Ein Arzt injiziert eine Impfung gegen die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) des deutschen Biotechnologie-Unternehmens CureVac einem Freiwilligen zu Beginn einer klinischen Testreihe | REUTERS
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Neusser Impfstoff darf getestet werden ++

Stand: 08.09.2020 22:09 Uhr

Die Arzneimittelfirma Janssen aus Neuss darf ihren Impfstoffkandidaten an Menschen testen. Die Entwicklung in Tschechien ist nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation "besorgniserregend". Der Liveblog vom Dienstag zum Nachlesen.

  • Bayern schließt Testzentren an Autobahnen und auf Bahnhöfen
  • Sexarbeit im Norden ab 15. September wieder erlaubt
  • Erwerbstätigkeit in Europa dramatisch gesunken
  • Frankreich will Quarantäne auf sieben Tage verkürzen
  • RKI beginnt Studie in Straubing
  • Pandemie stürzt Südafrika in beispiellose Rezession
  • Fast 1500 Neuinfektionen laut RKI in Deutschland
8.9.2020 • 22:08 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute beenden wir unseren Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse!

8.9.2020 • 20:45 Uhr

Schweden sieht Kurs bestätigt: Positiv-Rate niedrig wie nie

Schweden meldet einen Etappenerfolg in der Bewältigung der Corona-Pandemie: Die Quote der Positiv-Tests ist auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch des Virus gefallen. In der vergangenen Woche wurden die Tests nach offiziellen Angaben auf den Rekordwert von mehr als 120.000 hochgefahren. Nur 1,3 Prozent fielen positiv aus. Im Frühjahr hatte das Niveau noch über Wochen um die 19 Prozent gelegen. Nach Ansicht mancher Experten zahlt sich nun die heimische Strategie aus, durch die sich die Ansteckungsrisiken mittlerweile verringert hätten.

"Unsere Strategie war konsequent und nachhaltig. Wir haben wahrscheinlich ein geringeres Ausbreitungsrisiko als andere Länder", sagte Epidemiologie-Professor Jonas Ludvigsson vom Karolinska Institutet. Schweden dürfte seinen Worten zufolge nun eine höhere Immunität in der Bevölkerung haben als die meisten anderen Länder. "Ich glaube, wir profitieren jetzt viel davon", betonte Ludvigsson.

Schweden fährt in der Krise einen eigenen Kurs, der auch im Ausland unter scharfer Beobachtung steht und mitunter heftige Kritik auslöst. Die Regierung hat auf einen Lockdown verzichtet und setzt stattdessen auf die Eigenverantwortung der Bürger sowie auf Abstandsregeln und ein gutes Hygieneverhalten. Die Idee dahinter ist, sich auf eine Verlangsamung der Virus-Ausbreitung zu konzentrieren, da sich der Krankheitserreger ohnehin nicht ausrotten lasse.

In Schweden sind bislang mehr als 5800 Menschen gestorben, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Pro-Kopf-Totenzahl liegt damit deutlich höher als in anderen nordeuropäischen Ländern. Sie ist zugleich aber niedriger als in Italien, Spanien und Großbritannien, wo es Lockdowns gab. Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben das schwedische Modell als nachhaltig gelobt.

8.9.2020 • 19:34 Uhr

Neue Beschränkungen in Israel

In Israel sollen Beschränkungen in 40 Städten oder Stadtteilen die weitere Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Die nächtlichen Ausgangssperren und Schulschließungen gelten eine Woche lang. Betroffen sind nach Behördenangaben Regionen, in denen Versammlungen zu verstärkten Ansteckungen geführt haben. Dort leben insbesondere israelische Araber oder ultraorthodoxe Juden.

Mehrere Regierungsmitglieder fordern einen landesweiten Lockdown, sollten die Maßnahmen scheitern. Bislang sind in Israel 135.288 Corona-Tests positiv ausgefallen. 1031 Menschen, die positiv getestet wurden, sind gestorben. Im Land leben rund neun Millionen Menschen.

8.9.2020 • 19:19 Uhr

Frankreichs Premier Castex negativ getestet

Ein Corona-Test des französischen Premierministers Jean Castex ist negativ ausgefallen. Das berichtet der Fernsehsender BFM unter Berufung auf Regierungsangaben.

Der Test war nötig, weil Castex Kontakt zum Direktor der Tour de France, Christian Prudhomme, hatte, der mit dem Coronavirus infiziert ist. Beide hatten am Samstag nebeneinander im Auto gesessen und die achte Etappe des Radrennens verfolgt.

8.9.2020 • 19:13 Uhr

Mehr als 300 neue Corona-Fälle in Irland

In Irland wurden 307 Corona-Neuinfektionen registriert - das ist der höchste Stand seit Mitte Mai. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden allein aus der Hauptstadt Dublin 182 Fälle gemeldet. Wegen der Ballung könnten bald restriktivere Schutzmaßnahmen erlassen werden.

In den vergangenen sieben Tagen waren durchschnittlich 139 Corona-Infektionen registriert worden. In Irland leben ungefähr 4,9 Millionen Menschen.

8.9.2020 • 18:17 Uhr

35 Menschen im Flüchtlingslager Moria infiziert

Im Flüchtlingslager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind inzwischen 35 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Migrationsministerium in Athen mit. Vorausgegangen waren 2000 Tests, seit das Virus vergangene Woche bei einem der Lagerbewohner entdeckt worden war. Die Betroffenen seien isoliert worden, nur einer von ihnen zeige Symptome, so das Ministerium weiter. Das gesamte Lager bleibe bis zum 15. September unter Quarantäne.

Ein 40-jähriger Mann soll das Coronavirus eingeschleppt haben. Er sei zwischenzeitlich von Moria nach Athen gereist und sich vermutlich in der Hauptstadt oder während der Rückreise angesteckt.

In Moria leben derzeit etwa 12.600 geflüchtete Menschen bei einer Kapazität von 2800 Plätzen.

