Menschen spazieren mit Mundschutz wegen der Ausbreitung des Coronavirus über den Hradschin-Platz in Prag. | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Prag gilt nun als Risikogebiet ++

Stand: 09.09.2020 22:12 Uhr

Wegen der steigenden Zahl an Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Prag. Die Niederlande registrieren die meisten Neuinfektionen seit mehreren Monaten. Der Liveblog vom Mittwoch zum Nachlesen.


  • Mehr als 8500 Neuinfektionen in Frankreich
  • Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Prag
  • Scholz erwartet Erholung der Wirtschaft erst 2022
  • Fahrlässige Tötung: Justiz ermittelt nach Coronaausbruch
  • Bundeskabinett verlängert Hilfen für Solo-Selbstständige
  • EU-Kommission will 200 Millionen Dosen Impfstoff ordern
  • Britischer Pharmakonz
9.9.2020 • 22:09 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute beenden wir unseren Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse!

9.9.2020 • 22:05 Uhr

München erlässt Alkoholverbot im Freien fürs Wochenende

An beliebten Orten im Freien gilt in München am kommenden Wochenende ein zeitlich begrenztes nächtliches Alkoholverbot. Damit wolle man die Zunahme der Corona-Infektionen zum Schutz der Bevölkerung eindämmen, teilte die Stadt nach einem Beschluss des Stadtrats mit. Das Verbot gilt von Freitagabend bis Sonntagmorgen rund um Party-Hotspots wie die Isarauen oder den Gärtnerplatz. Zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr dürfen Feiernde dort Alkohol nicht mehr im öffentlichen Raum trinken. Wer sich nicht daran hält, müsse mindestens 150 Euro Bußgeld zahlen.

Auch der Verkauf alkoholischer Getränke ist rund um die Partyzonen verboten - und zwar bereits ab 21.00 Uhr. Verstöße sollen mindestens 500 Euro kosten. Auch an kommenden Wochenenden könnte laut Stadt je nach der Zahl der Corona-Infizierten eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen werden. Im ersten Anlauf hatte die Stadt ein Alkoholverbot für Straßen und Parks in ganz München erlassen, um die vielen Partys unter freiem Himmel einzudämmen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärte diese Regelung jedoch für unverhältnismäßig.

9.9.2020 • 21:05 Uhr

New Yorker Restaurants dürfen Innenbereiche öffnen

In New York dürfen Restaurants ihre in der Corona-Krise seit März geschlossenen Innenbereiche Ende des Monats wieder für Gäste öffnen. Ab dem 30. September dürfe wieder innen bestellt und verzehrt werden, teilten Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo mit. Es gelten aber strenge Auflagen, wie etwa Kapazitätsbeschränkungen für Gäste auf rund ein Viertel, zwei Meter Abstand zwischen den Tischen, Fiebermessungen am Eingang sowie Abstands-, Masken- und Hygieneregeln.

Die Außenbereiche der New Yorker Restaurants sind bereits seit einigen Wochen wieder geöffnet. Nun dürfen die Gäste auch im Innenbereich wieder bewirtet werden. | dpa

Die Außenbereiche der New Yorker Restaurants sind bereits seit einigen Wochen wieder geöffnet. Nun dürfen die Gäste auch im Innenbereich wieder bewirtet werden Bild: dpa

"Das mag nicht das Essen im Innenbereich sein, das wir alle kennen und lieben", sagte de Blasio. "Aber es ist ein Fortschritt für Restaurantmitarbeiter und alle New Yorker." Wenn die Infektionszahlen wieder stiegen, müsse neu bewertet werden. Die Außenbereiche der Gastronomie dürfen bereits seit einigen Wochen wieder geöffnet sein. Auch etwa Kasinos, Einkaufszentren, Fitnessstudios und Museen dürfen seit kurzem unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Der Bundesstaat und vor allem die Millionenmetropole New York waren im Frühjahr ein Epizentrum der Pandemie gewesen. Inzwischen haben sich die Zahlen aber auf niedrigem Niveau stabilisiert. Zuletzt waren in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern noch rund 450 infizierte Menschen im Krankenhaus, weniger als ein Prozent der Zehntausenden täglichen Tests fiel positiv aus.

9.9.2020 • 20:33 Uhr

Mehr als 8500 Neuinfektionen in Frankreich

Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter aus. Das Gesundheitsministerium registriert am Mittwoch 8577 Neuinfektionen nach 6544 Neuinfektionen am Vortag. Das ist der zweitgrößte Zuwachs seit Ausbreitung des Virus zum Winterende in dem Land. Insgesamt haben sich dort nachweislich 344.101 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich um 30 auf 30.794.

9.9.2020 • 20:01 Uhr

Auswärtiges Amt stuft Prag als Risikogebiet ein

Das Auswärtige Amt rät von "nicht notwendigen, touristischen Reisen" in die tschechische Hauptstadt Prag ab. Das gab die Behörde auf ihrer Internetseite bekannt.

Als Grund führt das Auswärtige Amt die steigenden Corona-Infektionszahlen in mehreren Kommunen des Landes an. Prag sei besonders betroffen. Hier sei der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten worden.

Reisende, die aus Prag nach Deutschland zurückkehren, müssen sich damit einem Corona-Test unterziehen und sich gegebenenfalls in Quarantäne begeben.

9.9.2020 • 18:39 Uhr

Erstmals Infektionen in Hamburger Schule

Zum ersten Mal ist es an einer Hamburger Schule zu Ansteckungen mit dem Coronavirus gekommen, wie der NDR berichtete. Nach Angaben von Schulsenator Ties Rabe wurden bislang 26 Schüler sowie drei Mitarbeiter der Schule im Stadtteil Winterhude positiv getestet.

Einige Kinder hätten sich wahrscheinlich zuhause angesteckt, in mindestens zwei Fällen sei jedoch von einer Infektion während des Schulbesuches auszugehen.

