Sanitäter in London transportieren einen Patienten vom Krankenwagen in die Notaufnahme. | REUTERS
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Liveblog zum Coronavirus ++ Mehr als 53.000 neue Fälle in Großbritannien ++

Stand: 01.01.2021 23:29 Uhr

Angesichts von mehr als 53.000 neuen Corona-Fällen befürchten die Ärzte in Großbritannien eine Überlastung des Krankenhauspersonals. Die Türkei verkündet einen Einreisestopp für Reisende aus Großbritannien. Der Liveblog vom Freitag zum Nachlesen.

  • RKI: Mehr als 160.000 Menschen geimpft
  • Tausende auf illegalen Silvesterpartys in Frankreich
  • Vogtland und Kreis Meißen bleiben Corona-Hotspots
  • Israel hat fast eine Million Bürger geimpft
  • 22.924 Neuinfektionen in Deutschland binnen 24 Stunden
  • Mehr als 53.000 neue Fälle in Großbritannien
1.1.2021 • 23:29 Uhr

Ende des Liveblogs

Wir schließen den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse!

1.1.2021 • 22:12 Uhr

Frankreich meldet mehr als 19.000 Neuinfektionen

Frankreich meldet 19.348 Neuinfektionen und 133 weitere Todesfälle. Die Regierung hat das Ziel von weniger als 5000 Neuinfektionen vorgegeben.

1.1.2021 • 20:59 Uhr

Londons Grundschüler bleiben die kommenden zwei Wochen zu Hause

In London sollen nun doch auch sämtliche Grundschulen in den kommenden zwei Wochen geschlossen bleiben, um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Regierung sei endlich zur Vernunft gekommen und habe eine Kehrtwende eingelegt, erklärt Bürgermeister Sadiq Khan.

Das Bildungsministerium hatte am Mittwoch Pläne vorgestellt, wonach die Öffnung der weiterführenden Schulen nach den Weihnachtsferien verschoben werden sollte - Grundschulen sollten aber nur in besonders stark betroffenen Gegenden zubleiben. Dagegen hatten mehreren lokale Behörden protestiert.

1.1.2021 • 20:59 Uhr

Türkei stoppt Einreisen aus Großbritannien

Nach ersten entdeckten Fällen der Coronavirus-Mutation aus Großbritannien hat die Türkei einen vorübergehenden Einreisestopp für Reisende aus dem Land verkündet. Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca schrieb auf Twitter, 15 Menschen, die aus Großbritannien kamen, seien positiv auf die Variante getestet worden. Sie und ihre Kontaktpersonen seien in Quarantäne. Die Situation sei "unter Kontrolle".

1.1.2021 • 19:12 Uhr

Mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mehr als 20 Millionen Infektionen mit dem Virus nachgewiesen worden. Das entspricht rund einem Viertel aller weltweit verzeichneten Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in der US-Stadt Baltimore hervorgeht.

In den USA leben rund 330 Millionen Menschen. Mehr als 346.000 Todesfälle in Verbindung mit der Erkrankung Covid-19 sind dort bekannt.

1.1.2021 • 18:41 Uhr

Irland kündigt Ende von Einreisestopp für Passagiere aus Großbritannien an

Irland will das Verbot für Einreisen aus Großbritannien am 6. Januar aufheben. Stattdessen sind eine Reihe von strengen Vorschriften vorgesehen, mit denen eine Ausbreitung des Virus eingedämmt werden soll, wie Außenminister Simon Coveney dem "Irish Independent" sagte.

Flugpassagiere, die nicht wegen dringender geschäftlicher Gründe ins Land kommen, müssen etwa einen negativen Coronatest vorweisen. Auch sollen sie nach ihrer Ankunft zunächst weitestgehend vor Ort bleiben. Irland hatte vor Weihnachten den Passagierverkehr mit Flugzeugen und Fähren gestoppt, nachdem in Großbritannien eine ansteckendere Variante des Coronavirus aufgetaucht war.

