke des Gesundheitswesens in Betracht ziehen. Besonders gefährdete Menschen sollten weiter Masken tragen - auch, wenn dies nicht mehr vorgeschrieben sei.

1.2.2022 • 16:16 Uhr

Neue Studie: Mit Lockdowns kaum Leben gerettet

Der totale Lockdown während der ersten Corona Welle hat in Europa und den USA so gut wie keine Leben gerettet, so das Ergebnis einer Meta-Studie von Forschern der Johns Hopkins Universität in Baltimore, die während der Pandemie zur wichtigsten Datenquelle wurde. Einen deutlichen Effekt auf die Zahl der Toten durch Covid-19 hatten aber Masken für Mitarbeitende in Betrieben oder Geschäften sowie das Schließen von Bars und Restaurants.

Mehr als 18.000 weltweite Studien zu den Folgen der Pandemie hatten die Forscher untersucht und nur die heraus gefiltert, die sich mit der Übersterblichkeit durch Covid-19 beschäftigen. Ganze 0,3 Prozent weniger Tote ist danach die Bilanz für Zeiten totalen Lockdowns mit Ausgangsbeschränkungen. Masken bei Mitarbeitenden dagegen haben die Zahl der Toten um knapp 24 Prozent reduziert, geschlossene Bars noch einmal 15 Prozent.

Die Anordnung, dass sich nur wenige Menschen treffen dürfen, zählt mit drei Prozent, wie ARD-Korrespondent Arthur Landwehr in Washington weiter aus der Studie berichtet. Geschlossene Schulen dagegen hatten so gut wie keinen Effekt, nämlich 0,1 Prozent, bei geschlossenen Grenzen konnten die Forscher überhaupt keine Auswirkung messen.

1.2.2022 • 15:39 Uhr

Wegen Corona: Marine-Versorger "Berlin" nimmt nicht an NATO-Einsatz teil

Wegen Corona-Fällen unter der Besatzung kann das deutsche Marine-Schiff "Berlin" vorerst nicht an einem NATO-Einsatz vor Norwegen teilnehmen. Der Einsatzgruppenversorger sei nicht wie geplant am Dienstagmittag aus Wilhelmshaven ausgelaufen, teilte die Deutsche Marine mit.

Grund seien Infektionen bei 14 der 210 Besatzungsmitgliedern. Die "Berlin" sollte sich dem Nato-Marineverband "Standing Maritime Group 1" anschließen. Er ist laut Marine vor allem für die Kontrolle und den Schutz strategisch wichtiger Seewege in Nordatlantik und Nordsee zuständig.

1.2.2022 • 15:22 Uhr

Niedersachsen verlängert Corona-Beschränkungen

Niedersachsen verlängert erneut die Mitte Dezember angeordnete sogenannte Winterruhe. Sie gilt nun bis zum 23. Februar. Das sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens von der SPD in Hannover. Damit bleiben wegen der Coronapandemie unter anderem Diskotheken und Clubs weiter geschlossen und Tanzveranstaltungen verboten.

Unabhängig von den Inzidenzzahlen gilt landesweit die Warnstufe 3 mit verschärften Kontaktbeschränkungen. Außerdem tritt ab morgen eine neue Corona-Verordnung in Kraft: Künftig entfällt die Testpflicht bei 2G-Plus für alle Menschen mit einer Auffrischimpfung. Auch alle, deren zweite Impfung nicht älter als 90 Tage ist oder die seit höchsten 90 Tagen genesen sind, benötigen keinen weiteren Test. Außerdem entfällt die Testpflicht für diejenigen, die einmal geimpft und genesen sind.

Bei Individual-Sportarten auf Sportanlagen, wie beispielsweise einem Golfplatz gelte nur noch die 3G-Regel. Entscheidend ist der Abstand von 1,50 Metern zwischen den Sportlern. Außerdem muss in Kitas und Schulen weiterhin an allen fünf Präsenztagen getestet werden.

1.2.2022 • 14:53 Uhr

FDP-Fraktionschef: Parlament sollte über Genesenenstatus entscheiden

FDP-Fraktionschef Christian Dürr will schnelle Beratungen mit SPD und Grünen über die Zuständigkeit für die Entscheidung zum Corona-Genesenenstatus. "Ich finde, die Gesundheitsminister in Bund und Ländern haben recht: Über den Genesenenstatus sollte wieder im Parlament entschieden werden. Nach zwei Jahren Pandemie dürfen wir uns keine rechtlich fragwürdigen Freiheitseingriffe mehr erlauben", sagte Dürr der Nachrichtenagentur dpa.

Christian Dürr spricht im Bundestag. | picture alliance / Geisler-Fotop

FDP-Fraktionschef Christian Dürr will schnelle Beratungen über die Zuständigkeit für die Entscheidung zum Corona-Genesenenstatus. Bild: picture alliance / Geisler-Fotop

1.2.2022 • 14:39 Uhr

Regeln zum Kurzarbeitergeld sollen verlängert werden

Nach Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sollen Betriebe noch bis Ende Juni unter erleichterten Bedingungen Kurzarbeitergeld beantragen können. Die pandemiebedingten Sonderregelungen sollen um drei Monate bis zum 30. Juni verlängert werden, wie aus einem Entwurf des Bundesarbeitsministeriums für die Koalitionsfraktionen hervorgeht, der der Nachrichtenagentur dpa.

