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Liveblog zum Coronavirus ++ Virologe fordert langfristige Strategie ++

Stand: 13.12.2020 22:43 Uhr

Der Virologe Schmidt-Chanasit verlangt von der Politik eine nachhaltige Corona-Strategie für die Zeit nach dem Lockdown. Der SPD-Ostbeauftragte kritisiert die AfD für ihre Nähe zu Maskenverweigerern. Alle Entwicklungen vom Sonntag zum Nachlesen.

  • Merkel kündigt harten Lockdown ab Mittwoch an
  • Scholz: Elf Milliarden Euro Hilfen monatlich für Einzelhandel
  • Tschentscher warnt vor Rabattaktionen zum Wochenbeginn
  • Thüringen verhängt nächtliche Ausgangsbeschränkung
  • Patientenschützer fordern mehr Tests für Heime
  • Virologe Jonas Schmidt-Chanasit fordert langfristie Corona-Strategie
  • 20.200 Neuinfektionen in Deutschland
13.12.2020 • 22:41 Uhr

Ende des Liveblogs

Wir schließen den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse!

13.12.2020 • 22:40 Uhr

Algeriens Präsident meldet sich erstmals wieder öffentlich zu Wort

Der wegen einer Corona-Infektion in Deutschland behandelte algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune hat sich in einer TV-Ansprache erstmals seit zwei Monaten persönlich zu Wort gemeldet. Er sei "auf dem Weg der Erholung", sagte der 75-Jährige. Es werde noch zwei bis drei Wochen dauern, bis er seine körperlichen Fähigkeiten vollständig wiedererlangen werde.

Die fünfminütige Rede wurde im Staatsfernsehen übertragen und auf dem Twitter-Kanal des Präsidenten veröffentlicht. Tebboune kündigte an, er werde in Kürze wieder nach Algerien zurückkehren. Über seinen derzeitigen Aufenthaltsort machte er keine Angaben. 

Der algerische Staatschef hatte sich zuletzt Mitte Oktober in der Öffentlichkeit gezeigt. Am 28. Oktober wurde er nach einem Corona-Verdacht bei mehreren seiner Mitarbeiter für medizinische Untersuchungen in eine Klinik nach Deutschland gebracht, wo wenige Tage später seine Corona-Infektion diagnostiziert wurde.

13.12.2020 • 21:29 Uhr

Krankenhausverband rechnet mit 5000 Intensivpatienten

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) rechnet trotz des bevorstehenden Lockdowns mit immer mehr Corona-Patienten auf den Intensivstationen. "In den nächsten zwei Wochen werden die Infektionszahlen zunächst noch einmal steigen. Der Lockdown wirkt erst mit Verzögerung", sagte DKG-Präsident Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich rechne damit, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen von derzeit rund 4500 auf 5000 zur Jahreswende steigen wird."

Es sei bereits jetzt an einigen Stellen eine Überlastung der Krankenhäuser zu beobachten, sagte Gaß. Regelpatienten könnten nicht mehr so versorgt werden wie sonst. Dort müsse dann eine Auswahl stattfinden. "Das ist aber keine Triage in dem Sinne, wie sie in Frankreich und Italien stattfinden musste, wo Ärzte entscheiden mussten, wer noch beatmet wird und wer nicht", betonte der Chef der Krankenhausgesellschaft.

13.12.2020 • 21:26 Uhr

Hohe Infektionszahlen: Litauens Regierung kündigt Lockdown an

Zu viele Infizierte, zu viele Tote: Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle wird das öffentliche Leben in Litauen auf ein Minimum reduziert. In dem baltischen EU-Land sollen von Mittwoch an alle Geschäfte bis auf Läden für den täglichen Bedarf schließen und der Schulbetrieb auf Fernunterricht umgestellt werden. Das beschloss die neue Regierung von Ministerpräsidentin Ingrida Simonyte in ihrer ersten Sitzung. Die Regelung soll bis zum 31. Januar gelten. Auch die Bewegungsfreiheit der rund drei Millionen Einwohner Litauens wird eingeschränkt: Auf Anordnung der Regierung darf niemand mehr ohne zwingenden Anlass in andere Städte und Gemeinden außerhalb des eigenen Wohnsitzes reisen. Haus oder Wohnung dürfen ebenfalls nur noch aus triftigem Grund verlassen werden.

13.12.2020 • 21:18 Uhr

Kretschmer verteidigt nächtliche Ausgangsbeschränkungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in seinem Bundesland verteidigt. "Wir müssen der Polizei Instrumente in die Hand geben, die kontrollierbar sind", sagte der CDU-Politiker in einem ARD extra. Leider gebe es in der Bevölkerung eine Minderheit, die sich nicht an die geltenden Kontaktbeschränkungen gehalten habe. "Dieser Minderheit muss jetzt klar gemacht werden: Es geht nicht anders."

13.12.2020 • 21:09 Uhr

Virologe Schmidt-Chanasit fordert langfristige Strategie

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit von der Universität Hamburg hat von der Politik eine langfristige und nachhaltige Corona-Strategie gefordert. Der harte Lockdown ab kommenden Mittwoch sei zwar richtig, weil die Situation in einigen Krankenhäusern kritisch sei, sagte Schmidt-Chanasit in einem ARD extra. "Nichtsdestotrotz müssen wir uns ab heute die Frage stellen, wie es ab dem 10. Januar weitergehen kann." So müssten die Risikogruppen besser geschützt werden, es brauche mehr Corona-Tests auch an Schulen und das medizinische Personal müsse verstärkt werden. Denn eines sei klar, so Schmidt-Chanasit: "Ein Lockdown ist natürlich keine nachhaltige Strategie."

13.12.2020 • 20:32 Uhr

Kanzleramtsminister Braun warnt vor vollen Innenstädten

Nach Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher hat auch Kanzleramtsminister Helge Braun davor gewarnt, in den verbleibenden zwei Tagen vor dem harten Lockdown viele Weihnachtseinkäufe zu erledigen. "Die herzliche Bitte ist, auch diese letzten zwei Tage, an denen jetzt die Geschäfte noch geöffnet sind, nicht so zu nutzen, dass die Innenstädte sehr voll sind", sagte Braun in einem ARD extra. Der Lockdown beginne erst am Mittwoch, weil einige Bundesländer noch zwei Tage zur Vorbereitung bräuchten.

13.12.2020 • 20:10 Uhr

Algeriens Staatschef meldet sich nach Corona-Erkrankung zu Wort

Nach fast zwei Monaten hat sich der mit dem Coronavirus infizierte algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune erstmals öffentlich geäußert. Es werde womöglich noch mehrere Wochen dauern, bis er fit genug für eine Rückkehr in die Heimat sei, sagte Tebboune in einer Videobotschaft. Der 75-Jährige sprach deutlich und schien auch bei längeren Sätzen nicht außer Atem zu sein. Ende Oktober war Tebboune erkrankt und zur Behandlung nach Deutschland gereist. "Ich werde meine ganzen körperlichen Kräfte vielleicht in ein, zwei oder drei Wochen zurückgewonnen haben», sagte der Präsident. "Ich hoffe, bald wieder bei Ihnen zu sein."

Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune | AFP

Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune: "Ich hoffe, bald wieder bei Ihnen zu sein" Bild: AFP

13.12.2020 • 19:32 Uhr

Steinmeier will sich vor Lockdown an die Öffentlichkeit wenden

Kurz vor Inkrafttreten des harten Corona-Lockdowns will sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die Öffentlichkeit wenden. Für Montagmorgen kündigte das Bundespräsidialamt ein Pressestatement Steinmeiers zur "aktuellen Lage in der Pandemie" an. Ein ursprünglich für Montagvormittag geplantes Gespräch des Bundespräsidenten mit Studierenden zu ihrer Situation in der Pandemie wurde verschoben.

13.12.2020 • 18:02 Uhr

SPD-Ostbeauftragter: AfD parlamentarischer Arm der Maskenverweigerer

Der SPD-Ostbeauftragte Martin Dulig sieht bei der AfD eine Mitverantwortung für die aktuelle Entwicklung in der Corona-Pandemie. Die Partei habe sich "zum parlamentarischen Arm der Maskenverweigerer" entwickelt, sagte er dem Politmagazin "Cicero". "Schauen Sie nur, wen sie unterstützt - von Pegida bis Querdenken." Insofern müsse sie sich den Vorwurf gefallen lassen, "dass sie Mitverantwortung dafür trägt, dass zu viele Leute der Meinung sind, auf Masken und andere Schutzmaßnahmen zu verzichten". Dulig ist Sachsens Vize-Ministerpräsident und sächsischer Wirtschaftsminister.

13.12.2020 • 17:58 Uhr

Schäuble: Abgeordnete bei Impfung wie Regierung einstufen

Bei der Vergabe zunächst knapper Corona-Impfungen sollten Bundestagsabgeordnete nach dem Willen von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble "ebenso eingestuft und behandelt werden" wie etwa Mitglieder der Bundesregierung. "Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags tragen ebenso Staatsfunktionen wie die Verfassungsorgane der Exekutive und der Judikative", schrieb Schäuble in einem Brief an die Fraktionen. Das Schreiben liegt der Nachrichtenagentur dpa vor. Bislang gibt es in der EU noch keinen zugelassenen Impfstoff. Wie hoch Mitglieder der Bundesregierung in der Impf-Reihenfolge einsortiert werden, ist allerdings noch offen.

13.12.2020 • 17:34 Uhr

Thüringen verhängt nächtliche Ausgangsbeschränkung

In Thüringen gilt von Mittwoch an eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. In der Zeit von 22 Uhr bis 5 Uhr dürfe die Wohnung nur aus triftigen Gründen wie der Ausübung des Berufs verlassen werden, entschied die Landesregierung in Erfurt. Grund dieser Sonderregelung im Vergleich zu den Bund-Länder-Vereinbarungen sei die anhaltend hohe Infektionszahl, teilte die Staatskanzlei mit. Die Ausgangsbeschränkung gelte für Thüringen insgesamt. Für Heiligabend und die Nächte bis zum 26. Dezember sowie die Silvesternacht würden gesonderte Regelungen getroffen. Dies gelte auch für die hohen Feiertage der jüdischen und muslimischen Gemeinden.

13.12.2020 • 17:22 Uhr

Haseloff: Wohl keine Weihnachts-Lockerungen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird es zu Weihnachten voraussichtlich keine Lockerungen der Kontaktregeln geben. Es bleibe dabei, dass sich höchstens fünf Personen treffen dürfen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff. "Eine Lockerung sehen wir derzeit als nicht gerechtfertigt an", sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die hohen Infektionszahlen. Nicht mitgezählt werden im Land Kinder bis 14 Jahren, die mit einem der anwesenden verwandt sind. Das Kabinett solle am Montag darüber entscheiden. Ursprünglich hatte Sachsen-Anhalt geplant, für Weihnachten auch Treffen von bis zu zehn Personen zu ermöglichen. Nach dem neuen Bund-Länder-Beschluss können die strengen Regeln für private Kontakte für die Weihnachtstage grundsätzlich etwas gelockert werden.

13.12.2020 • 17:11 Uhr

Gegner von Corona-Maßnahmen demonstrieren mit Auto-Korso

Nach der Verkündung des harten Lockdowns wegen der Corona-Pandemie haben in Düsseldorf Gegner der Maßnahmen demonstriert. In einem Auto-Korso fuhren sie durch die Stadt. Der neue Lockdown werde Hunderttausende Arbeitsplätze kosten, kritisierte ein Redner. Die Demonstration sei mit 50 Wagen angemeldet gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Verkehrsstörungen hätten sich in Grenzen gehalten.

13.12.2020 • 16:53 Uhr

Tschentscher warnt Handel vor Rabattaktionen am Montag und Dienstag

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat den Handel davor gewarnt, mit Rabattaktionen bis zum Lockdown die Kauflust weiter anzuheizen. Auch die Bürger sollten "an den kommenden beiden Tagen keinen Black Friday veranstalten, sondern nur die nötigsten Einkäufe tätigen", sagte der SPD-Politiker der "Bild". Die Menschen sollten in diesem Jahr auf geplante Weihnachtseinkäufe verzichten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs hatten zuvor vereinbart, ab Mittwoch den Einzelhandel weitgehend zu schließen. Ausnahmen gelten etwa für Lebensmittelmärkte, weitere Güter des täglichen Bedarfs sowie beispielsweise für Apotheken, Post und Banken.

13.12.2020 • 16:43 Uhr

Gewerkschaft der Polizei: Klare Corona-Regeln erleichtern Arbeit

Die Gewerkschaft der Polizei hat die verschärften Corona-Regeln begrüßt. "Es ist nicht mehr die Zeit, Schlupflöcher zu suchen", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Jörg Radek. Die Polizei werde wie bisher auch stärker auf öffentlichen Plätzen und an "neuralgischen Punkten" präsent sein. "Die klaren Maßnahmen erleichtern uns dabei eher die Arbeit. Ein Alkoholverbot in Städten reduziert die Wahrscheinlichkeit von Ansammlungen in der Öffentlichkeit. Das Verkaufsverbot für Pyrotechnik entspannt die Situation zu Silvester."

Mit Blick auf die Infektionsgefahr gelte seine Sorge eher der Absicherung möglicher "Querdenker"-Kundgebungen als den Kontrollen privater Haushalte, sagte Radek. Mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes könnten solche Kundgebungen zudem besser rechtssicher verboten werden.

Polizisten stehen vor Weihnachtsbeleuchtung. | dpa

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßt unter anderem das Alkoholverbot in Städten. Bild: dpa

13.12.2020 • 16:32 Uhr

DUH: Feuerwerksverkaufsverbot gut für Umwelt und Kliniken

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat das Verkaufsverbot für Feuerwerke begrüßt. "Erstmals stoppt die Bundesregierung den bisherigen irren Brauch, zum Jahreswechsel Sprengstoff in die Hände von Betrunkenen zu geben", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Das sei eine gute Nachricht für die Umwelt und die überlasteten Krankenhäuser. Er verwies darauf, dass ansonsten wieder tausende durch Pyrotechnik verletzte Menschen hätten behandelt werden müssen. Die gute Nachricht für die Umwelt sei, dass viele am Jahreswechsel "beruhigt aufatmen" könnten. "Die Luftbelastung durch gesundheitsschädlichen Feinstaub ist in den Stunden und Tagen nach dem Jahreswechsel in vielen Städten die höchste des Jahres", so Resch.

