Ein Sarg wird getragen und neben weitere in eine Kirche in Seriate gestellt. | dpa

Liveblog zum Coronavirus Weltweit mehr als 40.000 Tote

Stand: 31.03.2020 23:11 Uhr

Weltweit stieg die Zahl der Virus-Toten auf mehr als 40.000. In Frankreich, Spanien und Großbritannien starben an einem Tag mehr Menschen als je zuvor. Russland schickt Hilfe in die USA. Die Entwicklungen im Liveblog.

  • USA jetzt mit mehr Corona-Toten als China
  • Traurige Rekordzahlen in Frankreich, Großbritannien und Spanien
  • VW verlängert Werksschließung bis 19. April
  • 470.000 Betriebe haben Kurzarbeit angekündigt
  • 68.000 Infektionen und 682 Tote in Deutschland
  • Fußball-Bundesliga pausiert bis zum 30. April
  • Kaum noch Intensivbetten in den Niederlanden
01:04 Uhr

Das war es für heute

Damit schließen wir das Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

23:11 Uhr

Obama kritisiert Trump

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat seinen Nachfolger Donald Trump wegen der Coronavirus-Pandemie kaum verhohlen kritisiert - und gleichzeitig dessen Klimapolitik ins Visier genommen. Alle hätten auf allzu furchtbare Weise die Folgen dessen gesehen, dass einige die "Warnungen vor einer Pandemie" ignoriert hätten, schrieb Obama auf Twitter. "Wir können uns keine weiteren Folgen der Leugnung des Klimawandels mehr erlauben." Alle US-Bürger, insbesondere die jüngeren, müssten von der Regierung eine bessere Politik verlangen und im Herbst zur Wahl gehen. Obama meldet sich nur selten bei innenpolitischen Themen zu Wort und pflegt damit die bei Ex-Präsidenten übliche Zurückhaltung.

22:59 Uhr

Raketenfabrik baut jetzt Beatmungsgeräte

Das israelische Verteidigungsministerium hat eine Raketenproduktionsstätte für die Herstellung von Beatmungsgeräten umgerüstet. Die Produktionsstätte in einer Fabrik der staatlichen Israel Aerospace Industries habe bereits die ersten 30 Beatmungsgeräte hergestellt, teilte das Ministerium mit. Mit diesen sollen Coronavirus-Patienten behandelt werden. Israel Aerospace rechnet damit, Hunderte Beatmungsgeräte pro Woche herzustellen. Die Produktionsstätte wird gewöhnlich für die Herstellung des Raketenabwehrsystems Arrow, Satelliten und dergleichen genutzt.

22:47 Uhr

Musiker sammeln Millionen für Corona-Kampf

Ein von Popstar Elton John angeführtes Benefizkonzert hat acht Millionen Dollar (7,3 Millionen Euro) für den Kampf gegen das Coronavirus eingesammelt. Bei dem einstündigen Konzert wurden Stars wie Billie Eilish, Mariah Carey und Alicia Keys von zu Hause zugeschaltet. Die Spenden werden an die Hilfsorganisation Feeding America und die Stiftung First Responders Children's Foundation gehen.

Derweil erhöhte auch die Sängerin Rihanna ihre Spenden im Kampf gegen das Virus. Ihre Stiftung Clara Lionel Foundation gibt zusätzlich zu den in der vergangenen Woche verkündeten fünf Millionen Dollar eine weitere Million Dollar. Die Stiftung von Rapper Jay-Z legte den gleichen Betrag drauf; die zusammen zwei Millionen Dollar sollen unter anderem an die Kinder von Ersthelfern sowie Alte und Wohnungslose in New York City und Los Angeles fließen. Rihannas vorher gespendete fünf Millionen Dollar sollten unter anderem an Essenstafeln und die Ausbildung von Mitarbeitern im Gesundheitswesen gehen.

22:33 Uhr

Haseloff: Ostdeutsche besser für Krise gewappnet

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sieht Ostdeutsche besser für den Umgang mit der Corona-Krise gewappnet als Westdeutsche. Ältere Ostdeutsche seien "sturmerprobt, was Ausnahmesituationen betrifft", sagte Haseloff der Zeitung "Die Welt". Zudem sei die Fähigkeit zur Improvisation im Osten stärker ausgeprägt als im Westen. Laut Haseloff gibt es im Osten weniger Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen als im Westen. Staatliche Autorität werde auf dem Gebiet der ehemaligen DDR offenbar stärker akzeptiert als in der alten Bundesrepublik, wo die Individualrechte aus gutem Grund immer hochgehalten und auch stark gelebt worden seien.

22:14 Uhr

Hundehalter protestieren gegen Ausgangssperre in Serbien

In Serbien protestieren Zehntausende Hundebesitzer gegen die besonders strenge Ausgangssperre. Sie fordern, jeden Abend zumindest eine halbe Stunde lang mit ihren Hunden Gassi gehen zu dürfen, berichten serbische Medien. Eine Petition an Regierungschefin Ana Brnabic haben demnach schon mehr als 37.000 Menschen unterzeichnet. Serbiens Regierung hat wegen der Pandemie den Notstand ausgerufen und besonders strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Werktags gilt zwischen 17 und 5 Uhr eine komplette Ausgangssperre, an den Wochenenden sogar schon ab 15 Uhr. Eine Ausnahme für Hundebesitzer, die in dieser Zeit anfangs noch eine Stunde nach draußen durften, wurde inzwischen abgeschafft.

21:57 Uhr

Jeder vierte Arzt in Großbritannien krank

Ärzte in Großbritannien schlagen Alarm. Wie die Ärzteorganisation Royal College of Physicians mitteilte, ist jeder vierte Mediziner des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS inzwischen "krank oder in Isolation". In Kliniken und bei Hausärzten fehlt es laut Ärztegewerkschaft British Medical Association an Ausrüstungen wie Masken und Einmal-Handschuhen. Krankenschwestern hatten berichtet, dass sie ohne Schutz Patienten versorgen mussten. Ein großes Problem ist zudem, dass viel zu wenig Beatmungsgeräte bereitstehen.

21:45 Uhr

Russland schickt Hilfe in die USA

Russland bereitet einen Hilfsflug in die USA vor. Die Maschine mit medizinischer Ausrüstung und Schutzkleidung soll laut Kreml in den kommenden Stunden starten. Angesichts der "schrecklichen epidemiologischen Situation" habe Russland diese Hilfe angeboten, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Präsident Wladimir Putin und sein US-Kollege Donald Trump hatten am Montag miteinander telefoniert. Das Angebot kommt überraschend, weil die Beziehungen zwischen Moskau und Washington seit Jahren angespannt sind.

21:33 Uhr

Feldlazarett im Maracanã-Stadion

In Rio de Janeiro ist damit begonnen worden, das legendäre Maracanã-Stadion zu einem Feldlazarett umzubauen. Beim Stadion, wo Deutschland 2014 Fußball-Weltmeister geworden ist, werden 400 Betten eingerichtet. Die meisten der 20 Clubs der ersten brasilianischen Fußball-Liga haben bereits ihre Stadien für die Behandlung von Corona-Patienten bereitgestellt. Im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas gibt es bislang 4715 bestätigte Corona-Infektionsfälle und 168 Todesopfer. 

