Proteste der Corona-Gegner in Düsseldorf | dpa
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Liveblog zum Coronavirus ++ Tausende demonstrieren in Düsseldorf ++

Stand: 20.09.2020 21:07 Uhr

Tausende Gegner der Corona-Regeln sind begleitet von Polizei und Gegendemonstrationen vor den Landtag in Düsseldorf gezogen. Der britische Gesundheitsminister Hancock will einen zweiten Lockdown in Großbritannien nicht ausschließen. Die Entwicklungen vom Sonntag zum Nachlesen.

  • Tausende Gegner der Corona-Regeln demonstrieren in Düsseldorf
  • Robert Koch-Institut meldet 1345 Neuinfektionen
  • Geburtstagsparty: 14 Gäste positiv getestet und Hunderte in Quarantäne
  • Bundesländer halten weniger Intensivbetten frei
  • Strenge Beschränkungen für 850.000 Menschen in Madrid
  • Eine Million Tests an einem Tag in den USA
  • Scheuer kündigt Hilfskonzept für Flugbranche an
  • England führt hohe Geldstrafen für Quarantäne-Verstöße ein
20.9.2020 • 21:07 Uhr

Ende des Liveblogs

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20.9.2020 • 20:33 Uhr

Geburtstagsparty: 14 Gäste positiv getestet und Hunderte in Quarantäne

Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt.

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller.

20.9.2020 • 19:46 Uhr

Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich verzeichnet erneut mehr als 10.000 Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 10.569 Corona-Fälle nach einem Rekordanstieg von 13.498 am Vortag hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Insgesamt haben sich 453.763 Personen mit dem Corona-Virus infiziert. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 31.585.

20.9.2020 • 19:21 Uhr

Eine Million Tests an einem Tag in den USA

Die Anzahl der Corona-Tests in den USA erreicht einen neuen Rekord. Am Samstag wurden dort laut Daten des Covid-Tracking-Projekts an einem Tag mehr als eine Millionen Tests durchgeführt. In der Woche zum 13. September waren es durchschnittlich nur 650.000 Tests pro Tag nach einem Höchstwert Ende Juli mit über 800.000 Tests pro Tag. Laut Experten müssten die USA jedoch auf sechs bis zehn Millioen Tests pro Tag kommen, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.

20.9.2020 • 18:55 Uhr

Myanmar verhängt Lockdown für Rangun

Nach einem rasanten Anstieg der Coronavirus-Infektionen hat Myanmar die schärfsten Restriktionen seit Beginn der Pandemie angekündigt. Ab Montag dürfe bis auf wenige Ausnahmen nur noch eine Person jeden Haushalt der Stadt verlassen, um wichtige Erledigungen zu machen, sagte Gesundheitsminister Myint Htwe. Das Tragen von Gesichtsmasken im öffentlichen Raum ist verpflichtend. Büroangestellte wurden aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten. Fabriken, Bauunternehmen und andere Firmen, wo das nicht möglich ist, müssen ihren Betrieb von 24. September bis zum 7. Oktober einstellen. Ausgenommen sind Angestellte in systemrelevanten Berufen wie im Lebensmittelhandel, bei Apotheken, Banken und Tankstellen.

Das Verlassen von Rangun war bereits zuvor verboten. Alle Inlandsflüge wurden am 11. September eingestellt. In Myanmar hatte es lange nur sehr wenige dokumentierte Coronavirus-Infektionen gegeben. Bis Anfang August waren es 353 bestätigte Fälle, mittlerweile sind es mehr als 5500. Mehr als 90 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Virus.

20.9.2020 • 17:38 Uhr

Strenge Beschränkungen für 850.000 Menschen in Madrid

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führt Madrid in Teilen der spanischen Hauptstadt ab Montag strenge Corona-Beschränkungen ein. In Madrid seien die registrierten Fälle "doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt und die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist dreimal so hoch wie der nationale Durchschnitt", sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez in einem Fernsehinterview. Die Maßnahmen gelten für zwei Wochen und betreffen vor allem Menschen im Süden der Stadt.

Mit dem Inkrafttreten der Regeln dürfen rund 850.000 Einwohner ihre Bezirke nicht mehr verlassen, wie die Regionalregierung von Madrid mitteilte. Ausnahmen sind demnach Wege zur Arbeit, zur medizinischen Versorgung und um Kinder zur Schule zu bringen. Zudem werden Parks in den Orten geschlossen. Geschäfte, Bars und Restaurants dürfen geöffnet bleiben, wenn sie 50 Prozent weniger Gäste aufnehmen. Außerdem werden Versammlungen von mehr als sechs Personen verboten.