13.12.2020 • 16:26 Uhr

Evangelische Kirche plant Online-Angebote zu Weihnachten

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzt angesichts der Corona-Regeln zu Weihnachten auch wieder auf Online-Angebote für die Gläubigen. "Zusätzlich zu den Gottesdiensten, die unter strengen Schutzkonzepten stattfinden, werden wir über Online-Formate und Fernsehgottesdienste wie schon an Ostern viele Millionen Menschen erreichen", sagte eine EKD-Sprecherin. "Die aktuelle Situation erfordert viel Kreativität und Improvisationsgeist."

Die von Bund und Ländern am Sonntag beschlossenen Regeln für die Gottesdienste würden vielerorts bereits umgesetzt, sagte die Sprecherin. Dazu zählten die Maskenpflicht, das Gesangsverbot für die Gemeinden sowie Anmeldelisten für die Weihnachtsgottesdienste. Die von der Politik angekündigten Gespräche innerhalb und mit den Glaubensgemeinschaften würden Anfang der Woche geführt.

13.12.2020 • 15:52 Uhr

Bischofskonferenz begrüßt Möglichkeit von Weihnachtsgottesdiensten

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat sich erleichtert über die Bund-Länder-Beschlüsse zu den Weihnachtstagen geäußert. "Wir begrüßen die derzeitige Möglichkeit für die weitere Feier von Gottesdiensten zum jetzigen Zeitpunkt", sagte Sprecher Matthias Kopp in Bonn. Er rief zugleich zu "äußerster Vorsicht und der strikten Einhaltung aller vorhandenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen" auf. "Verantwortung und Augenmaß sind das Gebot der Stunde", betonte Kopp.

13.12.2020 • 15:49 Uhr

Polizei löst Party in Kindertagesstätte auf

Dicht gedrängt, ohne Mund-Nasen-Schutz und bei geschlossenen Fenstern: Die Polizei hat in Dortmund eine Party in einer Kindertagesstätte aufgelöst. Nach Polizeiangaben, hatten sich Anwohner am Freitagabend über Ruhestörung aus der Einrichtung im Stadtteil Menglinghausen beschwert. Bereits auf der Straße sei laute Musik zu hören gewesen, heißt es in der Mitteilung. In einem Raum der Kindertagesstätte trafen die Beamten dann auf 14 Beschäftigte, die feierten. Sie erhielten Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung. Außerdem erteilte die Polizei allen Beteiligten Platzverweise.

13.12.2020 • 15:48 Uhr

US-Lastwagen fahren Corona-Impfstoff aus

In den USA sind die ersten Lastwagen mit dem Impfstoff von Pfizer und Biontech unterwegs. Sie fuhren heute aus einer Produktionsstätte in Michigan los und sollen morgen in diversen Bundesstaaten ankommen und verabreicht werden. Die Verteilung des Mittels vom US-Hersteller Pfizer und seines deutschen Partners Biontech wird die größte Impfkampagne in der Geschichte der USA einläuten. Zuerst geimpft werden sollen Mitarbeiter des Gesundheitswesens sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen. Mit der ersten Auslieferung sollen etwa drei Millionen Dosen an die Bevölkerung gebracht werden.

13.12.2020 • 15:42 Uhr

In Brandenburg Distanzunterricht größtenteils schon ab Montag

In Brandenburg werden die Schulen schon ab Montag für den Präsenzunterricht größtenteils geschlossen. Das teilte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit. Ausgenommen bleiben Abschlussklassen und Förderschulen. Nach den Weihnachtsferien soll es für alle anderen Schüler bis zum 10. Januar nur noch Distanzunterricht geben.

13.12.2020 • 15:40 Uhr

Israel verkürzt Quarantäne auf zehn Tage - bei zwei Tests

Die Quarantänezeit wird in Israel um zwei auf zehn Tage verkürzt, wenn man zwei negative Tests vorweist. Das israelische Gesundheitsministerium teilte mit, diese Erleichterung solle von Dienstagmorgen an gelten. Eine Quarantäne ist nach Kontakt mit Infizierten oder nach einer Einreise aus dem Ausland nötig. Im vergangenen Monat war die Quarantänezeit bei zwei Tests bereits von 14 auf 12 Tage gekürzt worden.

13.12.2020 • 15:37 Uhr

Italien stellt Impfwerbung vor

Italien will seine nationale Impfkampagne mit einer großen Werbeaktion und der Primel als Symbol begleiten. Das kündigte der Sonderkommissar der Regierung, Domenico Arcuri, an. Rom wolle mit einer ersten Impfphase Mitte Januar starten, sagte er. Begonnen werde mit medizinischem Personal und in Altenheimen. Die Details der Anti-Covid-Spritzen, die mit dem Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer losgehen dürften, könnte sich nach Medienangaben noch etwas verschieben. Das hänge etwa vom Zulassungsprozess ab. Auch bei dem Produkt des US-Konzerns Moderna setzt Italien auf eine baldige Genehmigung.

Illustration der nationalen Corona-Impfkampagne Italiens mit der Primel als Symbol, bereitgestellt durch das Gesundheitsministerium | dpa

Illustration zur nationalen Corona-Impfkampagne Italiens, bereitgestellt durch das Gesundheitsministerium Bild: dpa

13.12.2020 • 15:25 Uhr

Bovenschulte: Insolvenzantragspflicht auch im Januar ausgesetzt

Die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen soll nach dem Willen von Bund und Ländern auch im Januar ausgesetzt bleiben. Die eigentlich am 31. Dezember auslaufende Sonderregelung solle um einen Monat verlängert werden, kündigte der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) an. Demnach sind Unternehmen, die wegen der Corona-Krise in Bedrängnis geraten sind, derzeit nicht verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen. Die geplante Verlängerung ist laut Bovenschulte allerdings nicht Bestandteil der heutigen Beschlüsse von Bund und Ländern.

13.12.2020 • 15:23 Uhr

Präsenzpflicht an Schulen in Rheinland-Pfalz bis 15.1. ausgesetzt

Rheinland-Pfalz setzt die Präsenzpflicht an den Schulen von Mittwoch an aus. Das sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einer Schalte der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Für die Schüler, die bis zum Ferienbeginn am Freitag nicht zu Hause betreut werden könnten, blieben die Schulen offen. Nach den Ferien werde es vom 4. Januar bis 15. Januar Fernunterricht geben.

13.12.2020 • 15:09 Uhr

Walter-Borjans kritisiert fehlende Eigenverantwortung

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat die Beschlüsse für einen harten Lockdown begrüßt und zugleich das Verhalten einiger Bürgerinnen und Bürger kritisiert. Die bisherigen Maßnahmen hätten auch deswegen nicht ausgereicht, "weil verantwortliches Verhalten ohne Verbote vor allem im privaten Bereich an viel zu vielen Stellen immer noch ein Fremdwort ist", sagte er dem Portal t-online.de. Insbesondere seien Kontakte nicht hinreichend reduziert worden.

