Großbritanniens Premierminister Boris Johnson mit schwarzer Schutzmaske. | REUTERS
Liveblog

Corona-Liveblog zum Nachlesen ++ Boris Johnson erneut in Quarantäne ++

Stand: 15.11.2020 22:35 Uhr

Großbritanniens Premier Johnson muss in Quarantäne, da es in seinem Umfeld einen Corona-Fall gibt. Die Niederlande verbieten Silvesterfeuerwerk. Auch in Deutschland wird darüber diskutiert. Alle Entwicklungen vom Sonntag zum Nachlesen im Liveblog.

  • 16.947 Neuinfektionen in Deutschland
  • Boris Johnson erneut in Quarantäne
  • Keine weitreichenden Entscheidungen bei morgiger Bund-Länder-Runde erwartet
  • Altmaier rechnet mit mehreren Monaten Einschränkungen
  • Deutschland plant Hunderte Impfzentren
  • Politiker diskutieren über ein Verbot von Silvesterfeuerwerk
  • Österreich will Massentests durchführen
  • Leichter Rückgang der Neuinfektionen in den USA und in Italien
15.11.2020 • 22:35 Uhr

Ende des heutigen Liveblogs

Wir sagen Tschüss für heute und bedanken uns für Ihr Interesse.

15.11.2020 • 21:54 Uhr

Britischer Premier Johnson muss erneut in Quarantäne

Boris Johnson muss sich wieder in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte das Büro des britischen Premierministers mit. Der Nationale Gesundheitsdienst habe gewarnt, dass eine Person aus Johnsons Umfeld positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Johnson selbst gehe es gut und er zeige keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung, teilte ein Sprecher seines Büros mit. Er werde seine Amtsgeschäfte von zu Hause aus fortführen.

Der britische Premier hat bereits eine Erkrankung wegen einer Corona-Infektion hinter sich. Er hatte sich im April mit dem Virus angesteckt und musste zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden.

15.11.2020 • 20:41 Uhr

Biontech-Gründer: Rückkehr zum Normalzustand bis Ende 2021

Der Mitgründer des Mainzer Impfstoffentwicklers Biontech, Ugur Sahin, rechnet mit einer Rückkehr zur Normalität bis Winter 2021. Dafür sei es aber "absolut essentiell", eine hohe Impfquote gegen das Coronavirus vor dem Herbst zu erreichen, sagte er dem britischen Fernsehsender BBC. Er sei aber optimistisch, dass dies gelingen könnte. 

Der von Biontech und dem US-Pharmariesen Pfizer entwickelte Impfstoff ist einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie. Unternehmenschef Sahin kündigte an, ihn bereits von Ende dieses Jahres an oder Anfang 2021 auszuliefern - "wenn alles gut geht", fügte er hinzu.

15.11.2020 • 20:20 Uhr

Fronten mit Blick auf die Schulen offenbar verhärtet

Vor den Bund-Länder-Beratungen morgen hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei "Bild live" seine Forderung nach schärferen und einheitlichen Regeln für die Schulen bekräftigt. "Ich werbe dafür, dass wir die Maskenpflicht überall einführen". Wer Schule offen halten wolle, müsse auf Masken setzen, auch in der Grundschule, so der CSU-Politiker.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sagte im selben Format zur Frage, ob im Dezember die Schulen generell geöffnet bleiben könnten: "Das kann man noch nicht beantworten, auch das hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab."

Aus den Vorberatungen zum Gespräch der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder hieß es laut Nachrichtenagentur dpa, man sei sich im Grundsatz einig, dass die Schulen für Präsenzunterricht geöffnet bleiben sollten. Eine Mehrheit der Länder wolle jedoch aktuell nichts an den Regelungen ändern. Das Kanzleramt wolle dagegen über Veränderungen etwa bei den in den Schulen geltenden Abstandsregeln, der Gruppengröße oder die Einführung von Wechselmodellen im Unterricht sprechen. Hier seien die Fronten verhärtet, sei zu hören gewesen.

15.11.2020 • 19:41 Uhr

Polizeieinsätze wegen Missachtung der Corona-Regeln

Bei Einsätzen wegen der Missachtung von Corona-Regeln sind Polizisten in Parks in Berlin und Hamburg am Wochenende attackiert und verletzt worden. In Berlin eskalierte die Auflösung einer Party, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten setzten demnach Pfefferspray ein, drei von ihnen wurden leicht verletzt. Den Angaben zufolge hatten 25 Menschen gefeiert, ohne den Mindestabstand wegen Corona einzuhalten oder Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen.

In Hamburg erteilte die Polizei nach eigener Darstellung einer zunächst rund 25-köpfigen Gruppe wegen der Corona-Eindämmungsverordnung Platzverweise, denen jedoch nicht alle Anwesenden nachkommen wollten. Die Beamten seien bedrängt und mit zum Teil illegaler Pyrotechnik beworfen worden. Auch hier setzten sie Pfefferspray ein.

Bei einer großangelegten Kontrolle wurden am Samstagabend in den Bussen und Bahnen der Hansestadt laut Polizei 650 Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt. Eine Polizeisprecherin sagte dem NDR, dass die ansonsten hohe Akzeptanz der Maskenpflicht sinke, sobald es in Richtung Wochenende gehe. Sie würde eher von jüngeren Menschen missachtet, vor allem dann, wenn Alkohol im Spiel ist.

