Zwei Männer schieben eine Bahre mit Leiche vor einen Lkw | AFP
Liveblog

Liveblog zum Coronavirus ++ Mehr als 300.000 Tote in den USA ++

Stand: 14.12.2020 23:28 Uhr

Seit Beginn der Pandemie in den USA sind mehr als 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Niederlande gehen um Mitternacht in einen harten Lockdown. Der Liveblog vom Montag zum Nachlesen.

  • Neue Virusvariante in Großbritannien
  • Kostenlose Abgabe von FFP2-Masken beginnt
  • Elf Millionen Impfstoffdosen bis März für Deutschland
  • Ansturm auf Friseursalons vor Lockdown am Mittwoch
  • CureVac startet entscheidende Impfstoffstudie
  • RKI meldet 16.362 Neuinfektionen in Deutschland
14.12.2020 • 23:28 Uhr

Ende des Liveblogs

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse!

14.12.2020 • 22:15 Uhr

Mehr als 300.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie in den USA sind mehr als 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Die Marke wurde am selben Tag überschritten, an dem in den USA die Impfungen gegen Covid-19 begonnen haben. In keinem anderen Land der Welt sind - in absoluten Zahlen - so viele Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Opfer in Italien, Spanien, Großbritannien und Argentinien höher als in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben.

Am Sonntag waren in den USA 190.920 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden. An den fünf Tagen zuvor hatte diese Zahl jeweils deutlich über 200.000 gelegen. Für Sonntag meldete die JHU zudem 1389 Tote im Zusammenhang mit Corona, am Samstag waren 2352 Todesfälle verzeichnet worden. Am Freitag war mit 3300 Toten der bisherige Höchstwert registriert worden. Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

14.12.2020 • 21:53 Uhr

Höchste Warnstufe in London: Keine Fans für Hauptstadtclubs

Wegen der verschärften Corona-Maßnahmen müssen die Londoner Clubs der Fußball-Premier League vom Mittwoch an wieder ohne Fans im Stadion auskommen. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hatte angekündigt, dass die Hauptstadt wegen der drastisch steigenden Fallzahlen in die höchste Corona-Warnstufe eingruppiert werde. Dies bedeutet unter anderen, dass Zuschauer bei Sport-Events vorerst untersagt sind. Seit Anfang Dezember durften einige Vereine bis zu 2000 Fans bei ihren jeweiligen Heimspielen begrüßen, darunter auch die Londoner Clubs. Die genaue Zahl richtete sich nach den regional geltenden Corona-Beschränkungen.

14.12.2020 • 21:15 Uhr

Unesco fordert Priorisierung von Lehrern bei Impfung

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat die Regierungen weltweit dazu aufgefordert, Lehrern einen vorrangigen Zugang zu Corona-Impfstoffen zu ermöglichen. "Wir glauben, dass Lehrer und pädagogisches Hilfspersonal als eine vorrangige Gruppe betrachtet werden muss", sagte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay in einer Videobotschaft.

Azoulay hob in ihrer gemeinsamen Botschaft mit dem Leiter der Lehrerorganisation Education International (EI), David Edwards, die Leistungen der Lehrer seit Beginn der Corona-Pandemie hervor. Als Schulen und andere Bildungseinrichtungen schließen mussten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, seien "Lehrer und Hilfspersonal an der Front geblieben." Als der Schulunterricht über das Internet stattfand, hätten Lehrer "die Art, wie wir lehren und lernen, neu erfunden", sagten Azoulay und Edwards.

14.12.2020 • 20:31 Uhr

Belgien: 75 Positive nach Nikolaus-Besuch in Seniorenheim

Der Besuch eines Nikolaus-Darstellers in einem belgischen Seniorenheim ist möglicherweise Ursprung eines Corona-Ausbruchs. Die Stadt Mol in der Provinz Antwerpen spricht von einem "Superspreader". Der Mann - ein Angehöriger - sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte sie mit.

Bei 61 Bewohnern und 14 Angestellten fielen demnach mit Stand Sonntag Corona-Tests positiv aus. Ob der Ausbruch tatsächlich auf den Besuch des Sinterklaas, wie der Nikolaus dort heißt, zurückgeht, müsse tiefergehend geprüft werden, hieß es.

14.12.2020 • 20:22 Uhr

US-Behörden: Inzwischen mehr als 298.000 Todesfälle

Die US-Seuchenbehörden CDC haben 1448 weitere Todesfälle gemeldet, insgesamt damit 298.266. Die Zahl der verzeichneten Infektionen stieg um 181.032 auf 16,1 Millionen.

14.12.2020 • 20:16 Uhr

Südafrika verschärft Restriktionen

Angesichts einer steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen verschärft Südafrika zum Auftakt seiner Urlaubssaison ab Mitternacht seine Restriktionen. Dazu gehören strenge Maskenkontrollen in der Öffentlichkeit, aber auch in Bussen und Bahnen oder Büros, gab Präsident Cyril Ramaphosa am Abend in einer TV-Rede bekannt. Bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu sechs Monate Haft.

Öffentliche Versammlungen werden zahlenmäßig auf maximal die Hälfte der Raumkapazität begrenzt. Strände und Parks in Hotspot-Gebieten wie etwa der Garden Route oder der Ostkap-Provinz werden zwischen dem 16. Dezember und dem 3. Januar vorübergehend geschlossen. Zwischen 2300 und 0400 Uhr morgens gelte ein landesweites Ausgehverbot, Restaurants müssen um 2200 Uhr schließen. Das gelte auch für Silvester oder Weihnachten. Zudem wird Alkoholverkauf wieder zeitlich begrenzt.

Der Kap-Staat hat innerhalb der vergangenen Woche einen Anstieg der täglichen Infektionszahlen um 74 Prozent verzeichnet, die Zahl der Toten sei um fast 50 Prozent von über 100 auf nun über 150 pro Tag gestiegen.

14.12.2020 • 19:44 Uhr

Tschechien verschärft Regeln vor Weihnachten

Tschechien verschärft seine Corona-Regeln vor Weihnachten, lässt aber alle Geschäfte geöffnet. Von Freitag an gilt die zweithöchste Corona-Warnstufe des EU-Mitgliedstaats, wie die Minderheitsregierung heute beschloss. "Es war eine sehr schwierige Entscheidung, denn wir wissen selbstverständlich, welche Auswirkungen das für das Leben der Menschen hat", betonte Ministerpräsident Andrej Babis von der populistischen Partei ANO.

Die seit anderthalb Wochen geöffneten Gaststätten und Hotels müssen erneut schließen. Die Betreiber sollen Entschädigungszahlungen erhalten. In Innenräumen und im Freien dürfen sich nur noch maximal sechs Personen treffen. Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Die Weihnachtsferien der Schulen werden vorgezogen. Einzelhandel und Dienstleister wie Friseure bleiben diesmal mit Einschränkungen wie begrenzten Kundenzahlen geöffnet.

Die Maßnahmen waren in Tschechien erst am 3. Dezember größtenteils gelockert worden. Doch in den letzten Tagen nahm die Zahl der täglichen Coronavirus-Neuansteckungen zu.

14.12.2020 • 19:36 Uhr

Türkei: Ausgangssperre an Silvester und Neujahr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat ein fünftägiges Ausgehverbot verhängt. Dies soll in der Silvesternacht um 21.00 Uhr abends beginnen und bis zum 4. Januar andauern. In der Türkei gelten bereits Ausgangsbeschränkungen an Wochenenden und werktags ab 21 Uhr. Supermärkte sind dabei zu bestimmten Zeiten geöffnet.

Die Türkei registrierte am Montag einen neuen Höchststand an täglichen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus - 229 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden gestorben, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca mit. Zudem seien am Montag 29.617 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hat das 83-Millionen-Einwohner Land rund 1,9 Millionen Infektionen und rund 17.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

14.12.2020 • 19:33 Uhr

Niederlande ab Dienstag im Lockdown

Auch die Niederlande gehen in einen harten Lockdown, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verringern. Für die kommenden fünf Wochen kündigte Ministerpräsident Mark Rutte massive Einschränkungen an: Schulen und Kitas bleiben bis zum 19. Januar geschlossen, ebenfalls alle nicht lebenswichtigen Geschäfte. Auch Museen, Zoos, Bibliotheken und andere öffentliche Einrichtungen dürfen keine Besucher mehr empfangen. Rutte appellierte an seine Landsleute, zu Hause zu bleiben, keine unnötigen Ausflüge zu unternehmen und möglichst bis Mitte März nicht ins Ausland zu reisen. Die neuen Maßnahmen gelten ab 0.00 Uhr.

14.12.2020 • 18:57 Uhr

So ansteckend wie Erwachsene?

Erstmals seit dem Ende des Lockdowns im Frühjahr sind auch Kitas und Schulen wieder von verschärften Maßnahmen betroffen. Es wurde in den vergangenen Monaten viel gestritten, wie ansteckend Kinder sind, wie hoch die Viruslast bei ihnen ist und wie sehr sie selbst vom Virus betroffen sein können. All das soll weiter untersucht werden.

14.12.2020 • 18:49 Uhr

Mallorca verschärft zu Weihnachten Maßnahmen

Wegen steigender Infektionszahlen werden die Corona-Maßnahmen auf Mallorca über Weihnachten wieder verschärft. Von Dienstag an gilt erneut die höchste Stufe des insgesamt fünfstufigen (0 bis 4) Corona-Protokolls, wie die Regierungschefin der Balearen, Francina Armengol, mitteilte. Die Einschränkungen sollten zunächst bis zum 28. Dezember gelten und dann erneut auf den Prüfstand. Wer aus dem Ausland und dem Rest Spaniens auf die Balearen reist, muss einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Kinder unter sechs Jahren sind ausgenommen; das Testergebnis kann auch auf Deutsch abgefasst sein.