Das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro wird für die Unterbringung von Coronavirus-Patienten vorbereitet. | REUTERS

Der Ort des letzten WM-Triumphes der deutschen Nationalmannschaft: Das legendäre Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro wird für die Unterbringung von Coronavirus-Patienten vorbereitet. Das Foto zeigt einen Parkplatz beim Stadion. Bild: REUTERS

21:14 Uhr

Kein Profi-Fußball in Niederlanden bis zum Juni

Der niederländische Profifußball steht bis zum 1. Juni still. Das teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Abend mit. Die Regierung hatte die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf den 28. April verlängert. Aber genehmigungspflichtige Veranstaltungen bleiben nach Darstellung von Rutte bis zum 1. Juni verboten. Der Premier zählte dazu ausdrücklich die Spiele der beiden Profiligen im Fußball. Auch ohne Publikum werde nicht gespielt.

21:00 Uhr

Rund 500 weitere Tote in Frankreich

In Frankreich ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten drastisch gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 499 neue Todesfälle zu verzeichnen gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon. Damit starben bisher die meisten Menschen an einem Tag seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Frankreich. Insgesamt gab es 3523 Todesopfer. Fast 23.000 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, mehr als 5000 davon auf Intensivstationen, sagte Salomon. Er betonte, dass gut 34 Prozent der Patienten in Intensivbehandlung jünger als 60 Jahre seien.

20:49 Uhr

Äthiopien verschiebt Parlamentswahl

Äthiopien verschiebt seine für August geplante Parlamentswahl. Die Corona-Pandemie mache die Vorbereitungen für die Wahl unmöglich, teilte die Wahlkommission mit. Der seit 2018 amtierende Ministerpräsident Abiy Ahmed hat weitreichende Reformen durchgeführt und erhielt vergangenes Jahr den Friedensnobelpreis.

20:38 Uhr

Virus an Bord eines US-Flugzeugträgers

Das Coronavirus breitet sich weiter unter der Besatzung des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" aus. Die Streitkräfte prüften eine Evakuierung des Schiffs, die Situation weise jedoch "einmalige Umstände" auf, sagte Marineminister Thomas Modly. Ein hochgerüstetes und nuklearbetriebenes Schiff könne nicht einfach komplett evakuiert werden. Zudem gebe es auf der Pazifikinsel Guam, wo der Flugzeugträger derzeit vor Anker liege, nicht genügend Kapazität, um die mehr als 4000 Besatzungsmitglieder unterzubringen. Medienberichten zufolge gab es an Bord des Schiffs bislang mindestens 100 bestätigte Infektionen.

Flugzeugträger | null

Auf dem US-Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" (Archivbild) sind aktuell mehr als 4000 Besatzungsmitglieder - Medienberichte zufolge soll es mindestens 100 bestätigte Infektionen geben.

20:27 Uhr

Guterres: Internationaler Kampf zu langsam

UN-Generalsekretär António Guterres ist unzufrieden mit der globalen Antwort im Corona-Kampf. "Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen", sagte er. Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet. Die Welt stehe vor der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie werde eine Rezession bringen, "die in der jüngsten Geschichte wahrscheinlich keine Parallele hat", sagte Guterres.

20:15 Uhr

Weltweit mehr als 40.000 Corona-Todesfälle

Weltweit sind jetzt mehr als 40.000 Menschen an dem Coronavirus gestorben. Fast drei Viertel der Todesfälle wurden in Europa registriert. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität infizierten sich rund um den Globus mehr als 826.000 Menschen mit dem Erreger (Stand 20 Uhr), davon mehr als die Hälfte in Europa. Von den bestätigten 40.708 Todesfällen wurden fast 30.000 in Europa registriert. Mit 12.428 Toten ist Italien das am stärksten betroffene Land, gefolgt von Spanien mit 8269 Todesfällen. In Deutschland wurden 68.180 Infektionen und 682 Todesfälle gemeldet. Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen gibt nur einen Teil der tatsächlichen Fälle wieder, da zahlreiche Länder nur testen, wenn Betroffene im Krankenhaus behandelt werden müssen.

20:03 Uhr

101-Jährige übersteht Corona-Infektion

Gute Nachrichten aus den Niederlanden: Dort ist eine 101-Jährige von einer Corona-Infektion genesen. Die Frau war für knapp zwei Wochen in ein Krankenhaus in Den Haag gekommen, das sie nun wieder verlassen konnte. Ältere Menschen gehören zur Risikogruppe, die üblicherweise von einer besonders hohen Sterblichkeit im Falle einer Infektion bedroht ist.

19:51 Uhr

Niederlande verlängern Ausgangsbeschränkungen

Die Niederlande haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie bis zum 28. April verlängert. "Wir wissen, dass das viel verlangt ist, aber es ist echt nötig", sagte Ministerpräsident Mark Rutte. Ursprünglich sollten die vor etwa zwei Wochen verhängten Maßnahmen bis zum 6. April gelten. Erste Ergebnisse im Kampf gegen die Pandemie seien zu sehen. "Aber wir haben es noch nicht geschafft", warnte Rutte.

Schulen, Restaurants, Cafés, Museen und Friseure bleiben geschlossen, öffentliche Veranstaltungen verboten. Bürger dürfen sich höchstens zu dritt zugleich in der Öffentlichkeit aufhalten. Sie sollen möglichst zu Hause bleiben. In den Niederlanden sind 1039 Menschen an dem Coronavirus gestorben, 12.595 Fälle wurden registriert.

19:46 Uhr

Schleswig-Holstein untersagt Besuche in Kliniken und Pflegeheimen

Zum Schutz der Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Patienten in Kliniken vor dem Coronavirus hat das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium Besuche dort mit sofortiger Wirkung verboten. Das gelte auch für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, teilte das Ministerium mit. "Insbesondere Familien bitte ich dafür um Verständnis und eine konsequente Einhaltung, denn es geht um die Gesundheit ihrer Angehörigen." Die bisherige Regelung, dass Angehörige einmal täglich besucht werden durften, sei damit hinfällig. Ausnahmen von dem Betretungsverbot dürfen die Einrichtungen nur nach strenger Prüfung im Einzelfall zulassen.

19:37 Uhr

Alternative TV-Show zum ESC am 16. Mai

Statt des abgesagten Eurovision Song Contest soll eine alternative Fernsehshow Europa miteinander verbinden. Die Show mit dem Titel "Europe Shine a Light" soll am 16. Mai um 21 Uhr in ganz Europa ausgestrahlt werden, teilte die Europäische Rundfunkunion mit. Das Erste sendet sie in Deutschland. Die Show werde ohne Publikum gemacht.

Die 41 Sänger und Sängerinnen - 40 aus Europa und einer aus Australien - die eigentlich in Rotterdam auftreten sollten, sollen in der alternativen TV-Show gemeinsam einen früheren Songfestival-Hit singen - allerdings jeder in seinem eigenen Land. Das Finale des ESC sollte am 16. Mai in der niederländischen Hafenstadt stattfinden, ist aber wegen der Corona-Krise abgesagt worden.

