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Liveblog zum Coronavirus ++ "Schulen und Kitas nicht die Haupt-Infektionsherde" ++

Stand: 30.09.2020 23:37 Uhr

Der Virologe Schmidt-Chanasit dämpft in den tagesthemen Befürchtungen, dass Schulen wieder flächendeckend schließen könnten. Spaniens Regierung plant Reisebeschränkungen für Madrid. In Frankreich steigen die Neuinfektionen. Alle Entwicklungen im Liveblog.

  • Zwei Mitglieder des italienischen Senats sind an Covid-19 erkrankt
  • Johnson will weiteren Lockdown verhindern
  • EZB-Chefin Lagarde liebäugelt mit neuem Inflationsziel
  • Tschechien und Slowakei verhängen Ausnahmezustand
  • Studie: Neandertal-Gene erhöhen Risiko für schweren Verlauf
  • NRW: 250 Euro Bußgeld bei falschen Corona-Kontaktangaben
  • RKI meldet 1798 Neuinfektionen mit dem Coronavirus
30.9.2020 • 23:37 Uhr

Ende des Liveblogs

Damit beenden wir unseren Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

30.9.2020 • 22:10 Uhr

ARD extra zur Corona-Lage

Was Sie zum aktuellen Stand im Kampf gegen die Pandemie wissen müssen: das ARD extra zur Corona-Lage.

30.9.2020 • 22:05 Uhr

Wachsende Armut in Argentinien

In der Corona-Pandemie hat die Armut in Argentinien deutlich zugenommen. In dem einst reichen Land leben inzwischen 40,9 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze, teilte die Statistikbehörde mit. Das sind 5,5 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres. 10,5 Prozent der Menschen leben demnach in extremer Armut. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, hatte die Regierung bereits Mitte März strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen. Die Wirtschaft des Landes leidet, vor allem informell Beschäftigte können seit Monaten nicht ihrer Arbeit nachgehen. Seit 2018 steckt Argentinien in einer Rezession.

30.9.2020 • 21:54 Uhr

Virologe Schmidt-Chanasit: "Schulen und Kitas nicht die Haupt-Infektionsherde"

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat Befürchtungen gedämpft, dass es in Deutschland erneut zu einer flächendeckenden Schließung von Schulen kommen könnte. "Alles deutet darauf hin, dass Schulen und Kitas nicht die Haupt-Infektionsherde sind", sagte Schmidt-Chanasit in den tagesthemen. Die meisten bekannten Infektionen seien von außen in die Schulen getragen worden, zudem gebe es wenig schwere Krankheitsverläufe. "Das sind sehr gute Nachrichten, die uns in den Maßnahmen, die wir getroffen haben, bestärken." Wichtig sei die regelmäßige Durchlüftung der Klassenzimmer.

Ob die in Berlin beschlossene Maskenpflicht in Büros verhältnismäßig sei, bezeichnete der Experte als "Diskussionspunkt". Bislang lägen keine Daten vor, die auf ein erhöhtes Infektionsrisiko am Arbeitsplatz hindeuteten, sagte Schmidt-Chanasit.

30.9.2020 • 21:20 Uhr

Reisewarnung für Belgien

Die Bundesregierung hat wegen steigender Corona-Infektionszahlen für ganz Belgien eine Reisewarnung ausgesprochen. Das geht aus den aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amts hervor.

30.9.2020 • 20:43 Uhr

Regierung plant Reisebeschränkungen für Madrid

Die spanische Zentralregierung will neue Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie durchsetzen. Nach den Plänen der Regierung sollen in den kommenden Tagen verschärfte Regeln für die Einwohner der Hauptstadt Madrid in Kraft treten. Sie sollen die Stadt nur noch aus wichtigem Grund verlassen dürfen. Besuchern von außerhalb sollen nicht nötige Reisen nach Madrid und in neun weitere Städte der Metropolregion verboten sein. "Madrids Gesundheit ist Spaniens Gesundheit", sagte der zuständige Minister Salvador Illa.

Für die Fahrt zur Arbeit, Schule, zum Arzt oder Einkaufen sollen Madrider die Stadt weiterhin verlassen dürfen. Außerdem müssten Bars und Restaurants künftig um 23 Uhr schließen, Spielplätze und öffentliche Grünanlagen dürften nicht betreten werden. In Madrid sind mehr als ein Drittel der insgesamt 133.604 bestätigten Corona-Infektionen aufgetreten.

Allerdings gibt es heftigen Widerstand der Regionen. Gegen die Pläne votierten neben Madrid auch Katalonien, Murcia, Galicien und Andalusien. Sprecher dieser Regionen sagten, das Abkommen gelte als zurückgewiesen. Auch Politiker der Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerten Zweifel über die Rechtmäßigkeit der von Illa angekündigten Anordnung.

30.9.2020 • 20:04 Uhr

Spahn: Konzepte für Fieberambulanzen fertig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich in der ARD über die Pläne für Fieberambulanzen geäußert. Eine entsprechende Infrastruktur sei derzeit im Aufbau, sagte er im Interview.

30.9.2020 • 19:48 Uhr

Wieder mehr Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich ist die Zahl der bekannten Neuinfektionen wieder über der Schwelle von 10.000 gestiegen. Die Behörden meldeten 12.845 neue bestätigte Fälle innerhalb von 24 Stunden. Weitere 63 Menschen starben an Covid-19. Insgesamt sind in Frankreich damit 31.956 Corona-Tote zu beklagen.