1.1.2021 • 18:17 Uhr

Biontech will mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern

Der Mainzer Hersteller Biontech will mehr Impfstoff als geplant an die Europäische Union liefern. Das Unternehmen befinde sich "in fortgeschrittenen Diskussionen, ob und wie wir weitere Impfstoffdosen aus Europa für Europa in diesem Jahr zur Verfügung stellen können", sagte Unternehmenschef Ugur Sahin der Nachrichtenagentur dpa.

"Aufgrund der aktuell hohen Infektionszahlen ist eine zügige Impfstoffversorgung besonders wichtig", fügte Sahin hinzu. "Wir arbeiten mit der EU zusammen, um unsere Produktionskapazitäten weiter auszubauen und zusätzliche Impfstoffdosen bereitstellen zu können."

Sahin verwies darauf, dass diese Woche mit der EU-Kommission vereinbart worden sei, weitere 100 Millionen Impfstoffdosen zu liefern. Dabei wurde eine im EU-Rahmenvertrag ohnehin vereinbarte Option gezogen: Fest bestellt waren zunächst 200 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs mit der Möglichkeit zum Kauf von 100 Millionen weiteren Einheiten. Diese Erweiterung wurde vor einigen Tagen vertraglich vereinbart, nachdem die EU-Staaten entsprechenden Bedarf angemeldet hatten.

1.1.2021 • 18:15 Uhr

Mehr als 53.000 neue Fälle in Großbritannien - Ärzte warnen vor Burnout

Britische Medizinerverbände haben angesichts der extrem angespannten Corona-Situation in Großbritannien vor einer Überlastung des Krankenhauspersonals gewarnt. "Wir sind quasi auf Gefechtsstationen", sagte der Vizepräsident des Royal College of Emergency Medicine dem Sender BBC. "Es gibt große Sorgen wegen Burnouts." Zwar sei das Personal auf den Nofall- und Intensivstationen auf harte Zeiten vorbereitet, aber die Ärztinnen und Pfleger seien müde, frustriert und ausgelaugt, so wie jeder andere auch.

An Neujahr meldeten die Behörden mehr als 53.000 neue Corona-Fälle in Großbritannien sowie 613 Todesfälle. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie mehr als 82.000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Durch eine neue und womöglich sehr ansteckende Virus-Variante, die sich vor allem in London und im Süden Englands derzeit sehr stark ausbreitet, steht Großbritannien besonders unter Druck. Notfallkrankenhäuser werden bereits auf ihren Einsatz vorbereitet, da die Intensivstationen unter anderem in London überlastet sind. Mike Adams vom Royal College of Nursing's England warnte im Sender "Sky News" jedoch, es gebe nicht ausreichend Personal, um diese Krankenhäuser auch zu betreiben.

1.1.2021 • 17:39 Uhr

Ministerium erwartet bis Anfang Februar noch 2,68 Millionen Impfdosen

Die Bundesregierung erwartet bis Anfang Februar noch 2,68 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech. Die nächste Lieferung an die Länder sei weiterhin für den 8. Januar geplant, teilte das Gesundheitsministerium auf Twitter mit.

Insgesamt sind bis einschließlich 1. Februar vier Liefertermine vorgesehen. Das entspricht den bereits bekannten Plänen, nach denen zunächst rund 670.000 Impfdosen pro Woche geliefert werden sollen. Inklusive der Lieferungen aus dem alten Jahr wären es dann insgesamt 3,98 Millionen Dosen.

Im Verlauf des Monats könnte allerdings weiterer Impfstoff vom Hersteller Moderna dazukommen. Das Ministerium rechnet damit, dass dieser am 6. Januar zugelassen wird. "Die genauen Lieferpläne für diesen Impfstoff werden wir dann zügig mit der EU und dem Unternehmen abstimmen", hieß es. Im Laufe des ersten Quartals seien außerdem weitere Zulassungen wahrscheinlich.

