Kanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller auf dem Weg zur Pressekonferenz | AP
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Lockerungen ab Inzidenz von 50? ++

Stand: 04.03.2021 00:23 Uhr

Bund und Länder könnten beim Corona-Gipfel Lockerungen bereits bei einer Inzidenz von 50 beschließen. Erste Corona-Selbsttests sollen ab Samstag im Supermarkt zu haben sein. Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Hausärzte sollen ab April mitimpfen
  • Anteil der B.1.1.7-Mutation bei 46 Prozent
  • Spahn rechnet mit Freigabe von AstraZeneca für Ältere
  • Zahl der Neuinfektionen steigt in Polen drastisch
  • Müller fordert "aggressive" Test- und Impfstrategie
  • RKI: Mehr als 9000 Neuinfektionen in Deutschland
  • Haseloff wirbt für russischen Impfstoff
  • Bund und Länder beraten über weitere Corona-Strategie
4.3.2021 • 00:20 Uhr

Der Liveblog endet für heute

Wir schließen den Liveblog für heute und bedanken uns für die Aufmerksamkeit. Der Bund-Länder-Gipfel ist zu Ende - das sind die Ergebnisse:

3.3.2021 • 23:18 Uhr

Abschied von der 35er-Inzidenz?

Bund und Länder wollen offenbar regionale Lockerungen des Corona-Lockdowns schon ab einer Inzidenz von 50 möglich machen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Bund-Länder-Schalte erfuhr, soll es etwa landesweit oder regional eine schrittweise Öffnung des Einzelhandels geben, wenn die Zahl der Infektionen unter 50 je 100 000 Einwohner in sieben Tagen liegt. Damit würde die Runde einen Beschluss vom 10. Februar kippen, als es hieß, weitere Lockerungen seien nur bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 möglich.

3.3.2021 • 22:24 Uhr

31 Corona-Infektionen in einem Westfleisch-Werk

Wegen Corona-Infektionen sind zahlreiche Mitarbeiter des fleischverarbeitenden Unternehmens Westfleisch in Quarantäne. Bei den täglichen Tests aller Beschäftigten seien in den vergangenen zwei Wochen im Werk im nordrhein-westfälischen Hamm-Uentrop 31 Infektionen festgestellt worden, teilte Westfleisch mit. Die positiv Getesteten seien isoliert worden und allesamt in einer separaten Unterkunft untergebracht. Man stehe im engen Austausch mit der Stadt Hamm, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In dem Werk werden Rinder und Schweine geschlachtet und zerlegt.

3.3.2021 • 22:03 Uhr

Bund-Länder-Beratungen werden fortgesetzt - Ende offen

Nach einer kurzen Pause gehen die Beratungen zwischen Ländern und Bundesregierung über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise weiter. Nach Einschätzung von Beobachtern könnten sie sich bis in die Nacht ziehen.

3.3.2021 • 21:28 Uhr

New York will mit Johnson & Johnson rund um die Uhr impfen

Mit der ersten Lieferung des am Wochenende in den USA zugelassenen Corona-Impfstoffs des US-Konzerns Johnson & Johnson sollen mehrere Impfzentren in New York nun rund um die Uhr arbeiten. Im Yankee Stadion in der New Yorker Bronx, im Kongresszentrum Javits Center in Manhattan sowie in einem Impfzentrum im Norden des Bundesstaates New York solle so lange rund um die Uhr geimpft werden, bis die ersten rund 164.800 noch diese Woche erwarteten Dosen des Impfstoffs verabreicht seien, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Das Yankee Stadion in New York ist derzeit ein Impfzentrum | AFP

Das Yankee Stadion in New York ist derzeit ein Impfzentrum Bild: AFP

3.3.2021 • 21:17 Uhr

Bund-Länder-Gipfel unterbrochen

Nach mehr als sechsstündiger Beratung wurde am Abend die Videokonferenz von Bund und Ländern zur neuen Corona-Strategie erstmals unterbrochen. Hintergrund ist nach übereinstimmenden Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern eine "festgefahrene Diskussion" über die für weitere Lockerungen zugrunde gelegte Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Kanzlerin Angela Merkel soll dem Vernehmen nach vor der Pause ihre Bereitschaft signalisiert haben, Lockerungen für den Handel schon ab einer Inzidenz von 50 zuzulassen, bisher hatte sie hier einen Wert von 35 verlangt. Auf Länderseite sei daraufhin aber keine Einigkeit zu erzielen gewesen, hieß es weiter. In einer kleineren Runde soll dem Vernehmen nach nun ein für alle Seiten gangbarer Kompromiss gesucht werden. Offenbar wurden die Beratungen gegen kurz vor 22 Uhr wieder aufgenommen.

3.3.2021 • 21:02 Uhr

Tschechien bitte China um Impfstoff

Die tschechische Regierung hat China um Hilfe bei der Bekämpfung der Pandemie gebeten. Ein Sprecher des Präsidialamts in Prag erklärte, man wolle von Peking Impfstoff des staatlichen Konzerns Sinopharm kaufen. Die kommunistische Regierung habe auch bereits zugesagt, dieses Anliegen sofort zu unterstützen.

3.3.2021 • 20:47 Uhr

Corona-Selbsttests von Samstag an im Handel

Erste Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung sollen am Samstag in Deutschland in den freien Verkauf kommen. Aldi Nord und Aldi Süd kündigten am Mittwoch an, dass Kunden die in Deutschland produzierten Tests dann an der Kasse bekommen können. Zunächst ist die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Eine Packung kostet rund 25 Euro. Sie enthält fünf Tests, deren Ergebnis nach dem Nasenabstrich in 15 Minuten vorliegen soll. Die Erkennungsrate liegt den Angaben zufolge bei 96 Prozent.

3.3.2021 • 20:30 Uhr

Biden kritisiert Lockerungen in Bundesstaaten

US-Präsident Joe Biden hat die Lockerung von coronabedingten Beschränkungen in mehreren US-Bundesstaaten kritisiert. "Ich glaube, dass es ein großer Fehler ist", sagte der Demokrat am Mittwoch im Weißen Haus mit Blick auf entsprechende Lockerungen in Texas und Mississippi. Es werde noch Monate dauern, bis alle Amerikaner gegen das Coronavirus geimpft werden könnten. Bis dahin sei es entscheidend, die von der Wissenschaft empfohlenen Schutzmaßnahmen zu befolgen.

Auch die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky mahnte: "Jetzt ist nicht die Zeit, alle Auflagen zu lockern." Sie appellierte an die Menschen, sich weiter an die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie das Tragen von Masken zu halten, "unabhängig von der Entscheidung des Bundesstaates".

Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte angekündigt, die Maskenpflicht und alle Kapazitätsgrenzen für Restaurants und andere Betriebe in seinem Bundesstaat aufzuheben.

3.3.2021 • 20:21 Uhr

Griechenland erschwert Umgehen von Corona-Regeln

Griechenland hat ein härteres Vorgehen gegen falsche Ausreden für das Nichteinhalten von Lockdown-Regeln angekündigt. Banken und Supermärkte dürften ab Donnerstag nur noch in einem Radius von zwei Kilometern um die eigenen Wohnung aufgesucht werden, sagte Zivilschutzchef Nikos Hardalias. Wer eine Ausnahme wolle, dürfe dafür weder sein Auto noch den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Die Polizei werde das kontrollieren.

In Griechenland steigen die Corona-Neuinfektionen trotz eines viermonatigen Lockdows. Am Mittwoch wurden 2702 Neuinfektionen gemeldet - ein Höchstwert in diesem Jahr. Der Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner stieg auf 15,7. Im Januar hatte er noch bei 4,2 gelegen.

3.3.2021 • 19:47 Uhr

Tschechien und die Slowakei erhalten je 100.000 Not-Impfdosen

Angesichts ungewöhnlich hoher Fallzahlen erhalten Tschechien und die Slowakei je 100.000 zusätzliche Pfizer/BioNTech-Impfdosen von anderen EU-Staaten. Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis und sein slowakischer Kollege Igor Matovic bedanken sich auf Twitter und Facebook für die Hilfen. In den vergangenen Wochen gehörten beide Staaten zu den weltweit am schwersten betroffenen.

3.3.2021 • 19:39 Uhr

Bund und Länder wollen Lockdown offenbar verlängern

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland soll grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus mehreren Quellen aus den Beratungen von Bund und Ländern. Auch der "Spiegel" berichtet das. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Maßnahmen steht aber noch aus. Außerdem sollte es dem Beschlussentwurf vom Mittwochmorgen zufolge zahlreiche stufenweise Öffnungsmöglichkeiten je nach regionalen Corona-Zahlen geben - die Verhandlungen darüber standen aber zunächst noch aus.

3.3.2021 • 19:02 Uhr

Impfstoff von AstraZeneca staut sich in den Bundesländern

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sollen bis Donnerstag fast 3,2 Millionen Dosen an die Länder geliefert sein. Bis einschließlich Dienstag sind nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) jedoch lediglich 574.000 Dosen verimpft worden. Die Bundesländer wollen diesen Stau nun abbauen.

3.3.2021 • 18:58 Uhr

R-Wert sinkt leicht

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,93 (Vortag 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

3.3.2021 • 18:17 Uhr

Litauen verlangt negativen Corona-Test vor Einreise

Litauen verschärft seine Einreisebestimmungen. Die Einreise in das baltische EU-Land ist von 10. März an nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Das beschloss die Regierung in Vilnius. Die Regel wird auch für litauische Staatsbürger gelten. Der Testbefund darf nicht älter als 72 Stunden sein. Er muss der Fluggesellschaft oder anderen Beförderungsunternehmen vor Abreise in Litauisch, Englisch oder Russisch vorgelegt werden. Ausnahmen gibt es unter anderem für Corona-Geimpfte und -Genesene. Für alle Einreisenden gilt weiterhin eine Registrierung- und Quarantänepflicht.

3.3.2021 • 18:14 Uhr

Griechische Regierung verpflichtet Privatkliniken zur Hilfe

Wegen der weiterhin steigenden Corona-Zahlen im Großraum Athen wird die griechische Regierung Privatkliniken zur Unterstützung verpflichten. Das teilte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias im Staatsfernsehen mit. Am Mittwoch hatte die griechische Gesundheitsbehörde binnen 24 Stunden 2702 Corona-Neuinfektionen und damit den bisherigen Höchstwert in diesem Jahr registriert. Die Neuaufnahmen in den Krankenhäusern seien ebenfalls nochmal gestiegen - das Gesundheitssystem liege damit vor allem im Großraum Athen nicht mehr im roten, sondern im tiefroten Bereich, sagte Kikilias. Wegen der Entwicklung verlängerte die Regierung die Lockdown-Maßnahmen landesweit bis zum 16. März.

3.3.2021 • 18:02 Uhr

RKI: Fast die Hälfte aller Infektionen mit B.1.1.7

Die Verbreitung der zuerst in Großbritannien nachgewiesenen Corona-Variante B.1.1.7 in Deutschland hat laut Robert Koch-Institut (RKI) weiter zugenommen. Ihr Anteil an einer Stichprobe von knapp 25.000 positiven Fällen aus der vergangenen Woche betrage rund 46 Prozent, heißt es in einem RKI-Bericht. Zu Beginn der Erhebung, vor rund einem Monat, hatte das RKI den Anteil der Mutante noch auf sechs Prozent beziffert, zwei Wochen später waren es 22 Prozent.

Weitere mutierte Varianten, die etwa in Südafrika und Brasilien zirkulieren, spielen dem RKI-Bericht zufolge hierzulande bislang eine untergeordnete Rolle. Diese beiden Varianten werden von Gesundheitsbehörden ebenfalls als besorgniserregend eingestuft: Anders als bei der britischen Variante gibt es Hinweise, dass Sars-CoV-2-Genesene oder Geimpfte weniger gut vor einer Ansteckung mit dem veränderten Virus geschützt sind.

3.3.2021 • 17:58 Uhr

Scholz für Lockerungen für Geimpfte

Vizekanzler Olaf Scholz hat sich dafür ausgesprochen, die Corona-Beschränkungen für Geimpfte "zügig" zu lockern. "Nachdem erste Studien nun nahelegen, dass Geimpfte die Virus-Erkrankungen nicht mehr übertragen und damit kein Ansteckungsrisiko darstellen, sollten wir als nächstes diskutieren, welche Beschränkungen für diese Gruppe wegfallen können", sagte Scholz der "Süddeutschen Zeitung". "Ich kann mir gut vorstellen, dass der Impf-Nachweis wie ein negativer Schnelltest genutzt werden kann." So könne der Zugang zu Kultureinrichtungen oder Restaurants erleichtert werden.

Olaf Scholz während einer Rede. | AFP

Scholz spricht sich für baldige Lockerungen für Geimpfte aus. Bild: AFP

3.3.2021 • 17:52 Uhr

Impfungen ab April auch in Hausarzt-Praxen

Bund und Länder haben sich bei ihrem Gipfeltreffen offenbar darauf geeinigt, dass Hausarztpraxen ab Ende März in die Impfstrategie einbezogen werden. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die "Bild"-Zeitung. Damit folgen die Ministerpräsidenten dem Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn, der ab kommender Woche eine Pilotphase starten will.

Die rund 60.000 Hausärzte sollen aber erst im April mitimpfen, wenn ausreichend Impfstoff für die Verteilung auch in der Fläche zur Verfügung steht. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor betont, dass die Länder selbst über den Einsatz von Hausärzten zum Impfen entscheiden könnten.

Die "Bild" berichtet zudem, dass die Länder ab kommender Woche bereits flexibler über die Impf-Reihenfolge beraten können sollen.

3.3.2021 • 17:52 Uhr

Spanisches Königshaus wegen vorzeitiger Impfung in der Kritik

Die beiden Schwestern des spanischen Königs Felipe VI. haben sich im Golfemirat Abu Dhabi vorzeitig gegen das Coronavirus impfen lassen - und damit dem ramponierten Image des Königshauses neuen Schaden zugefügt. Das Verhalten der Infantinnen Elena (57) und Cristina (55) wurde unter anderem von Medien und auch von mehreren Ministern der linken Regierungskoalition heftig kritisiert, weil beide in Spanien noch nicht dran gewesen wären. Sogar die als eher konservativ geltende Wirtschaftsministerin Nadia Calviño betonte, vor allem "öffentliche Bezugspersonen" wie die Royals müssten in der Pandemie die "Protokolle respektieren".