15.11.2020 • 19:06 Uhr

Dreyer: Geduld statt Aktionismus

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Erwartungen auf weitreichende Entscheidungen der Bund-Länder-Runde morgen gedämpft. Man werde vor allem Bilanz ziehen und könne dann wenige Tage später wieder zusammentreffen, sagt die SPD-Politikerin im Bericht aus Berlin. "Wenn wir einen nächsten Schritt machen sollten, wäre es am besten, Kontaktbeschränkungen weiter zu verschärfen." Dreyer mahnt aber auch, dass die Politik Geduld haben und nicht in Aktionismus verfallen sollte.

15.11.2020 • 18:29 Uhr

BKA warnt: Corona-Hilfen locken Betrüger an

Das Bundeskriminalamt geht von Zehntausenden Betrugsfällen bei den Corona-Nothilfen von Bund und Ländern aus. "Die wirtschaftlichen Hilfen in Milliardenhöhe, die Bund und Länder seit Beginn der Pandemie beschlossen haben, stellen für Betrüger und Cyberkriminelle einen starken Anreiz da", sagte BKA-Präsident Holger Münch der "Bild"-Zeitung. Betrüger verwendeten beispielsweise falsche Ausweispapiere oder nutzten gefälschte Personalien, beantragten mehrfach Soforthilfen in verschiedenen Bundesländern oder für Unternehmen, die erst vor Kurzem gegründet worden seien.

Zudem sieht der BKA-Chef eine steigende Gefahr von Cyberangriffen auf Unternehmen, weil viele Mitarbeiter derzeit von zu Hause aus auf Firmennetzwerke zugreifen. Dies stelle ein zusätzliches Risiko dar.

15.11.2020 • 18:22 Uhr

Pistorius regt Lockerungen beim Datenschutz an

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat eine Debatte um zeitlich befristete Einschränkungen des Datenschutzes in der Corona-Pandemie angeregt. "Ich glaube, dass eine vorübergehende und angemessene Anpassung unserer im internationalen Vergleich sehr hohen Datenschutzvorgaben mit Blick auf effektive und schadenbegrenzende Pandemiebekämpfung Sinn gemacht hätte", sagte der SPD-Politiker der Zeitung "Welt".

Angesichts der Tatsache, dass man im Kampf gegen Corona "noch viele Monate durchhalten" müsse, sei es auch nicht zu spät, die Datenschutzdebatte nachzuholen - etwa um die Corona-App besser nutzen zu können.

15.11.2020 • 18:10 Uhr

Diskussion über Verbot von Silvesterfeuerwerk

Nachdem die Niederlande in diesem Jahr Silvesterfeuerwerk untersagt haben, um das Gesundheitssystem zu entlasten, beginnt auch in Deutschland eine Diskussion über ein mögliches Verbot. Die in Berlin mitregierenden Grünen wollen ein Verbot in der Hauptstadt rechtlich prüfen. Die niederländische Entscheidung sei "ein wichtiger Schritt, um Krankenhäuser zu entlasten, Sanitäter zu schützen und Neuinfektionen zu verhindern," twitterte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Kapek. Auch die Stadt Köln erwägt ein Verbot, wie der WDR berichtet.

Vertreter von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen sprachen sich hingegen dafür aus, dass Silvester trotz Corona-Pandemie mit Böllern, Raketen und zumindest im kleinen Kreis gefeiert werden kann. "Seit Monaten werden wir in der Politik gefragt, was wir alles absagen wollen oder eher müssen - Bundesliga, Festivals, Sankt Martin, Karneval", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Peter Preuß, der "Rheinischen Post". Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christof Rasche, nannte ein Feuerwerksverbot überzogen.

15.11.2020 • 17:36 Uhr

Weniger Ansteckungen in Italien

Italien hat für die vergangenen 24 Stunden 33.979 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet, verglichen mit 37.255 am Vortag. Die Zahl der Todesfälle betrug 546 (Vortag 544), wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die am stärksten betroffene Region bleibt die Lombardei im Norden des Landes.

15.11.2020 • 17:34 Uhr

Keine weitreichenden Entscheidungen bei Bund-Länder-Schalte erwartet

Bund und Länder wollen offenbar erst bei ihren übernächsten Beratungen am 23. November entscheiden, ob der auf November befristete Teil-Lockdown vor Weihnachten verschärft werden muss oder teils gelockert werden kann.

Bei einer Vorbesprechung für die morgige Videoschalte von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten plädierten nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und des "Spiegel" mehrere Länder dafür, vor weitreichenden Entscheidungen eine weitere Woche abzuwarten, wie sich die zuletzt auf hohem Niveau stagnierenden Corona-Infektionszahlen entwickeln.

15.11.2020 • 17:14 Uhr

Weniger Fahrten - weniger Unfälle - weniger Autoversicherungskosten

Wegen der Corona-Krise bekommen viele Autofahrerinnen und -fahrer Geld von ihrer KfZ-Versicherung zurück. Bei der Allianz etwa erhielten bereits mehr als 60.000 Kunden eine Rückzahlung, weil sie in diesem Jahr weniger gefahren sind als erwartet, wie ein Sprecher auf Anfrage des "Tagesspiegel" mitteilte.

Auch die HUK Coburg kündigt an, ihre Kunden finanziell an einer möglichen Kostenersparnis teilhaben zu lassen, sollte das Schadengeschehen bis Ende des Jahres weiter günstig bleiben. "Nach jetziger Sicht wird das aus Sicht des Unternehmens signifikant sein", sagte eine Sprecherin der Zeitung. Derzeit geht die HUK für dieses Jahr von einem rund fünf Prozent niedrigeren Schadenaufwand als üblich aus.