30.9.2020 • 19:29 Uhr

Mehr als 38.700 Neuinfektionen in den USA

Die Behörden in den USA haben 38.764 bekannte Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle stieg um 774. Damit sind in den Vereinigten Staaten inzwischen 7,17 Millionen Infektionen registriert worden. Die Gesamtzahl der Toten liegt nun bei 205.372.

30.9.2020 • 19:14 Uhr

Zwei italienische Senatoren an Covid-19 erkrankt

Zwei Mitglieder des italienischen Senats sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die beiden Politiker Marco Croatti und Francesco Mollame von der regierenden Fünf-Sterne-Bewegung gaben auf Facebook bekannt, sie befänden sich nun in Quarantäne. "Mir ging es noch nie so schlecht, dieses Virus ist ein hässliches Biest", schrieb Mollame. Der 58-Jährige berichtete von Fieber, Atemnot und Schwierigkeiten beim Sprechen. Sämtliche 95 Senatsmitglieder seiner Partei werden jetzt auf das Virus getestet. Insgesamt hat die Parlamentskammer 319 Mitglieder - die Fünf-Sterne-Bewegung stellt die Mehrheit. Der Senat hatte zuvor den Parlamentsbetrieb eingestellt.

30.9.2020 • 18:47 Uhr

Johnson will keinen weiteren Lockdown

Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine Landsleute aufgefordert, sich an die gelten Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus zu halten. Er wolle sein Land nicht erneut in einen Lockdown manövrieren, sagte er in London. Allerdings werde er nicht zögern, die Maßnahmen erneut zu verschärfen, wenn dies nötig werde. Derzeit sei das Land an einem "kritischen Punkt".

Großbritannien hatte am Dienstag mit 7143 Neuinfektionen einen neuen Rekordanstieg der Ansteckungen gemeldet. Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten in großen Teilen des Landes wieder schärfere Schutzmaßnahmen: So dürfen sich im Nordosten Englands, aber auch in Nordirland und Schottland bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörige verschiedener Haushalte mehr treffen. In England müssen Pubs und Restaurants um 22 Uhr schließen.

30.9.2020 • 18:29 Uhr

Spahn: "Das waren harte Monate für viele Deutsche"

Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich hinter den Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Durchhalten in der Corona-Krise gestellt. "Das waren harte Monate für viele Deutsche", sagte Spahn nach Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder. "Es waren Zumutungen für viele im persönlichen Bereich."

Er nannte Eltern, Kinder, Menschen in Kurzarbeit, schwer getroffene Wirtschaftszweige wie die Gastronomie und die Veranstaltungsbranche. "Wir haben unter großem Verzicht und vielen Härten es bis hierhin geschafft, so vergleichsweise gut durchzukommen." Jetzt sei man es sich selbst schuldig, das nicht zu verspielen.

30.9.2020 • 17:40 Uhr

Soldaten helfen bei Kontaktnachverfolgung in Remscheid

In der von Corona-Neuinfektionen zuletzt stark betroffenen Stadt Remscheid sind nun auch zehn Bundeswehr-Soldaten im Einsatz. Sie helfen bei der Kontaktnachverfolgung und unterstützen die Gesundheitsbehörden bei den Corona-Tests, sagte eine Sprecherin. Die Helfer waren angefordert worden, weil das Gesundheitsamt angesichts der hohen Zahl an Infizierten und Verdachtsfällen an seine Grenzen gekommen war. Aktuell sind 118 Menschen infiziert, weitere 827 vorsorglich in Quarantäne.

Das Robert Koch-Institut meldete für die Stadt im Bergischen Land mit neun Neuinfektionen einen vergleichsweise geringen Wert: Die wichtige Kennziffer von Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner ging etwas zurück auf 57,7, das ist der zweithöchste Wert in NRW. In Hamm, weiterhin die Stadt mit dem höchsten Neuinfektionswert bundesweit, bleibt die Entwicklung von Tag zu Tag wechselhaft, wie ein Sprecher sagte. So wurden binnen eines Tages 37 Neuinfektionen gemeldet. Die Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner liegen bei 92,7 und damit immer noch weit über dem Infektionsgeschehen in anderen Städten.

30.9.2020 • 17:22 Uhr

Einbahnstraßen auf dem Christkindlesmarkt

Nürnberg hat Details der Corona-Regeln für den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt bekanntgegeben, der trotz der Pandemie stattfinden soll. Zwischen den Buden müssten Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr eine Maske tragen, teilte die Stadt mit. Außerdem soll es auf dem Markt Einbahnstraßen geben. Geplant ist, dass die Stände auf mehrere Plätze verteilt werden. Die Planungen stehen aber unter dem Vorbehalt, dass die Infektionszahlen nicht dramatisch steigen.

30.9.2020 • 17:07 Uhr

Masken-Appell in den Niederlanden

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat die Bevölkerung des Landes zum Tragen einer Alltagsmaske in der Öffentlichkeit aufgefordert. "Wir wollen den ganzen Niederlanden einen klaren, dringenden Rat geben: Tragen sie von jetzt an nicht-medizinische Mund-Nasen-Masken in öffentlichen Raum", sagte Rutte im Parlament.