8.9.2020 • 17:52 Uhr

Junior-ESC ohne Kandidaten vor Ort

Bei der Kinderausgabe des Eurovision Song Contest in Warschau werden wegen im November keine Kandidaten vor Ort sein. Das teilte der NDR mit. Die Show werde zwar live aus Warschau gesendet, die Acts treten demnach aber mit einem vorher aufgezeichneten Auftrittsvideo gegeneinander an. Nur Moderation und Musikeinlagen außerhalb des Wettbewerbs werden vor Ort sein. Deutschland beteiligt sich erstmals beim Junior Eurovision Song Contest, den es seit 2003 gibt. Für die Bundesrepublik tritt die 13 Jahre alte Susan aus Berlin an. Das Mädchen geht mit der vom 17-jährigen Komponisten Levent Geiger geschriebenen Ballade "Stronger with you" an den Start. Der 18. Junior Eurovision Song Contest soll am 29. November vom polnischen Sender TVP ausgetragen werden.

8.9.2020 • 17:33 Uhr

Neusser Unternehmen darf Impfstoff an Menschen testen

Der Arzneimittelentwickler Janssen aus Neuss bei Düsseldorf darf einen möglichen Impfstoff in Deutschland am Menschen testen. Die klinische Prüfung sei genehmigt worden, teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Bei der Phase-II-Studie solle an einer größeren Zahl von Probanden untersucht werden, ob der Impfstoff wirksam, sicher und verträglich ist. Bei dem Impfstoffkandidaten von Janssen handele es sich um einen Vektor-Impfstoff, bei dem ein abgeschwächtes Virus genutzt werde, damit der Körper eine Immunantwort auf das Virus Sars-CoV-2 produziere, teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Weltweit laufen inzwischen Dutzende klinische Studien zu Corona-Impfstoff-Kandidaten.

8.9.2020 • 17:12 Uhr

Impfstoffforschung: Pharma-Unternehmen versprechen hohe Standards

Angesichts der zunehmenden politischen Debatte zur baldigen Verfügbarkeit einer Corona-Impfung haben neun konkurrierende Pharma- und Biotech-Unternehmen versprochen, bei der Entwicklung und Zulassung des Impfstoffs keine Kompromisse einzugehen.

Die Zulassung eines Impfstoffs werde erst beantragt, wenn Verträglichkeit und Wirksamkeit mit einer rigorosen klinischen Studie der Phase drei demonstriert worden seien, erklärten die Vorstandsvorsitzenden der neun Unternehmen. Dies gelte sowohl für eine reguläre Zulassung als auch für eine mögliche Notfallgenehmigung, hieß es. Die Entwickler würden sich weiter an die nötigen hohen wissenschaftlichen und ethischen Standards halten, erklärten sie weiter.

Die gemeinsame Mitteilung soll "das öffentliche Vertrauen in den rigorosen wissenschaftlichen und behördlichen Prozess garantieren, über den Covid-19-Impfstoffe geprüft und letztlich zugelassen werden könnten", erklärten die Unternehmenschefs. Die beteiligten Firmen waren AstraZeneca, BioNTech, GlaxoSmithKline, Johnson&Johnson, Merck, Moderna, Novavax, Pfizer und Sanofi.

8.9.2020 • 16:52 Uhr

Rückkehr des EU-Parlaments nach Straßburg erneut verschoben

Die Sitzungswoche des Europaparlaments im französischen Straßburg ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Die September-Sitzung in der kommenden Woche werde stattdessen in Brüssel stattfinden, teilte Parlamentspräsident David Sassoli nach einem Telefonat mit der Straßburger Bürgermeisterin Jeanne Barseghian mit.

Zahlreiche Abgeordnete verschiedener Fraktionen hatten sich zuvor dagegen ausgesprochen, ins 500 Kilometer entfernte Straßburg zu reisen. Die meisten Tagungen des EU-Parlaments finden im Normalfall ohnehin in Brüssel statt. Für die Plenarsitzungen reisen die Abgeordneten aber zwölf Mal im Jahr ins elsässische Straßburg - so schreiben es die EU-Verträge vor.

Wegen der Corona-Pandemie hatte das Parlament das Pendeln ausgesetzt. Nach der Sommerpause sollte wieder zum Normalbetrieb zurückgekehrt werden. Insbesondere wegen der ernsten Lage in Brüssel hielten dies viele Abgeordnete zuletzt für verfrüht. Die belgische Hauptstadt gilt wegen zahlreicher Corona-Fälle als Risikozone. Da sei es unverantwortlich, mit dem gesamten Parlament nach Straßburg umzuziehen, sagte etwa der CDU-Abgeordnete Peter Liese.

Im Elsass war die epidemioloische Lage zumindest vergangene Woche noch deutlich besser als in Brüssel. Am Sonntag überschritt die Großraumregion der elsässischen Hauptstadt aber die Schwelle von täglich 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner und gilt jetzt ebenfalls als rote Zone. "Die Corona-Entwicklung in Straßburg hat die Gesamtlage verändert", hieß es nun aus dem Parlament.

Europafahnen und Nationalfahnen der EU-Mitgliedsstaaten sind vor dem Europäischen Parlament in Straßburg aufgezogen | dpa

Auf französischer Seite herrscht die Sorge, dass durch die Aussetzung der Straßburg-Sitzungen die Debatte um den Nutzen des doppelten Parlamentssitzes wieder an Fahrt gewinnen könnte. Bild: dpa

8.9.2020 • 16:44 Uhr

Royale Wachen bei Corona-Party erwischt

Mehrere britische Wachen des königlichen Schlosses Windsor sind bei einer Party erwischt worden, die gegen Corona-Auflagen verstoßen haben soll. "Nachdem mehrere Wachmänner aus Wales Abstandsregeln gebrochen haben, ist eine Ermittlung eingeleitet worden, und der Fall wird intern verfolgt", sagte ein Sprecher der britischen Armee, der die Wachmänner angehören.

Mehr als zehn Wachen müssen zur Strafe nun mindestens zwei Wochen in einer internen Einrichtung des Militärs verbringen. Alle gehören dem ersten Bataillon an, das die Queen bei offiziellen Anlässen begleitet. Berichten des "Daily Mirror" und der "Sun" zufolge sollen die Wachen in der Nähe von Schloss Windsor am Ufer der Themse bei einem "Mini-Rave" erwischt worden sein, an dem auch andere Menschen teilnahmen und bei dem teilweise Drogen im Spiel waren.