15.11.2020 • 17:07 Uhr

GroKo einig bei Infektionsschutzgesetz

Die Große Koalition will kommende Woche im Bundestag das Infektionsschutzgesetz anpassen - nun haben sich Union und SPD auf die letzten Nachbesserungen an der Neuregelung geeinigt.

15.11.2020 • 17:00 Uhr

Diskussion über Ausgabe von Schnelltests

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert, Corona-Schnelltests ausschließlich zur Anwendung in Krankenhäusern und Pflegeheimen bereitzustellen. "Damit genügend Schnelltests vorhanden sind, ist der freie Verkauf zu verbieten", sagte Eugen Brysch, Vorsitzender der Stiftung, der "Rheinischen Post". "Weder gegen Cash in der Arztpraxis, noch im Einzelhandel oder am Automaten darf es solche Antigen-Tests geben." Es müsse mehr getan werden, um Hotspots in Pflegeheimen zu unterbinden, sagte Brysch mit Blick etwa auf den massiven Corona-Ausbruch in einem Berliner Pflegeheim.

Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hingegen fordert von der Bundesregierung, umgehend Corona-Schnelltests für einen Euro zu ermöglichen. "Die Hersteller haben zugesagt, dass sie die Produktion jederzeit hochfahren können", sagte der Zeitung. Das sei "ein absolut realistischer Weg", Corona zu einzudämmen und mehr Normalität zu ermöglichen.

Eine Frau tropft am Flughafen München eine Probe auf einen Antigen-Schnelltest zum Covid-19-Antikörper-Nachweis. | dpa

Bild: dpa

15.11.2020 • 16:46 Uhr

Kramp-Karrenbauer kündigt mehr Hilfe von der Bundeswehr an

Bereits jetzt unterstützt die Bundeswehr die Gesundheitsämter bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie mit etwa 15.000 Soldaten. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will die Zahl noch einmal aufstocken, wie sie im Interview mit dem Bericht aus Berlin ankündigte.

15.11.2020 • 16:28 Uhr

Politiker sprechen sich gegen Schulschließungen aus

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihre Bildungsministerin Stefanie Hubig sind trotz steigender Corona-Infektionszahlen gegen flächendeckende Schulschließungen. "Ich halte es für falsch, jetzt grundsätzlich Schulschließungen zu fordern", teilte Dreyer der Nachrichtenagentur dpa mit - einen Tag vor der Bund-Länder-Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel.

Unbestreitbar stiegen auch an Schulen die Zahlen der Corona-Infizierten wie auch in der gesamten Gesellschaft. Das Übertragungsrisiko sei dort allerdings geringer als an vielen anderen Orten, wie eine laufende Studie des Landesuntersuchungsamts zeige.

Auch der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, wie Dreyer und Hubig SPD-Politiker, warb dafür, an der Öffnung der Schulen festzuhalten. "In der vergangenen Woche konnten in Niedersachsen mehr als achtzig Prozent der Schulen den vollständigen Präsenzunterricht erteilen", sagte er "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Einschränkungen gebe es nur dort, wo Corona-Infektionen auftreten. Ein solches Vorgehen sei im Interesse der Schüler, "vor allem derjenigen mit einem erhöhten Förderbedarf", so Weil. Außerdem diene es den Familien, die anderenfalls ganz erheblich belastet würden.

Nach Angaben der Kultusministerkonferenz befinden sich derzeit bundesweit knapp 200.000 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne. Das entspreche 1,8 Prozent der Schülerschaft. Der Deutsche Lehrerverband hatte die Zahl am Mittwoch auf 300.000 geschätzt.

15.11.2020 • 15:49 Uhr

Karliczek warnt vor zukünftigen Pandemien

Forschungsministerin Anja Karliczek wünscht sich für Europa eine Pandemie-Behörde. "Wir sollten nach amerikanischem Vorbild mittelfristig in Europa eine starke Institution schaffen, die sich auf das Auftreten von Pandemien, aber auch andere Gesundheitsnotfälle vorbereitet", sagte sie der "Welt am Sonntag".

15.11.2020 • 15:04 Uhr

Kretschmer will mit Corona-Entscheidungen noch warten

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat vor vorschnellen Entscheidungen zu weiteren Schritten in der Corona-Krise gewarnt. "Ich schlage vor, noch eine Woche zu warten und dann über veränderte Maßnahmen zu entscheiden", sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. Die aktuellen Einschränkungen seien notwendig. Die steigende Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern spreche eine eindeutige Sprache, sagte Kretschmer. "Aktuell können wir nur eine geringe Veränderung beobachten. Es ist aber auch noch nicht viel Zeit seit Beginn der Maßnahmen vergangen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel will morgen Nachmittag mit den Regierungschefs der Länder erörtern, ob die seit Monatsbeginn geltenden Kontaktbeschränkungen nachgeschärft werden müssen. Regierungssprecher Steffen Seibert hat bereits betont, man sehe noch keine Möglichkeiten für Lockerungen.

15.11.2020 • 14:43 Uhr

Müntefering dringt auf Besuchsrecht in Pflegeheimen

Ex-SPD-Chef Franz Müntefering pocht trotz steigender Corona-Zahlen auf ein Besuchsrecht in deutschen Alters- und Pflegeheimen: "Wir dürfen die Bewohner der Altenheime nicht wegsperren, die Grundrechte müssen auch für sie gelten", sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen im Interview mit "Zeit online". Jeder Mensch brauche ein Mindestmaß an sozialen Kontakten.

