Massentest Südtirol | AP
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Liveblog zum Coronavirus ++ Fast 3200 Infizierte bei Massentest ++

Stand: 22.11.2020 23:06 Uhr

In Südtirol haben sich rund 343.000 Menschen an einem Massentest beteiligt. Dabei gab es fast 3200 Positiv-Ergebnisse. SPD-geführte Bundesländer sind für ein Verbot des Silvesterfeuerwerks. Alle Entwicklungen im Liveblog.

  • Massentest in Südtirol: Fast 3200 Infizierte
  • Merkel stellt Bürger auf Verschärfung der Maßnahmen ein
  • Regierung plant weitere Hilfen für die Luftfahrtbranche
  • USA rechnen Mitte Dezember mit Impfbeginn
  • Spahn schlägt neues Konzept für Schulen vor
  • Bund will 2021 deutlich mehr Schulden machen
  • Demo gegen Corona-Politik in Berlin
  • Scholz und Söder für Verlängerung des Lockdowns
22.11.2020 • 23:06 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute beenden wir den Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse!

22.11.2020 • 21:37 Uhr

Massentest: Fast 3200 Infizierte in Südtirol

Ein dreitägiger Corona-Massentest in der norditalienischen Provinz Südtirol ist auf große Resonanz gestoßen und hat mehr als 3000 Infektionen offenbart. Bis Sonntagabend ließen in der kleinen Alpen-Provinz mehr als 343.000 Bürger und Bürgerinnen einen kostenlosen Abstrich machen.

Wie die Behörden mitteilten, erhielten nach Abschluss der zentralen Phase bis 20 Uhr insgesamt 3185 Teilnehmer (0,9 Prozent) ein positives Corona-Resultat. Danach war geplant, dass die Südtiroler noch für weitere 72 Stunden bei Ärzten und an einigen anderen Orten an der Aktion teilnehmen können. Landeshauptmann Arno Kompatscher sprach am Abend von einem "außergewöhnlichen Ergebnis".

Kritiker bemängelten, dass die Resultate von Antigen-Schnelltests nicht verlässlich genug seien. Forderungen nach einer Übernahme der Massentests für Deutschland hält Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, für "Strohfeuer". "Denn Infektionsgrundschutz, Kontaktdokumentation und laborgestützte PCR-Test können so nicht ersetzt werden", erläuterte er der Deutschen Presse-Agentur. Es bestehe vielmehr die Gefahr, dass infizierte Menschen sich wegen eines negativen Tests in Scheinsicherheit wiegen würden.

22.11.2020 • 21:17 Uhr

SPD-Länder für Verbot von Silvesterfeuerwerk

Die SPD-geführten Bundesländer wollen in diesem Jahr kein Silvester-Feuerwerk zulassen. Das Zünden, der Kauf und der Verkauf von Böllern und Raketen sollen deshalb über den Jahreswechsel in Deutschland verboten werden, berichten die "Berliner Morgenpost" und das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf einen Beschlussentwurf des Vorsitzlandes der Ministerpräsidentenkonferenz.

Ziel sei es, Gruppenbildung zu vermeiden, die Einsatzkräfte wie Polizei und Feuerwehr zu entlasten und Kapazitäten des Gesundheitssystems frei zu halten, heißt es in dem auch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Papier, das das Datum 22. November trägt.

22.11.2020 • 21:05 Uhr

Länder wollen Corona-Beschränkungen verlängern

Die Corona-Beschränkungen sollen nach dem Willen der Bundesländer über den November hinaus verlängert und stellenweise verschärft werden. An privaten Zusammenkünften sollen dann maximal nur noch fünf Menschen aus zwei Haushalten teilnehmen können, heißt es in einer Beschlussvorlage der Bundesländer für die Spitzenberatungen mit dem Bund am Mittwoch. Ausnahmen solle es für die Weihnachtsfeiertage geben.

