Eine Straßenbahn der Linie 28 fährt einen Berg hoch durch ein Wohnviertel in Lissabon. | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Mehr als 60 Prozent Delta in Lissabon ++

Stand: 20.06.2021 23:53 Uhr

Im am Wochenende abgeriegelten Lissabon macht die Delta-Variante bereits mehr als 60 Prozent aller Neuinfektionen aus. In Frankreich ist die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben worden. Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Mehr als 60 Prozent Delta in Lissabon
  • Frankreich hebt nächtliche Ausgangssperre auf
  • Schweiz will Impfung von Jugendlichen erlauben
  • Eine Milliarde Impfungen in China
  • Koalition will Regeln zu Einreisebeschränkungen verlängern
  • Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 8,8
20.6.2021 • 23:53 Uhr

Katar: Nur Corona-Geimpfte bei Fußball-WM 2022

Katar will nur gegen das Coronavirus geimpfte Zuschauer zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 zulassen. "Bis zur WM werden die meisten Länder der Welt ihre Bürger geimpft haben", erklärte Premierminister Scheich Khalid bin Khalifa bin Abdulaziz Al Thani laut staatlichen Medien. "Aufgrund der Möglichkeit, dass einige Länder nicht in der Lage sein werden, all ihre Bürger zu impfen, wird Katar den Fans, die keinen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus haben, den Zutritt zu den Stadien verweigern."

20.6.2021 • 19:31 Uhr

Kultusminister-Chefin: Nicht zu früh auf Maßnahmen festlegen

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), hat sich gegen frühzeitige Festlegungen auf weitere Einschränkungen des Regelunterrichts in den Schulen nach den Sommerferien ausgesprochen. "Die KMK hat für Präsenzunterricht plädiert, und das sollte nicht vorzeitig in Frage gestellt werden", sagte sie dem "Tagesspiegel". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Samstag gesagt, dass Corona-Maßnahmen in den Schulen noch längere Zeit aufrechterhalten werden müssten. Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein.

20.6.2021 • 18:08 Uhr

Berlin: Clubszene demonstriert auf Booten für weitere Lockerungen

Auf Booten und mit lauter Musik haben Mitglieder der Berliner Party- und Clubszene auf dem Landwehrkanal am Sonntag für mehr Freiheiten beim Feiern demonstriert. Die Boote waren auf dem Landwehrkanal an der Lohmühlenbrücke zwischen Kreuzberg und Neukölln am Mittag gestartet, fuhren bis zum Hafen Neukölln nahe der Sonnenallee und kehrten dort um zur Schleuse zwischen Landwehrkanal und Spree. Am Ufer tanzten Schaulustige mit, andere kamen auf Schlauchbooten dazu. "Vermeidet Kulturalschaden" und "Kultur, Du Opfer", stand auf Transparenten. Für den Abend ist eine "Abschlusstanzkundgebung" am Treptower Park geplant.

20.6.2021 • 17:21 Uhr

Impfen ohne Termin in Berlin-Wedding

Eine Corona-Impfaktion im Soldiner Kiez in Berlin-Wedding hat am Wochenende zahlreiche Berlinerinnen und Berliner angelockt. Gedacht sind die Schwerpunktimpfungen für Menschen in sozial benachteiligten Gebieten. Nach dem Beginn der Aktion am Freitag wurde der Impfstoff am Samstag jedoch unabhängig vom Wohnort für alle Berliner freigegeben. Von den ingesamt 2400 Dosen sei noch viel da, teilte das Bezirksamt Mitte mit. "Wir schicken niemand weg." Das Interesse wuchs - am Sonntag mussten Impfwillige zwei Stunden warten, bis sie an der Reihe waren. 200 zusätzliche Dosen wurden beschafft. Auch in Charlottenburg-Nord lief eine Impfaktion.