1.1.2021 • 17:26 Uhr

Mehr als 22.000 neue Fälle in Italien

Italiens Gesundheitsministerium meldet 462 weitere Corona-Todesfälle und 22.211 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Am Donnerstag hatten die Behörden 555 Todesfälle und 23.477 weitere Infektionen registriert. Insgesamt wurden in Italien bislang knapp 2,13 Millionen Infektionen verzeichnet und 74.621 Tote im Zusammenhang mit dem Virus erfasst.

1.1.2021 • 17:16 Uhr

Warschauer Klinik nach Impfaktion in der Kritik

Nach einer Corona-Impfaktion mit Prominenten droht der Medizinischen Universität in Warschau möglicherweise großer Ärger. Eine Kontrolle an der Uni-Klinik solle in den kommenden Tagen klären, ob es dort zu einem Regelverstoß gekommen sei, kündigte Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski an. Es sei absolut inakzeptabel, wenn Corona-Impfungen nicht nach den festgelegten Regeln, sondern nach "Kriterien der Privilegierung" von Krankenhausleitern vergeben würden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, erwarte er personelle Konsequenzen.

In Polen sieht die erste Phase des Impfplans vor, dass medizinisches Personal und Rettungssanitäter geimpft werden sollen. Am Donnerstag hatte die Warschauer Medizinische Universität bekanntgeben, von der Agentur für Materialreserven 450 zusätzliche Impfdosen erhalten zu haben. Da diese bis Ende des Jahres 2020 hätten genutzt werden müssen, habe man sich entschieden, 300 Mitarbeiter des Krankenhauses und 150 Angehörige von Mitarbeitern sowie "Patienten des Krankenhauses und seiner Niederlassungen" zu impfen, "darunter auch bekannte Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur (18 Personen)". Diese Promis hätten eingewilligt, später als Botschafter einer Impfkampagne zu fungieren.

1.1.2021 • 17:10 Uhr

Viele Todesfälle nach Nikolausfeier in belgischem Altenheim

Im belgischen Mol sind nach dem Besuch eines Weihnachtsmanns Anfang Dezember inzwischen mindestens 26 Bewohner eines Altenheims an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies bestätigte der Sprecher der zuständigen Gesundheitsbehörde, Joris Moonens, der Nachrichtenagentur dpa.

Bei dem Darsteller des Nikolaus war nach dem Besuch im Heim in der Provinz Antwerpen eine Corona-Infektion festgestellt worden. Später wurden Ansteckungen mit demselben Virusstamm unter Bewohnern und Mitarbeitern in der Einrichtung mit 179 alten Menschen entdeckt, wie Moonens sagte. Die Nachrichtenagentur Belga berichtete von 85 positiven Coronatests unter den Bewohnern und 40 weiteren beim Personal. Moonens sagte jedoch, es sei vermutlich nie zu klären, ob wirklich der Nikolaus-Darsteller die Menschen angesteckt habe oder ob er sich dort die Infektion geholt habe.

Ob die allgemeinen Hygieneregeln bei der Veranstaltung eingehalten wurden, ist nach Worten des Sprechers ebenfalls ungeklärt. Es gebe dazu unterschiedliche Darstellungen und die Nachforschungen liefen noch. Aber: "Alle sind sich einig, dass es keine gute Idee war, eine solche Veranstaltung in einer so schwierigen Zeit zu organisieren", sagte Moonens.

1.1.2021 • 17:08 Uhr

Ruhiges Ausflugsgeschehen an Neujahr in Bayern

Im Gegensatz zu den Tagen um Weihnachten war das Ausflugsgeschehen in Bayern am Neujahrstag vergleichsweise ruhig. Den Polizeipräsidien lagen bis zum Nachmittag keine Meldungen über größere Menschenansammlungen oder zugeparkte Straßen vor.

Eine Sprecherin der Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen beurteilte das Fahrgastaufkommen als "sehr übersichtlich" trotz Sonnenscheins und der im Ort gastierenden Vierschanzentournee. Im Vorfeld hatte die Polizei angekündigt, in beliebten Ausflugsregionen mehr Präsenz zu zeigen und Parkverbote zu kontrollieren. Außerdem wurden Ausflügler aufgefordert, Fahrten in viel besuchte Gebiete zu überdenken.