22.11.2020 • 21:05 Uhr

Militär in Thessaloniki errichtet Zelte zur Versorgung

Infolge eines sprunghaften Anstiegs der Corona-Fälle in der griechischen Stadt Thessaloniki haben Soldaten mit dem Aufbau von Zelten zur Patientenversorgung begonnen. Wie das Militär mitteilte, bergen die Zelte Platz für etwa 50 Krankenhausbetten. Bereits am Freitag wurden zwei Privatkliniken gezwungen, Patienten aufzunehmen.

In der zweitgrößten Stadt Griechenlands hat sich das Coronavirus zuletzt massiv ausgebreitet, viele Krankenhäuser sind bereits überfüllt. Die Opposition wirft der konservativen Regierung vor, in den vergangenen Monaten nicht ausreichend neues Krankenhauspersonal eingestellt zu haben. Das Virus habe sich in Thessaloniki besonders nach einem religiösen Feiertag Ende Oktober stark ausgebreitet, sagte die Oppositionspolitikerin Fofi Gennimata. 

Medienberichten zufolge wurden an diesem Feiertag die Corona-Regeln vielfach nicht eingehalten. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat bereits eingeräumt, die zweite Welle der Pandemie unterschätzt zu haben. 

22.11.2020 • 20:30 Uhr

Söder: "Wir brauchen jetzt eine Perspektive"

Bayerns Ministerpräsident Söder macht keine Hoffnungen auf Lockerungen - viel wahrscheinlicher sei eine Verlängerung des Teil-Lockdowns, so Söder im Bericht aus Berlin. Auf den Prüfstein sollen auch die Schulen.

22.11.2020 • 19:57 Uhr

Mitglied der Königsfamilie mit Corona infiziert

Ein weiteres Mitglied der britischen Royals hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Prinzessin Michael of Kent sei "seit drei Wochen in Isolation im Kensington-Palast", sagte ihr Sprecher Simon Astaire der Deutschen Presse-Agentur in London. Auch ihr Mann sei vorsichtshalber in Isolation; ihm gehe es gut. Nach Angaben der "Sun" leidet die 75-Jährige unter hohem Fieber und einem Erschöpfungssyndrom.

Bereits im Frühjahr hatte sich Prinz Charles (72) mit dem Coronavirus angesteckt; er litt aber nur unter leichten Erkältungssymptomen. Schwerer hatte es britischen Medien zufolge Prinz William (38) getroffen, der seine Infektion angeblich nicht publik machen wollte.

22.11.2020 • 19:07 Uhr

Spanien startet mit Impfprogramm im Januar

In Spanien sollen nach dem Willen von Regierungschef Pedro Sánchez landesweit 13.000 Stationen für Impfungen gegen Covid-19 eingerichtet werden. Dies sehe ein Impfplan vor, der fertig ausgearbeitet sei und den er an diesem Dienstag im Detail vorstellen werde, sagte der Sozialist im Fernsehen.

"Unser Land wird zusammen mit Deutschland das erste der Europäischen Union sein, das über einen kompletten Impfplan verfügt", betonte er. Die EU habe sich insgesamt bereits 1,2 Milliarden Impfdosen gesichert, von denen Spanien zehn Prozent zustünden, sagte Sánchez. Bereits am Freitag hatte er angekündigt, dass im ersten Halbjahr 2021 im Rahmen dieses Projekts "ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung" geimpft werden könne.

Er sagte weiter auf dem G20-Online-Gipfel, dass der Start der Impfaktion für den Januar geplant sei.

22.11.2020 • 18:44 Uhr

Merkel stellt Bürger auf verschärfte Maßnahmen ein

Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz haben die Bürger vor der geplanten Runde mit den Ministerpräsidenten grundsätzlich auf eine Verschärfung des bestehenden Teil-Lockdowns im Dezember eingestellt. Um wieder Zugriff auf die Pandemie und die Kontaktnachverfolgung zu bekommen, müsse man "sicherlich noch einiges tun. Aber was genau das ist, dem kann ich und will ich heute nicht vorgreifen", sagte Merkel in Berlin nach dem zweitägigen virtuellen G20-Gipfel führender Wirtschaftsmächte unter Leitung Saudi-Arabiens auf eine entsprechende Frage.

Die Kanzlerin versicherte: "Die Bürgerinnen und Bürger sollen von Bund und Ländern eine geschlossene, gemeinsame Antwort bekommen. Darauf haben sie eigentlich ein Recht. Und daran arbeiten wir jetzt diesmal sehr intensiv." Schon beim jüngsten Treffen von Bund und Ländern Anfang der Woche hatte Merkel schärfere Maßnahmen gegen die Pandemie durchsetzen wollen, war aber am Widerstand der Länder gescheitert.

Merkel sagte nun mit Blick auf die kommenden Verhandlungen, man wolle es diesmal ja gerade so machen, "dass wir am Mittwoch dann unsere Ergebnisse vorweisen". "Tatsache ist, dass wir noch nicht soweit sind, wie wir gerne gekommen wären durch die Kontaktbeschränkungen." In vielen Bundesländern sei ein Plateau an Neuinfektionen erreicht worden, in einigen wenigen Ländern gingen die Zahlen auch deutlich nach unten, in anderen stiegen sie noch.

22.11.2020 • 18:00 Uhr

Kretschmer wirbt für feste Regeln bis ins Frühjahr

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat für feste Corona-Regeln bis ins Frühjahr hinein geworben. "Wir wollen erreichen, dass wir jetzt nicht einen Zeitraum von beispielsweise 14 Tagen in den Blick nehmen, sondern wirklich bis zum März denken und sagen, wie kommen wir über die Zeit, wie müssen die Hilfen aussehen für die Unternehmen für die Gastronomen für die Hotellerie und unter welchen Umständen können wir dann auch wieder von Lockerungen reden", sagte er dem "Handelsblatt". Man werde daher festlegen, "was sind die Größenordnungen an Infizierten, wo wir sagen können: jetzt geht's wieder los mit Kultur und Gastronomie".

Die Regierungschefs seien sich einig, dass "wir nur die Einschränkungen machen wollen und auch dürfen, die wirklich angezeigt sind". Derzeit habe man aber noch nicht die entsprechende Entwicklung bei den Infektionszahlen. "Wir sind jetzt bei 23. 000 Infizierten innerhalb von 24 Stunden, das ist viel zu hoch", sagte Kretschmer. Auch die Krankenhausbetten füllten sich nach und nach, deswegen müsse nachgesteuert werden.

22.11.2020 • 17:57 Uhr

Scholz: 300 Milliarden Euro Schulden für 2020 und 2021

Die Bundesregierung hält nach Angaben von Bundesfinanzminister Olaf Scholz angesichts der Corona-Krise mehr oder weniger an den bisherigen Neuverschuldungs-Planungen fest. Es sei geplant, für 2020 und 2021 zusammen etwas mehr als 300 Milliarden Euro aufzunehmen, sagte Scholz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel nach dem virtuellen G20-Gipfel.

Schon jetzt sei absehbar, dass wohl nicht alles Geld ausgegeben werden müsse, was an Kreditermächtigungen für das laufende Jahr vorliege und dass für das kommende Jahr mehr ausgegeben werden müsse, sagte Scholz. "Aber der Korridor wird nicht ganz genau, aber ungefähr der gleiche bleiben."

Die Bundesregierung will im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie 2021 deutlich mehr Schulden machen als geplant. Für das kommende Jahr ist ein erheblicher Anstieg der Ausgaben von fast 70 Milliarden Euro vorgesehen, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss hervorgeht. Diese lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

22.11.2020 • 17:45 Uhr

28.337 Neuinfektionen in Italien

Italien meldet 28.337 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle liegt den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge bei 562. Tags zuvor waren sowohl die Infektions- als auch die Todesfälle niedriger. Insgesamt verzeichnet Italien seit Ausbruch der Pandemie im Februar mehr als 1,4 Millionen Fälle und 49.823 Tote.