9.9.2020 • 18:18 Uhr

TUI schafft Bedingungen für Milliarden-Hilfen

Der Reisekonzern TUI braucht staatliche Hilfsgelder - und die rücken nun in greifbare Nähe.

9.9.2020 • 18:10 Uhr

Johnson kündigt Pilotprojekt für Massentests an

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson sieht den Weg zurück zu einem "normalen leben" in Corona-Zeit in massenhaft durchgeführten Tests in der Bevölkerung. Das soll bis zum Frühjahr möglich sein, sagte Johnson vor Journalisten.

Dafür solle im kommenden Monat in Nordengland ein Pilotprojekt starten. Johnson verglich dieses "ehrgeizige" Vorhaben mit einem Mondflug. "Das Ganze zielt darauf ab, einen zweiten landesweiten Lockdown zu vermeiden", so der Regierungschef.

9.9.2020 • 17:36 Uhr

BW-Sportministerin: Einheitliche Regeln für Zuschauerrückkehr

Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann hat das bundesweit uneinheitliche Vorgehen bei der Zuschauerrückkehr in die Stadien der Fußball-Bundesliga kritisiert. In einem Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann forderte die 55-Jährige eine einheitliche Linie. "Ich habe keinerlei Verständnis, dass zuletzt einzelne Standorte der Fußball-Bundesliga durch lokale Ausnahmegenehmigungen vorgeprescht sind", heißt es in dem Brief.

Die Corona-Verordnung in Baden-Württemberg beispielsweise erlaubt aktuell 500 Personen bei Großveranstaltungen, in Berlin dagegen dürften derzeit maximal 4999 Menschen inklusive der Teams und Offiziellen zu den Heimspielen von Hertha BSC und des 1. FC Union. Es seien die Vereine aus vielen anderen Sportarten, die unter den bundesweit unterschiedlichen Zuschauerbeschränkungen besonders leiden würden, schrieb Eisenmann an Kretschmann. "Deshalb bitte ich Sie ausdrücklich, bei Ihrem Chef der Staatskanzlei darauf hinzuwirken, dass dieser sich für eine Lösung für alle Sportarten gleichermaßen einsetzt."

9.9.2020 • 17:21 Uhr

Niederlande: Höchster Wert an Neuinfektionen seit April

Die Zahl der in den Niederlanden registrierten neuen Coronavirus-Fälle ist in den letzten 24 Stunden auf 1140 gestiegen, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge mit. Das ist demnach der höchste Tageswert seit dem 10. April. Damals meldeten die Gesundheitsbehörden den bisherigen Rekordwert von 1335 Neuinfektionen.

De Jonge gab die Zahlen des Nationalen Instituts für Gesundheit (RIVM) während eines Live-Videostreams bekannt. "Es läuft nicht richtig", sagte De Jonge. Einen Tag zuvor verzeichnete das Land noch 964 Fälle, wobei insbesondere die Infektionen bei jungen Erwachsenen rasch zugenommen hatte.

9.9.2020 • 16:52 Uhr

Autohändler und Werkstätten fordern Corona-Hilfen

Autohändler und Werkstattbetreiber fordern eine Beteiligung an den beim Autogipfel angedachten Finanzhilfen für die Zulieferindustrie. Das Kfz-Gewerbe sei so wie die Autoindustrie vom Rückgang der Nachfrage durch die Corona-Pandemie betroffen, erklärte der Branchenverband ZDK.

Die Branche steht für 450.000 Beschäftigte in rund 37.000 Betrieben. Sie rechne in diesem Jahr mit 20 Prozent weniger Neuzulassungen, sieben Prozent weniger Gebrauchtwagenverkäufen und vier Prozent weniger Auslastung der Werkstätten. Auch sie müssten in die Umstellung auf Elektroautos investieren. "Daher fordere ich die politischen Entscheidungsträger dringend auf, die Betriebe des mittelständisch geprägten Kraftfahrzeuggewerbes in den geplanten Transformationsfonds für die Automobilbranche einzubeziehen", erklärte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski.

9.9.2020 • 16:29 Uhr

Gastronomen und Clubbesitzer demonstrieren in Madrid

In Spaniens Hauptstadt sind Unternehmer und Beschäftigte der Gastronomie- und Clubsszene auf die Straße gegangen und haben Unterstützung in der Corona-Krise gefordert. Demonstranten hielten Banner mit der Aufschrift "Wir sind nicht das Problem" oder "Hilfe" in den Händen und forderten die Regierung zu Steuersenkungen und Unterstützung in der Pandemie auf.

Nachtclubs sind in Madrid derzeit komplett geschlossen, Bars und Restaurants dürfen nur eine reduzierte Anzahl von Gästen bewirten. "Die reduzierte Anzahl an Gästen macht es uns unmöglich, unser Geschäft zu betreiben", sagt Pepa Munoz, Barbesitzerin in Madrid. Noch könne sie Gäste draußen auf der Terrasse bewirten, sagt Munoz, die derzeit nur etwa die Hälfte der üblichen Mahlzeiten serviert. Diese Zeiten seien aber vorbei, sobald es kälter werde.

In Spanien demonstrieren Beschäftige und Unternehmer von Restaurants und Clubs für die Hilfe der Regierung in der Corona-Krise. | REUTERS

In Madrid sind Beschäftigte der Gastronomie- und Clubsszene auf die Straße gegangen und haben Unterstützung in der Corona-Krise gefordert. Bild: REUTERS

"Wir verdienen kein Geld im Geschäft, aber wir zahlen immer noch Steuern", sagt der Barbesitzer Jose Manuel del Moral. Er könne nur noch für eine kurze Zeit überleben, vielleicht zwei oder drei Monate. Zwar hat die spanische Regierung Hilfen für die Unternehmen angekündigt, eine Senkung der Mehrwertsteuer aber bislang ausgeschlossen.

