Corona-Test in einem Vorort von Paris | AFP
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Liveblog zum Coronavirus ++ Mehr als eine Million Infektionen in Frankreich ++

Stand: 23.10.2020 23:44 Uhr

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus hat in Frankreich die Schwelle von einer Million überschritten. Die WHO sieht die Pandemie in der nördlichen Hemisphäre an einem "kritischen Punkt". Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Hamburg: Nur noch Treffen mit zehn Personen erlaubt
  • Erneut mehr als 11.000 Neuinfektionen in Deutschland
  • Gesundheitsministerium erwartet Impfstoff erst für 2021
  • Brandenburg: Kleiner Grenzverkehr ohne Quarantäne möglich
  • Luxemburg verhängt nächtliche Ausgangssperre
  • AstraZeneca darf US-Impfstoffstudie fortsetzen
  • Lettland verschärft Corona-Regeln
23.10.2020 • 23:44 Uhr

Ende des Liveblogs

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

23.10.2020 • 23:22 Uhr

Brasilien meldet mehr als 30.000 Neuinfektionen

In Brasilien wurden 30.026 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages registriert. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit gab es in Brasilien seit Beginn der Pandemie mehr als 5,3 Millionen Ansteckungen mit dem Virus. Die Zahl der Toten stieg zudem um 571 auf insgesamt 156.471.

23.10.2020 • 23:16 Uhr

Zweiwöchiger Lockdown in Wales in Kraft getreten

Im britischen Wales ist am Abend ein zweiwöchiger Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft getreten. "Unser Ziel ist es, dass wir dieses Maß an Einschränkungen in Wales vor Weihnachten nicht mehr brauchen werden", sagte der walisische Regierungschef Mark Drakeford. 3,1 Millionen Menschen sind in dem britischen Landesteil von der Maßnahme betroffen. Zudem wurden mehrere Regionen Englands in die höchste Corona-Warnstufe eingestuft. Ab Samstag gelten damit für 7,3 Millionen Briten strengere Corona-Maßnahmen.

In Wales, das eigene Maßnahmen verhängt hat, dürfen die Menschen seit 18 Uhr Ortszeit ihre Häuser nicht mehr verlassen. Läden, die keine Lebensmittel verkaufen, müssen ebenso wie Restaurants, Cafés und Bars geschlossen bleiben. Nur dringend benötigte Arbeitskräfte dürfen ihr Zuhause während der Ausgangssperre verlassen. Treffen mit Menschen außerhalb des eigenen Haushaltes sind nur Alleinlebenden und Alleinerziehenden gestattet. 

23.10.2020 • 22:55 Uhr

Mehrere Infektionen bei slowakischen Parlamentariern

Mehrere Abgeordnete des slowakischen Parlaments haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Parlamentspräsident Boris Kollar brach eine laufende Sitzung ab und organisierte Corona-Schnelltests für alle anwesenden Abgeordneten. Wie der TV-Nachrichtensender TA3 am Abend berichtete, fielen einige der Schnelltests positiv aus. Zuvor hatte der Chef der rechtsextremen Volkspartei Unsere Slowakei LSNS, Marian Kotleba, seinen positiven Befund öffentlich gemacht.

Zu der für Dienstag festgelegten Fortführung der Parlamentssitzung würden nun nur Abgeordnete zugelassen, die einen negativen Test vorweisen könnten, erklärte Parlamentspräsident Kollar. Kotleba verlangte, dass alle 150 Abgeordneten des Parlaments in Bratislava in Quarantäne gehen müssen. Der LSNS-Chef gehörte bisher zu den energischsten Gegnern der geltenden Corona-Regeln. Vor seiner eigenen Infektion bezeichnete er die Pandemie in digitalen Medien als "Erfindung", die zur Unterdrückung der Bürger diene.

23.10.2020 • 22:19 Uhr

Biden verspricht Wählern kostenlose Corona-Impfung

Eine Impfung gegen das Coronavirus soll nach Willen des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden für alle Menschen in den USA kostenlos sein. Auch für Bürger ohne Krankenversicherung müsse die Regierung eine kostenfreie Schutzimpfung garantieren, sagte Biden in Wilmington im Bundesstaat Delaware. In den USA sind Millionen Menschen aus Kostengründen nicht krankenversichert.

Biden stellte erneut seinen Plan vor, um die Pandemie einzudämmen. Unter anderem will Biden im Fall eines Wahlsiegs die Kapazität für Corona-Tests massiv ausbauen, sich im ganzen Land für das verpflichtende Tragen von Masken einsetzen und die heimische Produktion von Schutzkleidung deutlich ausbauen.

23.10.2020 • 21:59 Uhr

Sloweniens Außenminister positiv auf Corona getestet

Sloweniens Außenminister Anze Logar hat sich einem Medienbericht zufolge mit dem Virus angesteckt. Logar sei nach einer Reise ins Ausland positiv auf Corona gestestet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf eine Mitteilung seines Ministeriums. Er habe bislang keine Symptome und werde sich für zehn Tage selbst isolieren.

23.10.2020 • 21:58 Uhr

Johnson & Johnson nimmt Impfstoffstudie wieder auf

Auch der US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson's kann laut einem Zeitungsbericht seine Impfstoffstudie in Kürze wieder aufnehmen. Eine Untersuchung habe ergeben, dass eine Erkrankung bei einem Probanden nicht im Zusammenhang mit dem Impfstoff stehe, meldete die "Washington Post". J&J hatte die Phase-3-Wirksamkeitsstudie Ende September gestartet und musste sie kürzlich wegen der Erkrankung des Studienteilnehmers stoppen.

23.10.2020 • 21:57 Uhr

Mehr als 1500 Bundespolizisten in Quarantäne

Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen an die Mitarbeiter seiner Behörde appelliert, sich im privaten Bereich besser vor Ansteckung zu schützen. In einer Videobotschaft an die Polizeibeamten sagte er, aktuell seien 136 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. 1574 Bundespolizisten befinden sich nach seinen Worten derzeit vorsorglich in Quarantäne. "Wenn wir ausfallen, geht das Licht aus", mahnte Romann. Deshalb hätten alle Mitarbeiter der Bundespolizei die Pflicht, sich gesund zu erhalten, "das gilt auch im privaten Bereich". Dort seien die Risiken höher als im Dienst.

23.10.2020 • 21:56 Uhr

Krankenhäuser sehen sich für zweite Welle gut gerüstet

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, hat die aktuelle Corona-Situation trotz steigender Infektionszahlen als beherrschbar bezeichnet. "Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein", sagte Baum dem "Mannheimer Morgen".

Zurzeit gebe es mehr als 8000 freie Intensivbetten, wobei durch Verschieben von nicht notwendigen Behandlungen weitere 10.000 Betten frei gemacht werden könnten. "Außerdem müssen nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden."

Laut Baum werden derzeit 6000 Patienten in Krankenhäusern wegen Covid-19 behandelt, etwa 1000 davon liegen auf der Intensivstation. "Die Kapazitäten werden noch lange reichen, ehe es bedenklich wird." Damit die Lage in den nächsten Wochen und Monaten aber nicht außer Kontrolle gerate, sei insgesamt sehr viel Vorsicht und Einsatzbereitschaft gefordert.

23.10.2020 • 21:49 Uhr

"Die Ärzte" über Corona-Folgen in der Veranstaltungsbranche

Seit Monaten leidet die Veranstaltungsbranche massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die Politik versucht, Betroffene mit Hilfen zu unterstützen - doch die reichen oft bei weitem nicht. Auf diese Entwicklung machte jetzt auch die Punkrockband "Die Ärzte" aufmerksam. Im Interview mit den tagesthemen berichteten die Musiker von den Existenzängsten ihrer Branche.

23.10.2020 • 21:45 Uhr

Lettland verschärft Corona-Regeln

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Lettland die Einschränkungen für die Bevölkerung. Die Regierung in Riga setzte die erlaubte Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen auf 10 Personen in Räumen und 100 Personen im Freien herab. Die neue Beschränkung gilt ab Samstag. Ab Montag dürfen sich bei öffentlichen und wirtschaftlichen Veranstaltungen in Räumen nicht mehr als 300 Menschen zusammenfinden. Die neuen Regeln sind zunächst bis zum 15. November befristet.

Darüber hinaus beschloss die Regierung, dass die Maskenpflicht an öffentlichen Orten ausgeweitet wird. So müssen in dem baltischen EU-Land künftig auch bei Veranstaltungen mit festen und personalisierten Sitzplätzen Mund und Nase bedeckt werden. Dafür galt bislang eine Ausnahme. Auch wurde die zeitliche Befristung der Maskenpflicht bis 6. November aufgehoben - sie gilt nun unbegrenzt.

23.10.2020 • 20:56 Uhr

Verwirrung beim 1. FC Heidenheim: Nun alle Tests negativ

Die Verwirrung um die Corona-Tests beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim hat die nächste Stufe erreicht. Nachdem fünf Personen des FCH zunächst positiv getestet worden waren, sind ihre Ergebnisse nach einem erneuten Test negativ, wie der Club mitteilte. Ein am Vortag von einem anderen Labor durchgeführter Test hatte dieselben Personen noch als positiv ausgewiesen, "was nach aktueller Faktenlage auf falsche Labor-Testergebnisse schließen lässt", schrieb der Verein.

Auch der bereits am Mittwoch "leicht positiv" getestete FCH-Profi Maximilian Thiel ist nun wie alle Mannschaftskollegen sowie das komplette Trainer- und Funktionsteam negativ getestet worden. Ob das Heimspiel der Heidenheimer am Sonntag gegen den VfL Osnabrück stattfinden kann, ist noch offen. Der FCH steht diesbezüglich mit den lokalen Behörden in Kontakt.

23.10.2020 • 20:38 Uhr

AstraZeneca darf US-Impfstoffstudie fortsetzen

Der Pharmakonzern AstraZeneca darf einem Zeitungsbericht zufolge seine klinische Impfstoffstudie in den USA fortsetzen. Das hätten die Gesundheitsbehörden entschieden, berichtete das "Wall Street Journal". Die Studie liegt seit dem 6. September auf Eis. Sie musste nach einer ungeklärten Erkrankung bei einem Probanden unterbrochen werden. AstraZeneca gehört zum Kreis der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus.

23.10.2020 • 20:36 Uhr

Mehr als eine Million Corona-Fälle in Frankreich

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus hat in Frankreich die Schwelle von einer Million überschritten. Das teilte das französische Gesundheitsministerium auf seiner Internetseite mit. Insgesamt sind 1.041.075 Ansteckungen registriert, innerhalb eines Tages kamen 42.032 weitere Infektionen hinzu.

Die Zahl der Toten stieg um 298 auf 34.508. Am Vortag betrug dieser Anstieg 162. Auch die Zahl der Menschen, die mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden müssen, stieg um 976 auf 15.008. Das stellt den größten Zuwachs seit Anfang April dar. Die Zahl der Intensivpatienten stieg um 122 auf 2441.