3.3.2021 • 16:50 Uhr

US-Bischöfe raten von Johnson & Johnson-Impfstoff ab

Die US-Bischofskonferenz hat die Katholiken aufgefordert, bei der Wahl eines Corona-Impfstoffs nach Möglichkeit auf das Produkt des Pharmaherstellers Johnson & Johnson zu verzichten. Grund ist der Einsatz von Zelllinien aus abgetriebenem fötalem Gewebe, das in der Entwicklung und Produktion des Impfstoffs verwendet worden sein soll. Johnson & Johnson habe das Medikament nicht nur aus Zelllinien entwickelt, die aus Abtreibungen stammten, sondern es auch mit deren Hilfe produziert, kritisierten die Vorsitzenden verschiedener Fachausschüsse der Konferenz in einer Erklärung.

Die Bischöfe verweisen als Alternative auf die Impfstoffe der Hersteller Moderna und Pfizer-BioNTech. Beide verwendeten zwar auch Zelllinien aus abgetriebenen Föten, allerdings nur zu Testzwecken.

3.3.2021 • 16:48 Uhr

Großbritanniens Wirtschaft schrumpft um zehn Prozent

Die britische Wirtschaft wird nach Ansicht von Finanzminister Rishi Sunak noch länger brauchen, um sich von dem "ökonomischen Schock" in Folge der Corona-Pandemie zu erholen. Die Wirtschaftsleistung des Landes sei seit März 2020 um zehn Prozent zurückgegangen, und mehr als 700.000 Menschen hätten ihre Jobs verloren.

"Der Schaden, den das Coronavirus angerichtet hat, ist heftig", sagte Sunak in London bei der Vorstellung seines Haushaltsplans. "Aber wir werden uns erholen." Um einen weiteren sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit zu vermeiden, verlängert Großbritannien sein der deutschen Kurzarbeit ähnelndes "Furlough"-Programm bis Ende September.

3.3.2021 • 16:16 Uhr

Brasilianische Virus-Variante in Dänemark nachgewiesen

Nach der britischen und der südafrikanischen ist nun auch die zunächst in Brasilien nachgewiesene Variante des Coronavirus in Dänemark nachgewiesen worden. Dänemarks Technische Universität DTU habe den ersten Fall der Variante P.1 gefunden, teilten Gesundheitsminister Magnus Heunicke und das dänische Gesundheitsinstitut SSI mit.

Die brasilianische Virus-Variante ist auch in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und einigen weiteren europäischen Ländern bereits nachgewiesen worden. Nach SSI-Angaben geht man davon aus, dass die in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe auch gegen diese Variante wirken.

Der DTU zufolge ist P.1 wie einige der anderen Corona-Mutanten möglicherweise ansteckender, zudem können sich womöglich Menschen damit infizieren, die zuvor bereits eine Infektion mit dem herkömmlichen Virus überstanden hatten.

3.3.2021 • 16:09 Uhr

Spahn rechnet mit AstraZeneca-Empfehlung auch für Ältere

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass der Corona-Impfstoff von AstraZeneca künftig auch an ältere Menschen in Deutschland verabreicht werden kann. Es werde mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hinauslaufen, dass die Zulassung des Impfstoffes für über 65-Jährige komme, sagte Spahn nach Teilnehmerangaben bei den Corona-Beratungen von Bund und Ländern.

Dies sei Daten zu verdanken, die man aus Schottland und England habe. Die Ständige Impfkommission (Stiko) befinde sich dazu in der finalen Entscheidungsfindung.

3.3.2021 • 16:07 Uhr

"Große Impfskepsis in Moskau"

3.3.2021 • 15:55 Uhr

Hamburg: Uni relativiert umstrittene "Corona-Ursprungs-Studie"

Rund zwei Wochen nach Veröffentlichung einer umstrittenen Untersuchung der Universität Hamburg zum Ursprung des Coronavirus hat sich Uni-Präsident Prof. Dieter Lenzen teilweise entschuldigt. In einer internen Videobotschaft an die Beschäftigten der Hochschule, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sagte Lenzen: "Nichts lag ferner, als Kolleginnen und Kollegen dadurch zu provozieren, dass ein Diskussionspapier auf derselben Ebene bewertet würde wie eine Studie zu experimentellen oder empirischen Forschungsergebnissen, die in mühevoller und aufwendiger Anstrengung erzielt wurden." Sollte ein solcher Eindruck entstanden sein, "dann bitte ich um Nachsicht".

Die Pressestelle der Universität hatte Mitte Februar unter dem Titel "Studie zum Ursprung der Coronavirus-Pandemie veröffentlicht" eine Untersuchung verbreitet. Darin kam der Physiker und Nanowissenschaftler Prof. Roland Wiesendanger zu dem Ergebnis, dass als Ursache der Pandemie sowohl Zahl als auch Qualität der Indizien für einen Laborunfall am virologischen Institut der chinesischen Stadt Wuhan sprächen. Seine Quellen sind seriösen, aber auch zweifelhaften Ursprungs - etwa Youtube-Videos oder Internetseiten von Verschwörungstheoretikern. Dies löste Empörung unter Wissenschaftlern aus.

3.3.2021 • 15:28 Uhr

Bericht: Innenminister für Teilnehmer-Obergrenze bei Demonstrationen

Die Innenminister von Bund und Ländern drängen auf strengere Einschränkungen bei Demonstrationen in der Corona-Pandemie. Das geht aus Informationen des "Spiegel" hervor. Das Magazin zitierte vorab aus einem Beschluss der Innenministerkonferenz (IMK) mit dem Titel "Personenobergrenzen bei Versammlungen als wirksame Infektionsschutzmaßnahme", demzufolge die Länderressortchefs "das außerordentlich dynamische Infektionsgeschehen mit großer Sorge" betrachten.

In dem Papier heißt es demnach, die Versammlungsfreiheit sei "zweifelsfrei ein herausragendes Gut", und auch in Pandemiezeiten müssten Demonstrationen "grundsätzlich möglich sein". "Gleichzeitig müssen Versammlungen jedoch epidemiologisch vertretbar bleiben", betonten die Innenminister dem Bericht zufolge. Der Staat habe auch eine "Pflicht zum Schutz von Leib und Leben der Versammlungsteilnehmenden, der polizeilichen Einsatzkräfte und der Allgemeinheit".

Um weitere Corona-Infektionen zu verhindern, könnten je nach aktuellem Inzidenzwert deshalb auch "Beschränkungen der Teilnehmendenzahl" notwendig werden. Dies könne entweder durch die örtlichen Versammlungsbehörden im Einzelfall entschieden oder in den Corona-Verordnungen der Länder geregelt werden.

3.3.2021 • 15:00 Uhr

Bund-Länder-Beratungen haben begonnen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben ihre Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise begonnen. Dabei soll besprochen werden, wie es nach dem Ende des zunächst bis zum 7. März befristeten Lockdowns bei der Pandemie-Eindämmung weitergeht und welche Perspektiven für Lockerungen der Corona-Maßnahmen es gibt.

