Iranisches Atomkraftwerk Buschehr (Archivbild) | dpa

Teherans Atomprogramm Iran will sich nicht mehr an Abkommen halten

Stand: 05.01.2020 19:56 Uhr

Der Iran hat angekündigt, sich Begrenzungen des Atomprogramms künftig nicht mehr verpflichtet zu fühlen. Eine Rückkehr zum Abkommen sei aber jederzeit möglich, sollten die USA die Sanktionen aufheben.

Der Iran hat sich weiter vom Wiener Atomabkommen von 2015 distanziert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna will die Regierung des Landes ihr Atomprogramm künftig unbegrenzt weiterführen. Es sei die "fünfte und letzte Phase" des Rückzugs aus dem Atomabkommen, teilte die Regierung mit. So solle es keine Beschränkung der Anzahl der Zentrifugen mehr geben.

Die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde werde sie aber fortsetzen wie bisher. Außerdem sei der Iran jederzeit bereit, voll und ganz zum Atomabkommen zurückkehren, sobald der Atomdeal vertragsgerecht umgesetzt und die US-Sanktionen aufgehoben würden.

Schrittweise gegen Auflagen verstoßen

Der Streit um das iranische Atomprogramm hatte sich schon länger zugespitzt. Die USA hatten den Vertrag im Mai 2018 einseitig aufgekündigt und scharfe Sanktionen gegen Teheran verhängt. Vor allem die Sanktionen gegen den Erdgas- und Ölsektor lösten eine schwere Wirtschaftskrise im Land aus.

Der Iran hatte sich zunächst ein Jahr weiter an das Atomabkommen gehalten. Die Europäer versuchten indes, den im Abkommen versprochenen Handel trotz der US-Sanktionen aufrechtzuerhalten. Im Mai vergangenen Jahres begann Teheran dann allerdings, schrittweise gegen Auflagen des Atomabkommens zu verstoßen. So reicherte es inzwischen mehr Uran auf höhere Konzentrationen an als im Abkommen erlaubt.  

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Januar 2020 um 20:00 Uhr.