Frankreich ist das siebte Land, in dem die Marke von einer Million bestätigten Ansteckungen überschritten wurde - nach den USA (inzwischen 8,4 Millionen), Indien (7,8 Millionen), Brasilien (5,3 Millionen), Russland (1,5 Millionen) sowie Argentinien und Spanien mit je knapp über einer Million.

23.10.2020 • 20:10 Uhr

Berlins Regierender Bürgermeister lehnt regionale Lockdowns ab

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) lehnt regionale Lockdowns in der Pandemie ab. Sollte sich die Corona-Lage zuspitzen, müsse es wieder eine bundesweite Verständigung geben, sagte Müller dem Nachrichtenportal "t-online". "Man kann nicht ein Bundesland isolieren und sagen, dass es dort einen Lockdown gibt."

Ein erneuter Lockdown würde zwar schmerzliche Einschnitte für die Wirtschaft bedeuten, fügte Müller hinzu. Die Frage, ob Deutschland sich einen solchen Schritt finanziell erneut erlauben könne, stelle sich aber nicht. "Was wäre denn der Umkehrschluss? Weil ich mir etwas finanziell nicht leisten kann, lasse ich Menschen sterben?", fragte Müller. Menschenleben stünden im Vordergrund.

23.10.2020 • 20:08 Uhr

Mehr als 74.000 Neuinfektionen in den USA

Die US-Seuchenbehörde CDC hat einen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus um 74.380 auf 8387 Millionen gemeldet. Die Zahl der Toten stieg um 1009 auf 222.447.

23.10.2020 • 19:22 Uhr

Dänemark begrenzt Treffen im öffentlichen Raum auf zehn Personen

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie dürfen sich in Dänemark künftig nicht mehr als zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Das teilte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit. Zuvor waren Gruppen von 50 Menschen erlaubt. Zudem werde der Verkauf von Alkohol ab 22.00 Uhr untersagt. Außerdem werde eine Maskenpflicht in allen öffentlichen Innenräumen eingeführt.

23.10.2020 • 19:19 Uhr

Nächtliche Ausgangssperre und Versammlungsverbot in Luxemburg

Angesichts steigender Infektionszahlen hat die Regierung in Luxemburg eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Zwischen 23.00 Uhr und 06.00 Uhr dürfen Einwohner ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie Ministerpräsident Xavier Bettel mitteilte.

Die Maßnahmen sehen auch ein Verbot von Versammlungen von mehr als vier Menschen vor. Sie sollen zunächst einen Monat lang gelten. "Die Situation hat sich in den vergangenen drei Tagen in besorgniserregender Weise verändert, und die Versorgung muss weiterhin gewährleistet sein", sagte Bettel.

In Bars und Restaurants dürfen fortan höchstens vier Menschen zusammen an einem Tisch sitzen. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass Wettkämpfe im Amateursport vorerst ausgesetzt werden. Im Großherzogtum Luxemburg wurden seit Beginn der Pandemie 12.333 Corona-Infektionen und 140 Todesfälle registriert. 

23.10.2020 • 18:34 Uhr

WHO-Chef: "Wir sind an einem kritischen Punkt"

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die von rasant steigenden Corona-Infektionen betroffenen Länder zum Handeln aufgerufen. "Zu viele Länder sind auf einem gefährlichen Pfad", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. "Wir sind an einem kritischen Punkt, vor allem in der nördlichen Hemisphäre. Die nächsten Monaten werden sehr schwierig."

Er beschwor Regierungen, sofort neue Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Todesfälle zu verhindern und die Gesundheitsdienste vor dem Kollaps zu bewahren. Wenn Regierungen die Kontaktverfolgung rigoros durchführten und Infizierte isolierten sowie deren Kontakte in Quarantäne schickten, könnten Ausgehverbote noch vermieden werden.

23.10.2020 • 18:28 Uhr

NRW will 800 befristete Stellen zur Nachverfolgung schaffen

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die Städte und Gemeinden stärker bei der Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten unterstützen. Nordrhein-Westfalen werde nicht nur rund 200 Landesbedienstete zur Unterstützung der Gesundheitsämter abstellen, sondern auch die Mittel für rund 800 Aushilfskräfte in Vollzeit bereitstellen, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Das Aushilfspersonal soll für bis zu sechs Monate bei der Corona-Bekämpfung helfen.

23.10.2020 • 18:09 Uhr

Wieder mehr als 20.000 Neuinfektionen in Großbritannien

In Großbritannien wurden 20.530 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet, etwas weniger als am Vortag mit 21.242. Zudem werden 224 Corona-Tote registriert. Am Vortag waren es 189.

23.10.2020 • 18:06 Uhr

Positiver Corona-Test bei BVB-Profi Emre Can

Borussia Dortmund muss im Revierderby gegen Schalke 04 am Samstag auf Emre Can verzichten. Der 26 Jahre alte BVB-Profi sei heute positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte der Fußball-Bundesligist mit. Der Nationalspieler, der die Champions-League-Reise nach Rom aufgrund einer Sperre nicht mitgemacht hatte, sei "aktuell symptomfrei" und befinde sich in häuslicher Isolation. Alle weiteren Tests der Spieler und des Betreuerstabs seien negativ gewesen, hieß es weiter.

23.10.2020 • 18:03 Uhr

Corona-Fälle in päpstlicher Leibgarde

In der päpstlichen Schweizergarde sind 13 von 113 Angehörigen an Covid-19 erkrankt. Das gab das Kommando der Truppe bekannt. In den vergangenen Tagen seien sämtliche Gardisten auf das Coronavirus getestet worden. Von den Infizierten wiesen nicht alle die typischen Krankheitssymptome auf, hieß es. Keiner sei in klinischer Behandlung, ihr Zustand werde aber in Zusammenarbeit mit dem vatikanischen Gesundheitsamt überwacht.

Die Schweizergarde ist neben Wach- und Ehrendiensten in historischen Uniformen auch für den Personenschutz des Papstes zuständig. Ob auch Offiziere, die in unmittelbarer Nähe des 83-jährigen Kirchenoberhaupts Dienst tun, von den Infektionen betroffen sind, ist nicht bekannt.

Ein Mitglied der Schweizer Garde während der wöchentlichen Generalaudienz von Papst Franziskus im Hof von San Damaso, im Vatikan. | REUTERS

Ein Mitglied der Schweizer Garde im Vatikan (Archivbild). 13 von 113 Angehörigen der Truppe haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Bild: REUTERS

23.10.2020 • 18:01 Uhr

Brandenburg: Kleiner Grenzverkehr ohne Quarantäne möglich

Die brandenburgische Landesregierung hat die Quarantäne-Verordnung des Landes angepasst: Der kleine Grenzverkehr zwischen Brandenburg und Polen ist damit ohne Quarantäne-Verpflichtung möglich, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Die neue Verordnung sehe Ausnahmeregelungen für bestimmte Personen- und Berufsgruppen vor. Das betrifft nach den Angaben Berufspendler, Schüler oder auch Studierende. Auch enge Verwandte sind von der Quarantänepflicht ausgenommen. Die neuen Bestimmungen treten am Samstag um 0.00 Uhr in Kraft und gelten bis einschließlich 8. November.

23.10.2020 • 17:53 Uhr

Fallzahlen in Italien schießen in die Höhe

In Italien sind der Regierung zufolge in den vergangenen 24 Stunden 19.143 Neuinfektionen registriert worden. Ein solcher Wert wurde seit dem Ausbruch der Krankheit noch nie in Italien erreicht. Er liegt zudem deutlich über dem jüngsten Rekord vom Donnerstag, als 16.079 Fälle gemeldet wurden.

Die Zahl der Todesfälle blieb mit 91 unter dem Wert von Donnerstag (136) zurück und ist weit entfernt von den Totenzahlen beim Höhepunkt der Pandemie im März und April. Damals lag der Höchstwert der täglich gezählten Todesfälle bei mehr als 900.

23.10.2020 • 17:43 Uhr

Hamburger Gericht hält Corona-Beherbergungsverbot aufrecht

Das Hamburgische Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde gegen das Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Risikogebieten ohne Negativtest zurückgewiesen. Eine Hostelkette mit vier Standorten in Hamburg hatte sich mit einem Eilantrag gegen die sogenannte Touristenregelung gewandt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Das Verwaltungsgericht habe zwar gewisse Bedenken, ob die Beschränkung in der Corona-Eindämmungsverordnung ausreichend durch das Infektionsschutzgesetz gerechtfertigt und angemessen sei. Im Hinblick auf die gegenwärtig erhöhte Gefahrenlage und nach einer Abwägung der Folgen habe das Gericht die Beschwerde aber abgelehnt.

23.10.2020 • 17:32 Uhr

Gericht kippt Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung als rechtswidrig ein. Es erklärte die Regelung in einem Eilverfahren für außer Vollzug gesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist.

Die Schleswiger Richter folgten damit Gerichtsentscheidungen in anderen Bundesländern. "Veranlasst ist die Entscheidung durch die dringende Notwendigkeit, schwere wirtschaftliche Nachteile für die im Land existierenden Beherbergungsbetriebe abzuwehren", erläuterte das OVG. Dazu zählen auch die von den beiden Antragstellerinnen betriebenen Resorts beziehungsweise Hotels in Travemünde, Grömitz und auf Sylt.

23.10.2020 • 16:57 Uhr

Irritation in Österreich über Pendler-Testpflicht in Bayern

In Österreich stoßen die deutschen Reisewarnungen und besonders die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus Corona-Risikogebieten auf Ablehnung. Politiker und Wirtschaftsvertreter kritisierten die bayerische Maßnahme, die einen wöchentlichen PCR-Test von einpendelnden Arbeitnehmern fordert. "Eine gewisse Vorbereitungszeit wäre wünschenswert gewesen", teilte Tirols Landeschef Günther Platter mit.

Am Donnerstag hatte die Bundesregierung - neben anderen Nachbarländern - fast ganz Österreich ab kommenden Samstag als Risikogebiet eingestuft. Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) will am Dienstag bei einem Besuch bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auch über Corona-Beschränkungen und die ausgeweiteten Reisewarnungen sprechen.

23.10.2020 • 16:43 Uhr

Sánchez: Mehr als drei Millionen Infektionen in Spanien

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat die Bevölkerung auf weitere Beschränkungen im Kampf gegen die zweite Corona-Welle vorbereitet. "Die Lage ist ernst", sagte Sánchez in einer Fernsehansprache zur Corona-Krise in seinem Land. Nur mit "größter Disziplin", "Entschlossenheit" und der "notwendigen Einheit" lasse sich die drastisch nach oben gehende Ansteckungskurve wieder umkehren. Konkrete Maßnahmen nannte Sánchez aber zunächst nicht.

