In einem Jahr wird in Katar die Fußball-WM eröffnet. Die Bedingungen für Arbeiter haben sich zwar minimal verbessert - aber zwischen ihnen und dem Leben reicher Kataris liegen Welten. Von Udo Schmidt.
In gut einem Jahr beginnt die Fußball-WM in Katar. Unbeeindruckt von weltweiter Kritik an den Arbeitsbedingungen haben die Bauherren die acht Stadien nun fast fertigstellen lassen - und bezeichnen die Umstände als fair. Von Daniel Hechler.
In Katar ist erstmals die Schura-Versammlung gewählt worden, die den Emir beraten soll. 26 der mehr als 200 Kandidierenden waren Frauen - laut Innenministerium schaffte es allerdings keine in den Rat.
Erstmals darf im autokratisch regierten Katar auf nationaler Ebene gewählt werden. Die Rechte der Volksvertretung sind zwar beschränkt, und nicht alle dürfen abstimmen. Beobachter sehen aber einen Schritt zu mehr Demokratie. Von D. Hechler.
Katar pflegt enge Beziehungen zu den Taliban, redet aber auch mit ihren Gegnern. Der kleine Wüstenstaat ist in der Afghanistan-Krise ein wichtiger Akteur geworden - warum, erklärt Jürgen Stryjak.
Wie rigide die Taliban regieren werden, darüber rätselt die Welt auch zwei Wochen nach dem Fall von Kabul. In Katar, wo sich eine Taliban-Delegation seit Monaten zu Verhandlungen aufhält, geben sie sich moderat. Ute Brucker hat sie getroffen.
In einem neuen Bericht erhebt Amnesty schwere Vorwürfe gegen Katar, den Gastgeber der Fußball-WM: Der Tod Tausender Menschen sei nicht untersucht worden, obwohl es Hinweise auf einen Zusammenhang mit gefährlichen Arbeitsbedingungen gebe.
Die niederländische Gärtnerei Hendriks Graszoden boykottiert die WM in Katar. Eigentlich hätte das Unternehmen den Rasen für die Stadien liefern sollen. Wegen Tausender toter Arbeiter lehnte die Firma den Auftrag aber ab, berichtet Ludger Kazmierczak.
Die WM-Vergabe an Katar wird erneut in Frage gestellt: Nach einem Bericht des "Guardian" sind die Bedingungen für Arbeiter aus Indien und Nepal katastrophal. Mehr als hundert Arbeiter starben allein dieses Jahr. Gewerkschafter sprechen von "moderner Sklaverei".
Mehr als 6500 Gastarbeiter sind in Katar verstorben, seitdem das Wüstenemirat im Jahr 2010 den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-WM 2022 erhalten hat. Das berichtet die britische Tageszeitung "Guardian".
Mit allen Ehren wird Katars Emir vom saudischen Kronprinz empfangen. Dahinter steckt wohl auch ein Zugeständnis an die USA. Und damit endet eine Blockade, von der vor allem ein Gegner der Saudis profitiert hat. Von Carsten Kühntopp.
Katar ist eines der reichsten Länder der Welt, seit drei Jahren aber isoliert: Saudi-Arabien und andere Nachbarstaaten verhängten damals eine Blockade. Sie werfen Katar Unterstützung von Extremisten vor. Nun gibt es offenbar eine Wende.
Lange war Katar für die Ausbeutung von Arbeitskräften scharf kritisiert worden. Jetzt reagiert das Emirat und führt einen Mindestlohn ein. Er entspricht einem Stundenlohn von umgerechnet einem Euro.
Wegen der Arbeitsbedingungen für Migranten steht Katar international in der Kritik. Jetzt gibt es Lob von Beobachtern: Dank einer weiteren Reform dürfen die Arbeiter selbst bestimmen, wann sie ausreisen.
Im kommenden Monat verlässt Katar die OPEC und wird dadurch unabhängiger. Nach Einschätzung des Analysten Mohamed Abbas wird das viel Geld in die Kassen spülen. Den Konflikt mit Saudi-Arabien werde dies eher befeuern.
faktenfinder
Liveblog
FAQ