Die Empfehlung kommt einer Kehrtwende gleich, da die Regierung ebenso wie führende Mediziner des Landes bisher die Wirksamkeit des Mund-Nasen-Schutzes gegen Ansteckungen infrage gestellt hatten. Ladenbesitzer in den Niederlanden können von ihren Kunden künftig das Tragen einer Maske verlangen - eine allgemeine Maskenpflicht im Einzelhandel gibt es jedoch weiterhin nicht.

30.9.2020 • 16:52 Uhr

Maskenpflicht für Schüler in Schleswig-Holstein

Nach den Herbstferien müssen Schüler in Schleswig-Holstein ab der fünften Klasse zwei Wochen lang auch im Unterricht Masken tragen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will so das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus durch Reiserückkehrer eindämmen. Bereits seit dem 24. August müssen Schüler und Lehrer in Schleswig-Holstein vor dem Betreten des Schulgebäudes einen Mund-Nasen-Schutz anlegen, den sie aber bislang im Unterricht ablegen können. Für Lehrer bleibt es bei der bisherigen Regelung: Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen sie eine Maske tragen. In Schleswig-Holstein geht die Schule nach den Herbstferien am 19. Oktober wieder los.

30.9.2020 • 16:31 Uhr

Bayern schließt Testzentren an Autobahnen

Die Corona-Testzentren für Reisende an drei bayerischen Autobahnen sowie an Bahnhöfen in München und Nürnberg werden nun doch geschlossen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) begründete die Entscheidung damit, dass "der Anteil der Reiserückkehrer an den bekannten Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen kontinuierlich zurückgegangen" sei. Der Reise- und Urlaubsverkehr sei nun beendet. Zuvor hatte die Staatsregierung die geplante Schließung der Zentren infrage gestellt.

30.9.2020 • 16:25 Uhr

Deutschland zahlt weitere 100 Millionen Euro für internationales Impfprogramm

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angekündigt, dass Deutschland weitere 100 Millionen Euro für die Verteilung von möglichen Corona-Impfstoffen an ärmere Länder bereitstellt. Das Geld aus dem Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) soll die Initiative Covax der WHO und der Organisationen GAVI und CEPI unterstützen. Zuvor hatte Deutschland dafür bereits 330 Millionen Euro zugesagt. Etwas mehr als die Hälfte der gesamten Summe soll für die Entwicklung von Impfstoffen eingesetzt werden, die übrigen 200 Millionen sind für den Kauf und die Verteilung der Mittel vorgesehen. Die Covax-Initiative ist Teil des sogenannten Act-Accelerator-Programms, mit dem auch Medikamente und Corona-Tests entwickelt und verteilt werden sollen. Insgesamt hat Deutschland nun 775 Millionen Euro für dieses Programm zugesagt.

30.9.2020 • 16:10 Uhr

Neue Beschränkungen für Ibiza-Stadt

Für die spanische Balearen-Insel Ibiza gelten ab Freitag verschärfte Corona-Regeln. In der Inselhauptstadt Ibiza-Stadt sind dann Partys mit mehr als fünf Personen verboten. Bars und Restaurans müssen um 22 Uhr schließen, Kinderspielplätze dürfen nicht betreten werden. Die Behörden empfehlen allen Bewohnern der Stadt, ihre Wohnung nur bei zwingenden Gründen zu verlassen. Die Regeln gelten zunächst für 15 Tage. Die Infektionsrate in Ibiza-Stadt ist drei Mal so hoch wie auf den anderen Balearen-Inseln.

30.9.2020 • 15:53 Uhr

Ausnahmezustand in der Slowakei

Die slowakische Regierung ruft im Kampf gegen die Corona-Pandemie den Ausnahmezustand aus. Dieser gelte ab Donnerstag, sagt Ministerpräsident Igor Matovic. Er soll zunächst 45 Tage andauern und der Regierung mehr Befugnisse geben, um strengere Maßnahmen zur Eindämmung durchzusetzen. Die Slowakei hat die erste Welle der Pandemie im März und April mit wenige Fällen und einer niedrigen Todesrate überstanden. Im September stieg die Zahl der Infektionen sprunghaft an. Zuletzt hat das Land 567 Fälle gemeldet.

30.9.2020 • 15:44 Uhr

UN-Generalsekretär fordert 35 Milliarden Dollar für Impf-Programm

UN-Generalsekretär António Guterres hat zu einer besseren Finanzierung des Impf-Programms der Vereinten Nationen aufgerufen. Angesichts der Corona-Pandemie sei ein "Quantensprung" nötig an Unterstützung über die bislang zugesagten drei Milliarden Dollar hinaus. Damit es seine maximale Wirkung erreichen könne, seien zusätzliche 35 Milliarden nötig, sagte Guterres. Es sei an der Zeit, dass Länder Mittel aus ihren nationalen Corona-Programmen bereitstellten.