9.9.2020 • 16:01 Uhr

Corona-Beirat: Lage in Frankreich "beunruhigend"

Frankreichs führende Corona-Experten drängen angesichts der massiv steigenden Infektionszahlen zum Handeln. Die Regierung müsse "eine Reihe schwieriger Entscheidungen" zum Schutz von Risikogruppen treffen, sagte Jean-François Delfraissy, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats. Er nannte die Lage im Land "beunruhigend".

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für Freitag eine Kabinetts-Sondersitzung einberufen, um über verschärfte Corona-Maßnahmen zu beraten. Delfraissy sagte dazu, die Lage in Frankreich sei "nicht mehr weit" von der in Spanien entfernt. Als schärfstes Mittel gelten Ausgangsbeschränkungen, wie sie bereits zwischen März und Mai in Frankreich galten. Davor schreckt die Regierung wegen der wirtschaftlichen Folgen aber bisher zurück.

Delfraissy verwies insbesondere auf die schwierige Lage in der Region um die Provence und die Côte d'Azur. Deutschland hat eine Reisewarnung für die Region ausgesprochen, ebenso wie für den Großraum Paris. Als besonders kritisch gilt der Anstieg der Corona-Zahlen in der Hafenstadt Marseille. Die Krankenhäuser kündigten dort eine Aufstockung der Intensivbetten an, da bereits die meisten Plätze zur künstlichen Beatmung belegt sind. Die französische Gesundheitsbehörde hatte zuletzt mehr als 6500 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Ein Höchststand wurde vergangenen Freitag mit fast 9000 Fällen erreicht.

9.9.2020 • 15:51 Uhr

Reiseverband: Ungewissheit auch nach Ende der Reisewarnung

Der Reiseverband DRV hat die Entscheidung der Bundesregierung für differenzierte Reise- und Sicherheitshinweise statt einer pauschalen Reisewarnung für rund 160 Länder als "einen zaghaften Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet. Faktisch ändere sich für die Kunden und die Branche aber nur wenig. "Es bleibt die Ungewissheit, wann wieder gereist werden kann und wann Unternehmer und Beschäftigte wieder etwas für ihren Lebensunterhalt verdienen können", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig.

9.9.2020 • 15:46 Uhr

Veranstaltungsbranche: Tausende demonstrieren in Berlin

Ob Konzert, Kongress, Messe oder Kirmes: Das Aus für Tausende Veranstaltungen in der Corona-Krise hat die Branche in eine tiefe Krise geführt. Unternehmer und Beschäftigte sind deshalb in Berlin auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "#AlarmstufeRot" verlangten sie Gespräche über finanzielle Hilfe. Am Mittag machten sich nach Polizeiangaben rund 6500 Menschen auf den Weg vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. Die Demonstranten beachteten die Schutzvorschriften zum Maskentragen und Abstand halten, sagte ein Polizeisprecher.

Bei der Veranstaltungswirtschaft geht es um unterschiedliche Berufssparten, darunter Eventagenturen, Messe- und Bühnenbau, Veranstaltungstechnik, Konzertveranstalter und Schausteller. Die Branche fordert ein staatliches Überbrückungsprogramm mit finanziellen Zuschüssen und Änderungen bei der Kurzarbeit.

9.9.2020 • 15:32 Uhr

Fahrlässige Tötung: Justiz ermittelt nach Coronaausbruch

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Restaurant in Ostfriesland im Mai ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Alle damals Anwesenden sollten vernommen werden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich. Sie nannte den Namen des niedersächsischen Lokals nicht.

Nach Medienberichten handelt es sich um ein Restaurant im Kreis Leer. Dort hatten sich bei einer Feier mehr als 30 von 50 Gästen infiziert, zwei der Infizierten starben später. Der Verdacht richte sich gegen unbekannt, so die Sprecherin. "Im Moment haben wir nur Zeugen, die vernommen werden. Wir haben keinen Beschuldigten." Eine Möglichkeit schuldhaften Verhaltens sei, wenn jemand zu der Feier gegangen sei, obwohl er schon verdächtige Symptome aufwies. Die Polizei solle den Ablauf des Abends möglichst genau rekonstruieren.

Nach Kenntnisstand vom Mai hatten drei Gäste vor dem Abend Symptome gezeigt, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuteten. Wegen des Corona-Ausbruchs in der geschlossenen Gesellschaft waren etwa 200 Menschen in Quarantäne gekommen. Der Restaurantbetreiber betont, er habe stets alle Hygienerichtlinien befolgt.

9.9.2020 • 15:28 Uhr

Scholz erwartet Erholung der Wirtschaft erst 2022

Finanzminister Olaf Scholz erwartet, dass Deutschland wirtschaftlich erst 2022 wieder auf das Niveau vor der Corona-Krise kommt. "Tatsächlich sind wir noch nicht da angelangt, wo wir sein wollen", sagte der Vizekanzler im Bundestag. "Die Prognosen, die wir heute haben, sagen, dass wir Anfang 2022 möglicherweise erst an das Vorkrisenniveau anknüpfen können." Die Bundesregierung werde deshalb auch im kommenden Jahr mit Maßnahmen zur Konjunkturstabilisierung "noch stark gefordert sein".

Scholz betonte, es sei wichtig, dass Maßnahmen wie die Kurzarbeit verlängert worden seien. "Alles das hilft, damit wir Arbeitsplätze erhalten können und wirtschaftlich diese Krise auch meistern können." Es deute sich an, dass Deutschland "gemeinsam vorsichtig optimistisch sein" könne.

9.9.2020 • 15:22 Uhr

FDP: Corona-Risiko im Nahverkehr besser untersuchen

Die FDP hat die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, das Corona-Risiko im öffentlichen Nahverkehr gründlich untersuchen zu lassen. "Bis heute ist nicht sicher untersucht, wie risikobelastet der ÖPNV für Infektionen wirklich ist", sagte Jörg Bode, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion.