19:31 Uhr

Bayreuther Festspiele abgesagt

Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele mit. Die für diese Saison geplante Neuproduktion "Der Ring des Nibelungen" könne voraussichtlich erst im Jahr 2022 Premiere feiern. Die bereits für 2020 gekauften Karten blieben für die Festspiele 2021 gültig.

19:14 Uhr

Gefängnisstrafen für Corona-Aprilscherze

Mehrere Staaten stellen Aprilscherze über die Pandemie unter Strafe. Thailand verweist auf Gesetze, die bis zu fünf Jahre Gefängnis vorsehen, Taiwans Präsidentin Tsai Ing Wen spricht von bis zu drei Jahren. Der Internetkonzern Google hat bereits seine traditionellen Scherze für dieses Jahr abgesagt. Das Bundesgesundheitsministerium bittet darum, "auf erfundene Geschichten zu der Coronavirus-Thematik zu verzichten", um der Gefahr von Falschinformationen zu begegnen.

19:01 Uhr

London bittet Teamärzte von Fußballclubs um Hilfe

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hat der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan die Fußballclubs aus der britischen Hauptstadt um Hilfe gebeten. Er schrieb Briefe unter anderem an den FC Chelsea und den FC Arsenal. Darin bat er die Vereine, dem nationalen Gesundheitsdienst NHS ihre Teamärzte und ihr medizinisches Personal zur Verfügung zu stellen. Darüberhinaus äußerte Khan die Bitte, Stadien, Trainingsanlagen und Parkplätze für die Einrichtung voraussichtlich notwendiger Feldkrankenhäuser nutzen zu dürfen. Der FC Chelsea lässt bereits NHS-Mitarbeiter kostenlos im vereinseigenen Hotel direkt neben dem Stadion wohnen. Auch das Stadion von Tottenham Hotspur wird umfangreich genutzt.

Das Stadion der Tottenham Hotspurs nach Aussetzen der Premier League (Archivbild 15. März 2020) | Action Images via Reuters

Die Londoner Premier-League-Clubs wurden gebeten, ihre Stadien (hier das von Tottenham Hotspur) und auch Teamärzte zur Bekämpfung der Corona-Krise zur Verfügung zu stellen. Bild: Action Images via Reuters

18:47 Uhr

Italien: Welle verlangsamt sich, aber viele Tote

In Italien wächst der Optimismus, dass ein Abebben der Corona-Welle in Sicht kommen könnte: Die Zahl der Neuinfektionen stieg erneut nur moderat an. Allerdings blieb die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden mit 837 weiter hoch. Es wurden gut 2000 mehr Infizierte gemeldet. Damit wurden insgesamt 105.792 Menschen positiv getestet. Die Zahl der Toten kletterte auf 12.428, sie bleibt damit die höchste weltweit. Der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes ISS, Silvio Brusaferro, sagte: "Die Kurve der Neuinfektionen zeigt, dass wir ein Plateau erreicht haben. Die Maßnahmen, die der Staat ergriffen hat, zeigen Wirkung. Aber das Plateau zu erreichen, bedeutet nicht, dass das Ziel erreicht ist. Denn jetzt geht es darum, dass der Abstieg beginnt." In Italien gelten seit dem 10. März strenge Ausgangsbeschränkungen.

18:34 Uhr

Mehr Tote in den USA als in China

In den USA ist die Zahl der Corona-Todesopfer auf mehr als 3500 gestiegen und hat damit Chinas offizielle Zahl von 3300 überschritten. Insgesamt sind in den USA nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mehr als 165.000 Corona-Fälle nachgewiesen - mehr als in jedem anderen Land.

18:23 Uhr

New Yorks Gouverneur: "Haben das Virus unterschätzt"

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York hat im Kampf gegen Corona Versäumnisse eingestanden. "Wir haben das Virus unterschätzt. Es ist stärker und gefährlicher als wir erwartet haben", sagte Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. Die Zahl der Corona-Toten in New York kletterte auf 1550 von 1218 am Vortag. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt bei rund 75.0000. Zugleich wurde bekannt, dass auch der Bruder des Gouverneurs, der CNN-Moderator Chris Cuomo, positiv getestet wurde.

18:15 Uhr

Turkmenistan will Wort "Coronavirus" nicht mehr erwähnen

Das autoritär geführte Turkmenistan in Zentralasien will offenbar das Coronavirus aus dem täglichen Sprachgebrauch verdrängen - notfalls auch mit Staatsgewalt. Das Wort sei bereits aus Informationsbroschüren der Behörden über die Krankheit gestrichen worden, berichteten mehrere unabhängige Medien. Selbst wer die Pandemie in Privatgesprächen erwähne, könne festgenommen werden. Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte, die staatlich kontrollierten Medien dürften das Coronavirus nicht mehr erwähnen. "Die Weigerung, Informationen herauszugeben, gefährdet die Menschen in Turkmenistan", teilte die Organisation mit.

18:06 Uhr

381 weitere Tote in Großbritannien

In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 381 Menschen am Coronavirus gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 1789. Es ist die bislang mit Abstand höchste Opferzahl für einen Tag. Am Vortag waren 180 Tote gezählt worden. Die Zahl der Infizierten stieg um mehr als 3000 auf 25.150 Menschen an. In Großbritannien sind unter anderem Premierminister Boris Johnson, Gesundheitsminister Matt Hancock und Thronfolger Prinz Charles positiv getestet worden.

17:56 Uhr

Junge in Kenia wegen Ausgangssperre erschossen

Bei der Durchsetzung einer nächtlichen Ausgangssperre zur Eindämmung des Coronavirus in Kenia ist ein 13-jähriger Junge von der Polizei erschossen worden. Wie die kenianische Tageszeitung "Daily Nation" berichtete, hatten Polizisten am Montagabend in einem Slum der Hauptstadt Nairobi mit scharfer Munition geschossen, um Passanten zu zerstreuen. Dabei wurde der Junge von einer Kugel in den Unterleib getroffen. Die Eltern des Jungen berichteten der Zeitung, der Schüler habe auf dem Balkon gespielt, als ihn die Kugel traf. Er starb später im Krankenhaus. Der Polizeichef ordnete eine Untersuchung an.

17:47 Uhr

27 Infizierte in Obdachlosenheim in Riga

In einem Obdachlosenheim in Lettlands Hauptstadt Riga ist eine große Anzahl an Coronavirus-Infektionen aufgetreten. In dem Heim wurden 27 Fälle durch Test bestätigt. Infiziert sind sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter. Das gesamte Heim mit 100 untergebrachten Menschen wurde für 14 Tage unter Quarantäne gestellt.

17:37 Uhr

Trump wirbt für billionenschweres Infrastruktur-Programm

US-Präsident Donald Trump wirbt für ein weiteres Infrastruktur-Programm mit einem Volumen von zwei Billionen Dollar (1,8 Billionen Euro). Ein solches Paket müsse "sehr groß" und "mutig" sein, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln und die "einst großartige Infrastruktur unseres Landes" wieder aufzubauen, forderte Trump über Twitter. Ein solches Programm sollte Trump zufolge angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise das vierte Rettungspaket sein. Der US-Kongress hat seit Anfang März bereits drei Maßnahmenpakete im Umfang von mehr als zwei Billionen Dollar beschlossen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abzufedern.