Im Lockdown sind alle Skigebiete in Bayern geschlossen, allerdings gingen in den zurückliegenden Tagen viele Menschen mit Schlitten und Tourenski in die Berge.

1.1.2021 • 16:53 Uhr

Ausgangssperre soll in Frankreich vielerorts schon um 18 Uhr beginnen

Die zur Eindämmung des Coronavirus in Frankreich geltende nächtliche Ausgangssperre soll in besonders betroffenen Gebieten bereits um 18 Uhr beginnen. Die Ausgangssperre gilt in 15 Regionen ab Samstag von 18 bis 6 Uhr und nicht erst ab 20 Uhr, wie die Regierung in Paris mitteilte.

Betroffen ist beispielsweise das Département Alpes Maritimes einschließlich Nizza. Die anderen betroffenen Regionen liegen vorwiegend im Osten des Landes, Paris bleibt von der Neuregelung vorerst ausgenommen. "Das Virus breitet sich weiter in Frankreich aus", sagte Regierungssprecher Gabriel Attal. Eine ursprünglich geplante mögliche Wiedereröffnung von Theatern, Kinos und Konzertsälen am 7. Januar komme nicht in Frage.

1.1.2021 • 16:42 Uhr

Dänische Königin Margrethe erhält Impfung

Die dänische Königin Margrethe II. ist an Neujahr gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilte das dänische Königshaus mit. Ihre zweite Impfung erhält die 80-jährige Monarchin demnach in rund drei Wochen. In Dänemark waren die ersten Menschen am 27. Dezember gegen Corona geimpft worden. Mittlerweile haben knapp 30.000 Menschen im Land ihre erste Impfdosis erhalten, das entspricht in etwa 0,5 Prozent der dänischen Bevölkerung.

1.1.2021 • 16:40 Uhr

Israel hat eine Million Bürger geimpft

Weniger als zwei Wochen nach dem Beginn einer Impfkampagne im Rekord-Tempo hat Israel schon eine Million seiner Bürger gegen das Coronavirus geimpft. Regierungschef Benjamin Netanyahu und Gesundheitsminister Juli Edelstein würdigten am Nacxhmittag den millionsten Impfling in der arabischen Ortschaft Umm el Fahm im Norden des Landes.

Israel hat damit schon mehr als zehn Prozent seines Bevölkerung geimpft - das Land hat fast 9,3 Millionen Einwohner. Netanjahu sagte, sein Ziel sei es, 5,5 Millionen Geimpfte zu erreichen, um die Pandemie im Land zu stoppen. Allein am Donnerstag wurden in Israel nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 153.400 Menschen geimpft. Mehr als 40 Prozent der über 60-Jährigen im Land haben demnach schon die erste Dosis des Biontech-Pfizer-Impfstoffs erhalten. Israel impft damit nach Informationen von Oxford-Forschern schneller als jedes andere Land auf der Welt.

1.1.2021 • 16:10 Uhr

Philippinen lassen USA-Urlauber ab Sonntag nicht mehr ins Land

Die Philippinen lassen ab Sonntag keine aus den USA kommenden ausländischen Reisenden mehr ins Land. Grund ist eine nun auch in Florida aufgetauchte neue, ansteckendere Variante des Coronavirus. Das Einreiseverbot gilt bis zum 15. Januar, wie ein Sprecher von Präsident Rodrigo Duterte mitteilte.

Es betrifft Ausländer, die innerhalb von 14 Tagen vor ihrer geplanten Einreise in dem Inselstaat in den USA waren. Aus den USA kommende Philippiner dürfen zurück in ihre Heimat, müssen sich aber nach ihrer Ankunft für 14 Tage in einer Regierungseinrichtung in Quarantäne begeben.

1.1.2021 • 15:49 Uhr

RKI: Mehr als 160.000 Menschen geimpft

Mehr als 160.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Nachmittag wurden insgesamt 165.575 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl der Geimpften um 31.846. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betonte das RKI.

