Antonio Guterres und Wolodymyr Selenskyj | AP
Liveblog

Krieg gegen die Ukraine ++ Guterres reist in die Ukraine ++

Stand: 16.08.2022 23:04 Uhr

Am Donnerstag will der UN-Generalsekretär in Lwiw Präsident Selenskyj und den türkischen Staatschef Erdogan treffen. Der ukrainische Atomkonzern Enerhoatom meldet einen Cyberangriff auf seine Website. Der Liveblog vom Dienstag zum Nachlesen.

16.8.2022 • 23:03 Uhr

Ende des Liveblogs

Hiermit schließen wir unseren Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse!

16.8.2022 • 22:27 Uhr

Enerhoatom meldet "beispiellosen" russischen Cyberangriff

Der ukrainische Atomkonzern Enerhoatom ist nach eigenen Angaben Opfer eines "beispiellosen" russischen Cyberangriffs geworden, der aber keine "größeren" Auswirkungen gehabt habe. Er habe der Website des Unternehmens gegolten, sie sei "von russischem Territorium aus angegriffen worden" und habe drei Stunden gedauert. Die Attacke habe "keine größeren Auswirkungen auf das Funktionieren der Enerhoatom-Seite gehabt". 

Der Cyberangriff erfolgte inmitten der internationalen Sorge um das von Enerhoatom betriebene ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. Die russische Armee hält die Anlage seit März besetzt, seit Ende Juli wurde sie wiederholt beschossen. Kiew und Moskau machten sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Diese weckten Befürchtungen vor einer atomaren Katastrophe am größten Atomkraftwerk Europas.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

16.8.2022 • 22:05 Uhr

Kommandeur: Täglich bis zu 60.000 Schüsse auf ukrainische Truppen

Russische Truppen feuern nach Schätzungen des ukrainischen Oberkommandierenden Walerij Saluschnyj täglich 40.000 bis 60.000 Schuss Munition auf Stellungen der ukrainischen Armee ab. Am schwersten sei die Lage derzeit bei Donezk, wo die ukrainischen Stellungen bei Awdijiwka, Pisky und Marjinka unter heftigem Feuer liegen, schrieb Saluschnyj auf Facebook. Dies habe er auch dem kanadischen Generalstabschef Wayne Donald Eyre in einem Telefonat berichtet.

Auch der ukrainische Generalstab sprach in seinem Lagebericht für Dienstagabend von heftigen Angriffen auf ukrainische Stellungen am Nordwestrand der Separatistenhochburg Donezk. Weiter nördlich im Donbass bei Bachmut und Soledar sei es gelungen, russische Sturmangriffe abzuwehren. Der Feind habe sich unter Verlusten zurückziehen müssen. Unabhängige Bestätigungen für die Militärangaben gab es nicht.

Ein Luftwaffenstützpunkt bei Schytomyr in der Westukraine sei von russischen Flugzeugen mit Marschflugkörpern beschossen worden, teilte das zuständige ukrainische Luftwaffenkommando mit. Dabei seien die Startbahn beschädigt und mehrere Fahrzeuge zerstört worden. Den Angaben nach waren die russischen Kampfflugzeuge in Belarus gestartet, hatten erst einen Übungsflug vorgetäuscht und dann die Lenkraketen abgeschossen.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

16.8.2022 • 21:42 Uhr

Polen wirft Deutschland und Frankreich Oligarchie vor

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat Deutschland und Frankreich vorgeworfen, die Europäische Union wie eine "De-Facto-Oligarchie" zu führen. In einem Meinungsbeitrag in der französischen Tageszeitung "Le Monde" zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine schrieb der polnische Regierungschef, Warnungen aus Polen zur russischen Expansionspolitik seien überhört worden. Der Konflikt in der Ukraine habe "die Wahrheit über Europa enthüllt", so Morawiecki.

Europa habe sich geweigert, auf "die Stimme der Wahrheit" aus Polen über die "imperialistischen" Ambitionen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu hören. Dies zeige ein größeres Problem, mit dem die EU konfrontiert sei. Auf dem Papier seien zwar alle Mitgliedsstaaten gleich, aber "die politische Praxis zeigt, dass die deutsche und die französische Stimme ein vorrangiges Gewicht haben", schrieb Morawiecki weiter. "Wir haben es mit einer formalen Demokratie und einer De-facto-Oligarchie zu tun, innerhalb derer die Macht von den Stärksten ausgeübt wird". Die EU habe "immer mehr Schwierigkeiten, die Freiheit und Gleichheit aller Mitgliedsstaaten zu respektieren", hieß es.

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar hat Polen sich an die Spitze der Länder gestellt, die Moskau verurteilen. Warschau hat stets schärfste EU-Sanktionen gegen Russland sowie massive Waffenlieferungen an Kiew gefordert.

16.8.2022 • 21:33 Uhr

Russische Hacker greifen Enerhoatom-Website an

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, haben russische Hacker nach ukrainischen Angaben die Website des in Kiew ansässigen Kernkraftwerkbetreibers Enerhoatom angegriffen. Größere Probleme seien aber nicht verursacht worden.

"Die russische Gruppe 'People's Cyber Army' lancierte einen Angriff mit 7,25 Millionen Bot-Nutzern, die Hunderte von Millionen von Zugriffen auf die Hauptseite des Unternehmens simulierten", erklärt Enerhoatom. "Der Betrieb der Website wurde dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt."

16.8.2022 • 21:30 Uhr

Selenskyi: "Wir wollten Panik vermeiden"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Verzicht auf offene Kriegsvorbereitungen vor dem 24. Februar damit begründet, das Land habe nicht in Panik versetzt werden sollen. Die USA hätten ihn ab Herbst 2021 immer eindringlicher vor einer von Russlands Präsident Wladimir Putin befohlenen Invasion gewarnt, sagte Selenskyj der US-amerikanischen Zeitung "Washington Post". Seine Führung habe einen wirtschaftlichen Zusammenbruch vermeiden und die Bevölkerung im Land halten wollen.