Da sich die Maßnahmen vor allem gegen dicht besiedelte und einkommensschwache Viertel richten, kam es in mehreren Bezirken Madrids zu Protesten. Die Menschen hielten Plakate hoch, auf denen zu lesen war: "Nein zu einer klassenbasierten Abriegelung" und "Sie zerstören unsere Nachbarschaft und jetzt sperren sie uns ein". Einige der Bezirke im Süden der Metropole hatten zuletzt mehr als 1000 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner gemeldet - das ist etwa das Fünffache des nationalen Durchschnitts, der für sich bereits der höchste in der Europäischen Union ist.

Proteste in Madrid | REUTERS

In Vallecas, einem Stadtviertel von Madrid, protestieren die Menschen gegen den Mangel an Unterstützung während des Covid-19-Ausbruchs in der Hauptstadt. Bild: REUTERS

20.9.2020 • 17:09 Uhr

Tausende Gegner der Corona-Maßnahmen protestieren in Düsseldorf

Tausende Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen von Bund und Ländern sind vor den Düsseldorfer Landtag gezogen. Der Veranstalter sprach von 5000 bis 6000 Teilnehmern. Die Polizei nannte keine Zahlen, sprach aber von erheblich weniger Teilnehmern als angemeldet. Eine Maskenpflicht war den Demonstranten nicht auferlegt worden, sie sollten aber einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten.

An einer Gegendemonstration der Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" beteiligten sich einige Hundert Menschen. Unter ihnen waren der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und sein Herausforderer bei der Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus am kommenden Sonntag, Stephan Keller (CDU). Sie formierte sich am Johannes-Rau-Platz in der Nähe des Landtags.

Heinrich Fucks, Sprecher des Düsseldorfer Appells und Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf, kritisierte, dass ein Teil der Bürger, die den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie skeptisch gegenüber stehen, undifferenziert gemeinsam mit Rechtsradikalen und Nazis demonstrierten. "Das wertet die Motive von Nazis und Rechtsradikalen auf, die bewusst diese Demonstrationen für ihre Zwecke nutzen wollen", sagte der Theologe. "Ihr Ziel ist die Abschaffung des Rechtsstaates und der Demokratie."

Beide Kundgebungen verliefen nach Angaben der Polizei bis zum Nachmittag friedlich. Es kam lediglich zu Rangeleien.

20.9.2020 • 15:46 Uhr

Kritik an Bonus für Pflegekräfte mit Corona-Patienten

Mehrere Arbeitnehmervertreter großer Kliniken wollen bei der Umsetzung der geplanten Corona-Prämien in der Pflege nicht mitmachen. "Das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den Gesetzlichen Krankenkassen vorgelegte Konzept stellt uns als Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen vor Probleme", heißt es in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn, der von der Gewerkschaft ver.di veröffentlicht wurde.

Konkret wird kritisiert, dass der Bonus nur an Beschäftigte mit Covid-19-Patienten ausgezahlt werden soll. "Das schafft Unfrieden in der Belegschaft. Dafür übernehmen wir keine Verantwortung", heißt es in dem von rund 40 Vertreterinnen und Vertretern auch diverser Unikliniken unterschriebenen Schreiben. Den Angaben zufolge sollen bei der derzeitigen Ausgestaltung rund 100.000 von 440.000 Pflegekräften von dem Corona-Bonus profitieren. Alle Beschäftigten seien für die Krankenversorgung wichtig. "Die Anerkennung ausschließlich Beschäftigten zu zollen, die Covid-19-Patientinnen und -Patienten gepflegt haben, wird der besonderen Situation nicht gerecht", so die Arbeitnehmervertreter.

Das derzeit vorgesehene Prämien-System sieht vor, dass Kliniken mit vielen Corona-Patienten 100 Millionen Euro für Prämienzahlungen bekommen. Die Krankenhäuser sollen selbst die Entscheidung über die begünstigten Beschäftigten treffen. Die Prämienhöhe soll bis zu 1000 Euro betragen können. Auch die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, kritisierte die Ausgestaltung der Prämien für einen Teil der Pflegerinnen und Pfleger. Diese sei nur widerwillig und auf Kosten der Krankenkassen erfolgt, sagte die Politikerin der "Augsburger Allgemeinen".

20.9.2020 • 15:46 Uhr

Zahlen in München steigen weiter

Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine "WirtshausWiesn" gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohnern. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6. Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen.

Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt will morgen über das weitere Vorgehen beraten. Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

Königsplatz München | dpa

Auf dem Königsplatz stehen ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden. Normalerweise wäre gestern auf der Theresienwiese die "Wiesn" eröffnet worden. Trotz der Absage finden aber Veranstaltungen und Aktionen in der Landeshauptstadt statt. Bild: dpa

20.9.2020 • 14:45 Uhr

Hancock: Großbritannien steht am "Wendepunkt"

Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen steht Großbritannien laut Gesundheitsminister Matt Hancock an einem "Wendepunkt". Auf die Frage, ob das Land mit einem weiteren Lockdown rechnen müsse, sagte Hancock dem Sender BBC: "Ich schließe es nicht aus, ich will es nicht." Wenn sich alle an die Regeln hielten, ließe sich ein weiterer Lockdown vermeiden.

Premierminister Boris Johnson kündigte zudem verschärfte Corona-Maßnahmen an. Ab Ende September müssen demnach Menschen, die wiederholt gegen Auflagen zur Selbstisolierung verstoßen, eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 10.900 Euro zahlen. "Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen, um zu verhindern, dass die am meisten gefährdeten Menschen infiziert werden, und um den (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS zu schützen und Leben zu retten", sagte Johnson.

Der Regierungschef erwägt zudem Berichten zufolge die erneute Einführung eines Versammlungsverbots für Personen aus verschiedenen Haushalten und Einschränkungen bei den Öffnungszeiten von Pubs. Großbritannien ist mit mehreren Zehntausend Toten bislang das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Europa.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock | AP

Der britische Gesundheitsminister Hancock schließt einen zweiten Lockdown nicht aus. Bild: AP

20.9.2020 • 14:01 Uhr

Erstmals 1000 Neuansteckungen in Ungarn an einem Tag

In Ungarn sind erstmals mehr als 1000 Menschen innerhalb von 24 Stunden positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Krisenstab der ungarischen Regierung gab den Rekordwert mit 1070 an. Sechs Menschen starben an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19.

Die Zahl der Infektionen steigt in Ungarn seit Ende August stark an. Experten führen dies auf das sorglose Verhalten der Bevölkerung in den Sommermonaten zurück. Allein in den letzten sieben Tagen registrierten die Behörden 5681 Neuansteckungen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Hauptstadt Budapest am vergangenen Mittwoch zum Risikogebiet erklärt.

20.9.2020 • 13:24 Uhr

Supercup: Mehr als 2000 Bayern-Fans wollen nach Budapest

Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern München trotz der Einstufung von Budapest als Corona-Risikogebiet zum Supercup-Spiel gegen den FC Sevilla begleiten. Diese aktuelle Zahl nannte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge im TV-Sender Sky. "Vorgabe ist, dass diese Fans einen negativen Corona-Test haben", sagte der Vorstandsvorsitzende des Champions-League-Siegers.

Die mitreisenden Anhänger können sich auf Initiative des Vereins an diesem Montag und Dienstag in der Münchner Arena testen lassen. Bayern-Trainer Hansi Flick hat kein Verständnis für die Austragung der Partie gegen den Europa-League-Gewinner am Donnerstag in Ungarns Hauptstadt, nachdem diese vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet eingeordnet worden ist. Die UEFA hält bislang an ihren Plänen fest, in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung.

20.9.2020 • 12:06 Uhr

SPD schlägt kostenlose Nachhilfe vor

SPD-Chefin Saskia Esken hat kostenlose Nachhilfe für benachteiligte Schülerinnen und Schüler während der Pandemie ins Gespräch gebracht. "Warum eröffnen wir den Schüler*innen nicht ein Abonnement auf einer qualitätsgeprüften Nachhilfeplattform?", sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kosten könnten nach Eskens Worten mit dem Geld aufgefangen werden, das für ausgefallene Fahrten ins Schullandheim vorgesehen gewesen sei.

Bildungsgerechtigkeit bedeute in diesen Zeiten auch, dass Unterricht durchgehend und flächendeckend angeboten werde. Zudem müssten Kinder und Jugendliche, die etwa wegen Vorerkrankungen oder Quarantäne nicht am Präsenzunterricht teilnehmen könnten, technisch vernünftig ausgestattet werden.

