Eine Laborantin sortiert Proben im Institut für Virologie an der Charité Berlin Mitte. | Bildquelle: dpa

Sechste Infektion bestätigt Kind in Bayern an Coronavirus erkrankt

Stand: 31.01.2020 17:38 Uhr

Im Deutschland gibt es einen weiteren bestätigten Coronavirus-Fall: Es ist das Kind eines bereits erfassten Kranken. Ärzte rechnen damit, dass die ganze Familie betroffen ist. Die Zahl der Infektionen dürfte weiter steigen.

In Bayern hat sich ein Kind nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es handelt sich um das fünfjährige Kind eines infizierten Mannes aus dem Landkreis Traunstein, wie das bayerische Gesundheitsministerium in München mitteilte.

Damit ist zum ersten Mal in Deutschland ein Familienmitglied eines Infizierten erkrankt. Neben dem Mann und dem erkrankten Kind sind auch seine Frau und zwei weitere Kinder der Familie in Trostberg im Krankenhaus.

Gesundheitszustände aller stabil

Vermutlich sei die ganze Familie an dem Virus erkrankt, sagte Chefarzt Thomas Glück. Die Testergebnisse stehen noch aus. Der Gesundheitszustand aller sei aber stabil. Die Kinder zeigten mildere Symptome.

Im Moment werden enge Kontaktpersonen der Familie aus dem Landkreis Traunstein ermittelt, erklärte der Leiter des zuständigen Gesundheitsamts, Wolfgang Krämer. Die Kliniken Südostbayern erklärten, alle drei Notaufnahmen der Standorte Ruhpolding, Traunstein und Trostberg seien gewappnet für weitere mögliche Fälle.

Coronavirus breitet sich weiter aus: Weitere Krankheitsfälle in Bayern
tagesschau 20:00 Uhr, 31.01.2020, Melanie Roth, BR

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Weitere Tests laufen

Der Vater der nun isolierten Famillie ist Mitarbeiter des oberbayerischen Autozulieferers Webasto in Starnberg. Dort war vergangene Woche eine infizierte Kollegin aus China zu Gast, die ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt hatte.

110 weitere Kontaktpersonen aus der Firma sollten auf das Virus getestet werden. Bis zum Mittag brachten diese Untersuchungen nach Angaben der Gesundheitsbehörden keinen weiteren positiven Befund. Das neuartige Virus 2019-nCoV breitet sich seit einigen Wochen rasant von der chinesischen Millionenmetropole Wuhan aus.

Suche nach einem Impfstoff

Forschungsinstitute rund um den Globus suchen mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Auch in Deutschland arbeiten mehrere Wissenschaftler daran, etwa die Tübinger Biotechfirma CureVac.

Dafür bekommt CureVac zusätzliche Gelder. Über die internationale Impfstoffinitiative CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations), an der auch Deutschland beteiligt ist, erhält das Unternehmen umgerechnet 7,5 Millionen Euro. Das Geld sei für die beschleunigte Impfstoffentwicklung und -herstellung sowie klinische Studien, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung beider Seiten.

CureVac-Vorstand Mariola Fotin-Mleczek sagte, innerhalb von 16 Wochen solle ein Impfstoff entwickelt und am Menschen getestet werden.

Karliczek mahnt zu Besonnenheit

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus zur Besonnenheit aufgerufen. Es sei verständlich, dass das Virus viele Menschen in Deutschland mit Sorge erfülle, wenn man sich die schnell steigenden Zahlen ansehe.

Trotzdem könne sie nur immer wieder sagen: "Wir müssen besonnen bleiben, und wir werden uns ganz gezielt auf die wissenschaftlichen Fakten konzentrieren."

Weltweit fast 10.000 Fälle

China - wo das Virus zum ersten Mal auftrat, - erlebte den größten Anstieg von Infektionen und Todesfällen innerhalb eines Tages. Die Zahl der Infizierten kletterte auf 9809, wie der chinesische UN-Botschafter Wang Qun mitteilte. Hinzu kämen 15.238 Verdachtsfälle. Die Zahl der Toten stieg um 42 auf 213. Mittlerweile sind in mehr als 20 weiteren Ländern rund 100 Fälle bekannt worden. 

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