Wenn er damals gesagt hätte, dass seine Landsleute Geld und Lebensmittel horten sollen, "dann hätte ich seit vergangenem Oktober jeden Monat sieben Milliarden US-Dollar verloren", so Selenskyj. "Und wenn Russland dann angreift, hätten sie uns in drei Tagen erobert gehabt." Selenskyj rechtfertigte sich: "Generell war unser inneres Gefühl richtig: Wenn wir unter den Leuten vor der Invasion Chaos säen, werden die Russen uns auffressen. Denn im Chaos fliehen die Leute aus dem Land." Die Menschen in der Ukraine zu halten, sei der Schlüssel dazu gewesen, das Land zu verteidigen.

Kritiker halten Selenskyj vor, dass er die Ukraine trotz Warnungen nicht besser auf die Invasion vorbereitet habe.

Die "Washington Post" zeichnet in besagtem Artikel nach, wie die Führung von US-Präsident Joe Biden im Herbst 2021 zum Schluss gekommen sei, dass Russland das Nachbarland angreifen werde. Die entsprechenden Geheimdiensterkenntnisse seien danach schrittweise mit den Verbündeten, mit der Ukraine und der Öffentlichkeit geteilt worden.

16.8.2022 • 19:44 Uhr

Ex-UN-Generalsekretär Ban in Butscha

Der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat bei einem Besuch im ukrainischen Butscha gefordert, die Verantwortlichen für die Massaker an Zivilisten vor Ort zur Verantwortung zu ziehen.

Der frühere südkoreanische Diplomat, der zwischen 2007 und 2016 UN-Generalsekretär war, sagte der Nachrichtenagentur AP nach dem Besuch einer Kirche des heiligen Apostels Andreas: "Es ist schwer, meine Gefühle auszudrücken. Es ist eine entsetzliche Gräueltat. Es ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und (die Verantwortlichen) sollten zur Rechenschaft gezogen werden."

Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden in einem Massengrab nahe der Kirche nach dem Abzug der russischen Soldaten 116 Leichen gefunden. "All die Menschen, die hier grundlos getötet wurden, sollten in der Menschheitsgeschichte voll und ganz geehrt werden und in Erinnerung bleiben", so Ban.

In der Stadt nordwestlich von Kiew waren Hunderte Menschen getötet worden, als russische Bodentruppen versuchten, die Hauptstadt einzunehmen, und sich schließlich zurückzogen. Ihre Leichen wurden nach dem russischen Abzug aus dem Gebiet um Kiew Ende März gefunden.

Ban Ki-moon und Juan Manuel Santos in Butscha | AP

Ex-UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Mitte) besuchte zusammen mit Kolumbiens Ex-Präsident Juan Manuel Santos (rechts) die Stadt Butscha bei Kiew. Auf diesem Foto sprechen sie mit einem Geistlichen. Bild: AP

16.8.2022 • 19:30 Uhr

Human Rights Watch wirft Russland Völkerrechtsverstöße vor

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Russland erneut Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und das Kriegsvölkerrecht vorgeworfen. Russische Streitkräfte hätten auf die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw wiederholt rechtswidrige Angriffe verübt, bei denen Zivilisten getötet oder verletzt sowie Gesundheitseinrichtungen und Wohnungen beschädigt worden seien, erklärte die Organisation in Kiew.

Alle dokumentierten Attacken fanden demnach in bewohnten Gebieten statt. HRW warf Russland vor, dabei unter anderem explosive Waffen mit großflächiger Wirkung und weitgehend geächtete Streumunition verwendet zu haben. Als Streumunition werden Raketen und Bomben bezeichnet, die in der Luft über dem Ziel bersten und viele kleine Sprengkörper freisetzen.

Die Organisation wies darauf hin, dass vorsätzliche Angriffe auf Krankenhäuser oder medizinische Einrichtungen, die nicht ihrerseits zur Durchführung von Angriffen genutzt werden, Kriegsverbrechen darstellen.

16.8.2022 • 19:24 Uhr

Lettland will Regeln für Aufenthaltstitel von Russen verschärfen

Das EU-Land Lettland will seine Regeln für die Vergabe und Erneuerung von Aufenthaltsgenehmigungen an russische und belarussische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger weiter verschärfen.

Nach Angaben von Regierungschef Krisjanis Karins soll es für befristet an Staatsangehörige der beiden Nachbarländer ausgestellte Aufenthaltsgenehmigungen künftig generell keine Verlängerungen mehr geben. Dies werde nur noch in sehr seltenen Ausnahmefällen möglich sein, sagte Karins nach einem Treffen der vier Bündnisparteien seiner Mitte-Rechts-Regierung am Dienstag in Riga. 

Innenminister Kristaps Eklons schlug zudem vor, unbefristete Aufenthaltserlaubnisse etwa für Familienangehörige erst nach einem erfolgreich bestandenen Lettisch-Sprachtest zu erteilen. Endgültige Entscheidungen über die neuen Regelungen sollen von der Regierung in Kürze getroffen werden. 

Auch Finnland hat angekündigt, die Zahl der Touristenvisa für Russinnen und Russen drastisch reduzieren zu wollen. Ab dem 1. September sollen dort laut Regierungsangaben nur noch zehn Prozent des derzeitigen Volumens ausgestellt werden.

16.8.2022 • 19:15 Uhr

Moskau will der Türkei weiter Flugabwehr liefern

Russland hat bekräftigt, trotz des Ukraine-Krieges weiter von einer zweiten Lieferung seiner Flugabwehr S-400 an das NATO-Mitglied Türkei auszugehen. Der Vertrag sei unterschrieben, sagte der Leiter der russischen Behörde für Rüstungszusammenarbeit, Dmitri Schugajew, der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge auf einer Waffenverkaufsschau bei Moskau.