Kanzlerin Angela Merkel nach dem Bund-Länder-Gipfel | via REUTERS

Bundeskanzlerin Angela Merkel bespricht mit den Ministerpräsidenten der Länder das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Bild: via REUTERS

Aus einem aktualisierten Beschlussentwurf von Mittwochmorgen für die Gespräche der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin geht hervor, dass auch Lockerungen für Regionen im Gespräch sind, in denen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 stabil unterschritten wird. In dem Fall könnte es dann beispielsweise eingeschränkte Öffnungen insbesondere des Einzelhandels mit konkreten Einkaufsterminen geben.

Bislang waren nach einem früheren Entwurf Öffnungen in größerem Umfang nur für Regionen in Aussicht gestellt gewesen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 liegt. Der Beschlussentwurf war dem Vernehmen nach noch nicht mit allen Ländern abgestimmt. Was am Ende beschlossen wird, gilt als offen. Über die Details dürfte es bei den Beratungen noch viele Diskussionen geben.

3.3.2021 • 14:55 Uhr

Slowakei verhängt nächtliche Ausgangssperre

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat das stark betroffene EU-Land Slowakei eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Slowaken dürften zwischen 20 und 5 Uhr nicht mehr das Haus verlassen, teilte das Gesundheitsministerium in Bratislava mit. Tagsüber sind sie aufgerufen, nur für Arztbesuche, den Gang zur Arbeit und Spaziergänge nach draußen zu gehen. 

Die nächtliche Ausgangssperre gilt zunächst bis zum 19. März, könnte laut Gesundheitsministerium aber verlängert werden. Die Slowakei hat derzeit die höchste Corona-Todesrate der Welt. In den vergangenen 14 Tagen starben pro 100.000 Einwohner 24 Infizierte.

3.3.2021 • 14:20 Uhr

Überbrückungshilfen jetzt auch für große Unternehmen

Große vom Corona-Lockdown betroffene Unternehmen können jetzt neue staatliche Hilfen beantragen. Die bislang geltende Umsatzhöchstgrenze für die Überbrückungshilfe III falle weg, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Das gelte für den Einzelhandel, für die Veranstaltungs- und Kulturbranche, die Hotellerie, Gastronomie und die Pyrotechnikbranche, die von Schließungen betroffen sind, zudem für den Großhandel und die Reisebranche.

Viele große Mittelständler könnten nun Hilfe bekommen, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. "Gerade große mittelständische Betriebe im Handel, in der Gastronomie oder im Hotelbereich leiden stark unter der aktuellen Krise." Die Überbrückungshilfe III ist für die Zeit bis Ende Juni vorgesehen. Unternehmen, die vom Lockdown stark betroffen sind, können im Monat bis zu 1,5 Millionen Euro vom Staat bekommen. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

Unternehmen mit weniger als 750 Millionen Euro Umsatz konnten die Hilfe schon seit dem 10. Februar beantragen. Bisher gibt es allerdings lediglich Abschlagszahlungen, also eine Art Vorschuss auf den Förderbetrag.

3.3.2021 • 14:10 Uhr

UN-Experte: Corona-Maßnahmen führen zu Hunger in Nordkorea

In Nordkorea führt eine stärkere Abschottung von der Außenwelt im Zuge der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie nach Einschätzung eines UN-Experten zu einer Verschlechterung der Versorgungs- und Menschenrechtslage. Es lägen bereits Berichte vor, wonach Menschen verhungert seien und auch wieder mehr Kinder und Ältere betteln gingen, da ihre Familien sie nicht mehr unterstützten könnten, erklärt UN-Sonderberichterstatter Tomas Ojea Quintana in einem Bericht. Es habe Engpässe gegeben bei lebenswichtigen Gütern, Medikamenten, landwirtschaftlichen Produktionsmitteln und Rohstoffen für staatliche Fabriken. Hilfslieferungen steckten seit Monaten an der Grenze zu China fest wegen Import-Einschränkungen.

3.3.2021 • 13:44 Uhr

Wien will auch über 65-Jährige mit AstraZeneca impfen

Österreichs Bundeshauptstadt Wien will den Impfstoff von AstraZeneca ab sofort auch bei über 65-jährigen Personen einsetzen. "Es geht derzeit um die Schnelligkeit, und wir wissen von diesem AstraZeneca-Impfstoff, dass er auch bei älteren Personen gute Wirkung zeigt", sagte der ärztliche Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes, Michael Binder. Zum Einsatz kommen soll das Vakzin zunächst bei Risikopatienten im Krankenhaus.

Auf Bundesebene will man auf die Empfehlung des nationalen Impfgremiums warten. "Unser Ziel ist, dass wir möglichst rasch zu einer derartigen Zulassung kommen und zur Möglichkeit, dass wir über dieses Alterslimit hinausgehen", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

3.3.2021 • 13:21 Uhr

Indischer Impfstoff zeigt Wirksamkeit von 81 Prozent

Das indische Unternehmen Bharat Biotech hat nach eigenen Angaben bei seinem Covid-19-Impfstoff nach ersten Studienergebnissen eine Wirksamkeit von 81 Prozent festgestellt. Es handle sich um das Ergebnis einer Zwischenanalyse auf Basis von 43 Infektionen in einer Studie mit rund 25.800 Teilnehmern. Von den 43 Infizierten hatten 36 ein Scheinmedikament erhalten, sieben davon den Impfstoff.

Indien hatte das Mittel mit dem Namen Covaxin bereits im Januar zugelassen, obwohl die Wirksamkeitsdaten aus der entscheidenden klinischen Studie noch ausstanden. Anfang der Woche hatte der indische Ministerpräsident Narendra Modi seine erste Covaxin-Impfdosis erhalten.

3.3.2021 • 13:21 Uhr

Tirol: Massenimpfung gegen Südafrika-Variante

Mit einer Massenimpfung im österreichischen Bundesland Tirol soll die südafrikanische Variante des Corona-Virus bekämpft werden. In einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt werde der Bezirk Schwaz mit 100.000 Dosen Impfstoff versorgt, die mit Hilfe der EU geliefert werden, gab die Regierung in Wien bekannt.

Für Tirol wurden im Februar Ausreisetests eingeführt, um die starke Verbreitung der ansteckenderen Virus-Variante einzudämmen. Von einem Spitzenwert von rund 200 aktiven Fällen sei man dadurch bei unter 100 Fällen angelangt. Für den Großteil Tirols wird die Ausreise auch weiterhin nur mit negativem Testergebnis möglich sein.

Nächste Woche soll die Impfung mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer unter Erwachsenen in Schwaz beginnen. Der Bezirk hat rund 84.000 Einwohner. Durch die Aktion sollen wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieses Impfstoffs gegen die Variante gesammelt werden, die ursprünglich in Südafrika entdeckt wurde.

3.3.2021 • 12:51 Uhr

Sri Lanka will Corona-Opfer auf kleiner Insel begraben

Die Regierung auf Sri Lanka hat entschieden, dass Corona-Todesopfer auf einer kleinen Insel vor der Hauptinsel begraben werden sollen. Doch dagegen haben nach Behördenangaben am Mittwoch etwa Zwei Drittel der rund 150 Bewohner der kleinen Insel protestiert. Sie hätten Angst, dass sie sich so mit dem Virus infizierten, sagte ein örtlicher Priester, der den Protest mitorganisiert hat. Bislang habe es noch keine Corona-Fälle auf der kleinen Insel gegeben.