Esken soll am Montag an Beratungen der Landesbildungsminister mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Kanzleramt teilnehmen. Es dürfte vor allem wieder um die technische Ausstattung und Digitalisierung der Schulen gehen.

20.9.2020 • 11:20 Uhr

Bischof: Kirche hat in Krise zu wenig an Kinder gedacht

In der gesellschaftlichen Debatte über die Pandemie sind nach Einschätzung des Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr die Bildungsrechte der Kinder zu wenig beachtet worden, und zwar auch von der Kirche. "Es tut mir sehr leid, dass Ihr in dieser Zeit übersehen worden seid", sagte Neymeyr bei der Erfurter Bistumswallfahrt im Dom der thüringischen Landeshauptstadt. "Für uns stand im Vordergrund, wie wir Gottesdienst feiern können, wie wir die kranken und alten Menschen begleiten können und was aus den Erstkommunionfeiern und Firmungen wird", sagte Neymeyr.

Anlässlich der Vernachlässigung rief der Bischof zu einer größeren Wertschätzung der pädagogischen Einrichtungen auf. "Kindergärten und Schulen sind nicht nur Orte der Betreuung, sondern vor allem Orte der Bildung und Erziehung", betonte Neymeyr. "Das muss sich die Gesellschaft etwas kosten lassen."

20.9.2020 • 10:29 Uhr

Russland wieder mit über 6000 neuen Fällen

Russland verzeichnet den zweiten Tag in Folge wieder mehr als 6000 Corona-Neuinfektionen. Die Behörden melden einen Anstieg der nachgewiesenen Ansteckungen binnen 24 Stunden um 6148 auf mehr als 1,1 Millionen.

Gestern wurden erstmals seit zwei Monaten wieder mehr 6000 Fälle verzeichnet. 79 weitere Menschen starben den Angaben in Verbindung mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich damit auf 19.418. Russland weist nach den USA, Indien und Brasilien die meisten Infektionen weltweit auf.

20.9.2020 • 09:56 Uhr

Bundesländer reservieren weniger Covid-19-Intensivbetten

Deutsche Krankenhäuser halten immer weniger Intensivbetten für Covid-19-Patienten frei. Einige Länder - etwa Baden-Württemberg - senkten die Quote auf zehn Prozent, andere schafften sie sogar ganz ab. Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, sagte, etwa zehn Prozent der Betten freizuhalten sei richtig. Er warnte aber davor, auf die Quotenregelungen ganz zu verzichten.

20.9.2020 • 09:50 Uhr

WHO und Afrika suchen pflanzliche Heilmittel

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt in Afrika die Suche nach pflanzlichen Heilmitteln für Covid-19. Experten der WHO und zweier anderer Organisationen hätten "ein Protokoll für klinische Versuche der Phase 3 eines pflanzlichen Arzneimittels für Covid-19 genehmigt", erklärte die WHO in Brazzaville, ihrem regionalen Hauptsitz in Afrika.

Partner der WHO sind das Afrikanische Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention und die Kommission für soziale Angelegenheiten der Afrikanischen Union. "Klinische Studien der Phase 3 sind unerlässlich, um die Sicherheit und Wirksamkeit eines neuen medizinischen Produkts vollständig zu bewerten", hieß es in der Erklärung. "Wenn sich ein Produkt der traditionellen Medizin als sicher, wirksam und von gesicherter Qualität erweist, wird die WHO eine groß angelegte und schnelle lokale Herstellung empfehlen."

Die madagassische Regierung hatte Ende April einen Kräutertrunk auf Basis von Beifuß präsentiert, an dessen Wirksamkeit jedoch erhebliche Zweifel bestehen. Es wurde bisher in keinerlei wissenschaftlichen Studien untersucht.

20.9.2020 • 09:07 Uhr

NGO One warnt vor "Impf-Nationalismus"

Die Entwicklungsorganisation One hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, gemeinsam für eine gerechte Verteilung von künftigen Corona-Impfstoffen zu sorgen. "Impf-Nationalismus ist wie ein Gift - und das ist das letzte, was wir gerade brauchen", sagte der deutsche One-Direktor Stephan Exo-Kreischer mit Blick auf die Dienstag in New York beginnende Generaldebatte zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen.