Auf Mallorca sind nun über die Festtage nur noch Treffen von maximal sechs Personen erlaubt. In geschlossenen Räumen dürfen sich zudem nur Personen aus zwei Haushalten zusammenfinden. Das ist strenger als im Rest Spaniens, wo die Obergrenze meist bei zehn Personen aus maximal zwei Haushalten liegt. Die nächtliche Ausgangsbeschränkung gilt weiter von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr, nachdem geplant war, diese Beschränkung an den Feiertagen zu lockern.

Gaststätten dürfen keine Gäste mehr in den Innenräumen bedienen, können dafür aber ab Donnerstag in den Außenbereichen 75 Prozent der Plätze besetzen, wie die deutschsprachige "Mallorca-Zeitung" berichtete. In größeren Geschäften sollen nur 30 Prozent und in kleineren Läden nur 50 Prozent der normalerweise zugelassenen Kunden gleichzeitig einkaufen dürfen. Theater und Kinos sowie Kirchen dürfen geöffnet bleiben, allerdings bei reduzierter Besucherzahl.

14.12.2020 • 18:41 Uhr

Impfen - wie weit sind die Länder?

Während einige Länder bereits gegen das Coronavirus impfen, warten andere noch auf eine Zulassung. Ein Überblick über den Stand der Dinge in verschiedenen Staaten:

14.12.2020 • 18:37 Uhr

Erstmals seit zehn Monaten: Parlamentssitzung in Straßburg

Das erste Mal in zehn Monaten hat das Europaparlament seine Plenarsitzung wieder an seinem Sitz im französischen Straßburg begonnen. Parlamentspräsident David Sassoli sagte bei der symbolischen Eröffnung, er sei wirklich gerührt, wieder in der Stadt zu sein. Er wolle eine Botschaft der Freundschaft, Solidarität und Zusammenarbeit an die Elsass-Metropole senden. Nach wie vor tagt das Parlament hauptsächlich digital. Nur vereinzelte Abgeordnete waren in Straßburg anwesend. Nach der Eröffnung wurde die Sitzung wieder aus Brüssel heraus geleitet.

Der Sitz des Europaparlaments in Straßburg ist in den EU-Verträgen festgelegt. Normalerweise ziehen die Abgeordneten allmonatlich von Brüssel in die ostfranzösische Stadt um. Wegen der Corona-Krise hatte das Parlament seit Februar in der belgischen Hauptstadt getagt.

14.12.2020 • 18:25 Uhr

Wird "click & collect" erlaubt sein?

Die Modeshops, Elektronikketten, Buch- und Möbelhändler fürchten, dass ihnen die Online-Händler das Geschäft in der Lockdown-Zeit wegnehmen. Deshalb appelliert der Handelsverband Deutschland (HDE) an die Politik, den Einzelhändlern im Lockdown weiterhin die Übergabe von im Internet bestellter Ware ("click & collect") in den Läden zu erlauben.

14.12.2020 • 17:59 Uhr

Höchste Corona-Warnstufe in London - neue Virus-Variante

Angesichts drastisch steigender Fallzahlen gilt in der britischen Hauptstadt und Teilen von Südost-Engalnd von Mittwoch an wieder die höchste Corona-Warnstufe. Restaurants und Pubs, Kinos und Theater müssen wieder schließen. Außerdem gelten strengere Kontaktbeschränkungen.

Für die hohen Fallzahlen könne unter anderem eine neue Variante des Virus verantwortlich sein, die "in Verbindung mit der schnelleren Ausbreitung im Süden von England" in Verbindung stehen könne, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. Bislang seien 1000 Fälle festgestellt worden. Man habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) informiert.

Der Top-Notfall-Experte der WHO, Mike Ryan, betonte, die Behörden würden die neue Variante nun prüfen. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass sich der Stamm anders verhält als bestehende Virustypen. "Wir haben viele Varianten gesehen, dieses Virus entwickelt sich und verändert sich im Laufe der Zeit", so Ryan.

14.12.2020 • 17:54 Uhr

Schulen im Lockdown: Wie die Länder die Schließungen regeln

Ab spätestens Mittwoch sollen Schulen und Kitas in Deutschland geschlossen werden oder es wird die Präsenzpflicht ausgesetzt. Das gilt zunächst bis zum 10. Januar in allen Bundesländern und doch gibt es teils unterschiedliche Regeln.

14.12.2020 • 17:36 Uhr

Vor Lockdown: Spahn und Wieler geben Pressekonferenz

Einen Tag vor Inkrafttreten des bundesweiten Lockdowns wollen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, am Dienstag um 11.30 Uhr in Berlin zur "Corona-Lage vor Weihnachten" äußern. An der Pressekonferenz nehmen auch die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, und die Virologin Sandra Ciesek teil.

14.12.2020 • 17:27 Uhr

Deutsche sorgen sich um Zusammenhalt der Gesellschaft

Die Menschen in Deutschland sorgen sich um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Corona-Krise. Laut einer Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung befürchteten im November 90 Prozent der Befragten, die Gesellschaft drifte auseinander. Im Juni war der Anteil mit 84 Prozent bereits "enorm hoch", befand die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung, Bettina Kohlrausch.

Auch die Bertelsmann-Stiftung untersuchte diesen Aspekt. Griet von Petersdorff stellt die Ergebnisse vor.

14.12.2020 • 17:22 Uhr

EMA gerät unter Druck

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sieht sich unter wachsendem Druck von EU-Regierungen, eine Zulassung der Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zu beschleunigen. Der Druck sei seit der Notfallzulassungen in Großbritannien und den USA gewachsen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Insider. Die EMA hatte angekündigt, dass sie bis zum 29. Dezember eine Entscheidung treffen werde. In Großbritannien und den USA wird der Impfstoff dagegen schon verabreicht. Das hat in der EU eine Debatte ausgelöst, warum ein in Deutschland entwickelter Impfstoff erst so spät eingesetzt wird.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hatte diese Debatte mit einem Tweet angeheizt, in dem er schrieb: "Alle nötigen Daten zu Biontech liegen vor. UK + US haben bereits Zulassungen erteilt." Eine Prüfung der Daten und die Zulassung durch die EMA sollten schnellstmöglich erfolgen. Sein Sprecher betonte nun jedoch, Spahn habe damit nicht sagen wollen, dass es auch für Deutschland eine nationale Notfallzulassung geben solle. Man erwarte eine Zulassung am 29. Dezember und erwarte, dass bis März elf Millionen Impfdosen zu Biontech für Deutschland zur Verfügung stünden - drei bis vier Millionen davon im Januar.

"Wir tun alles dafür, dass noch im Dezember losgehen kann mit dem Impfen», sagte Spahn im "Polittalk aus der Hauptstadt". Ein konkretes Datum nannte er aber nicht.

14.12.2020 • 17:05 Uhr

Mehr Schnelltests für Besucher von Pflegeheimen

Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenverbände (BAGSO), Franz Müntefering, fordert mehr Schnelltests für Besucher von Alten- und Pflegeheimen. Diese Tests seien noch "längst nicht überall realisierbar", sagte Müntefering im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. "Das heißt, hier wird sozusagen durch die Hintertür versucht, den Besuch dann doch wieder auszuschließen." Der gute Wille sei bei den staatlichen Stellen und Heimen vorhanden - "das Problem liegt hier überall bei der Praktikabilität". Oft würden "die Heime ganz schön alleine" gelassen: "Denn die sind im Personal so knapp." Ein komplettes Isolieren von Heimbewohnern sei mit den Grundrechten nicht vereinbar: "Man kann auch an Einsamkeit sterben."

Franz Müntefering | picture alliance / dpa

Bild: picture alliance / dpa

Mit Blick auf das Feiern an Weihnachten allerdings habe "Frau Merkel schon recht: Besser in diesem Jahr kurz halten und vorsichtig sein und im nächsten Jahr wieder alle zusammen und groß, als im nächsten Jahr dann auf einige verzichten zu müssen, wenn man jetzt zu waghalsig ist dabei."

14.12.2020 • 16:59 Uhr

Montgomery: "Die Kontaktregeln für Weihnachten sind zu lax"

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery geht davon aus, dass der verschärfte Lockdown über den 10. Januar hinaus Bestand haben wird. Montgomery sagte dem SWR, das Datum sei vom Infektionsschutzgesetz vorgegeben. Er halte den Zeitpunkt nicht für realistisch, um den Lockdown zu beenden. Der Termin könne allenfalls ein Zwischenschritt sein. Hier sei Ehrlichkeit gefragt. An den Lockdown werde sich eine Phase des langsamen Aussteigens anschließen, die sich weit in das Frühjahr hineinziehen werde. Erst im Sommer mit erfolgten Impfungen erwartet Montgomery eine Phase, "die ein bisschen wieder unserem früheren Leben ähnelt".

Frank Ulrich Montgomery

Kritisch sieht er die über Weihnachten von Bund und Ländern beschlossene Lockerung der Kontaktbeschränkungen, wonach vom 24. bis zu 26. Dezember ein Hausstand mit bis zu vier Personen aus dem engsten Familienkreis zusammenkommen darf. Die Regelung sei auf das "emotionale Gefühl von Weihnachten aufgestellt". Ihm persönlich sei das zu lax: "Es ist eine Öffnungsmöglichkeit - man muss das ja nicht machen." Wer Weihnachten wie gewohnt feiere, mit vielen Menschen, ohne Abstand und ohne Maske, "der geht ein großes Risiko ein, dass er mit diesen Menschen das nächste Weihnachten nicht mehr wird feiern können".

14.12.2020 • 16:54 Uhr

Intensivstationen in Hessen zu 90 Prozent ausgelastet

Die Lage in den hessischen Krankenhäusern ist angespannt. Aktuell würden knapp 2400 Corona-Patienten behandelt, sagt der hessische Gesundheitsminister Kai Klose. "Es sind noch 55 Intensivbetten frei, die explizit auch für Covid-19 Patientinnen und Patienten vorbehalten werden." Die Auslastung der Intensivstationen liege bei um die 90 Prozent.