"Die Verschärfung der Maßnahmen ist richtig", sagte der SPD-Chef. Sie seien ein "wichtiges Signal, dass die Politik in einer besorgniserregenden Situation handlungsfähig ist und auch handelt". Die weitere Entwicklung hätten nun alle gemeinsam in der Hand.

13.12.2020 • 15:03 Uhr

Kommunen begrüßen Bund-Länder-Beschluss

Die kommunalen Spitzenverbände begrüßen die Beschlüsse von Bund und Ländern. Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, der harte Lockdown sei schmerzhaft, aber die Städte unterstützten ihn. "Unser Land muss die Pandemie wieder in den Griff bekommen, bevor es zu spät ist und das Infektionsgeschehen völlig aus dem Ruder läuft", mahnte der Leipziger Oberbürgermeister (SPD).

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, bezeichnete den beschlossenen Lockdown ab Mittwoch als "hart, aber unvermeidbar". "In der derzeitigen, sehr kritischen Situation haben wir keine Zeit mehr zu verlieren", sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Es müsse nun so schnell wie möglich gelingen, die Kontrolle über das Infektionsgeschehen wieder zu erlangen.

13.12.2020 • 14:58 Uhr

Ausgangsbeschränkungen in Brandenburg

Nach dem bundesweiten Beschluss ist auch in Brandenburg ein Lockdown geplant. Das kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) an. Dazu zählen Ausgangsbeschränkungen ab 22 Uhr vom kommenden Mittwoch (16. Dezember) an. Für Heiligabend soll die Regelung erst später gelten. Auch für den Neujahrsmorgen sind mit 1 oder 2 Uhr andere Uhrzeiten im Gespräch.

In den Schulen wird der Präsenzunterricht in Schulgebäuden von diesem Montag an vor den Ferien ausgesetzt - das sei keine Schließung, sagte Woidke. Wer kann, betreue sein Kind zuhause, es gebe aber eine Betreuungsmöglichkeit. Ab Januar gebe es nur noch Unterricht zuhause für alle Schulen außer Abschlussklassen und Förderschulen, Notbetreuung sei aber möglich.

13.12.2020 • 14:51 Uhr

Laschet schließt Verlängerung der Auflagen nicht aus

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet schließt eine Verlängerung der harten Corona-Auflagen über den 10. Januar hinweg nicht aus. Wenn erforderlich, werde es auch danach weitere Maßnahmen geben, sagte er. Es werde jetzt alles getan, die Corona-Zahlen bis dahin zu senken. Konkrete Prognosen wollte Laschet nicht abgeben. "Das hat die Pandemie in diesem Jahr gelehrt: Jegliche Prognose, die über vier Wochen ausgerichtet ist, geht schief", sagte er. "Es ist meistens anders gekommen, als Experten geraten haben und als wir selbst auch in unseren Verordnungen festgelegt haben."

13.12.2020 • 14:48 Uhr

Weitere Hilfen für Kultur gefordert

Der Deutsche Kulturrat hat angesichts der Verlängerung und Verschärfung der Corona-Einschränkungen mehr Unterstützung für die Kreativwirtschaft gefordert. Zwar seien diese Maßnahmen angesichts der Infektionslage notwendig, hieß es in einer Erklärung. "Für den Kulturbereich heißt der harte Shutdown aber eine weitere Verschärfung seiner seit Monaten extrem angespannten Situation." Daher sei es wichtig, "die bestehenden Hilfen für die Kultur- und Kreativwirtschaft weiterzuführen, dringend nachzujustieren und zu erweitern".

13.12.2020 • 14:42 Uhr

Lindner fordert langfristige Strategie

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat nach dem Lockdown-Beschluss von Bund und Ländern ein langfristiges Konzept zur Bewältigung der Corona-Pandemie angemahnt. "Diese Notbremse ist angesichts der Entwicklung der Pandemie nachvollziehbar. Die Notbremse ersetzt aber nicht eine dauerhaft durchhaltbare Strategie", sagte er. "Die jetzige Notbremse wird irgendwann gelöst werden müssen, weil die sozialen und wirtschaftlichen Folgeschäden enorm sind. Uns ist aber nicht klar, unter welchen Umständen und Bedingungen das erfolgen soll und wann."

Lindner rief dazu auf, den neuen Lockdown zu nutzen, um gemeinsam eine dauerhafte Corona-Strategie zu entwickeln. Die FDP sei zur Mitwirkung bereit. Im Mittelpunkt müsse der wirkliche Schutz der besonders betroffenen Risikogruppen stehen. FFP2-Masken müsse man "in der Breite der Gesellschaft verfügbar machen". In Hotspots müssten regional spezifische Maßnahmen wie Schließungen ergriffen werden. Es dürfe im Frühjahr aber nicht mehr das ganze Land stillgelegt werden.

13.12.2020 • 14:25 Uhr

Günther rechnet mit weiter steigenden Infektionszahlen im Norden

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) rechnet trotz des Lockdowns ab Mittwoch auch in Schleswig-Holstein zunächst mit weiter steigenden Corona-Infektionszahlen. "Zu Hause zu bleiben ist das Gebot der Stunde in den nächsten vier Wochen", sagte Günther nach Beratungen der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Die Werte sind besorgniserregend."

Günther appellierte an die Menschen, sich auch bereits am Montag und Dienstag mit Einkäufen zurückzuhalten. "Bleiben sie ab sofort - wenn es irgendwie geht - zu Hause", sagte er. An Weihnachten gelten dieselben Kontaktbeschränkungen wie in anderen Ländern. An Weihnachten könnte der eigene Hausstand mit vier weiteren Personen zusammen sein, sagte Günther. Das bundesweite Regelwerk werde "1 zu 1" umgesetzt.

13.12.2020 • 14:23 Uhr

Schwesig: Schulen bis Klasse 6 und Kitas können offen bleiben

An den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern kann Präsenzunterricht in den Jahrgangsstufen bis zur 6. Klasse im verschärften Lockdown weiterhin grundsätzlich möglich sein. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte in Schwerin aber, dass sie empfehle, Kinder, wo dies möglich sei, zu Hause zu lassen. Die Präsenzpflicht könne auch nach den Weihnachtsferien zunächst ausgesetzt werden, und es könne stattdessen von zu Hause aus gelernt werden.

Kitas sollen demnach ebenfalls grundsätzlich offen bleiben. Auch hier sprach sich Schwesig dafür aus, dass Eltern ihre Kinder, sofern möglich, zu Hause lassen sollen.

13.12.2020 • 14:07 Uhr

Verband: Verkaufsverbot stürzt Feuerwerk-Branche in Existenznot

Das Verkaufsverbot von Feuerwerk zu Silvester wegen des harten Lockdowns stürzt die Hersteller von Böllern und Raketen nach eigenen Angaben in eine schwere Krise. Im Zweifel drohe die Insolvenz des gesamten Wirtschaftszweigs, erklärte Thomas Schreiber, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der pyrotechnischen Industrie (VPI).