Mitglieder der Welsh Guard bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag von Queen Elizabeth II. im Juni 2020 | AP

Eigentlich sind die Wachen während der Corona-Pandemie zum Schutz der Royals angehalten, strikt in kleinen Gruppen unter sich zu bleiben. Bild: AP

8.9.2020 • 16:40 Uhr

Opposition im Bundestag will Hilfen für Flughafengesellschaft stoppen

Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und die FDP wollen die Corona-Hilfen des Bundes für die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg GmbH (FBB) in der morgigen Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestags vorerst stoppen. In einem gemeinsamen Antrag, der dem rbb vorliegt, fordern sie die Bundesregierung auf, eine "detaillierte Übersicht der konkreten und tatsächlich entstandenen Corona-Schäden" bei der FBB vorzulegen.

Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, erklärte gegenüber dem rbb: "Bevor nicht klar ist, wie hoch der Corona-Schaden bei der FBB tatsächlich ist, darf kein neues Steuergeld fließen. Wir beantragen, die Gelder zu sperren bis die FBB detailliert dargestellt hat, wie groß ihre Ausfälle in der Corona-Krise bisher waren. Wir brauchen hier Transparenz und keine Nebelkerzen mehr. Hier ist auch Verkehrsminister Scheuer gefordert."

Am 3. September hatte Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, dem Haushaltsausschuss mitgeteilt, dass die Liquidität der FBB ab Oktober nicht mehr gesichert sei. Das Bundesfinanzministerium wolle daher der FBB 25,683 Millionen Euro als Zuschuss für Corona-bedingte Schäden und ein Darlehen in Höhe von 52,317 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Grundlage ist die "Bundesrahmenregelung Beihilfe für Flugplätze", die mit Zustimmung der Europäischen Kommission am 11. August in Kraft trat. Die Regelung ermöglicht es den öffentlichen Eigentümern von Flugplätzen, Corona-bedingte Liquiditätsengpässe und Einnahmeausfälle durch Zuschüsse, Darlehen und Bürgschaften auszugleichen. Für Zuschüsse muss der Corona-bedingte Schaden detailliert nachgewiesen werden.

8.9.2020 • 15:27 Uhr

Kultur kommt zurück - mit angezogener Handbremse

Auch wenn viele Theater und Konzertsäle langsam wieder öffnen, ist der Start in die Spielzeit alles andere als normal. Nur ein Bruchteil der Zuschauer sind erlaubt, das Programm wurde angepasst, und auch auf der Bühne gelten strenge Regeln, berichtet Daniel Kaiser.

8.9.2020 • 15:17 Uhr

Ungarn verhängt Besuchsverbot für Altenheime

Angesichts der stark gestiegenen Zahlen von Infektionen hat Ungarns Regierung ein Besuchs- und Ausgangsverbot für alle Alten- und Pflegeheime im Land verhängt. Die Maßnahme trat bereits am Montag in Kraft, wie das zuständige Ministerium für Human-Ressourcen auf der Webseite der Regierung mitteilte. Am Montag hatte die Zahl der täglichen Neuansteckungen mit dem Coronavirus mit 567 nachgewiesenen Fällen einen neuen Rekordwert erreicht. Ungarn hat knapp zehn Millionen Einwohner. Das Infektionsgeschehen hatte sich erst seit den letzten Augusttagen deutlich verstärkt.

8.9.2020 • 15:14 Uhr

Frankreichs Premier Castex muss Corona-Test machen

Frankreichs Premierminister Jean Castex muss sich einem Corona-Test unterziehen. Der 55-Jährige hatte nach Angaben seines Büros Kontakt zum Direktor der Tour de France, Christian Prudhomme, der zuvor positiv getestet worden war. Beide hatten am Samstag nebeneinander im Auto gesessen und die achte Etappe des Fahrradrennens verfolgt. "Sie trugen Masken und hielten die Corona-Regeln ein", betonte das Büro des Premiers.

8.9.2020 • 15:02 Uhr

Frankfurter Buchmesse ohne Aussteller

Die Frankfurter Buchmesse findet nun doch ausschließlich ohne Aussteller statt. Aufgrund der wieder zunehmenden Corona-Beschränkungen müsse man auf Stände in den Hallen verzichten, erklärt der Veranstalter. Bislang sollte die Messe vom 14. bis 18. Oktober in eingeschränkter Form auch auf dem Frankfurter Messegelände stattfinden. "Jetzt liegt der Fokus auf unserem virtuellen Angebot und den Veranstaltungen in der Festhalle und in der Stadt", sagte Buchmesse-Chef Juergen Boos. Normalerweise zieht die Messe rund 300.000 Besucher und über 7500 Aussteller aus mehr als 100 Ländern an. Sie gilt als weltgrößte Buchmesse.

8.9.2020 • 15:01 Uhr

Grünen-Parteitag soll online stattfinden

Die Grünen halten ihren Bundesparteitag wegen der Corona-Pandemie in diesem Herbst digital ab. Eigentlich wollten die Grünen von 20. bis 22. November in Karlsruhe tagen, wo die Partei 1980 gegründet worden war. Nun solle der digitale Parteitag aus Karlsruhe übertragen werden, sagte der Politische Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der Nachrichtenagentur dpa.

Personalentscheidungen stehen bei den Grünen nicht an. Das macht es ihnen einfacher, denn so stellen sich wohl auch keine Satzungsfragen, wenn die Delegierten nun nicht persönlich zusammenkommen. Zum 40. Geburtstag wollen sie vor allem ein neues Grundsatzprogramm beschließen. Im Mai hatten die Grünen bereits einen kleineren Parteitag mit rund 100 Delegierten digital abgehalten und dabei auch Beschlüsse gefasst.

8.9.2020 • 14:58 Uhr

UN-Flüchtlingshilfswerk meldet erstmals Fälle in Lager in Jordanien

Das UN-Flüchtlingshilfswerk hat erstmals zwei Coronavirus-Fälle unter Syrern in Flüchtlingslagern in Jordanien bestätigt. Sie wurden im Lager Asrak festgestellt, wie das UNHCR mitteilte. Die Patienten seien in Einrichtungen zur Quarantäne verlegt worden. Ihre Nachbarn seien isoliert worden.

Im Flüchtlingslager Asrak leben rund 36.000 syrische Flüchtlinge. Im Lager Saatari sind rund 76.000 untergebracht. Insgesamt sind in Jordanien mehr als 650.000 Flüchtlinge aus Syrien.

8.9.2020 • 14:54 Uhr

Maskenpflicht bei Demonstrationen in Bayern

Bayern führt für Demonstrationen mit mehr als 200 Teilnehmern eine Maskenpflicht ein. Bei öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel gelte ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen eine regelmäßige Maskenpflicht, teilte die Staatskanzlei nach einer Kabinetssitzung mit. Eine Nagelprobe für die Einhaltung dieser Auflage könnte eine für Samstag angemeldete Demonstration in München sein.