Die Übereinkunft sehe vor, dass ein Teil der Komponenten in der Türkei produziert werde. Aus Ankara kam eine ausweichende Stellungnahme. Es gebe keine neuen Entwicklungen bezüglich der Beschaffung des Raketenabwehrsystems S-400, hieß es von der Präsidentschaft der türkischen Verteidigungsindustrie. "Der Prozess wird gemäß der am ersten Tag getroffenen Vereinbarung fortgesetzt."

Gegen Kritik aus der NATO hatte die Türkei 2017 einen Vertrag mit Russland über den Kauf der S-400 geschlossen. Nach früheren Angaben sah schon der erste Vertrag die Lieferung von zwei Regimentern S-400 vor, und Russland lieferte 2019 auch schon das erste. Die Türkei testete die Waffe, stellte sie aber mit Blick auf US-Sanktionen nicht in Dienst.

16.8.2022 • 18:57 Uhr

Macron besorgt über ukrainische Akw

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in einem Telefonat mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj nachdrücklich auf Risiken für Atomanlagen in der Ukraine hingewiesen. Das teilte das Präsidialamt in Paris mit. Macron erklärte demnach zudem, dass er den Vorschlag der Internationalen Atomenergieagentur unterstütze, das Kernkraftwerk Saporischschja zu inspizieren.

Selenskyj hatte zuvor über das Telefonat gesagt, er habe mit Macron über "Russlands Nuklearterrorismus" in Saporischschja gesprochen. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, das größte Atomkraftwerk Europas zu beschießen. Russische Truppen halten das Kraftwerk seit Anfang März besetzt, es wird aber noch von ukrainischen Technikern betrieben.

16.8.2022 • 18:41 Uhr

Guterres besucht die Ukraine

UN-Generalsekretär António Guterres will erneut in die Ukraine reisen und dort am Donnerstag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zusammenkommen. Geplant ist ein Treffen in Lwiw, wie UN-Sprecher Stephane Dujarric sagte.

Danach werde Guterres nach Odessa ans Schwarze Meer weiterfahren und den Hafen besuchen. Vor seiner Rückreise nach New York werde der UN-Chef in Istanbul das gemeinsame Koordinationszentrum zur Überwachung von Getreideexporten über das Schwarze Meer besuchen.

16.8.2022 • 18:32 Uhr

Getreidefrachter "Razoni" erreicht offenbar Syrien

Das erste Schiff, das die Ukraine seit dem Ende der Hafen-Blockade für Getreide-Transporte verlassen hat, soll der Nachrichtenagentur Reuters zufolge in Syrien angekommen sein. Das gehe aus Reedereikreisen und Satellitendaten hervor. Der Frachter "Razoni" hat demnach in der Hafenstadt Tartus angelegt.

Das Schiff war am 1. August in der ukrainischen Hafenstadt Odessa gestartet. Es konnte seine Fracht zunächst nicht löschen, da der libanesische Käufer wegen fünfmonatiger Verspätung die Annahme der Lieferung verweigerte. Die "Razoni" hat gut 26.000 Tonnen Getreide geladen.

16.8.2022 • 18:30 Uhr

Landesminister Lies: Mithilfe von LNG-Terminals den Gaspreis senken

Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies geht davon aus, dass mithilfe der in Wilhelmshaven und Brunsbüttel geplanten Terminals für importiertes Flüssigerdgas die Chance besteht, dass die Gaspreise wieder sinken. Werde genügend LNG importiert, werde der "Druck auf den Markt" geringer, sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit tagesschau24.

Die beiden Terminals sollen am Jahresende in Betrieb gehen, heute hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck eine Absichtserklärung mit den Gasimporteuren unterzeichnet, die die Versorgung sicherstellen soll. Lies wies darauf hin, dass im niedersächsischen Wilhelmshaven zwei weitere LNG-Terminals entstehen könnten, und zwar bis zum Spätsommer kommenden Jahres. Die könnten dann bei der Energieversorgung im Winter 2023/24 helfen, an den man auch schon denken müsse.

16.8.2022 • 17:49 Uhr

Ukraine: Tote und Verletzte im Osten des Landes

Bei Kämpfen im Osten und Nordosten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Zivilisten bei russischem Beschuss getötet worden. Der Gouverneur der Region Donezk im Donbass - dem umkämpften industriellen Kernland im Osten der Ukraine - erklärte, ein Zivilist sei getötet worden, zwei weitere hätten Verletzungen erlitten.

Der Gouverneur der Region Charkiw im Nordosten, Oleh Synjehubow, sprach von einem getöteten Zivilisten und neun Verletzten bei einer russischen Attacke in der Nacht. Es habe sich um "einen der massivsten Beschüsse Charkiws in den vergangenen Tagen" gehandelt.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

16.8.2022 • 17:41 Uhr

Estland verlegt Panzer-Monument ins Museum

Das demontierte Monument eines Sowjet-Panzers aus dem Zweiten Weltkrieg nahe der estnisch-russischen Grenzstadt Narwa soll künftig im Kriegsmuseum des Landes nördlich der Hauptstadt Tallinn zu sehen sein. Mit schwerem Gerät entfernten Fachleute auf Regierungsbeschluss das Gebilde und brachten es mit einem Schwertransporter in das gut 200 Kilometer entfernte Museum.

Zusätzlich wurden einem Rundfunkbericht zufolge sechs weitere Monumente aus der Sowjetzeit aus dem Stadtbild der drittgrößten Stadt Estlands entfernt. Die Regierung in Tallinn hatte zuvor die Erlaubnis für die Entfernung von sowjetischen Denkmälern aus dem öffentlichen Raum des baltischen EU- und NATO-Landes gegeben.