22.11.2020 • 17:25 Uhr

Merkel für weltweiten Bekämpfungsvertrag

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt sich für einen weltweiten Pandemie-Bekämpfungsvertrag ein. Die Covid-Krise sei eine globale Herausforderung, die nur von allen beantwortet werden könne, sagte sie zum Abschluss des G20-Gipfels. Die G20-Abschlusserklärung atme "den Geist der multilateralen Zusammenarbeit". "Das ist in dieser Zeit, so glaube ich, sehr wichtig."

22.11.2020 • 17:18 Uhr

Weil: Maßnahmen an regionaler Lage orientieren

Vor der nächsten Bund-Länder-Runde zu den Corona-Schutzmaßnahmen fordert Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil eine belastbare Planung für die Bürger mindestens bis Neujahr.

"Meine Prioritäten sind Klarheit und Verlässlichkeit - die Menschen müssen wissen, was im Dezember, in der Advents- und Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel möglich ist", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Was genau an Weihnachten und Silvester gelten werde, sei derzeit aber noch nicht absehbar.

"Wir brauchen zumindest oberhalb einer Inzidenz von 50 ein möglichst einheitliches und ausgewogenes Geflecht von Maßnahmen, die zur weiteren Eindämmung der Corona-Infektionen beitragen", meinte Weil als generelle Einschätzung. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Fällen auf 100 000 Einwohner gilt als kritischer Schwellenwert. "Bei einem länder- und regionsübergreifend in etwa gleich gelagerten Infektionsgeschehen sollte es überall vergleichbare Schutzmaßnahmen geben", schlug Weil vor. "Wenn sich die Infektionen aber stark unterschiedlich weiterentwickeln, werden wir schon im Hinblick auf die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes gar nicht umhinkommen, die Maßnahmen an der jeweiligen Infektionslage auszurichten."

Stephan Weil trägt Mundschutz | dpa

Niedersachsens Ministerpräsident Weil möchte, dass die Bürger die Advents- und Weihnachtszeit belastbar planen können. Bild: dpa

22.11.2020 • 16:12 Uhr

Regierung plant weitere Hilfen für Luftfahrtbranche

Die Bundesregierung will die Luftfahrtbranche noch einmal unterstützen. Das Bundesverkehrsministerium bestätigte entsprechende Pläne, über die das "Handelsblatt" zuvor berichtet hatte.

Der Zeitung zufolge will die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern und den Luftverkehrsverbänden eine Strategie entwickeln und mit anderen Staaten sogenannte "sichere Korridore" definieren. Dadurch sollen Langstreckenflüge wieder ermöglicht und die Einreisebeschränkungen aufgehoben werden. Auch sollen die Quarantäneregeln zugunsten von Testkonzepten ersetzt werden.

Ein erstes Treffen, an dem neben dem Verkehrsministerium auch das Innen- und das Wirtschaftsressort sowie das Auswärtige Amt teilnehmen sollen, ist demnach für Anfang Dezember geplant. Kurzfristig plane der Bund Hilfen von einer Milliarde Euro, hieß es weiter in dem Bericht. Das Geld soll demnach dem Hauptstadtflughafen BER, den Flughäfen der Länder sowie der Deutschen Flugsicherung zugute kommen.

22.11.2020 • 16:12 Uhr

USA rechnen Mitte Dezember mit Impfbeginn

Die Behörden in den USA rechnen bereits Mitte Dezember mit den ersten Corona-Impfungen. "Unser Plan ist es, die Impfstoffe binnen 24 Stunden nach der Zulassung an die Impfzentren liefern zu können", sagte der Leiter der Impfstoff-Arbeitsgruppe der US-Regierung, Moncef Slaoui, dem Sender CNN. 

Die US-Arzneimittelbehörde FDA wird Medienberichten zufolge zwischen dem 8. und dem 10. Dezember über die Zulassung von Corona-Impfstoffen entscheiden. Er rechne deshalb "vielleicht am zweiten Tag nach der Zulassung, am 11. oder 12. Dezember", mit den ersten Impfungen, erklärte Slaoui. 