8.9.2020 • 14:53 Uhr

WHO hält Entwicklung in Tschechien für "besorgniserregend"

Die jüngste Entwicklung bei den Corona-Infektionen in Tschechien ist nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) "besorgniserregend". Das teilte die WHO-Vertretung in Prag bei Facebook mit. "Es gibt keine Alternative zum Testen, Nachverfolgen und Isolieren, um Covid-19 zu beherrschen - weder hier noch andernorts", betonten die Experten.

Die UN-Gesundheitsorganisation widersprach damit dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis. Dieser hatte erklärt, dass möglicherweise nur noch bei ernsten Erkrankungsfällen die Infektionsketten zurückverfolgt werden sollen. Eine Entscheidung darüber könne bereits Ende der Woche fallen. Auf die jetzige Kritik der internationalen Experten reagierte Babis gereizt. "Das ist die WHO, die anfangs weder einen Mundschutz empfohlen noch gewusst hat, dass eine Pandemie im Gang ist - nach meiner Ansicht sollte sie schweigen", schrieb der Multimilliardär bei Twitter.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hat in dem nur knapp elf Millionen Einwohner zählenden Land in den letzten zwei Wochen neue Rekordwerte erreicht. Am Montag kamen 563 weitere Fälle hinzu, womit die Gesamtzahl der aktiven Infektionen auf 8424 stieg, wie das tschechische Gesundheitsministerium am Dienstag bekanntgab. 214 Patienten waren demnach im Krankenhaus. 437 Menschen starben bisher.

8.9.2020 • 14:38 Uhr

Mehr Antisemitismus in der Pandemie

Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) sieht eine Zunahme von Judenfeindlichkeit im Kontext der Corona-Pandemie. Es handele sich um eine Krise, die insbesondere wegen ihrer gesellschaftlich-politischen Auswirkungen vielen eine Gelegenheit biete, sich antisemitisch zu äußern, so der Verband anlässlich seines neuen Monitoringberichts zu dem Thema.

Bei einer Vielzahl von Demonstrationen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 seien im ganzen Bundesgebiet antisemitische Verschwörungsmythen und Schoah-Relativierungen geäußert worden. Zugleich weist Rias in dem Bericht darauf hin, dass die Beschränkungen auch dazu geführt hätten, dass es durch die Schließung von Fußballstadien, Kneipen und Clubs und durch den weniger frequentierten öffentlichen Nahverkehr an diesen spezifischen Tatorten zu deutlich weniger antisemitischen Vorfällen gekommen sei.

8.9.2020 • 14:38 Uhr

Fußballspiele in Mecklenburg-Vorpommern ohne feste Obergrenze

Mecklenburg-Vorpommern erlaubt Sportveranstaltungen mit mehreren Tausend Zuschauern. Das Kabinett beschloss eine Regelung ohne feste Obergrenze, bei der die Vereine Corona-Konzepte vorlegen können. Die Zahl der Zuschauer wird dann für ein bestimmtes Stadion oder eine bestimmte Halle bestimmt.

Hansa Rostock kann deshalb am Wochenende für das Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart im Ostseestadion 7500 Zuschauer zulassen, teilt ein Regierungssprecher mit. Vorgeschrieben sind personalisierte Tickets, erlaubt nur Sitzplätze.

8.9.2020 • 14:26 Uhr

Sexarbeit im Norden ab 15. September wieder erlaubt

In Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen ist Sexarbeit vom 15. September an unter strengen Auflagen wieder erlaubt. Dies teilte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) mit. Das Vorgehen sei mit den anderen drei Bundesländern abgesprochen, sagte Leonhard. Um mögliche Infektionen nachverfolgen zu können, seien die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter verpflichtet, Kontaktlisten zu führen und nach Terminabsprache zu arbeiten. "Nicht zulässig sind weiterhin Prostitutionsveranstaltungen und Prostitution in Fahrzeugen."

Ausschlaggebend für die Wiederzulassung sei gewesen, dass sie im Einklang mit den benachbarten Bundesländern erfolge, um Abwanderungen zu vermeiden. Außerdem sei die Entscheidung im Lichte von Gerichtsentscheidungen gefallen, so die Senatorin weiter. In der vergangenen Woche hatte das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt entschieden, dass Prostitutionsstätten wieder öffnen dürfen. Ende August hatte auch das Oberverwaltungsgericht in Niedersachsen die von der Landesregierung angeordnete Schließung von Bordellen und ähnlichen Einrichtungen außer Vollzug gesetzt. In Bremen stehe ebenfalls eine Entscheidung an, sagte Leonhard.

Auch in Hamburg hatten Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber aus der Herbertstraße nach eigenen Angaben einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt. Sie gehe davon aus, dass mit der Entscheidung, die Prostitution ab dem 15. September wieder zuzulassen, der Klagegrund entfallen sei, sagte Leonhard.

Auch Nordrhein-Westfalen könnnen Bordellbetreiber und Prostituierte ihre Dienstleistungen vorläufig wieder anbieten. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Land Nordrhein-Westfalen entschieden. Die vom Land erlassene Coronaschutzverordnung ist damit im Bezug auf das Verbot von sexuellen Dienstleistungen in und außerhalb von Prostitutionsstätten und Bordellen außer Vollzug gesetzt. Die vollständige Untersagung aller sexuellen Dienstleistungen sei derzeit nicht mehr verhältnismäßig, heißt es in der Begründung des OVG.

8.9.2020 • 14:18 Uhr

Deutlicher Anstieg in Großbritannien

Die Zahl der Infektionen ist in Großbritannien wieder deutlich angestiegen. In den vergangenen Tagen gab es jeweils fast 3000 bestätigte Neuinfektionen pro Tag, wie aus den offiziellen Zahlen der Regierung hervorgeht. Das ist der höchste Stand seit Ende Mai.

Derzeit stecken sich vor allem junge Menschen mit dem Virus an. Das erklärt auch den bislang niedrigen Anstieg der Todesfälle, da Covid-19 bei Jüngeren oft glimpflicher verläuft. "Töte nicht deine Oma, indem du dir das Coronavirus einfängst und sie ansteckst", warnte Gesundheitsminister Matt Hancock im Sender BBC und appellierte an die Briten, Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten und sich nicht in größeren Gruppen zu versammeln.