Als erstes EU-Land hatte Spanien am vergangenen Mittwoch die Schwelle von einer Million Infektionen offiziell überschritten. In seiner Rede sagte der linksgerichtete Ministerpräsident, dass die Gesamtzahl der Infizierten tatsächlich aber bei über drei Millionen liege. Das liege daran, dass nur bei wenigen Menschen, die sich zu Beginn der Krise im Frühjahr angesteckt hätten, tatsächlich das neuartige Coronavirus festgestellt worden sei. Damals seien nicht einmal "zehn Prozent" der Infizierten entdeckt worden, heute seien es "rund 70 Prozent", sagte Sánchez.

23.10.2020 • 16:30 Uhr

Gesundheitsministerium erwartet Impfstoff erst für 2021

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen und damit die Erwartungen an einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Berichte, wonach ein Serum noch in diesem Jahr zugelassen werden könnte, kommentierte das Bundesgesundheitsministerium jedoch zurückhaltend.

23.10.2020 • 16:26 Uhr

Beliebte öffentliche Plätze in Rom zeitweise gesperrt

Beliebte öffentliche Plätze in Rom sollen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien zeitweise gesperrt werden. Das Verbot gelte freitags und samstags ab 09.00 Uhr bis Mitternacht, teilte die Stadt mit. Betroffene Plätze seien der Campo de' Fiori sowie die Piazza Trilussa, die Piazza Madonna de' Monti und die Via del Pigneto. Diese Orte sind in den Abendstunden beliebte Treffpunkte für viele junge Menschen. Die neue Maßnahme sollen verhindern, dass sie sich in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen große Gruppen treffen. Die umliegenden Restaurants, Bars und Wohnungen bleiben jedoch weiterhin zugänglich.

Campo de Fiori  in Rom | AP

Unter anderem der Campo de' Fiori in Rom (Archivbild) soll zeitweise gesperrt werden. Bild: AP

23.10.2020 • 16:20 Uhr

Nach Zweifel an Alltagsmasken: Ärztepräsident rudert zurück

Zwei Tage, nachdem er den Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Pandemie in Zweifel gezogen hat, ist der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zurückgerudert. "Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes", teilte er mit. Seine Aussagen hätten zu erheblichen Irritationen geführt, die er sehr bedaure.

Reinhardt hatte in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" vom Mittwochabend gesagt, er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind. Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken".

23.10.2020 • 16:17 Uhr

Alba Berlin muss Spiel in Mailand verschieben

Der deutsche Basketball-Meister Alba Berlin muss das anstehende Auswärtsspiel bei Armani Mailand aufgrund der weiterhin schwierigen Corona-Situation verschieben. Wie die europäische Königsklasse Euroleague mitteilte, haben die Hauptstädter um diesen Schritt gebeten, da ihnen durch Quarantäne-Maßnahmen nicht die Mindestanzahl von acht fitten Spielern zur Verfügung steht. Die Begegnung in Italien war für den nächsten Freitag angesetzt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Bei Double-Gewinner Alba hatte es in den vergangenen Tagen gleich sechs Corona-Infektionen im Kader gegeben.

23.10.2020 • 16:15 Uhr

EU will bis zu 22 Millionen Antigen-Schnelltests finanzieren

Im Kampf gegen das Coronavirus stellt die EU-Kommission 100 Millionen Euro für Antigen-Schnelltests bereit. "Mit diesem Geld können wir jetzt zwischen 15 und 22 Millionen Schnelltests für die Europäische Union kaufen", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen in einer Videobotschaft auf Twitter. Damit soll der unmittelbare Bedarf gedeckt werden.

"Um die Ansteckungen zu verlangsamen, müssen wir testen, so viel wie irgend möglich", sagte von der Leyen. Antigen-Schnelltests seien unter anderem wichtig, um unter besseren Bedingungen zu reisen, sagte die CDU-Politikerin. So könnten Menschen sich etwa am Flughafen testen lassen, bevor sie ins Flugzeug steigen.

Bei Antigen-Tests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, dafür aber oft als schneller und günstiger. Die Auswertung dauert nur wenige Minuten.

23.10.2020 • 16:06 Uhr

Außer U21: DFB sagt Länderspiele für Nachwuchsteams ab

Der Deutsche Fußball-Bund hat wegen der Corona-Pandemie nahezu alle Nachwuchs-Länderspiele bis zum Jahresende abgesagt. Dies teilte der DFB nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main mit. Ausgenommen sei die U21-Nationalmannschaft von Trainer Stefan Kuntz, die noch in der EM-Qualifikation spielt. Damit reagierte der Verband auf die steigenden Infektionszahlen in ganz Europa und hohe Inzidenzwerte in den Trainings- und Spielorten.

23.10.2020 • 16:02 Uhr

Lauterbach fordert Ende der Einzelfall-Nachverfolgung

Um einen Kontrollverlust der Gesundheitsämter in der Corona-Krise zu verhindern, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Abkehr von der Nachverfolgung sämtlicher Kontakte jedes Einzelfalls. "Ein Kontrollverlust ist nur noch abzuwenden, wenn wir sofort umsteuern: Weg von der Einzelfall-Nachverfolgung, hin zur retrospektiven Cluster-Aufarbeitung", sagte Lauterbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Wenn Ämter nicht mehr jeden Fall verfolgten, werde Personal frei, um Clustermitglieder - also Mitglieder bestimmter Gruppen - zu kontaktieren. "Das Robert Koch-Institut muss jetzt endlich den Schalter umlegen." Konkret bedeute das, bei einem neuen Corona-Fall systematisch abzufragen, ob die Person in den fünf Tagen vor der Ansteckung zu einem bestimmten Zeitpunkt eng mit vielen anderen Menschen zusammen war, etwa in einer Schulklasse, bei einer Chorprobe, einer Feier, in einer Pflegeeinrichtung, erläuterte Lauterbach. "Dann jagt man nicht allen Einzelkontakten der Person nach, sondern kontaktiert gezielt nur diejenigen, die an den Clustern beteiligt waren, also Mitschüler, Chormitglieder und so weiter."

23.10.2020 • 15:58 Uhr

Technische Störung bei Übermittlung der Infektionszahlen

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland könnte noch höher liegen. Wegen einer technischen Störung am Robert Koch-Institut ist es am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen aus den Bundesländern gekommen. Zunächst hatte das Robert Koch-Institut die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen heute mit 11.242 angegeben.

Durch einen Ausfall eines Webservers beim RKI am Donnerstagnachmittag seien knapp drei Stunden Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen, teilte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher mit. Anschließend habe der Server aber wieder funktioniert.

Die fehlenden Daten würden heute automatisch im Laufe des Tages mit übermittelt und erschienen dann am Samstag in der Publikation. "Wie groß die Datenlücke ist, kann sich erst dann zeigen", ergänzte Glasmacher. Betroffen von der Panne waren zum Beispiel Corona-Hotspots in Nordrhein-Westfalen.

23.10.2020 • 15:46 Uhr

Österreich mit drittem Tagesrekord in Folge

Österreich hat den dritten Tag in Folge einen Rekord an Corona-Neuinfektionen registriert. Innen- und Gesundheitsministerium meldeten 2571 neue Fälle binnen 24 Stunden. Bereits am Donnerstag und am Mittwoch waren jeweils Höchststände seit Beginn der Pandemie erreicht worden.

Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg auf 154,4 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit im bundesweiten Durchschnitt 60,3. Besonders betroffen sind die Bundesländer Salzburg (238,5), Tirol (215,4) und Vorarlberg (206,7) sowie Wien (189,8).

Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich gelten nun laut der Gesundheitsbehörde Ages rund 26.000 Menschen als aktiv erkrankt. 1058 Covid-19-Patienten wurden - Stand heute - im Krankenhaus behandelt, 158 von ihnen intensivmedizinisch.

23.10.2020 • 15:42 Uhr

Schottland führt fünf Corona-Warnstufen ein

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat ein neues Warnstufensystem vorgestellt, mit dem sie die rapide Ausbreitung des Coronavirus in Schottland eindämmen will. Anders als in England soll es in dem Landesteil fünf statt drei Warnstufen geben - von weitgehender Normalität wie im Sommer (Stufe 0) bis zu einem Zustand (Stufe 4) ähnlich eines Lockdowns, bei dem Pubs, Restaurants und auch einige Geschäfte geschlossen werden sollen. Schulen sollen jedoch möglichst auch in der höchsten Warnstufe geöffnet bleiben.

"Die Stufen 2 und 3 sind für Zeiten wie jetzt, wenn die Infektionszahlen steigen", sagte Sturgeon in Edinburgh. In diesen Stufen sind Treffen zwischen Haushalten stark eingeschränkt und große Teile der Gastronomie müssen schließen. Das neue System soll ab dem 2. November in Kraft treten - es schließt sich an eine mehrwöchige Phase an, in der in einigen stark besiedelten Regionen, dem sogenannten Central Belt, bereits Pubs und Restaurants schließen mussten.

23.10.2020 • 15:19 Uhr

Nur noch zehn Menschen dürfen sich in Hamburg privat treffen

Wegen der deutlich gestiegenen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus hat der Hamburger Senat weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen. Nur noch zehn Personen aus zwei Hausständen sollen sich zu privaten Feiern oder Zusammenkünften zu Hause oder im öffentlichen Raum treffen dürfen. Das werde ab Montag gelten, kündigte Bürgermeister Peter Tschentscher an. Die Begrenzung auf zwei Hausstände gelte nicht für familiäre Beziehungen jeder Art, also auch nicht für Patchwork-Familien.

Erst am Freitag vergangener Woche hatte der Senat eine Verschärfung verkündet. Demnach konnten bislang in Hamburg maximal 25 Personen im öffentlichen und 15 im privaten Raum zusammen feiern.

23.10.2020 • 14:46 Uhr

Intendanten fordern Lockerung der bayerischen Corona-Maßnahmen

Die Intendanten bayerischer Bühnen fordern Ministerpräsident Markus Söder in einem offenen Brief auf, verschärfte Corona-Auflagen für Theater zurückzunehmen. "Bisher hat es keine nachweisliche Infektion durch einen Theaterbesuch gegeben", heißt es in dem Brief, den unter anderen der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, Kammerspiel-Chefin Barbara Mundel und die Intendanten der Staatstheater in Nürnberg und Augsburg, Jens Daniel Herzog und André Bücker, unterschrieben haben.

"Darum insistieren wir, auch bei einem hohen Inzidenzwert von 100 oder mehr unseren Spielbetrieb mit 200 beziehungsweise 500 Zuschauern aufrecht erhalten zu dürfen", fordern die Theaterchefs. "Alles andere käme einem zweiten Lockdown gleich und bedeutet eine Existenzbedrohung für alle Bühnen in Bayern."