Die Pharma-Unternehmen Pfizer und Moderna hatten zuletzt Erfolge bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs gemeldet. Ihre Impfstoffkandidaten weisen demnach eine Wirksamkeit von mindestens 95 Prozent auf.  Pfizer und ihr Mainzer Partner Biontech beantragten am Freitag bei der FDA eine Notfallzulassung ihres Impfstoffs. Es wäre die erste Zulassung eines Corona-Impfstoffs in den USA.

22.11.2020 • 15:49 Uhr

Coronavirus in französischer Nerz-Farm entdeckt

Auf einer Nerz-Farm in Zentralfrankreich sind mit dem Coronavirus infizierte Tiere entdeckt worden. 1000 Nerze sollen nun gekeult werden, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Betroffen ist demnach ein Betrieb im Departement Eure-et-Loire südwestlich von Paris. Insgesamt seien zwei Farmen in Frankreich getestet worden, eine davon negativ. Bei zwei weiteren werden die Ergebnisse erst im Laufe der Woche erwartet.

Positive Corona-Fälle bei Nerzen hat es zuvor bereits in Schweden, Griechenland und den Niederlanden gegeben. In Dänemark wurde festgestellt, dass das Virus mutiert ist. Experten befürchten, dass ein Impfstoff bei einer Rückübertragung auf den Menschen dann weniger wirksam sein könnte. Rund 17 Millionen Nerze sollten deshalb in Dänemark getötet werden. Dem Gesundheitsministerium in Kopenhagen zufolge ist das mutierte Virus "aller Wahrscheinlichkeit nach" ausgerottet.

22.11.2020 • 15:37 Uhr

Gesundheitssystem im Gazastreifen gerät an Grenzen

Experten warnen angesichts des starken Anstiegs der Corona-Infektionen im Gazastreifen vor einem Kollaps des ohnehin angeschlagenen Gesundheitssystems in der palästinensischen Enklave. "In zehn Tagen wird das Gesundheitssystem nicht mehr in der Lage sein, eine solchen Anstieg von Fällen zu bewältigen", sagte der Mikrobiologe Abdelraouf Elmanama, der zur Corona-Arbeitsgruppe im Gazastreifen gehört. Dann könne es Patienten geben, "die keinen Platz auf der Intensivstation finden".

Alarm schlägt auch die Weltgesundheitsorganisation. Deren Vertreter vor Ort, Abdelnaser Soboh, warnte, "dass wir innerhalb einer Woche nicht mehr in der Lage sein werden, uns um kritische Fälle zu kümmern".

Der Gazastreifen, wo etwa zwei Millionen überwiegend arme Menschen auf oft engem Raum zusammenleben, hat bisher 14.000 Corona-Fälle verzeichnet. Bisher wurden 65 Todesfälle bekannt. 79 der 100 Beatmungsgeräte werden dort aktuell bereits in Anspruch genommen.

22.11.2020 • 14:55 Uhr

Pendelei wegen strenger Homeoffice-Regeln: EU-Behörde in der Kritik

Mitarbeiter der EU-Kommission von Ursula von der Leyen dürfen trotz der Corona-Pandemie nur an ihrem Dienstort von zu Hause aus arbeiten. Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" führt dies dazu, dass etliche internationale Mitarbeiter ungeachtet von Reisewarnungen zwischen Brüssel und dem Wohnort ihrer Familie im Ausland hin und her pendeln. "Mobiles Arbeiten von außerhalb des Arbeitsortes ist prinzipiell verboten", zitiert die Zeitung eine Sprecherin der EU-Kommission. Dies gelte auch für den Herkunftsort.

Der Nachrichtenagentur dpa wurden die Informationen aus Kommissionskreisen bestätigt. Bei Härtefällen sind demnach aber Ausnahmen möglich. Zudem sollen in den zwei Wochen vor Weihnachten alle Mitarbeiter auch im Homeoffice im Ausland arbeiten können. Ein deutscher Mitarbeiter der EU-Kommission in Brüssel könnte demnach auch von Deutschland aus arbeiten und müsste nicht in seiner Brüsseler Wohnung sitzen.