"Es gibt auch im Sterben eine Lebensqualität", ergänzte er. Auch bei Sterbenden gebe es immer wieder Bedarf zu reden, Erinnerungen hochzuholen, noch mal an die Sonne zu gehen, die Hand zu halten. "Oder dass einfach jemand da ist. Das gehört zur Menschenwürde, Virus hin oder her." Die Kommunen sollten deshalb ein "verantwortbares Maß an Kontakten in Pflegeheimen" möglich zu machen, gegebenfalls mit Helfern von außen, etwa von der Bundeswehr.

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering | dpa

Müntefering, inzwischen selbst 80 Jahre alt, setzt sich für die Belange von Senioren ein. Bild: dpa

15.11.2020 • 14:22 Uhr

Papst bestürzt über Brand auf rumänischer Covid-Station

Nach der Brandkatastrophe auf einer rumänischen Corona-Station mit mehreren Toten hat sich Papst Franziskus bestürzt geäußert. Er drücke allen Betroffenen mein Mitgefühl aus und bete für sie, sagte er bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Gestern waren in der Stadt Piatra Neamt im Norden Rumäniens zehn schwerkranke Covid-19-Patienten ihren Verbrennungen erlegen. Das Feuer brach auf der Intensivstation aus, wo insgesamt 16 Patienten künstlich beatmet wurden. Die Behörden vermuten einen Kurzschluss als Auslöser.

15.11.2020 • 14:18 Uhr

Bedford-Strohm empfiehlt Bibellektüre gegen Corona-Blues

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sieht massive gesellschaftliche Folgen der Corona-Pandemie. "Eine ganze Gesellschaft ist verwundet", sagte er dem "Spiegel". "Viele suchen nach Orientierung, sie erfahren in der Pandemie einen Kontrollverlust. Krankheit und Tod brechen über sie herein, und jeder Einzelne muss lernen, damit umzugehen und eine gewisse Resilienz zu entwickeln."

Aus Bedford-Strohms Sicht sei nun die Kirche gefragt. "Tröstende und aufbauende Worte waren noch nie so wichtig wie in Zeiten dieser Kontaktarmut, deshalb ist es einen Versuch wert, mal wieder die Bibel zu lesen", so Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist. "Denn ihre Worte, etwa in den Psalmen, geben Kraft."

15.11.2020 • 13:25 Uhr

Weniger neue Klinikeinweisungen von Covid-Patienten in Frankreich

Erstmals seit September ist in Frankreich die Zahl der in Krankenhäusern aufgenommenen Covid-19-Patienten zurückgegangen. Das Land hatte vor zwei Wochen neue landesweite Ausgangsbeschränkungen verhängt. Auch die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sank laut Daten vom Samstagabend erstmals seit sechs Wochen. Dennoch belegten Viruspatienten noch immer 96 Prozent der regulären Betten auf französischen Intensivstationen. Die Zahl der wöchentlichen Infektionen pro 100.000 Einwohner ging aber inzwischen 14 Tage in Folge zurück. Manche Ärzte sagen, sie sähen erste Zeichen einer Entlastung der überbeanspruchten Intensivstationen.

15.11.2020 • 12:50 Uhr

Österreichs Kanzler: Wollen Massentests ähnlich wie in der Slowakei

Österreichs Regierung will Corona-Massentests zumindest bei Teilen der Bevölkerung durchführen. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz in einem Interview des Senders ORF an. Vorbild sei die Slowakei, die an zwei Wochenenden einen Großteil ihrer 5,5 Millionen Einwohnern getestet und Zehntausende Corona-Infizierte in Quarantäne geschickt hatte. "Das ist ein absolutes Erfolgsbeispiel und wir haben uns entschieden, hier in Österreich einen ähnlichen Schritt zu machen", sagte Kurz. Über die genauen Pläne wolle die Regierung im Lauf der Woche informieren.

15.11.2020 • 12:47 Uhr

Regierung animiert mit Werbevideos zum "Nichtstun"

Mit augenzwinkernden Videos, die Nichtstuer auf der Couch zu Helden erklären, wirbt die Bundesregierung für das Zu-Hause-Bleiben in der Corona-Krise. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte am Wochenende zwei Clips mit dem Hashtag #besonderehelden auf Twitter, die für viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien sorgten.

15.11.2020 • 12:32 Uhr

Karliczek will mehr Geld für Entwicklung von Anti-Corona-Medikamenten

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will mehr Geld aus dem Haushalt, um die Entwicklung von Wirkstoffen gegen das neuartige Coronavirus voranzutreiben. Einige wenige vorhandene, aber nicht für Covid-19 entwickelte Medikamente - wie Dexamethason - würden bei der Bekämpfung von Erkrankungen helfen, sagte die CDU-Politikerin der "Welt am Sonntag". In den vergangenen Monaten hätten Forscher aber völlig neue Wirkstoffe und auch sogenannte monoklonale Antikörper gegen Covid-19 entwickelt. "Diese kommen nun in die klinische Entwicklung. Das möchte ich unterstützen, damit wirksame Behandlungen so schnell wie möglich bei den Patienten ankommen", fügte sie hinzu.

15.11.2020 • 12:12 Uhr

Lauterbach: "Querdenker" sind Saboteure der Zivilgesellschaft

Bei den gestrigen Aufmärschen der Corona-Gegner wurden Hygieneauflagen bewusst ignoriert. Politiker wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach finden dafür deutliche Worte.