Insbesondere sei bisher nicht hinreichend überprüft worden, wie es sich mit Aerosolen in Bussen, Bahnen und Zügen verhalte. Deshalb sei es notwendig, dass im U-Bahn-, Bus- und regionalen Schienenverkehr insbesondere in den Stoßzeiten des Schülertransports die Luftbelastung durch Aerosole im Aufenthaltsbereich von Fahrgästen gemessen und bewertet werde.

Eine einfache Methode zur Bewertung der Luftqualität und somit ein ausreichendes Belastungsindiz ist Bode zufolge die Überprüfung des CO2-Gehaltes des Umgebungsluft. Auf Grundlage dieser Ergebnisse müsse bei nicht ausreichender Luftqualität dann mit den Betreibern über schnellstmögliche Verbesserungen gesprochen werden. Das könnten beispielsweise der Einsatz von mehr Bussen, erweiterte Lüftungsphasen oder auch eine Überprüfung und eventuelle Aufrüstung der Lüftungstechnik in Regionalzügen sein.

9.9.2020 • 15:06 Uhr

Russland beginnt mit Corona-Impfungen

In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Impfungen im Rahmen der Phase-III-Studie für den Corona-Impfstoff "Sputnik V" begonnen. Ersten Freiwilligen sei das Präparat gespritzt worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa der Agentur Interfax zufolge. "Heute ist ein wichtiger Tag nicht nur für die Stadt, sondern für das ganze Land." Mehr als 35 000 Moskauer hätten sich bereits als Freiwillige gemeldet.

Geimpft werden soll demnach in 20 Kliniken in der Stadt. Der russische Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" wurde vor rund einem Monat für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben - trotz internationaler Bedenken. Die Freigabe erfolgte vor Abschluss der wichtigen Phase III klinischer Studien. Erst in dieser Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff vor einer Infektion schützt und welche eventuell nur seltenen Nebenwirkungen auftreten.

Impfstoff "Sputnik V"  | AP

Über 40.000 freiwillige sollen in den kommenden Wochen mit dem russichen Corona-Impfstoff "Sputnik V" geimpft werden. Bild: AP

Nach Angaben von Gesundheitsminister Michail Muraschko sollen landesweit 40.000 Menschen an den Tests teilnehmen. Parallel dazu sollten bald auch die Impfungen von Risikogruppen beginnen. Vor allem Klinikpersonal und Lehrern soll demnach das Vakzin gespritzt werden - den Angaben nach freiwillig. Die Impfung besteht dem Ministerium zufolge aus zwei Teilen: Nach der ersten Spritze bekommen die Freiwilligen nach 21 Tagen eine zweite. Mehrere Politiker in Russland haben sich nach eigener Darstellung bereits impfen lassen, darunter Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Kremlsprecher Dmitri Peskow ließ offen, ob sich auch Präsident Wladimir Putin impfen lassen wird.

9.9.2020 • 14:57 Uhr

Impfstoffentwicklung: Papst warnt vor Wirtschaftsinteressen

Papst Franziskus hat vor dem Einfluss von Wirtschaftsinteressen bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs gewarnt. Bei der Generalaudienz im Vatikan warnte er vor denjenigen, die sich "mögliche Lösungen wie im Fall der Impfstoffe aneignen wollen, um sie dann an andere zu verkaufen". Das Streben nach politischen und wirtschaftlichen Vorteilen drohe, bei der Suche nach Impfstoffen gegen das Coronavirus bestehende Spaltungen zu vertiefen. Die durch die Pandemie ausgelöste Krise treffe alle Menschen, sagte das katholische Kirchenoberhaupt im Damasus-Hof vor mehreren Hundert Gläubigen.

Die Krise habe gezeigt, dass Gesundheit nicht nur ein individuelles sondern auch ein öffentliches Gut sei. Gesunde Gesellschaften sorgten sich um die Gesundheit aller ihrer Mitglieder. Franziskus wird am 3. Oktober in Assisi eine Enzyklika unterzeichnen, in der es auch um die Folgen der Corona-Pandemie gehen dürfte.

9.9.2020 • 14:36 Uhr

Corona-Pandemie verlangsamt Klimawandel nicht

Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge hat die Corona-Pandemie kaum positive Effekte auf den Klimawandel. Zwar seien die weltweiten Kohlenstoffdioxid-Emissionen im April angesichts der Corona-Beschränkungen um rund 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, hieß in dem von mehreren UN-Organisationen in New York veröffentlichten Bericht. Schon Anfang Juni hätten die täglichen CO2-Emissionen aber nur noch rund fünf Prozent unter denen von 2019 gelegen. Für das Gesamtjahr prognostizieren die Autoren eine Minderung von vier bis sieben Prozent gegenüber den Vorjahreswerten.

Indian laborers carry firewood, as smoke rises from a bricks factory on the outskirts of Jammu, India | AP

Trotz der Corona-Pandemie ist die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre weiter gestiegen. Bild: AP

Allerdings sei die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre unterdessen weiter gestiegen. Daran werde wahrscheinlich auch die leichte Minderung der Emissionen in diesem Jahr nur wenig ändern. Der Klimawandel sei unvermindert fortgeschritten, sagte Petteri Taalas, Chef der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Die Jahre 2016 bis 2020 würden wahrscheinlich zur wärmsten Fünfjahresperiode seit Beginn der Aufzeichnungen - mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 1,1 Grad Celsius über dem der Zeit zwischen 1850 und 1900 und 0,24 Grad Celsius über dem der Jahre 2011 bis 2015.

2020 sei bislang ein "so nie da gewesenes Jahr für die Menschen und den Planeten", sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Er fordert, die Erholung von der Pandemie als echte Gelegenheit zum Aufbau einer besseren Zukunft zu nutzen.