Das sogenannte ACT-Programm soll die internationale Zusammenarbeit stärken, um Menschen auf der ganzen Welt Test-Kapazitäten und Behandlungsmöglichkeiten zugänglich zu machen. Vor allem aber soll es die Entwicklung eines Impfstoffs fördern, der für alle erhältlich und bezahlbar ist. Nach UN-Angaben beteiligen sich daran unter anderem Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

30.9.2020 • 15:37 Uhr

Universität Oxford testet Bestseller-Medikament bei Covid-19-Patienten

Die Universität Oxford will das weltweit umsatzstärkste verschreibungspflichtige Medikament Humira zur Behandlung von Covid-19-Patienten testen. In der Studie, die 750 Patienten umfassen soll, soll das Mittel vor allem zur Behandlung von Menschen in Pflegeheimen erprobt werden. Jüngste Studien hätten bereits gezeigt, dass Patienten, die Humira oder vergleichbare Medikamente gegen entzündlichen Darmerkrankungen und entzündliche Arthritis einnahmen, seltener ins Krankenhaus kamen. Humira wird zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt.

30.9.2020 • 15:24 Uhr

EZB-Chefin liebäugelt mit neuem Inflationsziel

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte auf eine Änderung ihres seit 2003 bestehenden Inflationsziels zusteuern. Darauf deuten Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde hin. "Wir müssen die Kräfte, die heute die Inflationsdynamik antreiben, gründlich analysieren und überlegen, ob und wie wir unsere Strategie als Reaktion darauf anpassen sollten", sagte bei einer Tagung in Frankfurt. "Wir sollten ein Inflationsziel haben, das glaubwürdig ist und das die Öffentlichkeit leicht verstehen kann." Konkret deutete Lagarde an, dass die EZB Zeiten mit besonders niedriger Inflation dadurch ausgleichen könnte, dass sie zeitweise höhere Inflationsraten akzeptiere. Falls ein solches Konzept "glaubwürdig" umgesetzt werde, könnte die Wirtschaft in einer Phase ultra-niedriger Zinsen besser stabilisiert werden. Ein solches Vorgehen sei eine Prüfung wert, sagte Lagarde.

Eine ähnliche Strategie hatte unlängst die US-Notenbank Federal Reserve eingeführt. Fachleute erwarten als Folge dieses Richtungsschwenks eine längere Phase einer extrem lockeren Geldpolitik in den USA. Der Konjunktureinbruch wegen der Corona-Pandemie hat in Europa zu sehr niedrigen Inflationsraten oder sogar einem sinkenden Preisniveau geführt. Manche Experten gehen allerdings davon aus, dass wegen der historischen Geldschwemme der Notenbanken und der hohen Verschuldung der Staaten langfristig der Inflationdruck stark zunehmen könnte.

30.9.2020 • 15:00 Uhr

Prognose für US-Wirtschaft leicht verbessert

Die US-Wirtschaft ist im Corona-Frühjahr etwas weniger stark abgestürzt als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 31,4 Prozent zurück, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Eine erste Schätzung hatte noch ein Minus von 32,9 Prozent ergeben, eine danach vorgenommene Korrektur verbesserte das Ergebnis auf minus 31,7 Prozent. Trotz der erneuten Aufwärtskorrektur bleibt die Konjunktur-Krise allerdings ein historischer Konjunktureinbruch.

30.9.2020 • 14:40 Uhr

Norwegen lockert Corona-Regeln etwas

Die norwegische Regierung hat die Lockerung einiger Corona-Beschränkungen angekündigt. Aufgehoben wird das bislang geltende Verbot, nach Mitternacht Alkohol auszuschenken. Zudem steigt die erlaubte Zahl von Zuschauern bei Sportveranstaltungen im Freien von 200 auf 600. Wettkämpfe in unteren Ligen sind künftig wieder erlaubt. "Das ist keine komplette Öffnung, sondern eine neue Phase in unserer Strategie, die Corona-Infektionszahlen unter Kontrolle zu behalten", sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg. Norwegen hat bislang 13.914 Corona-Infektionen und 274 Todesfälle gemeldet.

30.9.2020 • 14:25 Uhr

Hilfsorganisation warnt vor Zunahme von Kinderehen

Die Corona-Pandemie führt einem Bericht der Kinderrechtsorganisation Save the Children zufolge zu einem deutlichen Anstieg von Kinderehen. Im Jahr 2020 seien eine halbe Million Mädchen mehr zwangsverheiratet worden, schätzt die Organisation. Eine Million Minderjährige mehr könnten schwanger werden. Die Pandemie-bedingten Schulschließungen hätten weltweit die Schullaufbahn von 1,6 Milliarden Kindern unterbrochen. In den kommenden fünf Jahren rechnet Save the Children mit einem Anstieg von Kinderehen um bis zu 2,5 Millionen, die Gesamtzahl dürfte bis 2025 auf 61 Millionen steigen. Als Folge seien drastisch steigende Zahlen von Teenager-Schwangerschaften und Schulabbrüchen zu erwarten.

30.9.2020 • 14:20 Uhr

Maskenpflicht in Berliner Büros: BDA-Chef skeptisch

Der Arbeitgeberverband BDA hat skeptisch auf den Vorstoß des Berliner Senats reagiert, in der Hauptstadt eine Maskenpflicht in Büros zu verhängen. Die Auflage sei "ein bisschen übers Ziel hinaus, aber es ist ja nicht schädlich", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer in Berlin. "Wie schön, dass mein Unternehmen in Bremerhaven sitzt, da haben wir diese Pflicht nicht." Er sei sich nicht sicher, ob der Schritt "vielleicht ein bisschen ein Placebo ist". Wichtig sei bei Auflagen in der Corona-Krise immer, dass die Bevölkerung die Maßnahmen mittragen und nachvollziehen könne.

