Bayerns Ministerpräsident Markus Söder | AFP
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Liveblog zum Nachlesen ++ "Notfalls strengere Maßnahmen nötig" ++

Stand: 29.11.2020 23:00 Uhr

Bayerns Regierungschef Söder fordert, dass Bund und Ländern in zwei Wochen erneut über schärfere Maßnahmen reden müssen. Trotz steigender Zahlen sollen die öffentlichen Grundschulen in New York wieder öffnen dürfen. Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Schuster hält "Querdenken" für Fall für den Verfassungsschutz
  • Wien beginnt am 4. Dezember mit Corona-Massentests
  • Weniger Infektionskrankheiten im Nordosten
  • Einzelhandel bangt um Weihnachtsgeschäft
  • Tschechien kündigt Lockerungen an
  • 14.611 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet
29.11.2020 • 23:00 Uhr

Ende des Liveblogs

Wir schließen den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

29.11.2020 • 22:33 Uhr

Söder: Notfalls in zwei Wochen strengere Maßnahmen nötig

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert, dass Bund und Ländern in zwei Wochen erneut über zusätzliche Maßnahmen reden müssen. Falls die hohen Zahlen an Infektionen nicht sinken würden, müsse man sagen, ob man aus "Verlängerung und Vertiefung ein Mehr an Vertiefen" mache, sagt er in der ARD.

29.11.2020 • 21:44 Uhr

Koalition einigt sich auf Homeoffice-Pauschale

Finanzpolitiker der großen Koalition haben sich laut "FAZ" auf eine neue "Homeoffice"-Steuerpauschale verständigt. Sie solle fünf Euro pro Tag und höchstens 600 Euro pro Jahr betragen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Informationen. Das Bundesfinanzministerium beziffere die damit verbundene Entlastung der Bürger auf eine Milliarde Euro. Die Pauschale sei die flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer, sagt der CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm dem Blatt.

29.11.2020 • 21:28 Uhr

Schärfere Corona-Auflagen in Kalifornien

Mehrere Bezirke im US-Bundesstaat Kalifornien verschärfen ab morgen ihre Corona-Auflagen. In Los Angeles wurden alle zehn Millionen Bürger aufgefordert so oft wie möglich zuhause zu bleiben. In einer Verfügung heißt es, wer sein Haus verlasse, müsse jederzeit eine Maske tragen, die Mund uns Nase abdecke. Alle öffentlichen und privaten Versammlungen mit Menschen aus einem anderen Haushalt sind verboten. Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen. Die neuen Maßnahmen sollen zunächst für drei Wochen gelten. Der Bezirk Santa Clara verbiete alle High-School-, College- und Profi-Sportveranstaltungen und hat eine Quarantäne für diejenigen angeordnet, die von einem mehr als 240 Kilometer entfernten Reiseziel zurückkehren. San Francisco und San Mateo erhöhen ihre Corona-Warnstufe auf Violett - die höchste in der Pandemie. Damit bereiten sich die Behörden auf einen erwarteten Anstieg der Neuinfektionen durch die Thanksgiving-Reisenden vor.

29.11.2020 • 20:13 Uhr

Scholz: Firmen können weiter auf staatliche Hilfen setzen

Auch nach dem Auslaufen der staatlichen Hilfen für November und Dezember im Teil-Lockdown können Firmen auf Unterstützung des Staates setzen, sagt Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Es sei richtig, Gastronomie, Kultur und Sport jetzt besonders unter die Arme zu greifen. "Klar ist, ab dem nächsten Jahr gilt das normale Regime der Überbrückungshilfen", sagt der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung Berlin Direkt.

Diese sollten bis mindestens Juni 2021 gelten und seien umfassender und großzügiger als bisher. Scholz zeigt sich zuversichtlich, dass Deutschland die durch die Corona-Krise erhöhten Schulden wieder abbauen könne.

29.11.2020 • 19:07 Uhr

Erneut Zahl der Toten in der Türkei auf Höchststand

Die Zahl der neuen Virus-Toten in der Türkei steigt den siebten Tag in Folge auf einen Höchststand. In den vergangenen 24 Stunden seien 185 Personen im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Gesamtzahl steige damit auf 13.558. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt hingegen leicht auf 29.281 nach dem Rekordhoch von 30.103 am Samstag.