"Als Symbole von Repressionen und sowjetischer Besatzung sind sie zu einer Quelle zunehmender sozialer Spannungen geworden - in diesen Zeiten müssen wir die Gefahr für die öffentliche Ordnung so gering wie möglich halten", begründete Regierungschefin Kaja Kallas den auch von Staatspräsident Alar Karis unterstützten Beschluss. 

In der Region lebt ein Großteil der russischen Minderheit, die insgesamt fast ein Viertel der 1,3 Millionen Einwohner Estlands stellt.

Kräne entladen einen sowjetischen T-34-Panzer, der als Denkmal in Narwa aufgestellt wurde. | AP

Ein Fall fürs Museum: Ein sowjetischer T-34-Panzer, der bislang als Denkmal diente. Bild: AP

16.8.2022 • 17:08 Uhr

Halbe Million Tonnen Getreide ausgefahren

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist seit Anfang August aus der Ukraine Getreide im Umfang von mehr als einer halben Million Tonnen über das Schwarze Meer ausgefahren worden. Nach der Einigung zwischen der Ukraine, Russland, der Türkei und den Vereinten Nationen (UN) zur Öffnung des Seeweges Ende Juli seien 36 Durchfahrten genehmigt worden, teilten die UN mit.

Demnach verließen 21 Schiffe die Ukraine Richtung Bosporus, 15 fuhren durch die Meerenge in Richtung des Kriegslandes. 27 Frachter seien vertragsgemäß in der Türkei durchsucht worden. Über ein Viertel aller Schiffsladungen sei bislang für den Vertragspartner Türkei bestimmt gewesen, 22 Prozent für den Iran sowie Südkorea, acht Prozent für China und sechs für Irland.

Am Dienstag legte auch ein erster Frachter im Auftrag der Vereinten Nationen in Richtung des ostafrikanischen Landes Dschibuti ab. Der Weizen an Bord der "Brave Commander" ist im Rahmen des Welternährungsprogramms der UN für Äthiopien bestimmt.

16.8.2022 • 16:44 Uhr

Moskau: London will Überflugrecht für Spionage

Großbritannien hat nach Angaben der Regierung in Moskau Überflugsrechte über Russland für ein Spionageflugzeug beantragt. Dies sei "eine beabsichtigte Provokation", hieß es vom russische Verteidigungsministerium. Die russische Luftwaffe werde dafür sorgen, dass der Luftraum des Landes nicht verletzt werde. Eine Bestätigung oder ein Dementi aus London liegen bislang nicht vor.

16.8.2022 • 16:40 Uhr

Moskau wirft Ukrainern "Sabotage" an Stromleitungen vor

Russland hat Störungen an einem seiner Atomkraftwerke in der Grenzregion zur Ukraine beklagt - und dafür Bürger des Nachbarlandes verantwortlich gemacht. In den vergangenen zwei Wochen hätten "ukrainische Sabotage-Gruppen" in dem Gebiet Kursk an insgesamt sechs Strommasten Sprengsätze gezündet, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit.

Unabhängig überprüfbar waren die Anschuldigungen in Richtung Ukraine, gegen die Russland seit fast einem halben Jahr Krieg führt, nicht.

Dem FSB zufolge kam es am Kernkraftwerk Kursk zwischenzeitlich zu "einer Störung des technologischen Betriebsprozesses". Der russische Geheimdienst erklärte, nach den Verantwortlichen werde gefahndet. Zudem sollen russische AKW-Anlagen offiziellen Angaben zufolge nun noch besser geschützt werden.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

16.8.2022 • 16:16 Uhr

Finnland schränkt Touristenvisa für Russen ein

Finnland will die Zahl der Touristenvisa für Russinnen und Russen drastisch reduzieren. Ab dem 1. September sollen nur noch zehn Prozent des derzeitigen Volumens ausgestellt werden, teilte die finnische Regierung mit. Grund sei eine wachsende Unzufriedenheit im Land angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Nach Angaben des finnischen Außenministers Pekka Haavisto ist ein reines Verbot von Visa aufgrund der Staatsangehörigkeit nicht möglich. Deshalb sollen die Öffnungszeiten, die für die Beantragung von Touristenvisa vorgesehen sind, verkürzt werden. Künftig sollten Anträge von russischen Staatsbürgern, die aus familiären Gründen, für die Arbeit oder das Studium ein Visum brauchen, bevorzugt behandelt werden.

Zuletzt war die Zahl der russischen Touristen, die nach Finnland gereist sind, gestiegen: Derzeit bearbeitete Finnland täglich fast 1000 Visa-Anträge aus Russland, sagte Haavisto. Mit den Touristenvisa aus Finnland können Russinnen und Russen ungehindert in die EU weiterreisen.

In den vergangenen Wochen waren in der Europäischen Union immer wieder Forderungen aufgekommen, die Einreise von Russinnen und Russen in die EU zu beschränken oder ganz zu stoppen. Einige Staaten haben das bereits umgesetzt, Bundeskanzler Scholz (SPD) äußerte sich skeptisch. Finnland will das Thema auch beim nächsten Treffen der EU-Außenministerinnen und -minister am 30. August in Tschechien ansprechen.

16.8.2022 • 15:58 Uhr

Großbritannien will erneut Hilfsgelder umplanen

Großbritanniens Regierung will weiter priorisiert Geld für "unbedingt notwendige internationale Hilfe wie die humanitäre Unterstützung der Menschen in der Ukraine" ausgeben. Das sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Dieser Schritt ginge erneut zulasten von Ausgaben für andere internationale Hilfs- und Entwicklungsprojekte.

Nach Angaben der Regierung ist es eine gängige Praxis, die Gelder je nach Situation des Haushalts anzupassen - etwa um gestiegenen Kosten Rechnung zu tragen. Wie viel gestrichen wird, blieb bislang offen.

Im vergangenen Jahr hatte die konservative Regierung bereits ihr gesetzlich verankertes Ziel ausgesetzt, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Premierminister Boris Johnson hatte damals versprochen, wieder aufzustocken, sobald es die wirtschaftliche Lage zulasse. Vorerst gibt London nur 0,5 Prozent für Entwicklungszusammenarbeit aus.

"Wir bleiben dabei, 0,5 Prozent unseres Bruttonationaleinkommens für internationale Hilfe auszugeben - und werden zu 0,7 Prozent zurückkehren, wenn die wirtschaftliche Situation es zulässt", sagte der Regierungssprecher.

16.8.2022 • 15:44 Uhr

Botschafter erwägt Papst-Besuch in Butscha

Eine eventuelle Ukraine-Reise von Papst Franziskus könnte auch einen Besuch in Butscha umfassen. Das Programm sei noch "Gegenstand von Verhandlungen", sagte der ukrainische Botschafter im Vatikan, Andrij Jurasch, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Die ukrainische Seite werde neben einem Besuch des katholischen Kirchenoberhauptes in der Hauptstadt Kiew sicherlich auch einen in einem Ort erwarten, wo unschuldige Menschen getötet wurden, so Jurasch - wie in Butscha.

In dem Kiewer Vorort wurden wenige Wochen nach Ausbruch des russischen Angriffskrieges Hunderte Menschen ermordet, wofür Russland verantwortlich gemacht wird.

Einen konkreten Termin für eine Ukraine-Reise des Pontifex gibt es noch nicht. Der 85-Jährige gilt wegen Knieproblemen als gesundheitlich angeschlagen.

16.8.2022 • 15:36 Uhr

Estland entfernt Sowjet-Ehrenmale

Estland lässt in der überwiegend russischsprachigen Grenzstadt Narwa alle Sowjet-Denkmäler entfernen. Es wurde ein sowjetischer Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg abtransportiert, wie Bilder des estnischen Fernsehsenders ERR zeigten. Ministerpräsidentin Kaja Kallas erklärte laut der baltischen Nachrichtenagentur BNS, dies sei angeordnet worden, weil es wachsende Spannungen in und um Narwa gebe.

Die estnische Regierung kündigte an, auch ein Ehrenmal für Kriegsopfer aus Sowjetzeiten entfernen und durch ein neutrales Grabmal ersetzen zu lassen. Ministerpräsidentin Kallas erklärte, Russland dürfe nicht die estnische Geschichte ausnutzen, um die Gesellschaft weiter zu spalten.

In der Region lebt ein Großteil der russischen Minderheit, die insgesamt fast ein Viertel der 1,3 Millionen Einwohner Estlands stellt. Das EU- und NATO-Land hat sich im Ukraine-Krieg entschieden gegen Russland gestellt. Wie auch in den anderen beiden baltischen Ex-Sowjetrepubliken Litauen und Lettland gibt es seit dem russischen Einmarsch verstärkt Sorgen um die Sicherheit des Landes.

16.8.2022 • 15:31 Uhr

Ukrainischer Agrarverband warnt vor geringer Aussaat

Die Aussaatfläche für Wintergetreide in der Ukraine droht dem dortigen Agrarverband UABC zufolge im kommenden Jahr um 30 bis 60 Prozent zu schrumpfen. "Es besteht die große Hoffnung, dass die Regierung eine Möglichkeit findet, die Aussaat zu finanzieren", sagte UABC-Direktor Roman Slastyon. "Wenn dies jetzt nicht geschieht, werden wir ernsthafte Probleme bekommen."

Trotz der russischen Invasion haben die landwirtschaftlichen Betriebe bereits mit der Aussaat von Raps begonnen. In zwei bis drei Wochen soll Winterweizen folgen. Die Ukraine ist ein weltweit wichtiger Getreideerzeuger und -exporteur.

Russland hatte die ukrainischen Häfen seit Beginn der Invasion in die Ukraine Ende Februar blockiert, weshalb die Ausfuhren fast vollständig zum Erliegen kamen. Insbesondere Afrika war davon betroffen. Dorthin ist nun - nach mehreren Frachtern mit anderen Zielen - mit der "Brave Commander" auch wieder ein Schiff mit Getreide auf dem Weg.

16.8.2022 • 14:45 Uhr

Putin: USA heizen Feindseligkeiten in Ukraine an

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Vereinigten Staaten vorgeworfen, Feindseligkeiten in der Ukraine anzuheizen - "um ihre Hegemonie zu bewahren", so seine Begründung. Putin selbst wiederum habe Soldaten in die Ukraine geschickt, weil die US-Regierung das Land zu einem "antirussischen Bollwerk" gemacht habe. Das sagte er in einer Rede auf einer Sicherheitskonferenz vor internationalen Militärvertretern.

Die USA hätten "das ukrainische Volk zu Kanonenfutter gemacht", so Putin. Der Konflikt solle angeblich in die Länge gezogen werden - so handelten die USA Putin zufolge auch in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Der russische Präsident zog auch Parallelen zwischen der Unterstützung der USA für die Ukraine und dem jüngsten Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan. Beides seien Teile eines amerikanischen Versuchs, globale Instabilität zu schüren.

Putin behauptete, "westliche globalistische Eliten" versuchten, die Schuld für ihr eigenes Versagen auf Russland und China abzuwälzen. Dieses Modell sei aber dem Untergang geweiht. "Die Ära der unipolaren Weltordnung nähert sich ihrem Ende", so Putin.

Auf der Konferenz meldete sich auch der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu zu Wort. Er wies Befürchtungen zurück, Russland könne in dem Konflikt nukleare oder chemische Waffen einsetzen.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

16.8.2022 • 13:36 Uhr

NGOs fordern entmilitarisierte Zone um AKW Saporischschja

Die atomkraftkritische Ärzte-Organisation IPPNW und Umweltgruppen fordern von europäischen Uran-Lieferstaaten ein diplomatisches Eingreifen in die Kämpfe am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine. Mit jedem Tag, den die Kämpfe andauerten, steige die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer nuklearen Katastrophe komme, warnte die IPPNW-Vorsitzende Angelika Claußen. "Die Gefahr ist real."

Deutschland, die Niederlande, Großbritannien und Schweden sollten deshalb zusammen mit den Vereinten Nationen die Kriegsparteien in der Ukraine an einen Tisch holen, um insbesondere um das AKW Saporischschja eine entmilitarisierte Schutzzone unter internationaler Aufsicht einzurichten.

Die vier Länder seien seit einigen Jahren für die Uran- und Brennelementlieferungen an die ukrainischen AKWs zuständig, sagte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Wider besseren Wissens hätten sie den Weiterbetrieb des maroden Atomkraftwerks Saporischschja ermöglicht, anstatt der Ukraine beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu helfen, kritisierte er. Damit trügen sie auch mit Verantwortung für den Standort.

16.8.2022 • 13:04 Uhr

Russland: Munitionsdepot durch "Sabotage" beschädigt

Bei der Explosion in einem Munitionsdepot auf der besetzten Halbinsel Krim handelt es sich nach russischen Angaben um einen Sabotageakt. Dabei seien ein militärisches Lager und eine Stromverteilerstation beschädigt worden, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass und bezog sich auf Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau.

Auf Videos in den sozialen Netzwerken waren ein großes Feuer und eine Rauchwolke zu sehen. Mehr als 3000 Menschen wurden den Behörden zufolge bis zum frühen Nachmittag in Sicherheit gebracht, zuvor war von rund 2000 Evakuierten die Rede gewesen.

Es war bereits der dritte militärische Zwischenfall in diesem Sommer auf der Krim - und der mit den bislang weitreichendsten Folgen. Der Zugverkehr wurde eingeschränkt. Züge von Moskau sollten nur noch bis Wladislawowka fahren. Die Krim ist im Sommer beliebtes Ferienziel.

Zudem berichtet die russische Zeitung "Kommersant", dass von einer weiteren Militärbasis bei Simferopol im Zentrum der Halbinsel schwarzer Rauch aufsteige. Eine Bestätigung gibt es dafür bislang nicht.

16.8.2022 • 11:54 Uhr

Lettland liefert Haubitzen und Hubschrauber

Zur Verteidigung gegen russische Truppen hat die Ukraine sechs Panzerhaubitzen von Lettland erhalten. "Zusammen werden wir siegen!", schrieb Verteidigungsminister Olexij Resnikow in der Nacht zum Dienstag bei Twitter. Es handele sich um sechs selbstfahrende Geschütze des US-amerikanischen Typs M109. Zur Lieferung gehören den Angaben zufolge außerdem noch vier Hubschrauber sowjetischer Bauart.

Die ukrainische Armee erhält mittlerweile zahlreiche Haubitzentypen mit dem NATO-Kaliber 155 Millimeter aus dem Westen. Damit sollen die Geschütze aus sowjetischer Zeit ersetzt werden, die ein anderes Kaliber haben, für das es inzwischen an Munition mangelt, und die weniger zielgenau sind.

16.8.2022 • 11:34 Uhr

Scholz: Keine großen Hindernisse für Schwedens NATO-Beitritt

Bundeskanzler Olaf Scholz sieht keine großen Hindernisse mehr auf dem Weg zu einem NATO-Betritt von Schweden und Finnland. "Meine Zuversicht ist groß, dass es jetzt sehr schnell gehen wird", sage der SPD-Politiker bei einem Besuch in Stockholm. Er erwarte, dass jene NATO-Länder, die den Betritt noch nicht ratifiziert haben, das bald tun werden - "auch die Türkei".

Der Kanzler fügte hinzu: "Wir gewinnen mit Schweden und Finnland zwei geschätzte Verbündete, die die Verteidigungsfähigkeit der Nato und damit unsere Sicherheit stärken werden." Der Beitritt sei historisch.

Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson kündigte an, dass ihr Land die von der Türkei geforderten Auslieferungen fortsetzen werde. "Sie werden gerade ausgeführt in Einklang mit schwedischem und internationalem Recht", sagte sie. Schweden werde sich an die entsprechenden Vereinbarungen mit der Türkei halten.

16.8.2022 • 11:31 Uhr

Estland verlegt umstrittenes Monument

In Estland haben die Behörden mit der Demontage und Verlegung eines umstrittenen Sowjetpanzer-Monuments nahe der estnisch-russischen Grenzstadt Narva begonnen. Mit schwerem Gerät machten sich Arbeiter daran, das Kriegsrelikt zu entfernen.

Die Regierung in Tallinn hatte zuvor grünes Licht gegeben, sowjetische Denkmäler aus dem öffentlichen Raum des Landes zu entfernen. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine war darüber eine öffentliche Debatte entbrannt.

16.8.2022 • 11:25 Uhr

Bundesregierung will gegen Desinformation vorgehen

Der Krieg gegen die Ukraine wird von einer Propaganda-Offensive des Kreml begleitet. Die Sicherheitsbehörden rechnen sogar mit noch mehr Desinformation.

Die Bundesregierung tut sich bislang schwer im Kampf gegen Moskaus Lügen. Das soll sich nun ändern, berichtet Florian Flade:

16.8.2022 • 11:13 Uhr

Deutschland und Schweden sichern weitere Hilfe zu

Bundeskanzler Olaf Scholz und die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson haben der Ukraine zugesichert, sie weiter mit Waffen zu versorgen. Scholz antwortete bei einem Besuch in Stockholm nur indirekt auf die Frage, ob deutsche Waffen auch für die Rückeroberung der von Russland annektierten Krim verwendet werden können. Der SPD-Politiker sagte, man unterstütze die Ukraine mit Waffen, damit sie ihre territoriale Souveränität verteidigen könne.

"Russland darf diesen Krieg nicht gewinnen, das ist wichtig für die Ukraine und Europa", sagte Andersson ihrerseits nach einem Treffen der beiden. "Solange der Krieg andauert, müssen wir standhaft bleiben."

16.8.2022 • 10:38 Uhr

Biathlon-Weltverband will Russland und Belarus weiter ausschließen

Der Biathlon-Weltverband IBU spricht sich weiterhin für einen Ausschluss von Russland und dessen Verbündetem Belarus wegen des Ukraine-Krieges aus. Die IBU-Exekutive gab eine entsprechende Empfehlung für den Kongress vom 15. bis zum 18. September in Salzburg, solange gewisse Bedingungen nicht erfüllt seien.

Der russische und belarussische Verband müssten sich klar vom Krieg in der Ukraine distanzieren und sicherstellen, dass keiner ihrer Funktionäre oder Athleten aktiv im russischen Militär tätig sind oder sich an den Kriegsanstrengungen beteiligen.

Nach Beginn des Angriffskrieges am 24. Februar waren die Russen und Belarussen schon von den letzten drei Weltcups der Saison ausgeschlossen worden. Mehrere russische Verbände und Athleten haben bereits Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas gegen die Sanktionen eingelegt.

16.8.2022 • 09:45 Uhr

Schoigu: Kein Grund für Atomwaffeneinsatz

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sieht nach eigenen Angaben keinen Grund, in der Ukraine Atomwaffen einzusetzen. Schoigu erklärte in seiner Rede bei einer internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau zudem, die Einsätze ukrainischer Truppen würden von den USA und Großbritannien geplant. "Nicht nur die Koordinaten von Angriffszielen werden von westlichen Geheimdiensten bereitgestellt, sondern die Eingabe dieser Daten in Waffensysteme erfolgt unter der vollen Kontrolle westlicher Spezialisten", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Beweise dafür legte er nicht vor. Die NATO habe die Zahl ihrer Soldaten in Ost- und Zentraleuropa um ein vielfaches erhöht.

Entgegen zahlreicher anderslautender Berichte behauptete Schoigu zudem, dass russische Soldaten sich in der Ukraine gegenüber Zivilisten und Gefangenen an das Völkerrecht hielten. "Die Einhaltung der Genfer Konventionen über die Regeln der Kriegsführung war und ist immer das Hauptaugenmerk der Kommandeure auf allen Ebenen", sagte der Minister.

16.8.2022 • 09:26 Uhr

Putin: Westen will NATO-System in Asien

Russlands Präsident Wladimir Putin wirft westlichen Ländern vor, ein "NATO-ähnliches System" auf den asiatisch-pazifischen Raum ausweiten zu wollen. Die USA zögerten den Konflikt in der Ukraine heraus, sagt Putin bei seiner Begrüßungsansprache einer internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau. Bei dem Besuch der Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan habe es sich um eine sorgfältig geplante Provokation gehandelt.

16.8.2022 • 09:18 Uhr

ARD-Reporterin: Experten räumen Minen und Blindgänger

Im Südosten der Ukraine räumen Sprengstoffexperten Minen und Blindgänger. Jeden Tag rufen Anwohner oder Landwirte an und melden Raketen, Minen und Sprengköpfe. Manchmal hinterlassen russische Truppen auch Sprengfallen, berichtet ARD-Reporterin Xenia Böttcher aus der Ukraine.

16.8.2022 • 09:11 Uhr

Großbritannien: Russische Flotte eingeschränkt

Russland hat Großbritannien zufolge Mühe, von See aus das Schwarze Meer zu kontrollieren. Patrouillenfahrten seien auf die Gewässer um die Krim beschränkt, teilt das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf die Geheimdienste mit.

Die Schwarzmeerflotte setze zur Unterstützung der Bodenoffensiven Langstreckenraketen ein, verhalte sich aber eher defensiv. Die Einschränkungen der Flotte unterliefen Russlands Strategie, heißt es in der Mitteilung.

16.8.2022 • 08:36 Uhr

Munitionsdepot auf der Krim explodiert

Im Norden der Halbinsel Krim ist russischen Angaben zufolge ein Munitionsdepot explodiert. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Behörden der Ansiedlung Majskoje.

In einem provisorischen Munitionslager des Stützpunkts im Bezirk Dschankoj sei ein Feuer ausgebrochen, hieß es in einer von den russischen Nachrichtenagenturen veröffentlichten Erklärung des Verteidigungsministeriums in Moskau. Nach Angaben des Gouverneurs der Krim wurden zwei Zivilisten verletzt.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. | ISW/15.08.2022

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. Bild: ISW/15.08.2022

16.8.2022 • 08:13 Uhr

ARD-Reporter: Bis zu 25 Explosionen am AKW

Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja soll es gestern 15 bis 25 Mal Explosionen und Raketeneinschläge gegeben haben, berichtet ARD-Reporter Paul Pietraß im ARD-Morgenmagazin. "Nur von wem geschossen wird, ist nach wie vor strittig."

Ein Mitarbeiter des AKW sprach davon, dass es in der Nähe des Reaktors 1 Einschläge gegeben hat. "Nach wie vor sind keine erhöhten Strahlenwerte bekannt", so Pietraß. Der Bürgermeister einer naheliegenden Ortschaft warnte dennoch vor einer Atomkatastrophe.

16.8.2022 • 07:47 Uhr

Ukraine meldet Abwehrerfolge

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben Dutzende russische Angriffe im Osten und Norden des Landes zurückgeschlagen. Ein Versuch russischer Truppen, auf Kramatorsk im Donbass vorzustoßen, sei vollständig gescheitert, erklärte der Generalstab. Die Angreifer hätten sich in wildem Durcheinander auf ihre Ausgangspositionen zurückgezogen.

Auch ein russischer Angriff auf Bachmut sei misslungen. Im Norden des Landes hätten die russischen Invasoren versucht, Verteidigungsstellungen in der Region Charkiw zu durchbrechen, erklärte der Generalstab auf Facebook weiter. Sie seien jedoch zurückgeschlagen worden.

16.8.2022 • 07:35 Uhr

Schiff mit Getreide auf dem Weg nach Afrika

Erstmals seit dem Beginn des Kriegs gegen die Ukraine ist wieder ein Frachter mit Getreide auf dem Weg nach Afrika. Die "Brave Commander" mit 23.000 Tonnen Weizen hat am ukrainischen Hafen Piwdennyj abgelegt, wie Daten aus der Datenbank von Refinitiv Eikon zeigen.

Ziel sei der Hafen von Dschibuti, das Weizen sei für Äthiopien bestimmt, teilte das ukrainische Infrastrukturministerium mit. Seit der Vereinbarung zur Wiederaufnahme von Getreideexporten per Schiff hätten 17 Schiffe ukrainische Häfen verlassen mit insgesamt 475.000 Tonnen an landwirtschaftlichen Gütern.

Die Ukraine gehört zu den weltweit größten Exporteuren von Getreide. Russland hatte die Häfen seit Beginn der Invasion in die Ukraine Ende Februar blockiert, weshalb die Ausfuhren fast vollständig zum Erliegen kamen. Insbesondere Afrika war davon betroffen.

16.8.2022 • 06:39 Uhr

Scholz warnt vor generellem Visaverbot für Russen

Bundeskanzler Olaf Scholz sieht ein generelles Einreiseverbot für Russen nach Europa trotz entsprechender Forderungen aus Nord- und Osteuropa weiter skeptisch. "Das ist Putins Krieg, nicht der Krieg der Russen", sagte Scholz nach einem Treffen mit skandinavischen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten in Oslo.

Es sei richtig, dass man darüber in der EU diskutiere, so Scholz. Aber man dürfe nicht oppositionellen Russen, die nach Europa wollten und von denen sich schon etliche in EU-Staaten aufhielten, eine Flucht noch erschweren.

Dagegen erklärten die Ministerpräsidentinnen von Finnland und Dänemark, Sanna Marin und Mette Frederiksen, dass man über ein Visums-Verbot sprechen müsse.

16.8.2022 • 05:36 Uhr

Selenskyj fordert Russland zum Rückzug aus Atomkraftwerk auf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland erneut mit Nachdruck zum Rückzug seiner Soldaten aus dem Atomkraftwerk Saporischschja aufgefordert. Er warnte einmal mehr auch vor den Folgen einer möglichen nuklearen Katastrophe. "Jeder radioaktive Zwischenfall im Atomkraftwerk Saporischschja könnte auch zu einem Schlag gegen die Staaten der Europäischen Union und gegen die Türkei und gegen Georgien und gegen die Staaten weiter entfernter Regionen werden", sagte der Staatschef in einer am Abend verbreiteten Videobotschaft. "Alles hängt nur von der Richtung und der Stärke des Windes ab", sagte Selenskyj.

Das von Russland besetzte größte Kernkraftwerk Europas wird seit Tagen beschossen. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Selenskyj sagte, dass Russland sich ohne Bedingungen aus dem Kraftwerk zurückziehen müsse. Zugleich bekräftigte er seine Forderungen vom Wochenende nach Sanktionen gegen den russischen Atomkonzern Rosatom und die gesamte Nuklearindustrie des "Terrorstaates".

16.8.2022 • 03:17 Uhr

RIA: Untersuchung von AKW Saporischschja nicht von Kiew aus

Die Inspektion der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA des von Russland kontrollierten Atomkraftwerks Saporischschja kann einem russischen Medienbericht zufolge nicht von der Hauptstadt Kiew aus erfolgen. "Stellen Sie sich vor, was es bedeutet, durch Kiew zu fahren - es bedeutet, dass sie durch die Frontlinie zum Atomkraftwerk gelangen", zitiert die Nachrichtenagentur RIA den russischen stellvertretenden Leiter der Abteilung für nukleare Sicherheit und Rüstungskontrolle, Igor Vishnevetsky. Dies sei wegen der "nicht einheitlich aufgestellten" ukrainischen Streitkräfte ein großes Risiko. Die Vereinten Nationen hatten zuvor festgestellt, dass die Ukraine über die logistischen und sicherheitstechnischen Kapazitäten verfüge, um die Inspektionsreise einer IAEA-Delegation nach Saporischschja von Kiew aus zu unterstützen.

16.8.2022 • 02:51 Uhr

UN-Chef telefoniert mit russischem Verteidigungsminister über AKW Saporischschja

Russlands Verteidigungsminister Schoigu und UN-Generalsekretär Guterres haben sich über die Bedingungen für einen sicheren Betrieb des Atomkraftwerks ausgetauscht. Das AKW ist von russischen Truppen besetzt.

Mehr als 40 Staaten hatten Russland dazu aufgefordert, den Betrieb des größten europäischen AKW wieder der Ukraine zu übergeben. Russland und die Ukraine werfen sich seit Wochen gegenseitig vor, das Atomkraftwerk zu beschießen und damit eine Atomkatastrophe heraufzubeschwören.

16.8.2022 • 02:51 Uhr

Der Liveblog vom Montag zum Nachlesen

Beim Besuch von Kanzler Scholz hieß es von der norwegischen Regierung, die - bereits erhöhten - Gaslieferungen seien das Maximum. Russlands Präsident bekräftigt, den Donbass komplett einnehmen zu wollen. Die Entwicklungen im Liveblog zum Nachlesen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. August 2022 um 09:00 Uhr.