8.9.2020 • 13:24 Uhr

Kneipen in Bayern dürfen wieder öffnen

Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen ab übernächstem Wochenende (19. September) auch Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen - unter Auflagen. Für Schankwirtschaften sollen nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag dann die gleichen Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen die Bedienung am Tisch erfolgen. Discos und Clubs bleiben jedoch noch zu.

8.9.2020 • 13:07 Uhr

Bayern schließt Testzentren an Autobahnen und auf Bahnhöfen

Nach dem Ende der Hauptreisezeit im Sommer stellt Bayern die Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg bis zum 30. September ein. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen nach einem Kabinettsbeschluss stattdessen bedarfsorientiert etwa für die Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stehen. Lediglich die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

8.9.2020 • 13:01 Uhr

Pandemie stürzt Südafrika in beispiellose Rezession

Die Corona-Pandemie hat Südafrika in eine für das Schwellenland beispiellose Rezession gestürzt. Vor dem Hintergrund eines strikten Lockdowns brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut den am Dienstag veröffentlichten Statistikdaten im Frühjahr um 51 Prozent ein. Das BIP schrumpfte damit das vierte Quartal in Folge: Eine so lange anhaltende konjunkturelle Talfahrt hat es laut dem obersten Statistiker Risenga Maluleke in der Geschichte Südafrikas noch nicht gegeben.

Die wichtigen Sektoren Bergbau (minus 73,1 Prozent), Industrie (minus 74,9 Prozent) und Bau (minus 76,6 Prozent) kamen besonders heftig unter die Räder, während der Agrarsektor um 15,1 Prozent zulegte.

8.9.2020 • 12:55 Uhr

Erwerbstätigkeit in Europa dramatisch gesunken

Die Zahl der Erwerbstätigen in der EU ist im zweiten Quartal 2020 so stark eingebrochen wie nie zuvor seit 1995. Im Vergleich zum Vorquartal sank der Wert zwischen April und Juni um 2,7 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde (Eurostat) in Luxemburg mitteilte. Spanien (minus 7,5 Prozent) wurde von dem Rückgang am härtesten getroffen, Deutschland (minus 1,4 Prozent) erging es besser als dem Durchschnitt.

Auch die Zahl der Arbeitsstunden ist stark zurückgegangen. Im zweiten Quartal arbeiteten die Menschen in der EU im Schnitt 10,7 Prozent weniger Stunden als in den drei Monaten zuvor. Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1995.

8.9.2020 • 12:18 Uhr

RKI-Studie in Straubing beginnt

Im bayerischen Straubing ist eine weitere Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung angelaufen. Rund 2000 Menschen sollen in den kommenden Wochen auf mögliche Antikörper getestet werden, wie Vertreter von Stadtverwaltung und RKI vor Journalisten berichteten.

Die Untersuchung in Straubing ist Teil des größeren Projekts "Corona-Monitoring lokal" zur Untersuchung örtlicher Infektionsdynamiken. Insgesamt wird das Geschehen in vier unterschiedlichen Gemeinden untersucht, in denen es früher relativ starke Corona-Ausbrüche gab: Im bayerischen Bad Feilnbach und im baden-württembergischen Kupferzell sind die Studien bereits abgeschlossen, die Auswertung läuft.

Ersten Erkenntnisse des RKI zufolge hatten in Kupferzell 7,7 Prozent der Bewohner positive Antikörpernachweise, also eine Infektion durchgemacht. In Bad Feilnbach waren es 6,6 Prozent.

Die Studienreihe des RKI soll Antworten auf zahlreiche Fragen rund um das frühere und das aktuelle Infektionsgeschehen liefern. Dazu gehören unter anderem Rückschlüsse auf Dunkelziffern, spezifische örtliche Verbreitungswege sowie Krankheitsverläufe in verschiedenen Altersgruppen.

Ein RKI-Mitarbeiterin beschriftet eine Blutprobe für einen Antikörpertest. | dpa

Ein RKI-Mitarbeiterin beschriftet eine Blutprobe für einen Antikörpertest. Bild: dpa

8.9.2020 • 11:45 Uhr

17,6 Milliarden Euro Umsatzverlust im Gastgewerbe

In der Corona-Krise hat das Gastgewerbe zwischen März und Juni dieses Jahres einen Umsatzverlust in Höhe von 17,6 Milliarden Euro eingefahren. Fast 11 Milliarden Euro davon entfielen allein auf die Monate April und Mai, wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts in Berlin mitteilte.

"Nach zehn Wachstumsjahren verzeichnet die Branche seit Anfang März Umsatzverluste historischen Ausmaßes", teilte Dehoga-Präsident Guido Zöllick mit.

Im gesamten ersten Halbjahr gingen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nahezu 40 Prozent zurück. Laut einer Umfrage, die der Dehoga Anfang September unter seinen Mitgliedern durchführt, sahen nahezu 62 Prozent der befragten Betriebe ihre Existenz durch die Krise gefährdet.

8.9.2020 • 11:20 Uhr

Kassenärztliche Vereinigung ruft zu Grippe-Impfung auf

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat Impfwillige dazu aufgerufen, mit ihrem Arzt frühzeitig einen Termin für eine Grippeschutzimpfung zu vereinbaren. Es könne zu Kapazitätsengpässen kommen, unter anderem durch eine höhere Impfbereitschaft als in den Vorjahren, warnt die KV. 

Für Menschen, die zur Risikogruppe gehören, übernehmen die Kassen die Kosten. Dazu zählen alle Personen ab 60 Jahre sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, Personen mit schweren neurologischen Grundkrankheiten und einem geschwächten Immunsystem, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, Bewohner von Alters- und Pflegeheimen und Personen, die als mögliche Infektionsquelle Risikopersonen gefährden könnten.

8.9.2020 • 11:01 Uhr

Lufthansa-Flotte könnte deutlich stärker schrumpfen

Die Lufthansa könnte ihre Flotte wegen der nur langsamen Erholung von der Corona-Pandemie um erheblich mehr als 100 Flugzeuge verkleinern. "Es ist durchaus möglich, dass die Flotte um mehr als 100 Flugzeuge schrumpfen wird", zitierte das "Handelsblatt" einen Insider aus Konzernkreisen.