9.9.2020 • 13:53 Uhr

US-Virologe Fauci: Unterbrechung von Impfstoff-Test ist nicht ungewöhnlich

Amerikas Top-Virologe Anthony Fauci hat sich zur Entscheidung des Pharmakonzerns AstraZeneca geäußert, die weltweiten Versuche mit ihrem Coronavirus-Impfstoff zu unterbrechen. Das sei zwar bedauerlich, aber keine ungewöhnliche Sicherheitsvorkehrung in einem Impfstoff-Entwicklungsprozess, sagte Fauci in einem Interview mit dem US-Hörfunk- und Fernsehsender "CBS".

US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci spricht bei einer PRessekonferenz in Washington. | AP

"Hoffentlich finden sie den Grund und können dann mit der Studie fortfahren", sagte US-Gesundheitsexperte Fauci (Archivfoto) zur Entscheidung des Pharmakonzerns AstraZeneca die weltweiten Impf-Versuche zu unterbrechen. Bild: AP

9.9.2020 • 13:07 Uhr

Pauschale Reisewarnung für gut 160 Länder endet Ende September

Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird am 30. September enden. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen.

9.9.2020 • 13:02 Uhr

Papst trägt erstmals eine Maske in der Öffentlichkeit

Nach der Generalaudienz am Mittwoch steigt Papst Franziskus in ein Auto, nimmt einen weißen Mund-Nasen-Schutz und legt ihn sich an. Es ist das erste Mal, dass sich das katholische Kirchenoberhaupt mit Schutzmaske zeigt. Das private katholische Mediennetzwerk "ACI Stampa" fotogarfierte ihn und verbreitete die Aufnahme via Twitter. Bislang war der Papst bei öffentlichen Auftritten und Begegnungen stets ohne Schutzmaske zu sehen. Auch Gäste, die ihn begrüßten, trugen meist keine Maske, wurden jedoch unmittelbar zuvor kontrolliert und mussten sich die Hände desinfizieren.

9.9.2020 • 12:35 Uhr

Bundeskabinett verlängert Hilfen für Solo-Selbstständige

Das Bundeskabinett hat die Corona-Hilfen für Solo-Selbstständige und für Sozialunternehmen bis zum Jahresende verlängert. Seit März können Kleinstunternehmer leichter die Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) bekommen. Die sonst übliche Vermögensprüfung ist weitgehend ausgesetzt, und die Kosten für Wohnung und Heizung werden übernommen, selbst wenn sie nach geltendem Recht zu hoch sind.

9.9.2020 • 12:27 Uhr

EU-Kommission will 200 Millionen Dosen Impfstoff ordern

Die EU-Kommission will dem Mainzer Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer 200 Millionen Dosen eines potenziellen Corona-Impfstoffs abnehmen. Zusätzlich soll es eine Option zum Erwerb von weiteren 100 Millionen Dosen geben, wie die EU-Kommission und die Unternehmen mitteilten. Die Lieferung könnte nach Angaben der Firmen Ende 2020 starten, sofern der Impfstoffkandidat zuvor von den Behörden zugelassen wird. Die EU würde im Erfolgsfall die Verteilung an die Mitgliedsstaaten übernehmen.

9.9.2020 • 12:09 Uhr

Trier sagt Karnevalsstart ab

Eine große Veranstaltung zum Start der Karnevalssession am 11.11. wird es in Trier wegen der Corona-Pandemie nicht geben. Auch die Eröffnungs-Gala im Januar 2021 sei abgesagt, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK), Andreas Peters. Das hätten Vertreter der angeschlossenen 17 Vereine "schweren Herzens" beschlossen. Es sei nicht möglich, diese Veranstaltungen unter den aktuellen Corona-Vorgaben zu Abstand und Hygiene anzubieten. Ziel der öffentlichen Veranstaltungen sei, die Bevölkerung mit einzubeziehen.

Auch für die Feiern an Weiberfastnacht und Rosenmontag sehe es nach aktuellem Stand "schlecht aus".

9.9.2020 • 12:03 Uhr

DFB bedauert Nachteile für Amateure im Pokal

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bedauert die Nachteile für die Amateurvereine in der ersten Pokalrunde und hofft trotz der anhaltenden Corona-Krise auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. "Der DFB-Pokal lebt von den Geschichten und Emotionen, die gerade bei den Begegnungen in der ersten Runde zwischen Amateuren und Profis seit vielen Jahrzehnten die Fans in ganz Deutschland begeistern", sagte DFB-Vizepräsident Peter Frymuth der Nachrichtenagentur dpa. Aber auch in diesem Wettbewerb seien die Auswirkungen der Pandemie zu spüren.

Wegen der Corona-Auswirkungen verzichten gleich elf unterklassige Teams aus der Regionalliga oder Oberliga auf ihr Heimrecht in den Erstrundenspielen gegen Proficlubs. Als Gründe nannten die Vereine finanzielle und organisatorische Schwierigkeiten. Die Möglichkeit zum Tausch hatte das DFB-Präsidium explizit für diese Saison geschaffen, um so schwer kalkulierbare Belastungen für die Amateure zu vermeiden. "Wir sind froh, dass wir den Wettbewerb in dieser speziellen Situation trotzdem durchführen können und hoffen, dass wir schon bald wieder unter annähernd normalen Bedingungen Pokalspiele erleben können, damit der Wettbewerb wieder seinen gewohnten Reiz erhält", sagte Frymuth.

9.9.2020 • 11:56 Uhr

Offenbar will auch Mexiko russischen Impfstoff kaufen

Russland hat einem Insider zufolge ein zweites Abnehmerland für seinen potenziellen Corona-Impfstoff "Sputnik-V" gefunden. Mexiko werde 32 Millionen Dosen kaufen, sagt eine in das Geschäft eingeweihte Person. Als erstes Land hatte Kasachstan eine Vereinbarung zum Kauf von zunächst mehr als zwei Millionen Dosen geschlossen.

Mit "Sputnik-V" hat Russland im August als erstes Land einen Impfstoff registriert, allerdings ohne dass vorher eine großangelegte Studie stattgefunden hätte.