Der Verband fordert einen vollen Ausgleich für die Umsatzverluste im dreistelligen Millionenbereich. Da die Branche 95 Prozent ihrer Jahreserlöse im Dezember erwirtschafte, befürchteten Verbandsjuristen, dass Unternehmen bei den Überbrückungshilfen leer ausgehen. "Wir brauchen gesonderte Hilfsgelder, um die 3000 Einzelexistenzen in der Branche zu sichern", erklärte Schreiber

Nach der Entscheidung von Bund und Ländern, Feuerwerk zunächst nicht verbieten zu wollen, hätten die Firmen mit ihren Hauptauslieferungen begonnen. Nun stehe der Einzelhandel vor dem Problem, was mit den Waren geschehen solle. Da Feuerwerk ein Kommissionsgeschäft sei, müsse der Schaden von der pyrotechnischen Industrie getragen werden.

13.12.2020 • 14:02 Uhr

Woidke sieht kaum Perspektive für Lockerung nach 10. Januar

Nach dem Bund-Länder-Beschluss zum harten Lockdown ab Mittwoch sieht Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kaum eine Perspektive für rasche Lockerungen. Mit Blick auf das vorläufige Enddatum der neuen Maßnahmen am 10. Januar sei diese Hoffnung zwar "da, aber doch sehr gering", sagte Woidke in Potsdam. Bei den Beratungen der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den harten Lockdown habe "große Einigkeit zwischen der Bundesregierung und den Ländern" geherrscht, betonte Woidke. Alle seien sich einige gewesen, "dass wir härtere Maßnahmen brauchen".

13.12.2020 • 13:58 Uhr

Doch keine Hotelübernachtungen über Weihnachten in NRW

Angesichts der verschärften Kontaktbeschränkungen dürfen die Hotels in Nordrhein-Westfalen doch keine Übernachtungen bei Familienbesuchen über Weihnachten anbieten. Das stellte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach den Bund-Länder-Beratungen klar. Damit rückt NRW vom Angebot Ende November ab, Familienangehörigen Hotelübernachtungen über die Weihnachtstage zu ermöglichen. "Da jetzt die Zahl auf den allerengsten Familienkreis reduziert ist, wird auch für Hotels klargestellt, dass keine Übernachtungen stattfinden sollten", sagte Laschet in Düsseldorf.

13.12.2020 • 13:52 Uhr

Bildungsgewerkschaften begrüßen Bund-Länder-Beschlüsse

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) haben die Lockdown-Beschlüsse von Bund und Ländern begrüßt. Diese sehen weitgehende Schul- und Kita-Schließungen oder zumindest massive Einschränkungen im Betrieb der Einrichtungen vor, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die GEW sprach von einer harten, aber richtigen Entscheidung. Es sei richtig und wichtig, Schulen und Kitas in die Entscheidung einzubeziehen, das öffentliche Leben herunterzufahren, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann.

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe kritisierte die Länder dafür, zu lange am Präsenzunterricht festgehalten zu haben, "ohne ausreichend für den notwendigen Gesundheits- und Infektionsschutz an Schulen und Kitas gesorgt zu haben".

13.12.2020 • 13:47 Uhr

Laschet: Besuche bei Älteren anders als im Frühjahr möglich

Der ab Mittwoch geltende harte Lockdown unterscheidet sich laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) beim Umgang mit alten und kranken Menschen vom Frühjahrslockdown. Es sei gemeinsame Haltung gewesen, "nicht wieder die Alten und Pflegebedürftigen abzuschotten", sagte Laschet in Düsseldorf. "Wir brauchen Lösungen, die sie nicht wieder in Einsamkeit führen und allein lassen."

Laschet sagte, um dies zu erreichen, sei die Pflicht der Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen zu regelmäßigen Coronatests eingeführt worden. Die Mitarbeiter müssten nun auch verpflichtend FFP2-Masken tragen. In Corona-Hotspots gelte außerdem die Pflicht für Besucher der Heimbewohner, einen höchstens 24 Stunden alten negativen Coronatest vorzulegen.

13.12.2020 • 13:44 Uhr

Tschentscher: Schulpflicht ab Mittwoch aufgehoben

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat die Aussetzung der Schulpflicht ab Mittwoch angekündigt. Die Schulen und Kitas blieben aber bis zu den Weihnachtsferien geöffnet, sagte Tschentscher. Der Senat werde im Laufe des Tages einen entsprechenden Beschluss fassen. Zuvor hatten die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen harten Lockdown bis zum 10. Januar beschlossen. "Die Lage ist ernst", sagte Tschentscher mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen.

13.12.2020 • 13:38 Uhr

Keine Unterbrechung für Profisport

Anders als beim ersten harten Lockdown im Frühjahr kann der Profisport seine Wettbewerbe diesmal zunächst fortsetzen. Dies geht aus dem Beschluss der Bund-Länder-Runde mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hervor, in dem der Profisport bei den weitergehenden Einschränkungen nicht explizit erwähnt wird. 

Während das öffentliche Leben samt Einzelhandel und Schulen ab Mittwoch und bis zum 10. Januar drastisch heruntergefahren werden soll, darf demnach in den nationalen Sport-Ligen rund um den Jahreswechsel weiter ohne Zuschauer gespielt werden. Lockerungen im Sport sind ebenso bis nach Start des neuen Jahres vom Tisch. Bis mindestens zum 10. Januar sind demnach weiter beispielsweise keine Zuschauer bei Profisport in den Stadien und Arenen erlaubt.

13.12.2020 • 13:31 Uhr

Städtetag begrüßt harte Corona-Maßnahmen

Der Deutsche Städtetag hat die von Bund und Ländern beschlossene Verschärfung der Corona-Maßnahmen begrüßt. "Der harte Lockdown ist schmerzhaft, aber die Städte unterstützen ihn", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Unser Land muss die Pandemie wieder in den Griff bekommen, bevor es zu spät ist und das Infektionsgeschehen völlig aus dem Ruder läuft", mahnte der Leipziger Oberbürgermeister.

Jung appellierte dringend an die Bevölkerung, sich an die neuen Regeln zu halten: "Jede und jeder Einzelne muss in nächster Zeit wieder mithelfen, dass die Infektionszahlen deutlich sinken." Die Kontaktbeschränkungen an Weihnachten und rund um den Jahreswechsel fielen schwer, das abrupte Ende der Weihnachtseinkäufe sei bitter, auch für das Leben in den Innenstädten. Solche Maßnahmen seien aber wirksam, wie die Erfahrungen aus dem Frühjahr zeigten.

13.12.2020 • 13:09 Uhr

Weidel bezeichnet Lockdown als "Holzhammer-Methode"

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel übt grundsätzliche Kritik am Vorgehen von Bund und Ländern. "Dieser Lockdown-Beschluss ist ein Offenbarungseid für die politisch Verantwortlichen und ein Desaster für die Bürger und die deutsche Wirtschaft", erklärte sie. Weidel sprach von der "untauglichen und kontraproduktiven Holzhammer-Methode 'Lockdown'" und fügte hinzu: "Um ihr Versagen zu maskieren, maßen sie sich an, in übergriffiger Weise bis unter den Weihnachtsbaum tief in das Privatleben der Bürger hineinzuregieren."

