Vermummte Polizeibeamte vor dem Kölner Hauptbahnhof. | Bildquelle: dpa

Kölner Hauptbahnhof Geiselnahme beendet, Hintergründe unklar

Stand: 15.10.2018 20:44 Uhr

Ein Spezialeinsatzkommando hat eine Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof beendet. Beim Zugriff versuchte der Angreifer die Geisel anzuzünden, teilte die Polizei mit. Die Ermittler schließen einen versuchten Terroranschlag nicht aus.

Nach der Geiselnahme in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs hat die Polizei auf einer Pressekonferenz Details bekannt gegeben.

Demnach drang der mutmaßliche Täter zunächst in einen Schnellimbiss vor und zündete dort einen Molotow-Cocktail. Einer der Gäste, eine 14-jährige Jugendliche, wurde dabei verletzt.

Anschließend brachte er in einer nahegelegenen Apotheke eine Frau in seine Gewalt - ob es sich dabei um eine Mitarbeiterin oder eine Kundin handelte, ist unklar. Sie wurde im Lauf der Geiselnahme leicht verletzt.

Bei der Geiselnahme wollte der Angreifer den Angaben zufolge Gaskartuschen einsetzen: Am Tatort seien blaue Campinggaskartuschen und Brandbeschleuniger gefunden worden, von denen einige mit Klebeband verbunden gewesen seien, sagte ein Polizeisprecher.

Der Täter habe versucht, die Geisel anzuzünden, als ein Spezialeinsatzkommando (SEK) die Apotheke nach zwei Stunden stürmte und so die Geiselnahme beendete. Die Einsatzkräfte feuerten dabei zwei Blendgranaten ab.

Der Geiselnehmer sei beim Zugriff schwer verletzt zusammengesackt und werde gegenwärtig in einer Klinik notoperiert, hieß es. Er habe auch eine Schusswaffe bei sich gehabt - ob diese echt oder eine Nachbildung ist, ist noch unklar.

Polizei beendet Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof
tagesthemen 22:30 Uhr, 15.10.2018, Gudrun Engel, WDR

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Aufenthaltstitel von 55-jährigem Syrer am Tatort gefunden

Zur Identität des Täters teilten die Ermittler mit, in der Apotheke sei ein Ausweisdokument eines 55-jährigen Syrers sichergestellt worden, der einen Aufenthaltstitel der Stadt Köln besaß. Ob es sich bei der Person auch um den mutmaßlichen Täter handelt, sei jedoch noch nicht hundertprozentig sicher.

Auch über das Motiv der Tat machten die Behörden zunächst keine Angaben: Man ermittle in alle Richtungen. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen wegen versuchten Mordes, Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Man prüfe, inwieweit eine Abgabe des Falls an die Zentralstelle Terrorismusverfolgung geboten sei.

Den Angaben zufolge behauptete der Angreifer während der Tat, er gehöre zur Terrormiliz IS.

Die auf dem Ausweisdokument genannte Person sei seit 2016 verschiedentlich straffällig geworden, aber bislang nicht als islamistischer Terrorist in Erscheinung getreten, sagte ein Polizeisprecher.

Während der Geiselnahme gestrandete Reisende warten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs. | Bildquelle: dpa
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Während der Geiselnahme gestrandete Reisende warten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs.

Gesperrter Kölner Hauptbahnhof wieder freigegeben

Der Polizeieinsatz rund um die Geiselnahme hatte für ein Chaos auf den Bahnstrecken rund um die Millionenmetropole gesorgt. Der Bahnhof wurde evakuiert und war auch Stunden nach der Geiselnahme gesperrt, Züge wurden weiträumig umgeleitet, einige endeten vorzeitig. Der Bahnverkehr rund um den zentralen Knotenpunkt Köln kam nahezu zum Erliegen.

Hinzu kam, dass auch die Schnellstrecke nach Frankfurt nach einem ICE-Brand mehrere Tage gesperrt ist. Nach einer Schätzungen der Deutschen Bahn NRW waren Hunderte Züge von der stundenlangen Sperrung betroffen.

Inzwischen wurde der Kölner Hauptbahnhof wieder freigegeben, wie die Deutsche Bahn auf Twitter mitteilte. "Gleise 1 bis 9 wieder befahrbar", hieß es. Es komme aber weiterhin zu Verspätungen rund um den viel befahrenen Schienenknotenpunkt.

Der Bahnhof war wegen der Geiselnahme in einer Apotheke im Gebäude evakuiert und seit den Mittagsstunden gesperrt. Nach Schätzungen der Deutschen Bahn NRW waren Hunderte Züge von der stundenlangen Sperrung betroffen. Fernzüge, Regionalbahnlinien und S-Bahnen sollten umgeleitet werden. Einige Züge endeten vorzeitig.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Oktober 2018 um 20:00 Uhr.

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