15.11.2020 • 12:04 Uhr

Ifo-Institut: Produktivität sinkt durch Heimarbeit

Unternehmen in Deutschland sehen laut einer Umfrage des Ifo-Instituts das Homeoffice weit weniger positiv als viele Arbeitnehmer. Demnach bemerkt nur eine kleine Minderheit von 5,7 Prozent der Unternehmen eine Steigerung der Produktivität beim mobilen Arbeiten. Dagegen meldeten 30,4 Prozent der Firmen unveränderte und 27 Prozent sogar gesunkene Produktivität ihrer Belegschaften. Das Münchner Ifo-Institut befragte im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen im Oktober dazu 1097 Unternehmen.

Die Frage, ob die Tätigkeit im Heimbüro die Produktivität steigert oder nicht, ist ein politischer Zankapfel. Im Sommer hatte die Krankenkasse DAK nach der Befragung von 7000 Arbeitnehmern mitgeteilt, dass eine Mehrheit von 56 Prozent sich selbst im Homeoffice produktiver einschätze.

15.11.2020 • 11:51 Uhr

Bericht: Mehr als jeder fünfte Bundespolizist von Corona betroffen

Mehr als jeder fünfte Bundespolizist war oder ist wegen der Corona-Pandemie laut einem Medienbericht in Quarantäne. 11.890 der insgesamt rund 51.000 Mitarbeiter seien betroffen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Hinweis auf die Behörde mit Sitz in Potsdam. Seit Beginn der Pandemie im März erkrankten demnach 594 Bundespolizisten an Covid-19. Knapp 1900 Mitarbeiter seien derzeit in Quarantäne. 54 Prozent der Fälle hätten einen privaten Bezug, beim Rest gebe es einen dienstlichen.

15.11.2020 • 11:47 Uhr

Weniger Corona-Neuinfektionen in den USA

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in den USA erstmals seit mehreren Tagen unter der des Vortages geblieben. Die binnen 24 Stunden neu registrierten Fälle erreichten am Samstag die Marke von 166.555, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervorgeht. Für Freitag hatte die JHU zunächst 184.514 Fälle und damit einen Höchststand an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie gemeldet. Stunden später korrigierte sie diese Zahl aber auf 177.224 nach unten. Das ist nun der bisherige Höchstwert.

Insgesamt wurden nach jüngsten JHU-Angaben in den Vereinigten Staaten mit ihren 330 Millionen Einwohnern rund 10,9 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Mehr als 245.600 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

15.11.2020 • 11:35 Uhr

"Züge voller als im ersten Lockdown" - aber minus 42 Prozent in 2020

Die Fernzüge der Deutschen Bahn sind während des aktuellen Teil-Lockdowns deutlich voller als während der ersten Phase strenger Corona-Beschränkungen im Frühjahr. "Die Züge sind voller als beim ersten Lockdown. Unsere Kunden sollen sicher reisen können, deshalb halten wir unser Angebot hoch", sagte eine Bahn-Sprecherin. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" berichtet, dass die Nachfrage nach Bahnfahrten derzeit etwa dreimal so hoch sei wie im Frühjahr, als zum ersten Mal strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie galten, etwa die weitgehende Schließung von Hotels und Restaurants sowie Kontaktbeschränkungen.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Bahn von Anfang Januar bis Oktober dieses Jahres jedoch einen Fahrgastrückgang von 42 Prozent. Dennoch will das Unternehmen in der Krise an seinem Fahrplan im Fernverkehr festhalten. Bei einer Reduzierung von Netzstrecken würden ganze Regionen und Städte wie Halle, Saarbrücken oder Aachen den Anschluss an den Fernverkehr verlieren, zitierte die "Bild am Sonntag" aus einer internen Bilanz des Konzerns.

Zwei Reinigungskräfte säubern Tische in einem ICE-Waggon. | dpa

Von Januar bis Oktober reisten dem Bericht zufolge 42 Prozent weniger Menschen im Fernverkehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bild: dpa

Einen kompletten Stillstand einzelner Züge kann sich die Bahn zudem laut "BamS" nicht erlauben: Die Hochgeschwindigkeitszüge seien für Dauerbetrieb ausgelegt und müssen kontinuierlich mit Strom und Vollklimatisierung versorgt werden. Schon nach wenigen Tagen ohne vollen Betrieb der Lüftungsanlagen würden die Innenräume durchfeuchten, die Trinkwasserleitungen verkeimen und es käme zu einer Verpilzung der Klima- und Kühlanlagen.

15.11.2020 • 11:26 Uhr

Zahl der Neuinfektionen in Tschechien geht zurück

In Tschechien geht die Zahl der täglichen Neuinfektionen nach der Verschärfung der Corona-Beschränkungen langsam zurück. Die Behörden meldeten 4199 bestätigte Ansteckungen binnen 24 Stunden. Das sind rund 3500 weniger als vor einer Woche. Die Gesamtzahl der registrierten Ansteckungen in dem Land mit knapp elf Millionen Einwohnern steigt damit auf 458.229.

Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um 132 auf 6058, auch hier ist der Zuwachs geringer als bei den Höchstständen von Anfang November, als Tschechien von der zweiten Virus-Welle schwer erfasst wurde. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern ging auf 7200 zurück. Tschechien weist aber immer noch mit 26,7 Todesfällen pro 100.000 die höchste Pro-Kopf-Rate in Europa auf.