Regulär würden die aktuell geltenden Regeln zur Kurzarbeit zum 31. März auslaufen. Mit dem Entwurf eines Gesetzes, der nach dpa-Informationen am 9. Februar ins Kabinett soll, soll die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds von 24 auf bis zu 28 Monate gestreckt werden.

1.2.2022 • 14:37 Uhr

Corona beschleunigt das Ladensterben

Die Corona-Pandemie beschleunigt das Ladensterben in Deutschland. Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht davon aus, dass durch die Auswirkungen der Corona-Krise in diesem Jahr noch einmal fast 16.000 Geschäften das Aus droht. Die Zahl der Ladenschließungen sei damit wahrscheinlich drei mal so hoch wie durchschnittlich in den Jahren vor der Pandemie, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Gerade bei kleineren und mittleren Betrieben werden wir einen Aderlass sehen."

Dabei hatte das Statistische Bundesamt kurz zuvor Zahlen veröffentlicht, die eigentlich für zufriedene Gesichter in der Branche hätten sorgen können. Denn auch im zweiten Pandemiejahr erzielte der deutsche Einzelhandel Rekordumsätze. Bereinigt um Preiserhöhungen stiegen die Umsätze 2021 noch einmal um 0,7 Prozent. Nominal lag das Umsatzplus sogar bei 2,9 Prozent. Damit landete so viel Geld in den Kassen des Handels wie noch nie.

1.2.2022 • 14:31 Uhr

Sachsen erlaubt Stadionbelegung von 25 Prozent

Sachsen lässt mit seiner neuen Corona-Verordnung wieder mehr Fans in die Stadien. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping von der SPD mitteilte, können die Stadien wieder mit 25 Prozent der Kapazität gefüllt sein.

Größere Arenen können absolut also mehr Zuschauer einlassen als kleinere. Im Stadion von Fußball-Bundesligist RB Leipzig dürfen demnach rund 11.000 Fans bei Spielen dabei sein. Bei den Zweitligisten Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue sind es etwa 8000 beziehungsweise 4000.

Zu Veranstaltungen in Hallen sind maximal 2000 Zuschauer bei einer 50-prozentigen Auslastung möglich. Die Regelung gilt, solange die Überlastungsstufe in Krankenhäusern nicht überschritten wird.

Nach der bisherigen Notfall-Verordnung waren in sächsischen Stadien maximal 1000 Besucher zugelassen.

1.2.2022 • 14:13 Uhr

Kretschmann will vor Ostern nicht über Lockerungen reden

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will die Corona-Beschränkungen in ihrer jetzigen Form bis mindestens Mitte April aufrechterhalten. Eine Debatte über Exit-Strategien vor Ostern sehe er überhaupt nicht, sagte der Regierungschef in Stuttgart.

Wir brechen keine Debatte über Exit-Strategien vom Zaun - das wäre völlig unangemessen und das völlig falsche Signal.

Baden-Württemberg etwa habe erst vor Kurzem die Regeln verschärft, sagte Kretschmann mit Blick auf die FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr. Das werde man nicht durch "haltlose Ausstiegsdebatten" konterkarieren. Man sei immer noch in einer dramatischen Situation.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt im Südwesten in nur fünf von 44 Stadt- und Landkreisen unter 1000. Auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg Land werden derzeit 274 Covid-Erkrankte behandelt. Es gebe derzeit etwa viele Klagen von überlasteten Arztpraxen, sagte Kretschmann.

1.2.2022 • 13:52 Uhr

Virologe Watzl: Verkürzung von Genesenenstatus nicht sinnvoll

Eine Verkürzung des Genesenenstatus' auf nur noch drei Monate sei aus wissenschaftlicher Sicht nicht sinnvoll oder gegeben. Das sagte der Immunologe Carsten Watzl von der Univiersität Dortmund im Gespräch mit Anja Martini aus der ARD-Wissenschaftsredaktion. Die Datenlage sei hier sehr dünn, man wisse eben noch nicht, ob Genesene nach drei oder vier Monaten durch ihre Antikörper gut geschützt seien oder nicht.

Durch eine Infektion würden im Körper Antikörper entstehen, die Menge aber sei von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Im Schnitt haben Genesene etwas weniger Antikörper im Blut als doppelt geimpfte, dafür würden die Antikörper etwas weniger schnell abnehmen.

Genesene hätten durch ihre Infektion zwar einen gewissen Schutz, auch vor schweren Verläufen, dieser Schutz sollte aber durch eine Booster-Impfung verstärkt werden. Die Booster-Impfung gehöre zur Grundimmunisierung dazu.

1.2.2022 • 12:53 Uhr

Höchstwert: Vier von zehn Labortests sind positiv

Der Anteil der positiv ausgefallenen Laboruntersuchungen auf das Coronavirus ist laut des Verbands Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) auf einen Höchstwert gestiegen. Vorige Woche sei eine "historisch hohe" Positivrate von 41,1 Prozent erfasst worden, sagte der Vorsitzende des ALM, Michael Müller.