1.1.2021 • 15:28 Uhr

Tausende auf illegalen Silvesterpartys in Frankreich

Rund 2500 Menschen haben in der Nacht auf einer illegalen Silvesterparty im Westen Frankreichs gefeiert. Die Teilnehmer stammten aus verschiedenen Regionen Frankreichs und aus dem Ausland, teilte die Präfektur des Départements Ille-et-Vilaine in der Bretagne mit. Bei der versuchten Auflösung der Party in der Stadt Lieuron südlich von Rennes kam es demnach zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Laut der Nachrichtenagentur AFP feierten auch in Marseille und im Département Seine-et-Marne bei Paris etwa 300 und 100 Menschen ins neue Jahr. Ordnungskräfte hätten die Feiern aufgelöst. Der Sender Franceinfo berichtete zudem von einer geplanten Neujahrsfeier mit 190 Gästen in der Normandie.

1.1.2021 • 14:51 Uhr

AstraZeneca-Impfung erhält Notfallzulassung in Indien

Indiens Arzneimittelbehörde hat Insidern zufolge den von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelten Impfstoff für die Notfallnutzung zugelassen. Die zuständige Aufsichtsbehörde CDSCO wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Indien, das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde, ist so stark von dem Virus getroffen worden wie kaum ein anderes Land; nur die USA melden noch mehr Infektionsfälle.

Der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford (Illustration) | AFP

Der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford ist ein sogenannter Vektorimpfstoff. (Illustration) Bild: AFP

1.1.2021 • 14:40 Uhr

DIW-Präsident rechnet nicht mit schneller wirtschaftlicher Erholung

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnt vor zu hohen Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung. "Viele Wirtschaftsprognosen sind zurzeit vom Wunschdenken eines schnellen Endes der Pandemie und einer umgehenden wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2021 geprägt", schrieb Fratzscher in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel". "Dies dürfte sich als Illusion erweisen." Zu viele Dinge könnten schiefgehen im kommenden Jahr, mahnte Fratzscher. "Die Erholung würde dann schwieriger werden und länger dauern, als es sich viele derzeit vorstellen können."

Die deutsche Wirtschaft schrumpfe im vierten Quartal und "könnte dies sehr wohl auch im ersten Quartal 2021 tun, so dass die Wirtschaft damit in eine zweite Rezession fallen dürfte". "So könnte 2021 zum Jahr der Ernüchterung werden, zumindest was die Wirtschaft betrifft", warnte Fratzscher. "Unternehmensinsolvenzen könnten deutlich steigen, da viele so stark überschuldet sind, dass sie entweder keine Bankkredite mehr bekommen oder keine mehr wollen, Rücklagen aufgebraucht haben und die Aufschiebung der Antragspflicht für Unternehmensinsolvenzen auslaufen wird." Mit den Problemen der Unternehmen dürfte Fratzschers Einschätzung zufolge auch die Arbeitslosigkeit steigen: "Vor allem die Schwächsten, wie die Minijobber:innen, dürften den höchsten Preis zahlen."

1.1.2021 • 12:33 Uhr

Vogtland und Kreis Meißen bleiben Corona-Hotspots

Sachsen ist auch Anfang 2021 Negativ-Spitzenreiter in der Corona-Pandemie. Nach einer Übersicht des Robert Koch-Instituts gab es dort 334,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Der Vogtlandkreis und der Landkreis Meißen führen mit Sieben-Tage-Inzidenzen von 818,6 beziehungsweise 613,9 die Liste der Landkreise in Deutschland an. Nach Berechnungen des MDR auf Grundlage der gemeldeten Fälle des Landkreises und des Sozialministeriums liegt der Inzidenzwert im Vogtlandkreis sogar bei 1018.

Der Durchschnittswert aller Bundesländer lag bei 141,9, die geringste Inzidenz hatte mit 26,3 die Stadt Rostock (Mecklenburg-Vorpommern).