15.11.2020 • 10:54 Uhr

SPD-Generalsekretär fordert mehr Anspruch auf Bafög

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil fordert in der Corona-Krise eine BAföG-Ausweitung. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek lasse die Studierenden komplett im Regen stehen, sagte Klingbeil "Zeit Online". Er höre immer wieder, dass junge Menschen jetzt in der Krise ihr Studium abbrechen, weil ihre Nebenjobs wegfielen und ihnen das Geld fehle.

Daher müsse es nicht nur eine Erhöhung der BAföG-Beträge, sondern auch eine Ausweitung auf einen größeren Kreis an Berechtigten geben, indem die Freigrenze für das Einkommen der Eltern angehoben werde. Die Änderungen sollten zudem dauerhaft gelten. Denn die Zahl der Geförderten gehe seit Jahren zurück, weil das BAföG nicht mehr in der Mitte der Bevölkerung ankomme. "Wir wollen kein Hangeln von Nothilfe zu Nothilfe, sondern ein gutes und krisenfestes BAföG", sagte Klingbeil.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil | dpa

SPD-Generalsekretär Klingbeil macht sich für Studierende stark. Bild: dpa

15.11.2020 • 09:57 Uhr

Wieder mehr als 22.000 Neuinfektionen in Russland

Russland meldet 22.572 Corona-Neuinfektionen und damit fast wieder einen Höchstwert. Die Gesamtzahl der bestätigten Ansteckungen stieg auf über 1,925 Millionen, wie die Behörden mitteilen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich binnen 24 Stunden um 352 auf 33.186. Erst am Samstag war die Zahl der an einem Tag bestätigten Positivtests mit 22.702 auf ein neues Rekordhoch gestiegen.

15.11.2020 • 08:36 Uhr

Bildungsforscher: Ältere Schüler sollten bis März von zu Hause lernen

In der Debatte um Schulschließungen aufgrund der Corona-Infektionslage hat der Kieler Bildungsforscher und Psychologe Olaf Köller dafür geworben, zumindest ältere Schüler digital von zu Hause zu unterrichten. Programme für den Distanzunterricht sollten dabei langfristig bis Ende März angelegt werden und nicht nur bis Weihnachten, sagte Köller, der an mehreren Stellungnahmen der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, zur Corona-Pandemie mitgeschrieben hat.

Angesichts der aktuellen Lage müssten die jüngeren Klassen zudem wieder verkleinert und Abstände untereinander vergrößert werden. "So lange wir keine Massenimpfungen haben und es kalt und winterlich ist, wird das Infektionsgeschehen problematisch bleiben", so Köller.

15.11.2020 • 08:34 Uhr

DIW-Chef Fratzscher warnt vor wachsender Ungleichheit

DIW-Chef Marcel Fratzscher befürchtet, dass die Ungleichheit in Deutschland wegen der Corona-Krise wächst. "Wir haben schon heute einen ungewöhnlich großen Niedriglohnbereich. Mehr als 20 Prozent der Beschäftigten haben weniger als 60 Prozent des Medians, also weniger als circa 11,50 Euro brutto die Stunde", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung der Nachrichtenagentur dpa. "Es besteht die Gefahr, dass der Anteil des Niedriglohnbereichs durch die Corona-Pandemie wächst." In der Regel hätten Menschen, die längere Zeit arbeitslos waren, zunächst Schwierigkeiten, ein gutes Einkommen zu bekommen.

"Die Polarisierung in Deutschland hat sich auf vielen Ebenen verschärft und wird sich weiter verschärfen", sagte Fratzscher. "Die eher besser Verdienenden können sich besser vor der Pandemie schützen und produktiv bleiben." Menschen mit geringerem Einkommen seien tendenziell eher von Kurzarbeit betroffen. "Die soziale Polarisierung gibt politisch extremen Kräften Auftrieb", warnte der DIW-Präsident.

15.11.2020 • 06:31 Uhr

Umfrage: Fast die Hälfte der Befragten lehnt Corona-Warn-App ab

Sehr viele Deutsche lehnen laut einer Umfrage die Nutzung der Corona-Warn-App ab. 44 Prozent der Befragten erklärten, dass sie die App nicht heruntergeladen hätten und dies auch nicht planten, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen berichtete.

Insgesamt vier Prozent gaben demnach an, die App wieder gelöscht zu haben. Fünf Prozent erklärten, die App habe bei ihnen nicht funktioniert. Befragt wurden online mehr als 1000 Deutsche über 18 Jahre. Tatsächlich dürfte die Ablehnung der App laut "Welt" noch viel weiter verbreitet sein. "Die Umfrage wurde digital durchgeführt und erreichte damit vor allem Personen, die der Nutzung von Apps grundsätzlich positiver gegenüberstehen als der Durchschnitt der Bevölkerung", sagte Gert Wagner, Mitglied des Sachverständigenrats, der Zeitung. Das Gremium berät das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz.

Startschirm einer Corona Warn-App | dpa

Laut einer Umfrage lehnen viele Menschen die Corona-Warn-App ab. Bild: dpa

15.11.2020 • 06:28 Uhr

Röttgen hält CDU-Präsenzparteitag für ausgeschlossen

Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen hält aufgrund der Corona-Pandemie einen Präsenzparteitag zur Wahl des neuen Parteivorsitzenden am 16. Januar für ausgeschlossen. "Das ist reine Illusion", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". Stattdessen sollten die 1001 Delegierten virtuell zusammenkommen. "Wir haben die rechtliche Möglichkeit für einen digitalen Parteitag." Auch die Vorsitzendenwahl und eine eventuelle Stichwahl könnten digital stattfinden. "Die Ergebnisse müssen dann nur noch mit einer einmaligen Briefwahl formell bestätigt werden."