14.12.2020 • 16:53 Uhr

Höchste Zahl an November-Toten in Schweden seit 1918

In Schweden sind im vergangenen Monat so viele Menschen gestorben wie in keinem November der vergangenen 100 Jahre. Während die Corona-Zahlen stark zugenommen haben, starben im November 2020 insgesamt 8088 Menschen in dem EU-Land mit seinem Corona-Sonderweg. Dies entspreche einer Übersterblichkeit von zehn Prozent im Vergleich zu den entsprechenden Monaten 2015 bis 2019, teilte die schwedische Statistikbehörde (SCB) mit. "Das ist die höchste gemessene Anzahl an Todesfällen in einem November seit 1918. Das war das Jahr, in dem die Spanische Grippe ausgebrochen ist", erklärte der SCB-Bevölkerungsstatistiker Tomas Johansson. Damals seien im November 16.600 Menschen in Schweden gestorben. Der Höchststand seit 2000 stamme aus dem Jahr 2002, als 7720 Todesfälle registriert worden seien

14.12.2020 • 16:49 Uhr

Ab Dienstag kostenlose Abgabe von FFP2-Masken

Über 60-Jährige sowie Menschen mit Vorerkrankungen wie etwa chronische Lungenkrankheiten, Asthma, Herzinsuffizienz oder Diabetes können sich von morgen an drei kostenlose FFP2-Schutzmasken in der Apotheke abholen. Das bestätigte das Bundesgesundheitsministerium. Dann tritt die Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung in Kraft, auf deren Grundlage Anspruchsberechtigte bis zum 6. Januar die Masken abholen können.

Nach Angaben des Ministeriumssprechers genügen in der Apotheke die Vorlage des Personalausweises oder eine "nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen". Zur Abholung können auch andere Personen bevollmächtigt werden, hieß es.

Ab Januar sollen berechtigte Patienten in einem zweiten Schritt mit weiteren Masken versorgt werden, wie das Ministerium weiter mitteilte. Alle Berechtigten erhielten dann zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihrer Krankenkasse oder privaten Krankenversicherung. Diese könnten sie in zwei klar definierten Zeiträumen einlösen. Sie müssten dann pro eingelöstem Coupon einen Eigenanteil von zwei Euro zuzahlen.

14.12.2020 • 16:37 Uhr

New Yorker Krankenschwester als erste geimpft

Als erster Mensch in den USA ist eine New Yorker Krankenschwester mit dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer geimpft worden. Die Impfung von Sandra Lindsay vom Krankenhaus Long Island Jewish Medical Center im Stadtteil Queens wurdeim US-Fernsehen übertragen. Die Spritze habe sich "nicht anders angefühlt als irgendeine andere Impfung", sagte die Krankenschwester für Intensivmedizin anschließend. "Ich fühle mich großartig. Ich fühle mich erleichtert."

Der Pfizer-Biontech-Impfstoff hatte am Freitag als erstes Vakzin eine Notfallzulassung in den USA erhalten. Daraufhin begann eine riesige Logistik-Aktion, um den Impfstoff im ganzen Land zu verteilen. Zunächst sollen Gesundheitspersonal und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden.

Die USA sind das Land mit den meisten bestätigten Corona-Infektionen und Todesfällen weltweit. Nach Zahlen der Johns Hopkins-Universität wurden inzwischen mehr als 16,2 Millionen Infektionen registriert. Knapp 300.000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion.

14.12.2020 • 16:14 Uhr

Institut: Corona-Hilfsgelder halten "Zombie"-Firmen am Leben

Das dicke Ende der Corona-Krise kommt aus Sicht von Finanzmarktexperten erst noch. Die staatlichen Finanzspritzen stabilisierten die Wirtschaft, hielten auch eigentlich insolvente "Zombie"-Unternehmen künstlich am Leben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Mannheimer Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter 174 Finanzmarktexperten.

Innerhalb der kommenden sechs Monate wird die Zahl der Unternehmenspleiten nach Ansicht von 55 Prozent der Befragten stark, von 43 Prozent leicht ansteigen. Auch werde die Anzahl von "Zombie"-Unternehmen wachsen - nach Meinung von 39 der Befragten stark, von 58 Prozent gering. Grund dafür ist nach Angaben von 61 Prozent das zeitweise Aussetzen der Insolvenzantragspflicht. Die Umfrage wurde im Dezember vorgenommen.

14.12.2020 • 15:59 Uhr

Wegen Corona-Kontakt: Günther sagt Termine ab

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat wegen eines Corona-Kontakts bis auf weiteres alle öffentlichen Termine abgesagt. Der Ministerpräsident habe zu einer Person, die inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, Kontakt gehabt, sagte ein Regierungssprecher in Kiel. Günther, der stets eine FFP2-Maske in der Öffentlichkeit trage und die Hygieneregeln einhalte, habe bereits einen PCR-Test auf das Virus gemacht. Bis das Ergebnis vorliege, werde Günther auf öffentliche Termine verzichten.

14.12.2020 • 15:56 Uhr

Erste Corona-Impfung live im US-Fernsehen übertragen

Nach einer Notfallzulassung haben am Morgen (Ortszeit) in den USA die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Der Fernsehsender CNN übertrug Bilder von der Impfung einer Krankenschwester mit dem Mittel des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer im Osten des New Yorker Stadtteils Queens.

Laut CNN sollten am Montag in allen Bundesstaaten erste Impfungen anlaufen. Am Montagmorgen haben Fernsehsender Bilder gezeigt, wie die Kühlboxen mit dem Impfstoff in mehreren Krankenhäusern im Land angeliefert werden. Die Vereinigten Staaten erleben aktuell erneut eine verheerende Welle der Pandemie. Für den Montag wurde erwartet, dass in den USA die Marke von 300.000 Toten überschritten würde.

14.12.2020 • 15:51 Uhr

Verteilung von FFP2-Masken für Risikogruppen ab Dienstag

Ab Dienstag können rund 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) soll dazu morgen in Kraft treten, wie ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Die Ausgabe der Schutzmasken erfolgt in einem stufenweisen Verfahren. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. In einem ersten Schritt sollen ab Dienstag über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Zum Abholen ist Zeit bis zum 6. Januar.

Laut Informationen des Ministeriums genügt dazu die Vorlage des Personalausweises "oder die nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen". Zur Abholung könne auch eine andere Person bevollmächtigt werden. Im zweiten Schritt können diese Menschen ab 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten. Dafür sollen sie von der Krankenkasse Coupons für zweimal je sechs FFP2-Masken bekommen - vorgesehen ist dafür dann ein Eigenanteil von jeweils 2 Euro für je sechs Masken.

14.12.2020 • 15:35 Uhr

Netanyahu erneut in Isolation

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich nach einer Begegnung mit einer coronainfizierten Person vorsorglich in Isolation begeben. Die Maßnahme gelte bis Freitag, teilte das Büro des Regierungschefs mit. Der 71-Jährige hatte sich demnach am Sonntag und Montag Tests unterzogen, beide fielen negativ aus. Netanyahu hatte sich nach Kontakten mit Corona-Infizierten bereits im Frühjahr zwei Mal in Isolation begeben.

14.12.2020 • 15:24 Uhr

Russisches Institut: Sputnik V schützt zu 91,4 Prozent

Die Entwickler des russischen Coronavirus-Impfstoffs Sputnik V erklären, dieser erzeuge einen Schutz von 91,4 Prozent vor der Lungenkrankheit Covid-19. Dies gehe aus den Ergebnissen eine Studie mit 22.714 Teilnehmern hervor, teilten die Forscher des Gamaleya-Instituts mit.

14.12.2020 • 15:06 Uhr

Moderna erwartet Zulassung Mitte Januar

Die Firma Moderna geht davon aus, für seinen Corona-Impfstoff im Januar die Zulassung zu erhalten. "Wir erwarten die Genehmigung für die EU und damit für Deutschland am 12. Januar", wurde Dan Staner zitiert. "Sobald wir die Genehmigung erhalten haben, können wir liefern."

14.12.2020 • 15:02 Uhr

Für Schulbetrieb im Januar "alle Szenarien" vorbereiten

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) spricht sich dafür aus, sich auf eine mögliche Fortsetzung der Schulschließungen auch über den 10. Januar hinaus vorzubereiten. "Der Betrieb von Schulen und Kitas hat auch in Zukunft eine hohe Priorität", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Trotzdem ist es gut, wenn alle möglichen Szenarien des Betriebs nach dem 10. Januar durchlaufen werden, um sich gut vorzubereiten."

14.12.2020 • 14:59 Uhr

Mai Thi Nguyen-Kim zur "Journalistin des Jahres 2020" gewählt

Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim ist von der Branchenzeitschrift "Medium Magazin" zur "Journalistin des Jahres 2020" gewählt worden. Sie werde für ihre "herausragende Aufklärungsarbeit" über die Corona-Pandemie geehrt, teilte das Magazin mit. Die Chemikerin und Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim wurde seit Ausbruch der Pandemie vielen Youtube-Nutzern durch ihren Wissenschafts-Kanal "maiLab" bekannt, der Teil des Content-Netzwerks Funk von ARD und ZDF ist.

In den Videos versucht die Journalistin, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für Laien zu erklären. Ein Video über Corona wurde im Frühjahr schon nach nur kurzer Zeit millionenfach angeklickt. Sie trat auch in den tagesthemen als Kommentatorin auf. Die Journalistin wurde bereits mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und erhielt auch eine Goldene Kamera für ihre Arbeit.