20.6.2021 • 16:13 Uhr

Studie: Autodichte in deutschen Städten 2020 gestiegen

In deutschen Großstädten hat es auch im Corona-Jahr 2020 keine Abkehr vom Auto gegeben. Stattdessen stieg in vielen Großstädten die Autodichte sogar an, wie eine Studie des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ergab. In 22 von 25 ausgewählten Städten stieg demnach die Zahl der angemeldeten Pkw. Die Pkw-Dichte habe sich von 450 leicht auf 451 Wagen je 1000 Einwohner erhöht. Auch insgesamt wuchs die Autodichte nach Berechnungen von Dudenhöffers CAR-Center Automotive Research. Bis zum 1. Januar 2021 erhöhte sich die Zahl der Pkw auf Deutschlands Straßen auf 48,2 Millionen. Damit entfielen auf 1000 Einwohner 580 Wagen. Ein Jahr zuvor hatte der Wert bei 575 gelegen.

"Die Daten zeigen, die oftmals behauptete Entwicklung, die Deutschen wollen weg vom Auto, ist falsch", schrieb Dudenhöffer. Allerdings gab es vereinzelt gegenläufige Entwicklungen. Ausgerechnet in den Autohochburgen München, Wolfsburg und Ingolstadt sank der Pkw-Bestand. Dudenhöffer führte dies darauf zurück, dass ein Großteil der Fahrzeuge dort Dienstwagen seien - von denen in Zeiten des Corona-Lockdowns offensichtlich weniger gebraucht würden.

20.6.2021 • 15:05 Uhr

Großbritannien erlaubt erstmals nicht religiöse Hochzeitsfeiern im Freien

Die britische Regierung will erstmals auch nicht religiöse Hochzeitszeremonien im Freien erlauben. Die Regelung soll ab dem 1. Juli in Wales und England für Hochzeiten und Feiern zur Schließung von Lebenspartnerschaften gelten, wie das Justizministerium mitteilte. Bisher waren dort nur jüdische und Quäker-Hochzeiten im Freien erlaubt, während andere Paare drinnen heiraten mussten. In Schottland sind Hochzeiten im Freien bereits möglich. Justizminister Robert Buckland sagte dem Sender Sky News, die Reform solle "größere Flexibilität" dafür schaffen, Hochzeiten mit "mehr Gästen auf eine sichere Art" zu veranstalten. Die Regeln gelten zunächst bis zum April des kommenden Jahres, die Regierung wolle aber zu einer dauerhaften Änderung beraten.

Die Lockerung soll nach Regierungsangaben "den Hochzeitssektor fördern", der wirtschaftlich stark unter den Corona-Beschränkungen gelitten hat. Entsprechende Pläne gab es aber schon vor der Corona-Pandemie. Eine weitere Lockerung der Regeln wird nach Regierungsangaben erwogen, darunter die Möglichkeit, im Falle eines "nationalen Notstandes" Hochzeiten auch virtuell abzuhalten. Premierminister Boris Johnson, der selbst im Mai geheiratet hatte, hatte kürzlich eine Obergrenze von 30 Gästen bei Hochzeiten aufgehoben. Die Anzahl der Gäste bemisst sich nun an der Größe des Veranstaltungsortes. Tanzen bleibt dabei jedoch verboten.

20.6.2021 • 14:44 Uhr

Lissabon: Delta-Variante macht mehr als 60 Prozent aus

In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten die Zeitung "Público" und andere Medien unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut Insa. Damit wurden entsprechende Vermutungen bestätigt, dass die neue Delta-Variante für den Anstieg der Neuinfektionen in Lissabon verantwortlich ist.

Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden. Seit Freitagnachmittag und bis Montagmorgen dürfen die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die "Area Metropolitana" nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen.

Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden. Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante machen die portugiesischen Behörden für eine Zunahme der Infektionsfälle in den vergangenen Tagen verantwortlich, von denen ein Großteil in Lissabon entdeckt wurde. Die 14-Tage-Inzidenz stieg in Portugal Angaben der EU-Behörde ECDC zuletzt auf fast 90. Für Deutschland liegt der Wert mit Stand 17. Juni bei 41.

20.6.2021 • 14:41 Uhr

Russische Unternehmen dürfen impfunwillige Angestellte unbezahlt freistellen

Russische Unternehmen dürfen Angestellte, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, künftig ohne Gehalt von der Arbeit freistellen. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen regionalen Gesundheitsbehörden die Impfung für die entsprechende Berufsgruppe vorschreiben, 22wie Arbeitsminister Anton Kotjakow laut Regierungsangaben sagte. Die Suspendierung habe dann solange Bestand wie die entsprechende Corona-Verordnung der Regionalbehörde. Große Teile der russischen Bevölkerung stehen einer Corona-Impfung skeptisch gegenüber. Seit Dezember sind der Website Gogow zufolge, die die Impfrate erfasst, nur 19,4 Millionen der rund 146 Millionen Einwohner mindestens einmal geimpft worden.

In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben 60 Prozent der Russinnen und Russen an, sich nicht impfen lassen zu wollen. Zugleich ist Russland derzeit eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Landesweit wurden am Samstag 17.906 Neuinfektionen und 466 Todesfälle verzeichnet - ein neuer Höchststand seit Mitte März. Besonders in den Metropolen Moskau und St. Petersburg steigen die Ansteckungszahlen stark an. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte diese Woche erstmals eine branchenbezogene Impfpflicht angeordnet. Beschäftigte im Dienstleistungssektor der Hauptstadt müssen sich demnach gegen Corona impfen lassen. Medienberichten zufolge erließen seit dem sieben weitere Lokalbehörden, darunter die von Sankt Petersburg ähnliche Maßnahmen.

20.6.2021 • 13:00 Uhr

Bereits mehr als 22 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt

In Deutschland wurden bereits 22,3 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Zertifikate erhielten frisch Geimpfte in Impfzentren und Arztpraxen, aber auch bereits Geimpfte nachträglich in den Apotheken und in einigen Bundesländern per Post. Seit einer Woche stellen viele Apotheken digitale Impfpässe für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben.

Bis Ende Juni soll das digitale Impfzertifikat allen, die es wollen, über Arztpraxen, Impfzentren und Apotheken zur Verfügung stehen. Geimpfte können ihr Zertifikat, etwa bei einer Reise, in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone vorzeigen. Dazu muss eine entsprechende App heruntergeladen werden. Eine elektronische Plattform der EU für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit starten. Wer kein Smartphone hat oder dieses nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen. Ein Nachweis des Impfstatus' ist weiterhin auch per gelbem Impfheft oder ärztlicher Bescheinigung möglich.

20.6.2021 • 12:19 Uhr

Frankreich hebt nächtliche Ausgangssperre auf

Nach der Maskenpflicht im Freien ist in Frankreich auch die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben worden. Die monatelang geltende Maßnahme lief heute aus und endete damit zehn Tage früher als ursprünglich geplant. Sie war Ende Oktober eingeführt worden und galt zwischenzeitlich bereits ab 18 Uhr abends. Zuletzt durften die Menschen nach 23 Uhr ihre Wohnungen nur aus triftigem Grund verlassen - nun ist die Ausgangssperre komplett weggefallen. Am Donnerstag war bereits die Maskenpflicht im Freien aufgehoben worden. In Paris und anderen französischen Orten war zuvor auch draußen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben, jetzt ist dies nur noch bei Versammlungen, an besonders überfüllten Orten oder in Sportstadien der Fall. In Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln gilt weiter Maskenpflicht.

Menschen spazieren auf dem Trocadero-Platz in der Nähe des Eiffelturms. | dpa

Zuletzt durften die Menschen in Frankreich nach 23 Uhr ihre Wohnungen nur aus triftigem Grund verlassen - nun ist die Ausgangssperre komplett weggefallen. Bild: dpa

20.6.2021 • 12:13 Uhr

Ifo-Institut sieht in Delta-Variante Gefahr für Wirtschaft

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat vor einem Rückschlag bei der Konjunkturerholung gewarnt, falls die Corona-Infektionszahlen wegen der neuen Delta-Variante wieder steigen. "Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest dem Nachrichtenportal "t-online". Zwar wäre nicht alles verloren, wenn durch die Variante die Inzidenzen wieder anstiegen, fügte Fuest hinzu. Die Erholung würde sich aber verzögern. Besonders die Bereiche, die bereits stark unter der Pandemie gelitten hätten, wären erneut betroffen, also die Reisebranche, Restaurants oder der Handel. "Dann stünde uns ein harter Herbst bevor."

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts für die erste Juniwoche hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland innerhalb einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt. In Großbritannien hat die ansteckendere Variante die Vorherrschaft übernommen - obwohl die Impfungen dort viel weiter als in Deutschland fortgeschritten sind. Wegen steigender Inzidenzen wurden dort Lockerungen gestoppt. Allgemein hält Fuest die Krise noch nicht für abgehakt. Ohne die Pandemie wäre die Wirtschaft in den vergangenen eineinhalb Jahren gewachsen, sagte er. "Stattdessen haben wir in dieser Zeit einen enormen Schuldenberg angehäuft. Die Auswirkungen der Krise werden wir noch lange spüren."

20.6.2021 • 11:04 Uhr

Schweiz will Jugendliche impfen

Die Schweiz will in der kommenden Woche eine Corona-Schutzimpfung für Zwölf- bis 15-Jährige erlauben. Junge Menschen, die sich impfen lassen wollten, sollten die Möglichkeit dazu bekommen, sagte Impfkommissionschef Christoph Berger der "Neuen Zürcher Zeitung". Die Regierung werde voraussichtlich nächste Woche grünes Licht geben. Für Jugendliche mit Vorerkrankungen oder Kontakt zu Risikogruppen sei eine Impfung sinnvoll. Anders als bei älteren Bevölkerungsgruppen werde hier aber keine bestimmte Impfquote angestrebt. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hatte Anfang Juni den Impfstoff der Mainzer Firma BioNTech auch für Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren zugelassen. Ein Antrag des US-Konzerns Moderna auf Zulassung seines Impfstoffs für Zwölf- bis 17-Jährige wird noch geprüft.

Schülerinnen in Zürich führen bei sich selbst einen PCR-Speichelpooltest auf eine Corona-Infektion durch. | dpa

Schülerinnen in Zürich führen bei sich selbst einen PCR-Speichelpooltest auf eine Corona-Infektion durch. Junge Menschen, die sich impfen lassen wollten, sollten die Möglichkeit dazu bekommen, sagte der Chef der Schweizer Impfkommission. Bild: dpa

20.6.2021 • 10:50 Uhr

Keine Kondome für Olympia-Starter in Tokio

Die Olympia-Veranstalter in Tokio versprechen trotz Corona-Pandemie sichere Spiele, aber sicherer Sex im Olympischen Dorf wird unterbunden. Wie die Organisatoren wissen ließen, werden die Olympioniken entgegen der Tradition diesmal keine Kondome erhalten - als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Ausbreitung des Coronavirus.

Seit den Spielen 1988 in Seoul ist es bei Olympia üblich, dass den Athleten während der Spiele Kondome zur Verfügung gestellt werden. Diesmal jedoch werden sie die 160.000 eingeplanten Verhütungsmittel erst bei der Abreise aus Japan bekommen, hieß es. Die Athleten bei den Spielen in Tokio sind sehr strengen Hygienie- und Verhaltensregeln unterworfen. So sind aufgefordert, im Olympischen Dorf Abstandsregeln einzuhalten und "unnötige Formen des physischen Kontakts" zu vermeiden. Bei Zuwiderhandlung drohen den Teilnehmern teils drakonische Strafen, von Geldbußen über Disqualifikation bis hin zu einer Ausweisung aus Japan. Laut IOC werden 80 Prozent der Athleten im Olympischen Dorf mit Beginn der Spiele geimpft sein. Das Event war wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden. Die Spiele sollen nun am 23. Juli eröffnet werden.

20.6.2021 • 10:43 Uhr

Erster Corona-Fall bei ausländischen Olympioniken in Japan

Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio gibt es den ersten Corona-Fall unter einreisenden Athleten. Wie die japanische Regierung bekanntgab, wurde ein Mitglied des Olympia-Teams aus Uganda bei seiner Ankunft am internationalen Flughafen Narita nahe Tokio positiv auf das Virus getestet und an der Einreise gehindert. Die übrigen acht Delegationsmitglieder reisten per Bus zu ihrer Gastgeberstadt Izumisano in der westlichen Präfektur Osaka. Das Team aus Uganda, das an den Box-, Gewichtheber- und Schwimmwettbewerben teilnimmt, ist die zweite Gruppe aus dem Ausland nach dem Softball-Frauenteam aus Australien, das zu Spielen anreiste.

Der namentliche nicht genannte Athlet aus Uganda sei so wie seine Teamkollegen geimpft und habe wie vorgeschrieben einen negativen Testbescheid innerhalb von 72 Stunden vor der Abreise nach Japan vorgelegt, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Der Bürgermeister von Izumisano, Hiroyasu Chiyomatsu, erklärte, man werde die übrigen acht angereisten Teammitglieder bitten, vorerst nicht zu trainieren und sich täglich auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Abreise der Mannschaft aus Uganda hatte sich um drei Tage verzögert, da die Infektionszahlen in dem afrikanischen Land gestiegen waren.

20.6.2021 • 10:39 Uhr

Bis zu 7000 Menschen feiern im Hamburger Stadtpark

Bis zu 7000 Menschen haben sich in der Nacht im Hamburger Stadtpark aufgehalten und gefeiert. Nach Polizeiangaben vom Morgen war die Lage aber nicht so angespannt wie in der Nacht zuvor, als Beamte den Stadtpark räumten. Ab dem frühen Samstagabend hätten sich die Menschen im Park versammelt, im Laufe des Abends sei die Stimmung aggressiver geworden. Demnach wurde Pyrotechnik gezündet und es flogen vereinzelt Flaschen. Die meisten folgten der Aufforderung, den Stadtpark zu verlassen, wie ein Polizeisprecher sagte. Gegen 1 Uhr hätten sich nur noch wenige Menschen dort aufgehalten. Auf der Winterhuder Mühlenkampbrücke hatten sich nach Angaben der Polizei zudem etwa 250 Menschen auf der Fahrbahn versammelt. Nachdem Lautsprecherdurchsagen ignoriert wurden, sei die Brücke gegen 0.55 Uhr geräumt worden. Auch hier seien Böller geworfen worden. 

20.6.2021 • 10:33 Uhr

Südkorea lockert Kontaktbeschränkungen

Angesichts der Forschritte bei den Corona-Impfungen will Südkorea die Kontaktbeschränkungen lockern. Ab dem 1. Juli sollen im Großraum Seoul wieder private Treffen von bis zu sechs Personen möglich sein, ab dem 15. Juli von bis zu acht Personen, wie die Regierung mitteilte. Restaurants, Nachtlokale und Cafés dürften zudem zwei Stunden länger bis Mitternacht geöffnet bleiben. Außerhalb der Hauptstadt soll es keine zahlenmäßige Beschränkungen für private Treffen geben. Südkorea hat gut 29 Prozent seiner Bevölkerung geimpft und sieht sich damit auf Kurs, das Ziel von 70 Prozent bis September zu erreichen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen stabilisierte sich in den vergangenen Wochen zwischen 400 und 700.

20.6.2021 • 10:16 Uhr

Mehr als eine Milliarde Impfungen in China

In China sind mittlerweile mehr als eine Milliarde Dosen Corona-Impfstoff verabreicht worden. Das gab das Gesundheitsministerium in Peking bekannt. Die Behörden machten zunächst keine Angaben dazu, wie viel Prozent der Bevölkerung beide Dosen erhalten haben. Die Regierung will bis Ende des Jahres mindestens 70 Prozent der Bevölkerung vollständig impfen, also etwa eine Milliarde Menschen. Die in China verimpften Dosen entsprechen laut Zählung der Nachrichtenagentur AFP mehr als einem Drittel des weltweit verabreichten Corona-Impfstoffs.

Menschen mit Masken stehen Schlange für ihre Impfung | dpa

Chinesen warten in einer Schlange auf ihre Impfung. Die chinesische Regierung will bis Ende des Jahres mindestens 70 Prozent der Bevölkerung vollständig impfen, also etwa eine Milliarde Menschen. Bild: dpa

20.6.2021 • 10:09 Uhr

Angst in Japan vor Ausbruch bei Olympia

Eine große Mehrheit der Japaner befürchtet einen Wiederanstieg der Corona-Infektionen, sollten die Olympischen Spiele in Tokio wie geplant stattfinden. In einer neuen Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo äußerten diese Sorge 86 Prozent der Befragten. Einen Monat vor der Eröffnung des Spektakels sprachen sich zudem rund 40 Prozent dafür aus, dass die Spiele ohne Zuschauer stattfinden sollten. In der Kyodo-Umfrage gaben 30 Prozent an, dass die wegen der Pandemie um ein Jahr verschobenen Spiele abgesagt werden sollten.

20.6.2021 • 09:01 Uhr

Erneute Maskenpflicht an zwei Orten in Israel

Nach einem neuen Corona-Ausbruch an israelischen Schulen ist in zwei Ortschaften wieder Maskenpflicht für Schüler verhängt worden. Das Gesundheitsministerium teilte mit, im Raum Binjamina südlich von Haifa sowie in Modiin-Makkabim-Reut müssten in Innenräumen sowie Außenbereichen wieder Schutzmasken getragen werden. Die Maskenpflicht in Israel war erst vor fünf Tagen angesichts niedriger Infektionszahlen landesweit aufgehoben worden.

20.6.2021 • 08:42 Uhr

Tokio plant Olympia-Eröffnung mit 20.000 Gästen

Die Organisatoren der Sommerspiele in Tokio wollen einem Medienbericht zufolge rund 20.000 Zuschauer zur Eröffnungsfeier zulassen. Neben Olympia-Offiziellen sollen bei der Zeremonie am 23. Juli auch Ticket-Inhaber aus Japan zum Zuge kommen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf informierte Kreise.

Eine Entscheidung über die Zulassung japanischer Besucher bei den Wettkämpfen wird für Montag erwartet. Ministerpräsident Yoshihide Suga hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt, bis zu 10.000 Fans in die Arenen zu lassen, sofern nicht mehr als 50 Prozent der Plätze belegt werden. Der wichtigste Corona-Regierungsberater, der Mediziner Shigeru Omi, riet indes davon ab. Ausländischen Besuchern ist die Einreise zu Olympia verboten. Die geplanten Public Viewings bei Olympia in Tokio sind indes wegen der Corona-Pandemie gestrichen worden.

Das neue Stadion in Tokio - Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2020 | AFP

Das neue Stadion in Tokio. Ministerpräsident Yoshihide Suga hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt, bis zu 10.000 Fans in die Arenen zu lassen, sofern nicht mehr als 50 Prozent der Plätze belegt werden. Bild: AFP

20.6.2021 • 08:20 Uhr

Koalition will Regeln zu Einreisebeschränkungen verlängern

Bundesweite Einreisebeschränkungen sollen auch nach dem Ende der nationalen Epidemie aufrechterhalten werden können. "Wir wollen nächste Woche beschließen, dass Einreisebedingungen, die von Gesundheitsminister Jens Spahn per Verordnung festgelegt wurden, weitergelten können, auch wenn die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr besteht", sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, der "Welt am Sonntag".

Betroffen sein könnten Beförderungsverbote aus Virusvariantengebieten und Test- und Quarantäneverpflichtungen bei der Einreise. Union und SPD im Bundestag planen dazu noch vor der Sommerpause eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, mit der Einreisebeschränkungen bis zu zwölf Monate weitergelten können, auch wenn die erst kürzlich verlängerte "epidemische Lage von nationaler Tragweite" Ende September ausläuft, wie die Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise schreibt.

Da es sich dabei um sehr kleinteilige Verwaltungsmaßnahmen handele, sei ein förmliches Gesetz nicht erforderlich, sagte Fechner. "Eine Missbrauchsgefahr sehe ich in diesem Fall nicht, da es sich bei den Einreisebestimmungen nicht um wesentliche Eingriffe in die Grundrechte handelt."

20.6.2021 • 07:45 Uhr

Reha-Anträge wegen Covid-19-Erkrankung nehmen zu

Bei Versicherten der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland steigt der Bedarf an medizinischer Rehabilitation in Reha-Kliniken nach Covid-19-Erkrankungen. In diesem Jahr wurden in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt von Januar bis Ende Mai 493 bereits stationäre Rehabilitationsaufenthalte für Erwachsene wegen der Hauptdiagnose Coronavirus-Infektion bewilligt, wie eine Sprecherin des Rentenversicherers mitteilte. Im gesamten Jahr 2020 waren es noch 59, wobei hier erst seit Ende April Reha-Anträge wegen Covid-19 erfasst wurden.

20.6.2021 • 06:36 Uhr

Indien meldet die wenigsten Infektionen seit drei Monaten

Indien hat mit 58.419 Neuinfektionen die niedrigste Tageszahl seit fast drei Monaten gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen in dem Land stieg damit binnen 24 Stunden auf 29,9 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Das ist der zweithöchste Wert weltweit nach den USA. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge aber weitaus höher sein. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus erhöhte sich um 1576 auf 386.713 Menschen. Indien war im April und Mai ein Brennpunkt der Pandemie. Zeitweise wurden mehr als 400.000 Neuinfektionen am Tag gemeldet.

20.6.2021 • 06:35 Uhr

Viele Apotheken wollen Testangebot zurückfahren

Wegen sinkender Nachfrage nach Corona-Tests wollen Deutschlands Apotheken ihr Angebot einschränken. Weil die Zahl der vollständig Geimpften zunehme und Infektionsschutzregeln gelockert worden seien, nehme der Bedarf an Tests ab, sagte ein Sprecher des Apothekerverbandes Abda. Zudem wies er darauf hin, dass der Bund weniger zahle als zuvor. "Für eine ganze Reihe von Apotheken ist die Durchführung der Tests damit nicht mehr wirtschaftlich." Das Testangebot werde deshalb wohl Schritt für Schritt kleiner werden.

Die Apotheken gehören neben privaten Firmen und staatlichen Institutionen zu den wichtigsten Teststellen-Betreibern. Nach Abda-Schätzung bieten etwa 20 bis 25 Prozent der Apotheken sogenannte Bürgertests an - also Schnelltests, die für die Verbraucher kostenlos sind und vom Bund bezahlt werden.

20.6.2021 • 06:19 Uhr

Mehr als 500.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien hat die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus 500.000 überschritten. Dies meldete das Gesundheitsministerium des Landes. Experten warnen wegen der Verbreitung der Delta-Virusvariante vor einem weiteren steilen Anstieg auf 800.000 oder 900.000 Todesfälle. Nur elf Prozent der Bevölkerung Brasiliens sind bereits vollständig geimpft und die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro wehrt sich weiterhin gegen strengere Beschränkungen. Dagegen hatten zuletzt Tausende protestiert.

20.6.2021 • 04:41 Uhr

Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 8,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle ist weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut gab den Inzidenzwert unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit 8,8 an. Am Samstag hatte er 9,3 betragen und war damit erstmals seit gut neun Monaten in den einstelligen Bereich gefallen. Am Sonntag vergangener Woche hatte der Wert bei 17,3 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sie ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Laut RKI wurden zudem 842 Corona-Neuinfektionen und 16 Corona-Todesfälle registriert. Am Samstag waren es 1108 Fälle und am Sonntag vergangener Woche 1489 Neuinfektionen gewesen. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in der Regel am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 3.721.981. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle beträgt 90.385.