13.12.2020 • 12:55 Uhr

Virologe Schmidt-Chanasit: Lockdown absolut notwendig

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit mahnt, die kurze Zeit bis zum 10. Januar zu nutzen, um sich Schritte zur Rückkehr in die Normalität zu überlegen. Denkbar wäre aus seiner Sicht beispielsweise ein Massentest - bevor die Kinder wieder zur Schule gehen. Der ab Mittwoch geltende Lockdown sei absolut notwendig, um die Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.

13.12.2020 • 12:40 Uhr

Handelsverband: Hilfen reichen nicht aus

Die wegen des harten Lockdowns ausgeweiteten Corona-Finanzhilfen für betroffene Unternehmen sind aus Sicht des Einzelhandels noch immer zu gering. "Die bisher vorgesehenen Gelder reichen bei weitem nicht aus, um eine Pleitewelle in den Innenstädten zu verhindern", kritisiert der Handelsverband Deutschland (HDE) die jüngsten Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels.

Der HDE fordert für den Dezember die gleiche Unterstützung, die bereits die seit Anfang November geschlossene Gastronomie erhält. Die Überbrückungshilfen alleine reichten nicht aus, um die betroffenen Handelsunternehmen zu retten.

Angesichts des harten Lockdowns ab Mittwoch kündigte die Bundesregierung eine umfassende Ausweitung der Corona-Finanzhilfen für Unternehmen an. Konkret soll bei der Überbrückungshilfe III, die ab Januar gilt, der Höchstbetrag von 200.000 Euro auf 500.000 Euro erhöht werden. Der maximale Zuschuss ist demnach geplant für direkt und indirekt von Schließungen betroffene Unternehmen. Die Kosten der erweiterten Überbrückungshilfe III werden während eines Monats mit angeordneten Schließungen auf mehr als 11 Milliarden Euro geschätzt.

13.12.2020 • 12:36 Uhr

Bouffier will "keine Polizei unter dem Weihnachtsbaum"

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat an die Bürger appelliert, die mit dem harten Lockdown beschlossenen Kontaktbeschränkungen im privaten Kreis eigenverantwortlich umzusetzen. In Hessen werde dies nicht die Polizei kontrollieren, sagte Bouffier in Wiesbaden.

Der vom Grundgesetz gesicherte Schutz der eigenen Wohnung gelte selbstverständlich. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mit Polizei unter dem Weihnachtsbaum Verordnungen durchsetzen müssen", sagte Bouffier.

13.12.2020 • 12:29 Uhr

Geschlossene Läden, Distanzunterricht und kein Feuerwerksverkauf

Um die hohen Corona-Fallzahlen in den Griff zu bekommen, fahren Bund und Länder das öffentliche Leben vom kommenden Mittwoch bis zum 10. Januar herunter. Die Beschlüsse von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen, fasst Oliver Köhr aus dem ARD-Hauptstadtstudio zusammen.

13.12.2020 • 12:14 Uhr

Kretschmer: "Die Zeit der Appelle ist vorbei"

Für den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer ist der von Bund und Ländern für Deutschland beschlossene harte Lockdown ohne Alternative. "Die Zeit der Appelle ist vorbei", sagte Kretschmer nach den Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Merkel .

"Deutschland muss zur Ruhe kommen - nur so haben wir eine Chance, die Kontakte um das notwendige Maß zu reduzieren." Was im Frühjahr "in Teilen zu viel war, ist heute dringend geboten und wird jetzt von allen staatlichen Ebenen durchgesetzt", sagte Kretschmer. Die Gewährleistung der medizinischen Versorgung jederzeit sei nicht verhandelbar. "Gerade der Blick auf die Situation in den Krankenhäusern zeigt, wie notwendig die beschlossenen Maßnahmen sind."

13.12.2020 • 12:04 Uhr

Scholz: "Lassen Firmen nicht allein"

Der Bund will nach den Worten von Finanzminister Olaf Scholz mit erweiterten Corona-Finanzhilfen Firmen und Jobs schützen. Scholz sagte nach den Beratungen von Bund und Ländern, es gehe um Existenzen. Viele hätten sich über viele Jahre ein Geschäft aufgebaut und hätten nun die Sorge, aufgeben zu müssen.

Scholz sprach angesichts des harten Lockdowns von einer umfassenden Unterstützung. Die zusätzlichen Hilfen hätten einen Umfang von rund elf Milliarden Euro pro Monat. Die Bundesregierung habe Firmen von Beginn der Krise an nicht alleine gelassen, sagte der Vizekanzler. Er nannte die beschlossenen harten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus erforderlich. "Das Virus macht keine Ferien." Es gehe um Gesundheit und um das Leben von Bürgern.

13.12.2020 • 11:44 Uhr

Söder: "Corona ist außer Kontrolle geraten"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält eine Verlängerung des am Mittwoch beginnenden harten Lockdowns auch über den 10. Januar hinaus für möglich. Die Maßnahmen seien jetzt bis zu diesem Datum geplant, sagte Söder in Berlin. Er sage aber "ausdrücklich, so lange es dauert".

"Corona ist außer Kontrolle geraten", so der bayerische Ministerpräsident weiter. Er sei froh, dass sich nun alle Regierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel "klar und konsequent" auf einen Beschluss zum Lockdown geeinigt hätten. Anders als in den vergangenen Monaten gehe es nun nicht wieder um eine Diskussion über Ausnahmen, sonder über konsequentes Umsetzen, sagte Söder. Er dankte Merkel ausdrücklich für die Vorbereitungen des harten Lockdowns.

"Es ist fünf vor Zwölf", sagt er. "Ganz oder gar nicht." Halbherzige Einschränkungen gebe es nicht mehr. "Corona ist eine Katastrophe, die unser Leben mehr betrifft als jede Krise, die wir in den letzten 50 Jahren zuvor hatten." "Wenn wir nicht aufpassen, wird Deutschland schnell das Sorgenkind in ganz Europa. Deswegen mussten und müssen wir handeln."

Bundeskanzlerin Angela Merkel, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller . | REUTERS

Bundeskanzlerin Angela Merkel, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller nach einem Gespräch mit den Länderchefs. Bild: REUTERS

13.12.2020 • 11:27 Uhr

Merkel: "Wir sind zum Handeln gezwungen"

Kanzlerin Angela Merkel hat einen harten Lockdown angekündigt. Die Länder seien sich einig, dass die meisten Geschäfte - mit Ausnahme der Läden für den täglichen Bedarf - vom 16. Dezember bis 10. Januar geschlossen bleiben sollen. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sei man zum Handeln gezwungen.

An Silvester und Neujahr wird es ein bundesweites An- und Versammlungsverbot gelten. Der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester soll grundsätzlich verboten werden. In Alten- und Pflegeheimen soll es ab sofort Pflichttests geben.