17:26 Uhr

Kassenärzte-Chef: Maskenpflicht ist "reine Symbolpolitik"

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hält nichts von einer Maskenpflicht in der Corona-Krise. "Die Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes ist reine Symbolpolitik", sagte Gassen dem "Handelsblatt". "Sie vermittelt eine trügerische Sicherheit, hilft aber so gut wie gar nicht." Höherwertige Masken wiederum, die tatsächlichen Infektionsschutz bieten, würden aufgrund ihrer Knappheit derzeit dringend für medizinisches Personal gebraucht. Gassen verwies außerdem darauf, dass neben der Tröpfchen- auch die Schmierinfektion über Oberflächen möglich sei. "Was hilft, ist Abstand und Hygiene."

17:14 Uhr

Von der Leyen warnt vor Falschnachrichten

Im Kampf gegen Fake News rund am das Coronavirus nimmt EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen soziale Netzwerke wie Facebook in die Pflicht und warnt vor Falschmeldungen. "Die sozialen Medien müssen ihre Daten mit Faktencheckern und Wissenschaftlern teilen. Das würde helfen, gefährliche Gerüchte frühzeitig aufzuklären", sagte die CDU-Politikerin. Es gebe einen massiven Anstieg solcher Nachrichten. Auf einer Webseite der EU-Kommission können verdächtige Inhalte geprüft werden. "Vertrauen Sie dem gesunden Menschenverstand und journalistischer Sorgfalt in den Qualitätsmedien", riet von der Leyen. "Desinformation kann Leben kosten." Der ARD-faktenfinder und weitere journalistische Projekte klären kontinuierlich mit Faktenchecks über Falschmeldungen auf.

16:59 Uhr

VW verlängert Werksschließung bis 19. April

Volkswagen verlängert die Schließung der Werke seiner Kernmarke in Deutschland um weitere zehn Tage. Statt wie zuletzt geplant bis zum 9. April soll die Fertigung nun bis zum 19. April ausgesetzt bleiben. VW hat Kurzarbeit für Zehntausende Beschäftigte angezeigt.

VW-Logo | FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

Bild: FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

16:44 Uhr

Kaum noch Intensivbetten in den Niederlanden

In den Niederlanden ist die Zahl erfasster Todesopfer auf 1039 gestiegen. Das sind 175 mehr als am Vortag. Die Zahl registrierter Infektionen stieg um 845 auf 12.595. Die Behörden gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten und Toten aus. In den Niederlanden werden nur ernsthaft Erkrankte auf das Virus getestet. Auf den Intensivstationen sei die Kapazität der verfügbaren Intensiv-Betten fast ausgeschöpft, erklärten die Gesundheitsbehörden.

16:31 Uhr

Auch Brandenburg verlängert Beschränkungen

Auch Brandenburg verlängert die Kontaktbeschränkungen um zwei Wochen und führt Bußgelder für Verstöße ein. Die Ausgangsbeschränkungen, die bislang bis zum 5. April galten, müssten "leider weiter gelten bis zum 19. April", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke. Außerdem sollen ab Donnerstag Bußgelder bis zu 25.000 Euro für Verstöße gegen die Regelungen verhängt werden. Viele Menschen hielten sich zwar an die Kontaktbeschränkungen, sagte Woidke. Es würden jedoch auch immer wieder Verstöße festgestellt.

Die Höhe der Bußgelder beginne bei 50 Euro, sagte Innenminister Michael Stübgen. Wer illegale Veranstaltungen organisiere, müsse mit bis zu 10.000 Euro Bußgeld rechnen, für die Teilnahme könnten bis zu 500 Euro verhängt werden. Unter die Kontaktverbote fielen auch private Osterfeiern im größeren Familienkreis außerhalb des Haushalts, betonte Stübgen: "Ostern wird für niemanden so sein, wie wir es kennen und wie wir es mögen."

Zuvor hatten auch Sachsen, Bayern und das Saarland die Ausgangsbeschränkungen über Ostern hinaus verlängert. Auch Berlin, wo die Beschränkungen bis Sonntag befristet sind, plant eine Verlängerung.

16:23 Uhr

Jetzt 18 Tote in Wolfsburger Pflegeheim

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Pflegeheim ist ein weiterer Mensch gestorben. Die Zahl der Corona-Toten stieg damit auf 18. In der Einrichtung für demenzkranke Menschen haben sich insgesamt 74 Bewohnerinnen und Bewohner infiziert. Insgesamt leben dort zurzeit 145 Frauen und Männer. Das Haus ist neben dem Seniorenheim St. Nikolaus in Würzburg die bundesweit am stärksten betroffene Einrichtung für alte Menschen. In Würzburg starben bislang 16 Menschen.

16:15 Uhr

Russischer Arzt infiziert - Kontakt mit Putin

Einer der wichtigsten Corona-Ärzte in Russland, der erst kürzlich mit Präsident Wladimir Putin Kontakt hatte, ist positiv getestet worden. Der Leiter des Moskauer Kommunarka-Krankenhauses, Denis Prozenko, habe sich infiziert, berichteten staatliche Medien. Putin hatte das in der Behandlung von Corona-Patienten führende Krankenhaus vor wenigen Tagen noch besucht und sprach dabei auch mit Prozenko. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, es bestehe kein Grund zur Sorge: Putin lasse sich regelmäßig testen.

Vladimir Putin schüttelt Denis Protsenko die Hand | via REUTERS

Denis Prozenko ist einer der wichtigsten Ärzte im Kampf gegen das Coronavirus in Russland. Er hatte kürzlich noch Kontakt mit Präsident Wladimir Putin. Nun ist er positiv getestet worden. Bild: via REUTERS

15:49 Uhr

BA-Chef: Zahl der Arbeitslosen wird deutlich zunehmen

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet im April als Folge der Virus-Krise mit einer deutlichen Zunahme der Arbeitslosenzahl. "Wir gehen zur Zeit davon aus, dass die Arbeitslosigkeit um 150.000 bis 200.000 Menschen gestiegen ist", sagte BA-Chef Detlef Scheele.

Üblich ist im April ein jahreszeitlich bedingter Rückgang der Zahl. Die März-Zahlen der BA bilden die Krise noch nicht ab, weil der Zähltag am 12. März war und damit vor der Verschärfung der Virus-Krise lag.

Es sei derzeit zu erkennen, dass Arbeitslosigkeit vor allem in der Gastronomie und im Tourismus unausweichbar ist, so Scheele. Dort verfügten viele Betriebe nicht über ausreichende Rücklagen, um ihre Leute halten zu können.

15:35 Uhr

DFL-Chef: Geregelte Fußball-Saison erst wieder 2021/22

Angesichts der massiven Einschränkungen durch die Coronavirus-Epidemie rechnet DFL-Chef Christian Seifert auch für die kommenden Saison mit erheblichen Spielplanänderungen und schließt auch Europapokalspiele am Wochenende offenbar nicht mehr aus. Für die kommende Spielzeit sei unter den Ligen und internationalen Verbänden "große Flexibilität und Entgegenkommen" gefordert.

"Eine geregelte Saison wird es erst wieder 2021/22 geben." so der DFL-Chef. Die Profi-Clubs hatten zuvor eine Bundesliga-Pause bis mindestens zum 30. April beschlossen. Mannschaftstraining soll frühestens wieder am 5. April stattfinden.

15:26 Uhr

Griechenland: Frau aus Flüchtlingslager positiv getestet

Eine Frau aus einem Flüchtlingslager in Griechenland ist nach der Geburt ihres Kindes positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Wie das Migrationsministerium in Athen mitteilte, lebt die Frau in einem Flüchtlingslager auf der Insel Euböa nördlich von Athen. Getestet wurde sie nach der Geburt in einem Krankenhaus der Hauptstadt.

Unklar ist derzeit, ob sie sich in der Frauenklinik oder in dem Flüchtlingslager angesteckt hat. Ein Virus-Test bei einem Mitbewohner der Frau fiel den Angaben zufolge negativ aus. Die Sorge ist groß, dass sich das Coronavirus auch in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland ausbreiten könnte.

15:23 Uhr

Landesweite Schweigeminute in Italien

Italien hat in einer Schweigeminute seiner Toten durch die Coronavirus-Pandemie gedacht. Bis zum Mittag wurden in Italien mehr als 11.500 Opfer gezählt, die meisten weltweit. Ihnen und ihren Familien zu Ehren wurden am Mittag im ganzen Land die Fahnen auf halbmast gesetzt.

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi während der Schweigeminute. | AFP

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi während der Schweigeminute. Bild: AFP

15:08 Uhr

Seehofer will medizinische Grundversorgung per Gesetz sicherstellen

Bundesinnenminister Horst Seehofer will ein Gesetz zur medizinischen Grundversorgung auf den Weg bringen, um sicherzustellen, dass in Deutschland im Fall einer Epidemie genügend Schutzkleidung und Ausstattung wie Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen. "Es nutzt uns nichts, wenn wir darauf angewiesen sind, Produkte aus China zu bekommen", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Deshalb brauche es ein Gesetz "zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung bei Medizinprodukten". 

Seehofer forderte auch eine Eigenverantwortung der Firmen, um die Corona-Krise zu bewältigen. "Da ist auch die Wirtschaft gefordert, jetzt eine Notfallsversorgung für die Bevölkerung zu organisieren." Dem US-Weg, Firmen wie den Autokonzern General Motors zu verpflichten, Beamtungsgeräte zu produzieren, wollte sich Seehofer aber nicht anschließen.

14:49 Uhr

Fußball-Spielbetrieb bleibt bis mindestens zum 30. April ausgesetzt

In der Bundesliga und 2. Liga wird aufgrund der Corona-Epidemie mindestens bis zum 30. April kein Fußball gespielt. Das haben die 36 Profi-Clubs im Rahmen einer virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga auf Empfehlung des DFL-Präsidiums beschlossen.

Das bislang letzte Bundesliga-Spiel fand am 11. März statt - das ursprünglich geplante Saisonende am 16. Mai ist längst nicht mehr zu halten.

14:35 Uhr

Spahn: Fast die Hälfte der Intensivbetten frei für Corona-Patienten

Rund 45 Prozent der bestehenden Intensivbetten in Deutschland sind nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn derzeit frei für die Behandlung von Coronavirus-Patienten. Diese freien Kapazitäten seien etwa durch die Verschiebung von planbaren Operationen geschaffen worden, so der CDU-Politiker.

Insgesamt gibt es in Deutschland nach offiziellen Angaben rund 28 000 Intensivbetten. Die Krankenhäuser sollen nach einer Einigung von Bund und Ländern diese Kapazitäten verdoppeln, um besser für die Behandlung vieler schwer erkrankter Patienten mit dem Coronavirus gerüstet zu sein.

Eine Krankenschwester bereitet ein Bett an der Universitätsklinik in Essen vor | AFP

Bett auf der Isolierstation der Universitätsklinik Essen Bild: AFP

14:33 Uhr

Sachsen verlängert Ausgangsbeschränkungen

Nach anderen Bundesländern hat auch Sachsen die Ausgangsbeschränkungen verlängert - zunächst bis zum 20. April. Am Montag hatten bereits Bayern und das Saarland ihre Maßnahmen bis 19. beziehungsweise 20. April verlängert. In anderen Ländern waren sie bereits von vornherein bis zum Wochenende nach Ostern terminiert.

14:27 Uhr

Heil: Kurzarbeit vor allem im Handel und im Gastgewerbe

"Das Kurzarbeitergeld wirkt", sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Wieviele Menschen letztlich Kurzarbeitergeld bekämen, lasse sich aber noch nicht abschätzen. Er gehe davon aus, dass es "deutlich mehr" würden als bei der Finanzkrise vor zehn Jahren. Im Frühjahr 2009 lag das Hoch bei 1,4 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Nach Angaben von Heil kommen derzeit vor allem aus dem Bereich Gastgewerbe und Handel viele Kurzarbeitsankündigungen.

14:17 Uhr

470.000 Betriebe haben Kurzarbeit angekündigt

Bundesweit haben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 470.000 Betriebe Kurzarbeit wegen des Coronavirus angekündigt. Mit der Anzeige von Kurzarbeit starten die Betriebe das formale Verfahren, damit Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Die Anzeigen kämen aus nahezu allen Branchen, teilte die Behörde mit.

Wie viele Arbeitnehmer in den Betrieben davon betroffen sein werden, erfasst die Bundesagentur in ihrer Statistik erst, wenn tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Die Bundesregierung rechnet mit über zwei Millionen Beschäftigten, die in diesem Jahr auf Kurzarbeitergeld angewiesen sein werden.

14:01 Uhr

849 Tote binnen 24 Stunden in Spanien

Spanien hat einen traurigen Rekord verbucht: Innerhalb von 24 Stunden wurden 849 Covid-19-Todesfälle verzeichnet - so viele wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Insgesamt sind in dem Land fast 8200 Menschen an der Erkrankung gestorben. In Madrid musste ein weiteres Gebäude zum Leichenhaus umfunktioniert werden. Bereits seit Tagen wird die 1800 Quadratmeter große Eisfläche der Madrider Eishalle für die Aufbahrung der Toten genutzt, denn die Bestattungsunternehmen sind völlig überlastet.

13:51 Uhr

Scholz kündigt Produktion von Corona-Schutzmasken an

Der Bund will Unternehmen in Deutschland, die wegen der Corona-Krise kurzfristig in die Produktion von Schutzmasken einsteigen, vor finanziellen Risiken schützen. "Wir brauchen hierzulande eigene Produktionen, die wir jedenfalls für diese Zeit auf den Weg bringen müssen", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Es gebe bereits eine ganze Reihe von Herstellern, die zur Maskenproduktion bereit seien. "Das kann jetzt ganz schnell geschehen, und wir sind dabei, das mit großem Nachdruck umzusetzen."

Im Gegenzug gebe der Bund "Finanzzusagen, die erforderlich sind, damit Unternehmen jetzt gewissermaßen in das Risiko gehen, ihre Produktion umstellen und Dinge herstellen, die sie vielleicht nicht ewig herstellen werden", so Scholz. Er habe dies bereits mit Gesundheitsminister Jens Spahn besprochen. Darüber hinaus kooperiere die Bundesregierung beim Einkauf von Schutzausrüstungen inzwischen auch mit weltweit agierenden Unternehmen, damit die Beschaffungs verbessert werde.

13:32 Uhr

Forscher entwickeln Methode für höhere Testkapazitäten

Ein von Forschern in Frankfurt am Main entwickeltes Verfahren soll die Zahl der Tests auf das Coronavirus um ein Vielfaches erhöhen. Damit könne man in Deutschland 200.000 bis 400.000 Untersuchungen pro Tag durchführen, teilte das hessische Wissenschaftsministerium mit - bislang sind es rund 40.000 am Tag. Mit der Erhöhung sei kein Qualitätsverlust verbunden.

Die neue Methode setzt darauf, mehrere Proben gleichzeitig auf das Virus zu testen. Entwickelt wurde das Verfahren von einem gemeinsamen Team des Blutspendediensts des Deutschen Roten Kreuzes und des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Dies sei eine "großartige Entdeckung, die optimistisch stimmt, in Zukunft viel mehr Menschen testen zu lassen", erklärte Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn.

13:19 Uhr

Fahnen in Italien auf halbmast - Gedenken an Corona-Opfer

In Italien werden die Flaggen auf halbmast gesetzt | Italian Presidency via REUTERS

Man trauere mit den Familien, so der Präsidentenpalast. Italien beklagt mit etwa 11.500 weltweit die meisten Corona-Toten. Bild: Italian Presidency via REUTERS

13:05 Uhr

Verbraucherschützer knüpfen Anti-Corona-App an Bedingungen

Verbraucherschützer halten die Einführung einer Smartphone-App zur Bekämpfung der Corona-Pandemie unter bestimmten Bedingungen für sinnvoll. Eine solche Anti-Corona-App müsse "freiwillig, geeignet, nötig, verhältnismäßig und zeitlich befristet sein", forderte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller.

Verbraucher müssten selbst entscheiden können, ob sie ihre Daten weitergeben. Zudem dürften lediglich notwendige Daten erhoben und weitergegeben werden, forderte Müller. Eine Weitergabe an Unternehmen oder gar eine Änderung des Zwecks der Nutzung - beispielsweise für kommerzielle Zwecke - müsse ausgeschlossen sein. Die Daten sollten zudem "ausschließlich dem Gesundheitsschutz" dienen. Außerdem müsse die Speicherung der Daten zeitlich befristet sein. "Die Corona-Krise darf nicht als Einfallstor dienen, um Unternehmen neue Zugriffe auf private Daten zu geben", mahnte Müller.

12:25 Uhr

Zwölfjährige in Belgien gestorben - jüngstes Opfer in Europa

In Belgien ist ein zwölfjähriges Mädchen an Covid-19 gestorben. "Das ist ein sehr seltener Fall, aber er erschüttert uns sehr", sagte der für die Corona-Pandemie zuständige Behördensprecher in Brüssel. Demnach hatte das Kind zuvor drei Tage lang Fieber gehabt. In Belgien stieg die Zahl der offiziell bestätigten Infizierten auf 12.775; mehr als 700 Menschen starben - mehr als 90 Prozent von ihnen waren älter als 65 Jahre.

12:21 Uhr

Nach Kritik: China will Zählweise ändern

Regierungskritiker und internationale Beobachter bezweifeln die Angaben zur Zahl der Corona-Infizierten in China längst. Nun kündigte Peking an, dass ab Mittwoch auch asymptomatische Fälle in der täglichen Statistik der Neuinfektionen aufgeführt werden sollen. Bislang hatte China nachweislich Infizierte, die aber keine Symptome an Covid-19 zeigen, nicht bei den neu nachgewiesenen Ansteckungen mitgerechnet. Laut Gesundheitskommission stehen derzeit 1541 Menschen unter Beobachtung, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, aber keine Symptome zeigen. 

Seit Wochen gibt es in der Volksrepublik nach offiziellen Angaben kaum noch inländische Infektionen. Dafür steigt die Zahl sogenannter "importierter Fälle". Nach den offiziellen Zahlen sind bislang 3305 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen.

Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland  81.518 Infizierte registriert, von denen sich bislang mehr als 76.000 wieder erholt haben. Allerdings machen die Behörden keine Angaben dazu, wie viele Menschen täglich getestet werden. Zudem scheint unklar, inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage spiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist. Für Zweifel sorgt auch, dass China die Zählweise schon in den vergangenen Monaten mehrfach geändert hatte. 

12:06 Uhr

Epidemiologe: Maßnahmen lösen das Problem nicht, verschaffen aber Zeit

Martin Eichner ist Epidemiologe an der Universität Tübingen und hat zusammen mit dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg das interaktive Simulationsmodell CovidSIM entwickelt. Damit können Szenarien der Epidemie unter verschiedenen Voraussetzung durchgespielt werden. Im Interview mit tagesschau.de stellt er klar, was die aktuellen Maßnahmen aus seiner Sicht bedeuten.

11:36 Uhr

Corona beendet Aufschwung am Immobilienmarkt

Der jahrelange Immobilienboom in Deutschland findet einer Studie zufolge wegen der Corona-Krise ein vorläufiges Ende. "Angesichts der Schärfe der zu erwartenden Rezession gehen wir davon aus, dass der Aufschwung am deutschen Immobilienmarkt beendet ist", heißt es in der Untersuchung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Wie es dann weitergeht, ist dagegen sehr unsicher und hängt vom zeitlichen Verlauf der Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Eindämmung ab."

Viele Interessenten dürften angesichts der hohen Unsicherheit hinsichtlich Beschäftigung und Einkommensperspektiven zumindest kurzfristig den geplanten Wohneigentumserwerb oder den Umzug in eine neue Mietwohnung verschieben. "Vor allem in den teuren Lagen der Großstädte könnten daher die Wohnimmobilienpreise etwas nachgeben." Allerdings erwarten die Experten keine scharfe Preiskorrektur. "Gerade der deutsche Immobilienmarkt hat sich in der Vergangenheit im internationalen Vergleich als weniger volatil erwiesen", betonen sie. "Daher gehen wir auch diesmal davon aus, dass es insgesamt nur zu moderaten Wertrückgängen kommt."

11:22 Uhr

Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern

Die Verbraucherzentralen warnen angesichts der Corona-Pandemie vor Betrügern im Internet. "Extremsituationen verstärken gute und schlechte Verhaltensweisen. Einerseits beobachten wir in der Corona-Krise beeindruckende Wellen der Solidarität. Andererseits ruft die Krise auch Betrüger und windige Geschäftemacher auf den Plan, welche die Ängste und Sorgen der Menschen ausnutzen wollen, um sich zu bereichern", sagte der Vorstand des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Wir erhalten inzwischen täglich Hinweise von Verbrauchern im Zusammenhang mit der Corona-Krise." Es gebe Anbieter, die mit falschen Gesundheitsversprechen Kasse machen wollten. "Andere haben auf Online-Plattformen zum Beispiel eine Packung Toilettenpapier für 20 Euro oder einen Liter Händedesinfektionsmittel für 199 Euro angeboten. Daneben erhalten wir auch Hinweise auf vermutliche Fake-Shops, die Artikel wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel anbieten. Die Artikel seien angeblich vorrätig. Die Zahlung ist jedoch nur per Vorkasse möglich. Eine Lieferung erfolgt nicht. Die Betreiber der Shops sind nicht erreichbar und die Käufer erhalten das bezahlte Geld nicht zurück."

11:04 Uhr

Deutsche Touristen sitzen in Peru fest

In Peru sind noch etwa 2000 Deutsche gestrandet. Das südamerikanische Land hat rigorose Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verhängt.

10:39 Uhr

Wieler: Krankheit muss ernst genommen werden

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat die Bürger erneut aufgerufen, die Corona-Pandemie nicht zu unterschätzen. "Ich möchte alle Menschen bitten, diese Krankheit ernst zu nehmen", sagte Wieler auf einer Pressekonferenz. Aus einer Studie gehe hervor, dass nur 41 Prozent der Deutschen die Krankheit Covid-19 für gefährlich hielten.

Wieler wies darauf hin, dass die Strategie gegen das Coronavirus weiter Bestand habe: Eindämmung, Schutz der besonders gefährdeten Personen, Aufstockung der Kapazitäten. Die Pandemie gehe weiter und werde noch einige Wochen und Monate weitergehen. Grundsätzlich sei er optimistisch, dass die Maßnahmen wirken. Er gehe davon aus, dass bis Ostern "handfeste Zahlen" vorliegen, die Aussagen über einen Trend ermöglichen.

10:07 Uhr

Airbnb lässt Unterkünfte nun bis Ende Mai kostenlos stornieren

Die Vermittlungsplattform Airbnb kommt von der Corona-Krise betroffenen Reisenden weiter entgegen: Bis Ende Mai gebuchte Unterkünfte können kostenlos storniert werden. Die bisherige Ausnahmeregelung galt nur bis Mitte April. Zugleich macht Airbnb 250 Millionen Dollar locker, um Vermieter für die Ausfälle zumindest teilweise zu entschädigen, wie die Firma aus San Francisco ankündigte.

09:57 Uhr

Amazon-Angestellte protestieren gegen fehlenden Schutz vor Corona

In den USA haben Angestellte des Online-Handelsriesen Amazon gegen mangelhaften Schutz vor Corona-Infektionen während der Arbeit protestiert. Zwischen 50 und 60 Arbeiter schlossen sich am Montag in New York einer Kundgebung vor einem Amazon-Lager an. Sie forderten die Schließung und Desinfizierung des Gebäudes, nachdem ein Angestellter dort positiv auf das Virus getestet worden war.

Nach den Protesten wurde deren Organisator, Christian Smalls, von Amazon entlassen. Smalls hatte bei Twitter geschrieben, dass sich tausende Amazon-Angestellte in den Gebäuden des Online-Riesen mit dem Coronavirus ansteckten. Amazon bezeichnete die Anschuldigungen als "irreführend" und beteuerte, die Unternehmensführung habe "extreme" Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter vor der Pandemie getroffen. Die Entlassung von Smalls begründete Amazon mit dessen Teilnahme an dem Protest in New York, obwohl sein Arbeitgeber ihn zu häuslicher Quarantäne aufgefordert hatte.

09:41 Uhr

Zoos fordern Soforthilfen

Der Verband der Zoologischen Gärten hat ein Soforthilfe-Programm in Höhe von 100 Millionen Euro für mehr als 50 Zoos in Deutschland gefordert. In einem Brief wandte sich Verbandschef Jörg Junhold, selbst Zoodirektor in Leipzig, auch an Kanzlerin Angela Merkel und wies auf die Notwendigkeit sofortiger Unterstützung hin. "Anders als andere Einrichtungen können wir unseren Betrieb nicht einfach runterfahren - unsere Tiere müssen ja weiterhin gefüttert und gepflegt werden."

Nach Junholds Worten arbeiten Zoos derzeit ohne Einnahmen, aber mit gleichbleibend hohen Ausgaben weiter. Ein einzelner Zoo müsse in der aktuellen Krise einen wöchentlichen Umsatzverlust von etwa einer halben Million Euro verkraften.

Alpakas stehen in einem Gehege im Westküstenpark in Schleswig-Holstein  | dpa

Die Pandemie trifft Tierparks hart. Im Frühjahr legen sie sich sonst ein finanzielles Polster für den Winter an. Bild: dpa

09:16 Uhr

Armutsforscher fordert Rettungsschirm für die "Allerärmsten"

Der Armutsforscher Christoph Butterwegge hat höhere Hartz-IV-Sätze gefordert und vor einer "Verelendung" in Teilen der Gesellschaft gewarnt. "Von den Rettungspaketen für die Unternehmen kommt im Kellergeschoss der Gesellschaft wenig an", sagte der Kölner Politikwissenschaftler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Corona-Krise wirke "sich nicht allein auf die Immunschwachen, sondern auch auf die Einkommensschwachen fatal aus. Tafeln schließen und Bettler bekommen nichts mehr, weil die Straßen leer gefegt sind und alle eine Infektion fürchten. Damit wird die ohnehin brüchige Lebensgrundlage der Ärmsten vollends zerstört."

Butterwegge betonte: "Werden für die Allerärmsten, Obdachlose, Drogenabhängige und Transferleistungsbezieher keine Rettungsschirme aufgespannt, kann es in dieser Personengruppe zu einer seit der unmittelbaren Nachkriegszeit nie mehr gekannten Verelendung kommen."

08:54 Uhr

Infektionen in weiterem Altenheim in Niedersachsen

Die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in niedersächsischen Senioren- und Pflegeheimen nimmt weiter zu. In einer Einrichtung in Gadenstedt bei Peine steckten sich 13 der etwa 90 Bewohner sowie drei Beschäftigte mit dem Erreger an, wie ein Sprecher des Landkreises der "Peiner Allgemeinen Zeitung" sagte. Weitere Tests seien dort geplant. Zwölf der Infizierten würden isoliert betreut, eine betroffene Person sei zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden.

08:48 Uhr

Lambrecht: Corona-App nur bei freiwilliger Nutzung

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält die Nutzung einer Handy-App zur Feststellung von Coronavirus-Kontaktpersonen für denkbar. Dies müsse aber auf Freiwilligkeit beruhen, sagt die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk. Das Gute sei, dass es in der Bevölkerung eine ganz große Bereitschaft gebe, dies für eine bestimmte Zeit zu tun. Wichtig sei aber, dass der Umgang mit den Daten geklärt werde. Sie müssten anonymisiert und später schnell wieder gelöscht werden. Dann könne man die Bereitschaft für eine solche App deutlich steigern.

08:44 Uhr

Kriminologe warnt vor Zunahme von Spielsucht

Der Kriminologe Christian Pfeiffer befürchtet, dass viele Kinder und Jugendliche durch die Corona-Krise in die Computer-Spielsucht abdriften. "In Niedersachsen spielt jeder vierte männliche Jugendliche jeden Tag viereinhalb Stunden und mehr", sagte der frühere Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Das ist ein Problem, das sich jetzt durch Corona noch einmal verschärft."

Die Quote der Intensivspieler dürfte Pfeiffer zufolge beträchtlich wachsen. Damit gehe eine erhebliche Suchtgefahr einher, betonte der Kriminologe. Es gebe allen Grund zur Sorge, dass nach einer Phase des Intensivspielens in Zeiten von Corona ein beachtlicher Teil vor allem der Jungen in dieser Situation hängen bleibe.

08:13 Uhr

Jena plant Mundschutzpflicht

Die Stadt Jena hat angekündigt, eine Mundschutzpflicht einzuführen. "In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden", teilte die Stadt mit. Die Maßnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden. Ziel sei es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedeckten.

08:00 Uhr

Söder fordert "nationale Notfallproduktion" von Schutzmasken

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine "nationale Notfallproduktion" von Schutzmasken gefordert. "Was wir dringend brauchen sind mehr Masken und zwar die hochwertigen Masken für unser gesamtes Personal in den Krankenhäusern und Arztpraxen", sagte der CSU-Chef im ARD-Morgenmagazin.

Eine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wie in Österreich sei derzeit nicht geplant. Zuerst müsse man abwarten, ob die in Deutschland getroffenen Maßnahmen helfen.

07:50 Uhr

Lindner für freiwillige Apps im Kampf gegen Corona

FDP-Parteichef Christian Lindner plädiert dafür, den Einsatz digitaler Technik bei der Bekämpfung des Coronavirus zu verstärken. Ein erfolgversprechender Ansatz seien Apps, die die Bürger freiwillig installierten, sagte Lindner. Wenn jemand positiv auf das Virus getestet wurde, informierten solche Apps Personen, mit denen der Betroffene eine gewisse Zeit lang nah zusammen gewesen sei. Dies könne mittels Bluetooth-Technologie geschehen, ohne dass zentral Bewegungsprofile gespeichert würden.

"Datenschutz und Gesundheitsschutz sind kein Widerspruch", sagte Lindner. "Statt auf mehr Überwachung sollten wir vielmehr auf die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger setzen." Länder wie Singapur, zeigten, dass solche Apps funktionieren könnten, ohne dass eine staatliche Stelle personenbezogene Daten über ihre Bürger sammele. Eine App zur Nachverfolgung von Infektionsketten könne funktionieren, wenn möglichst viele Bürger mitmachten. "Sie müssen dem System vertrauen können." Es müsse daher vom Bundesbeauftragten für den Datenschutz und dem Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik genau geprüft werden.

07:38 Uhr

Kanada hilft Ureinwohnern beim Umzug in die Wildnis

Die kanadische Regierung hilft den Ureinwohnern des Landes dabei, sich in der arktischen Wildnis zu verteilen. Dafür sollen umgerechnet etwa 1,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, hieß es aus Ottawa. Viele Ureinwohner in dem Gebiet Nordwest-Territorien im Norden Kanadas lebten eng zusammen in großen Familienverbünden, weil es zu wenig Häuser und Wohnungen gebe, sagte Kami Kandola, Gesundheitsbeauftragter der Region.

Viele von ihnen wollen nun in Jagd- oder Fischerhütten in der Wildnis des Gebiets ziehen, wo sie besser voneinander Abstand halten können, um sich und andere so vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen. "Unsere Ältesten und Weisesten haben uns immer gesagt: Es wird ein Tag kommen, an dem wir auf das Land gehen müssen. Und jetzt ist dieser Tag", sagte Norman Yakeleya, Chef der Dene-Ureinwohner.

07:28 Uhr

Experten warnen vor Folgen psychischer Belastung

Die psychische Belastung der Bundesbürger durch die Coronavirus-Pandemie ist nach Ansicht von Experten in Krisenplänen noch nicht ausreichend berücksichtigt. "Die Fachleute müssen sich darauf einstellen, dass sowohl eine Welle von Gesunden kommen wird, die plötzlich Ängste hat, die behandelt werden müssen - als auch auf die Verschlechterung der Symptomatik von bereits psychisch Erkrankten", sagte die Berliner Psychiaterin Iris Hauth, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde.

In China hätten sich Krisentelefone als hilfreich erwiesen. Bereits psychisch erkrankte Menschen benötigten weitergehende Hilfen wie zum Beispiel Video-Sprechstunden. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat bereits eine anonyme und kostenlose Corona-Hotline geschaltet. Die aktuelle Situation löse Unsicherheit und Befürchtungen aus, hieß es vom Verband. Die Hotline mit der Nummer 0800 777 22 44 sei täglich von 8 bis 20 Uhr geschaltet.

07:13 Uhr

"Angehörige müssen sterbene Heimbewohner begleiten können"

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert, dass Angehörige sterbende Heimbewohner begleiten dürfen. "Da ist die Menschenwürde berührt. Es muss doch möglich sein, dass Familienmitglieder die Hand ihres sterbenden Vaters halten können, und wenn sie dabei Handschuhe tragen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Westerfellhaus wandte sich gegen pauschale Besuchsverbote, die die Betroffenen allein ließen. "Ich kann nicht zustimmen, dass man das Verbot in dieser wichtigen Phase so strikt durchsetzt. Das spricht gegen den gesunden Menschenverstand. Wenn sterbende Pflegebedürftige es wollen, dass Angehörige da sein können, dann muss man das möglich machen."

06:42 Uhr

Knapp 67.000 bestätigte Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infizierten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität auf 66.885 gestiegen, 645 Menschen seien bislang an einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

06:34 Uhr

Ende der Pandemie womöglich erst im Herbst?

Wissenschaftler der Universitäten Mainz und Hamburg rechnen damit, dass die Coronavirus-Pandemie in Deutschland nicht vor August oder September enden wird.

06:22 Uhr

Trump will Einreisestopp für Europäer verlängern

Ursprünglich war er auf einen Monat begrenzt, jetzt soll der Einreisestopp für Besucher aus Europa verlängert werden.

06:16 Uhr

USA schicken medizinische Hilfsmittel nach Italien

Die USA schicken nach Angaben von US-Präsident Donald Trump medizinische Hilfsmittel im Wert von 100 Millionen Dollar in das von der Coronavirus-Krise gezeichnete Italien. Er habe darüber gerade mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte gesprochen, sagte Trump am Montagabend bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Guiseppe war sehr, sehr glücklich." Trump kündigte an, nach Möglichkeit auch Beatmungsgeräte nach Italien, Frankreich und Spanien zu schicken.

04:53 Uhr

China meldet 48 weitere Infektionen

China hat 48 weitere Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Wie die Gesundheitskommission in Peking mitteilte, wurden sämtliche Fälle erneut bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Schon seit Wochen ist in der Volksrepublik fast ausschließlich von solchen "importierten Fällen" die Rede.

Die Ausbreitung im Inland ist dagegen nach offiziellen Angaben unter Kontrolle gebracht worden. Allerdings machen die Behörden keine Angaben dazu, wie viele Menschen täglich getestet werden. Zudem scheint unklar, inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage spiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist.