Ein Kinder- und Jugendarzt impft einen Jugendlichen mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer.  | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Landkreise: Impfung bei Kindern ausweiten ++

Stand: 23.10.2021 22:16 Uhr

Die Landkreise in Deutschland drängen darauf, die Impfungen bei Kindern unter zwölf Jahren voranzutreiben, sobald ein Vakzin zugelassen ist. Russland meldet einen neuen Höchststand bei Neuansteckungen. Die Entwicklungen vom Samstag zum Nachlesen.

  • Russland meldet neuen Höchststand
  • London schließt Lockdown aus
  • KBV-Chef für Ende des Ausnahmezustands
  • Laut RKI mehr als 15.000 Neuinfektionen
  • Österreich erwägt Lockdown für Ungeimpfte
  • Betriebsärzteverband: 1,5 Millionen Impfungen nicht gemeldet
23.10.2021 • 22:16 Uhr

Ende des Liveblogs

Das war es für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

23.10.2021 • 19:01 Uhr

Offenbar Hunderte digitale Impfausweise gefälscht

Eine Apothekenmitarbeiterin soll gemeinsam mit Komplizen Hunderte gefälschte QR-Codes für den digitalen Corona-Impfausweis hergestellt und im Internet verkauft haben. Am Freitag seien eine Apotheke in München sowie Privatwohnungen durchsucht worden, die Frau und ein weiterer Beschuldigter kamen in Untersuchungshaft, wie Ermittler der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) mitteilten. Es handle sich um ein Verfahren von "überdurchschnittlicher Bedeutung."

Zuvor hatte der BR darüber berichtet. Seit Mitte August sollen die Fake-Codes auf einem deutschsprachigen Cybercrime-Forum im Internet angeboten worden sein. 350 Euro musste man demnach zuletzt dafür hinlegen, um einen digitalen Impfausweis zu bekommen - ohne gegen das Coronavirus geimpft worden zu sein. Allein im Oktober sollen die Fälscher mehr als 500 Impfzertifikate ausgestellt haben. Bei den Durchsuchungen wurden Kryptowährungen und Bargeld im Wert von fast 100.000 Euro sichergestellt.

23.10.2021 • 17:29 Uhr

Landkreise für Ausweitung der Impfungen bei Kindern

Die Landkreise in Deutschland haben sich für eine Ausweitung der Corona-Schutzimpfungen bei Kindern ausgesprochen. Die Immunisierung von Kindern und Jugendlichen sollte jenen Teil an Impfungen kompensieren, der "durch renitent unwillige Erwachsene" auf dem Weg zum Erreichen von Herdenimmunität fehle, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Sobald auch ein Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen sei, sollten laut Sager auch diese Impfungen mit großer Kraft vorangetrieben werden. Dadurch gewinne man "insgesamt größere Spielräume für ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben wie vor der Pandemie".

23.10.2021 • 15:14 Uhr

Spahn: Normalzustand frühestens im Frühjahr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät angesichts steigender Corona-Zahlen weiterhin zur Vorsicht. "Es ist jetzt ein Zustand der besonderen Vorsicht", sagte Spahn am Rande des Parteitags der nordrhein-westfälischen CDU in Bielefeld. "Wir müssen auch weiter im Alltag Vorsicht walten lassen. Ein Normalzustand wird erst im Frühjahr frühestens möglich sein, wenn keine neue Variante kommt."

Spahn hatte vorgeschlagen, die Feststellung einer Epidemischen Lage von nationaler Tragweite zu beenden. Er will dies aber nicht als Aufforderung zur Nachlässigkeit verstanden wissen. "Es war immer klar, für diesen Herbst und Winter braucht es weiterhin Schutzmaßnahmen. Gleichzeitig können wir nach 19 Monaten auch dank des Impffortschrittes den Ausnahmezustand der Epidemischen Lage beenden." Vorsichtsmaßnahmen wie 3G und das Tragen von Masken müssten aufrechterhalten bleiben.

23.10.2021 • 14:02 Uhr

Mehr als 100 Millionen Impfdosen in Pakistan verabreicht

In Pakistan sind seit Beginn der Impfkampagne im Februar 100 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht worden. Dies teilte das Gesundheitsministerium mit. Mehr als 38 Millionen Menschen in dem Land mit rund 220 Millionen Einwohnern gelten als vollständig geimpft.

Erschwert wurden die Bemühungen der Regierung zunächst unter anderem durch Lieferprobleme und Impfskepsis, die oft durch falsche Informationen über Impfstoffe ausgelöst wird. Die Impfkampagne nahm an Fahrt auf, nachdem die Behörden strenge Auflagen verhängten. So dürfen Ungeimpfte seit Anfang Oktober nicht mehr mit dem Zug fahren oder in Einkaufszentren oder Restaurants gehen.

23.10.2021 • 13:31 Uhr

Russland meldet neuen Höchststand bei Toten und Neuansteckungen

Russland hat erneut einen Höchststand bei der täglichen Zahl der Corona-Todesfälle verzeichnet. Nach Angaben der Regierung starben innerhalb von 24 Stunden 1075 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Auch bei den Neuinfektionen registrierte das Land einen neuen Höchststand: Heute wurden 37.678 Ansteckungen gemeldet. 

Seit Pandemiebeginn wurden in Russland offiziell 229.528 Tote gezählt - das ist die höchste Zahl in Europa. Die Statistikbehörde Rosstat nennt allerdings regelmäßig deutlich höhere Zahlen: Nach ihren Angaben starben bis Ende August mehr als 400.000 Menschen in Russland an Covid-19.

23.10.2021 • 12:47 Uhr

Patientenschützer fordern tägliche Tests in Heimen

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert tägliche Corona-Tests in Altenheimen und Krankenhäusern. In dem Bereich der älteren und kranken Menschen würden aktuell wieder die höchsten Todesraten festgestellt, obwohl diese Menschen zweimal geimpft seien, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch, im WDR. Nötig sei daher eine "konzertierte Aktion, und zwar Impfen und Testen gemeinsam in den Blick zu nehmen". Es dürfe nicht das eine gegen das andere ausgespielt werden.

Um das Coronavirus im Winter von Heimen und Krankenhäusern fernzuhalten, sei das tägliche Testen der einzige Weg, sagte Brysch.

23.10.2021 • 12:17 Uhr

UN-Berichterstatter: Nordkorea isoliert wie noch nie

Nordkorea hat sich nach Einschätzung eines UN-Sonderberichterstatters international so stark abgeschottet wie noch nie zuvor. Dies sei die Folge drastischer Maßnahmen zum Schutz vor der Pandemie, erklärte der Sonderberichterstatter für das Land, Tomás Ojea Quintana, vor dem Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung. Nordkorea hat seine Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus verhindern.

Die abgebrochenen Beziehungen ins Ausland hätten dramatische Auswirkungen auf die Menschenrechte im Land. Ojea Quintana sagte, die Menschen in Nordkorea seien mit einer Nahrungsmittelknappheit und dem Zusammenbruch ihrer Lebensgrundlage konfrontiert. Kinder und ältere Menschen seien vom Hungertod bedroht.

23.10.2021 • 11:51 Uhr

Britische Regierung schließt erneuten Lockdown aus

Trotz rapide steigender Corona-Zahlen hat die britische Regierung einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. "Dank der Impfstoffe sind wir in einer ganz anderen Situation als vor einem Jahr", sagte der britische Finanzminister Rishi Sunak in einem Interview mit der "Times". Es gebe zwar eine Reihe möglicher Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus im Winter, "aber zu diesen Optionen gehören keine Lockdowns oder andere signifikante Einschränkungen der Wirtschaft".

Die Regierung sieht für den Fall einer Zuspitzung der Corona-Lage in England einen sogenannten Plan B vor, zu dem jedoch lediglich seichte Maßnahmen wie eine Wiedereinführung der Maskenpflicht oder die Empfehlung, wieder von zuhause zu arbeiten, gehören. Trotz zuletzt um die 50.000 Neuinfektionen pro Tag und eines starken Anstiegs der Todesfälle will die Londoner Regierung jedoch selbst diesen Plan B derzeit noch nicht umsetzen. Seit Mitte Juli gelten in England so gut wie keine Corona-Maßnahmen mehr.

23.10.2021 • 11:03 Uhr

Rumänien beschließt nächtliche Ausgangssperre

Mit neuen Lockdown-Maßnahmen will die rumänische Regierung die jüngste Corona-Welle eindämmen. Von Montag an gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre, und für die meisten öffentlichen Veranstaltungen ist ein Gesundheitspass erforderlich. Schulkinder haben zwei Wochen Ferien.

Rumänien hat in diesem Monat Rekordzahlen bei den Infektionen und Todesfällen gemeldet. Die Krankenhäuser arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Das Land hat die zweitniedrigste Impfquote in der Europäischen Union.

23.10.2021 • 13:28 Uhr

KBV-Chef Gassen für Ende des Ausnahmezustands

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, unterstützt die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für ein baldigen Endes des Ausnahmezustands. Die Ankündigung Spahns, die epidemische Lage nationaler Tragweite auslaufen zu lassen, sei "letztlich folgerichtig", sagte der Gassen der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Das bedeute nicht das sofortige Ende aller Maßnahmen. Es werde regional unterschiedliche Herangehensweisen geben, "die natürlich auch von regionalen Faktoren wie Impfquote, Infektionszahlen, Altersverteilung und Krankenhausbelegungen abhängig sind", erklärte Gassen. Dass Infektionsraten im Herbst und Winter ansteigen, sei zu erwarten gewesen und sei nicht nur bei Coronaviren so, sagte Gassen. "Ab einem bestimmten Punkt und einer ausreichenden Vorlaufzeit können wir dazu übergehen, die notwendigen Schutz- und Abwehrmaßnahmen in die Hände der Bürger zu legen", sagte Gassen.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen | CLEMENS BILAN/POOL/EPA-EFE/Shutt

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hält die Entscheidung Spahns für "letztlich folgerichtig". Bild: CLEMENS BILAN/POOL/EPA-EFE/Shutt

23.10.2021 • 10:59 Uhr

Reuters: Mehr als 102.000 Neuinfektionen in den USA

Gesundheitsbehörden in den USA haben binnen eines Tages 102.598 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf offizielle Daten berichtet. Damit haben sich seit dem Beginn der Pandemie mehr als 45,4 Millionen Menschen in den USA mit dem Erreger angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 stieg innerhalb von 24 Stunden um 3220 auf insgesamt 738.256 Fälle.

23.10.2021 • 08:11 Uhr

Mehr als 200.000 Corona-Tote in Peru

Seit dem Ausbruch der Pandemie in Peru sind in dem Land 200.003 Menschen gestorben, nachdem sie sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Peru verzeichnet die weltweit höchste Corona-Todesrate pro Kopf.

Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore zufolge haben sich in dem Land bisher insgesamt fast 2,2 Millionen Menschen mit dem Erreger angesteckt.

23.10.2021 • 07:36 Uhr

Baden-Württemberg: Mit falschem Impfpass zum Zertifikat

Nach Angaben des Landeskriminalamts Baden-Württemberg sind in dem Bundesland mehr als 100 Fälle gemeldet worden, in denen Menschen versuchen, mit einem gefälschten Impfpass das digitale Impfzertifikat in Apotheken zu erhalten. Gegenüber dem SWR kritisierte auch der Landesapothekerverband die zu geringe Fälschungssicherheit der Impfpässe.

23.10.2021 • 07:20 Uhr

Rund 1,5 Millionen Impfungen nicht gemeldet?

Der Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte schätzt, dass rund 1,5 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland vorerst nicht gemeldet wurden. Wie viele Impfungen das genau betreffe, sei unklar, sagte Verbandsvizepräsidentin Anette Wahl-Wachendorf dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die meisten der offiziell bekannten Impfungen seien über das System der Kassenärzte eingegangen. 

Auch das Robert Koch-Institut hatte bereits eingeräumt, dass bundesweit wohl mehr Menschen gegen Covid-19 geimpft seien als zunächst angenommen - ebenfalls mit der Begründung, dass vermutlich nicht alle Impfungen gemeldet wurden und somit in die offiziellen Statistiken eingeflossen sind.

23.10.2021 • 04:52 Uhr

RKI meldet 15.145 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 100

Das Robert Koch-Institut meldet 15.145 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind 4196 Fälle mehr als am Samstag vor einer Woche als 10.949 gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 100,0 von 95,1 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 86 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 95.077.

Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,45 Millionen Corona-Tests positiv aus.

23.10.2021 • 04:52 Uhr

Österreich kündigt möglichen Lockdown für Ungeimpfte an

Die österreichische Regierung hat neue Verschärfungen der Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte beschlossen. Sollten mehr als 600 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sein, werden künftig Ausgangsbeschränkungen für Menschen ohne Impfschutz eingeführt, wie die Regierung nach Angaben der Nachrichtenagentur APA mitteilte. Sie dürften dann ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen.

Ausgenommen davon sind den Angaben zufolge alle, die nicht geimpft werden können, etwa Kinder unter zwölf Jahren. "Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der Ungeimpften zu stolpern", sagte Bundeskanzler Alexander Schallenberg laut APA. Dies müsse verhindert werden. Einen neuen Lockdown für Geimpfte und Genesene schloss der Kanzler aus.

Über dieses Thema berichtete am 23. Oktober 2021 die tagesschau um 09:50 Uhr und Deutschlandfunk um 10:00 Uhr in den Nachrichten.