13.12.2020 • 10:49 Uhr

Mehr als 16 Millionen Corona-Infizierte in den USA

Seit dem Beginn der Pandemie haben sich in den USA mehr als 16 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Dies ging aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervor. In absoluten Zahlen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt. Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen lag bei 219.510. Am Samstag wurden 2368 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion verzeichnet. Der Höchstwert war am Freitag mit mehr als 3300 Toten registriert worden. Insgesamt starben 297.837 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

13.12.2020 • 10:03 Uhr

Erzbischof: Auch bei hartem Lockdown Kirchen offen lassen

Der Bamberger katholische Erzbischof Ludwig Schick appelliert an die Politik, bei allen zusätzlichen Einschränkungen die Kirchen nicht zu schließen. Auf Twitter schrieb er am Sonntag: "Liebe Politiker! Auch bei einem harten Lockdown müssen die Kirchen an Weihnachten offen und Gottesdienstbesuch möglich bleiben, sicher bei Einhaltung der nötigen Regeln." Dies sei Wunsch und Bitte von Millionen Christen und auch von anderen Religionen. Einen "Lockdown der Seele darf es nicht geben", so Schick weiter.

13.12.2020 • 09:46 Uhr

Linke: Noch immer kein Schutzkonzept für Heime

Die Linke im Bundestag wirft der Bundesregierung mangelnden Schutz der Alten- und Pflegeheime in der Pandemie vor. "Es ist ein schweres Versagen, dass es nach fast einem Jahr Pandemie kein flächendeckendes Schutzkonzept für Alten- und Pflegeheime gibt", sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Er forderte verpflichtende Corona-Tests für jeden Besucher vor Zutritt zu Heimen sowie für das Personal vor jedem Dienstbeginn. Es müsse zudem eine FFP2-Maskenpflicht in Heimen geben, sagte Bartsch. Dafür müssten diese Masken den Einrichtungen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

13.12.2020 • 09:23 Uhr

Patientenschützer fordern mehr Tests für Pflegeheime

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat an die Regierungschefs von Bund und Ländern appelliert, bei ihren Beratungen über schärfere Schutzmaßnahmen auch die Lage der Pflegebedürftigen und Schwerstkranken zu bedenken. Diese verletzliche Gruppe sei von der Pandemie am stärksten bedroht und grundsätzlich auf die Fürsorge von Angehörigen und Fachkräften angewiesen, sagte Vorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur epd.

Der Staat habe dafür zu sorgen, dass bei den Patienten und bei den Betreuern der 14.000 ambulanten Dienste und 12.000 Pflegeheime zweimal pro Woche PCR-Tests vorgenommen werden. Zudem müssten die Behörden sicherstellen, dass Pflege-Teams und Angehörige tägliche Schnelltests erhalten.

Schutzgarantien des Staates müssten nicht am fehlenden Personal scheitern, sagte Brysch und verwies drauf, dass die Krise für viele Menschen Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit bringe. Bei den Impfzentren zeige sich, dass attraktive Stundensätze dazu führen, dass genügend Menschen bereit sind, dort zu arbeiten.

Corona-Schnelltest bei einer Bewohnerin eines Altenheims | dpa

Corona-Schnelltest bei einer Bewohnerin eines Altenheims. Bild: dpa

13.12.2020 • 08:42 Uhr

Einzelhandel offenbar ab 16. Dezember geschlossen

Wegen der anhaltend hohen Neuinfektionen wollen Bund und Länder das öffentliche Leben in Deutschland bereits kommende Woche herunterfahren. Der Einzelhandel soll in weiten Teilen vom 16. Dezember bis zum 10. Januar geschlossen werden, heißt es in dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf für die heutigen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den 16 Ministerpräsidenten.

Ausnahmen sind demnach der Lebensmittel-Einzelhandel, Wochenmärkte und Direktvermarkter für Lebensmittel, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkaufsläden, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte, Weihnachtsbaumverkaufsstände und Großhandel. Dagegen werden Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe geschlossen.

"Auch an den Schulen sollen im Zeitraum vom 16. Dezember 2020 bis 10. Januar 2021 die Kontakte deutlich eingeschränkt werden. Kinder sollen dieser Zeit wann immer möglich zu Hause betreut werden", heißt es in dem Papier. Der Verzehr von alkoholischen Getränken im öffentlichen Raum soll im selben Zeitraum untersagt und Verstöße mit einem Bußgeld belegt werden.

13.12.2020 • 08:30 Uhr

Handelsverband fürchtet um Arbeitsplätze

Der bevorstehende Lockdown und das bereits vorher schleppend laufende Weihnachtsgeschäft gefährden dem Handelsverband Deutschland (HDE) zufolge bis zu 250.000 Arbeitsplätze im Innenstadt-Handel. "Der Dezember ist unter normalen Umständen der wichtigste Monat im Jahr, in der Pandemie ist er ein Totalausfall", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der "Bild am Sonntag". Von den rund 560.000 Stellen im innenstädtischen Einzelhandel seien zwischen 150.000 und 250.000 "akut bedroht". 

Im Falle eines harten Lockdowns plädiert Genth für die gleiche Entschädigung für den Einzelhandel, die zuvor bereits die Gastronomie erhalten hat. "Wenn Läden geschlossen werden, müssen sie mit 75 Prozent des Vorjahresumsatzes entschädigt werden", sagte Genth. Ein Lockdown ohne Entschädigungen würde massiv Arbeitsplätze vernichten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte eine solche Entschädigung am Freitag jedoch abgelehnt. 

13.12.2020 • 08:16 Uhr

Verbraucher hamstern kaum noch Arzneien

Die im ersten Corona-Lockdown hochgeschossene Nachfrage nach rezeptfreien Arzneien und Erkältungsmitteln hat sich wieder gelegt. Das berichten mehrere Pharmaunternehmen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Demnach haben die Verbraucher in Deutschland trotz des Teil-Lockdowns im Herbst zuletzt kaum noch Medikamente gehamstert - anders als in der ersten Corona-Welle.

Die im Frühjahr gestiegene Nachfrage nach verschreibungsfreien Medikamenten gegen Erkältungen und Allergien habe sich normalisiert, teilte der Dax-Konzern Bayer mit. Man verzeichne aber weiter eine hohe Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln, gerade nach Vitaminpräparaten, mit denen Verbraucher ihre Immunabwehr stärken wollten. Es gebe keine Probleme, die Nachfrage zu bedienen.

Die Ratiopharm-Konzernmutter Teva in Ulm erklärte, es gebe bei freiverkäuflichen Arzneien nur vereinzelt eine erhöhte Nachfrage, etwa für Paracetamol. Im Frühjahr hatte das Unternehmen noch von einer zeitweise teils dreifachen Bestellmenge über das gesamte Arzneiportfolio hinweg berichtet.

13.12.2020 • 08:11 Uhr

Russland entwickelt Impfstoff für Tiere

Nach Corona-Ausbrüchen auf mehreren Nerzfarmen in Europa entwickelt Russland einen eigenen Impfstoff für Tiere. Das Vakzin solle Ende Januar vorliegen, sagte der Chef der Agraraufsichtsbehörde Rosselchosnadsor, Sergej Dankwert, der russischen Fachzeitschrift "Veterinär und Leben". Die Europäische Union, die USA und Singapur hätten bereits Interesse bekundet.