Von rund 2,4 Millionen durchgeführten PCR-Tests - ebenfalls ein Höchstwert - sei gut eine Million positiv auf Sars-CoV-2 ausgefallen. Je höher die Positivrate bei hohen Fallzahlen ist, desto größer sei die Untererfassung. In Hinblick auf die Auslastung von 95 Prozent sagte Müller: "Wir sind am Limit". In vielen Bundesländern ist die Kapazität laut Verband bereits erschöpft.

Nachdem die bundesweite Testkapazität vorige Woche bei rund 2,5 Millionen gelegen hatte, wird sie für die laufende Woche mit etwa 2,6 Millionen angegeben. Es handle sich um hohe Kapazitäten, die für den medizinischen Bedarf ausreichend seien, sagte Müller.

Die Daten basieren laut ALM auf Angaben von rund 180 Laboren und stellen etwa 90 Prozent des Testgeschehens in Deutschland dar. Zu privat bezahlten PCR-Tests lägen dem Verband keine Daten vor.

1.2.2022 • 11:51 Uhr

Wirtschaft in Sorge vor Omikron-Welle in China

Die deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf die in dieser Woche beginnenden Winterspiele in Peking. Der Grund: Die Angst, dass die Spiele zum Omikron-Superspreader-Event in China werden. Schon bei kleinsten Ausbrüchen werden chinesische Millionen-Städte wochenlang in den harten Lockdown geschickt, ganze Fabriken und Hafenanlagen geschlossen. Folgt auf Olympia eine Omikron-Welle, würde das auch Deutschland schwer treffen, warnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Sollte sich die Omikron-Variante auch in China schneller und leichter übertragen, könnte das erneut zum Flaschenhals für globale Lieferketten werden und eine Rezession in bestimmten Branchen der deutschen Industrie anheizen.

Angesichts der Olympischen Spiele - zu denen Tausende Ausländer einreisen und das Omikron-Virus einschleppen könnten - erwartet der BDI neue Abriegelungen. Diese könnten Produzenten und Exporteure sowie Unternehmen am Ende der Lieferketten vor neue Herausforderungen stellen. "Mit den Engpässen würden vermutlich auch höhere Preise einhergehen, die sich weiter auf die Inflation auswirken", so der BDI.

1.2.2022 • 11:27 Uhr

Trudeau kritisiert Impfgegner scharf

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat Impfgegner in der Hauptstadt Ottawa scharf kritisiert. Viele Kanadier wären erbost gewesen über Bilder vom Wochenende, die zeigten, wie einige Protestteilnehmer in der Hauptstadt auf das nationale Kriegsdenkmal urinierten oder auf dem Grab des unbekannten Soldaten tanzten, während andere Hakenkreuze zur Schau stellten. "Die Kanadier waren schockiert und ehrlich gesagt angewidert von dem Verhalten einiger Menschen in der Hauptstadt unseres Landes," sagte Trudeau. "Wir werden jenen nicht nachgeben, die rassistische Flaggen hissen. Wir werden jenen nicht nachgeben, die sich an Vandalismus beteiligen oder das Andenken an unsere Veteranen entehren", sagte er.

Tausende Menschen hatten am Wochenende in Ottawa gegen Impf- und Maskenvorschriften sowie Lockdowns in der Pandemie protestiert. Ein Konvoi aus Lastwagen und Autos von Demonstranten parkte in den Straßen um den Parlamentshügel und blockierte den Verkehr, einige verblieben dort auch noch am Montag. Viele der Teilnehmer verweigerten das Maskentragen in Hotels, Einkaufszentren und Geschäften.

Der kanadische Premier Trudeau. | dpa

Der kanadische Premier Justin Trudeau: "Die Kanadier waren schockiert und ehrlich gesagt angewidert von dem Verhalten einiger Menschen in der Hauptstadt unseres Landes." Bild: dpa

Trudeau war zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er fühle sich gut und werde von zuhause aus weiter seiner Arbeit nachgehen, sagte er. Zwei seiner Kinder hätten Covid-19 und ein Test am Montag habe den Nachweis erbracht, dass auch er infiziert sei. Der Premierminister hat zwei Impfungen sowie eine Impfauffrischung gegen das Coronavirus erhalten.

1.2.2022 • 11:08 Uhr

IOC will Arenen mindestens zu einem Drittel füllen

Trotz der strikten Corona-Maßnahmen in China hofft das Internationale Olympische Komitee auf mindestens zu einem Drittel gefüllte Arenen bei den Winterspielen. "Wir sind noch nicht ganz am Ziel, das muss je nach Wettkampfstätte angepasst werden. Aber ich würde sagen, wenn wir eine oder zwei Personen pro drei verfügbare Plätze haben, wäre das schon ein gutes Ergebnis", sagte IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi in einem vom olympischen Informationsservice veröffentlichten Interview. Die genaue Zahl könne auch davon abhängen, ob der jeweilige Wettbewerb drinnen oder draußen stattfinde.