1.1.2021 • 11:21 Uhr

Dampfende Wasserpfeifen verraten Covid-Verstoß

Bei einer Razzia in einem Shisha-Cafe im Londoner Stadtteil Wembley hat die Polizei gravierende Verstöße gegen das Covid-Kontaktverbot festgestellt. Zwar hätten rund 50 Personen, die sich dort mit Rauchen, Musikhören und Fußballschauen beschäftigt hätten, unerkannt fliehen können, teilte die Polizei mit. Doch habe man 21 warme und dampfende Shisha-Wasserpfeifen als Beweismittel sichergestellt. Der Besitzer des Cafes müsse nun mit einem Bußgeld von umgerechnet 11.000 Euro rechnen.

1.1.2021 • 11:01 Uhr

Russland meldet über 27.000 neue Infektionsfälle

Russland hat 27.039 neue Coronafälle gemeldet, davon 5907 in Moskau. Insgesamt seien damit 3.186.336 Ansteckungen in dem Land registriert worden. Die Zahl der offiziell angegebenen Corona-Toten stieg um 536 auf 57.555. Nach Angaben von Vize-Ministerpräsidentin Tatjana Golikowa liegt die Zahl der Todesfälle wohl deutlich höher.

1.1.2021 • 11:00 Uhr

Deutschland startet ungewohnt ruhig ins Jahr 2021

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen ist der Start ins neue Jahr in Deutschland eher ruhig verlaufen. Dies lag nicht zuletzt auch an verschärften Sicherheitsmaßnahmen.

1.1.2021 • 09:37 Uhr

Schäuble ruft vor Gipfel zu "ausgewogenen Entscheidungen" auf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat vor dem anstehenden Corona-Gipfel von Bund und Ländern "ausgewogene Entscheidungen" angemahnt. Bei den Corona-Maßnahmen "bleibt es zentral, dass die Exekutive die Verantwortung des Einzelnen fest im Blick hält und auf so viel Freiheit wie möglich setzt", sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Es ist schier unmöglich, per Gesetz jeden Corona-Todesfall zu verhindern."  Es sei daher seine "Grundüberzeugung", dass die Politik die Abwägung zwischen dem Schutz des Lebens und den Nachteilen der Corona-Maßnahmen "nicht komplett per Verordnung oder Gesetz auflösen kann, sondern dass die Verantwortung auch in den Händen der Ärzteschaft, von Wissenschaft und Ethikern liegt".

1.1.2021 • 08:34 Uhr

WHO gibt grünes Licht für Biontech-Impfstoff

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer für den Notfalleinsatz freigegeben. Das Präparat sei das erste seit Beginn der Pandemie, das eine entsprechende Genehmigung erhalte, teilte die WHO mit. Ländern, die nicht in der Lage seien, schnell eine eigene Prüfung vorzunehmen, könne damit die Entscheidung über eine Zulassung des Impfstoffs erleichtert werden. 

1.1.2021 • 08:24 Uhr

Trump verlängert coronabedingten Einwanderungsstopp

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat mit Verweis auf die andauernde Corona-Pandemie die Aussetzung der Vergabe bestimmter Arbeitsvisa und Green Cards bis Ende März verlängert. Die Auswirkungen der Pandemie auf den US-Arbeitsmarkt und auf die Gesundheit der amerikanischen Bevölkerung gäben weiterhin Anlass zur Sorge, hieß es in einer Proklamation des Präsidenten. Deshalb sollten die im April und Juni verhängten Maßnahmen, die die legale Einwanderung in die USA deutlich einschränken, vorerst weiter bestehen bleiben. Das Arbeits-, Heimatschutz- und Außenministerium sollen regelmäßig überprüfen, ob Änderungen der Maßnahmen notwendig sind.