Bis vor kurzem hatte die Regierung noch eine umstrittene Einäscherungspflicht für bestätigte Covid-Tote und Verdachtsfälle vorgeschrieben. Die Regierung hatte argumentiert, dass das Begraben von Corona-Toten das Grundwasser verschmutzen und sich die Krankheit so verbreiten könnte. Dafür gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine wissenschaftliche Grundlage.

3.3.2021 • 12:34 Uhr

Deutschland verlängert Grenzkontrollen bis zum 17. März

Deutschland verlängert seine stationären Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol bis zum 17. März. Das teilte der parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer im Innenausschuss des Bundestages nach Angaben von Teilnehmern einer nicht-öffentlichen Sitzung mit.

Bundespolizisten kontrollieren die Dokumente von Reisenden an der Autobahn A93 bei Kiefersfelden in Richtung Deutschland.  | dpa

Die deutschen Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol sind bis zum 17. März verlängert worden. Bild: dpa

Deutschland hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols Mitte Februar zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort sowie aus anderen Gebieten, in denen ansteckendere und ersten Studien zufolge häufiger schwere Verläufe verursachende Varianten des Coronavirus stark verbreitet sind, dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es etwa für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

3.3.2021 • 12:22 Uhr

EU-Kommission will Defizitregeln auch 2022 aussetzen

Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hält es die EU-Kommission nach jetzigem Stand für nötig, die europäischen Defizit- und Schuldenregeln auch im kommenden Jahr auszusetzen. Nach der Wintervorhersage der Behörde werde die Wirtschaftsleistung in der EU erst Mitte 2022 wieder das Vorkrisenniveau von 2019 erreichen, erklärte die Kommission. Dies spreche dafür, die Ausnahme "im Jahr 2022 weiterhin anzuwenden und sie ab 2023 zu deaktivieren."

Wegen der Corona-Krise hatte die EU-Kommission im März vergangenen Jahres erstmals überhaupt die europäischen Regeln für Haushaltsdefizite und Gesamtverschuldung der Mitgliedstaaten ausgesetzt. Dies soll es den Regierungen ermöglichen, massive Konjunktur- und Hilfsprogramme für die Wirtschaft aufzulegen, ohne Sanktionen aus Brüssel fürchten zu müssen. 

3.3.2021 • 12:18 Uhr

BioNTech und Pfizer üben Rückruf von Impfstoffen

Die Unternehmen BioNTech und Pfizer üben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums seit Dienstag den weltweiten Rückruf von Impfstoff. Die Bundesländer seien darüber informiert worden, teilte das Ministerium in Berlin mit. "Die Impfungen vor Ort sind durch den Test nicht beeinträchtigt. Die Impfstoffzentren werden nur virtuell und nicht real in die Übung einbezogen", erklärte ein Ministeriumssprecher mit Blick auf die laufenden Impfungen gegen das Coronavirus. Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer gehört zu denen, die in der EU gegen das Coronavirus zugelassen sind und auch weltweit eingesetzt werden.

3.3.2021 • 12:07 Uhr

Russland will Herdenimmunität bis Juli erreichen

Ungeachtet niedriger Impfzahlen will Russland noch bis zum Sommer eine Immunität weiter Bevölkerungsteile gegen Corona erreichen. Auf Grundlage von Liefer- und Impfplänen rechne man mit der so genannten Herdenimmunität bis Ende Juli, sagte Russlands Gesundheitsminister Michail Muraschko der Nachrichtenagentur Tass zufolge bei einem Besuch in der sibirischen Stadt Nowosibirsk. Er kündigte zudem eine erhöhte Impfstoffproduktion an.

Dennoch blieb unklar, wie das Ziel erreicht werden soll. Jüngsten Zahlen des Gesundheitsministeriums zufolge waren Ende vergangener Woche erst knapp vier Millionen Russen gegen Corona geimpft - das entspricht gerade einmal 2,8 Prozent der Gesamtbevölkerung des Riesenreichs.

3.3.2021 • 12:04 Uhr

Nur wenig Kreise mit Inzidenz von unter 35

Lediglich jeder achte Landkreis in Deutschland liegt bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz derzeit unter der politisch definierten Schwelle von 35. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach wurden zuletzt in 55 von etwas mehr als 400 erfassten Landkreisen und kreisfreien Städten weniger als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche registriert. In rund 250 Kreisen lag die Inzidenz bei über 50 - in 57 Kreisen und kreisfreien Städten lag sie sogar bei über 100.

Auf Ebene der Bundesländer liegt bislang kein Land unter dem Wert von 35. Besonders niedrig war die Inzidenz laut RKI zuletzt in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit jeweils knapp unter 50. Fachleute gehen wegen der Verbreitung ansteckender Varianten nicht davon aus, dass die Inzidenz in nächster Zeit flächendeckend fällt.

3.3.2021 • 11:50 Uhr

Entwurf: Weitere Öffnungsschritte für Sport im Gespräch

Der deutsche Sport darf sich Hoffnungen auf mögliche weitere Corona-Lockerungen machen. Vor den Beratungen von Bund und Ländern sind nun auch Lockerungen in Regionen im Gespräch, in denen lediglich eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 stabil unterschritten wird. Es könnte dort dann beispielsweise "Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu zehn Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich" geben. Das geht aus einem aktualisierten Beschlussentwurf für die Gespräche der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel hervor.

Das Papier wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Kanzleramt verschickt, ist dem Vernehmen nach aber noch nicht mit allen Ländern vorabgestimmt. Über die einzelnen Öffnungsschritte und wie diese ausgestaltet werden, darüber dürfte es noch viele Diskussionen geben. Endgültige Entscheidungen werden erst am Ende des Bund-Länder-Gesprächs erwartet. Bislang waren breitere Öffnungen lediglich für Regionen in Aussicht gestellt gewesen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 liegt

3.3.2021 • 11:46 Uhr

Mehrere Corona-Demos in Leipzig geplant

In Leipzig wollen am Samstag zahlreiche Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. Insgesamt seien bislang 14 Demonstrationen aus unterschiedlichen Lagern angemeldet worden, sagte ein Sprecher der Stadt.

Die Kritiker der Corona-Einschränkungen planen mehrere Autokorsos aus verschiedenen Städten Sachsens in die Messestadt. "Wir bereiten uns auf einen Großeinsatz vor und haben Kräfte beim Innenministerium von Bund und Ländern angefordert", sagte eine Polizeisprecherin.

Das Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" hat zu mehreren Gegenveranstaltungen aufgerufen. Geplant sind demnach Aufzüge mit Motorrädern und Fahrrädern sowie Kundgebungen mit mehreren hundert Menschen am Augustusplatz vor dem Leipziger Opernhaus und dem Gewandhaus. Außerdem wurde eine rund 1000-köpfige Menschenkette entlang der Route des Autokorsos angekündigt.

3.3.2021 • 11:44 Uhr

Bundesverfassungsgericht: Anstieg der Corona-Verfahren

Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist die Zahl der eingegangenen Verfahren im vergangenen Jahr leicht auf 5.529 gestiegen. Davon seien allein mehr als 880 Verfahren mit Bezug zur Corona-Pandemie gewesen, heißt es in dem Jahresbericht des höchsten deutschen Gerichts. Die mehr als 240 Eilanträge zu diesem Thema hätten einen erheblichen Arbeitsanfall erzeugt, erklärten Gerichtspräsident Stephan Harbarth und Vizepräsidentin Doris König.