Unter Abgeordneten des Deutschen Bundestages herrscht deswegen Unverständnis. "Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, sollte die Regel, dass Vollzeit-Angestellte der EU für Homeoffice-Arbeit nach Brüssel pendeln müssen, schnellstmöglich gekippt werden", zitierte die "Welt am Sonntag" den FDP-Politiker Gerald Ullrich.

22.11.2020 • 14:51 Uhr

Bund will im Jahr 2021 deutlich mehr Schulden machen

Der Bund will wegen der Corona-Pandemie im nächsten Jahr deutlich mehr Schulden machen als zunächst geplant. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) wolle mehr als 160 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen, berichtete die "Bild"-Zeitung vorab unter Berufung auf Ministeriumskreise.

Bisher waren rund 96 Milliarden Euro neue Kredite im nächsten Jahr geplant, um die Auswirkungen der Corona-Krise zu dämpfen. Nach Angaben der Zeitung steigen vor allem die Kosten für Wirtschaftshilfen in der Corona-Pandemie: Hier plane der Finanzminister nun fast 40 Milliarden Euro für Unternehmer ein, die unter dem Teil-Lockdown leiden.

22.11.2020 • 14:42 Uhr

Querdenken-Demo und Proteste in Hannover störungsfrei

Die Querdenken-Demonstration und die Gegenkundgebung des Bündnisses "Auf die Plätze" in Hannover sind nach Angaben der Polizei ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen. Die Veranstaltungen seien "insgesamt gut verlaufen", sagte ein Sprecher der Polizei.

Eine junge Rednerin der Querdenken-Demo sorgte allerdings für einen Eklat, als sie sich mit der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl verglich. Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Johanne Modder, zeigte sich empört. "Wenn die Geschwister Scholl oder auch Anne Frank für die Neonazi-Rhetorik einiger Teilnehmer herhalten müssen, ist dies grauenvoll", sagte Modder. Die vermehrten Holocaust-Vergleiche von Corona-Leugnern dürften nicht unwidersprochen hingenommen werden.

Zur Demonstration der Initiative "Querdenken 511" auf dem Opernplatz hatten sich der Polizei zufolge rund 650 Menschen versammelt. Gegen die Querdenken-Demo hätten insgesamt gut 300 Menschen demonstriert.

22.11.2020 • 14:19 Uhr

Protestzug gegen Corona-Politik in Berlin

Aus Protest gegen die Corona-Beschränkungen sind in Berlin erneut Menschen auf die Straße gegangen. Zu der als "Schweigemarsch" bezeichneten Demonstration kamen nach Schätzungen der Polizei rund 1000 Menschen zusammen - angemeldet waren rund 5000 Teilnehmer. Mehrere Hundert Gegendemonstranten versammelten sich und protestierten teils lautstark gegen die Gegner der Corona-Maßnahmen.

Die Polizei teilte via Twitter mit: "Unsere Kolleginnen und Kollegen setzen derzeit alles daran, dass die Versammlungen und die Gegenproteste regulär stattfinden können - auch durch Schieben, Drücken & Wegtragen". Rund 600 Polizisten waren am Sonntag in Berlin wegen der Demonstrationen im Einsatz.

Die Teilnehmer des "Schweigemarsches", der in Prenzlauer Berg startete und am Alexanderplatz enden soll, hielten sich der Polizei zufolge weitgehend an die Maskenpflicht. Vereinzelt seien Strafanzeigen geschrieben worden. An der Strecke standen immer wieder lärmende Menschen mit Kochtöpfen, die den Aufzug stören wollten. Gelegentlich ertönten "Nazis raus"-Rufe. Vermutlich aus Gruppen von Gegendemonstranten kam es kurzzeitig zu einer Sitzblockade und vereinzelt zu kleineren Rangeleien mit der Polizei. An der Schönhauser Allee versammelten sich nach ersten Schätzungen um die 200 bis 300 Menschen, die gegen den "Schweigemarsch" demonstrierten.

