Waldelefanten laufen durch eine Wasserstelle im Ivindo National Park | AFP

CITES-Konferenz in Panama Mehr Handelsverbote gegen das Artensterben

Stand: 25.11.2022 10:35 Uhr

Dutzende Hai- und Rochenarten unter Schutz, Handelsverbote für Elfenbein und das Horn des Nashorns - die CITES-Artenschutzkonferenz hat weitreichende Entscheidungen getroffen. Umweltschützer sind begeistert.

Von Anne Demmer, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Er wird gejagt wegen seiner kostbaren Stoßzähne aus Elfenbein: Der Waldelefant ist in Gefahr. Wegen Wilderei und Lebensraumverlust steht er auf der Roten Liste der bedrohten Arten in der höchsten von drei Gefährdungsstufen. In Afrika werden pro Jahr laut WWF 20.000 Elefanten gewildert. Während vier afrikanische Staaten alle Populationen ihrer Elefanten unter strengsten Schutz stellen wollten, forderten andere eine Öffnung des Handels. Der Antrag wurde abgelehnt, der kommerzielle internationale Handel bleibt verboten.

Anne Demmer

Elefanten helfen dem Klima

Die Sprecherin der Umweltschutzorganisation WWF, Rebecca Gerigk, begrüßt die Entscheidung. Jegliche Lockerung wäre kontraproduktiv. Der Waldelefant sei eine Art "Gärtner des Waldes", erklärt sie. "Das heißt, er sorgt dafür, dass Gräser und Büsche kleiner bleiben." Dadurch hätten Bäume mehr Licht und mehr Nährstoffe zum Wachsen und könnten somit mehr CO2 speichern.

Gleichzeitig werde es aber immer trockener, dadurch bekämen die Tiere Probleme, Nahrung zu finden. "Sie sind also dadurch, aber auch durch Wilderei zum Beispiel bedroht. Das wiederum heißt, dass sie die Wälder nicht mehr so halten können, dass sie besonders viel CO2 speichern. Das ist ein Kreislauf, der immer schlimmer wird."

"Gänsehaut" bei Entscheidung für mehr Schutz von Haien

Ein Meilenstein wurde auf der internationalen Artenschutz Konferenz CITES in Panama-Stadt für den Schutz der Haie gelegt. Sie werden wegen ihrer Flossen und ihres Fleisches gejagt. Häufig landen sie aber auch als Beifang im Netz. Der Bestand fast aller Hochseehaie ist in den letzten 50 Jahren um mehr als 70 Prozent gesunken.

Der neue Schutzstatus sei ein Riesenerfolg, sagt Gehrig. "Bei der Entscheidung hatten wir, glaube ich, alle Gänsehaut", berichtet sie. "Es wurde sich dafür ausgesprochen, dass drei ganze Familien von Haien und Rochen unter den Schutz des CITES-Abkommens aufgenommen werden." Sie dürften noch weiter gehandelt werden, allerdings nur, wenn dieser Handel die Bestände nicht gefährdet. "Und das ist ein Riesensprung für diese Meerestiere. Vor der Konferenz waren nur ungefähr 20 Prozent aller gehandelten Hai- und Rochenarten und unter dem Schutz des CITES-Abkommens. Jetzt sind es 90." Das sei ein gewaltiger Fortschritt.

Artenvielfalt gegen die Klimakrise

Von dieser Entscheidung ist der Präsident des Fischereiverbandes in Spanien, Javier Granat, nicht begeistert. Der Erhalt der Biodiversität sei zwar essenziell, betont er, "aber den Aspekt, den die Ökologen vergessen, ist, dass es nicht nur um den bloßen Schutz geht, sondern auch um Arbeitsplätze, die Generierung von Wohlstand und darum, dass die Menschen was zum Essen auf dem Tisch haben."

Heute geht die Internationale Artenschutzkonferenz zu Ende. Für WWF-Sprecherin Gerig war sie ein Erfolg. Nur mit einer breiten Artenvielfalt könne auch die Klimakrise aufgehalten werden.

Über dieses Thema berichtete am 25. November 2022 MDR Aktuell um 09:21 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.