Wegen der Corona-Pandemie sind in Peking keine Fans aus dem Ausland zugelassen. Auch in China gehen keine Tickets in den freien Verkauf, nur ausgewählte Zuschauer sollen Zugang erhalten. Es sei "großartig", dass überhaupt Zuschauer dabei sein könnten, sagte Dubi. Das IOC bestehe zudem darauf, dass nicht allein Chinesen ausgewählt werden, sondern auch in Peking lebende Ausländer die Chance auf Tickets erhalten. China verfolgt eine strikte Null-Covid-Politik. Alle Beteiligten an den Winterspielen bewegen sich in abgeschotteten Zonen und sollen keinen Kontakt zur chinesischen Bevölkerung haben. Auch bei den Zuschauern werde man durch Corona-Tests und weitere Maßnahmen für Sicherheit sorgen, beteuerte Dubi. "Es wird nicht so sein, dass sie ohne Maske brüllen werden."

1.2.2022 • 10:53 Uhr

Erstmals mehr als 40.000 Neuinfektionen in Rumänien

Rumänien registriert mit mehr als 40.000 Fällen einen Rekord an Neuinfektionen. Wegen mangelnder Impfbereitschaft nehmen auch die Krankenhauseinlieferungen zu, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. Aktuell liegen 903 Patienten auf den Intensivstationen, von denen laut offizieller Angaben 84 Prozent nicht geimpft sind. Rumänien hat mit 41 Prozent EU-weit die zweitniedrigste Impfquote. 95 Personen sind in den letzten 24 Stunden an oder mit dem Virus verstorben. Insgesamt sind bisher in dem Land mit 20 Millionen Einwohnern 60.122 Personen in Zusammenhang mit der Pandemie gestorben.

1.2.2022 • 10:31 Uhr

Experten mahnen Vorsicht bei Lockerungen an

In der Debatte um mögliche Lockerungen von Corona-Maßnahmen in Deutschland raten Fachleute zu Vorsicht. "Eine Exit-Strategie zu planen, um sie später bereitliegen zu haben, ist gut und vernünftig. Aber die Politik sollte nichts überstürzen", sagte der Virologe Friedemann Weber von der Universität Gießen. "Wenn man solche Pläne vorbereitet, muss man den Menschen auch immer klar dazu sagen, dass es noch zu nicht absehbaren Entwicklungen kommen könnte, die die Umsetzung verzögern."

Kritik kommt auch von Max Geraedts, dem Leiter des Instituts für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie an der Philipps-Universität Marburg. Die Diskussion sende "viel zu früh" die Botschaft, dass die Pandemie schon vorbei sei. "Stattdessen werden wir in den nächsten Wochen an vielen Stellen erleben, dass Personal in allen Branchen entweder isoliert oder in Quarantäne ist, so dass es zu Einschränkungen des Alltags kommt."

"Wir stehen vor einem weiteren Anwachsen der Infektionswelle. Je nach weiterer Entwicklung könnten möglicherweise sogar erst einmal weitere Einschränkungen sinnvoll sein", teilte die Infektiologin Jana Schroeder (Stiftung Mathias-Spital, Rheine) auf Anfrage mit. "Wir müssen eine gewisse Demut walten lassen bei all den Dingen, die wir bisher nicht über Covid-19 wissen, insbesondere durch Omikron." Sie verwies zum Beispiel auf Long Covid, Folgen möglicher wiederholter Infektionen und begrenzte Therapieoptionen. Schroeder hält Vorsicht für angebracht, eine politische Auseinandersetzung mit einem Lockerungsplan sei aber dennoch sinnvoll: "Aufmachen ist schwieriger als zumachen."

1.2.2022 • 10:12 Uhr

Pandemie hinterlässt Tausende Tonnen Gefahrenmüll

Infolge der Corona-Pandemie haben sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen weltweit mehr als als 200.000 Tonnen medizinischen Abfalls angehäuft - vieles davon Plastikmüll. Die UN-Organisation forderte Strategien, um Mensch und Umwelt vor schlecht entsorgten Schutzanzügen, Test-Kits und Impf-Utensilien zu schützen.

Nach Angaben der WHO fielen durch die Milliarden Impfungen seit Beginn der Pandemie mindestens 144.000 Tonnen an gebrauchten Nadeln, Spritzen und Sammelbehältern an. Hinzu kommen 87.000 Tonnen Schutzbekleidung, die allein von den Vereinten Nationen zwischen März 2020 und November 2021 ausgeliefert wurden. In Corona-Tests stecken bis zu 2600 weitere Tonnen an Müll und 731.000 Liter an chemischen Abfällen. Schutzmasken für den Privatgebrauch sind in den Schätzungen nicht eingerechnet.

Schon vor der Pandemie waren nach Angaben der WHO ein Drittel aller Gesundheitseinrichtungen nicht in der Lage, ihren Müll fachgerecht zu entsorgen. Die zusätzlichen Covid-Abfälle seien ein Gesundheits- und Umweltrisiko für medizinisches Personal sowie für Menschen, die in der Nähe von Deponien leben, hieß es. Die WHO drängt nun auf umweltfreundlichere Verpackungen, wiederverwendbare Schutzbekleidung und Investitionen in Recyclingsysteme.

1.2.2022 • 09:59 Uhr

Höchstwert an Neuinfektionen in Russland

In Russland registrieren die Gesundheitsbehörden 125.836 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen eines Tages. Am Tag zuvor waren es noch 124.070 nachgewiesene Ansteckungen. 663 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus. Mit über 736.000 Todesfällen liegt Russland weltweit hinter den USA auf dem zweiten Platz. Seit Beginn der Pandemie wurden in Russland rund zwölf Millionen Infektionen verzeichnet, das ist weltweit die sechsthöchste Zahl.

1.2.2022 • 09:39 Uhr

Südafrika hebt Maßnahmen weitgehend auf

Südafrika hat angesichts einer mittlerweile abgeebbten vierten Infektionswelle die meisten seiner Corona-Maßnahmen abgeschafft. Die Schulen kehren ohne die bisherige Distanzregel zurück zum normalen Unterricht. Zudem müssen positiv getestete Personen ohne Symptome nach dem Beschluss der Regierung vom Montagabend künftig nicht mehr in Quarantäne. Für solche mit Symptomen wurde die Dauer der Isolierung von zehn Tagen auf sieben Tage verkürzt. Wer Infizierten nahegekommen ist, muss nach diesen neuen Beschlüssen zudem nur noch in Quarantäne, falls Symptome auftreten. Weiterhin Bestand haben jedoch die Maskenpflicht und allgemeine Hygieneregeln.

Begründet wurden die Lockerungen mit Studien, wonach in Südafrika rund 70 Prozent der Bevölkerung bereits eine Infektion hatten. Am Montag wurden in dem Kap-Staat mit seinen knapp 60 Millionen Einwohnern nur noch 1366 Neuinfektionen gemeldet. Erste Erkenntnisse deuteten zudem auf einen eher milden Krankheitsverlauf der Coronavirus-Variante Omikron im Vergleich zur Delta-Variante hin. Südafrika befindet sich nun auf der niedrigsten Stufe eines fünfstelligen Alarmsystems. Forderungen nach seiner gänzlichen Abschaffung haben sich in den vergangenen Wochen gemehrt. Südafrika gilt mit mehr als 3,6 Millionen registrierten Infektionen sowie gut 95.000 Toten seit dem Ausbruch der Pandemie als das zahlenmäßig am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent.

1.2.2022 • 09:25 Uhr

Merz für gestaffelte Impfpflicht ab 50 Jahren

CDU-Chef Friedrich Merz hat Pläne der Union für eine mögliche Impfpflicht skizziert. Er könne sich eine gestaffelte Impfpflicht ab 50 Jahre vorstellen, sagte Merz dem TV-Sender Welt. Diese solle allerdings erst für eine mögliche neue Infektionswelle gelten und bei Bedarf mit einem weiteren Bundestagsbeschluss aktiviert werden. 

Ein Eckpunktepapier zum Unionsvorschlag will Merz in der nächsten Sitzungswoche des Bundestags vorlegen. Diese findet vom 14. bis zum 18. Februar statt. "Wir reden nicht über eine Impfpflicht, die wir morgen einführen, um die aktuelle Welle zu brechen", sagte Merz. Es gehe vielmehr für eine Impfpflicht, "für die die Voraussetzungen geschaffen werden". Ziel sei eine gesetzliche Grundlage, auf deren Grundlage dann bei Bedarf die Impfpflicht eingeführt werden könne.

Es gehe darum "vielleicht im August, September, Oktober" zu sagen, "die über 50-Jährigen, die über 60-Jährigen, die über 70-Jährigen haben jetzt in dieser Lage (...) eine Verpflichtung, sich impfen zu lassen", führte Merz aus. Diese Variante sei aus seiner Sicht, "der beste Weg, auch aus diesem Dilemma herauszukommen". Merz hielt es zur Umsetzung für wahrscheinlich nötig, auch ein Impfregister einzuführen.

Friedrich Merz | dpa

CDU-Chef Merz kann sich eine gestaffelte Impfpflicht ab 50 vorstellen. Diese Variante sei aus seiner Sicht, "der beste Weg, aus diesem Dilemma herauszukommen". Bild: dpa

1.2.2022 • 09:15 Uhr

"Boostern" zum Anglizismus des Jahres 2021 gekürt

Das Verb "boostern" ist zum Anglizismus des Jahres 2021 gekürt worden. Die Jury um den Sprachwissenschaftler Prof. Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin lobte die Schnelligkeit, mit der es eine Lücke im Wortschatz gefüllt habe, und die Leichtigkeit, mit der das Wort im grammatischen System des Deutschen seinen Platz finde.

Das Verb "boostern" bezeichnet im Deutschen das Auffrischen einer Corona-Schutzimpfung. Dabei unterscheide es sich in mehrfacher Hinsicht von der im Deutschen bereits vorhandenen Formulierung "eine Auffrischungsimpfung geben/erhalten", teilte die Initiative mit. So beziehe sich "boostern" speziell auf Impfungen gegen das Coronavirus und ermögliche in der Pandemie eine knappe und trotzdem eindeutige Kommunikation. Auch habe das Wort "einen optimistischen und dynamischen Beiklang", an den der Begriff "Auffrischung" einfach nicht heranreiche.