15.11.2020 • 05:46 Uhr

Risikogruppen sollen Schutzmasken offenbar kostenlos bekommen

Im Kampf gegen das Coronavirus sollen Risikogruppen wie Ältere und Pflegeheimbewohner nach Plänen der großen Koalition offenbar kostenlos Schutzmasken erhalten können. Vorgesehen ist ein Anspruch für Versicherte, wenn sie zu einer Gruppe "mit einem signifikant erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion" gehören. Das sieht nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa eine geplante Ergänzung eines Gesetzes zu weiteren Corona-Krisenmaßnahmen vor. Es soll am Mittwoch von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

15.11.2020 • 05:31 Uhr

RKI verzeichnet 16.947 neue Fälle

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 16.947 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das geht aus den Angaben des RKI vom Sonntagmorgen hervor. Die Zahl der Todesfälle stieg um 107.

Sonntags und Montags sind die gemeldeten Infektionszahlen oft niedriger als an anderen Wochentagen, unter anderem, weil einige Gesundheitsämter am Wochenende keine Daten an das RKI übertragen. In der Vorwoche lag die Zahl der Neuinfektionen bei 16.107.

15.11.2020 • 04:45 Uhr

Montgomery: Eher Einschränkungen als Lockerungen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat trotz des Teil-Lockdowns vor einer sich abzeichnenden Überlastung der deutschen Krankenhäuser gewarnt. "Wenn es so weitergeht wie gegenwärtig, werden wir mit massiven Personalproblemen und - am schlimmsten - Bettenmangel kämpfen müssen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Bisher sehe man zwar eine Abflachung des Zuwachses bei den Neuinfektionen, aber keinerlei Abknicken der Infektionskurve nach unten. "Wir werden also - das ist meine Prognose - eher über weitere Einschränkungen reden müssen als über Lockerungen", betonte er.

"Es ist eine Illusion davon auszugehen, dass wir jetzt schon über Lockerungen oder Ausstiegsszenarien aus dem Teil-Lockdown reden können, der ja eher ein Teil-Shutdown ist - richtige Ausgangssperren wie in Frankreich oder Italien gibt es bei uns ja gar nicht", sagte Montgomery. "Eher das Gegenteil ist der Fall."

15.11.2020 • 04:41 Uhr

Kretschmann: Über Weihnachten erst bei sinkenden Zahlen sprechen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen für Weihnachten von deutlich sinkenden Infektionszahlen abhängig. "Bei den Maßnahmen, die wir getroffen haben, geht es darum, die Infektionswelle zu brechen, erst, wenn uns das gelingt - und zwar auf durchschlagende Weise -, können wir darüber sprechen, wie wir Weihnachten gestalten", sagte der Grünen-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Steigen die Zahlen weiter exponentiell an, wird das zur Überlastung der Krankenhäuser führen", sagte Kretschmann. "Es geht also derzeit um sehr viel mehr als um Weihnachten."

Kretschmann fordert zudem vor den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Montag eine grundlegende Überarbeitung der Corona-Warn-App. Die App müsse um zahlreiche Funktionen erweitert und vor allem bei der Kontaktnachverfolgung verbessert werden.

15.11.2020 • 03:58 Uhr

Lauterbach kritisiert Nachverfolgung von Einzelkontakten

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat erneut die Strategie des Robert Koch-Instituts (RKI) in der Corona-Pandemie kritisiert. "Ich bin davon überzeugt, dass der jetzige Weg ineffizient ist. Wir verlieren viel Zeit bei der Nachverfolgung von Einzelkontakten", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Diese werden zu spät erreicht - nachdem sie schon viele andere infizieren konnten. Umgekehrt werden auch Personen kontaktiert, die sich gar nicht anstecken konnten." Man müsse sich darauf konzentrieren, Superspreader-Ereignisse zu isolieren, forderte der Epidemiologe. Ähnlich hatte sich Lauterbach bereits mehrfach geäußert.

Zudem forderte der SPD-Politiker, die Dauer der Quarantäne zu verkürzen. "14 Tage sind zu lang, dafür gibt es keine medizinische Rechtfertigung. Ich halte es für sinnvoll, die Quarantäne auf zehn Tage zu reduzieren - mit der Möglichkeit, dass man sich nach fünf Tagen frei testen lassen kann."

15.11.2020 • 02:48 Uhr

Tesla-Chef Musk geht von Covid-19-Erkrankung aus

Tesla-Chef Elon Musk vermutet, dass er an Covid-19 erkrankt ist - ist sich aber nach widersprüchlichen Testergebnissen unsicher. Er habe "Symptome einer geringfügigen Erkältung", schrieb Musk bei Twitter. "Ich bekomme sehr unterschiedliche Ergebnisse von verschiedenen Laboren, aber höchstwahrscheinlich habe ich einen moderaten Covid-19-Fall." Schon am Freitag hatte er geschrieben, dass zwei Schnelltests positiv und zwei negativ ausgefallen seien.

Musk hatte die Gefahr durch das Coronavirus häufig heruntergespielt und Maßnahmen wie die Schließung von Geschäften und Industrie in Kalifornien kritisiert. Ihm missfiel unter anderem, dass Teslas Hauptwerk in der Nähe von San Francisco geschlossen bleiben musste. Musk riskierte auch eine Konfrontation mit den Behörden, um die Produktion der Elektroautos dort schneller wieder hochzufahren. In den USA haben sich bisher knapp 10,9 Millionen Menschen mit den Coronavirus infiziert, mehr als 245.000 starben.