Besonders viele Verfahren hätten Versammlungsverbote in der Pandemie betroffen. Beispielsweise seien auch Verbote von Gottesdiensten in Kirchen, Moscheen und Synagogen gerügt worden. Dies sei teilweise zurückgewiesen worden. Allerdings unterstreicht das Gericht in seinem Bericht, dass "dieser überaus schwerwiegende Eingriff in die Glaubensfreiheit" fortlaufend zu prüfen sei.

Andererseits habe es Bürger gegeben, die sich gegen die Lockerung von Maßnahmen gewandt hätten, allerdings ohne Erfolg. Beim Schutz des Grundrechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit habe der Staat einen großen Gestaltungsspielraum, hieß es zur Begründung.

3.3.2021 • 11:40 Uhr

Tschechien: Rekordzahl an Covid-19-Patienten

Die Krankenhäuser in Tschechien melden eine Rekordzahl an Covid-19-Patienten. Insgesamt werden 8162 Menschen stationär behandelt, der höchste Wert seit Beginn der Pandemie, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Darunter waren mehr als 1660 besonders schwere Fälle, die künstlich beamtet werden müssen.

In der Verwaltungsregion Pardubice in Ostböhmen wurde ein Notfallplan aktiviert, weil die Krankenhauskapazitäten vollständig erschöpft waren. Angesichts der verzweifelten Lage sollen nun auch weitgehend unerprobte Medikamente versuchsweise eingesetzt werden. Im Universitätskrankenhaus in Brünn (Brno) trafen 10.000 Packungen des Antiparasitikums Ivermectin ein. Dafür hatte sich Regierungschef Andrej Babis persönlich eingesetzt: "Wir sagen, dass wir nicht auf klinische Studien warten können, lasst uns das versuchen."

Derweil begannen große Firmen mit Corona-Massentests aller Mitarbeiter. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen mehr als zwei Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Das hatte die Regierung angeordnet. Die Behörden meldeten heute 16.642 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Innerhalb von 7 Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 780 Menschen je 100.000 Einwohner an. Seit Beginn der Pandemie gab es fast 1,3 Millionen bestätigte Infektionen und 20 941 Todesfälle.

3.3.2021 • 11:36 Uhr

Medienbericht: Japan gegen ausländische Fans bei Olympia

Die japanische Regierung strebt einem Medienbericht zufolge den Ausschluss ausländischer Zuschauer von den Olympischen Spielen in Tokio an. Hintergrund seien die anhaltend großen Bedenken in der Bevölkerung wegen der Verbreitung des Coronavirus, schrieb die Zeitung "Mainichi" unter Berufung auf mehrere ungenannte Quellen. Weiter geprüft werde demnach, ob japanische Fans bei den Sommerspielen in den Arenen dabei sein dürfen und inwiefern die Zuschauerzahl begrenzt werden soll.

Eine endgültige Entscheidung über die Zuschauer-Frage solle noch im März fallen, hieß es. Die für 2020 geplanten Spiele in Tokio waren im Vorjahr wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. In Japan sprach sich Umfragen zufolge zuletzt eine große Mehrheit für eine erneute Verlegung oder komplette Absage der Spiele aus.

3.3.2021 • 11:26 Uhr

Sprengsatz explodiert an Testzentrum bei Amsterdam

In der Nähe eines Corona-Testzentrums nördlich von Amsterdam ist ein Sprengsatz explodiert. Niemand sei verletzt worden, die Explosion habe aber Fenster an dem Testzentrum zerstört, teilte die Polizei in der Provinz Nord-Holland am Mittwoch mit. Zu der Explosion kam es um kurz vor 7 Uhr in dem Ort Bovenkarspel, etwa 60 Kilometer nördlich von Amsterdam. Die Polizei sperrte den Bereich ab und leitete Ermittlungen zur Ursache ein.

Im Januar hatten Randalierer ein Corona-Testzentrum im niederländischen Fischerdorf Urk angezündet. Die Aktion sollte offenbar eine Antwort sein auf eine nachts geltende Ausgangssperre, die als Teil des Lockdowns von der Regierung verhängt worden war.

3.3.2021 • 11:12 Uhr

Bundesbank überweist erstmals seit 1979 keinen Gewinn

Die Deutsche Bundesbank überweist erstmals seit 1979 keinen Gewinn an den Bund. Wegen der geldpolitischen Hilfen in der Corona-Krise stockte die Notenbank ihre Risikovorsorge auf und kam daher im Geschäftsjahr 2020 nur auf ein ausgeglichenes Ergebnis, wie die Bundesbank in Frankfurt mitteilte.

3.3.2021 • 10:38 Uhr

Bundesregierung weist EU-Kritik an Grenzkontrollen zurück

Die Bundesregierung hat Kritik der EU-Kommission an den Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol erneut zurückgewiesen. Deutschland habe in der Corona-Pandemie Schutzmaßnahmen angesichts "einer akuten Gefährdungslage" eingeführt, schrieb der deutsche EU-Botschafter Michael Clauß nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP an die EU-Kommission.

Grenzkontrollen seien nötig, wenn "Nachbarregionen mit extrem hohen Inzidenzzahlen weniger starke Schutzmaßnahmen ergriffen". Clauß verwies zudem auf die Ausbreitung von Virus-Varianten in den Nachbarregionen. Die EU-Kommission hatte am Montag vergangener Woche in einem Brief an Clauß die Kontrollen und Einreiseverbote zu Tschechien und Österreich kritisiert. Aus ihrer Sicht kann der Schutz der deutschen Bevölkerung durch "weniger einschränkende Maßnahmen" erreicht werden. Die Kommission hatte Deutschland zu einer Antwort binnen zehn Arbeitstagen aufgefordert.

3.3.2021 • 10:24 Uhr

Tourismusverband enttäuscht von Bund-Länder-Plänen

Der Tourismusverband BTW kritisiert den Entwurf für die Bund/Länder-Beratungen mit scharfen Worten. "Es ist nicht nur unbefriedigend, sondern auch inakzeptabel, dass die Politik unserer Branche weiterhin jegliche Perspektiven verweigert", sagt BTW-Präsident Michael Frenzel. Dies sei ein Schlag ins Gesicht, der fassungslos mache. "Den Tourismus sicher gestalten statt plump zu verhindern, muss endlich die Maxime sein."

3.3.2021 • 10:22 Uhr

Zahl der Neuinfektionen in Polen fast verdoppelt

Die Zahl der Neuinfektionen in Polen schnellt drastisch nach oben. Zuletzt habe es 15.698 neue Fälle binnen 24 Stunden gegeben, nach 7937 am Vortag, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Waldemar Kraska im Rundfunk. "Ich habe keine guten Nachrichten. Die Zahlen von heute zeigen, dass die dritte Welle an Fahrt gewinnt."

Kraska äußerte sich auch besorgt angesichts der steigenden Zahl von Patienten, die in Krankenhäusern wegen Covid-19 behandelt werden müssten. Derzeit seien es mehr als 15.000, sagte der Politiker. Mehr als 1500 Beatmungsgeräte seien im Einsatz. Polen hat bislang rund 2,2 Millionen Menschen gegen Corona geimpft. Knapp 1,2 Millionen haben bereits zwei Impfdosen erhalten.