Dankwert zufolge durchläuft der Wirkstoff aktuell die entscheidende Testphase III. "Der neue Impfstoff wird derzeit an Nerzen, Katzen und Nagetieren getestet." Seine Behörde erhalte regelmäßig Anfragen aus russischen Tierfarmen nach einem Corona-Impfstoff, weil Nerze und Frettchen als besonders anfällig für das Virus gelten und sich gegenseitig infizieren könnten, sagte der Behördenleiter.

In den vergangenen Wochen hat es in mehreren europäischen Ländern Fälle von Corona-Infektionen bei Nerzen gegeben, unter anderem in Schweden, Frankreich und den Niederlanden. In Dänemark waren Millionen Tiere getötet worden, weil das Virus mutiert war. In Russland leben in Tierfarmen offiziellen Angaben zufolge mehr als 97.000 Nerze und 6900 Frettchen. In dem Land sind bereits zwei Impfstoffe für Menschen gegen Corona freigegeben worden.

13.12.2020 • 06:35 Uhr

Marburger Bund: Homeoffice ermöglichen

Der Marburger Bund appelliert angesichts der hohen Coronavirus-Infektionszahlen an Arbeitgeber, ihren Angestellten Homeoffice zu ermöglichen. Die Vorsitzende des Ärzteverbandes, Susanne Johna, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Homeoffice, wo immer es möglich ist, wird auch dazu führen, dass in dieser kritischen Phase weniger Menschen morgens und abends in vollen Bussen und Bahnen zusammenkommen und sich dabei gegenseitig anstecken."

Die hohen Infektionszahlen erforderten rasches und konsequentes Handeln, sagte Johna. Die Gefahr eines erneuten exponentiellen Wachstums sei offensichtlich. "Nur durch eine Strategie der wirksamen Kontaktminimierung lässt sich dieser Trend brechen." Johna betonte: "Materielle Geschenke zu Weihnachten sind gerade in diesem Jahr weniger wichtig als Gesundheit, Solidarität wichtiger als Kommerz".

13.12.2020 • 05:34 Uhr

Studie: Masken verringern Corona-Infektionsrisiko um 45 Prozent

Ein Mund-Nasen-Schutz verringert das Corona-Infektionsrisiko einer Studie zufolge um fast die Hälfte - um durchschnittlich rund 45 Prozent. "Das sind 55 statt 100 Neuinfektionen", sagte der Mainzer Ökonom Klaus Wälde, einer der Autoren der in der Fachzeitschrift "PNAS" veröffentlichten Studie, der Deutschen Presse-Agentur. "Oder noch anschaulicher: Statt 20.000 Neuinfektionen am Tag hätten wir ohne Masken rund 38.000." Sein Fazit: "Jeder sollte Masken tragen, um sich und andere vor Infektionen zu schützen."

Wälde hatte mit drei anderen Wirtschaftswissenschaftlern den Sonderweg Jena untersucht und mit Daten aus ähnlichen deutschen Städten verglichen. In der thüringischen Stadt wurden Schutzmasken - begleitet von einer Öffentlichkeitskampagne - bereits am 6. April eingeführt und damit rund drei Wochen früher als in den meisten anderen deutschen Kreisen und Städten. "Das war ein extremer Glücksfall, den man sich viel häufiger wünscht, um Infektionskanäle in der Wirklichkeit betrachten zu können", sagte Wälde. Die Wissenschaftler verglichen Jena mit Städten wie Trier, Darmstadt, Cloppenburg und Rostock. Dort waren Infektionsgeschehen, Bevölkerungsdichte, Durchschnittsalter, Seniorenanteil sowie die Ausstattung mit Ärzten und Apotheken ähnlich wie in Jena.

"Wir haben geschaut, was in Jena und in den Vergleichsregionen drei Wochen nach der Einführung der Maskenpflicht passiert." Um weitere Effekte auszuschließen, berücksichtigten die Wissenschaftler andere Regelungen in Deutschland in dieser Zeit.

13.12.2020 • 05:25 Uhr

Erneut mehr als 20.000 Infektionen

Das Robert Koch-Institut meldet 20.200 Neuinfektionen. Das sind 2433 mehr als vor einer Woche. Insgesamt liegt die Zahl der Infektionen in Deutschland damit bei 1.320.716. Es starben weitere 321 Menschen an oder mit dem Virus, insgesamt 21.787. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt den Angaben zufolge auf 169,1 und entfernt sich weiter vom Ziel 50, das Bund und Länder anstreben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich innerhalb von sieben Tagen neu anstecken.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,11 (Vortag: 1,03). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

13.12.2020 • 04:59 Uhr

Schäuble rechnet mit Anpassung der Impf-Vorgaben

Bundestagspräsident Schäuble rechnet noch mit Änderungen an der Reihenfolge, in der die Bevölkerung in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft werden soll. Der CDU-Politiker sagte der "Welt am Sonntag", die Empfehlungen der Experten würden sicher noch verfeinert.

Er persönlich würde die Menschen, die mit Infizierten arbeiten müssten oder mit Alten und Kranken zu tun hätten, an erster Stelle priorisieren. Diese hätten ein extrem hohes Risiko, sich zu infizieren. Und wenn zu viele Ärzte und Pflegekräfte ausfielen, stehe man vor einem riesigen Problem. In ihrem ersten Entwurf empfiehlt die Ständige Impfkommission, zunächst Personengruppen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe zu impfen wie etwa Bewohner von Pflegeheimen.

13.12.2020 • 04:07 Uhr

Viele Neuinfektionen in Südkorea

Südkorea meldet den zweiten Tag in Folge einen neuen Höchstwert bei den Ansteckungen. Es seien 1030 Neuinfektionen registriert worden, teilt das Seuchenzentrum mit. Am Samstag hatte Südkorea Polizei und Armee zur Nachverfolgung von Infektionsketten mobilisiert. Insgesamt verzeichnet Südkorea seit Beginn der Pandemie 42.766 Corona-Ansteckungen und 580 damit zusammenhängende Todesfälle.

13.12.2020 • 04:07 Uhr

Brasilien legt Impfplan vor

Die Regierung in Brasilia will in der ersten Jahreshälfte 2021 gut ein Viertel der Bevölkerung gegen Covid-19 impfen. Aus einem an das Oberste Gericht des Landes übermittelten Dokument geht hervor, dass zunächst 108 Millionen Impf-Dosen zur Verfügung stünden. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung - also 148 der 212 Millionen Brasilianer - müssten immunisiert werden, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Experten kritisieren die Ausführungen als hastig zusammengestellt mit Fehlern bei den Details über mögliche Vakzine. Das Oberste Gericht hatte der Regierung eine Frist gesetzt, Vorkehrungen für die Impfungen zu treffen.

Das brasilianische Gesundheitsministerium meldet binnen den letzten 24 Stunden 43.900 Neuinfektionen und weitere 686 Todesfälle. Insgesamt gibt es damit dem südamerikanischen Land knapp 6,9 Millionen Infektionen und 181.123 Tote in Zusammenhang mit dem Virus.