15.11.2020 • 02:48 Uhr

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Mexiko

Mexiko verzeichnet mehr als eine Million Corona-Infektionen. Binnen eines Tages sei die Zahl um 5860 auf insgesamt 1.003.253 Fälle gestiegen, berichtet das Gesundheitsministerium. Die Zahl der Toten erhöht sich um 635 auf 98.259. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass es zudem eine hohe Dunkelziffer bei den Infektionen gibt.

15.11.2020 • 01:45 Uhr

Städte- und Gemeindebund gegen zu frühe Lockerungen

Der Städte- und Gemeindebund spricht sich gegen zu frühe Lockerungen aus. Die Infektionszahlen seien nach wie vor zu hoch und die Kontaktverfolgung gelinge nicht flächendeckend, sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Schließung von Gastronomie und Kultur sei zwar hart. Aber gerade dies führe zu einer deutlichen Reduzierung der Kontakte zwischen den Menschen. Wichtig sei es, die sachlichen Argumente für die Notwendigkeit der Maßnahmen zu erläutern. "Nur wenn wir das Vertrauen der Menschen erhalten, werden wir gut durch den Winter kommen."

15.11.2020 • 01:40 Uhr

Altmaier rechnet mit mehreren Monaten Einschränkungen

Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht noch keine wesentlichen Erfolge des Teil-Lockdowns. "Zur Zwischenbilanz gehört auch, dass die Infektionszahlen nach wie vor viel zu hoch sind. Sehr viel höher sogar als vor zwei Wochen", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". "Trotz aller Anstrengungen ist eine Wende zum Besseren noch nicht erreicht", sagte Altmaier. Für das Öffnen von Restaurants und Kinos sehe er wenig Spielraum. "Wir sind aus dem Gröbsten noch nicht raus." Ein ständiges Öffnen und Schließen der Wirtschaft könne sich Deutschland nicht leisten. Altmaier rechnet nach eigener Aussage damit, dass sich die Deutschen noch weit über den Dezember hinaus einschränken müssen. "Wir werden zumindest in den nächsten vier bis fünf Monaten mit erheblichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen leben müssen."

Am Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten eine Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns ziehen. Derzeit haben unter anderem Restaurants geschlossen, Hotels dürfen keine Urlauber aufnehmen, auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen mussten schließen.

15.11.2020 • 01:20 Uhr

Deutschland plant Hunderte Impfzentren

Noch im Dezember sollen einem Zeitungsbericht zufolge bundesweit Hunderte Impfzentren aufgebaut werden, um Millionen Menschen gegen das Coronavirus zu impfen. Eine zentrale Rolle bei der Massenimpfung sollen Messehallen spielen, wie eine Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den 16 Gesundheitsministerien der Länder ergab. Erster bestätigter Standort sei Bremen, hieß es. Ein fertiges Logistikkonzept gebe es allerdings für die geplanten Zentren bisher noch in keinem Bundesland.

15.11.2020 • 01:11 Uhr

Republikanische Gouverneure reagieren auf Corona-Anstieg

Angesichts der Eskalation der Corona-Krise in den USA ergreifen auch republikanische Gouverneure Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, gegen die sie sich bisher sperrten. In North Dakota verfügte Gouverneur Doug Burgum eine Maskenpflicht und Einschränkungen für Restaurants. Die Maßnahmen gelten zunächst bis Mitte Dezember. In West Virgina ordnete Gouverneur Jim Justice an, dass ab sofort Wochenende in geschlossenen öffentlichen Räumen nun immer Masken getragen werden müssen. Zuvor waren sie nur vorgeschrieben, wenn man keinen Abstand halten konnte.

In den USA hatte es am Freitag mit 184.514 Neuinfektionen den nächsten Corona-Rekord gegeben, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Mehr als 1400 Menschen starben.

15.11.2020 • 01:08 Uhr

Kirchen rechnen mit mehr als einer Milliarde weniger Kirchensteuer

Wegen der Corona-Pandemie rechnen die großen Kirchen in Deutschland einem Medienbericht zufolge mit deutlich sinkenden Steuereinnahmen. Diese könnten um mehr als eine Milliarde Euro zurückgehen, berichtet die "Welt am Sonntag" nach einer Umfrage. Das wäre ein Minus von rund acht Prozent und damit doppelt so viel wie in der Finanzkrise 2009. Die Kirchensteuereinnahmen lägen demnach 2020 bei 11,69 Milliarden Euro, nach 12,71 Milliarden im Vorjahr.

2019 entfielen 6,76 Milliarden Euro auf die Katholische Kirche und 5,95 Milliarden Euro auf die Evangelische Kirche. Die Kirchensteuer beträgt acht bis neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer. Wenn wie in der Corona-Krise mehr Menschen in Kurzarbeit gehen oder sogar arbeitslos werden, sinkt deshalb auch das Kirchensteuer-Aufkommen.

15.11.2020 • 01:00 Uhr

Altmaier: Biden-Wahl gut für Neubeginn bei der Virus-Bekämpfung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht in der Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten auch eine Chance für einen Neuanfang in der Bekämpfung des Coronavirus. "Wir müssen die weltweite Begeisterung über Bidens Wahlsieg für einen globalen Neuanfang in der Bekämpfung der Pandemie nutzen", sagt der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Die Corona-Politik leide sehr darunter, dass weltweit zum Teil sehr gegensätzliche Strategien verfolgt würden. "Joe Biden dagegen hat sehr ähnliche Konzepte wie die Europäer."