Die Verkleinerung der ursprünglich rund 760 Flugzeuge großen Flotte könne erheblich stärker ausfallen und damit könnte auch noch mehr Personal abgebaut werden als bislang geplan. "Es gibt noch keine Beschlusslage, ob und wie viel Flugzeuge mehr außer Dienst gestellt werden", sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Wie das "Handelsblatt" berichtet, werde die Airline bis zum Jahresende nur 40 Prozent statt der erhofften 60 Prozent der Vorjahreskapazität anbieten können. Zu der Zahl wollte sich der Lufthansa-Sprecher nicht äußern.

8.9.2020 • 10:41 Uhr

Frankreich will Quarantäne auf sieben Tage verkürzen

In der Corona-Pandemie will Frankreich die Quarantänezeit für Infizierte und ihre Kontaktpersonen von derzeit 14 auf sieben Tage reduzieren. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte dazu für Freitag einen Kabinettsbeschluss an. Der wissenschaftliche Beirat der Regierung habe der Verkürzung zugestimmt, sagte er dem Radiosender "France Inter". Auch in Deutschland ist eine kürzere Quarantänezeit im Gespräch. Man sei vor allem in den ersten fünf Tagen ansteckend, danach sei das Risiko nur noch sehr schwach, sagte Véran.

Mit der Verkürzung will die Regierung eine bessere Akzeptanz der Selbstisolation erreichen: "Ein großer Anteil der Franzosen hält sich nicht an die Quarantäne", sagte der Gesundheitsminister.

Deutschland stuft derzeit den Pariser Großraum sowie die Region um die südfranzösische Côte d'Azur und die Provence als Risikogebiete ein.

8.9.2020 • 10:18 Uhr

Verfassungsschutz stellt Analyse zur Berlin-Demo vor

Der Berliner Verfassungsschutz hat die Demonstration gegen die Corona-Regeln am 29. August beobachtet und ausgewertet und stellt dazu am Mittwoch eine Analyse vor. Die Regierungsfraktionen SPD, Linke und Grüne setzten das Thema auf die Tagesordnung des Parlamentsausschusses für Verfassungsschutz. Dabei geht es auch um die Frage, ob diese Art von Demonstrationen zuletzt dem Aufschwung und der Vernetzung der rechtsradikalen Szene diente.

Bei der Demonstration, die von der Stuttgarter Initiative Querdenken 711 organisiert wurde, hatten laut Polizei knapp 40.000 Menschen protestiert. Eine größere Gruppe sogenannter Reichsbürger bewarfen die Beamten mit Steinen und Flaschen.

Demonstranten vor dem Reichstagsgebäude, Berlin | REUTERS

Am 29. August besetzten einige hundert Menschen die Treppe des Reichstagsgebäudes. Bild: REUTERS

8.9.2020 • 10:07 Uhr

Easyjet fährt Flugangebot zurück

Der britische Billigflieger Easyjet fährt wegen der neuen Reisewarnungen und Quarantäneregeln für wichtige Urlaubsländer sein Flugangebot zurück. Im laufenden Quartal bis Ende September werde das Unternehmen etwas weniger als die angekündigten 40 Prozent seiner Kapazität anbieten, teilte Easyjet in Luton bei London mit.

Britischen und deutschen Behörden warnen wegen gestiegener Infektionszahlen vor Reisen nach Spanien einschließlich der Balearen und der Kanarischen Inseln. Am Montag entschied die Regierung in London zudem, dass Rückkehrer von sieben griechischen Inseln nach ihrer Ankunft 14 Tage in Quarantäne gehen müssen.

8.9.2020 • 09:52 Uhr

Japans Ministerin Hashimoto: "Olympia um jeden Preis"

Nach Auffassung von Japans Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto sollten die wegen der Corona-Pandemie aufs nächste Jahr verschobenen Sommerspiele in Tokio "um jeden Preis" stattfinden. "Ich möchte alle unsere Anstrengungen auf Maßnahmen gegen das Coronavirus richten", sagte die Ministerin in Tokio. Alle Beteiligten arbeiteten zusammen, um die Spiele vorzubereiten, und auch die Athleten stellten sich unter den ihnen gegebenen Umständen auf das nächste Jahr ein.

"Ich denke, wir sollten die Spiele um jeden Preis abhalten", so Hashimoto. Sie reagierte damit auf Äußerungen von IOC-Vizepräsident John Coates, wonach die Spiele in Tokio wie geplant ab dem 23. Juli 2021 mit oder ohne das Coronavirus stattfinden. Ein Gremium der japanischen Regierung will nun gemeinsam mit der Stadtregierung von Tokio sowie dem Nationalen Olympischen Komitee Maßnahmen zum Schutz der Athleten und Zuschauer ausarbeiten.

Die olympischen Ringe in Japans Hauptstadt Tokio |

Tokio ist bereit für die Olympischen Spiele - allerdings nur, wenn sie im Sommer 2021 nachgeholt werden können.

8.9.2020 • 09:26 Uhr

Corona-Einschränkungen machen Arbeit in Deutschland deutlich teurer

Arbeit in Deutschland hat sich im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Einschränkungen - statistisch gesehen - deutlich verteuert. Die Kosten je geleisteter Arbeitsstunde stiegen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Den kräftigen Anstieg erklärten die Wiesbadener Statistiker mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie: Weil Firmen ihren Betrieb herunterfuhren und Arbeitnehmer in Zwangsurlaub schickten oder Eltern wegen geschlossener Kitas und Schulen Kinder zeitweise zu Hause betreuen mussten, ging die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in den Keller.

8.9.2020 • 09:14 Uhr

Maschinenbauer rechnen mit Produktionsrückgang um 17 Prozent

Deutschlands Maschinenbauer schrauben ihre Erwartungen an das laufende Jahr angesichts der Corona-Pandemie deutlich herunter. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechne trotz leichter Entspannungen mit einem Produktionsrückgang von 17 Prozent, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

In den ersten sieben Monaten sei der Auftragseingang um 16 Prozent gesunken. Die Produktion habe 14 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums gelegen. Die exportorientierte Branche leidet auch unter einer zunehmenden Abschottung internationaler Handelsmärkte sowie den Umbruch in der Automobilindustrie.