Im Schnitt seien neue Medikamente bisher mit sieben Jahren Verzögerung in Entwicklungsländern angekommen. Die reichen Industrieländer müssten "Geld in die Hand nehmen und es in die Covax-Initiative investieren", so Exo-Kreischer. In diesem Vorhaben arbeiten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die globalen Allianzen Gavi und Cepi daran, einen Impfstoff zu entwickeln und diesen auch den Ländern zur Verfügung zu stellen, die am stärksten von Armut betroffen sind - und das zu einem bezahlbaren Preis.

20.9.2020 • 08:31 Uhr

Hilfsorganisation: 820 Millionen Menschen hungern

Weil die Corona-Pandemie zugleich die weltweite Ernährungslage verschlechtert, fordert die Kinderhilfsorganisation World Vision mehr Engagement gegen Hunger, Armut und Ungleichheit. Diesen Appell richtete sie vor den Veranstaltungen zum 75. Geburtstag der Vereinten Nationen in New York an die Weltgemeinschaft.

Aktuell leiden demnach weltweit 820 Millionen Menschen an Hunger. Jedes siebte Kind unter fünf Jahren sei untergewichtig. "Die Pandemie wird besonders Länder im globalen Süden hart treffen", sagte World Vision voraus. "Immer mehr Menschen verlieren Einkommensmöglichkeiten." Die Welternährungsorganisation (FAO) warne eindringlich vor einer drastischen Verschärfung der Ernährungskrise.

20.9.2020 • 05:43 Uhr

Robert Koch-Institut meldet 1345 Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut hat einen Anstieg der in Deutschland bisher nachgewiesenen Corona-Infektionen auf insgesamt 271.415 verzeichnet. Das sind 1345 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die Zahl der Todesfälle stieg um zwei auf 9386. Wegen der verzögerten Meldungen am Wochenende sind die Zahlen jedoch nur bedingt aussagekräftig.

20.9.2020 • 05:35 Uhr

Söder für Öffnung von Weihnachtsmärkten

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich trotz der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen für die Öffnung der Weihnachtsmärkte ausgesprochen. "Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen", sagte Söder der "Welt am Sonntag". So könnten beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definiert werden, es müsse eine Maskenpflicht geben, "und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen". Dann könne er sich "die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen - und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt", erklärte Söder.

20.9.2020 • 05:23 Uhr

Geldstrafen für Verstöße gegen Quarantäne-Pflicht in England

Als Reaktion auf die drastisch zunehmenden Infektionen mit dem Coronavirus in England führt die Regierung hohe Geldstrafen für Verstöße gegen die Quarantäne-Regeln ein. Wer positiv auf das Virus getestet wird oder nach Kontakt zu Infizierten von den Gesundheitsbehörden zur Selbstisolierung angehalten wird, muss sich künftig zwingend in Quarantäne begeben. Wird diese Pflicht missachtet, drohen Geldstrafen von mehreren Tausend Euro. Die neue Vorschrift tritt in England am 28. September in Kraft und soll möglicherweise auf ganz Großbritannien - also auch Schottland, Wales und Nordirland - ausgedehnt werden.

20.9.2020 • 05:15 Uhr

Scheuer kündigt Hilfskonzept für Flugbranche an

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will angesichts der Corona-Krise ein Hilfskonzept für die Flugbranche vorlegen. "Ich werde schnellstens zu einem Luftverkehrsgipfel einladen, der sich mit den Folgen der Corona-Krise für die gesamte Luftverkehrswirtschaft beschäftigt", sagte er der "Funke Mediengruppe" einem Vorabbericht zufolge. "Da werden wir helfen und retten müssen." Vor allem gehe es um die 22 Flughäfen in Deutschland, die 180.000 Menschen beschäftigten. "Bei einem Passagieraufkommen von 20 Prozent des normalen Niveaus habe ich sehr große Sorge, dass der Erhalt dieser wichtigen Infrastruktur in Gefahr ist", sagte Scheuer.

20.9.2020 • 05:08 Uhr

Britische Notenbank: Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet

Die britische Wirtschaft erholt sich nach Darstellung des Chefvolkswirts der Bank of England, Andy Haldane, "stärker und schneller als irgendjemand erwartet hätte". In einem Gastbeitrag in der "Mail on Sunday" erkärte er, das britische BIP habe bis Juli etwa die Hälfte des Rückgangs infolge der Pandemie wieder gutgemacht.