9.9.2020 • 11:29 Uhr

Mehr als 18.000 Corona-Tote in Russland

In Russland ist die Zahl der Corona-Toten binnen eines Tages um 142 auf nunmehr 18.135 gestiegen. Zudem wurden nach Angaben der Behörden 5218 Neuinfektionen bestätigt. Insgesamt gibt es damit in dem Land 1.041.007 Fälle. Das ist die vierthöchste Zahl weltweit.

9.9.2020 • 10:21 Uhr

Ex-Regierungschef Berlusconi kämpft gegen "höllische Krankheit"

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich erstmals nach seiner Infektion mit dem Coronavirus zu Wort gemeldet und Parteikollegen vom Kampf gegen die"höllische Krankheit" berichtet. "Ich gebe alles und hoffe, dass ich bald wieder zurück bin", sagte Berlusconi laut Nachrichtenagentur Ansa bei einer Telefonkonferenz mit Mitgliedern seiner Partei Forza Italia. "Ich kämpfe, um dieser höllischen Krankheit zu entkommen."

Silvio Berlusconi | AFP

Der 83-jährige Ex-Regierungschef Berlusconi (Archivbild) wird seit vergangenem Freitag im Mailänder Krankenhaus San Raffaele behandelt. Bild: AFP

9.9.2020 • 10:14 Uhr

ARD-Jugendmedientag für Schulklassen findet im Netz statt

Der ARD-Jugendmedientag findet in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie online statt. Am 10. November können Schülerinnen und Schüler bundesweit an Live-Vorträgen, Interviews, interaktiven Diskussionen und Web-Workshops mit Medienexperten teilnehmen, kündigte Intendant Tom Buhrow in Köln an.

In den Web-Talks geht es unter anderem um Themen wie "Hate Speech", "Diversity in den Medien", "Verschwörungsmythen" oder Faktencheck". In Web-Workshops geben Medientrainer aller ARD-Sender Tipps zu Fragen wie "Wie mache ich eine gute Instagram-Story?", "Wie entsteht ein TV-Film?" oder "Wie mache ich meinen eigenen Podcast?". Wenn es coronabedingt möglich sei, würden einzelne Landesrundfunkhäuser auch Medien-Coaches direkt in Klassen schicken, hieß es.

9.9.2020 • 09:53 Uhr

Neuseeland will strikte Einreisesperre aufheben

Neuseeland will seine strikte Corona-Einreisesperre lockern, die seit dem 19. März besteht. Ab Oktober dürften unter anderem Lebenspartner von neuseeländischen Bürgern und Menschen mit gültigem Arbeitsvisum wieder ins Land, sagte Einwanderungsminister Kris Faafoi. Alle Ankommenden müssen aber 14 Tage in Isolation.

9.9.2020 • 09:34 Uhr

Bahn sieht kein erhöhtes Infektionsrisiko in Zügen

Bahnfahrer sind einer Charité-Studie zufolge keinem erhöhten Corona-Risiko ausgesetzt. Bei einer Untersuchung von Zugbegleitern mit häufigem Kundenkontakt und einem Vergleich zu anderen Bahn-Berufsgruppen sei dies nachgewiesen worden, teilten Deutsche Bahn und Charité mit.

In der Studie wurden 600 Zugbegleiter für IC und ICE getestet und die Ergebnisse mit denen von etwa genauso vielen Lok-Führern und Werkstatt-Mitarbeitern mit deutlich weniger Kontakten verglichen. Bei allen Getesteten sei lediglich ein Corona-Fall eines Werksmitarbeiters registriert worden. Bei den Zugbegleitern hatten 1,3 Prozent Antikörper im Blut - sie hatten also schon einmal eine Infektion mit dem Virus. In der Vergleichsgruppe war der Anteil gut doppelt so hoch.

"Wir müssen weiter achtsam sein, aber es gibt keinen Grund zur Sorge vor Bahnreisen", sagte Personenverkehrs-Vorstand Berthold Huber. Bislang liegen Tests an 1072 Mitarbeitern von Ende Juni und Anfang Juli vor. Weitere Tests sind im Oktober und Februar geplant - in der Erkältungs- und Grippesaison. Erst danach ist die Studie abgeschlossen.

Schaffner kontrolliert Reisende

Laut einer noch laufenden Studie der Deutschen Bahn wurden bei Zugbegleitern seltener Antikörper gefunden als bei Beschäftigten im Innendienst.

9.9.2020 • 08:33 Uhr

Pandemie kostet Autobranche weltweit fast elf Milliarden Euro

Die Corona-Krise hat die Autobranche weltweit Milliarden gekostet und tief in die roten Zahlen gedrückt. Einer Analyse des Beratungsunternehmens EY zufolge summierten sich die operativen Verluste der 17 größten Autokonzerne im zweiten Quartal auf fast elf Milliarden Euro - nach knapp 22 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal des Vorjahres.

Nur sechs Hersteller verbuchten keine roten Zahlen, einzig Tesla schnitt im Zeitraum April bis Juni sogar besser ab als im Vorjahr. Vor sinkenden Umsätzen konnte sich der Analyse zufolge keiner der Hersteller im zweiten Quartal retten. Die drei deutschen Hersteller Volkswagen ( Minus 37 Prozent), Daimler (Minus 29 Prozent) und BMW (Minus 22 Prozent) lagen im Mittelfeld.

9.9.2020 • 08:25 Uhr

Neuer Rekordwert in Israel

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel steigt immer weiter. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden am Vortag 3496 neue Fälle registriert. Den zweiten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert in dem Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Montag hatte es 3425 neue Fälle gegeben. Allerdings ist auch die Zahl der Corona-Tests deutlich höher als zuvor - am Dienstag waren es 43.199.

Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsministerium mit, der Corona-Beauftragte Ronni Gamzu, Gesundheitsminister Juli Edelstein sowie sechs weitere ranghohe Mitarbeiter müssten sich in Corona-Quarantäne begeben. Sie seien mit einem Corona-Kranken in Kontakt gewesen.