Demonstration gegen Corona-Politik | ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/Shutter

Begleitet von lautstarkem Gegenprotest haben sich Impfgegner auf den Weg durch Prenzlauer Berg gemacht, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren. Bild: ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/Shutter

22.11.2020 • 13:58 Uhr

Iran meldet 13.000 weitere Infektionen

Der Iran hat einen Tag nach Beginn neuer Corona-Maßnahmen etwas mehr als 13.000 Neuinfektionen und 475 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Damit stieg die Zahl der registrierten Ansteckungen auf rund 854.000 und die Zahl der Todesfälle auf rund 44.800. Der Iran gilt im Nahen Osten als das am stärksten von der Pandemie betroffene Land und kämpft bereits mit einer dritten Krankheitswelle. Am Samstag wurden nicht unbedingt notwendige Geschäfte geschlossen und Reisebeschränkungen verhängt.

22.11.2020 • 13:45 Uhr

Historischer Flohmarkt in Madrid wiedereröffnet

Der historische Flohmarkt Rastro in Madrid ist am Sonntag nach einer acht Monate langen Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie wiedereröffnet worden. Die städtischen Behörden stimmten zu, dass der Flohmarkt mit 50 Prozent seiner Kapazität wieder aufmachen darf. Eine Hälfte der 1000 Verkaufsstände wechselt sich an einem Sonntag mit der anderen ab. Es sind maximal 2700 Menschen zugelassen. Die Polizei bewacht mit Drohnen, dass es nicht zu voll wird. Den Rastro gibt es seit dem 18. Jahrhundert. Der Markt war lange ein Treffpunkt und Ort, an dem etwas getrunken werden konnte und zog Tausende Touristen und Einheimische an.

22.11.2020 • 13:41 Uhr

Papst ruft zu Unterstützung von notleidenden Familien auf

Papst Franziskus hat zu Nachbarschaftshilfe für notleidende Familien in der Corona-Krise aufgerufen. Viele seien in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, aber schämten sich, das zu zeigen, sagte er beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Das Kirchenoberhaupt lud die Gläubigen zu Gesten konkreter Solidarität ein: "Geht ihr und sucht, wo es Hilfsbedarf gibt, wo Jesus in Not ist", sagte Franziskus. Der Papst bezog sich damit auf die Botschaft des Sonntagsevangeliums, nach dem Christus als Weltenrichter jeden Menschen danach beurteilt, was er für die Ärmsten getan hat.

22.11.2020 • 13:03 Uhr

Müller: Maßnahmen können noch nicht aufgehoben werden

Auch der derzeitige Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD), hat eine Verlängerung des Teil-Lockdowns über Ende November hinaus in Aussicht gestellt. Die Vertreter der Länder stimmen sich an diesem Wochenende über ein gemeinsames Vorgehen in der Corona-Pandemie ab.

"Wir sind uns einig, dass schon viel erreicht wurde, aber nicht genug. Zwar konnte das exponentielle Wachstum ausgebremst werden, aber die Infektionszahlen sind weiterhin zu hoch", sagte Berlins Regierender Bürgermeister der Nachrichtenagentur dpa. "Vor diesem Hintergrund ist es aktuell nicht vorstellbar, dass wir die zuvor beschlossenen Maßnahmen nun schon aufheben können."

Der Abstimmungsprozess mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten laufe bisher sehr konstruktiv, so Müller. "Wie lange wir verlängern müssen und wie genau wir das ausgestalten, wird gerade untereinander besprochen. Wir sind auf einem guten Weg, so dass wir bis Mittwoch eine Beschlussvorlage erarbeitet haben, über die Bund und Länder dann noch einmal gemeinsam beraten."