Die Corona-Krise hatte bereits die "Anglizismus des Jahres"-Kür für das Jahr 2020 geprägt. Die Wahl fiel damals auf den für Schließungen üblich gewordenen Begriff "Lockdown".

1.2.2022 • 08:33 Uhr

Einzelhandel: Umsätze im Dezember stark zurückgegangen

Im Weihnachtsgeschäft haben die deutschen Einzelhändler angesichts verschärfter Corona-Einschränkungen einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sanken die Umsätze im Dezember im Vergleich zum Vormonat November kalender- und saisonbereinigt um 5,5 Prozent. Im Gesamtjahr 2021 setzten die deutschen Einzelhandelsunternehmen real 0,7 Prozent mehr um als im ersten Pandemie-Jahr 2020.

"Teile des stationären Einzelhandels, etwa der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, mussten auch im zweiten Jahr der Corona-Krise Umsatzeinbußen hinnehmen", erklärte das Bundesamt. Der Rückgang im Dezember stehe "vermutlich im Zusammenhang mit der Einführung der 2G-Regel in vielen Geschäften des Einzelhandels sowie dem Einfluss der Kalender- und Saisonbereinigung aufgrund der Weihnachtsfeiertage". Im Vergleich zum Vorkrisenmonat Februar 2020 war der Einzelhandelsumsatz im Dezember 2021 real 0,7 Prozent höher.

1.2.2022 • 08:19 Uhr

Homeoffice-Quote erneut gestiegen

Die Zahl der Beschäftigten im Homeoffice ist im Januar leicht gestiegen. Das geht aus einer Unternehmensumfrage des Ifo-Instituts hervor. Demnach arbeiteten 28,4 Prozent der Beschäftigten zumindest zeitweise von zu Hause aus, nach 27,9 Prozent im Dezember. Den Angaben zufolge liegt die Quote damit aber noch gut drei Prozentpunkte unter dem Höchstwert aus dem März 2021. Klarer Spitzenreiter in Sachen Heimarbeit ist laut Ifo nach wie vor der Dienstleistungssektor mit einem Anteil von 39,2 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im Vormonat. IT-Dienstleister und Unternehmensberater arbeiten dabei mit jeweils über 70 Prozent mit Abstand am häufigsten zu Hause. Insgesamt liegt der Anteil der Beschäftigten in Heimarbeit damit aber deutlich unter dem vom Ifo-Institut errechneten Potenzial von 56 Prozent.

1.2.2022 • 08:13 Uhr

Bovenschulte fordert einheitliche Linie bei Lockerungen

Der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte fordert eine gemeinsame Vorbereitung der Länder auf kommende Lockerungen der Corona-Regeln. "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um Lockerungen jetzt schon umzusetzen", sagte der SPD-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Es sei aber der Zeitpunkt, die künftigen Regeln vor einer nächsten Bund-Länder-Runde am 16. Februar zu debattieren. "Wir brauchen vereinheitlichte Regeln für den Einzelhandel in Deutschland", sagte Bovenschulte. Nach seiner Vorstellung sollte der Zugang zu Geschäften nur für Geimpfte und Genesene (2G) aufgehoben und durch eine durchgehende Maskenpflicht ersetzt werden. Bei Großveranstaltungen brauche es Augenmaß, um "in begrenztem Umfang Zuschauerinnen und Zuschauer zuzulassen". Aber gerade in diesem Punkt sei das Vorgehen der Länder sehr unterschiedlich. "Bisher war es nicht möglich, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen."

1.2.2022 • 07:03 Uhr

Ungeimpfte Pflegekräfte können zunächst weiterarbeiten

Ungeimpfte können auch nach dem offiziellen Inkrafttreten der einrichtungsbezogenen Impfpflicht am 16. März bis zu einer Behördenentscheidung weiter in ihren Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen arbeiten. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte dem Nachrichtenportal "Business Insider": "Bis das Gesundheitsamt die Entscheidung über ein Betretungs- bzw. Tätigkeitsverbot getroffen hat, dürfen die betroffenen Mitarbeitenden grundsätzlich weiterbeschäftigt werden." Das zuständige Gesundheitsamt entscheide bei der Impfpflicht "über das weitere Vorgehen und die zu ergreifenden Maßnahmen im Rahmen seines Ermessens". Dabei würden alle "Umstände des Einzelfalles" berücksichtigt. 

Eigentlich gilt ab 16. März, dass alle Mitarbeiter in Pflege- und medizinischen Berufen entweder genesen oder vollständig geimpft sein müssen. Einzige Ausnahme: Medizinische Gründe sprechen gegen eine Impfung.

1.2.2022 • 05:52 Uhr

Einreiseregeln nach Thailand wieder gelockert

Touristinnen und Touristen, die den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben, können wieder quarantänefrei nach Thailand einreisen. Das im Dezember aus Angst vor einer Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus ausgesetzte "Test&Go"-Modell wurde wieder aufgenommen, weil die Viruszahlen im Land in den vergangenen Wochen nicht dramatisch angestiegen sind.