23.10.2020 • 14:42 Uhr

Niederlande melden fast 10.000 Neuninfektionen

In zahlreichen Ländern Europas erreichen die Zahlen der Neuinfektionen Rekordstände. So auch in den Niederlanden. Das zuständige Gesundheitsministerium meldete fast 10.000 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. Damit haben sich in dem 17-Millionen-Einwohner-Land rund 270.000 Menschen insgesamt mit dem Virus infiziert.

23.10.2020 • 14:06 Uhr

Litauen und Lettland mit Höchstständen

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Litauen und Lettland haben Rekordwerte erreicht. In beiden baltischen EU-Staaten wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga so viele neue Fälle verzeichnet wie noch nie seit Beginn der Pandemie. In Litauen wurden demnach 442 positive Tests innerhalb von 24 Stunden registriert, in Lettland waren es 250. Die bisherigen Höchstwerte lagen bei 424 und 188.

Die beiden Baltenstaaten im Nordosten Europas standen anfangs in der Coronakrise durchaus gut da. Im internationalen Vergleich waren die Infektionszahlen eher gering. In den vergangenen Wochen haben sie aber teils deutlich zugenommen - es wurde aber auch mehr getestet.

Angesichts der steigenden Zahlen haben die Regierungen in Riga und Vilnius zuletzt neue Corona-Schutzmaßnahmen verhängt. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen in Litauen zuletzt bei 108,7 - und damit leicht über dem deutschen Wert von 106,8. Lettland kam auf einen Wert von 82,7.

23.10.2020 • 14:04 Uhr

Österreichische Post verkauft Corona-Briefmarke - aus Klopapier

Toilettenpapier könnte neben Hamsterkäufern nun auch Briefmarkensammler verstärkt interessieren: Die Österreichische Post bringt eine Corona-Sonderbriefmarke aus dreilagigem Klopapier raus. Für jeden verkauften Markenblock "in Form und Größe eines handelsüblichen Blattes Klopapier" werden 2,75 Euro für wohltätige Zwecke gespendet. Mit dem kuriosen Porto sollen von der Corona-Krise besonders Betroffene unterstützt werden, teilte die Post mit.

Die selbstklebende Marke lasse sich an der perforierten Linie abtrennen - "so wie handelsübliches Klopapier". Motiv ist ein Babyelefant: Das Tierchen ist in Österreich das viel genutzte Symbol für den coronabedingten Hygieneabstand von einem Meter. Zehn Markenblöcke ergäben einen Babyelefanten, betonte denn auch die Post.

Die Idee für das augenzwinkernde Projekt sei bereits im Frühjahr entstanden. Damals wurde das mancherorts kaum mehr lieferbare Hygieneprodukt zu einem Sinnbild der plötzlichen Corona-Krise. Allerdings habe die Post bei der Umsetzung zunächst vor einem entscheidenden Problem gestanden: "Heimisches Klopapier war lange Zeit entweder ausverkauft oder in diesen Mengen nur schwer erhältlich." 300.000 Briefmarken sind ab dem 30. Oktober erhältlich.

Klopapierbriefmarke | Österreichische Post AG/dpa

Die österreichische Briefmarke hat die Form eines handelsüblichen Blattes Klopapier. Bild: Österreichische Post AG/dpa

23.10.2020 • 14:02 Uhr

Anti-Lockdown-Protest in Melbourne

Bei einem Protest gegen die strengen Corona-Einschränkungen in der australischen Metropole Melbourne ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, zudem wurden 16 Menschen festgenommen, wie der Sender "ABC" berichtete.

Die Demonstranten forderten die Wiederherstellung ihrer Freiheiten und ein Ende des strengen Lockdowns, auf manchen Plakaten war aber auch zu lesen "Covid-19 ist ein Betrug". Der Lockdown in der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria gilt als einer der härtesten der Welt. Die zweite Corona-Welle war dort Ende Juni ausgebrochen. Anfang Juli waren neue Maßnahmen ausgerufen worden, seither liegt das Leben für die fünf Millionen Einwohner weitgehend still.

Demonstranten in Melbourne  | JAMES ROSS/EPA-EFE/Shutterstock

An der Kundgebung nahmen Schätzungen zufolge mehrere Hundert Menschen teil, von denen viele keine Masken trugen. Bild: JAMES ROSS/EPA-EFE/Shutterstock

23.10.2020 • 13:53 Uhr

Innenministerium für einheitlichere Regeln bei Bundesliga-Spielen

Die unterschiedlichen Entscheidungen zu Zuschauern bei Bundesliga-Spielen stoßen bei der Bundesregierung auf Kritik. Was angesichts der gestiegenen Corona-Infektionszahlen im konkreten Fall sinnvoll sei, sei zwar Sache der örtlichen Gesundheitsämter, betonte ein Sprecher. Die Bundesregierung appelliere aber an die Verantwortlichen, "hier zu einem einheitlichen Verfahren zu kommen". Das Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga gelte nach wie vor. Nichtsdestotrotz sei es vor dem Hintergrund eines stärkeren Infektionsgeschehens sinnvoll, auch Konzepte, die man erarbeitet hat, zu überprüfen.

Am vergangenen Wochenende waren bei Hoffenheim gegen Dortmund in Sinsheim wegen eines niedrigen Inzidenzwerts noch 6030 Zuschauer zugelassen, während in vielen anderen Stadien schon wieder vor leeren Rängen gekickt wurde. An diesem Wochenende sieht es nicht anders aus: Bei Union Berlin und dem VfL Wolfsburg sind Zuschauer in einem bestimmten prozentualen Anteil gestattet, in den meisten anderen Arenen dürfen nur wenige oder gar keine Fans dabei sein.

23.10.2020 • 13:49 Uhr

Schäuble nimmt Verfügung zum Masketragen im Bundestag nicht zurück

Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD-Fraktion müssen im Bundestag weiter die Maskenpflicht einhalten. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble nimmt seine Allgemeinverfügung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht zurück.

Eine Aufforderung von 19 Abgeordneten und neun Mitarbeitern der AfD an ihn, eine dahingehende Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, wies das Justitiariat des Bundestags zurück. Schäubles Allgemeinverfügung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei formell und materiell rechtmäßig, teilte die Bundestagsverwaltung mit.

Der Anwalt der Abgeordneten und Mitarbeiter der AfD-Fraktion, der Schäuble eine "Abmahnung" geschickt hatte, sei darauf hingewiesen worden, dass seine Mandanten die Vorschriften weiter zu befolgen hätten. Darauf möge er sie hinweisen. Dem Anwalt wurde den Angaben zufolge auch mitgeteilt, dass die Aufforderung zu einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung kein statthafter Rechtsbehelf gegen eine Allgemeinverfügung sei. Seinen Mandanten stehe der Rechtsweg über die Verwaltungsgerichte offen.

23.10.2020 • 13:35 Uhr

Berlin fokussiert Nachverfolgung auf Risikogruppen

Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen setzt das Land Berlin verstärkt auf neue Schnelltests. Dank einer zügigen Beschaffung würden diese Tests bereits ab Samstag in der Altenpflege eingesetzt, kündigt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci an. Ab nächster Woche würden auch die Obdachlosen-Hilfe und der ganze Krankenhausbereich damit versorgt. Damit sollen die Kapazitäten bei den bisher verwendeten PCR-Tests erheblich entlastet werden.

Zudem habe man eine Anpassung der Strategie bei der Kontaktverfolgung beschlossen. Mittels einer Allgemeinverfügung wolle man die Ressourcen bei den Gesundheitsämtern auf Risikogruppen wie etwa Menschen in Krankenhäusern, Pflege- und Senioren-Einrichtungen konzentrieren. Andere Infizierte sollen bereits mit Kenntnis der Ansteckung in Selbstisolation und nicht erst auf eine Verfügung des Gesundheitsamts warten. Dies gelte auch für Kontaktpersonen.

23.10.2020 • 13:32 Uhr

EU-Gesundheitsagentur hält Corona-Situation für bedrohlich

Die EU-Gesundheitsagentur ECDC sieht die derzeitige Corona-Situation als eine große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. In einem neuen Bericht hieß es, in den europäischen Ländern hätten die Covid-19-Infektionen in den letzten Wochen erheblich zugenommen. Der Anstieg der gemeldeten Fälle sei nicht mehr nur auf vermehrte Tests zurückzuführen.

"Was wir jetzt sehen, ist eindeutig eine zweite Infektionswelle und wir erwarten, dass es noch schlimmer wird", sagte Agoritsa Baka, Expertin für Krisenvorsorge bei der ECDC, dem Schwedischen Radio. Besorgniserregend sei, dass nun auch wieder mehr ältere Menschen infiziert würden. "Viele Länder haben steigende Sterblichkeitsraten gemeldet, und die Gesamtzahl der Todesfälle ist seit über einem Monat gestiegen", hieß es in dem Bericht. Auch wenn die Sterberate niedriger sei als zu Beginn der Pandemie, müsse man damit rechnen, dass sie steigen werde. "Tatsächlich wird der Schutz medizinisch gefährdeter Personen mit einem hohen Grad an Übertragung durch die Gemeinschaft schwieriger, und es ist unvermeidlich, dass mehr Personen, die nicht als medizinisch gefährdet gelten, schwere Krankheiten entwickeln."

Derzeit gebe es nur sechs Länder in der Region, in denen eine stabile epidemiologische Situation vorliege. In 25 Ländern, darunter auch in Deutschland, sei die Situation besorgniserregend. Agoritsa Baka rät den Mitgliedstaaten: "Setzen Sie weiter auf die Rückverfolgung von Infektionen, unterstützen Sie Tests, bereiten Sie die Gesundheitssysteme auf einen erhöhten Druck vor und schützen Sie die gefährdete Bevölkerung."

23.10.2020 • 13:19 Uhr

Bayerns Verfassungsrichter bestätigen Regel zur Datenerfassung

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat die coronabedingte Pflicht zur Erfassung von Kontaktdaten etwa in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen bestätigt. Das höchste bayerische Gericht lehnte es ab, die entsprechenden Vorschriften in der bayerischen Verordnung per einstweiliger Anordnung außer Vollzug zu setzen. Es lägen keine Gründe vor, die einen solchen Schritt rechtfertigen würden, teilte das Gericht mit. Es sei nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung beim Erlass der Verordnung bundesrechtlich eröffnete Spielräume überschritten haben könnte. Und es sei auch nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung die Pflicht zur strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit des Eingriffs in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt haben könnte.

23.10.2020 • 13:07 Uhr

Mehr als 6600 neue Fälle in der Schweiz

Die Zahl der Infektionen in der Schweiz zieht weiter an. Die Behörden meldeten 6634 neue Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden und damit einen Rekordwert. 117 Covid-Patienten mussten ins Krankenhaus, zehn starben in Zusammenhang mit dem Virus. In der Schweiz ist die Zahl der Neuinfektionen gemessen an der Bevölkerungszahl von rund 8,5 Millionen in den vergangenen Tagen schneller gestiegen als in vielen anderen europäischen Ländern.

23.10.2020 • 12:51 Uhr

OECD-Bildungsdirektor plädiert für Offenhaltung der Schulen

Der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, unterstützt den Kurs der Politik, die Schulen in der Corona-Pandemie möglichst offenzuhalten. "Die Schulen von heute sind unsere Zukunft morgen", sagte Schleicher. "Der Grund dafür, die Schulen offenzuhalten, sollte auch nicht vorwiegend darin liegen, dass es den Eltern die Arbeit ermöglicht, sondern es muss wirklich um die Kinder gehen." Digitale Konzepte könnten die vielen sozialen Funktionen von Schule nicht ersetzen. "Lernen ist immer ein sozialer Prozess."

Schleicher verwies erneut auf mögliche Langzeitfolgen der Schulschließungen und des Schichtbetriebs vor dem Sommer und entsprechende OECD-Schätzungen: "Die Lernverluste, die in dieser Krise entstanden sind, die kann man wahrscheinlich mit drei Prozent verlorenem Lebenseinkommen im Durchschnitt gleichsetzen." Besonders werde das Schüler aus benachteiligten Schichten treffen.

23.10.2020 • 12:49 Uhr

Österreich sieht Chance zur Verhinderung eines Lockdowns

Die Regierung in Österreich ist zuversichtlich, dass ein zweiter Lockdown verhindert werden kann. Die eingeleiteten Maßnahmen sollten ausreichen, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Er sei jedenfalls "sehr, sehr optimistisch". Nur acht Prozent der Intensivbetten in den Kliniken seien aktuell mit Covid-Patienten belegt. Dieser Wert dürfte nach einer Prognose in den nächsten Wochen auf zwölf Prozent steigen. Es gebe also viel Luft nach oben, sagte er. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown.

Anschober verteidigte zugleich die zeitliche Verzögerung beim Inkrafttreten der neuen Anti-Corona-Maßnahmen. Das Paket sehe umfassende Eingriffe vor, auf die sich die Menschen einrichten können müssten. Entgegen der Ankündigung der Regierungsspitze treten die Maßnahmen erst am Sonntag in Kraft. Geplant war der (heutige) Freitag. Eine entsprechende Verordnung war erst wenige Stunden vor dem ursprünglichen Termin fertig geworden.

Laut der Verordnung ist wieder ein Mindestabstand von einem Meter im öffentlichen Raum vorgeschrieben. Bei privaten Feiern beträgt die Obergrenze sechs Personen drinnen und zwölf Personen draußen. Bei professionellen Veranstaltungen im Kultur- und Sportbereich ist das Limit 1000 Besucher drinnen und 1500 draußen. Es herrscht vielerorts Maskenpflicht.

23.10.2020 • 12:41 Uhr

90 Prozent der Test-Labore an Warn-App angeschlossen

Mittlerweile sind nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert 148 von bundesweit 165 Test-Laboren an die Corona-Warn-App angeschlossen. Rund 90 Prozent der Labore könnten damit App-Nutzern das Testergebnis digital übermitteln. Die App sei inzwischen 20,4 Millionen mal von möglichen Nutzern heruntergeladen worden.

23.10.2020 • 12:35 Uhr

Gericht weist Eilantrag gegen Maskenpflicht im Unterricht ab

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) hat einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht im Unterricht abgelehnt. Zwei Schüler aus dem Landkreis Ravensburg wollten das Verbot kippen. Aus ihrer Sicht ist es unklar, ob es an Schulen ein hohes Infektionsrisiko gibt. Zudem sei nicht nachgewiesen, dass ein einfacher Mund-Nasen-Schutz die Ausbreitung des Coronavirus wirksam bekämpfe.

Die Richter sahen das anders: Die Maskenpflicht sei ein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Pandemie. Es sei nicht zu beanstanden, diese Maskenpflicht an Schulen landesweit zu verhängen. Auch wenn im Landkreis Ravensburg derzeit weniger Menschen als im Landesdurchschnitt infiziert sind: Dies könne sich jederzeit schnell ändern. Landkreisgrenzen würden von Schülern und Lehrern "in vielen Fällen täglich überschritten", teilte der VGH mit.

23.10.2020 • 12:32 Uhr

Frankreich hilft Kinos und Theatern

Frankreich kommt den von den neuen Corona-Maßnahmen besonders hart betroffenen Kulturbereichen mit 115 Millionen Euro zu Hilfe. 85 Millionen sollen an die darstellenden Künste gehen, darunter Theater, Oper und Tanz, und 30 Millionen Euro an die Kinobranche.

Die in mehreren Städten und Regionen geltende nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr habe schwerwiegende Folgen für die Aufrechterhaltung dieser Aktivitäten, sagte Kulturministerin Roselyne Bachelot. Man hoffe, die Programme der Schauspielhäuser zu retten und die Schließung von Kinosälen zu verhindern, erklärte die Politikerin. Laut Bachelot machen die Kinovorstellungen um 20 Uhr und um 22 Uhr die Hälfte des Umsatzes der Kinos aus. Frankreichs Kinobranche hatte vor wenigen Tagen vergeblich eine Lockerung der Corona-Ausgangssperre gefordert, um zumindest den Zuschauern, die vor Beginn der Ausgangssperre ins Kino gingen, noch die Rückkehr nach Hause zu ermöglichen.

23.10.2020 • 12:09 Uhr

Bundesregierung gegen Grenzschließungen

Die Bundesregierung will Grenzschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vermeiden. Das Frühjahr habe gezeigt, dass Grenzschließungen "nicht in unser aller Sinn" seien, sagt eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Sie verwies dabei auf Störungen beim Warenverkehr und des Verkehrsflusses. Allerdings sei es Sache jeden Landes, die Maßnahmen zu ergreifen, die es für richtig halte.

23.10.2020 • 12:01 Uhr

Polen verschärft Corona-Maßnahmen

Polen verschärft angesichts steigender Corona-Zahlen die Einschränkungen im öffentlichen Leben. Es dürften sich nur noch maximal fünf Personen treffen, teilte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki mit. Präsenzunterricht an Schulen gebe es nur noch bis zur dritten Klasse. Schüler ab der vierten Klasse müssten von zu Hause aus lernen. Zudem dürfen Kinder nur noch in Begleitung eines Erwachsenen zwischen 08.00 und 16.00 Uhr das Haus verlassen. Menschen, die älter als 70 sind, werde empfohlen, nur in dringenden Fällen nach draußen zu gehen. Des Weiteren dürfen Restaurants Essen nur außer Haus verkaufen.

23.10.2020 • 11:34 Uhr

Spahn rechnet mit Corona-Impfstoff Anfang 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet "Anfang nächsten Jahres" mit einem Impfstoff gegen Covid-19 für die deutsche Bevölkerung. Es sei aber auch möglich, dass die Zulassung erst nach März erfolge, sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". Ähnlich hatte sich am Donnerstag der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, geäußert.

Spahn dämpfte zugleich die Erwartung an die Wirksamkeit von Impfstoffen. "Natürlich wäre es das Beste, ein Impfstoff würde Neuinfektionen verhindern. Aber es wäre auch schon ein Gewinn, wenn er den Krankheitsverlauf milder macht", sagte Spahn, der selbst mit dem Virus infiziert ist. Nach der Zulassung eines Impfstoffes könne es dann sechs, sieben Monate dauern, bis die Bevölkerung geimpft sei - wobei Spahn die Freiwilligkeit der Impfung betonte.

23.10.2020 • 11:32 Uhr

Tschechiens Regierungschef fordert Gesundheitsminister zum Rücktritt auf

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat Gesundheitsminister Roman Prymula zum Rücktritt aufgefordert. Komme Prymula dem nicht nach, werde er ihn entlassen, sagte Babis. Prymula hatte zuvor in einem Restaurant, das im Rahmen der Maßnahmen gegen die Pandemie geschlossen war, ein Treffen abgehalten.

23.10.2020 • 11:19 Uhr

Testpflicht in Bayern für ausländische Pendler in Kraft

Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten und die schärferen Regeln für extreme Corona-Hotspots im Freistaat und sind in Kraft. Am Donnerstagabend veröffentlichte Bayerns Gesundheitsministerium die entsprechend ergänzte Corona-Verordnung - die neuen Auflagen gelten damit seit heute.

Für Grenzpendler aus ausländischen Corona-Risikogebieten gilt demnach: Wer "regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten", muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die Maßnahme wird voraussichtlich vor allem Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen. Tschechien gilt laut Robert Koch-Institut ebenso als Risikogebiet wie die direkt an Bayern grenzenden österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg.

23.10.2020 • 11:11 Uhr

Tourismusbeauftragter kritisiert dänische Grenzschließung

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat Kritik daran geäußert, dass Dänemark seine Grenze für Urlauber aus Deutschland weitgehend schließt. Bareiß sprach von einer "ärgerlichen Entscheidung". Er machte deutlich, Sicherheit gehe immer vor, aber Maßnahmen müssten angesichts hoher Neuinfektionszahlen verhältnismäßig sein.

23.10.2020 • 11:05 Uhr

Mehr als 13.500 neue Fälle in Polen

In Polen gibt es wieder einen Rekord bei den Neuinfektionen. Wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht, wurden 13.632 Menschen binnen eines Tages positiv getestet. Es starben weitere 153 Menschen an oder mit dem Virus.

23.10.2020 • 11:03 Uhr

Berliner Verwaltungsgericht entscheidet erneut gegen Sperrstunde

Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Sperrstunde für weitere Berliner Gastwirte praktisch aufgehoben. Wie schon vor einer Woche gab das Gericht nun erneut mehreren Eilanträgen gegen die vom Senat zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beschlossene Regelung statt. Das teilte ein Gerichtssprecher mit. Nach den elf Gastronomen aus der Vorwoche können nun rund zwei Dutzend weitere Wirte ihre Betriebe auch in der Nacht wieder öffnen. Für alle anderen gilt die Sperrstunde von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr zunächst weiter. Erwartet wird aber eine Grundsatzentscheidung des Oberverwaltungsgerichtes.

23.10.2020 • 10:57 Uhr

Lebensmittelhandel ruft Verbraucher zur Zurückhaltung beim Einkauf auf

Der deutsche Lebensmittelhandel hat an die Verbraucher appelliert, auf Hamsterkäufe zu verzichten. "Es gibt aus unserer Sicht auch künftig keinen Grund, zusätzliche Vorräte anzulegen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands, Franz-Martin Rausch, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Warenversorgung sei stabil, Lagerbestände seien ausreichend vorhanden.

Rausch mahnte die Kunden zur Zurückhaltung: "Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da." Er hob zugleich hervor, dass weiterhin "keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens" zu beobachten sei. Vereinzelt komme es allerdings in einigen Regionen und bei einigen Warengruppen wie zum Beispiel bei Hygieneartikeln zu einer höheren Nachfrage.

23.10.2020 • 10:54 Uhr

Slowakei mit Rekord bei Neuinfektionen

Auch die Slowakei meldet einen Rekord bei den Neuinfektionen. Innerhalb eines Tages seien 2581 positive Tests registriert worden, sagte Ministerpräsident Igor Matovic der Nachrichtenagentur TASR zufolge im Parlament. Die Regierung hatte am Donnerstag einen teilweisen Lockdown angeordnet. Die meisten Schulen wurden geschlossen, bis auf Einkäufe oder Spaziergänge in der Natur sollen die Menschen zu Hause bleiben.

23.10.2020 • 10:49 Uhr

Weitere Einschränkungen in Belgien

Angesichts dramatisch steigender Fallzahlen zieht Belgien die Zügel weiter an und führt weitere Einschränkungen ein. So müssen nach einem Beschluss der Regierung alle Freizeitparks zunächst für die kommenden vier Wochen schließen. An kulturellen, religiösen oder anderen Veranstaltungen im Inneren dürfen maximal 40 Personen teilnehmen, solange die Corona-Regeln eingehalten werden. Ist ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern garantiert, dürfen es bis zu 200 Personen sein, die jedoch eine Maske tragen müssen.

An Universitäten dürfen die Räume maximal zu 20 Prozent ausgelastet werden; auch hier gilt eine Maskenpflicht. Im ersten Studienjahr gelten Ausnahmen. Bei Sportveranstaltungen sind Zuschauer wieder verboten. Wenn möglich, sollen die Menschen weiter von zu Hause aus arbeiten.

Die Fallzahlen in dem Land mit elf Millionen Einwohnern steigen seit Wochen stark an. In den vergangenen 14 Tagen registrierten die Behörden 1013 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Restaurants, Cafés und Bars sind seit dieser Woche bereits geschlossen.

23.10.2020 • 10:42 Uhr

Tourismusverband beklagt Umgang mit Reisebranche

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) warnt vor einer Stigmatisierung der Branche als Treiber der Pandemie. "Politische Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beziehen sich in vielen Fällen auf touristisch arbeitende Unternehmen und ihre Kunden", sagt BTW-Präsident Michael Frenzel. "Die gesamte ausgeh- und reisewillige Bevölkerung und eine ganze Branche mit drei Millionen Beschäftigten in Sippenhaft zu nehmen, weil einige Unvernünftige sich nicht an die Spielregeln halten, ist absolut unverhältnismäßig."

Es werde ein politisches Klima geschaffen, das aktiv von touristischen Reisen abrate oder warne. Die Politik teile laufend mit, dass Urlaub, Reisen und Ausgehen das Infektionsgeschehen treibe, ohne dazu belastbare Zahlen zu liefern. "Der momentane Umgang der Politik mit dem Tourismus ist unsachlich und diskreditierend", sagt Frenzel.

23.10.2020 • 10:27 Uhr

Flughäfen fordern staatliche Hilfen

Die bereits seit Monaten massiv unter dem sinkenden Passagieraufkommen leidenden deutschen Flughäfen haben auch in den Herbstferien keinen Aufschwung erlebt. Es sei sogar "schlimmer als befürchtet" gekommen, erklärte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV). Das Passagieraufkommen lag demnach bei 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Verband warnte vor Arbeitsplatzverlusten und forderte Hilfe des Staates. 

Für das Gesamtjahr 2020 rechnen die Flughäfen dem Verband zufolge mit einem Einnahmerückgang von 3,6 Milliarden Euro, im kommenden Jahr immer noch mit 2,6 Milliarden Euro. An den Flughafenstandorten drohe einem Viertel der über 180.000 Arbeitsplätze das Aus, warnte der ADV. Der Verband forderte deshalb staatliche Hilfe. "Pandemiebedingt droht vielen Flughäfen ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand der Kollaps und somit Risiken für das gesamte Luftfahrtsystem", erklärte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Hoffnungen setzt er nun auf einen für den 6. November geplanten Luftverkehrsgipfel mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

23.10.2020 • 10:24 Uhr

Patienten aus Niederlanden nach Deutschland geflogen

Erneut werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Morgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster sollte folgen. Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt.

Für das Wochenende sind weitere Patiententransporte auch aus anderen Regionen geplant. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten angeboten, Patienten aus den Niederlanden zu übernehmen. Das Land verfügt zur Zeit über 1150 Betten auf Intensivstationen. Allein Nordrhein-Westfalen hat rund fünfmal so viele. Das Bundesland stellte 80 Betten für Patienten aus den Niederlanden zur Verfügung.

23.10.2020 • 10:17 Uhr

Finanzielle Einbrüche bei der UEFA - weniger Einnahmen auch für Clubs

Die Corona-Pandemie hat bei der Europäischen Fußball-Union UEFA zu finanziellen Einbrüchen geführt, die nun auch die Clubs zu spüren bekommen. Nach einem Bericht der "Bild" sollen wegen ausbleibender Zahlungen von TV-Partnern wie China und Katar 470 Millionen der geplanten 2,55 Milliarden Euro fehlen, die eigentlich an die Vereine ausgeschüttet werden sollten. Das habe die UEFA bei einer Sitzung der European Club Association, der Interessensvertretung der Vereine, mitgeteilt.

Allein die deutschen Teilnehmer an der Champions League und Europa League der vergangenen Saison sollen mehr als zehn Millionen Euro verlieren. Am stärksten betroffen aus der Bundesliga sei Meister FC Bayern München. Der Champions-League-Sieger soll nach "Bild"-Informationen für die Saison 2019/20 aus der letzten Teilausschüttung fünf Millionen Euro weniger erhalten. Champions-League-Halbfinalist RB Leipzig bekomme nur 2,5 statt der eingeplanten fünf Millionen Euro, Bayer Leverkusen nur noch zwei Millionen Euro. Nur Dortmund habe nach eigenen Angaben wegen des frühen Aus im Achtelfinale nur geringe Verluste.

Die vorjährigen Europa-League-Starter VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt sollen es jetzt nur noch rund 800.000 Euro erhalten, Borussia Mönchengladbach knapp 500.000 Euro. Auch in den kommenden vier Jahren sollen die Clubs offenbar deutlich weniger Geld von der UEFA erhalten. Denn mit den jetzigen Kürzungen sei erst ein Fünftel der Ausfälle gedeckt. Wegen der Corona-Krise stellten im Frühjahr fast alle europäischen Fußballligen den Spielbetrieb ein, Geisterspiele und massive Faneinschränkungen bei den Spielen sind nach wie vor die Regel.

23.10.2020 • 10:02 Uhr

Wieder Höchststand an Neuinfektionen in Russland

In Russland hat die Zahl der Neuinfektionen wieder einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurde den Behörden zufolge bei weiteren 17.340 Menschen eine Ansteckung mit dem Coronavirus bestätigt. Allein in Moskau waren es demnach 5478. Insgesamt haben sich damit in Russland mehr als 1,48 Millionen Menschen infiziert. Weitere 283 Menschen seien binnen 24 Stunden gestorben, was die offizielle Todeszahl auf 25.525 steigen lasse.

23.10.2020 • 10:01 Uhr

Frankfurter Gesundheitsamt kann nicht mehr jeden Fall nachvollziehen

Einige Gesundheitsämter können angesichts der Vielzahl der Fälle nicht mehr jede Infektionskette nachvollziehen. "Jedem Fall genau nachzugehen, das gelingt nicht mehr", sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, am Freitag im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. In Frankfurt kämen derzeit zwischen 100 und 200 Fälle pro Tag dazu. "Eine solche Fülle kann man nicht mehr im Detail abarbeiten, das ist ganz klar."

Das Frankfurter Gesundheitsamt wird von der Bundeswehr unterstützt. 60 Soldaten helfen bei der Nachverfolgung. Dafür sei man dankbar, sagte Gottschalk, es reiche aber nicht aus. Die Mitarbeiter müssten inzwischen die Fälle priorisieren. "Man muss sich jetzt gezielt die Fälle raussuchen, wo es besondere Dinge gibt, die es zu beachten gibt, wo es sich lohnt, genau nachzufragen", sagte Gottschalk. Das könnte zum Beispiel ein Infizierter sein, der enge Kontakte mit Risikogruppen habe - anders als ein Ausbruch in einer jungen Familie.

23.10.2020 • 09:59 Uhr

Tschechiens Gesundheitsminister soll Corona-Regeln gebrochen haben

Der tschechische Gesundheitsminister Roman Prymula ist massiv unter Druck geraten, weil er sich nicht an seine eigenen strengen Corona-Vorschriften gehalten haben soll. Die Zeitung "Blesk" fotografierte den Politiker, wie er in Prag kurz vor Mitternacht ein Luxusrestaurant verlässt und dabei keine Maske trägt. Demnach habe sich der 56-Jährige dort mit dem Fraktionsvorsitzenden der populistischen Regierungspartei ANO, Jaroslav Faltynek, getroffen. Letzterer räumte das Fehlverhalten ein und bat im Parlament um Entschuldigung. Man habe in dem Restaurant "Dinge bei einem Kaffee besprochen".

In Tschechien gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen sind angehalten, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben. Restaurants müssen geschlossen bleiben. Sie dürfen Essen zum Mitnehmen an einem Fenster verkaufen, aber nur bis 22.00 Uhr. Die Opposition forderte den Rücktritt des erst vor einem Monat angetretenen Gesundheitsministers. Die Regeln müssten ohne Ausnahmen für alle gelten, forderte auch Innenminister Jan Hamacek. Der Sozialdemokrat sprach der Agentur CTK zufolge von einem "unentschuldbaren Versagen". Wer die Anordnungen der Regierung nicht respektiere, dürfe nicht im Kabinett sitzen.

23.10.2020 • 09:56 Uhr

Altmaier sagt Tourismusbranche Hilfen bis 2021 zu

Die Bundesregierung verlängert immer mehr Corona-Hilfen für die deutsche Wirtschaft bis ins Jahr 2021. Wirtschaftsminister Peter Altmaier versprach der angeschlagenen Tourismus-Branche, die Überbrückungshilfen beizubehalten. "Wir sind entschlossen, unsere Hilfsanstrengungen im Rahmen dessen, was die EU-Kommission uns ermöglicht, auszubauen und zu erhöhen", sagte der CDU-Politiker. Die Strukturen sollten erhalten bleiben.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, betonte, dass die deutsche Tourismusbranche länger als gedacht Hilfen benötige. Die von der Pandemie betroffenen Unternehmen seien noch bis "Mitte, Ende nächsten Jahres" auf staatliche Hilfen angewiesen, sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Die Bundesregierung hatte bereits auch das Kurzarbeitergeld bis Ende 2021 - und damit bis nach der Bundestagswahl - verlängert. Sie will damit erreichen, dass Firmen vor der erhofften Erholung der Wirtschaft nicht zusammenbrechen. Auch Finanzminister Olaf Scholz hatte sich bereits für eine Verlängerung der Corona-Hilfen für die Wirtschaft ausgesprochen. Grund ist, dass die stark steigenden Corona-Infektionszahlen die Wirtschaft wieder belasten können.

Peter Altmaier | dpa

"Im Augenblick bereiten wir ein Update unserer Überbrückungshilfen vor, die wir verlängern werden ins nächste Jahr", sagte Altmaier. Bild: dpa

23.10.2020 • 09:53 Uhr

UNESCO sorgt sich um Bildung

Die UN-Kulturorganisation UNESCO sorgt sich um die Ausgaben für Bildung während der Corona-Krise. In nationalen Krisenplänen für einen Wirtschaftsaufschwung seien im Durchschnitt weniger als ein Prozent für Bildung und Ausbildung reserviert, teilte UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay nach einem Treffen zur Bildungspolitik mit. Die Zusammenkunft per Videokonferenz, an der auch Staats- und Regierungschefs teilnahmen, war von der UNESCO und den Regierungen Ghanas, Norwegens und Großbritanniens einberufen worden. "Während die Länder schwierige Entscheidungen und Kompromisse machen, (...) muss die Bildung unsere absolute Priorität sein, unser Stützpfeiler des Aufschwungs", sagte Azoulay. In einer Erklärung sprachen sich die Teilnehmer unter anderem dafür aus, die Wiedereröffnung von Schulen zu ermöglichen und Lehrer zu unterstützen.

23.10.2020 • 09:49 Uhr

Zahl der Corona-Patienten in NRW-Kliniken steigt rasant

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen steigt stark an. Nach Zahlen der Landesregierung werden aktuell rund 1420 Patienten mit Covid-19 stationär behandelt - vor einer Woche waren es noch 950, vor einem Monat rund 320.

275 Patienten liegen demnach aktuell auf der Intensivstation, 148 von ihnen müssen beatmet werden. Die Kliniken sind den Angaben zufolge allerdings noch weit entfernt von ihrer Kapazitätsgrenze. Aktuell gebe es rund 5640 Intensivbetten, in denen die Patienten auch beatmet werden könnten, 1320 davon seien im Moment nicht belegt. Beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie Mitte April waren in den NRW-Krankenhäusern mehr als 2100 Corona-Patienten gleichzeitig behandelt worden, knapp 600 mussten in der Spitze beatmet werden.

23.10.2020 • 09:48 Uhr

Auch Spahns Ehemann positiv getestet

Der Ehemann von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist ebenfalls positiv auf Corona getestet worden. Das teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Demnach habe Daniel Funke sein Testergebnis am späten Donnerstagabend erhalten. "Er war zusammen mit dem Minister am Mittwochnachmittag in häusliche Isolation gegangen und hatte am Donnerstagmorgen einen Corona-Test (PCR) machen lassen", hieß es weiter. Spahn selbst zeige weiterhin Erkältungssymptome, Funke sei aktuell symptomfrei.

23.10.2020 • 09:47 Uhr

DOSB-Präsident Hörmann: "Viele Vereine stehen vor dem Abgrund"

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will sich für den Abbau der bürokratischen Hürden für das 200 Millionen Euro umfassende Corona-Hilfsprogramm des Bundes für Profi-Clubs einsetzen. "Die Not ist sehr groß. Viele Vereine stehen vor dem Abgrund. Aber die sehr komplizierten Ausführungsbestimmungen aus diesem Soforthilfeprogramm ermöglichen es vielen nicht, obwohl Existenzangst pur, Anträge zu stellen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. "Wir hoffen, dass wir zu einer praxisbezogenen Umsetzung in den kommenden Monaten kommen werden."

Bisher seien nur rund 25 der 200 Millionen Euro von Vereinen der Bundesligen und 2. Bundesligen - außer Fußball - sowie der 2. Liga im Fußball abgerufen worden. "Das Problem liegt in den besonderen Bestimmungen, aber die Regularien widersprechen zum Teil den Lizenzierungsverfahren", erklärte der DOSB-Chef. "So wie das Programm im Moment in den Ausführungsbestimmungen definiert ist, werden viele Vereine in die Insolvenz gehen, ohne die Chance zu haben, auf das Programm zurückzugreifen." Mit einem entwickelten nationalen Rahmen-Hygienekonzept für die Veranstaltung von Sportwettbewerben will der DOSB den Vereinen und Verbänden in der Pandemie eine Hilfestellung geben. Dieses solle ein aktiver Beitrag sein, "dass Sportdeutschland weiterhin in Bewegung bleiben" könne.

23.10.2020 • 09:44 Uhr

Ab Samstag Maskenpflicht in Teilen Griechenlands

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die griechische Regierung die Maßnahmen verschärft: Von Morgen an gilt in 19 Regionen des Landes Maskenpflicht, wie Regierungschef Kyriakos Mitsotakis mitteilte. Betroffen ist davon rund die Hälfte der griechischen Bevölkerung, vor allem in Metropolregionen wie Attika samt der Hauptstadt Athen oder der Hafenstadt Thessaloniki. Außerdem wird für diese Regionen ein nächtlicher Lockdown gelten.

"Wir erwarten, dass die kommenden Monate schwierig werden", warnte Mitsotakis in einer Fernsehansprache. Mit den Maßnahmen wolle man einen vollständigen Lockdown vermeiden. Griechenland ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher verhältnismäßig schwach von Corona betroffen, doch in den vergangenen Wochen stiegen die Zahlen stark an. Zum Teil wurden mehr als 800 neue Fälle pro Tag verzeichnet - ein Negativrekord.

23.10.2020 • 09:38 Uhr

Kretschmer gegen Denunziation

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält nichts vom öffentlichen Anschwärzen von Menschen, die sich nicht an die Corona-Kontaktbeschränkungen halten und mit zu vielen Menschen feiern. "Bei uns würde man beim Nachbarn klingeln und an die eigene Verantwortung appellieren", sagte Kretschmer der "Berliner Zeitung". "Da geht es um Zivilcourage."

Feiern in privaten Räumen gehöre zu den Treibern der Infektion. "Wir sind in einer Ausnahmesituation", sagte Kretschmer. Sachsen arbeite gerade an einer neuen Rechtsverordnung, die festlegen soll, "dass auch bei privaten Feiern ein Verantwortlicher festgelegt werden muss, um eine Nachverfolgung sicherzustellen", fügte der CDU-Politiker hinzu. Kretschmer verglich die Pandemie "mit der Hochwasserkatastrophe 2002 in Sachsen": "Die Solidarität ist vergleichbar. Und wenn Gefahrenabwehr nicht mehr möglich ist, muss evakuiert werden. Das bedeutet im aktuellen Fall Lockdown."

23.10.2020 • 09:36 Uhr

USA: Forscher melden mehr als 70.000 neue Infektionen

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) erstmals seit Ende Juli wieder auf mehr als 70.000 binnen eines Tages geklettert. Rund 71.700 Menschen wurden demnach am Donnerstag mit positivem Test auf das Virus gemeldet.

Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt wieder auf rund 60.000 pro Tag gestiegen. Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,4 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 223.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

23.10.2020 • 09:29 Uhr

Zahlen in Israel sinken nach Lockerungen weiter

Knapp eine Woche nach den ersten Lockerungen des zweiten Corona-Lockdowns in Israel sinken die Infektionszahlen weiter. Das Gesundheitsministerium meldete 895 neue Fälle. Am 30. September waren es noch mehr als 9000 gewesen. Nach einem Monat des Corona-Lockdowns sind seit Sonntag wieder Kindergärten und Vorschulen geöffnet. Die Auflage, dass Bürger sich nicht weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernen dürfen, wurde aufgehoben. Naturparks und Strände können wieder besucht werden, Restaurants dürfen Mahlzeiten zur Abholung verkaufen. Es gelten jedoch weiterhin Versammlungsbeschränkungen.

23.10.2020 • 09:05 Uhr

Slowenien verschärft Lockdown

Slowenien weitet seine Corona-Maßnahmen aus. Ab Samstag schließen die meisten Geschäfte sowie die Hotels, Kindergärten, Studentenheime, Friseurläden und Schönheitssalons. Das gab Ministerpräsident Janez Jana bekannt. Restaurants dürfen dann bei sich keine Gäste mehr bedienen, lediglich Auslieferung und Abholung von Speisen sind gestattet. Die neuen Maßnahmen gelten vorerst für eine Woche.

Schon bisher galten Einschränkungen, etwa eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 6 Uhr oder ein Reiseverbot zwischen den zwölf Regionen des Landes. Reisende, die zwischen Deutschland und dem Balkan unterwegs sind und dabei durch Slowenien fahren, können dies weiter ungehindert tun.

Blick in eine leere Straße in Ljubljana | IGOR KUPLJENIK/EPA-EFE/Shutterst

Die Anzahl der nachgewiesenen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen liegt in Slowenien derzeit bei 484. Bild: IGOR KUPLJENIK/EPA-EFE/Shutterst

23.10.2020 • 08:51 Uhr

Ministerpräsident Hans: "Die Lage ist ernst"

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat die Bürger eindringlich zur Einhaltung der Hygienregeln aufgerufen. "Die Lage ist ernst", sagte der CDU-Politiker im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Oberstes Ziel müsse sein, eine Überforderung des Gesundheitswesens zu vermeiden. Die Menschen müssten die Lage nun wieder so ernst nehmen wie im März und April. "Das fällt superschwer", räumte Hans ein. Es gehe jetzt aber um Solidarität, um alte und kranke Menschen zu schützen.

Vor neuen Bund-Länder-Gesprächen über Corona-Maßnahmen sprach sich Hans für mehr Einheitlichkeit aus. Notwendig sei ein bundesweit einheitlicher Bewertungsmaßstab, wann die Politik in welche Maßnahmen einsteige. Er lehne ab, Schulen und Kitas zu schließen. "Das halten die Familien in Deutschland nicht aus. Das hält auch die Wirtschaft nicht aus", mahnte Hans. Klar sei aber, wenn Zahlen weiter stiegen, werde es drastischere Einschnitte geben müssen, "auch in Freiheitsrechte".

23.10.2020 • 08:43 Uhr

Castor-Transport soll trotz Corona-Bedenken stattfinden

Das Bundesumweltministerium hält derzeit am geplanten Castor-Transport in das Zwischenlager Biblis fest. "Der Transport ist zur Umsetzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland erforderlich", sagte ein Sprecher von Ministerin Svenja Schulze. Die Beteiligten hätten ein gesondertes Hygienekonzept erstellt. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer gebeten, den für Anfang November erwarteten Transport aus dem britischen Sellafield nach Biblis in Hessen erneut zu verschieben. Zur Begründung nannte er unter anderem Sicherheitsbedenken wegen zu erwartender Proteste gegen den Transport. Die Corona-Pandemie erschwere eine Sicherung des Transports, weil ein Hygienekonzept eingehalten werden müsse.

23.10.2020 • 08:33 Uhr

Industrie warnt vor Herunterfahren der Wirtschaft

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat eindringlich vor einem Herunterfahren der Wirtschaft gewarnt. "Ein zweiter Lockdown wäre existenzgefährdend für zahlreiche Unternehmen in Deutschland", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er forderte die Bundesregierung auf, "eine besonnene Herbststrategie" gegen die Pandemie "mit einem klugen Mix aus passgenauen Maßnahmen von Bund und Ländern" vorzulegen. 

Priorität müsse dabei die örtliche Verantwortung für die Eindämmungsmaßnahmen haben. Oberstes Ziel müsse bleiben, "Lockdowns zu verhindern, selbst wenn sie zeitlich befristet stattfinden sollten". Der Industriepräsident nannte es unnötig, "große Teile der Bevölkerung pauschal unter Quarantäne zu setzen". Stattdessen forderte er eine differenziertere Teststrategie und eine engmaschigere Nachverfolgung der Infektionsketten.

23.10.2020 • 08:21 Uhr

54.000 Neuinfektionen in Indien

Indien verzeichnet 54.366 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit haben sich insgesamt knapp 7,8 Millionen Menschen in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Das ist weltweit nach den USA, die rund 8,3 Millionen Fälle zählen, der höchste Wert. Die Zahl der registrierten täglichen Neuinfektionen in Indien bleibt damit seit dem Höhepunkt im September rückläufig. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus starben, erhöhte sich um 690 auf 117.306.

23.10.2020 • 08:12 Uhr

Wieder mehr als 14.000 Neuinfektionen in Tschechien

In Tschechien gibt es erneut mehr als 14.000 Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium meldete 14.151 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Das ist etwas weniger als am Vortag, als es mit 14.968 Neuinfektionen einen neuen Rekord gab. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg auf 223.065. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich binnen 24 Stunden um 55 und stieg mit zudem nachträglich gemeldeten Fällen auf 1845.

Tische und Stühle eines Restaurants in Prag sind unter einer Schutzhülle zusammengestellt.  | dpa

In Tschechien mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern breitet sich das Coronavirus in Europa derzeit am schnellsten aus. Bild: dpa

23.10.2020 • 08:04 Uhr

Bundeswehr mit 2000 Soldaten im Corona-Einsatz

Die Bundeswehr ist derzeit mit knapp 2000 Angehörigen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Einsatz. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der "Rheinischen Post". Sie gehören zum Einsatzkontingent "Hilfeleistung gegen Corona", das über insgesamt 15.000 Soldaten verfügt. Allein in Gesundheitsämtern aller Bundesländer helfen derzeit 1561 Soldaten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, bei der Entnahme von Abstrichen oder an Teststationen. Zudem leisten Soldatinnen und Soldaten Unterstützung bei Testungen von Reiserückkehrern sowie mit mobilen Covid-19-Teststationen. Insgesamt liegen derzeit 1141 Unterstützungsanfragen vor. Es sei "mit weiteren Bewilligungen und somit aufwachsender Unterstützung durch die Bundeswehr zu rechnen", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

23.10.2020 • 07:56 Uhr

Daimler hebt Gewinnprognose an

Mit einem starken dritten Quartal im Rücken traut sich der Autobauer Daimler für dieses Jahr nun wieder etwas mehr zu als bisher. Am Ende werde man zwar bei Absatz und Umsatz weiter unter dem Niveau des Vorjahres landen, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen werde nun aber in der gleichen Größenordnung ausfallen, teilte der Konzern mit.

Bisher war Daimler davon ausgegangen, aufgrund der massiven Folgen der Coronakrise überall unter dem 2019er-Wert zu bleiben. Nachdem die Krise Daimler im zweiten Quartal noch tief in die roten Zahlen gestürzt hatte, profitierte der Konzern im dritten Quartal nach eigenen Angaben von einer unerwartet schnellen Markterholung und zudem von seinen Maßnahmen für mehr Effizienz und Kostendisziplin. Mit 40,3 Milliarden Euro lag der Umsatz im dritten Quartal um sieben Prozent unter dem des Vorjahresquartals. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 2,05 Milliarden Euro - das sind sogar 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Gewinn vor Zinsen und Steuern in Höhe von knapp 3,1 Milliarden Euro hatte Daimler schon vor einer Woche mitgeteilt.

23.10.2020 • 07:48 Uhr

NRW will Fanausschluss in Bundesliga durchsetzen

Den Fußball-Bundesligisten und anderen Proficlubs in Nordrhein-Westfalen drohen weitere Geisterspiele. Bei bundesweiten Teamsportwettbewerben sollen Zuschauer komplett ausgeschlossen werden, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Austragungsort bei mehr als 35 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt. Das stellte das Landesgesundheitsministerium von NRW klar, wie das "Westfalen-Blatt" berichtet.

Bislang ließen die Behörden auch bei einem Inzidenzwert über 35 meist noch 300 Zuschauer zu den Spielen zu. Die Bezirksregierungen sollen nun die Einhaltung der Rechtsauffassung sicherstellen, teilte das Ministerium mit. Zuvor hatte es Irritationen um die Auslegung der NRW-Coronaschutzverordnung gegeben. Arminia Bielefeld durfte vergangenen Samstag gegen den FC Bayern München keine Fans ins Stadion lassen. Dagegen waren bei den Heimspielen des FC Schalke 04, 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach 300 Fans vor Ort.

23.10.2020 • 07:16 Uhr

Weltärzte-Präsident: Werden über Jahre mit Corona leben müssen

Welt-Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery schwört die Menschen aufs Durchhalten ein. "Wir müssen noch über Jahre mit dem Virus leben und damit umgehen: Abstand halten, Hände waschen, Masken tragen", sagte er der "Rheinischen Post".

Ein neuerliches Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens könne erforderlich werden, wenn die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf 20.000 steige - dann gerate die Lage außer Kontrolle, weil die Infektionsketten nicht mehr nachzuverfolgen seien. Schon jetzt müsse es lokale Lockdowns nach dem Vorbild von Berchtesgaden geben, erklärte Montgomery: "Bei lokalen Ausbrüchen müssen wir konsequent reagieren."

Der Ärztepräsident dämpfte zudem die Hoffnungen auf einen Impfstoff. Die Weltgesundheitsorganisation rechne zwar Mitte 2021 damit. "Doch bis die gesamte Bevölkerung geimpft ist, wird es zwei, drei Jahre dauern", so Montgomery. Denn: "Für eine Impfung aller auf einen Schlag gibt es weder genug Dosen noch genug Personal." Mit Einschränkungen sei daher bis auf weiteres zu rechnen.

Frank Ulrich Montgomery auf dem Podium des Deutschen Ärztetags in Münster. | FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

"Auch 2021 werden wir keinen Sommerurlaub wie früher haben", sagte Montgomery. Bild: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

23.10.2020 • 06:51 Uhr

"Bild": Impfungen schon in diesem Jahr?

Die Bundesregierung hat laut einem Zeitungsbericht konkrete Vorbereitungen für mögliche Impfungen gegen das Coronavirus noch in diesem Jahr getroffen. Laut "Bild"-Zeitung forderte das Gesundheitsministerium die Landesregierungen per Post auf, bis 10. November die Adressen von Impfzentren für den Impfstoff zu nennen. Insgesamt sollen demnach bundesweit 60 solcher Zentren entstehen.  Diese seien nötig, um die Wirksamkeit des Impfstoffs zu garantieren. Dieser müsse bei minus 78 Grad gekühlt werden, vielen Arztpraxen fehlten dafür jedoch die notwendigen leistungsfähigen Kühlgeräte. 

In einer Videokonferenz der Gesundheitsminister zu Wochenbeginn soll Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dem Bericht zufolge erklärt haben, die Firma Biontech stehe dicht vor Zulassung eines Impfstoffs. Auf Nachfragen, wann er mit ersten Impfungen rechne, habe Spahn in der Runde gesagt: "Das könnte noch vor Ende des Jahres passieren", so die "Bild". Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hatte Anfang des Monats erklärt, sie erwarte für Mitte kommenden Jahres einen Impfstoff.

23.10.2020 • 06:32 Uhr

Patientenschützer fordern einheitliche Regeln für Heime

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat einheitliche Corona-Regeln des Bundesgesundheitsministeriums für Pflegeheime als überfällig kritisiert. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Lage der 900.000 Pflegebedürftigen in den Heimen sei bedrückend. "Sie sind die verletzlichste Gruppe in der Corona-Krise. Gleichzeitig sind sie aber auch die leiseste. (...) Und weil das so ist, müssen die Pflegebedürftigen schon seit über einem halben Jahr darauf warten, dass endlich Leitlinien entwickelt werden, die sie schützen und die Isolation verhindern." Brysch nannte die Schnelltest-Strategie der Bundesregierung eine Farce. "Die Kontingente reichen gerade mal für einen halben Monat, um die Altenpflegekräfte täglich zu testen. Von den Angehörigen, Hospiz-Begleitern, Therapeuten und Seelsorgern ganz zu schweigen."

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hatte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" angekündigt, "deutlich vor Weihnachten" eine Handreichung vorzulegen, "um dem Flickenteppich mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben". Grund für seine Initiative ist die Angst Hunderttausender Pflegebedürftiger vor neuen Besuchsverboten in Heimen. "Diese Isolation, wie wir sie im Frühjahr hatten, darf es nicht noch einmal geben."

23.10.2020 • 05:19 Uhr

Erneut mehr als 11.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat am zweiten Tag in Folge bei mehr als 11.000 gelegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden am Vortag 11.242 neue Ansteckungsfälle erfasst. Dies waren 45 weniger als am Mittwoch, als der bisherige Höchstwert bei den täglich verzeichneten Neuinfektionen mit dem Virus in Deutschland ermittelt worden war. 

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland erfassten Infektionsfälle stieg auf 403.291. Die Zahl der mit dem neuartigen Virus im Zusammenhang stehenden Todesfälle wuchs auf 9954 - 49 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag den Angaben zufolge bei etwa 306.100.

23.10.2020 • 04:51 Uhr

Neuer Höchststand bei Neuinfektionen in Italien

Italien hat binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten 16.079 neue Corona-Fälle. Einen Tag zuvor waren es knapp 15.200 gewesen, auch das war ein Rekordwert. Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich mehr als 465.700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Donnerstag um 136 auf 36 968. Italien hat rund 60 Millionen Einwohner. Besonders schwer getroffen ist wie schon bei der ersten Welle der Pandemie die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. 4125 der neuen Fälle wurden dort verzeichnet.

23.10.2020 • 04:31 Uhr

Ärzte-Verband: Haben die Kontrolle nicht verloren

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, sieht derzeit keinen Kontrollverlust der Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie. "Ich glaube nicht, dass wir an dem Punkt sind, dass wir die Kontrolle verloren haben", sagte sie in den tagesthemen.