Mai Thi Nguyen-Kim | dpa

Bild: dpa

14.12.2020 • 14:47 Uhr

Belgien meldet kleine Erfolge

Vor anderthalb Monaten verzeichnete Belgien die meisten Infektionen in der EU. Aber Mitte Oktober war klar: So kann es nicht weitergehen. Die Belgierinnen und Belgier mussten sich drastisch einschränken. Die Infektionszahlen normalisieren sich allmählich etwas. Und damit dies so bleibt, gelten die strengen Regeln auch über die Festtage. Ein Bericht von Jakob Mayr.

14.12.2020 • 14:25 Uhr

Jetzt auch als App: "Re-open EU" klärt Corona-Fragen für EU-Länder

Darf ich nach Frankreich reisen? Muss ich in Italien eine Maske tragen? Gibt es in Österreich eine Corona-App? Bei solchen Fragen soll ab sofort der Griff zum Handy weiterhelfen. Die "Re-open EU"-App der EU-Kommission bietet aktuelle Informationen etwa zur Gesundheitssituation, Sicherheitsvorkehrungen oder Reisebeschränkungen, und zwar für alle EU-Staaten sowie die Mitglieder des grenzkontrollfreien Schengenraums Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Nutzer können sich auch über nationale Quarantäne- und Test-Regeln sowie Warn- und Nachverfolgungs-Apps informieren, wie die EU-Kommission mitteilte. Die App kann für Android- und Apple-Geräte heruntergeladen werden und bietet Informationen in den 24 offiziellen Sprachen der EU an.

Bereits im Juni hatte die EU-Kommission die "Re-open EU"-Website gestartet. Der EU-Kommission zufolge ist die Seite bereits mehr als acht Millionen Mal besucht worden.

14.12.2020 • 14:10 Uhr

Massenimpfungen in Abu Dhabi

In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, wird seit heute ein Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm gegen das Coronavirus verabreicht. Der Golfstaat gehört damit zu den ersten Ländern der Welt, in denen Massenimpfungen starten. Um sich impfen zu lassen, können die Einwohner von Abu Dhabi einen Termin über eine Hotline der Gesundheitsbehörde buchen. Berichten zufolge sind mindestens 45 Krankenhäuser und Kliniken in der Stadt mit dem Impfstoff ausgestattet. Nach offiziellen Angaben wird der Sinopharm-Impfstoff kostenlos und in zwei Impfdosen im Abstand von 21 Tagen verabreicht.

Die Emirate gehören zu den Ländern, in der das chinesische Unternehmen Sinopharm seinen Impfstoff in der dritten und letzten Studienphase erprobt hatte. Der chinesische Impfstoff war in der wohlhabenden Golfnation erst vor wenigen Tagen für die Allgemeinheit zugelassen worden.

14.12.2020 • 13:57 Uhr

In Bayern gibt es auch Pakete am Sonntag

Bayern will angesichts des Lockdowns die Auslieferung von Paketen am vierten Adventssonntag (20. Dezember) bis zur Haustür erlauben. Das teilt die Staatsregierung nach einer Kabinettssitzung mit. Die Deutsche Post und andere Paketdienstleister rechnen mit einer Bestell-Lawine vor Weihnachten, weil die meisten Läden ab Mittwoch schließen müssen.

Zugleich äußerste der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die Sorge, dass die Corona-Einschränkungen am 10. Januar nicht wieder komplett aufgehoben werden können. "Ich glaube nicht, dass das am 10. Januar alles vorbei ist." Corona sei "außer Kontrolle". Der Ministerpräsident sagte, er glaube auch nicht, dass "die Schule ab dem 10. Januar einfach so weitergeht".

14.12.2020 • 13:49 Uhr

Massentest in Österreich unter den Erwartungen

Mit einer landesweiten Beteiligung von 60 Prozent hatte die österreichische Regierung gerechnet. Doch so viele Menschen beteiligten sich längst nicht an den kostenlosen Corona-Massentests. Ein Bericht von Clemens Verenkotte.

14.12.2020 • 13:45 Uhr

Söder fordert Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus dem Weihnachtsurlaub im Ausland. Er werde in dieser Woche mit dem Bund darüber sprechen, kündigt der CSU-Chef an. Man habe im Sommer gelernt, dass viele Infektionen von Rückkehrern aus Süd- oder Südosteuropa nach Deutschland getragen worden seien. Die Flughäfen meldeten, dass viele Flüge rund um die Feiertage bereits ausgebucht seien. Bisher gilt für Rückkehrer eine Quarantänepflicht.

14.12.2020 • 13:31 Uhr

EZB zu weiteren Hilfen bereit

Die Europäische Zentralbank wird nach den Worten des Notenbank-Direktors, Fabio Panetta, mit weiteren Hilfen die Konjunktur im Euro-Raum stützen, sollte dies nötig sein. Dies gelte auch für den Fall, dass ein unerwünschter Kursanstieg des Euro die Wirtschaft belaste, sagte er auf dem Rom Investment Forum 2020. "Wir sind bereit, alle unsere Instrumente anzupassen, falls Gefahren für den Ausblick entstehen, einschließlich solcher, die von Wechselkursdynamiken herrühren", so Panetta. Die Stabilisierungsanstrengungen sollten anhalten, bis die Wirtschaft wieder auf einen soliden, beständigen Erholungspfad eingeschwenkt ist.

Die EZB hatte erst in der vergangenen Woche ein umfassendes neues Hilfspaket auf den Weg gebracht, um der von der zweiten Pandemiewelle gebeutelten Konjunktur im Euro-Raum unter die Arme zu greifen. Sie beschloss unter anderem weitere Anleihekäufe von 500 Milliarden Euro in ihrem Pandemie-Programm PEPP.

14.12.2020 • 13:18 Uhr

Lücken bei Versorgung von Krebspatienten befürchtet

Angesichts der zunehmenden Belastung der Kliniken wegen Covid-19-Patienten warnen Experten davor, Krebskranke zu vernachlässigen. "Immer mehr onkologische Eingriffe werden verschoben, diagnostische Untersuchungen und Nachsorge teilweise stark zurückgefahren", kritisierte die Corona Task Force von Deutscher Krebshilfe, Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Deutscher Krebsgesellschaft (DKG).

DKFZ-Chef Michael Baumann sagte in Heidelberg, bei einer weiteren Verschärfung der Lage an den Kliniken könne eine Versorgung aller schwerkranken Menschen nicht mehr gewährleistet werden. "Dazu zählen insbesondere die 1400 Patienten, die Tag für Tag neu an Krebs erkranken."

14.12.2020 • 13:14 Uhr

Regierung prüft offenbar Corona-Impfpflicht für Bundeswehr

Das Bundesverteidigungsministerium prüft nach Informationen des "Spiegel" eine verpflichtende Corona-Impfung für alle rund 180.000 Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten. Bereits vor etwa drei Wochen habe der zuständige Generalarzt eine entsprechende Empfehlung abgegeben, berichtete das Magazin. Begründet worden sei dies unter anderem mit dem engen Zusammenleben der Soldaten in Kasernen und bei Übungen.

Bundeswehr-Soldaten sind auch bisher schon zu einem sogenannten Basis-Impfschutz verpflichtet. In diese Vorgabe soll laut "Spiegel" gemäß der truppenärztlichen Empfehlung auch die Impfung gegen das Coronavirus aufgenommen werden. Stimmt das Verteidigungsministerium dem zu, wäre die Impfung für alle Soldaten eine "duldungspflichtige Maßnahme". Eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus lehnt die Bundesregierung ab.

14.12.2020 • 13:09 Uhr

Berlin weist Kritik des Handels an Corona-Hilfen zurück

Die Bundesregierung hat Kritik des Einzelhandels an den staatlichen Corona-Finanzhilfen beim harten Lockdown zurückgewiesen. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, die Hilfen für Unternehmen seien seit Beginn der Krise großzügig und umfassend. Firmen bekämen mit der Verlängerung der Überbrückungshilfe III bis Ende Juni eine klare Unterstützungsperspektive, um Arbeitsplätze zu erhalten und ihren Betrieb fortzuführen. Angesichts des harten Lockdowns ab Mittwoch hatte die Bundesregierung eine Ausweitung der Corona-Finanzhilfen angekündigt. Bei der Überbrückungshilfe III, die ab Januar gilt, soll der Höchstbetrag von 200.000 Euro auf 500.000 Euro erhöht werden. Der maximale Zuschuss ist demnach geplant für direkt und indirekt von Schließungen betroffene Unternehmen. Erstattet werden bis zu 90 Prozent betrieblicher Fixkosten wie Mieten und Pachten.

Der Einzelhandel sieht sich aber gegenüber etwa der Gastronomie benachteiligt. Die bisher vorgesehenen Gelder reichten bei weitem nicht aus, um eine Pleitewelle in den Innenstädten zu verhindern, kritisierte der Handelsverband Deutschland (HDE). Der HDE forderte für den Dezember die gleiche Unterstützung, welche die seit Anfang November geschlossene Gastronomie erhält. Bei den November-und Dezemberhilfen werden Umsatzausfälle erstattet.

14.12.2020 • 12:39 Uhr

CDU wählt neuen Vorsitzenden bei Online-Parteitag Mitte Januar

Nach fast einjähriger Hängepartie wegen der Corona-Pandemie will die CDU ihren neuen Vorsitzenden Mitte Januar auf einem fast vollständig digitalen Parteitag wählen. Der CDU-Vorstand beschloss mit großer Mehrheit in einer Schaltkonferenz, dass der CDU-Chef am 16. Januar digital und mit abschließender Briefwahl gewählt werden soll. Zuvor hatte es wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen eine Diskussion im Parteipräsidium über eine neuerliche Verschiebung gegeben.

14.12.2020 • 12:31 Uhr

Sachsen schon im Lockdown

Was bundesweit ab Mittwoch gilt, ist in Sachsen bereits seit heute Regel. Das Land ist im Lockdown - ein Stimmungsbericht von Ingo Groß.

14.12.2020 • 12:26 Uhr

EU soll bis zu 65 Mio Impfdosen an ärmere Staaten spenden

Frankreich schlägt nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters vor, dass die EU bis zu 65 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spendet. Das wären fünf Prozent der insgesamt 1,3 Milliarden Impfdosen, die sich die EU vorab bei Herstellern wie Pfizer/Biontech, Moderna, Johnson & Johnson, AstraZeneca/Oxford, Sanofi/GSK und CureVac gesichert hat. Das geht aus einem französischen Dokument hervor, das Reuters einsehen konnte. Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, muss es allerdings von allen 27-EU-Mitgliedstaaten grünes Licht bekommen.

14.12.2020 • 12:14 Uhr

Elf Millionen Biontech-Impfstoffdosen bis März

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet fest damit, dass bis Ende Dezember die Zulassung für den Biotech-Impfstoff gegen das Coronavirus erteilt wird. Dann würden allein im Januar drei bis vier Millionen Dosen in Deutschland zur Verfügung stehen. Bis März sollen es elf Millionen Dosen sein, sagte der Sprecher weiter.

14.12.2020 • 12:06 Uhr

Scholz: "Das Coronavirus ist eine Naturkatastrophe"

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die hohen Beträge verteidigt, die der Bund für die Wirtschaft in der Pandemie zur Verfügung stellt. Das Coronavirus sei "eine Naturkatastrophe, vergleichbar mit einem Erdbeben oder einem Vulkanausbruch", sagte er der "Passauer Neuen Presse". In solchen Fällen dürfe es kein Zaudern geben. Im Haushaltsansatz 2021 sei bereits berücksichtigt, dass "wir immense Hilfe leisten müssen".  39 Milliarden Euro stünden für Wirtschafts- und Überbrückungshilfen im kommenden Jahr zur Verfügung. Überdies gebe es einen "zusätzlichen Spielraum von 35 Milliarden Euro".

Der Bundestag habe also mit dem kürzlich beschlossenen Haushalt für das kommende Jahr "Vorsorge getroffen", sagte Scholz der Zeitung. Zugleich betonte der Vizekanzler, dass sich der Bund die Zahlungen leisten könne: "Wir sind auf eine lange Auseinandersetzung mit dem Virus vorbereitet."

14.12.2020 • 11:58 Uhr

Zehn Straftaten und drei verletzte Polizisten bei Connewitz-Randale

Nach der erneuten Randale im Leipziger Stadtteil Connewitz ermittelt die Polizei wegen mehr als zehn Straftaten. Dazu zählten Landfriedensbruch, Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein Verdächtiger sei vorläufig festgenommen worden. Zudem seien rund 40 Verstöße gegen die sächsische Coronaschutzverordnung festgestellt worden. Drei Polizisten seien verletzt worden.

14.12.2020 • 11:37 Uhr

Corona-Impfungen in den USA und Kanada kurz vor dem Start

Nur drei Tage nach der Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sollen in den USA am Montag die ersten Menschen geimpft werden. Die Impfdosen seien "verladen und auf dem Weg", schrieb Präsident Donald Trump auf Twitter. "Gute Besserung, USA. Gute Besserung, Welt", fügte er hinzu. Zuerst sollen das Gesundheitspersonal und Pflegeheimbewohner geimpft werden. Der Biontech-Pfizer-Impfstoff hatte erst am Freitag eine Notfallzulassung in den USA erhalten.

Auch in Großbritannien, Kanada und weiteren Ländern ist der Biontech-Pfizer-Impfstoff bereits zugelassen. In Großbritannien begannen die Impfungen bereits am Dienstag vergangener Woche. In Kanada sollten sie ebenfalls noch am Montag starten.

14.12.2020 • 11:31 Uhr

Antarktis-Forschungsstation soll direkt versorgt werden

Wegen der weltweiten Corona-Pandemie wird die deutsche Antarktis-Forschungsstation Neumayer III in diesem Jahr ausnahmsweise direkt von Deutschland aus per Schiff versorgt. Wie das Alfred-Wegener-Institut mitteilte, wird der Forschungseisbrecher "Polarstern" kurz vor Weihnachten ohne Zwischenstopp in die Antarktis fahren. Er bringt Nachschub sowie Techniker und eine Austauschcrew zu der Station.

Üblicherweise erfolgt die Anreise per Flugzeug über Zwischenstopps in Südafrika und einer russischen Antarktisstation. Durch die Non-Stop-Fahrt soll das Risiko einer Einschleppung des Coronavirus reduziert werden. Alle Teilnehmer der Fahrt begäben sich vorher in strikte Quarantäne und würden mehrfach getestet, hieß es.

14.12.2020 • 11:22 Uhr

Ansturm auf Friseursalons

Kurz vor dem ab Mittwoch geltenden Lockdown verzeichnen Friseure nach Verbandsangaben noch einmal einen "riesigen Kundenansturm". Viele verlängerten an den letzten beiden Tagen ihre Öffnungszeiten, um möglichst viele Kunden zu bedienen, sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. "Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, aber die Friseure sind absolut verzweifelt."

Normalerweise sei der Dezember für Salons der umsatzstärkste Monat des Jahres, da sich kurz vor den Feiertagen noch mal viele Menschen die Haare schneiden ließen. "Dieser zweite Lockdown bedroht die Existenzen unseres kleinteiligen Handwerks", sagte Müller. Über das gesamte Jahr rechnet der Verband mit Umsatzeinbrüchen von rund 30 Prozent. Im Frühjahr mussten die Friseure schon einmal für sechs Wochen schließen und durften anschließend unter Auflagen wie Mindestabstand zwischen den Frisierplätzen wieder öffnen.

14.12.2020 • 11:15 Uhr

Regierung erwartet keine erneute Rezession

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die ab Mittwoch geltenden Einschränkungen die deutsche Wirtschaft nicht erneut in eine Rezession stürzen werden.

14.12.2020 • 11:06 Uhr

Experten warnen vor Corona-Risiko für Raucher

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sieht in der Gefahr von Corona-Infektionen einen zusätzlichen Grund dafür, mit dem Rauchen aufzuhören. Raucher mit geschädigtem Bronchialsystem hätten "nach aktueller Datenlage ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf", erklärte BZgA-Chefin Heidrun Thaiss.

Studien legten auch nahe, dass Raucher anfälliger für Ansteckungen seien. Dabei spielten rauchertypische Gewohnheiten eine Rolle. So würden beim Rauchen regelmäßig die Finger nahe an das Gesicht gebracht, erläuterte Thaiss. Sie wies zugleich darauf hin, dass es zu den Zusammenhängen von Rauchen und Corona bislang nur wenige aussagekräftige wissenschaftliche Studien gebe. Bekannt sei aber auch generell, dass Rauchen das Immunsystem schwäche und anfälliger für Atemwegserkrankungen mache. Prinzipiell sei es "zu jedem Zeitpunkt empfehlenswert, mit dem Rauchen aufzuhören", betonte sie.

14.12.2020 • 10:49 Uhr

Singapur lässt Biontech-Impfstoff zu

Singapur hat den Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen. Bis Ende Dezember werde mit der Lieferung von ersten Impfdosen gerechnet, sagte Regierungschef Lee Hsien Loong. Der südostasiatische Stadtstaat rechne bis zum dritten Quartal 2021 mit genügend Impfdosen für alle seiner 5,7 Millionen Einwohner. Lee sagte, er und andere Regierungsvertreter würden zu den ersten gehören, die geimpft würden nach Mitarbeitern des Gesundheitswesens, älteren Menschen und besonders schutzbedürftigen Personen. Der Impfstoff wurde unter anderem bereits in Großbritannien, den USA, Kanada, Mexiko und Bahrain zugelassen.

14.12.2020 • 10:41 Uhr

Niederlande stehen vor hartem Lockdown

Nach Deutschland steuern nun auch die Niederlande auf einen strengen Lockdown zu. Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen ist die Regierung in Den Haag am Montag zu einer Krisensitzung zusammen gekommen. Ministerpräsident Mark Rutte will sich am Abend in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung wenden. Erwartet wird unter anderem eine Schließung aller Geschäfte, die keine Waren für den täglichen Bedarf verkaufen.

Die Niederlande und Deutschland teilen sich in NRW und Niedersachsen fast 580 Kilometer gemeinsame Grenze. Bisher mussten die Geschäfte im Nachbarstaat noch nie schließen. Die Behörden fürchten, dass viele Deutsche nach dem Lockdown im eigenen Land zu Weihnachtseinkäufen über die Grenze fahren werden. "Die Lage ist sehr ernst", sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge vor Beginn der Krisensitzung. Krankenhäuser könnten dem Druck kaum noch standhalten. Zuletzt waren rund 10.000 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. In den Niederlanden leben rund 17,5 Millionen Menschen. Seit etwa Mitte Oktober gilt in den Niederlanden ein Teil-Lockdown. Privatkontakte sind eingeschränkt und Gaststätten geschlossen.

14.12.2020 • 10:37 Uhr

Italien erwägt ähnlichen Lockdown wie in Deutschland

Italien erwägt zu den Feiertagen einen ähnlichen Lockdown wie in Deutschland. Die Regierung in Rom könnte das ganze Land vom 24. Dezember bis mindestens 2. Januar zu einer sogenannten "roten Zone" erklären, melden italienische Medien. Damit würden Ausgangsbeschränkungen und Schließungen von Geschäften und Gaststätten ausgeweitet. Eine Entscheidung werde nach Gesprächen von Ministerpräsident Giuseppe Conte mit seinem Kabinett und wissenschaftlichen Beratern am Montag erwartet. Am Sonntag waren viele Italiener zum Einkaufen in die Innenstädte geströmt, nachdem einige Beschränkungen gelockert worden waren. Seit Samstag ist Italien das Land mit den meisten Corona-Toten in Europa. Zuvor war dies Großbritannien.

14.12.2020 • 10:26 Uhr

Steinmeier: "Die Lage ist bitterernst"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den verschärften Lockdown verteidigt. "Die Lage ist bitterernst", sagt der Bundespräsident in einer Erklärung zu den neuen Beschränkungen. "Von Mittwoch an wird deshalb unser öffentliches und unser privates Leben so stark eingeschränkt wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik." Aber einschneidende Maßnahmen seien wegen der hohen Corona-Infektionszahlen nötig.

14.12.2020 • 10:08 Uhr

Politiker raten von Gottesdienstbesuch ab

Die Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (beide CDU), raten davon ab, Weihnachten in die Kirche zu gehen. Kretschmer sagte dem MDR, jeder müsse Kontakte reduzieren. "Das ist für viele Menschen bitter. Aber wir tun es für unsere nächsten Angehörigen." Die gelte es, zu schützen. Kretschmer betonte, dass er den Weihnachtsgottesdienst in diesem Jahr erstmals nicht besuchen werde.

Auch Sachsen-Anhalts Regierungschef Haseloff verzichtet in diesem Jahr darauf, Weihnachten einen Gottesdienst zu besuchen. Seine Frau und er hätten sich entschieden, "die Mitternachtsmesse vom Papst im Fernsehen anzusehen und dann irgendwann in der Weihnachtszeit - an einem Werktag, wenn nicht so viele Besucher da sind - einen Gottesdienst zu besuchen."

14.12.2020 • 09:50 Uhr

Diakonie fordert Schutzkonzepte für Bedürftige

Der evangelische Sozialverband Diakonie hat mit Blick auf den bevorstehenden harten Lockdown zusätzliche Schutzkonzepte für besonders bedürftige Menschen gefordert. "Rigide Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und andere Einschränkungen im öffentlichen Raum treffen Menschen besonders hart, die keine Wohnung haben oder in sehr beengten, stressanfälligen Verhältnissen leben", erklärte der Verband.

Dies gelte erst recht für Menschen, die zu Hause von Gewalt bedroht seien. "Menschen ohne Obdach, psychisch kranke Menschen oder Familien mit Jugendlichen, die in sehr beengten Verhältnissen leben, sind auf öffentliche Räume und Alternativen angewiesen", betonte die Diakonie-Sozialexpertin Maria Loheide.

Der Verband plädierte für flexible Lösungen. So könnten Kirchen oder Gemeindehäuser unter strengen Hygiene-Auflagen für bedürftige Menschen geöffnet werden. Die derzeit leeren Hotels und Jugendherbergen könnten Zimmer zur Verfügung stellen oder in den geschlossenen Schwimmbädern Duschen für Obdachlose geöffnet werden. Auch müsse berücksichtigt werden, dass Obdachlose Ausgangssperren teilweise nicht einhalten könnten.

14.12.2020 • 09:45 Uhr

Griechenland lockert Corona-Maßnahmen

Griechenland lockert die seit fast sechs Wochen geltenden Lockdown-Maßnahmen. Buchhandlungen und Friseure konnten am Montagmorgen unter strengen Auflagen öffnen. Für andere kleine Geschäfte gilt bereits seit dem Wochenende das Prinzip "Click Away": Wer im Schaufenster oder im Internet ein Produkt entdeckt, das er kaufen möchte, muss das Geschäft kontaktieren und kann seinen Einkauf dann zu einer vorgegebenen Zeit abholen. Bezahlt wird per Kartenlesegerät.

Wer nach Griechenland einreist, muss einen Corona-Schnelltest machen und danach für drei Tage in Quarantäne gehen. Die Kosten dieses Tests übernimmt der griechische Staat. Die Pflicht, zudem einen PCR-Coronatest mit negativem Ergebnis vorzuweisen, der nicht länger als 72 Stunden alt ist, bleibt bestehen.

14.12.2020 • 09:34 Uhr

Fast 300.000 Corona-Tote in den USA

Kurz vor Beginn der Impfungen nähert sich die Zahl der Corona-Toten in den USA der Marke von 300.000. Bis einschließlich Sonntag starben 299.177 Menschen in Verbindung mit dem Virus Sars-CoV-2, wie aus den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorgeht. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen erreichte demnach am Sonntag binnen 24 Stunden 190.920 nach 219.510 am Samstag.

Für Sonntag meldete die JHU zudem 1389 Tote im Zusammenhang mit Corona, am Samstag waren 2352 Todesfälle verzeichnet worden. In den USA soll heute die Impfung mit dem Corona-Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer beginnen. Die US-Arzneimittelbehörde hatte Ende vergangener Woche die Notfallzulassung für das Mittel erteilt.

Als erstes sollen Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden. Das Land mit seinen 330 Millionen Einwohnern ist in absoluten Zahlen gemessen der am stärksten von der Pandemie getroffene Staat der Welt. Mehr als 16 Millionen Menschen haben sich nach JHU-Zahlen dort bisher mit dem Virus infiziert.

14.12.2020 • 09:22 Uhr

Bundestagswoche könnte verkürzt werden

Die letzte Sitzungswoche des Bundestags in diesem Jahr könnte wegen des Lockdowns verkürzt werden. "Wir sollten die für das Plenum des Bundestages notwendigen Entscheidungen und Debatten auf die Plenartage Mittwoch und Donnerstag beschränken", sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Britta Haßelmann, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Sie gehe davon aus, dass die parlamentarischen Geschäftsführer und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) an diesem Montag "den Ablauf der letzten Sitzungswoche im Jahr 2020 noch einmal besprechen", fügte Haßelmann hinzu. Die Geschäftsordnung des Bundestags und weitere Vereinbarungen böten genug Möglichkeiten, die Arbeitsfähigkeit des Parlaments in reduzierter Form sicher zu stellen.

Für die letzten Bundestagssitzungen des Jahres in dieser Woche sind noch Abstimmungen über einige große Gesetzesvorhaben vorgesehen, etwa zu den Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche. Auch das Jahressteuergesetz muss noch verabschiedet werden.

14.12.2020 • 09:16 Uhr

Expertin fürchtet steigende Infektionszahlen trotz Lockdown

Steigende Infektionszahlen trotz Lockdown? Das befürchtet die Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut mit Blick auf das Weihnachtsfest. In den tagesthemen sagte sie, die Entwicklung sei vom Verhalten der Bevölkerung abhängig.

14.12.2020 • 09:10 Uhr

Starker Anstieg der Kurzarbeit erwartet

Der bevorstehende Lockdown in Deutschland wird nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Jobs von Saisonbeschäftigten treffen und die Zahl der Kurzarbeiter deutlich steigen lassen. Jede Woche Lockdown dürfte im Bruttoinlandsprodukt (BIP) rund 3,5 Milliarden Euro oder vier Zehntel des Quartals-BIP kosten, sagte Enzo Weber von der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit (BA) der Nachrichtenagentur Reuters.

Insgesamt werde der Arbeitsmarkt zwar insgesamt vergleichsweise robust bleiben. "Dennoch wird es einen Rückschlag geben", sagte Weber. "Gerade kurzfristige Saisonbeschäftigung, darunter viele Minijobs, dürfte entfallen. Die Zahl der Kurzarbeiter wird wieder um etliche hunderttausend steigen."

14.12.2020 • 08:58 Uhr

Krankenhausgesellschaft: Zahl der Corona-Intensivpatienten wird steigen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft rechnet trotz des Lockdowns mit weiter steigenden Zahlen an Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. "In den nächsten zwei Wochen werden die Infektionszahlen zunächst noch einmal steigen. Der Lockdown wirkt erst mit Verzögerung. Ich rechne damit, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen von derzeit rund 4500 auf 5000 zur Jahreswende steigen wird", sagt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

14.12.2020 • 08:46 Uhr

Saarlands Ministerpräsident: Private Kontakte länger beschränken

Der saarländische Regierungschef Tobias Hans hält Kontaktbeschränkungen im privaten Raum für längere Zeit für notwendig. "Sehr viele Infektionen kommen aus diesem unmittelbaren Privatumfeld", sagt der CDU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin. "Deshalb müssen wir uns auch im nächsten Jahr noch weiterhin beschränken."

Ein weitgehend "normales Verhalten", wie man es zuvor gewohnt war, werde wohl erst wieder im Zuge von Impfkampagnen und niedrigen Inzidenzen möglich. Der Inzidenzwert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich innerhalb von sieben Tagen neu anstecken. "Für mich ist klar: Wir werden aus diesem Lockdown herausgehen, wenn wir unter 50 Neu-Infektionen in der Woche sind", so Hans. Der Wert war zuletzt auf über 176 gestiegen.

14.12.2020 • 08:44 Uhr

Impfstoff-Hersteller Curevac macht weiteren Schritt zur Zulassung

Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac ist auf dem Weg zur Zulassung seines Corona-Impfstoffes einen Schritt weiter. Nach Angaben des Tübinger Unternehmens hat die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie mit voraussichtlich mehr als 35.000 Teilnehmern begonnen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac nach Angaben eines Sprechers Ende des ersten Quartals 2021. Curevac-Chef Franz-Werner Haas sprach nach dem Start der dritten Phase von einem "Meilenstein in der Entwicklung unseres Impfstoffkandidaten CVnCoV".

14.12.2020 • 08:35 Uhr

Kanzleramtschef stimmt auf "schwierige Tage" ein

Kanzleramtschef Helge Braun macht wenig Hoffnung auf weitreichende Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu Beginn des neuen Jahres. Er habe zwar die "große Hoffnung", dass die Zahlen sinken würden, aber: "Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich. Januar und Februar sind immer, was Atemwegsinfektionen angeht, besonders schwierige Monate", sagt er dem Sender RTL. Solange man sich in der "Winterphase" befinde und nicht genügend Impfstoffe für alle verfügbar seien, "werden wir noch schwierige Tage erleben".

Braun sagte zu, dass Schulen und Kitas nach einem Ende des Lockdowns als Erstes wieder geöffnet werden. "Das haben wir immer gesagt. Das ist das Letzte, was wir schließen und das Erste, was wir öffnen."

14.12.2020 • 08:25 Uhr

Vor Lockdown: Forderungen nach Ausweitung der Ladenöffnungszeiten

Angesichts eines drohenden Kundenansturms im Einzelhandel vor dem zweiten Lockdown ab Mittwoch haben Politiker eine vorübergehende Öffnung der Geschäfte rund um die Uhr gefordert. "Sinnvoll wäre, die Öffnungszeiten bis in die Nacht auszuweiten, um diesen Ansturm zu entzerren", sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer der "Bild"-Zeitung. "Eine 48-Stunden-Öffnung bis zum Lockdown verhindert Schlangenbildung, wozu es aus infektiologischer Sicht keinesfalls kommen darf." 

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Hamburger Landesparteichef Christoph Ploß forderte, die "Shopping-Zeiten bis in den Abend" zu strecken, um Gedränge vor Geschäften zu vermeiden. Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger forderte den Handel in der Hauptstadt auf, die nach dem Gesetz möglichen Ladenöffnungszeiten von 0 bis 24 Uhr voll auszunutzen.

Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth, bezeichnete eine Ausweitung der Öffnungszeiten vor dem Lockdown im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung als "sinnvoll".

14.12.2020 • 08:17 Uhr

Trump macht Rückzieher bei Impfplänen für das Weiße Haus

US-Präsident Donald Trump hat nach Kritik in Sozialen Medien eine Anordnung zurückgezogen, nach der hohe Regierungsmitglieder bevorzugt gegen Corona geimpft werden sollten. "Menschen, die im Weißen Haus arbeiten, sollen etwas später im Programm geimpft werden, außer es ist ausdrücklich notwendig", twitterte Trump am Sonntag (Ortszeit). Er habe gebeten, das Impfprogramm entsprechend anzupassen. Er selbst habe keinen Impftermin.

Das Impfprogramm in den USA läuft am heutigen Montag an. Berichte, dass Spitzenmitarbeiter des Weißen Hauses dabei sehr früh berücksichtigt werden sollten, erregten Kritik, weil sich Trump und seine Berater immer wieder über ihre eigenen Coronaschutzrichtlinien hinweggesetzt haben und unter anderem Gastgeber für Weihnachtsfeiern ohne Schutzmasken waren.

14.12.2020 • 08:07 Uhr

Google verlängert Homeoffice bis September

Angesichts der steigenden Covid-Erkrankungen in vielen Ländern dürfen Angestellte des US-Konzerns Google einem Zeitungsbericht zufolge noch bis September von zu Hause arbeiten. Die Homeoffice-Phase werde um mehrere Monate verlängert, berichtete die "New York Times". Zugleich gebe es Überlegungen, eine "flexible Arbeitswoche" einzuführen, wenn es wieder sicher sei, in die Büros zurückzukehren, schrieb demnach Firmenchef Sundar Pichai in einer Nachricht an seine Mitarbeiter. In der Corona-Krise arbeiten weltweit immer mehr Menschen vom heimischen Schreibtisch aus, um das Infektionsrisiko zu verringern.

14.12.2020 • 08:04 Uhr

Virologe: Auf Feiern und Familienbesuche weitgehend verzichten

Der Düsseldorfer Virologe Jörg Timm hat dazu aufgerufen, über die Weihnachtstage auf private Feiern und Familienbesuche weitgehend zu verzichten. "Bei den aktuellen Infektionszahlen ist sonst mit einer drastischen Zunahme der Covid-19-Fälle im neuen Jahr zu rechnen, die uns vor enorme Probleme stellen wird", sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Düsseldorf der "Rheinischen Post".

Timm bezeichnete die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen als notwendig. "Die Belastung auf den Intensivstationen hat in den letzten Wochen kontinuierlich zugenommen, so dass dringend weitere Maßnahmen erforderlich waren", sagte der Wissenschaftler.

14.12.2020 • 07:45 Uhr

Altmaier: Können Rezession verhindern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zeigt sich optimistisch, dass die Wirtschaft glimpflich durch die zweite Corona-Welle kommt. "Ich habe die Hoffnung, dass es uns in dieser zweiten Welle gelingt, einen kompletten wirtschaftlichen Stillstand zu verhindern", sagte Altmaier im Deutschlandfunk.

"Es ist möglich, wenn wir klug vorgehen, auch jetzt noch einmal die wirtschaftliche Substanz des Landes zu bewahren." Dafür notwendig seien Hilfsmaßnahmen beispielsweise für den Einzelhandel. Aber nicht nur: "Dazu gehört, dass der Lockdown nicht immer wieder unendlich weit verlängert werden muss, weil wir nicht mutig genug sind, dann können wir auch eine erneute Rezession verhindern", so der Minister. Letztlich hänge dies aber vom "weiteren Verlauf der Dinge ganz entscheiden ab."

14.12.2020 • 07:04 Uhr

Studie: Hohe Zahl schwerer Corona-Erkrankungen in Gesundheitsberufen

Die Gefahr einer schweren Covid-19-Erkrankung ist für Ärzte, Pflegekräfte und Rettungssanitäter einer britischen Studie zufolge wesentlich höher als für Menschen in sogenannten nicht-essenziellen Berufsgruppen. In Großbritannien ist die Rate siebenmal so groß, wie Epidemiologen der Universität von Glasgow in einer Studie ermittelt haben. Die Forscher verglichen dabei nicht die Zahlen der Corona-Infektionen, sondern nur die der Covid-19-Patienten in britischen Kliniken inklusive der Gestorbenen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte bereits im September berichtet, dass 14 Prozent aller weltweit gemeldeten Corona-Infektionen auf Menschen in Gesundheitsberufen entfielen. In manchen Ländern liege die Quote gar bei 35 Prozent, obwohl deren Anteil an der Bevölkerung insgesamt in den meisten Ländern bei unter 3 Prozent liege.

14.12.2020 • 06:57 Uhr

Erste Impfstoff-Charge in Kanada eingetroffen

Die erste Impfstoff-Charge gegen das Coronavirus ist in Kanada eingetroffen. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau twitterte am Sonntagabend (Ortszeit) ein Foto, das zeigt, wie die erste Lieferung aus einem Flugzeug entladen wurde. Das Land hatte am Mittwoch den vom US-Konzern Pfizer und seinem Mainzer Partner Biontech entwickelten Corona-Impfstoff zugelassen. Mit 14 Verteilungszentren will Kanada die Impfkampagne stemmen. Zuerst sollen bereits am Montag Bewohner von Pflegeeinrichtungen in der Provinz Québec geimpft werden.

14.12.2020 • 06:46 Uhr

Studie: Einkommenseinbußen bei 40 Prozent der Bürger

Die Corona-Krise führt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) für immer mehr Bundesbürger zu Einkommenseinbußen. Im November hätten bereits 40 Prozent der Arbeitnehmer einen Rückgang ihres Einkommens gemeldet, zitiert die Zeitung aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Der Anteil jener, die infolge der Corona-Krise Einkommen verloren oder noch verlieren, nahm demnach seit Juni um acht Prozentpunkte zu.

Für die Studie befragte das WSI zum dritten Mal seit Ausbruch der Pandemie mehr als 6000 Arbeitnehmer. Die Untersuchung ergab laut SZ, dass Menschen mit ohnehin schon wenig Geld besonders stark unter den finanziellen Folgen der Corona-Krise leiden. 

14.12.2020 • 06:42 Uhr

Sechs Prozent mehr Glas- und Plastikabfälle

Während der Corona-Pandemie haben die Privathaushalte in diesem Jahr deutlich mehr Müll verursacht. Die eingesammelte Menge von Plastik und anderen Leichtverpackungen sowie von Glas stieg in diesem Jahr um jeweils rund sechs Prozent, wie eine Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) unter seinen Mitgliedsfirmen ergab.

Der Grund: In Pandemiezeiten gehen die Menschen zum Essen weniger oder gar nicht mehr in Restaurants, stattdessen kaufen sie mehr ein oder bekommen Essen geliefert. Der BDE wertet die Umfrageergebnisse als Beleg dafür, dass Abfallvermeidung in Corona-Zeiten kaum möglich sei.

14.12.2020 • 06:40 Uhr

Städtetag: Harter Lockdown belastet Innenstädte erheblich

Der harte Corona-Lockdown ab Mittwoch führt aus Sicht des Deutschen Städtetags zu erheblichen Belastungen für die Innenstädte. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Probleme beim Einzelhandel in den Innenstädten seien älter als das Virus, sie hätten sich in diesem Jahr verschärft. "Deshalb stellt sich umso dringender die Frage, wie die Innenstädte attraktiver gestaltet werden können. Diese Debatte müssen wir im neuen Jahr zwischen allen Akteuren fortsetzen. Vorrang hat jetzt die finanzielle Hilfe für die Betroffenen, die Bund und Länder zugesagt haben. Sie muss schnell kommen."

14.12.2020 • 06:30 Uhr

OECD-Chef warnt Industrieländer vor Impf-Egoismus

Der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD, Angel Gurria, warnt Deutschland und die anderen Industrieländer vor Egoismus bei ihrer Corona-Impfstrategie. "Einige Länder haben viel zu viel Impfstoff, andere haben gar nichts", sagte der 69-Jährige in einem Interview mit der "Welt". "Warum denken wir nicht an die fünf Milliarden Menschen in ärmeren Ländern?".

Kanada etwa habe sich 300 Millionen Impfdosen gesichert für 40 Millionen Einwohner, kritisierte Gurria. Die USA hätten 800 Millionen Impfdosen gekauft für eine Bevölkerung von etwas mehr als 300 Millionen Menschen. Auch Deutschland strebe mehr Impfdosen an, als es Einwohner hat, wobei das "Missverhältnis" geringer sei als in den USA und Kanada. Der Impfstoff müsse gerechter verteilt sein: "Das wäre klug für alle. Dieses Virus wird erst besiegt sein, wenn es überall auf der Welt besiegt ist."

14.12.2020 • 05:16 Uhr

16.362 Fälle: Corona-Neuinfektionen deutlich über Vorwochenwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Innerhalb eines Tages wurden 16.362 neue Fälle übermittelt, wie das RKI bekannt gab. Das sind rund 4000 Fälle mehr als am vergangenen Montag, als die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 12.332 lag. Der bisherige Rekord war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die vom RKI veröffentlichten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 188 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 147 gelegen. Der bisherige Höchststand von 598 Todesfällen war am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.975.

Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - steigt ebenfalls deutlich an. Sie lag am Sonntag bei einem Höchststand von 169. Am Montag stieg sie weiter auf 176,4. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.337.078 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 14.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 984.200 Menschen inzwischen genesen.

14.12.2020 • 05:00 Uhr

Umfrage: Sechs von zehn Deutschen finden Corona-Maßnahmen bisher zu lasch

Eine Mehrheit der Bundesbürger fand die bisherigen Corona-Maßnahmen der Regierung zu lasch. Diese Meinung vertraten sechs von zehn Deutschen (58 Prozent) Anfang vergangener Woche in einer Umfrage, wie die Bertelsmann Stiftung mitteilte. Etwa jeder Vierte (23 Prozent) empfand die Maßnahmen laut dem Demokratiemonitor der Stiftung als "gerade richtig". Die Umfrage entstand vor dem von Bund und Ländern am Sonntag beschlossenen harten Lockdown, der ab Mittwoch gilt.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden angesichts weiter steigender Infektionszahlen jetzt drastisch verschärft. Der Bertelsmann-Umfrage zufolge sehen jüngere Menschen die Corona-Politik deutlich kritischer als die Älteren. Während nur jeder Fünfte aus der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen den Umgang der Regierung mit der Corona-Pandemie als gut für die Demokratie bewerte, liege der Wert bei den über 65-Jährigen mit 62 Prozent mehr als dreimal so hoch. Gleichzeitig bewerten die Jüngeren die Einschränkungen des öffentlichen Lebens deutlich negativer.

Auf der anderen Seite beklagen viele der Jüngeren demnach sehr viel stärker als die Älteren die pandemiebedingten Einschränkungen der Grundrechte, des Demonstrationsrechts und der Versammlungsfreiheit. Insgesamt halten fast neun von zehn Befragten (86 Prozent) auch und gerade in der Pandemie die Demokratie für das beste politische System, und fast zwei Drittel (63 Prozent) sind darüber hinaus mit dem Funktionieren der Demokratie sehr oder eher zufrieden. Yougov befragte vom 12. bis 16. November und vom 8. bis 9. Dezember jeweils mehr als 2000 Menschen. 

14.12.2020 • 04:07 Uhr

Reiseerleichterungen zwischen Australien und Neuseeland

Zwischen Australien und Neuseeland soll nach Angaben der neuseeländischen Regierung das Reisen erleichtert werden. Premierministerin Jacinda Ardern gibt bekannt, das Kabinett habe grundsätzlich zugestimmt, im ersten Quartal 2021 das Reisen zwischen den beiden Ländern ohne Quarantäne ("Travel Bubble") zuzulassen. In Neuseeland und Australien gibt es praktisch keine neuen lokal übertragenen Covid-19-Fälle.

14.12.2020 • 03:47 Uhr

Corona-Impfplan: FDP kritisiert schleppende Vorbereitungen

Die FDP übt massive Kritik an der Art und Weise, wie die Bundesregierung die geplante Impfung gegen Covid-19 organisieren will. "Seit Monaten hören wir aus dem Kanzleramt und von den Ministerpräsidenten, dass im Winter eine zweite Welle zu erwarten sei und dass es dann alsbald mit dem Impfen losgehen werde, trotzdem wurden für beides praktisch kaum Vorbereitungen getroffen", kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Stephan Thomae. "Man hätte längst ohnehin leerstehende Veranstaltungsorte als Impfzentren herrichten, zusätzliches Personal für die Verabreichung des Impfstoffes schulen und Impfverzeichnisse anlegen können, damit man weiß, wer überhaupt geimpft werden möchte", sagte der Innenpolitiker der Deutschen Presse-Agentur.

Die FDP bemängelt außerdem, dass die Bundesregierung die Entscheidung darüber, in welcher Reihenfolge bestimmte Bevölkerungsgruppen geimpft werden sollen, mit einer einfachen Verordnung regeln will. Ihr eigener Entwurf für ein entsprechendes Impf-Gesetz wird im Bundestag voraussichtlich am kommenden Donnerstag debattiert.

14.12.2020 • 03:43 Uhr

Grünen-Fraktionschef Hofreiter fordert Maßnahmenplan ab 10. Januar

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert nach den Bund-Länder-Beschlüssen zum Lockdown einen Stufenplan für die Zeit nach dem 10. Januar. "Für die nächsten Monate brauchen wir planvolles Handeln und eine längerfristige Perspektive", sagt Hofreiter der Zeitung "Rheinische Post". Er erwarte, dass im Januar ein Gesetz mit einem bundesweit verbindlichen Stufenplan verabschiedet werde, durch den klar werden würde, wann und wo welche Maßnahmen gelten. Die Grünen würden die Beschlüsse mittragen. "Wir unterstützen den jetzt vorgesehen harten Shutdown. Die Alternative wären ein völliger Kontrollverlust und viele weitere Todesopfer gewesen."

14.12.2020 • 02:09 Uhr

Altmaier fordert Bürger zum Verzicht von Geschenkkäufen vor Lockdown auf

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ruft die Bürger dazu auf, am heutigen Montag und am Dienstag auf den Einkauf von Weihnachtsgeschenken wegen der Infektionsrisiken ganz zu verzichten. "Ich wünsche mir und ich hoffe, dass die Menschen nur das Allernötigste besorgen, was sie wirklich brauchen an Lebensmitteln", sagte Altmaier im "Bild"-Politik-Talk. Es sei nicht die Zeit für "Shoppingabenteuer", Gutscheine seien die beste Lösung. Keiner könne sagen, wann die Geschäfte nach Weihnachten wieder öffnen. "Je schneller wir diese Infektionen unter Kontrolle bekommen, desto besser ist es für alle."

14.12.2020 • 02:08 Uhr

Lauterbach kritisiert geringe Impfbereitschaft unter Gesundheitspersonal

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine zu geringe Bereitschaft des Gesundheitspersonals in Deutschland kritisiert, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. "Es überrascht mich, dass die Impfbereitschaft beim medizinischen Personal nicht deutlich höher ist und es eine so große Zurückhaltung gibt", sagte Lauterbach der Funke Mediengruppe. Vermutlich stehe dahinter die Einschätzung vieler Mediziner und Pflegekräfte, nicht zur Hochrisikogruppe gehören und durch Spezialkleidung gut geschützt zu sein.

Lauterbach, der selbst Mediziner ist, wandte sich jedoch gegen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Eine Impfung gegen Covid-19 müsse die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen sein. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte kürzlich auf eine Umfrage verwiesen, wonach die Impfbereitschaft in Deutschland seit dem Frühjahr stetig gesunken ist und beim medizinischen Personal sogar geringer ist als beim Rest der Bevölkerung. 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Deutschen Bundestag. | dpa

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Es überrascht mich, dass die Impfbereitschaft beim medizinischen Personal nicht deutlich höher ist und es eine so große Zurückhaltung gibt." Bild: dpa

14.12.2020 • 01:53 Uhr

Kinderschutzbund fordert finanzielle Lockdown-Hilfen für arme Familien

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) verlangt wegen des harten Lockdowns finanzielle Hilfen für einkommensschwache Familien. "Wir geben jetzt viel Geld aus, um Kneipen, Restaurants und den Einzelhandel zu retten. Arme Kinder dürfen aber nicht noch mehr abgehängt werden als ohnehin schon", sagt Präsident Heinz Hilgers den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Der DKSB fordere deshalb die Übernahme der Kosten für ein digitales Endgerät für bedürftige Kinder sowie eine Kompensationszahlung für arme Familien, da es für diese Familien fast nicht zu schaffen sei, für ihre Kinder ein Laptop oder Tablet für den Fernunterricht zur Verfügung zu stellen. Mit der Ausweitung des Distanzunterrichts vor Weihnachten würden auch Kinder und Jugendliche nicht mehr mittags in der Schule verpflegt werden. "Viele Kinder mit Eltern mit geringem Einkommen haben Anspruch auf ein kostenloses Mittagessen in Kita oder Schule. Diese Leistung fällt ersatzlos weg und wird an keiner Stelle kompensiert."

14.12.2020 • 00:13 Uhr

Krankenhausgesellschaft rechnet mit 5000 Intensivpatienten zum Jahreswechsel

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft rechnet trotz des Lockdowns mit weiter steigenden Zahlen an Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. "In den nächsten zwei Wochen werden die Infektionszahlen zunächst noch einmal steigen. Der Lockdown wirkt erst mit Verzögerung. Ich rechne damit, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen von derzeit rund 4500 auf 5000 zur Jahreswende steigen wird", sagt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

14.12.2020 • 00:05 Uhr

Ministerpräsident von Eswatini nach Corona-Infektion gestorben

Der Regierungschef des afrikanischen Kleinstaats Eswatini, Ambrose Dlamini, ist knapp einen Monat nach seiner Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der 52-Jährige sei am Sonntag in einem Krankenhaus in Südafrika verstorben, teilte die Regierung des früheren Swasiland mit. Zur Todesursache machte sie keine Angaben. Dlamini war Mitte November positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Anfang Dezember wurde er in ein südafrikanisches Krankenhaus eingeliefert. Der früher unter dem Namen Swasiland geführte Staat ist die letzte absolute Monarchie auf dem afrikanischen Kontinent.