30.9.2020 • 14:08 Uhr

Auswärtiges Amt erneuert Reisewarnungen für Oktober

Die pauschale Reisewarnung für gut 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums wird zum 1. Oktober aufgehoben. Für die Reisenden dürfte sich de facto allerdings wenig ändern, berichtet die Nachrichtenagentur dpa, denn die Pauschalwarnung werd durch speziell zugeschnittene Risikobewertungen für die einzelnen Staaten ersetzt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wird auch nach dem Monatswechsel weiterhin eine coronabedingte Reisewarnung für fast alle Länder bestehen.

30.9.2020 • 14:02 Uhr

Corona-Stopp im Parlament in Rom

Der italienische Senat hat vorsorglich einen Teil seiner Arbeit wegen Corona-Fällen in der Parlamentskammer gestoppt. Das bestätigte ein Sprecher der Parlamentskammer in Rom. Betroffen von der Unterbrechung der Termine seien geplante Treffen von Kommissionen sowie dem Führungsgremium der Kammer. Ob die Vorsichtsmaßnahme über den Tag hinaus ausgedehnt werde, sei noch offen, sagte er.

In Italien ist die Corona-Pandemie nach Experten-Einschätzung aktuell zwar unter Kontrolle, doch steigende Infektionszahlen sorgen in dem Mittelmeerland für Angst. Am Dienstag hatten die Behörden mehr als 1600 neue Fälle registriert, es gab weitere 24 Covid-19-Tote.

30.9.2020 • 13:26 Uhr

Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Lettland

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden 95 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde in Riga mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 48 Neuinfektionen und war im April erfasst worden. Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 1824 bestätigte Infektionen und 37 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

30.9.2020 • 13:18 Uhr

Studie: Neandertaler-Gene erhöhen Risiko für schweren Covid-19-Verlauf

Einer Studie zufolge gibt es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem uralten Neandertaler-Erbe in unserem Erbgut und schweren Verläufen von Covid-19. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die diese Genvariante geerbt haben, bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 künstlich beatmet werden müssen, ist etwa dreimal höher", erklärte Hugo Zeberg vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Die Variante ist ein weiterer Risikofaktor zusätzlich zu vielen schon länger bekannten wie Alter und manchen Vorerkrankungen. Es gebe erhebliche Unterschiede hinsichtlich der regionalen Verbreitung dieser genetischen Variante, erläuterten Forscher des Instituts weiter. Besonders häufig findet sie sich demnach bei Menschen in Südasien, wo etwa die Hälfte der Bevölkerung sie im Genom trage, in Bangladesch sogar 63 Prozent. In Europa habe etwa einer von sechs Menschen (rund 16 Prozent) sie geerbt - in Afrika und Ostasien komme die Variante hingegen so gut wie gar nicht vor. Eine Erklärung dafür, warum Menschen mit der Genvariante ein höheres Risiko haben, gebe es bisher nicht.

30.9.2020 • 13:05 Uhr

Flugsicherung senkt Prognosen für Luftverkehr

Die Deutsche Flugsicherung hat ihre Prognosen zum Luftverkehr in der Corona-Krise deutlich nach unten korrigiert. Die fortdauernden und erweiterten Reisebeschränkungen führten zu einer geringeren Nachfrage, teilte das Staatsunternehmen in Langen bei Frankfurt mit. Zugleich seien bis Jahresende keine Impulse aus dem Interkontinentalverkehr zu erwarten, eine Erholung des Geschäftsreiseverkehrs sei nach wie vor nicht absehbar.

Zum Jahresende werde der Flugverkehr im deutschen Luftraum wie bereits im August und September nur 45 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen statt der im April prognostizierten 75 Prozent. Die Lotsen werden nach dieser Einschätzung im Gesamtjahr 2020 rund 1,5 Millionen Flüge kontrollieren. Das wäre die niedrigste Zahl seit der Wiedervereinigung. Das Niveau von 2019 würde demnach erst im Jahr 2025 wieder erreicht. Bislang war die DFS von einer vollständigen Erholung bis zum Jahr 2024 ausgegangen.

30.9.2020 • 12:47 Uhr

Wulff fordert Unterstützung für Chöre

Der Präsident des Deutschen Chorverbands, Altbundespräsident Christian Wulff, fordert eine flächendeckende Unterstützung der Chöre durch die öffentliche Hand. Seit der Wiedervereinigung vor 30 Jahren sei die Chorlandschaft zwischen West- und Ostdeutschland fest zusammengewachsen, bundesweit hätten die zahlreichen Chöre dazu beigetragen, "dass Gemeinschaft entsteht, Menschen Heimat finden und grenzüberschreitend Zugehörigkeit erfahren", sagte Wulff in Berlin.

Nach Wulffs Worten ist die kulturelle und soziale Infrastruktur aktuell gefährdet. Als Folgen einer weiteren Schwächung des ländlichen Raums seien Landflucht und die politische Radikalisierung der Zurückbleibenden absehbar. Dabei verlaufe das Gefälle keineswegs nur zwischen Ost und West. Insbesondere die Corona-Pandemie habe die Chorszene vor massive Herausforderungen gestellt.