Polen hatte zuletzt einige Beschränkungen gelockert, allerdings angekündigt, sie wieder zu verschärfen, sollten die Fallzahlen steigen.

3.3.2021 • 09:52 Uhr

Ifo: Homeoffice-Potenzial "bei weitem" nicht ausgeschöpft

Beinahe jeder dritte deutsche Arbeitnehmer hat im Februar von zu Hause aus gearbeitet - doch es könnten deutlich mehr sein. Das Ifo-Institut in München kommt auf Basis seiner monatlichen Konjunkturumfrage auf eine Quote von 30 Prozent der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice waren, wie es mitteilte. Damit sei das Potenzial dafür aber "bei weitem nicht ausgeschöpft", kritisierte Ifo-Forscher Jean-Victor Alipour. Denn bei 56 Prozent der Arbeitnehmer sei das Arbeiten von zu Hause zumindest teilweise möglich. "Die im Januar beschlossene Pflicht der Firmen zum Homeoffice, um die Corona-Ansteckungen zu verringern, ist deshalb bislang zum Teil verpufft."

3.3.2021 • 09:37 Uhr

Studie: Krise belastet Hälfte aller Berufstätigen mit Kindern stark

Der zweite Lockdown ist für Berufstätige und vor allem für Eltern einer Studie zufolge eine extreme Belastung. Rund 40 Prozent der Erwerbspersonen in Deutschland fühlen sich derzeit stark oder sogar äußerst unter Druck, bei Kindern im Haushalt sagen dies sogar 49 Prozent, wie aus einer Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht. "Auch die zweite Corona-Welle war und ist ein drastischer Stresstest, und das ganz besonders für Familien", sagte Studienautor Andreas Hövermann. Die familiäre Situation sei für viele sogar noch schwieriger als im ersten Lockdown im Frühjahr 2020.

Besonders angespannt ist die Lage demnach bei Alleinerziehenden und generell in vielen Familien mit niedrigeren Einkommen: In diesen Gruppen empfinden rund 60 Prozent ihre Gesamtsituation als stark oder äußerst belastend. Hövermann bezeichnete dies als alarmierend. "Das ist ein Indiz dafür, wie wichtig funktionierende Kindertagesstätten und Schulen sind." Eltern von Kita- und Grundschulkindern sowie von Schülern der Abschlussklassen dürften den Wiederbeginn von Präsenzbetreuung und -unterricht in jüngster Zeit daher als wichtige Entlastung wahrgenommen haben, erklärte der Forscher. In der Studie wurden Ende Januar gut 6200 Erwerbspersonen befragt - also Beschäftigte, Selbstständige und Arbeitssuchende.

3.3.2021 • 09:34 Uhr

Einzelhandel pocht auf Wiedereröffnung zum 8. März

Der Einzelhandel fordert vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern eine rasche Wiedereröffnung der Geschäfte. "Wir möchten Sie eindringlich auffordern, die Wiedereröffnung des gesamten Einzelhandels auf der Basis der funktionierenden Hygienekonzepte zum 8. März zu ermöglichen", heißt es in einem Schreiben des Branchenverbands HDE an das Kanzleramt. Die von Bund und Ländern angepeilte Zulassung von Einkaufen mit Terminvereinbarung ("Click & Meet") könne die meisten Händler wirtschaftlich nicht retten. Sie sei auch "kein deutlicher Schritt hin zu der lange überfälligen Öffnungsstrategie für den gesamten Einzelhandel". Blieben die Geschäfte abseits des Lebensmittelhandels weiter geschlossen, werde dies für die Unternehmen und ihre Beschäftigten "verheerende Folgen" haben.

3.3.2021 • 09:14 Uhr

Epidemiologin: "Kein Spielraum für Lockerungen"

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Prof. Eva Grill, sieht derzeit keinen Spielraum für weitreichende Lockerungen der Anti-Corona Maßnahmen. "Im Moment sind wir mit dem Impfen noch nicht so weit. Das muss Fahrt aufnehmen, damit wir in sechs bis acht Wochen über sagen könen: so geht's weiter", sagte die Münchner Wissenschaftlerin im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Die Ausbreitung der neuen Virus-Varianten betrage jetzt etwa 50 Prozent der gemeldeten Fälle. "Es ist Realität, dass sich diese Mutanten rasant ausbreiten. Trotz der Schließungen sinken die Werte aber gegenwärtig nicht mehr. Das hat nichts damit zu tun, dass sich die Leute nicht mehr an die Maßnahmen halten. Die Fallzahlen werden weiter steigen. Wir sind aber noch nicht so weit mit dem Impfen, dass wir einen weiteren Anstieg der Fallzahlen verkraften können."

3.3.2021 • 09:11 Uhr

Scholz spricht sich für vorsichtige Lockerungen aus

Vor dem Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Politik hat sich Bundesfinanzminister Scholz für vorsichtige Lockerungen ausgesprochen. Im Inforadio vom rbb sagte der SPD-Politiker, dass eine Öffnungsstrategie nicht mehr allein an der Sieben-Tage-Inzidenz festgemacht werden dürfe. Man habe inzwischen neue Fakten. "Wir haben mehr Möglichkeiten zu testen. Die Selbsttests kommen jetzt in großem Umfang auf den Markt", so Scholz und auch bei den Impfungen komme man voran. "Wir werden in wenigen Wochen jede Woche Millionen Impfungen durchführen können."

3.3.2021 • 09:03 Uhr

Laschet: Mit digitalen Möglichkeiten zu Lockerungen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet fordert auch den Einsatz von "digitalen Möglichkeiten", um zu Lockerungen zu kommen. Dazu zähle etwa eine App, mit der man in Restaurants einchecken könne, sagte er im ARD-Morgenmagazin. "Und falls etwas passiert, ist die Infektionskette lückenlos nachzuverfolgen." Darüber habe man bislang viel zu wenig geredet. "Und den Schritt werden wir heute gehen", sagt er mit Blick auf das Bund-Länder-Treffen.

3.3.2021 • 08:42 Uhr

Müller fordert "aggressive" Test- und Impfstrategie

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller fordert ein deutlich höheres Tempo bei Tests und Impfungen. Dazu brauche es eine "aggressive" Strategie, sagt er im ARD-Morgenmagazin. Dazu zählten "zusätzliche Instrumente", etwa die niedergelassenen Ärzte, die in Zukunft bei Impfungen unterstützen müssten. "Und ich kann es tatsächlich nicht verstehen, warum es nicht schon die Verständigung mit den niedergelassenen Ärzten gibt." Deshalb erwarte er auch, dass es dazu von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute beim Bund-Länder-Treffen "harte Aussagen" gebe, an denen man sich orientieren könne.

3.3.2021 • 08:22 Uhr

Bund und Länder könnten Öffnungen auch an 100er-Inzidenz knüpfen

Bund und Länder könnten ihre Corona-Politik künftig stärker an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 knüpfen. In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf von Dienstagnachmittag wird vorgeschlagen, unterhalb dieser Grenze bestimmte Öffnungsschritte zu erlauben. Gleichzeitig soll dieser Wert der Auslöser für eine "Notbremse" sein: Steige die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, müssten die bis zum 7. März geltenden strengeren Kontaktbeschränkungen wieder eingeführt werden, heißt es in dem Entwurf.

Kanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag von dieser nötigen "Notbremse" bei wieder steigenden Infektionszahlen gesprochen. Umgekehrt soll der - ohnehin von einigen Bundesländern bereits verfolgte - Kurs festgeschrieben werden, dass bestimmte weitere Öffnungsschritte bereits ab einem Unterschreiten der 100er-Grenze erlaubt sein sollten. Dies solle möglich sein, falls es "in dem Land oder der Region eine stabile oder sinkende 7-Tage-Inzidenz" gebe. Dann könnten erste Öffnungen im Einzelhandel mit dem Konzept "Click and meet", einige Tage später dann auch Öffnungen mit einer Quadratmeter-Begrenzung kommen. Ein ähnliches Vorgehen wird für Museen und Galerien, in einem späteren Schritt auch für die Außengastronomie vorgeschlagen - also entweder eine niedrige Inzidenz mit unter 35 oder eine Inzidenz unter 100 mit dann geltenden Sicherheitskonzepten wie Voranmeldung oder negativem Schnelltest.

Hintergrund ist, dass die Neuinfektionen in den vergangenen Tagen gestiegen und nicht gesunken sind - die ursprünglich vorgesehene 35er-Grenze also in absehbarer Zeit wegen der Ausbreitung der Mutationen als unerreichbar eingestuft wird. Merkel und die Ministerpräsidenten wollen aber dennoch Lockerungen in Verbindung mit erweiterten Schnelltests durchsetzen, um die Akzeptanz der Bevölkerung für die anderen Lockdown-Maßnahmen zu erhalten.

In Verhandlungskreisen wurde darauf verwiesen, dass auf Grundlage des Entwurfs bereits weitere Beratungen stattgefunden hätten und nicht sicher sei, in welcher Form eine 100er-Grenze am Ende von allen 16 Ministerpräsidentinnen und -präsidenten akzeptiert werde. Sie und Kanzlerin Merkel wollen heute ab 14.00 Uhr über den weiteren Corona-Kurs beraten.

3.3.2021 • 07:54 Uhr

Spahn zu Impfungen: "Es braucht mehr Tempo"

Bundesgesundheitsminister Spahn hat angekündigt zur Beschleunigung der Impfungen in Deutschland weitere Maßnahmen zu forcieren. Im ARD-Morgenmagazin sagte der CDU-Politiker, es brauche einen "prinzipiengeleiteten Pragmatismus in den Impfzentren", um den Prozess zu beschleunigen. Man müsse flexibler reagieren und auch weitere Priorisierungsgruppen impfen, wenn sich dies anböte.

Zudem zeigten Studien aus Großbritannien, dass das Tempo durch eine zeitliche Vergrößerung des Abstandes zwischen der ersten und zweiten Impfdosis effektiv beschleunigt werden könne. Mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer solle möglichst erst nach sechs Wochen eine Zweitimpfung erfolgen, mit dem von AstraZeneca nach zwölf Wochen, sagt Spahn. "Dann können wir mehr Erstimpfungen machen."

Als weitere Maßnahme werde außerdem geprüft, inwieweit der AstraZeneca-Impfstoff auch an Menschen über 65 Jahren verimpft werden könne. Ein Ergebnis hierzu sei nach Beratungen mit der Ständigen Impfkommission "in wenigen Tagen" zu erwarten.

3.3.2021 • 07:28 Uhr

Coronavirus-Varianten breiten sich in Baden-Württemberg aus

Die Coronavirus-Varianten breiten sich in Baden-Württemberg rasant aus. Entfielen in der letzten Januarwoche nur 7,4 Prozent aller vom Laborverband ALM untersuchten positiven Tests auf Besorgnis erregende Varianten, waren es vergangene Woche schon 50 Prozent. In der Woche davor lag der Prozentsatz bei 34, wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilte.

3.3.2021 • 07:03 Uhr

56.900 Neuinfektionen und 1909 weitere Tote in den USA

In den USA melden die Gesundheitsbehörden mindestens 56.873 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden mindestens 28,79 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus gestestet. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 1909 auf 517.025. Die USA weisen weltweit mit Abstand die höchsten Infektions- und Todeszahlen auf. Nach den USA verzeichnen Indien, Brasilien, Russland und Großbritannien die höchsten Ansteckungszahlen.

3.3.2021 • 06:42 Uhr

Intensivmediziner begrüßen geplante Lockdown-Verlängerung

Die deutschen Intensivmediziner begrüßen die geplante Verlängerung des Lockdowns als notwendige Entlastung des deutschen Gesundheitssystems. "Es ist wichtig, dass wir noch drei Wochen durchhalten, weil wir durch das Impfen vieler Menschen trotz der Virusmutationen eine dritte Welle deutlich abflachen können", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmediziner der "Augsburger Allgemeinen". "Wir gewinnen dadurch wertvolle Zeit", so der Aachener Medizinprofessor. "Wer geimpft ist, kommt nicht auf die Intensivstation."

3.3.2021 • 06:33 Uhr

Mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Wie das Robert-Koch-Institut am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 9019 neue Ansteckungsfälle registriert. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 64,0. Am Dienstag hatte dieser Wert 65,4 betragen.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs den Angaben zufolge auf 2.460.030. Laut RKI wurden ferner 418 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 70.881. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI mit rund 2,274 Millionen.

3.3.2021 • 06:25 Uhr

Haseloff wirbt für russischen Impfstoff Sputnik V

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff wirbt für den russischen Impfstoff Sputnik V, um den Impfstoffmangel in Deutschland zu beheben. "Wir sollten alles tun, was möglich ist, um das Impfen in Deutschland zu beschleunigen", sagt der amtierende Bundesratspräsident den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" laut einem Vorabbericht. Ostdeutschland habe jahrzehntelange Erfahrung mit russischem Impfstoff. Er selbst sei schon als Kind mit einem russischen Präparat erfolgreich gegen Kinderlähmung geimpft worden, während im Westen noch kein Impfstoff zur Verfügung stand. Er würde sich daher jederzeit mit Sputnik V impfen lassen. Auch eine Impfpflicht schließe er nicht grundsätzlich aus. Es könnte "ein Thema für den Ethikrat sein", sagt der CDU-Politiker den Zeitungen. "Impfpflicht hatten wir in der DDR. Ich habe es überlebt."

3.3.2021 • 06:22 Uhr

Bund und Länder beraten über weitere Corona-Strategie

Die Regierungschefs von Bund und Ländern beraten heute über ihre weitere Strategie in der Corona-Pandemie. Ab dem Nachmittag wollen Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer diskutieren, ob es ab der kommenden Woche zu weiteren Lockerungen der derzeitigen Einschränkungen kommt. Die derzeitigen Schließungen gelten noch bis zum Sonntag.

Diskutiert wird im ersten Schritt über eine Lockerung der Kontaktbeschränkung und eine Öffnung weiterer Geschäfte, nachdem in dieser Woche bereits Friseure wieder den Betrieb aufgenommen haben. Angestrebt wird dabei eine Öffnungsstrategie, die sich an Infektionszahlen orientiert. Beraten werden soll auch über kostenlose Schnelltests für alle Bürger, um Öffnungen abzusichern.