29.11.2020 • 19:07 Uhr

New Yorks Grundschulen dürfen wieder öffnen

Trotz steigender Corona-Zahlen sollen die öffentlichen Grundschulen in New York bald wieder öffnen dürfen. Bürgermeister Bill de Blasio teilte mit, dass der Plan ab dem 7. Dezember umgesetzt werde. Damit lässt die Metropole nach Kritik von ihrer selbst gesetzten Schwelle von drei Prozent positiver Corona-Tests ab, ab der die Schulen eigentlich geschlossen bleiben müssten. Lehranstalten für ältere Kinder bleiben zunächst aber zu.

Ein Schulkind in New York | REUTERS

Bild: REUTERS

29.11.2020 • 18:57 Uhr

Berlin wieder unter selbstgesetztem Warnwert für Intensivbetten

Die Berliner Corona-Ampel für Intensivbetten zeigt wieder Gelb. Nach den heute aktualisierten Werten sind nun 24,2 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Die Ampel war am Mittag mit einem für Samstag nachgelieferten Wert von 25,3 Prozent erstmals auf die höchste Warnstufe gesprungen. Bei den Fallzahlen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner zeigt das Ampelsystem schon länger Rot an.

29.11.2020 • 18:47 Uhr

Brinkhaus: Länder an Corona-Kosten stärker beteiligen

CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus besteht trotz Kritik einiger Landesregierungen darauf, dass sich die Bundesländer künftig an den Entschädigungen für Corona-Auflagen für Firmen beteiligen. "Das kann nicht so bleiben, das muss neu zugeschnitten werden", sagt der CDU-Politiker in der ARD. Er sehe, dass die Länder auch einen Beitrag leisteten. "Aber das ist aus der Balance geraten." Im Bund sehe man, was die Länder leisteten - und was nicht.

29.11.2020 • 16:31 Uhr

Schuster hält "Querdenken" für Fall für den Verfassungsschutz

Nach Ansicht des Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sollte die Bewegung "Querdenken" vom Verfassungsschutz überprüft werden. "Das was hier gesagt wird, geht bei Weitem über das hinaus, was man in einer Demokratie als freie Meinungsäußerung akzeptieren muss", sagte Schuster in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin. "Es ist nichts anderes als Volksverhetzung." Zudem forderte der Zentralrats-Präsident strafrechtlich dagegen vorzugehen, wenn Teilnehmer bei Anti-Corona-Demonstrationen Judensterne tragen. Vergleiche mit der Widerstandskämpferin Sophie Scholl oder dem Holocaust-Opfer Anne Frank bezeichnete er als "abscheulich".

Die Gruppe der Corona-Leugner halte er für "sehr gefährlich", sagte Schuster, da dort auch Rechtsextreme mitmischten, die damit ein Thema gefunden hätten, um "eigentlich gutmeindende Menschen" für ihre Sache "ködern" zu können. Er forderte, die kürzlich von der Bundesregierung beschlossenen 89 Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus in Zukunft auch anzuwenden und sie nicht in der Schublade verschwinden zu lassen.

29.11.2020 • 16:00 Uhr

Virologe warnt vor Infektionsrisiko für Senioren an Weihnachten

Der Virologe Alexander Kekulé hat vor einem erhöhten Infektionsrisiko für Senioren über die Weihnachtsfeiertage gewarnt. "Wir Deutschen haben an Weihnachten die Tradition, über Generationen hinweg mit der Familie zu feiern»" sagte der Mediziner aus Halle den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deshalb befinde sich Deutschland derzeit in einem ähnlichen Risiko, das die Menschen in Norditalien im Frühjahr hatten. Dort waren besonders viele Menschen durch das Coronavirus gestorben. Die Norditaliener lebten das ganze Jahr über ein Multigenerationen-Leben, sagte Kekulé. "Bei uns dagegen gibt es speziell an Weihnachten die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind." Und diese hätten, wenn sie sich infizierten, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent.

Dennoch zeigte sich der Virologe angesichts der beschlossenen Kontaktbeschränkungen optimistisch: "Ich denke, dass wir dieses Risiko steuern können." Durch die Corona-Maßnahmen könnten die Infektionszahlen bis Weihnachten deutlich weiter unten sein, so Kekulé, wenn ein Großteil der Bevölkerung sich daran halte.

29.11.2020 • 15:15 Uhr

Wien beginnt am 4. Dezember mit Corona-Massentests

Die freiweilligen Massentests in Wien beginnen am 4. Dezember, zwei Tage später als ursprünglich geplant. Das teilte der Stadtrat für Gesundheit, Peter Hacker, mit. Die Berufsfeerwehr hat drei größere Testzentren eingerichtet, die ingesamt 150.000 Test täglich durchführen können. Auch andere österreichische Bundesländer starten in der kommenden Woche mit ihrem Testangebot. Damit sollen Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen, gefunden und Infektionsketten unterbrochen werden.

Wegen der drohenden Knappheit von Intensivbetten für Corona-Patienten in Krankenhäusern sind in Österreich Kulturbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen geschlossen, seit Mitte November auch Schulen und die meisten Geschäfte. Auch Ausgangsbeschränkungen gelten vorläufig bis zum 7. Dezember. Die Infektionen sind zuletzt gesunken, aber immer noch deutlich höher als in Deutschland. Pro 100.000 Einwohner lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 350, in Deutschland bei 136.

29.11.2020 • 14:22 Uhr

Einzelhandel bangt um Weihnachtsgeschäft

Viele Einzelhändler blicken zum Beginn der Adventszeit sorgenvoll auf das Weihnachtsgeschäft. Nach einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) rechnet mehr als die Hälfte der Befragten für Dezember mit deutlich weniger Kunden und sinkenden Umsätzen. 38 Prozent aller Einzelhandelsunternehmen und sogar 45 Prozent der Innenstadthändler sehen ihre Existenz durch die Corona-Krise bedroht. "Die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft sind in diesem Corona-Jahr vor allem für viele innerstädtische Händler und dort insbesondere die Modehäuser beunruhigend schlecht", erklärte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Am Ende könnten ganze Stadtzentren verloren gehen."

Allerdings sind nicht alle Branchen betroffen - das Geschäft mit Haushaltswaren, Heimwerkerbedarf, Einrichtungsgegenständen und Lebensmitteln läuft dem Verband zufolge derzeit für viele Händler zufriedenstellend, teilweise auch sehr gut. Auch der Online-Handel profitiert demnach und wird seine Umsätze in November und Dezember im Vergleich zum Vorjahr wohl um ein Drittel steigern können. "Die Menschen kaufen auch in der Corona-Krise viele Weihnachtsgeschenke, sie kaufen sie aber öfter online als sonst", erklärte Genth.

Eine weihnachtlich geschmückte Einkaufsstraße in Hamburg. | dpa

Mehr als die Hälfte der Einzelhandelsunternehmen fürchten, dass vor Weihnachten weniger Kunden kommen - das gilt vor allem für die Geschäfte in den Innenstädten. Bild: dpa

29.11.2020 • 14:09 Uhr

Weniger Infektionskrankheiten im Nordosten

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben nach einer Analyse der AOK Nordost im Herbst andere Infektionskrankheiten stark ausgebremst. Auch wenn die Corona-Zahlen vielerorts noch immer sehr hoch liegen - bei Grippe oder Bronchitis zeigen sich in der Statistik Effekte, die für die Kasse nicht allein mit Zufällen zusammenhängen können. So waren von Ende September bis Mitte November in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen 50 Prozent weniger AOK-Versicherte wegen Grippe krankgeschrieben. Allerdings haben sich wahrscheinlich auch mehr Menschen gegen Influenza impfen lassen. Dazu gibt es für die Region noch keine Zahlen.

Alltagsmasken, häufiges Händewaschen und Distanzgebote halten augenscheinlich auch andere Infektionskrankheiten in Schach: So sanken die Krankschreibungen wegen Magen-Darm-Infekten und Lungenentzündungen nach AOK-Angaben um ein gutes Drittel. Bei akuter Bronchitis gingen sie sogar um mehr als die Hälfte zurück. Insgesamt umfasst die AOK-Analyse mehr als 63.000 Krankschreibungen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Für die Vergleichzeiträume zog die Kasse Daten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 heran.

29.11.2020 • 13:55 Uhr

Stiftung Patientenschutz warnt vor zu hohen Erwartungen

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat vor zu hohen Erwartungen mit Blick auf mögliche Impfungen gegen das Coronavirus gewarnt. Es sei gefährlich, den Eindruck zu erwecken, "dass Impfungen vor dem Virus umfassend schützen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur epd. "Den Corona-Ironman wird es auch dann nicht geben." Die Seren würden helfen, die Erkrankung Covid-19 zu mildern. Ob Impfungen die Infektion verhindern können, sei jedoch unsicher. Auch geimpfte Pflegekräfte und Ärzte könnten das Virus weitergeben, erklärte Brysch weiter.

Der Schutz pflegebedürftiger und chronisch kranker Menschen müsse weiterhin im Mittelpunkt der Pandemie-Strategie stehen. "Auf Infektionsgrundschutz wird auch in Zukunft nicht zu verzichten sein", unterstrich er. Brysch warnte die Bundesregierung davor, mit einfachen Bildern und Slogans die Impfbereitschaft steigern zu wollen. "Eine Schwarz-Weiß-Propaganda treibt die Menschen in die Fänge der Corona-Leugner", warnte der Patientenschützer. Denn nach der Impfung sei das Virus nicht weg. Die Gesellschaft müsse daher damit leben.

29.11.2020 • 13:50 Uhr

Söder: Es wird zu wenig über Corona-Tote geredet

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich empört darüber geäußert, dass in Deutschland zu wenig über Corona-Tote gesprochen werde. Gesundheitsminister Jens Spahn habe in den Beratungen mit den Ministerpräsidenten gesagt, dass Corona in diesem Jahr die dritthäufigste Todesursache in Deutschland werden dürfte, sagte der CSU-Politiker bei einem Treffen der Jungen Union. In Bayern verzeichne man sechsmal so viele Corona- wie Verkehrstote.

29.11.2020 • 13:24 Uhr

Berlin überschreitet selbstgesetzten Warnwert für Intensivbetten

Erstmals seit Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin ist der Warnwert für Intensivbetten überschritten worden. Mehr als ein Viertel dieser Betten in der Hauptstadt ist jetzt mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem am Sonntag aktualisierten Lagebericht der Gesundheitsverwaltung hervorgeht. Damit steht die Corona-Ampel in Berlin nun bei zwei Indikatoren auf Rot.

Die Corona-Ampel berücksichtigt insgesamt drei Indikatoren: die Reproduktionszahl (kurz R-Wert), die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Für jedes Kriterium wurden Grenzwerte definiert. Werden diese mindestens drei Mal in Folge überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot.

29.11.2020 • 13:13 Uhr

Karliczek: Noch viel Aufklärungsbedarf bei Corona-Impfungen

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht in der Bevölkerung beim Thema Corona-Impfungen noch viel Aufklärungsbedarf. "Dazu gehört, immer wieder zu verdeutlichen, dass die Zulassungsbehörden keinerlei Abstriche an den Standards machen, die für die Zulassung eines Impfstoffes gelten", sagte Karliczek der Nachrichtenagentur dpa. Sie versicherte: "Die zugelassenen Impfstoffe werden daher wirksam und vor allem sicher sein." Es sei erfreulich, dass sich rund die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger impfen lassen wollten. "Es wäre allerdings schön, wenn die Bereitschaft noch etwas steigen würde." Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung nötig, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Karliczek bekräftigte aber, dass es keinen Impfzwang geben werde. Die Bevölkerung müsse von den Vorteilen einer Corona-Impfung überzeugt werden. "Je höher die Impfquote im Laufe der Zeit, desto eher ist es möglich, die vielen Einschränkungen aufzuheben und zu unserem normalen Leben zurückzukehren", sagte die Ministerin weiter. Die Impfung habe nicht nur einen Vorteil für jede Person selbst, die Impfung sei auch ein Dienst an der Gemeinschaft.

29.11.2020 • 12:33 Uhr

Kroatien: Staatsbeamte missachten Corona-Regeln und randalieren

Zwei hohe Staatsbeamte haben in der ostkroatischen Stadt Vukovar gegen geltende Corona-Maßnahmen verstoßen und nach dem Einschreiten der Polizei randaliert. Wie das Internet-Portal "jutarnji.hr" meldete, richtete sich der Behördeneinsatz in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen eine Kneipe, die entgegen der Corona-Auflagen spät nachts geöffnet war und Alkohol ausschenkte. Wie das Portal berichtete, nahm die Polizei einen Staatssekretär aus dem Veteranenministerium sowie den Leiter eines Gedenkzentrums für Massakeropfer aus dem Krieg 1991 mit auf die Wache. Die beiden sollen sich den Polizisten widersetzt haben. Der Leiter des Gedenkzentrums soll sich gegen die vorläufige Festnahme körperlich gewehrt haben. Er wurde unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen abgeführt. Der Staatssekretär hatte sich im Lokal geweigert, den Polizisten seinen Ausweis zu zeigen. Er soll auf der Polizeiwache Inventar beschädigt haben. Beide Staatsbeamte wurden schließlich wegen Randalierens, Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt und auf freien Fuß gesetzt. 

29.11.2020 • 12:12 Uhr

NRW: Aussetzen des Ski-Tourismus im Sauerland wird geprüft

Der Ski-Tourismus im Sauerland wird möglicherweise in den Weihnachtsferien ausgesetzt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte im Deutschlandfunk, dass man dies zurzeit prüfe. Man wolle auf die Betreiber in den dortigen Ski-Gebieten zugehen. Italien und Frankreich handelten seiner Ansicht nach vorbildlich, so Laschet. Beide Länder haben angekündigt, die Ski-Pisten beziehungsweise Lifte zu schließen. Wenn Österreich sich dem Aussetzen des Ski-Tourismus verweigere, werde das niemand unterbinden können, sagte Laschet.

29.11.2020 • 12:06 Uhr

Französisches Gericht kippt Obergrenze von 30 Gläubigen bei Messen

Zum ersten Advent hat das oberste französische Verwaltungsgericht die coronabedingte Maximalzahl von 30 Gläubigen bei religiösen Veranstaltungen gekippt. Nach Auffassung des Staatsrats in Paris soll die Obergrenze bei 30 Prozent der Auslastung des Ortes liegen, wie die katholische Kirche Frankreichs mitteilte. Die bisher geltende Regelung ist demnach nicht verhältnismäßig und stellt den Versuch einer schwerwiegenden Einschränkung der Freiheit der Religionsausübung dar. Wie französische Medien und die Nachrichtenagentur AFP einstimmig berichteten, hat die Regierung drei Tage Zeit, um die Vorgabe zu überarbeiten. Die französische Bischofskonferenz hatte sich an die Justiz gewandt.

29.11.2020 • 12:01 Uhr

Laschet: Im Januar Finanzierung der Corona-Hilfen klären

Wie lange die Corona-Einschränkungen gelten, werde Anfang Januar entschieden, sagt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet. Sobald wie möglich und wenn es das Infektionsgeschehen zulasse, müssten Eingriffe zurückgenommen werden. "Ich kann mir schwer vorstellen, dass wir monatelang alles schließen und Milliarden Monat für Monat aus der Bundeskasse beisteuern", sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. "Das wird auch unseren Staat überfordern." Man müsse im Januar zu neuen Modellen kommen. Aber viele teilten nicht die Auffassung des Unions-Fraktionschefs im Bundestag, Ralph Brinkhaus, dass sich die Länder ab Januar an den Kosten beteiligen sollten. Die Länder hätten bereits Milliarden in der Krise ausgegeben, betont Laschet. "Da ist es nicht ganz fair zu sagen, die Länder tun gar nichts."

29.11.2020 • 11:49 Uhr

Kurz: Auch nach 7. Dezember massive Einschränkungen in Österreich

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat die Erwartungen auf baldige Lockerungen der Corona-Maßnahmen nach dem aktuellen Lockdown gedämpft. "Wir werden nach dem 7. Dezember mit weiteren massiven Einschränkungen leben müssen", sagt er der "Kleinen Zeitung". Es werde keine übereilten Öffnungsschritte geben. "Jedem muss bewusst sein, dass wir noch Wochen und Monate mit gewissen Einschränkungen leben müssen." Ziel sei es, ab 7. Dezember im Handel und für Schulen vorsichtige Öffnungsschritte zu setzen. Dies sei von den Infektionszahlen abhängig. Je höher diese sind, "desto schwieriger wird es sein, Öffnungsschritte zu setzen". Was das für die derzeit geschlossenen Ski-Gebiete bedeutet, ist offen. Für Mittwoch kündigt Kurz entsprechende Regierungspläne an. "Was klar ist: Après-Ski wird es frühestens in einem Jahr wieder geben."

29.11.2020 • 11:31 Uhr

Laschet mahnt zur Vorsicht

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet mahnt zu Vorsicht und dem Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln. Entscheidend sei ein Impfstoff im Kampf gegen die Corona-Pandemie. "Das ist die einzige Möglichkeit auf Dauer dieses Virus zu bekämpfen", sagt Laschet im Deutschlandfunk. Bisher gebe es aber noch keinen Impfstoff. Ziel müsse sein, die Infektionszahlen weiter zu senken und den Gesundheitsämtern die Weiterverfolgung der Corona-Fälle zu ermöglichen. Es bestehe die Gefahr, dass die Infektionen über Weihnachten wieder zunehmen könnten. "Deshalb müssen wir jetzt umso vorsichtiger sein." Laschet bekräftigt, dass die Deutschen bis zum 10. Januar auf einen Ski-Urlaub verzichten sollten.

29.11.2020 • 11:17 Uhr

Britischer Außenminister sieht Gefahr einer dritten Corona-Welle

Der britische Außenminister Dominic Raab sieht die Gefahr einer dritten Corona-Welle. Dieses Risiko bestehe, sollte es in den kommenden Wochen nicht gelingen, das notwendige Maß an Beschränkungen zu finden, sagte er der BBC auf die Frage nach einer möglichen dritten Welle im Januar und Februar. "Es besteht diese Gefahr, wenn wir nicht die richtige Balance finden." Die Regierung tue alles, um einen landesweiten Lockdown zu vermeiden.

29.11.2020 • 10:40 Uhr

Verletzte nach Demo gegen Ausgangssperre in Lüttich

Hunderte Menschen haben im belgischen Lüttich trotz Versammlungsverbots gegen die nächtliche Corona-Ausgangssperre demonstriert. Bei Auseinandersetzungen seien vier Polizisten und drei Demonstranten verletzt worden, meldete das Internetportal "L'Avenir.net". Die Polizei habe 17 Personen in Gewahrsam genommen. In Belgien sind wegen der Pandemie öffentliche Versammlungen von mehr als vier Personen verboten. Ein eineinhalbstündiges Video der Demonstration zeigt vor allem junge Leute mit Maske und Abstand hinter einem Transparent, das "solidarische Gesundheitsmaßnahmen" gegen die Corona-Krise fordert. Gegen Ende ist zu sehen, wie Polizisten den Protestzug auf einer Brücke stoppen.

29.11.2020 • 10:29 Uhr

Tschechien kündigt Lockerungen an

Die tschechische Regierung will ab Donnerstag einige Corona-Maßnahmen lockern. Das teilte der tschechische Gesundheitsminister Jan Blatný mit. Sämtliche Geschäfte und Restaurants sollen wieder öffnen dürfen, allerdings mit einer begrenzten Zahl von Kunden. Außerdem wird die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben und sportliche Aktivitäten dürfen eingeschränkt wieder ausgeübt werden.

Vogelperspektive auf die Prager Altstadt mit einem beleuchteten Weihnachtsbaum vor dem Rathaus. | AP

Die Risikostufe in Tschechien wird von vier auf drei gesenkt, der höchste Wert ist fünf. Bild: AP

29.11.2020 • 09:32 Uhr

Frau in Singapur bringt Baby mit Antikörpern zur Welt

In Singapur hat eine Frau ein Kind mit Corona-Anti-Körpern zur Welt gebracht. Das Baby sei im November ohne Covid-19 geboren worden und trage Antikörper gegen das Virus in sich, berichtet die "Straits Times" und zitiert die Mutter. Sie sei selbst im März infiziert gewesen, als sie schwanger war, habe aber nur schwache Krankheitssymptome gezeigt. Der Fall gebe neue Hinweise auf eine mögliche Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, heißt es in dem Bericht. Laut WHO ist noch nicht bekannt, ob eine Frau das Virus während der Schwangerschaft oder Entbindung auf ihren Fötus oder ihr Baby übertragen kann.

29.11.2020 • 09:09 Uhr

Verschiebung der Olympischen Spiele kostet 1,9 Mrd. Dollar

Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio wegen der Corona-Pandemie kostet nach Schätzung der Organisatoren rund 1,9 Milliarden Dollar. Das berichtet die Zeitung "Yomiuri" unter Berufung auf Insider. Die japanische Regierung und das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatten im März die eigentlich für dieses Jahr geplanten Spiele auf 2021 verschoben. Vor diesem Schritt seien die Kosten mit 13 Milliarden Dollar veranschlagt worden, heißt es in dem Bericht.

29.11.2020 • 08:30 Uhr

USA: 152.910 Neuinfektionen und 1187 weitere Tote

In den USA haben die Behörden mindestens 152.910 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Das ergab eine Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten. Damit haben sich rund 13,24 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, stieg um mindestens 1187 auf 266.000. Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

29.11.2020 • 05:48 Uhr

14.611 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages wurden 14.611 neue Fälle übermittelt, wie das RKI bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen. 

Sonntags und montags sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle.

29.11.2020 • 04:53 Uhr

Lufthansa Cargo rechnet mit Aufträgen zur Impfstoffverteilung

Die Lufthansa will bei der globalen Verteilung von Corona-Impfstoffen kräftig mitmischen. Aller Voraussicht nach würden größere Mengen in Mitteleuropa hergestellt, sagte der Chef der Frachttochter Lufthansa Cargo, Peter Gerber. "Für diesen Fall ist klar, dass die Lufthansa Cargo eine wichtige Rolle spielt." Weil bei den Impfstoffen bereits im Dezember mit ersten Zulassungen gerechnet wird, laufen bereits die Verhandlungen. Gerber rechnet mit einem Höhepunkt der Transportaufträge zwischen Mai und Oktober 2021. "Die Ausschreibungen laufen bereits. Auf diese haben wir uns natürlich gemeldet und ich gehe davon aus, dass es da in Kürze zu den ersten Abschlüssen kommen wird."

Eine Maschine der Lufthansa Cargo | Lufthansa Cargo / Stefan Wildhir

Flugzeug von Lufthansa Cargo: Verhandlungen über Transportaufträge laufen Bild: Lufthansa Cargo / Stefan Wildhir

29.11.2020 • 04:40 Uhr

Corona-Beschlüsse: Beteiligung von Menschen mit Behinderung gefordert

Die Belange von Menschen mit Behinderungen sollten in der Corona-Pandemie stärker in den Blick gelangen. Dazu rufen mehrere Verbände auf. Menschen mit Behinderungen seien selbst zu beteiligen, wenn Corona-Maßnahmen beraten und beschlossen werden, zum Beispiel in gemeinschaftlichen Wohnformen oder Werkstätten, sagte die frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die auch Vorsitzende der Organisation Lebenshilfe ist. "Auch in der politischen Beratung müssen sie immer berücksichtigt werden", betonte die SPD-Abgeordnete.

29.11.2020 • 04:23 Uhr

Kein Beobachtungsauftrag des Verfassungsschutzes für "Querdenken"

Der Verfassungsschutz hat die "Querdenken"-Bewegung nach Angaben von Bayerns Innenministers Joachim Herrmann (CSU) bisher nicht förmlich zum Beobachtungsobjekt erklärt. Die Bewegung, die seit Monaten Proteste gegen die Politik zur Eindämmung der Corona-Pandemie organisiert, sei eine äußerst heterogene Gruppierung, die man genau im Blick habe, sagte Herrmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Momentan ist aber der förmliche gesetzliche Beobachtungsauftrag des Verfassungsschutzes nicht eröffnet."

29.11.2020 • 03:53 Uhr

Bouffier: "Wir müssen die Corona-Demonstranten ernst nehmen"

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier spricht sich gegen eine Pauschalverurteilung von Protesten gegen die Corona-Maßnahmen aus. "Wir müssen die Corona-Demonstranten und ihre Sorgen ernst nehmen", sagte Bouffier den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Viele werden von den Maßnahmen hart getroffen, und sie müssen eine Antwort bekommen, was wir warum tun. Wir haben kein Recht, jeden zu verurteilen, der jetzt auf die Straße geht."

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier | dpa

Hessens Ministerpräsident Bouffier: "Sorgen ernst nehmen" Bild: dpa

29.11.2020 • 03:35 Uhr

Bundespräsident: "Pandemie wird uns Zukunft nicht nehmen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Bevölkerung zum Beginn der Adventszeit Mut zugesprochen. Obwohl wegen der Corona-Krise zunächst weiter Verzicht gefragt sei, könne Deutschland voller Zuversicht sein, schrieb das Staatsoberhaupt in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Denn die Fortschritte der medizinischen Forschung gäben Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft den Alltag beherrsche. "Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen", so Steinmeier.

Der Bundespräsident lobte das Verhalten der Bevölkerung in der Krise seit dem Frühjahr. "Rücksicht und Solidarität der überwältigenden Mehrheit der Deutschen zeigen, dass unsere Gesellschaft zusammenhält, auch wenn die Zeiten rauer sind." Die vielfältige Unterstützung für diejenigen, die von der Krise besonders hart getroffen seien, beweise, dass die Demokratie der Krise nicht ohnmächtig gegenüberstehe.

29.11.2020 • 03:17 Uhr

Institut über Corona-Hilfen: Bund zahlt zehn Milliarden Euro zu viel

Der Bund zahlt für die November- und Dezemberhilfen laut einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zehn Milliarden Euro mehr als eigentlich notwendig. Der Berechnung zufolge verdienten die betroffenen Betriebe - vor allem aus der Gastronomie und dem Veranstaltungsgewerbe - dank der Entschädigung des Staates in vielen Fällen mehr Geld, als wenn sie geöffnet hätten, berichtete die "Welt am Sonntag". Das Institut geht mit Verweis auf Zahlen der Bundesbank davon aus, dass bei den betroffenen Branchen im Durchschnitt die Hälfte der Kosten variabel sind, dass sie also gar nicht erst anfallen, wenn die Betriebe geschlossen sind. Dennoch zahlt der Bund den Betrieben bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vergleichsmonat 2019.

29.11.2020 • 02:43 Uhr

Lambrecht: Entschädigungen bis Lockdown-Ende erforderlich

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält staatliche Entschädigungszahlungen an die Wirtschaft für rechtlich geboten, bis die einschneidenden Corona-Auflagen aufgehoben werden. "Wir gehen alle davon aus, dass wir möglichst bald einen Impfstoff haben werden. Solange wir allerdings weitere so gravierende Einschränkungen erleben, solange muss es aus meiner Sicht auch Hilfen geben", sagte die SPD-Politikerin der "Welt am Sonntag". Zugleich räumte Lambrecht ein, dass die finanziellen Möglichkeiten des Bundes nicht grenzenlos seien: "Die Bekämpfung der Pandemie ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, die von Bund und Ländern gemeinsam zu stemmen ist." Die Ministerin stellte sich damit an die Seite von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, der ebenfalls eine finanzielle Beteiligung der Länder gefordert hatte.