30.9.2020 • 12:34 Uhr

Tschechien will Ausnahmezustand verhängen

Die tschechische Regierung will wegen der Corona-Krise den Ausnahmezustand verhängen, um weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschließen zu können. Dies sei notwendig, damit das Gesundheitssystem nicht überfordert werde, sagte Gesundheitsminister Roman Prymula im Parlament in Prag. Das Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte am Dienstag die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden mit 1965 angegeben.

Die Verhängung des Ausnahmezustandes bedeutet zunächst nicht automatisch, dass die Regierung drakonische Schritte einleiten wird. Es räumt ihr aber eine größere Freiheit ein, das öffentliche Leben und die Wirtschaft stärker einzuschränken. Prymula schlug vor, die Zahl der Teilnehmer bei öffentlichen Veranstaltungen draußen auf 20 und in Räumen auf zehn zu begrenzen. Ab Montag sollen weiterführende Schulen geschlossen bleiben.

30.9.2020 • 12:17 Uhr

Hofreiter appelliert an Verantwortungsbewusstsein

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat wie Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen aufgerufen. Entscheidend sei, dass die Bürger weiter so gut mitmachten, sagte Hofreiter im Bundestag. Deutschland sei bis jetzt "ziemlich glimpflich" durch die Pandemie gekommen, aber das müsse nicht so bleiben. Hofreiter mahnte zugleich weitere Anstrengungen von Bund und Ländern an.

Er appellierte grundsätzlich, jetzt Prioritäten zu setzen. Er könne verstehen, dass die Menschen feiern wollten. Aber es ließe sich damit leben, wenn Feiern noch eine Zeit lang nicht stattfänden. Es sei jedoch "sehr schwer damit zu leben, wenn wieder die Schulen geschlossen werden müssten". Die Menschen müssten deshalb verantwortungsvoll und solidarisch sein. 

30.9.2020 • 11:37 Uhr

Iran: Keine Klinikbetten mehr für Corona-Patienten

Wegen des starken Anstiegs der Fallzahlen gibt es im Iran keine Krankenhausbetten mehr für Corona-Patienten. Das sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, in einem Interview mit der Zeitung "Watane'e Emrus". "Falls der Ernst der Lage weiterhin von den Verantwortlichen ignoriert wird, müssen die Corona-Patienten in Großstädten wie Teheran demnächst in den Korridoren der Krankenhäuser behandelt werden, weil es einfach keine Betten mehr gibt."

In den meisten Städten wird die Maskenpflicht laut Mardani nur noch von der Hälfte der Menschen eingehalten. Epizentrum der Infektionen seien öffentliche Verkehrsmittel und Einkaufszentren in Großstädten. Besonders schlimm sei die Lage in der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern. "Die Lage ist so kritisch, dass die Forderung nach einer einwöchigen Ausgangssperre in Teheran durchaus realistisch ist", so der Epidemiologe und Infektionsexperte. Sonst kriege man ernsthafte Engpässe bei der medizinischen Versorgung.

30.9.2020 • 11:25 Uhr

Geschäfte dürfen in Adventszeit in NRW sonntags öffnen

In der Adventszeit dürfen Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sonntags von 13 bis 16 Uhr öffnen. Das teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mit. Damit solle das Gedränge in Fußgängerzonen an den Adventssamstagen entzerrt werden. Es handele sich um eine einmalige Maßnahme in der Corona-Pandemie. Das Land wolle damit nicht den Sonntagsschutz aushöhlen. Außerdem sollen Weihnachtsmärkte trotz Corona-Krise unter Auflagen erlaubt sein. Voraussetzung sei, dass es klare Regelungen bei der Zugangssteuerung und beim Hygieneschutz gebe.

30.9.2020 • 11:17 Uhr

Corona-Effekt: Deutsche sparen so viel wie lange nicht

Die Deutschen legen einer Studie zufolge wegen der Corona-Krise so viel Geld auf die hohe Kante wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Der Verband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet damit, dass die Sparquote der privaten Haushalte in diesem Jahr auf rund 15 Prozent ansteigt nach 10,9 Prozent im vergangenen Jahr. Zuletzt war sie um die 1990er Jahre herum so hoch. "Der massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt", sagte BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin am Mittwoch. "Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe werden nur allmählich nachgeholt."

30.9.2020 • 11:09 Uhr

Corona-Hotspot Ischgl: Ermittlungen gegen vier Personen

Zu den folgenschweren Ereignissen in der Corona-Krise in Ischgl ermitteln die Behörden in Österreich gegen vier Beschuldigte. Nach Prüfung von mehr als 10 000 Seiten Beweismaterial hätten sich die Ermittlungen konkretisiert, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr, mit. "Insbesondere wird die Umsetzung von Verordnungen in Bezug auf Verkehrsbeschränkungen in Ischgl beziehungsweise die Quarantäne im Paznauntal näher geprüft." Die Identitäten der Beschuldigten nannten die Behörde nicht. Der Wintersportort Ischgl in Tirol galt im März als Corona-Hotspot, der maßgeblich zur Verbreitung des Virus in Teilen Europas beigetragen haben soll.