Jedoch wurden die Regeln verschärft - und bei Zuwiderhandeln drohen Geldstrafen. Statt nur einen PCR-Test nach der Ankunft in Thailand machen zu müssen, ist jetzt ein weiterer PCR-Test am fünften Tag nach der Ankunft erforderlich. Während die Gäste auf das Testergebnis warten, müssen sie sich in einem spezialisierten Hotel isolieren. Wer die Vorgaben der Behörden missachte, müsse mit einer Geldbuße von bis zu 20 000 Baht (530 Euro) rechnen, sagte der Sprecher des Covid-Krisenzentrums CCSA, Taweesilp Wisanuyothin.

1.2.2022 • 04:55 Uhr

24 weitere Corona-Fälle vor Olympia in Peking

Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking haben die Organisatoren 24 weitere Corona-Fälle festgestellt. Wie das Organisationskomitee mitteilte, wurden 18 Einreisende positiv auf das Coronavirus getestet, darunter elf Athleten oder Teammitglieder. Zudem wurden bei sechs Personen, die sich bereits im geschlossenen Olympia-System befinden, Infektionen registriert. Am Vortag hatte es insgesamt 37 positive Tests gegeben, die Gesamtzahl der Corona-Fälle ist seit dem 23. Januar auf insgesamt 200 gestiegen.

Für die Olympischen Winterspiele in Peking gilt ein strenges Corona-Sicherheitskonzept. Alle Beteiligten - von Athleten bis hin zu Journalisten - sind vollständig vom Rest der chinesischen Bevölkerung getrennt. Um Infektionen möglichst rasch zu erkennen, müssen alle innerhalb der Olympia-Blase täglich einen PCR-Test absolvieren.

1.2.2022 • 04:53 Uhr

Dänemark beendet Corona-Beschränkungen

Dänemark hat sich trotz einer nach wie vor hohen Zahl an Neuinfektionen von praktisch allen Corona-Beschränkungen freigemacht. Bis auf vereinzelte Einreiseregeln gelten keine Einschränkungen mehr. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehört bis auf Weiteres ebenso der Vergangenheit an wie Nachweise über Impfungen, Genesungen und negativen Tests. Großveranstaltungen sind ebenso erlaubt wie der Besuch von Bars und Diskotheken. All das geht damit einher, dass Covid-19 nicht mehr als "gesellschaftskritische Krankheit" eingestuft wird.

Menschen vor einem Nachtclub in Dänemark | dpa

Vergangenes Jahr im September waren in Dänemark schon einmal die Corona-Maßnahmen aufgehoben worden. Dann stieg die Zahl der Neuinfektionen aber wieder stark, weshalb auch die Beschränkungen wieder eingeführt wurden. Bild: dpa

1.2.2022 • 04:50 Uhr

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf mehr als 1200

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat einen weiteren Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt sie nun bei 1206,2. Am Vortag hatte sie bei 1176,8 gelegen, vor einer Woche bei 894,3. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 162.613 - nach 78.318 am Vortag und 126.955 in der Vorwoche. Es wurden weitere 188 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Damit steig die die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland auf 117.974.

1.2.2022 • 04:46 Uhr

Pflege-Impfpflicht: Patientenschützer fordern Aufschub

Die Stiftung Patienschutz hat eine Verschiebung der Corona-Impfpflicht für Beschäftigte von Kliniken und Pflegeheimen gefordert. "Die Impfpflicht für medizinisch-pflegerische Berufe darf nicht mit der Brechstange eingeführt werden", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Nachrichtenagentur dpa. Gesundheitsminister Karl Lauterbach müsse die Sorgen vor Ort ernst nehmen. "Gesundheitsämter, Ordnungsbehörden und Arbeitgeber sehen sich nicht in der Lage, das Mammutwerk bis zum 15. März ohne schwere Verwerfungen durchzusetzen", sagte Brysch. Lauterbach müsse wissen, dass die Versorgung von bis zu 200.000 Pflegebedürftigen und Kranken in Gefahr sei. "Ein Aufschub ist dringend geboten."

1.2.2022 • 03:45 Uhr

BioNTech vor US-Zulassungsantrag für unter Fünfjährige

Der Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer könnte in den USA für Kinder unter fünf Jahren noch im Februar zur Verfügung stehen. Es werde erwartet, dass die Pharmaunternehmen einen Antrag auf eine Notfallzulassung für die Zweifachimpfung für Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren bei der Zulassungsbehörde FDA einreichen werden, berichtet die "Washington Post". Dieser könnte dann bereits Ende Februar zur Verfügung stehen, schreibt das Blatt unter Berufung auf mit dem Zulassungsprozess vertraute Personen.

1.2.2022 • 03:42 Uhr

Spargelbauer planen Impfangebote für Erntehelfer

Die Spargel- und Beerenanbauer in Deutschland wollen für ihre osteuropäischen Erntehelfer Impfangebote auf den Höfen anbieten. Entsprechende Planungen liefen bereits, sagte der Geschäftsführer des Netzwerks der Spargel- und Beerenverbände, Frank Saalfeld. "Wir haben schon eine Krankenkasse, mit der wir zusammenarbeiten." Im Moment suche man noch nach Partnern, die Impfbusse zur Verfügung stellten. Es gebe auch noch Fragen zum Impfstoff. "Es lohnt sich nicht, jemanden, der für zwei oder drei Monate hier ist, mit BioNTech zu impfen, weil er damit keinen vollständigen Impfschutz bekommt." Es bleibe der Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem es aber noch viel Klärungsbedarf gebe.

Sachsen, Nieschütz: Erntehelfer ernten Spargel auf einem Feld | dpa

Spargelernte in Sachsen (Archivbild) Bild: dpa

1.2.2022 • 02:58 Uhr

Gesundheitsämter mit Impfpflicht-Kontrolle überfordert

Die Gesundheitsämter sehen sich nicht in der Lage, die zum 15. März in Kraft tretende Corona-Impfpflicht für Beschäftigte von Kliniken und Pflegeheimen angemessen zu kontrollieren. Man rechne damit, dass im Schnitt bei fünf bis zehn Prozent der Beschäftigten kein eindeutiger Nachweis oder kein vollständiger Impfschutz vorliege und eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolge, sagte Elke Bruns-Philipps vom Bundesverband der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der "Rheinischen Post". "Das ist eine erhebliche Belastung mit der Prüfung jedes Einzelfalls, wie es jetzt vorgesehen ist, die die Gesundheitsämter nicht zeitnah bewältigen können."

Das von Bundestag und Bundesrat im Dezember beschlossene Gesetz legt fest, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken bis 15. März nachweisen müssen, dass sie gegen Corona geimpft oder vor einer Infektion genesen sind - oder ein Attest vorlegen, dass sie nicht geimpft werden können. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen die Gesundheitsämter informieren, wenn dies nicht geschieht.

1.2.2022 • 02:52 Uhr

Neue Regeln für Reisende nach Italien

In Italien gelten weitere Corona-Regeln, die auch Reisende betreffen. Wer aus anderen EU-Staaten kommt, braucht entweder einen negativen Corona-Test, einen Impfnachweis oder eine Bescheinigung, genesen zu sein. Zuvor galt wegen der grassierenden Omikron-Variante für alle - egal, ob geimpft oder genesen - auch eine Testpflicht. Ungeimpfte mussten fünf Tage in Quarantäne. Für Geschäfte, die nicht zum täglichen Bedarf gehören, trat die 3G-Regel in Kraft.

Menschen vor einem Corona-Impfzentrum in Italien. | EPA

Corona-Impfzentrum in Italien: Seit Jahresbeginn gilt eine Corona-Impfpflicht für Menschen, die älter als 50 Jahre sind. Nun müssen Ungeimpfte dieser Altersgruppe eine Strafe von 100 Euro bezahlen, wenn sie erwischt werden. Vom 15. Februar an können sie auch nicht mehr an ihren Arbeitsplatz: Dort gilt dann die 2G-Regel - also geimpft oder genesen. Bild: EPA

1.2.2022 • 02:46 Uhr

Dahmen dämpft Hoffnungen auf baldige Lockerungen

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hält Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den kommenden vier Wochen eher für unwahrscheinlich. "Es ist möglich, dass sich die Trendwende um mehrere Wochen verzögern könnte", sagte Dahmen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Verbreitung des Subtyps werde den Höhepunkt der aktuellen Welle voraussichtlich weiter nach hinten verschieben. Alles, was bislang über BA.2 bekannt sei, lege nahe, dass die Infektionszahlen möglicherweise noch nicht im Februar zurückgehen würden. Unklar sei, wie gut Personen, die eine Infektion mit dem Omikron-Subtyp BA.1 überstanden haben, auch gegen BA.2 immunisiert sind. "Angesichts von BA.2 sind umfassende Lockerungen in den nächsten vier Wochen eher unrealistisch."

1.2.2022 • 02:40 Uhr

EU-Impfnachweise ohne Booster noch neun Monate gültig

Reisen ohne Booster-Impfung in der EU ist für viele Menschen nun deutlich schwieriger. Denn die EU-Impfnachweise ohne Auffrischungsimpfung nur noch rund neun Monate (270 Tage) gültig. Nach Ablauf dieser Frist werden Menschen ohne diesen zusätzlichen Schutz bei Grenzübertritten wie Ungeimpfte behandelt. Das bedeutet in der Regel, dass sie bei grenzüberschreitenden Reisen in der EU einen aktuellen negativen Test brauchen oder sogar in Quarantäne müssen. "Dies spiegelt den nachlassenden Schutz des Impfstoffs wieder und unterstreicht, wie wichtig eine Auffrischung ist", sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders.

"Mit den neuen Vorschriften für Reisen innerhalb der EU werden die unterschiedlichen Vorschriften in den Mitgliedstaaten harmonisiert", heißt es von Seiten der EU-Kommission. Wie lange die Grundimmunisierung in den jeweiligen Ländern - etwa für Restaurantbesuche oder Veranstaltungen - anerkannt wird, kann sich jedoch weiterhin unterscheiden.

1.2.2022 • 02:35 Uhr

Der Liveblog von Montag zum Nachlesen

Erneut haben Tausende in Deutschland gegen die Corona-Politik demonstriert. Die US-Behörden haben dem Corona-Impfstoff von Moderna die vollständige Zulassung erteilt. Die Entwicklungen von Montag zum Nachlesen.