8.9.2020 • 08:48 Uhr

Zahl der Kurzarbeiter geht langsam zurück

Im industriestarken Süddeutschland gibt es bundesweit die meisten Kurzarbeiter. Allein in Bayern waren es im August noch schätzungsweise 17 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (Juli: 21 Prozent), wie das Ifo-Institut zu einer Umfrage mitteilte. Damit sank die Zahl von 1,2 Millionen auf 990.000. Auch in Baden-Württemberg ging die Zahl der Kurzarbeiter von 900.000 (19 Prozent) auf 750.000 Menschen (16 Prozent) leicht zurück.

Insgesamt sank die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland im August auf 14 Prozent der Beschäftigten (Juli: 17 Prozent). Das waren nach Angaben der Münchner Forscher im August schätzungsweise 4,6 Millionen Menschen (Juli: 5,6)." In Ländern mit großer Automobil- und Zulieferer-Industrie sowie Metallverarbeitung und Maschinenbau wird weiterhin sehr viel Kurzarbeit gefahren", sagte Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link.

8.9.2020 • 08:24 Uhr

Exporte ziehen allmählich wieder an

Deutschlands Exporteure arbeiten sich langsam aus dem Corona-Tief. Im Juli wurden 4,7 Prozent mehr Waren ins Ausland verkauft als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Mit einem Ausfuhrwert von 102,3 Milliarden Euro lag dies aber nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde immer noch um 11,0 Prozent unter dem Juli 2019.

Zeitweise Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten hatten das Geschäft mit "Made in Germany" in den vergangenen Monaten ausgebremst. Die allmähliche Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern kommt den Exporteuren nun zugute. Allerdings liegen die Ausfuhren immer noch um 12,1 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 - dem Monat vor Beginn der coronabedingten Einschränkungen.

8.9.2020 • 08:05 Uhr

Chinas Präsident verteidigt Volksrepublik gegen Kritik

Chinas Präsident Xi Jinping verteidigt sein Land gegen Kritik am Umgang mit der Corona-Pandemie. Die Volksrepublik habe sich offen und transparent verhalten. China habe konkrete Maßnahmen ergriffen, die dabei geholfen hätten, weltweit Millionen Leben zu retten, sagt Xi bei einer Veranstaltung zur Ehrung von Vorbildern im Kampf gegen das Virus.

8.9.2020 • 07:42 Uhr

Neuer Rekordwert an Neuinfektionen in Israel

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Laut Gesundheitsministerium sind am Vortag 3392 neue Fälle registriert worden. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Mit 463 Fällen ist nun auch die Zahl der Schwerkranken so hoch wie nie zuvor.

Politische Streitigkeiten behindern in Israel den effektiven Kampf gegen das Coronavirus. Statt ursprünglich vorgesehener Lockdowns in 40 Ortschaften mit besonders hohen Infektionszahlen sollen dort nun lediglich nächtliche Ausgangssperren von 19 Uhr abend bis bis 5 Uhr morgens gelten.

8.9.2020 • 07:37 Uhr

Indien meldet mehr als 75.000 Neuinfizierte und 1133 Tote

In Indien sind in den vergangenen 24 Stunden 1133 Menschen mit dem Coronavirus gestorben - das ist die höchste Zahl an Todesfällen, die das Land bisher an einem einzigen Tag verzeichnet hat. Bisher hat die Pandemie auf dem Subkontinent bereits 72.775 Tote gefordert.

Das Gesundheitsministerium meldete zudem 75.809 Neuinfizierte, womit die Zahl der registrierten Ansteckungsfälle auf fast 4,28 Millionen stieg. Nach den USA ist das weltweit die höchste Zahl.

8.9.2020 • 06:46 Uhr

AOK will Preis für Corona-Tests drücken

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) wollen die Kosten für Corona-Tests drücken. Der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, appellierte deshalb jetzt in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), den Krankenkassen die gesetzliche Möglichkeit für Preisverhandlungen einzuräumen. Es sei unangemessen, dass die Kassen für jeden Test auf das neuartige Coronavirus knapp 40 Euro bezahlen müssten. "Die Labore machen damit inzwischen dicke Gewinne", sagte Litsch. Laborbetreiber hätten ihm bestätigt, dass sie mit der Hälfte des Preises gut leben könnten. Ein Preis von 20 Euro wäre also durchaus angemessen. 

8.9.2020 • 05:06 Uhr

Fast 1500 Neuinfektionen laut RKI in Deutschland

Deutschland verzeichnet 1499 neue positive Coronavirus-Tests binnen 24 Stunden. Damit steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 252.298. Weitere vier Menschen sind an den Folgen oder mit dem Virus verstorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle beläuft sich nach Angaben des RKI auf 9329.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 1,12 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag bei 0,95 (Vortag: 0,97). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. Die R-Werte lagen seit Mitte Juli 2020 über 1, seit Mitte August um beziehungsweise unter 1. Das bedeutet, dass im Schnitt etwa ein Infizierter das Virus auf einen weiteren Menschen überträgt.

8.9.2020 • 04:20 Uhr

Ärzte für "kluge Konzepte" zur Stärkung der Gesundheitsämter

Die Bundesärztekammer dringt auf konkrete nächste Schritte, um eine Stärkung der Gesundheitsämter voranzubringen. "Wir begrüßen sehr, dass Bund und Länder mit dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst ein bisher beispielloses Hilfspaket für mehr Personal und bessere digitale Ausstattung geschnürt haben", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur. "Aber niemand sollte glauben, dass sich die Besetzung von 5000 neuen Stellen einfach beschließen lässt." Für den Ausbau des ärztlichen Personals in den Ämtern brauche es kluge und nachhaltige Konzepte.

Reinhardt warb vor einer Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel zur Lage der Gesundheitsämter für einen eigenständigen Tarifvertrag für Ärzte für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Für eine dauerhaft bessere Personalausstattung sei eine tariflich gesicherte, arztspezifische Vergütung dringend erforderlich. "Nur so können Gesundheitsämter mit anderen medizinischen Einrichtungen um hochmotivierte Ärztinnen und Ärzte konkurrieren." Neben dem personellen Ausbau müsse die digitale Vernetzung absolute Priorität haben. Nötig seien "einheitliche und vor allem schnelle Meldeketten".

8.9.2020 • 04:02 Uhr

Japan: Mehr als sechs Milliarden Dollar für Impfstoffe

Die japanische Regierung hat umgerechnet 6,32 Milliarden Dollar aus Notfall-Budgetreserven genehmigt, um Coronavirus-Impfstoffe zu sichern. Die Regierung hofft, bis Mitte 2021 genügend Impfdosen zur Verfügung zu haben, um sie kostenlos an die Bevölkerung weiterzugeben.