20.6.2021 • 04:13 Uhr

Kubas Vakzin Soberna 2 zeigt Wirksamkeit von 62 Prozent

Der in Kuba entwickelte Impfstoffkandidat Soberana 2 hat mit nur zwei von drei vorgesehenen Dosen eine Wirksamkeit von 62 Prozent gezeigt. Das teilt das staatliche biopharmazeutische Unternehmen BioCubaFarma unter Berufung auf vorläufige Daten aus Studien der späten Phase mit. "In ein paar Wochen sollten wir die Ergebnisse für die Wirksamkeit mit drei Dosen haben. Wir erwarten, dass diese größer sein wird", sagte Vicente Vérez, Direktor des staatlichen Finlay Vaccine Institute, das Soberana 2 entwickelt hat. Kuba erlebt zur Zeit seinen schlimmsten Coronavirus-Ausbruch seit Beginn der Pandemie. Das Land bezieht keine Vakzine aus dem Ausland, sondern arbeitet an fünf verschiedenen eigenen Impfstoffen.

20.6.2021 • 03:58 Uhr

Regierung sieht Bedarf an FFP2-Masken für Kinder

Die Bundesregierung sieht nach eigener Aussage den Bedarf an FFP2-Masken für Kinder. Das geht aus der Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervor. Im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium habe deshalb das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Normung einer Infektionsschutzmaske beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen soll.

Die Grünen-Politikerin Tabea Rößner kritisiert, dass das erst jetzt passiert. "Es ist ein Armutszeugnis, dass nach 16 Monaten Corona-Pandemie noch immer keine spezifischen FFP2-Masken für Kinder auf dem Markt verfügbar sind. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, daher erschüttert es, dass es keine ausreichende Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet gibt", sagte sie. Die FFP2-Maskenpflicht in Schulen sei zwar aufgehoben worden, viele Kinder trügen aber in Bus und Bahn die auf Erwachsene ausgerichteten Masken.

Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten Klasse an einer Grundschule in Hemmingen (Baden-Württemberg) auf einem Tisch.  | dpa

Viele Kinder tragen FFP2-Masken in Größen für Erwachsene. Bild: dpa

Die Bundesregierung verwies in ihrer Antwort auf eine Europäische Norm, nach der bei der Überprüfung einer Maske zehn Probanden mit unterschiedlichen Gesichtsformen ausgewählt werden. Es sei daher nicht ausgeschlossen, "dass Masken hergestellt und geprüft werden, die im Bereich Infektionsschutz für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Hier ist dann insbesondere auf einen richtigen Sitz der Maske für Kinder und Jugendliche bei der Auswahl zu achten."

20.6.2021 • 00:32 Uhr

Belgien verbietet Einreise von Nicht-EU-Bürgern aus Großbritannien

Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der stärker ansteckenden Coronavirus-Variante Delta verbietet Belgien die Einreise von Nicht-EU-Bürgern aus Großbritannien. Die Maßnahme trete spätestens am 27. Juni in Kraft, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Brüssel, Jan Eyckmans, der Nachrichtenagentur AFP. Betroffen von der Verschärfung der Einreiseregeln seien insgesamt 27 Länder, außer Großbritannien und Georgien liegen alle außerhalb Europas.

Wegen gefährlicher Virusvarianten gilt bereits für Südafrika, Indien und Brasilien die Regel, dass nur EU-Bürger oder Menschen mit Aufenthaltsrecht in Belgien in das Land einreisen dürfen. EU-Bürger, die aus diesen Ländern nach Belgien einreisen, müssen strenge Quarantäne-Auflagen beachten und sich Corona-Tests unterziehen, bevor sie sich frei bewegen dürfen. Ausnahmen für die Einreiseverbote für Nicht-EU-Bürger gibt es lediglich für Diplomaten sowie Beschäftigte des Transportsektors.

In Großbritannien hat sich die zunächst in Indien festgestellte Virusvariante Delta ausgebreitet. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Vereinigten Königreich nahm daher zuletzt zu. Der britische Regierungschef Boris Johnson verschob deswegen am vergangenen Montag die ursprünglich für kommenden Montag geplante Aufhebung der letzten Corona-Beschränkungen in England um vier Wochen. In Belgien macht Delta jüngsten Behördenangaben zufolge 6,1 Prozent der Corona-Neuinfektionen aus. Studien deuten jedoch auf einen höheren Anteil hin.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. Juni 2021 um 09:00 Uhr.