30.9.2020 • 10:48 Uhr

Curevac startet mit nächster Impfstoff-Phase

Das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac hat die zweite Phase bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten begonnen. Der erste Teilnehmer der Phase-2a-Studie sei geimpft worden, hieß es in einer Mitteilung. Die Studie laufe in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten werden im vierten Quartal erwartet. Danach plant das Unternehmen den Beginn der entscheidenden Phase-III-Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern. Jean Stéphenne aus dem Aufsichtsrat von Curevac hatte kürzlich gesagt, dass der Impfstoff in sechs bis neun Monaten verfügbar sein könnte.

30.9.2020 • 10:25 Uhr

NRW: 250 Euro Strafe bei falschen Kontaktangaben

Für falsche Angaben zur Person auf den Kontaktlisten in Restaurants oder Gaststätten verhängt das Land Nordrhein-Westfalen künftig ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro. Das teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Düsseldorf mit. Zu zahlen ist die Strafe demnach von denjenigen, die die falschen Kontakte auf den Listen zur Corona-Nachverfolgung angeben. Aber auch Wirte müssen die Angaben auf den Listen auf Plausibilität überprüfen. Die Höhe des Bußgelds und weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden in der aktualisierten Corona-Schutzverordnung für NRW festgelegt. Diese tritt am Donnerstag in Kraft. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten am Dienstag auf ein Mindestbußgeld von 50 Euro bei falschen Angaben auf den Kontaktlisten vereinbart. In Schleswig-Holstein soll das sogar bis zu 1000 Euro kosten.

30.9.2020 • 10:18 Uhr

Studie: Indien könnte mehr als 60 Millionen Corona-Fälle haben

Indien könnte einer Antikörper-Studie zufolge bereits mehr als 60 Millionen Corona-Fälle haben und damit zehnmal mehr als offiziell angegeben. Wie die Zeitung "Indian Express" berichtet, zeigen jüngste Erhebungen zum Antikörper-Status in der Bevölkerung eine Positiv-Rate von 6,6 Prozent. Für die Studie hatte der Indian Council of Medical Research (ICMR), das höchste, staatliche Gesundheitsgremium des Landes, im August mehr als 29.000 Inder untersucht. Bei der letzten Antikörper-Studie im Mai lag die Positiv-Rate bei nur 0,73 Prozent. ICMR-Leiter Balram Bhargava warnte, dass eine Herdenimmunität noch keinesfalls erreicht sei.

Besonders stark seien städtische Armenviertel von Covid-19 betroffen. Hier hätten Schätzungen zufolge mehr als 15 Prozent der Bewohner Corona-Antikörper, verglichen mit über acht Prozent in den übrigen Stadtgebieten und gut vier Prozent auf dem Land. Indien hatte am Montag die Marke von sechs Millionen Corona-Fällen überschritten. Das südasiatische Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern ist nach den USA weltweit am schlimmsten betroffen.

30.9.2020 • 09:14 Uhr

Berliner Senat verschärft Corona-Auflagen

Der Gesundheitsexperte der Berliner Linksfraktion, Wolfgang Albers, hat mit Blick auf neue Corona-Beschlüsse des Senats vor Panikmache gewarnt. Albers sagte im rbb-Inforadio, zum Teil sei das Handeln von Emotionen getrieben. So sei bislang nicht wissenschaftlich geklärt, wie wirksam die einzelnen Maßnahmen wie die erweiterte Maskenpflicht sind. Zuvor hatte der Berliner Senat angekündigt, dass auch in Büro- und Verwaltungsgebäuden künftig ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Außerdem werden von Samstag an die Regeln für private Feiern verschärft. Im Freien sind dann maximal 50 Teilnehmer erlaubt, drinnen 25.

30.9.2020 • 08:49 Uhr

DEHOGA: Bußgeld bei falschen Kontaktangaben schwer durchsetzbar

Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Ingrid Hartges, hält die Verhängung von Bußgeldern bei falschen Corona-Kontaktdaten für schwer durchsetzbar. "Es ist ein Streit unter Rechtsexperten, ob Gastwirte das Recht haben, sich den Personalausweis vorzeigen zu lassen", sagte Hartges SWR aktuell. Es sei Aufgabe der lokalen Behörden, die Umsetzung zu kontrollieren. Darüber müssten sich die Landesregierungen jetzt Gedanken machen.

Die unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern machten dies nicht leichter, so die DEHOGA-Chefin weiter. So gebe es etwa in Sachsen-Anhalt keine Registrierungspflicht, in anderen Ländern gelte sie nicht im Außenbereich. "Wir sind als DEHOGA gefordert zu kommunizieren, was gilt." Die Politik sei gefordert, die Menschen zu sensibilisieren.

30.9.2020 • 08:27 Uhr

Umsatz im Einzelhandel wächst nach Corona-Einbruch

Im deutschen Einzelhandel geht es nach dem Corona-Einbruch aufwärts: Die Einzelhandelsunternehmen setzten im August preisbereinigt 3,1 Prozent mehr um als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Im Vorjahresvergleich stieg demnach der Umsatz preisbereinigt um 3,7 Prozent.

Am 1. Juli war die Mehrwertsteuer befristet bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent gesenkt wordem, wovon sich die Regierung eine Belebung des Konsums erhofft hatte. Viele Händler haben versprochen, die Senkung an die Kunden weiterzugeben. Von Januar bis August steigerten die Einzelhändler ihren Umsatz trotz der Corona-Krise um 4,2 Prozent. Allerdings bleibt das Gefälle innerhalb der einzelnen Branchen enorm. So brach das Geschäft mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren um 25,2 Prozent ein, während der Internet- und Versandhandel auf ein Wachstum von 21,2 Prozent kam.

30.9.2020 • 08:05 Uhr

Pflegebevollmächtigter: Mitspracherecht von Betroffenen bei Maßnahmen

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert Mitsprache von Pflegebedürftigen und Angehörigen bei den Corona-Schutzmaßnahmen. Es könne nicht sein, sagte er der Nachrichtenagentur epd, dass Heimbewohner weiter unter Kontaktverboten leiden, während draußen große Familienfeste gefeiert werden. Westerfellhaus forderte die Länder auf, regelmäßige Tests des Personals zu ermöglichen und die Selbstbestimmung der Bewohner zu schützen.

30.9.2020 • 07:48 Uhr

RKI meldet 1798 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen schwächt sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts leicht ab. Zuletzt habe es 1798 neue Fälle binnen 24 Stunden gegeben, teilte das RKI mit. Das sind 291 weniger als am Vortag, gestern lag die Zahl bei 2089. Die Gesamtzahl der positiv auf Covid-19 Getesteten liege demnach jetzt bei 289.219. Wie das RKI weiter mitteilte, stieg die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind, um 17 auf 9.488.  

30.9.2020 • 07:32 Uhr

Israel beschränkt Demonstrationsrecht

Das israelische Parlament hat Demonstrationen der Bürger auf einen Umkreis von einem Kilometer um den Wohnort beschränkt. Diese Maßnahme ziele laut Regierung darauf ab, die Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen einzudämmen. Kritiker der neuen Maßnahme sagten, Hintergrund der Beschränkung sei vielmehr, Proteste in der Nähe des offiziellen Wohnsitzes des Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in Jerusalem zu verhindern. Seit Wochen versammeln sich Tausende Demonstranten und fordern wegen Korruptionsvorwürfen und dem Umgang mit der Corona-Krise Netanyahus Rücktritt.

Menschen demonstrieren in Jerusalem | AFP

Bild: AFP

30.9.2020 • 06:30 Uhr

Zahl der Einbrüche könnte wegen Corona auf Allzeittief sinken

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erwartet, dass wegen der Corona-Krise die Zahl der Einbrüche in diesem Jahr deutlich geringer ausfällt. "Einbrüche in Deutschland könnten 2020 auf ein neues Allzeittief sinken", sagte GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen der "Bild"-Zeitung. Die Entwicklung des ersten Halbjahres deute darauf hin, dass die Einbruchzahlen am niedrigsten seit Beginn der Statistik 1981 ausfallen. Hauptgrund dürfte die Pandemie sein, sagt Asmussen. "Viele Menschen waren zu Hause durch Homeoffice, Kurzarbeit und verbrachten ihren Urlaub daheim." 2019 zählten Versicherer 95.000 Wohnungseinbrüche und Schäden von rund 300 Millionen Euro.

30.9.2020 • 05:12 Uhr

Bildungsministerin: Lehrer mit als Erste gegen Corona impfen

Lehrer sollten nach Auffassung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek mit als Erste gegen das Coronavirus geimpft werden, wenn es den Impfstoff gibt. "Als Bundesbildungsministerin würde ich mir wünschen, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihrer Vielzahl an Kontakten in der Schule zu den Ersten gehören, denen eine Impfung angeboten wird - insbesondere, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das würde den Lehrern verständliche Sorgen vor einer Infektion nehmen, meinte sie.

Auch würde eine bevorzugte Impfung für Lehrer helfen, den für die Gesellschaft so wichtigen Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Karliczek verwies darauf, dass das Robert Koch-Institut, der Ethikrat und die Ständige Impfkommission gerade Empfehlungen entwickelten. "Die Impfung ist und bleibt freiwillig", betonte sie.

30.9.2020 • 04:53 Uhr

US-Regierung einigt sich mit Airlines über Vergabe von Corona-Staatshilfen

Die US-Regierung hat mit sieben großen Fluggesellschaften des Landes eine Vereinbarung über staatliche Finanzhilfen in der Corona-Krise getroffen. Wie das Finanzministerium in Washington mitteilte, wurde eine Einigung über die Vergabe von Mitteln aus einem Hilfspaket für die Branche in Höhe von 25 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) erzielt. Diese Hilfen für die Airlines waren vom Kongress Ende März als Teil des gigantischen Programms gegen die Corona-Krise im historischen Rekordvolumen von 2,2 Billionen Dollar beschlossen worden. Seit Juli verhandelten die Fluggesellschaften mit der Regierung über die Modalitäten der Kredite.

30.9.2020 • 04:53 Uhr

Disney streicht 28.000 Jobs in den USA

Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf sein Geschäft streicht der US-Unterhaltungskonzern Disney 28.000 Jobs in den USA. Betroffen seien unter anderem Mitarbeiter in Freizeitparks und auf Kreuzfahrtschiffen. Die Entscheidung sei durch "die anhaltenden Auswirkungen von Covid-19 auf unser Geschäft" notwendig geworden, erklärte der Konzern weiter. Hinzu komme die "Ungewissheit über die Dauer der Pandemie". Von den durch den Stellenabbau betroffenen Mitarbeitern arbeiten den Angaben zufolge etwa zwei Drittel in Teilzeit.