8.9.2020 • 03:19 Uhr

Japans Wirtschaft massiv eingebrochen

Japans Wirtschaft muss infolge der Corona-Krise einen Rekordeinbruch hinnehmen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im zweiten Quartal dieses Jahres stärker als erwartet gesunken. Von April bis Juni schrumpfte die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf Jahresbasis um 28,1 Prozent, wie Regierungsdaten zeigten. Der vorläufige Wert lag bei 27,8 Prozent. Die Haushaltsausgaben im Juli gingen im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozent zurück, Analysten hatten mit einem Rückgang von 3,7 Prozent gerechnet. Die Löhne fielen im Juli zum fünften Mal in Folge, was auf einen anhaltenden Rückgang der Verbraucherausgaben hindeutet.

8.9.2020 • 02:36 Uhr

Mexiko meldet viele neue Fälle

Auch in Mexiko ist die Zahl der Infizierten weiter hoch. Binnen 24 Stunden wurden 3486 Neuinfektionen gemeldet. 223 Menschen starben im genannten Zeitraum an oder mit dem Virus. Die Gesamtzahl erhöht sich laut Gesundheitsministerium damit auf 637.509 Infizierte und 67.781 Todesfälle.

8.9.2020 • 01:36 Uhr

Mehr als 100 Österreicher bekommen Scheck von Trump

Von US-Präsident Trump unterzeichnete Schecks zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind nun bei etlichen Österreichern angekommen. Mehr als 100 solcher Schecks über jeweils 1200 Dollar (rund 1000 Euro) sind nach Angaben des ORF inzwischen bei Banken eingelöst worden. Zu den Empfängern zählt auch ein Rentner aus Linz in Oberösterreich, der einst für kurze Zeit in den USA gearbeitet hatte. Er habe zuerst an einen schlechten Scherz geglaubt, schilderte der Mann im ORF. Die Bank habe die Echtheit des Schecks aber überprüft, und wenig später habe er das Geld auf dem Konto gehabt.

Grund des Geldsegens könnte eine Datenpanne bei den amerikanischen Behörden sein. Die US-Regierung hatte Schecks an zahllose Menschen geschickt, gedacht als Hilfe in der Coronavirus-Krise. US-Bürger mit einem Jahresgehalt von bis zu 75.000 Dollar erhielten Schecks von 1200 Dollar, berufstätige Paare mit einem Gehalt bis 150.000 Dollar entsprechend 2400 Dollar. Irrtümlich gingen auch Zahlungen an mehr als eine Million Tote. Offenbar hatten das Finanzministerium und die Steuerbehörde vor dem Verschicken der Hilfe-Schecks nicht ihre Daten mit den Verstorbenenmeldungen der Sozialversicherungsbehörde abgeglichen.

8.9.2020 • 01:04 Uhr

Impfstoff: Trump wift Demokraten Verbreitung von Unsicherheit vor

US-Präsident Donald Trump hat den Demokraten vorgeworfen, Unsicherheit über einen künftigen Corona-Impfstoff zu schüren. Die Aussagen der Opposition zu dem möglichen Serum seien "so gefährlich für unser Land", sagte Trump in einer Pressekonferenz. Er betonte, der von ihm bereits für die kommenden Monate in Aussicht gestellte Impfstoff werde "sehr sicher und sehr effektiv" sein.

Trump deutete erneut an, dass das Serum eventuell bereits vor der Präsidentschaftswahl am 3. November zur Verfügung stehen könnte. "Wir werden einen Impfstoff sehr bald haben, vielleicht sogar vor einem sehr speziellen Datum", sagte er. 

8.9.2020 • 00:54 Uhr

WHO warnt vor Politisierung von Corona-Krisenmanagement

Die Weltgesundheitsorganisation hat Regierungen vor einer von politischem Kalkül getriebenen Informationsstrategie im Umgang mit der Pandemie gewarnt. Wenn Bürger den Eindruck hätten, dass sie politisch manipulierte Angaben zur Corona-Krise oder eine verzerrte Datenlage serviert bekämen, könne das nach hinten losgehen, sagte der WHO-Notfallkoordinator Michael Ryan vor Reportern in Genf.

Er äußerte sich zu Fragen nach widersprüchlichen Botschaften, die Brasiliens Regierung mit ihrer Reaktion auf Covid-19 sende. Auf das Vorgehen der Führung um Staatschef Jair Bolsonaro ging Ryan nicht direkt ein, sagte aber: "Zu versuchen, den Menschen allzu einfache, schematische Lösungen zu präsentieren, ist langfristig keine Strategie, mit der man gewinnt". Transparenz, Beständigkeit, Ehrlichkeit und das Einräumen von Fehlern könnten Vertrauen bilden. Bis Vertrauen aufgebaut sei, dauere es Jahre, doch könne man es binnen Sekunden zerstören, ergänzte Ryan.

8.9.2020 • 00:47 Uhr

Brasilien: Mehr als 10.000 Neuinfektionen und 300 Tote

Brasilien meldet binnen 24 Stunden 10.273 positiv auf das Coronavirus getestete Fälle. Weitere 310 Menschen sind an oder mit dem Virus verstorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die lateinamerikanische Nation ist mit 4,15 Millionen festgestellten Infektionen und 126.960 Todesfällen weltweit nach den USA und Indien das am drittstärksten von der Pandemie betroffene Land.

8.9.2020 • 00:38 Uhr

Großbritannien: Quarantänepflicht für Griechenland-Rückkehrer

Für Rückkehrer von sieben griechischen Inseln gilt in England ab Mittwoch eine 14-tägige Quarantänepflicht. Dies gab die britische Regierung bekannt. Die Maßnahme betrifft Urlauber, die von Kreta, Mykonos, Santorini, Lesbos, Serifos, Tinos und Zakynthos zurückkehren. Die anderen griechischen Inseln und das Festland sind von der Quarantäneregel ausgenommen.

Verkehrsminister Grant Shapps sagte, die Änderungen seien Teil einer gezielten Kampagne gegen eine Einschleppung von Corona-Fällen. Mit mehr als 41.500 Toten ist die Pandemie-Sterberate in Großbritannien so hoch wie in keinem anderen Land in Europa.