Peter Schreier | Bildquelle: picture alliance / dpa

Sänger und Dirigent Tenor Peter Schreier gestorben

Stand: 26.12.2019 19:21 Uhr

Peter Schreier war auf den großen Bühnen der Welt als Tenor zu Gast, leitete renommierte Orchester als Dirigent. Im Alter von 84 Jahren ist er nun in Dresden gestorben.

Der Opernsänger und Dirigent Peter Schreier ist tot. Er starb am ersten Weihnachtsfeiertag nach langer Krankheit in Dresden. Das bestätigte seine langjährige Sekretärin der Deutschen Presse-Agentur.

Geprägt im Dresdner Kreuzchor

Schreier galt als einer der führenden lyrischen Tenöre des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1935 in Meißen geboren. Mit acht Jahren kam Schreier zum Dresdner Kreuzchor. Später sagte er über seine Kreuzchor-Jahre: "Diese Zeit hat mich musikalisch und persönlich geprägt". Er habe in diesen Jahren Ehrgeiz, Disziplin, Unterordnung und Kameradschaft gelernt. Das sei sehr wichtig gewesen, betonte Schreier "da man in der Musik auch auf andere hören" müsse.

Schreier studierte von 1956 bis 1959 in Dresden Gesang und Dirigieren. Schon nach drei Jahren hatte er sein Diplom. "Da hat mir natürlich dann wieder die Kreuzchor-Zeit sehr geholfen, weil ich eben mit musikalischen Dingen nicht mehr so beschäftigt war im Studium. Ich konnte mich ganz auf die stimmtechnischen Dinge konzentrieren" erzählte er später über diese Zeit.

Seine Premiere auf der großen Opernbühne folgte 1959 als Erster Gefangener in Beethovens "Fidelio". 1961 debütierte Schreier an der Staatsoper Dresden. Bereits nach wenigen Auftritten stellte sich heraus: Der junge Sänger war geradezu prädestiniert für Mozart. Als Belmonte in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" gelang ihm der große Durchbruch.

Opernsänger Peter Schreier mit 84 Jahren gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 26.12.2019, Markus Reher, MDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Auf den großen Bühnen zu Hause

Während seines aktiven Wirkens als Sänger galt er als führender Mozart-Tenor. Auch die Gestaltung der Evangelistenpartien in Bachs Oratorien sowie seine Liedinterpretationen machten ihn weltweit bekannt. Schreier war in renommierten Häusern von New York bis Mailand zu Gast und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen. In den 1970er- und 1980er-Jahren war er weltweit in mehr als 60 Opernpartien zu hören.

Privilegien ohne Parteibuch

Tenor Peter Schreier | Bildquelle: dpa
galerie

2011 erhielt Schreier im Gewandhaus den Internationalen Mendelssohn-Preis.

Aber auch in der DDR genoss er enorme Popularität. Hier vor allem durch seine Auftritte in den Oratorien von Johann Sebastian Bach. In der DDR genoss er Privilegien, und das ohne SED-Parteibuch, ohne Einschränkungen, wie er betonte. Trotz internationaler Angebote wollte Schreier nie im Westen bleiben. "Mir würde etwas fehlen, wenn ich nicht in Dresden leben könnte", sagte er stets. Er habe nie den Drang verspürt, irgendwo anders hinzugehen.

1972 war Schreier an der Staatsoper Berlin von ehemaligen Kommilitonen gefragt worden, ob er nicht mal den Taktstock führen wolle. Schreier stand dann unter anderem bei den Wiener Philharmonikern und beim New York Philharmonic Orchestra am Pult.

Szene aus der Oper Cosi fan tutte bei den Salzburger Festspielen 1974 | Bildquelle: AP
galerie

Peter Schreier galt lange als führender Mozart-Tenor - wie hier in "Cosi fan tutte" bei den Salzburger Festspielen 1974 an der Seite von Gundula Janowitz, Brigitte Fassbänder, Hermann Prey und Rolando Panerei.

Er lebte von der Erinnerung

In den vergangenen Jahren war es still um Schreier geworden, nachdem er im Jahr 2005 - im Alter von 70 Jahren - seine Laufbahn als Sänger offiziell beendet hatte. "Ich lebe von der Erinnerung, aber nicht mit Wehmut, eher vielleicht mit etwas Stolz", sagte Schreier kurz vor seinem 80. Geburtstag im Jahr 2015. "Ich bin zufrieden mit meinem Leben und genieße den Ruhestand." Vereinzelt gab der Künstler danach noch Meisterkurse, ließ das Dirigieren aber langsam auslaufen. "Es strengt mich zu sehr an".

Mit Informationen von Jürgen Hänig, MDR

Opernsänger Peter Schreier gestorben
Jürgen Hänig, MDR
26.12.2019 18:35 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Dezember 2019 um 17:00 Uhr.

Darstellung: