Russlands Präsident Putin bei einer Rede. | AP
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Putin ruft erneut zum Impfen auf ++

Stand: 12.10.2021 22:17 Uhr

Nach einer neuen Höchstzahl an Corona-Toten ruft der russische Präsident zum Impfen auf. In der Debatte um die Unsicherheit bei der Impfquote verteidigt Virologe Drosten das RKI. Alle Entwicklungen vom Dienstag zum Nachlesen.

  • Putin ruft zum Impfen auf
  • Impfquote: Drosten nimmt RKI in Schutz
  • Bund und Länder richten Sonderfonds für die Messewirtschaft ein
  • Lebenserwartung in Deutschland durch Covid-19 gesunken.
  • RKI meldet 4971 Neuinfektionen - Inzidenz sinkt auf 65,8
  • Apotheker wollen gegen Corona impfen
  • Gouverneur von Texas erklärt Corona-Impfpflicht für ungültig
12.10.2021 • 22:17 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute beenden wir den Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse!

12.10.2021 • 21:58 Uhr

Putin ruft wegen hoher Opferzahl zum Impfen auf

Kremlchef Wladimir Putin hat angesichts immer neuer Rekorde bei Corona-Todesfällen eine effektivere Impfkampagne in Russland angemahnt. Eine flächendeckende Immunisierung sei von großer Wichtigkeit, sagte Putin bei einem Treffen mit neu gewählten russischen Abgeordneten. Diese rief der Präsident auf, die Bevölkerung zu Impfungen zu bewegen. "Wir müssen geduldig und beharrlich mit den Leuten arbeiten und all die Vorteile einer Prophylaxe gegen diese gefährliche Krankheit erklären", mahnte er. Es gelte, die Bevölkerung von Impfungen zu überzeugen, ohne behördlichen Druck ausüben zu müssen.

Nur 47,8 Millionen russische Staatsbürger, also fast 33 Prozent der 146 Millionen Einwohner, haben mindestens eine Impfdosis erhalten. 42,4 Millionen Menschen, rund 29 Prozent, gelten als vollständig geimpft. Am Dienstag verzeichnete Russland mit 973 Toten binnen 24 Stunden ein neues Hoch bei der Zahl der täglichen Sterbefälle in Verbindung mit Covid-19.

12.10.2021 • 20:03 Uhr

Slowakei impft Risiko-Kinder ab fünf Jahren

Die Slowakei bereitet die Impfung bestimmter Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren gegen Covid-19 vor. Die ersten Impfungen könnten "noch in dieser Woche" erfolgen, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Zwar gibt es dafür noch keine Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA, doch Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky hatte für die Impfung der Kinder ab fünf eine Ausnahmegenehmigung erlassen. Die Sprecherin wies allerdings darauf hin, dass Impfungen dieser Altersgruppe nur in speziellen Risikofällen und auf schriftlichen Antrag der Eltern erlaubt sein werden. Die Impfungen dürften nur in drei speziell ausgestatteten Krankenhäusern des Landes erfolgen. Jeder einzelne Antrag müsse individuell geprüft und von einem Facharzt bewilligt werden.

12.10.2021 • 19:36 Uhr

Impfquote: Drosten nimmt RKI in Schutz

In der Debatte um die Unsicherheit bei der Impfquote in Deutschland hat der Virologe Christian Drosten das Robert Koch-Institut (RKI) in Schutz genommen. Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité im Podcast "Coronavirus-Update" des NDR. Das Thema sei auch nicht neu, das RKI weise schon länger auf die Problematik hin.

Letztlich sei die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz "komplett umsonst", sagte Drosten. Die Situation habe sich nicht geändert. Rechnen müsse man mit der Impfquote der Gesamtbevölkerung (und nicht der Erwachsenen): Dabei sei der Unterschied zwischen dem Meldesystem und einer RKI-Begleituntersuchung gering und für die Bewertung der Gesamtsituation "irrelevant". Die Begleitstudie, eine Umfrage, weise auch einige Einschränkungen auf.

12.10.2021 • 17:43 Uhr

Spahn will Mitsprache bei neuer EU-Gesundheitsbehörde

Gesundheitsminister Jens Spahn pocht bei der neuen EU-Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen wie der Corona-Pandemie auf ein Mitspracherecht der EU-Staaten. Die Hera (Health Emergency Preparedness and Response Authority) genannte Behörde soll gesundheitliche Notstände in Zukunft verhindern, gefährliche Erreger schneller entdecken und grenzüberschreitend darauf reagieren.

Die Idee der EU-Kommission zu Hera sei sehr gut, sagte der CDU-Politiker. Für die Mitgliedstaaten und insbesondere für Deutschland sei es jedoch sehr wichtig, dass die EU-Staaten auch ein Mitspracherecht hätten. Die Behörde hat im September ihre Arbeit aufgenommen und soll Anfang 2022 voll einsatzfähig sein. Sie bekommt keinen eigenen Sitz, sondern wird innerhalb der EU-Kommission angesiedelt.

12.10.2021 • 15:57 Uhr

Sonderfonds für Messewirtschaft

Bund und Länder unterstützten die Messewirtschaft in Deutschland angesichts anhaltender Corona-Risiken mit einem neuen Sonderfonds. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, sollen Vorbereitungskosten von Messen und Ausstellungen gegen das Risiko einer Corona-bedingten Veranstaltungsabsage abgesichert werden. Ziel ist es demnach, Anreize zu geben, damit Messen organisiert werden und dann auch stattfinden. Derzeit würden entsprechende Versicherungslösungen für Pandemierisiken am Markt nicht angeboten, hieß es.

Über das Programm könnten veranstaltungsbezogene Kosten von insgesamt bis zu 600 Millionen Euro abgesichert werden. Laut Wirtschaftsminister Peter Altmaier wollen Bund und Länder so gewährleisten, , "dass der Messeplatz Deutschland auch in Zukunft international eine Spitzenposition einnimmt".

12.10.2021 • 14:59 Uhr

Dresden: Mann schlägt Mitarbeiter in Testzentrum

Im Streit um einen kostenlosen Corona-Test hat ein Mann in einem Dresdner Testzentrum einen Mitarbeiter angegriffen. Der 43-Jährige verlangte am Montagnachmittag einen kostenfreien Test und begann darüber mit dem Personal zu diskutieren, wie die Polizei mitteilte. Als er zum Verlassen des Testzentrums aufgefordert wurde, schlug er einen 41-jährigen Mitarbeiter. Alarmierte Polizeibeamte fertigten gegen den Angreifer Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs sowie Körperverletzung.

Seit Montag sind die Bürgertests nicht mehr kostenlos. Wer als Ungeimpfter beispielsweise ein Restaurant oder eine Veranstaltung besuchen will, der muss den dafür benötigten Corona-Test selber bezahlen. Ausnahmen gelten unter anderem für jene Gruppen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder für die noch kein Impfstoff zur Verfügung steht. Dazu zählen beispielsweise Kinder unter zwölf Jahren.

12.10.2021 • 13:58 Uhr

Curevac stoppt ersten Impfstoffkandidaten

Das Biotechunternehmen Curevac zieht seinen ersten Impfstoffkandidaten aus dem Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zurück. Wie das Unternehmen mitteilte, war man davon ausgegangen, dass eine Zulassung bei der EMA frühestens im zweiten Quartal 2022 erfolgt wäre. Einen förmlichen Zulassungsantrag für den Impfstoffkandidaten CVnCoV gab es nicht, CVnCoV befand sich noch im sogenannten rollierenden Verfahren für eine Zulassung.

Ende Juni hatte Curevac bekannt gegeben, dass die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten der ersten Generation niedriger sei als die einiger anderer Impfstoffe. Das Tübinger Biotechunternehmen war Anfang Juli davon ausgegangen, dass die EMA den Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen werde. Das Curevac-Präparat hatte einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg gezeigt. Damit ist es insgesamt deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe.

Das Unternehmen will sich mit seinem britischen Partner GlaxoSmithKline (GSK) auf die Entwicklung eines weiteren Covid-19-Impfstoffs konzentrieren.

12.10.2021 • 13:55 Uhr

Bayern: Pflicht zur Kontaktdatenerfassung größtenteils

In Bayern entfällt von diesem Freitag an auf breiter Front die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung. Insbesondere in der Gastronomie und bei kulturellen Veranstaltungen müssen Kunden und Besucher also dann wegen Corona keine persönlichen Daten mehr angeben. Das hat das bayerische Kabinett beschlossen.

Karton mit Kontaktdaten | dpa

In Bayern entfällt von diesem Freitag an größtenteils die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung. Bild: dpa

Kontaktdaten müssen demnach nur noch in Schwerpunktbereichen "mit hohem Risiko von Mehrfachansteckungen" erfasst werden. Dazu zählen laut Kabinettsbeschluss alle geschlossenen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen, Clubs, Diskotheken, Bordelle "und vergleichbare Freizeiteinrichtungen" sowie gastronomische Angebote mit Tanzmusik. Auch bei körpernahen Dienstleistungen und in Gemeinschaftsunterkünften (etwa Schlafsäle in Jugendherbergen oder Berghütten) müssen Kontakte noch erfasst werden.

12.10.2021 • 13:52 Uhr

Bund zahlt mehr als fünf Milliarden für Corona-Tests

Der Bund hat bislang mehr als fünf Milliarden Euro für Leistungen im Zusammenhang mit Corona-Tests ausgegeben. Bis zum 15. September seien 5,26 Milliarden Euro für Leistungen im Zuge der Coronavirus-Testverordnung aus dem Gesundheitsfonds ausgezahlt worden, bestätigte das Bundesgesundheitsministerium. Zuerst hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet. In der Summe seien neben den Ausgaben für die bis vor kurzem kostenlosen Bürgertests auch andere Posten wie Kontingenttestungen in Einrichtungen und Abstriche bei PCR-Testungen enthalten, erläuterte das Ministerium.

Dem Bundesamt für Soziale Sicherung zufolge hat der Bund bis zum 15. September für Leistungen der Labordiagnostik 1,12 Milliarden Euro gezahlt. Die Sachkosten für die Antigen-Schnelltests (PoC-Verfahren) lagen demnach bei 1,4 Milliarden Euro, weitere Leistungen wie Abstriche kosteten 2,4 Milliarden Euro. Zusätzlich habe der Bund bis Mitte September rund 92 Millionen Euro für Tests in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und in Obdachlosenunterkünften gezahlt.

12.10.2021 • 12:39 Uhr

Spahn fordert weniger Abhängigkeit von China bei Medikamenten

Gesundheitsminister Jens Spahn hat als Lehre aus der Corona-Pandemie weniger Abhängigkeit der EU von China bei Arzneimitteln gefordert. "Die Krise hat gezeigt, dass wir zu abhängig von China und von anderen Drittstaaten in der Welt sind, wenn es zum Beispiel um pharmazeutische oder medizinische Produkte geht", sagte Spahn vor einem Treffen der EU-Gesundheitsminister in Slowenien.

Jens Spahn | REUTERS

Gesundheitsminister Jens Spahn fordert weniger Abhängigkeit von China bei Medikamenten Bild: REUTERS

Spahn begrüßte die von der EU-Kommission vorgeschlagene Arzneimittel-Strategie, mit der unter anderem Lieferketten diversifiziert werden sollen. "Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Impfstoffe nur in China oder Russland entwickelt worden wären, und die westlichen Demokratien und die Europäische Union wären abhängig von diesen Autokratien für einen Impfstoff. Das wäre keine gute Welt", sagte Spahn. Er plädierte für mehr Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe in Europa.

12.10.2021 • 12:06 Uhr

Mehr geimpfte Covid-Patienten auf Intensivstationen

Der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen ist in den vergangenen Monaten angestiegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Demnach waren von den 1186 Corona-Patienten, die Mitte August bis Anfang September intensivmedizinisch versorgt werden mussten, 119 gegen das Virus geimpft. Dies entspricht einer Quote von rund zehn Prozent. 

Im Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September liegt der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen hingegen bei 1,84 Prozent (210 von 11419 Fällen), wie aus der Antwort hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Die Daten stammen vom Robert-Koch-Institut.

12.10.2021 • 11:57 Uhr

Lebenserwartung in Deutschland leicht gesunken

Die Lebenserwartung in Deutschland ist durch Covid-19 erstmals seit Jahren leicht gesunken. Zwischen 2019 und 2020 sank der Wert bei Frauen um 0,1 Jahre, bei Männern um 0,3 Jahre, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) mit. Vor der Pandemie nahm die Lebenserwartung durchschnittlich jedes Jahr um 0,1 Jahr zu. "Die Lebenserwartung wird selbstverständlich nicht nur durch Covid-19 beeinflusst," erklärte Pavel Grigoriev vom BiB. Allerdings habe die Krankheit in vielen Ländern laut detaillierten Sterbestatistiken einen erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung gehabt. 

Im internationalen Vergleich ging der Wert in Deutschland nur gering zurück. Deutlich stärker sank die Lebenserwartung beispielsweise in den USA. Dort reduzierte sie sich laut Institut bei Männern um 2,2 Jahre und bei Frauen um 1,7 Jahre. In Polen, Spanien und Italien sank sie 2020 bei Männern und Frauen um jeweils mehr als ein Jahr.

12.10.2021 • 10:28 Uhr

RKI: 75,9 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft

In Deutschland sind 65,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote unter den Erwachsenen liegt bei 75,9 Prozent, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,6 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen, sowie 79,4 Prozent der Erwachsenen. Mehr als 54 Millionen Bürger sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vollständig geimpft.

Unter den Kindern und Jugendlichen von zwölf bis 17 Jahren haben inzwischen 43,3 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 37,2 Prozent sind vollständig geimpft. Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen bereits über eine Million Menschen in Deutschland bekommen. Den Wert gibt das RKI mit 1.044.188 an.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte.

12.10.2021 • 09:20 Uhr

Lufthansa zahlt Teil der Coronahilfen früher als geplant zurück

Früher als geplant hat die Lufthansa einen Teil der staatlichen Coronahilfen zurückgezahlt. Sie überwies 1,5 Milliarden Euro an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik, wie sie am Montagabend mitteilte. Eine weitere Milliarde Euro zurückzahlen will der Konzern bis Ende des Jahres. Der WSF hält aktuell noch 14,09 Prozent des Grundkapitals der Lufthansa - in der Corona-Krise waren es 20 Prozent. 

Die Lufthansa hatte mit der Bundesregierung und der EU-Kommission ein insgesamt neun Milliarden Euro schweres staatliches Rettungspaket ausgehandelt - drei Milliarden Euro als Darlehen der staatlichen Förderbank KfW und sechs Milliarden Euro aus dem WSF. Der Konzern nahm aber bei weitem nicht alles in Anspruch. "Wir sind sehr dankbar, dass die Deutsche Lufthansa AG in schwierigsten Zeiten mit Steuermitteln stabilisiert worden ist", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Dadurch konnten mehr als 100.000 Arbeitsplätze erhalten und für die Zukunft gesichert werden."

Der Konzern hatte bereits im Februar einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von einer Milliarde Euro vorzeitig getilgt. Nun nahm die Fluggesellschaft über die Ausgabe neuer Aktien knapp 2,2 Milliarden Euro ein und zahlte die sogenannte Stille Einlage I an den Staat zurück. Die Stille Einlage II in Höhe von einer Milliarde Euro will der Konzern bis Ende 2021 vollständig zurückzahlen und zudem einen nicht in Anspruch genommenen Teil der Stillen Einlage I bis dahin kündigen.

12.10.2021 • 09:02 Uhr

Fernbusgeschäft 2020 stark eingebrochen

Die Corona-Pandemie hat das Geschäft mit Fernbussen deutlich belastet. So gingen die Fahrgastzahlen im Linienverkehr mit Fernbussen im Jahr 2020 um 70 Prozent auf fast 6,5 Millionen Passagiere zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Internationale Fahrten waren demnach etwas stärker von den Rückgängen betroffen: Laut den Angaben entfielen auf den Inlandsverkehr 4,8 Millionen Fahrgäste (minus 69 Prozent) und auf den grenzüberschreitenden Verkehr 1,7 Millionen Fahrgäste (minus 74 Prozent). "Die stärkeren Rückgänge im grenzüberschreitenden Verkehr dürften unter anderem auf Reisewarnungen und Grenzschließungen zurückzuführen sein", sagten die Statistiker.

Ein Fernbus des Unternehmens BlaBlaBus von vorne | dpa

Die Fahrgastzahlen im Linienverkehr mit Fernbussen sind im Jahr 2020 um 70 Prozent auf fast 6,5 Millionen Passagiere zurückgegangen. Bild: dpa

Berechnet wurde auch die Beförderungsleistung, also die von allen Fahrgästen zurückgelegte Strecke. Diese habe sich gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 ebenfalls um 70 Prozent auf fast 1,9 Milliarden Personenkilometer verkleinert. Auch der durchschnittliche Auslastungsgrad der Plätze je Fernbus lag mit 44 Prozent unter dem Vorjahreswert (54 Prozent). Der Auslastungsgrad errechnet sich den Angaben zufolge durch die Relation der Personenkilometer zum Beförderungsangebot.

12.10.2021 • 07:57 Uhr

Bericht: Großbritannien verhängte Lockdown zu spät

Ein parlamentarischer Untersuchungsbericht kommt zu dem Schluss, dass der Lockdown gegen die Corona-Pandemie in Großbritannien zu spät kam. Die konservative Regierung Boris Johnsons habe zu lange gezögert, in der Frühphase der Pandemie einen Lockdown zu verhängen. Dies habe das Land um die Chance gebracht, die Krankheit einzudämmen, und zu Tausenden unnötigen Todesfällen geführt.

Der gemeinsame Bericht der Unterhaus-Ausschüsse für Wissenschaft und Gesundheit besagt weiter, die tödliche Verzögerung gehe auf das Scheitern von Ministern beim Infragestellen von Empfehlungen zurück. Dies habe zu einem gefährlichen Niveau des "Gruppendenkens" geführt und die britischen Behörden davon abgehalten, aggressivere Eindämmungsstrategien nach dem Vorbild asiatischer Länder umzusetzen.

Erst als der staatliche Gesundheitsdienst NHS in Gefahr geriet, von den rapide ansteigenden Infektionen überwältigt zu werden, habe Johnsons Regierung schließlich einen Lockdown angeordnet. 

12.10.2021 • 07:50 Uhr

Guterres beklagt fehlende Solidarität

UN-Generalsekretär António Guterres hat mangelnde globale Solidarität in der Pandemie beklagt. Die Pandemie habe 100 Millionen Menschen in die Armut gedrängt, mehr als vier Milliarden Menschen seien mit wenig oder keiner sozialen Unterstützung, Gesundheitsfürsorge oder Einkommensschutz zurückgeblieben, sagte er vor einem Panel des Internationalen Währungsfonds.

Es mangele an globaler Solidarität. Menschen in Konfliktregionen und armen Ländern litten am meisten. Die Ungleichheit bei der Verteilung von Impfstoffen sei ein moralischer Skandal, der der Welt Millionen mehr Todesfälle beschere und die Verlangsamung der Wirtschaft verlängere. Dies könne Billionen Dollar kosten und die ärmsten Länder am stärksten treffen. Die Anzeichen einer substanziellen wirtschaftlichen Erholung kaschierten das riesige Auseinanderklaffen der Situationen in reichen Staaten und den am wenigsten entwickelten Nationen, sagte er.

12.10.2021 • 07:46 Uhr

Thailand öffnet für Geimpfte aus zehn Ländern - auch für Deutschland

Deutsche dürfen voraussichtlich ab dem 1. November wieder quarantänefrei nach Thailand reisen, sofern sie vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha kündigte in einer Fernsehansprache am Montagabend an, es sei eine Öffnung für mindestens zehn Staaten geplant. Er habe das Krisenzentrum Center for Covid-19 Situation Administration (CCSA) und das Gesundheitsministerium angewiesen, den Plan möglichst schnell zu prüfen, so Prayut.

Insgesamt stünden mindestens zehn Länder mit geringer Corona-Inzidenz auf der Liste, darunter auch die USA, Singapur und China. Urlauber müssten lediglich einen PCR-Test vor der Abreise und einen weiteren bei der Ankunft in Thailand machen, sagte Prayut. Danach könnten sie alle Landesteile frei bereisen. Ab dem 1. Dezember sollen weitere Länder hinzugefügt werden. Dann werde voraussichtlich auch der seit Monaten wegen einer schweren Corona-Welle verbotene Ausschank von Alkohol in Restaurants wieder erlaubt sein.

Touristen am Patong Beach in Phuket | dpa

Thailand öffnet für Geimpfte aus zehn Ländern - auch für Deutschland. Bild: dpa

Geimpfte Reisende aus allen anderen Staaten müssen aber weiter sieben Tage in Quarantäne - oder sie nehmen an Modellprojekten in bestimmten Regionen teil, wie etwa auf den Inseln Phuket und Ko Samui. Im Rahmen der Programme, bei denen einige strikte Regeln befolgt werden müssen, ist bereits seit Juli wieder quarantänefreier Urlaub für Reisende mit zweifacher Impfung aus zahlreichen Ländern möglich.

12.10.2021 • 07:39 Uhr

Canberra will Lockdown nach zwei Monaten aufheben

Nach zwei Monaten wird der Lockdown in der Region Australian Capital Territory (ACT) mit der australischen Hauptstadt Canberra am Freitag aufgehoben. Dies sei möglich, weil mittlerweile 72 Prozent der Bürger vollständig geimpft seien, teilte die Regionalregierung mit. Gestern war bereits der Lockdown im Bundesstaat New South Wales mit der Metropole Sydney beendet worden - nach 106 Tagen.

Die Region rund um Canberra liegt an der Ostküste und ist von New South Wales umschlossen. Im ACT dürften sich ab Ende der Woche wieder Gruppen von bis zu 25 Menschen im Freien und von bis zu fünf Personen in ihren Häusern treffen, hieß es. Restaurants, Friseure und Schwimmbäder sowie viele weitere Einrichtungen können unter Einhaltung strenger Abstandsregeln ebenfalls wieder öffnen.

Mitte August wurde im ACT mit rund 430.000 Einwohnern erstmals seit einem Jahr wieder ein Corona-Fall bestätigt. Ein zunächst für sieben Tage verhängter Lockdown wurde wegen steigender Infektionszahlen mehrmals verlängert.

12.10.2021 • 06:38 Uhr

Gouverneur von Texas erklärt Corona-Impfpflicht für ungültig

Der texanische Regierungschef Gregg Abbott hat sämtliche Verpflichtungen zur Corona-Impfung in seinem Bundesstaat für ungültig erklärt. "Ich habe eine Durchführungsverordnung erlassen, die verpflichtende Impfungen durch jegliche Einrichtungen in Texas verbietet", schrieb der Gouverneur auf Twitter.

Vergangenen Monat hatte US-Präsident Joe Biden eine Impfpflicht für Mitarbeiter von Bundesbehörden und zahlreicher Privatunternehmen erlassen. Die Maßnahmen betreffen nach Angaben Bidens rund 100 Millionen Menschen. Viele führende Republikaner hatten die Impfpflicht als Angriff auf die persönlichen Freiheiten der Bürger bezeichnet. Abbotts Regierung erklärte nun, dass "keine Einrichtung in Texas" eine Corona-Impfung von Angestellten oder Kunden verlangen dürfe, wenn diese eine Impfung aus "persönlichen Gewissensgründen, aufgrund einer religiösen Überzeugung oder aus medizinischen Gründen" ablehnen. Abbott selbst ist vollständig geimpft.

12.10.2021 • 05:52 Uhr

Moderna will Formel für Corona-Impfstoff für sich behalten

Das US-Biotechnologieunternehmen Moderna plant keine Offenlegung der Formel für seinen Corona-Impfstoff. Die Konzernführung sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Erhöhung der Produktion durch das Unternehmen selbst der beste Weg sei, die weltweite Versorgung zu verbessern, sagte Noubar Afeyan, Mitbegründer und Vorsitzender des Verwaltungsrats von Moderna, der Nachrichtenagentur AP. Die Weltgesundheitsorganisation hat Moderna sowie andere Impfstoffhersteller aufgefordert, die Formel offenzulegen. Afeyan sagte dazu, Moderna habe geprüft, ob ein solcher Schritt besser wäre, sei aber der Ansicht, dass die Produktion gesteigert werden könne und so 2022 Milliarden Dosen zusätzlich ausgeliefert werden könnten.

12.10.2021 • 05:31 Uhr

Apotheker wollen gegen Corona impfen

Der Apothekerverband Nordrhein fordert, dass Corona-Impfungen künftig auch in Apotheken durchgeführt werden können. "Hier an Rhein und Ruhr sind wir dafür gut vorbereitet", sagte der Vorsitzende des Apothekerverbandes, Thomas Preis, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit etwa 1000 für das Impfen ausgebildeten Apothekerinnen und Apothekern könnten Corona-Impfungen unverzüglich in 500 Apotheken im Rheinland angeboten werden. Das sei jede vierte Apotheke. Zuvor hatte bereits SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärt, Apotheken könnten Corona-Impfungen problemlos übernehmen, da es bei diesen "so gut wie nie" Komplikationen gebe.

12.10.2021 • 04:50 Uhr

Regierung: Rund jeder zehnte Corona-Intensivpatient geimpft

Ungefähr jeder zehnte der im August und September wegen Corona auf Intensivstationen behandelten Patienten war vollständig geimpft. Das geht aus einer Ende September übermittelten Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitieren.

Die Angaben entsprechen in etwa auch früheren Aussagen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der hatte Anfang September im Werben für die Corona-Schutzimpfung gesagt, 90 Prozent der Covid-Patienten auf Intensivstationen seien ungeimpft. Später hatte er von 90 bis 95 Prozent gesprochen.

In der Antwort des Ministeriums wird auf die Wochenberichte des Robert Koch-Instituts verwiesen, in denen die Zahl der Impfdurchbrüche veröffentlicht wird. Als Impfdurchbruch wird nach Angaben der Regierung eine Corona-Infektion mit "klinischer Symptomatik" bei einer vollständig geimpften Person bezeichnet. Insgesamt wurden demnach von Februar bis Mitte September 11.419 Corona-Patienten intensivmedizinisch versorgt. Bei 210 davon wurde von einem Impfdurchbruch ausgegangen (1,84 Prozent). Im Zeitraum von Mitte August bis Mitte September waren 1186 Corona-Patienten auf Intensivstationen, bei 119 davon wurde ein Impfdurchbruch angenommen, was 10,03 Prozent der Fälle entspricht.

Das RKI betonte auf Nachfrage der Funke-Zeitungen: "Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich Sars-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen."

Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Gernot Marx, sagte, Patienten mit schweren und tödlichen Corona-Verläufen seien in fast allen Fällen ungeimpft. Zudem treffe der Impfdurchbruch meist Menschen, deren "Immunsystem etwa durch eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist, oder die älter als 80 Jahre sind".

12.10.2021 • 04:50 Uhr

RKI meldet 4971 Neuinfektionen - Inzidenz sinkt auf 65,8

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat 4971 neue Positiv-Tests gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 65,8 von 66,5 am Vortag. 88 weitere Menschen starben binnen 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 94.297. Insgesamt wurden in Deutschland bislang mehr als 4,3 Millionen Corona-Infektionen registriert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Oktober 2021 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.