Am Dienstagabend waren in 40 besonders betroffenen Ortschaften nächtliche Ausgangssperren in Kraft getreten. Die Menschen dürfen sich dort von 19 Uhr abends bis 5 Uhr morgens nicht mehr als 500 Meter weit entfernt von ihrem Zuhause aufhalten.

Da in den Synagogen nur maximal zwanzig Personen gleichzeitig zugelassen sind, beten ultraorthodoxe Juden im Vorgarten. | dpa

Da in den Synagogen nur maximal zwanzig Personen gleichzeitig zugelassen sind, beten ultraorthodoxe Juden im Vorgarten. Bild: dpa

9.9.2020 • 07:53 Uhr

Viele Unternehmen wollen nicht mehr an Fachmessen teilnehmen

Die schwer gebeutelten Messegesellschaften müssen sich auch nach dem Ende der Pandemie auf ein schwieriges Geschäft einstellen. 39 Prozent der deutschen Industriefirmen, die bislang auf Fachmessen ausgestellt haben, wollen ihre Teilnahme verringern, ergab eine Umfrage des Ifo-Instituts. Nur zwei Prozent wollen künftig häufiger an Messen teilnehmen, während 59 Prozent ihr Engagement nicht verändern wollen.

Wegen Corona wurden in diesem Jahr traditionelle Großevents wie die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin abgesagt. Die Frankfurter Buchmesse findet nur virtuell statt.

9.9.2020 • 07:42 Uhr

Chinas größte Luft- und Raumfahrtmesse abgesagt

Chinas größte Luft- und Raumfahrtmesse im südlichen Zhuhai findet dieses Jahr wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nicht statt. Das teilen die Veranstalter mit. Die Airshow, die alle zwei Jahre auf dem Programm großer Aussteller steht und normalerweise auch Branchengrößen wie Airbus, Boeing und die Commercial Aircraft Corp of China anzieht, soll statt im November nun erst 2022 wieder abgehalten werden.

9.9.2020 • 07:17 Uhr

Berufseinsteiger trotz Corona optimistisch

Auch in der Corona-Krise haben viele Berufsanfänger einer Umfrage zufolge keine Angst vor Arbeitslosigkeit. Demnach fürchten lediglich zehn Prozent, in den nächsten Jahren keinen Job zu finden. Allerdings sind viele offenbar knapp bei Kasse: Nur 16 Prozent sind zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Das hat die repräsentative Befragung von 1043 Berufseinsteigern durch das Meinungsforschungsinstitut Yougov ergeben. Gleichzeitig sagte nur ein gutes Drittel (34 Prozent), dass ihnen ein hohes Gehalt wichtig sei. Größere Bedeutung haben demnach ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit (48 Prozent) sowie nette Kolleginnen und Kollegen (47 Prozent).

9.9.2020 • 07:14 Uhr

Bei infizierten Schwangeren steigt Risiko einer Frühgeburt

Andere Symptome und ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt: Experten haben mögliche Folgen einer Corona-Infektion bei schwangeren Frauen untersucht. Eine verfrühte Geburt ist demnach bei ihnen wahrscheinlicher. Bei infizierten Schwangeren werde also öfter eine Schwangerschaft eingeleitet und/oder der Säugling per Kaiserschnitt früher geholt, erläutern Forscher im Fachmagazin "BMJ". Sie erklärten aber auch, dass die Rate spontaner Frühgeburten - also frühzeitig einsetzende Wehen - kaum höher liegt.

"Akute Infektionen haben in der Spätphase der Schwangerschaft häufig das Risiko einer verfrühten Geburt", erklärte die Virologin Susanne Modrow, die mit einem Forscherteam vom "WHO Collaborating Centre for Global Women’s Health" an der University of Birmingham die Ergebnisse von insgesamt 77 Studien zusamengetragen hat.

9.9.2020 • 06:30 Uhr

NRW-Kommunalwahl: Wähler sollen Stift mitbringen

Mit rund 14 Millionen Wahlberechtigten sind die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am Sonntag der größte Urnengang des Jahres - und der erste mit umfassenden Corona-Auflagen. Zwar lächeln in den Städten des einwohnerstärksten Bundeslands wie gewohnt die Kandidaten von Wahlplakaten, doch pandemiebedingt mussten die Parteien diesmal auf große öffentliche Wahlkampfveranstaltungen verzichten. Auch in den Wahlkabinen gelten am Sonntag wegen Corona neue Regeln: In den NRW-Wahllokalen herrscht Maskenpflicht, Wähler sollen darüber hinaus zum Ankreuzen ihren eigenen Stift mitbringen.

Wegen der Corona-Pandemie dürfte zudem die Zahl der Briefwähler deutlich steigen. Die Millionenstadt Köln beispielsweise bereitet sich auf eine Rekordbriefwahl vor: Bislang gingen mehr als 230.000 entsprechende Anträge bei der Stadt ein - das entspricht rund einem Viertel aller Kölner Wahlberechtigten. In der Domstadt wird die Briefwahl in zwei eigens dafür vorbereiteten Messehallen ausgezählt.

9.9.2020 • 05:48 Uhr

1176 Neuinfektionen und neun weitere Todesfälle

Deutschland verzeichnet 1176 neue positive Coronavirus-Tests binnen 24 Stunden. Damit steigt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 253.474. Etwa 228. 000 Menschen haben die Infektion überstanden. Weitere neun Menschen sind an den Folgen oder mit dem Virus verstorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle beläuft sich nach Angaben des RKI auf 9338.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstag bei 1,10 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,98 (Vortag: 0,95). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

9.9.2020 • 04:53 Uhr

Fahrradhandel erwartet Umsatzplus

Der Fahrradhandel in Deutschland rechnet dank der hohen Nachfrage nach Rädern, E-Bikes und Reparaturen in der Corona-Krise weiter mit guten Geschäften. Angesichts der guten Auftragslage in vielen Betrieben erwartet der Verband des Deutschen Zweiradhandels VDZ für 2020 ein Gesamtumsatzplus im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr mit 6,3 Milliarden Euro.