1.1.2021 • 08:21 Uhr

175.000 Impfstoff-Dosen bleiben in Niederlanden ungenutzt

In den Niederlanden nimmt die Kritik an der Corona-Impfstrategie zu. Obwohl in einem Speziallager im Osten des Landes bereits rund 175.000 Impfdosen der Hersteller Pfizer und Biontech lagern, will das Land erst am 8. Januar als letztes Land in der EU die ersten Menschen impfen und am 18. Januar landesweit starten. Trotz der Kritik will die Regierung den Start der Impfkampagne nicht vorziehen. Das sei aus logistischen Gründen nicht möglich. Der Fahrplan werde vorerst nicht verändert, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

1.1.2021 • 07:30 Uhr

Biontech-Chef verwundert über zögerliche Bestellung der EU

Der Chef des Mainzer Biotech-Forschers Biontech hat sich nach eigener Aussage über die zögerlichen Impfstoff-Bestellungen der EU gewundert. Der Prozess in Europa sei nicht so schnell und geradlinig abgelaufen wie bei anderen Ländern, sagte Firmenchef Ugur Sahin dem "Spiegel". Die EU habe zudem auch auf andere Hersteller gesetzt, die nun doch nicht so schnell liefern können. "Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle", sagte Sahin: "Mich hat das gewundert."

1.1.2021 • 05:33 Uhr

Fast 23.000 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages weitere 22.924 Infektionen mit Covid-19 bestätigt worden. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts damit auf 1.742.661. Innerhalb von 24 Stunden wurden demnach weitere 553 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten stieg damit auf 33.624. Die Zahl der nach einer Infektion mit dem Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI auf rund 1.350.000. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug 141,9. Am Vortag hatte sie noch bei 139,8 gelegen.

1.1.2021 • 04:17 Uhr

Merz fordert schnelle Öffnung der Schulen

Vor den Corona-Beratung der Regierungschefs von Bund und Ländern am 5. Januar hat der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, vor erneuten, längeren Schulschließungen gewarnt. Die Schulen müssten "so schnell wie möglich wieder geöffnet werden", sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Von der Runde der Regierungschefs wünsche er sich ein möglichst einheitliches Vorgehen.

1.1.2021 • 03:36 Uhr

Söder erwartet kein schnelles Lockdown-Ende

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Lockdowns oder umfassende Lockerungen gebremst. "Wir müssen jetzt einfach die Zahlen nachhaltig senken. Daher bin ich sehr skeptisch, schon ab 10. Januar wieder Öffnungen in Aussicht zu stellen" sagte Söder der Nachrichtenagentur dpa.

Der CSU-Chef forderte einen entschlossenen Kampf von Bund und Ländern gegen das Virus. "Wir wissen nicht, ob wir im Frühjahr Dank oder Quittung dafür bekommen. Aber wenn wir aus Ängstlichkeit nicht entscheiden würden, dann hätten wir unseren Auftrag verfehlt", sagte er. "Es kommt jetzt nicht darauf an, die bequemste Lösung zu finden, sondern die wirkungsvollste."

1.1.2021 • 06:40 Uhr

Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Stuttgart aufgelöst

Zum Jahresende haben Menschen in Stuttgart gegen die Corona-Politik der Bundesregierung und der Landesregierung Baden-Württembergs demonstriert. Dabei kam es wiederholt zu Verstößen gegen die Auflagen. Insgesamt fanden fünf Demonstrationen statt, wie die Polizei mitteilte. Bei den Protesten ging es unter anderem um ein "ein Silvester ohne Corona-Maßnahmen" und "die sterbende Gastronomie". Die Beamten kontrollierten einer Polizeisprecherin zufolge Versammlungsteilnehmer, die behaupteten, ein ärztliches Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht zu haben. Größere Vorkommnisse habe es aber nicht gegeben.

Am Karlsplatz sei am Abend eine Versammlung aufgelöst worden, weil die rund 100 Teilnehmer die Mindestabstände nicht einhielten und eine daraufhin erlassene Auflage zum Tragen von Masken ebenfalls ignoriert worden sei. Aus dieser Demonstration sei unter "lautstarkem Unmut" gegen die Polizei eine Spontanversammlung hervorgegangen. Diese umfasste ebenfalls rund 100 Personen und wurde aufgelöst, da sich viele Teilnehmer weigerten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, so die Polizeisprecherin.