Die gute Lage der Fahrradbranche ist für viele Kunden allerdings mancherorts mit langen Wartezeiten auf Modelle und Reparaturen verbunden. Der Rückstau könne laut VDZ aber kaum kurzfristig abgebaut werden, da vielen Händlern noch Fachkräfte im Service fehlen. "Ich kenne keinen Fahrradhändler, der nicht noch Fachkräfte und Auszubildende in der Werkstatt sucht", sagte VDZ-Vorstandsmitglied Tobias Hempelmann.

9.9.2020 • 02:58 Uhr

Lage der Schulen - erneut ein Thema im Kanzleramt

Zu den Herausforderungen der Schulen unter Corona-Bedingungen soll es erneut ein Spitzengespräch im Kanzleramt geben. Nach Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch) ist für den 21. September ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und den Kultusministern der Länder geplant. Schwerpunkt des Treffens soll demnach sein, technische und organisatorische Voraussetzungen für eine möglichst rasche Digitalisierung aller Schulen zu schaffen.

9.9.2020 • 02:09 Uhr

UNICEF: Kindersterblichkeit gesunken - aber Sorgen in Corona-Pandemie

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF weltweit so wenige Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen gestorben wie nie zuvor seit Beginn der Statistiken. 5,2 Millionen Kinder seien 2019 weltweit an vermeidbaren Ursachen gestorben, teilte UNICEF mit. 1990 seien es noch 12,5 Millionen Kinder gewesen.

Die Coronavirus-Pandemie habe in diesem Jahr aber zu großen Störungen in den Gesundheitssystemen geführt und gefährde die erzielten Fortschritte, hieß es weiter. "Ohne dringend benötigte Investitionen, um die gestörten Gesundheitssysteme wieder hochzufahren, könnten Millionen von Kindern unter fünf Jahren - vor allem Neugeborene - sterben", sagte UNICEF-Chefin Henrietta Fore.

Eine UNICEF-Studie in 77 Ländern habe ergeben, dass mehr als zwei Drittel davon zumindest teilweise Störungen bei Gesundheitschecks und Impfungen für Kinder beobachteten. Das liege unter anderem daran, dass viele Gesundheitseinrichtungen geschlossen seien oder Eltern diese aus Sorge vor einer Ansteckung mit ihren Kindern nicht aufsuchten. Besonders betroffen seien etwa Afghanistan, Bolivien, Libyen, der Sudan und Pakistan.

9.9.2020 • 01:58 Uhr

AstraZeneca setzt Tests von Corona-Impfstoff aus

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca hat seine Studien an einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus auf Eis gelegt. Man müsse den Fall eines Probanden untersuchen, bei dem eine gravierende Nebenwirkung aufgetreten sei, hieß es. Die Gesundheitsnachrichten-Webseite "Stat News" berichtet unter Berufung auf eine Sprecherin des Unternehmens von mutmaßlichen schwerwiegenden Nebenwirkungen. "Der Standard-Prozess hat eine Impfpause ausgelöst, um die Überprüfung der Sicherheitsdaten zu ermöglichen," wird die Sprecherin weiter zitiert.

Der unter "AZD1222" bekannte experimentelle Impfstoff befindet sich in Großbritannien, Brasilien und Südafrika in späten klinischen Studien und gilt bislang als einer der führenden Kandidaten bei der Entwicklung einer wirksamen Impfung gegen das Coronavirus.

9.9.2020 • 01:44 Uhr

England verbietet Treffen von mehr als sechs Leuten

Angesichts steigender Infektionsraten verschärft Großbritannien seine Regeln für soziale Kontakte. Wie Premierminister Boris Johnson ankündigte, sind ab Montag in England nur noch Gruppen von bis zu sechs Menschen erlaubt. Das Verbot gilt sowohl für Außen- als auch Innenräume. Derzeit liegt die Obergrenze bei 30 Menschen. 

Die Sechs-Personen-Regel ist allerdings mit einer Reihe von Ausnahmen versehen. Sie gilt nicht für Schulen, Arbeitsplätze, Hochzeiten und Beerdigungen sowie Mannschaftssport, der entsprechend den Hygiene-Auflagen organisiert wird.  Bei Verstößen gegen die Regel droht eine Geldstrafe von 100 Pfund (110 Euro). Bei wiederholten Verstößen kann die Strafe auf bis zu 3200 Pfund steigen.

Die Infektionsraten waren in Großbritannien - wie auch in anderen Teilen Europas - zuletzt wieder deutlich gestiegen. In den vergangenen Tagen wurden im Vereinigten Königreich täglich fast 3000 neue Ansteckungsfälle registriert. Seit Beginn der Pandemie wurden in Großbritannien insgesamt mehr als 350.000 Infektionen verzeichnet. Die Zahl der dort gezählten Todesopfer der Pandemie liegt bei über 41.500 - das ist die höchste Zahl in Europa.

9.9.2020 • 01:34 Uhr

Mehr als 14.000 Neuinfektionen in Brasilien

Binnen 24 Stunden haben sich in Brasilien 14.279 nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 4,162 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 504 auf 127.464 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

9.9.2020 • 01:26 Uhr

Schnelltest soll Antigene in 15 Minuten nachweisen

Das Biotechnologieunternehmen Qiagen kündigt einen portablen Corona-Schnelltest an. Dieser soll mittels eines kleinen digitalen Testsystems Antigene bei Menschen mit aktiven Infektionen innerhalb von 15 Minuten nachweisen und durchschnittlich rund 30 Abstriche pro Stunde verarbeiten können, wie das Management mitteilte. Der Test soll spätestens im vierten Quartal 2020 eingeführt werden.