 Tische und Stühle stehen vor einer Pizzeria auf der Lister Meile in Hannover | dpa

Auch der derzeitige Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Müller, will den Teil-Lockdown noch nicht aufheben. Bild: dpa

22.11.2020 • 12:56 Uhr

Nur 25.000 vollausgebildete Intensivpflegekräfte

In Deutschlands Kliniken gibt es nach einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" weniger vollausgebildete Intensivpflegekräfte als Intensivbetten. In Zahlen bedeute dies, dass auf 25.000 Pflegende knapp 28.000 Betten kämen, schrieb das Blatt mit Verweis auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Kordula Schulz-Asche. Bei 24-Stunden-Betreuung an sieben Tagen die Woche käme bei Vollbelegung demnach im Schnitt maximal eine Vollzeitkraft auf fünf Intensivbetten.

Pflegeexpertin Schulz-Asche nannte die geringe Zahl an Fachpflegekräften eines der größten Risiken in der Corona-Pandemie. "Der jahrelange, bekannte Mangel besonders an Pflegefachkräften droht uns nun in der Pandemiebekämpfung an die Belastungsgrenzen des Gesundheitssystems zu bringen", sagte sie der Zeitung. Sie forderte, eine wissenschaftliche Personalbemessung für die Pflege im Krankenhaus einzuführen, die sich am Pflegebedarf ausrichte.

22.11.2020 • 12:52 Uhr

Regierung will neues Konzept für kriselnden Luftverkehr

Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge ein neues Konzept für den in der Corona-Krise schwer gebeutelten Luftverkehr entwickeln. Ziel sei es, dass die Branche mit dem Ostergeschäft 2021 wieder Geld verdiene, berichtete das "Handelsblatt" vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Dazu wolle das Bundesverkehrsministerium mit dem Innen- und das Wirtschaftsressort sowie dem Auswärtigen Amt Anfang Dezember erstmals beraten.

Gemeinsam mit Bundesländern und Luftverkehrsverbänden solle eine Strategie entwickelt werden, mit der sich der Luftverkehr zügig wieder erholen könne. Ziel sei es, mit anderen Staaten sogenannte "sichere Korridore" zu definieren, um Langstreckenflüge wieder zu ermöglichen und die Einreisebeschränkungen aufzuheben. Auch könnten Quarantäneregeln zugunsten von Testkonzepten ersetzt werden.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte jüngst ein Rettungspaket von rund einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt - etwa für den Hauptstadtflughafen BER, die Flughäfen der Länder sowie die Deutsche Flugsicherung.

22.11.2020 • 12:48 Uhr

600 Polizisten bei Demo in Berlin gegen Corona-Politik

Rund 600 Polizisten begleiten heute eine Versammlung in Berlin gegen die Corona-Politik sowie Gegendemonstrationen. Das teilte die Polizei am Mittag via Twitter mit. Zu einer als "Schweigemarsch" bezeichneten Demonstration, die in Prenzlauer Berg starten sollte, sind rund 5000 Teilnehmer angemeldet. Zu deren Forderungen zählen mehr Selbstbestimmung im Kampf gegen die Pandemie, weniger Einschränkungen durch Regierungsverordnungen und ein Verzicht auf Impfungen.

Am vergangenen Mittwoch hatten in Berlin mehrere Tausend Menschen am Brandenburger Tor gegen die Corona-Politik protestiert. Wasserwerfer waren im Einsatz. Es gab nach Polizeiangaben 365 vorläufige Festnahmen, 77 Polizisten wurden verletzt.

22.11.2020 • 12:15 Uhr

Berliner Silvesterparty wohl ohne Publikum

Die traditionelle Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor in Berlin steht wegen der Corona-Pandemie vor der Absage. Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte der "Berliner Morgenpost": "Es wird keine Riesenpartys und Familientreffen geben können. Sonst droht uns die nächste Infektionswelle im Februar."

Die Silvesterparty zog in den vergangenen Jahren jeweils mehrere Hunderttausend Menschen an. Die Veranstalter haben "die größte offizielle Silvesterparty Deutschlands" bisher nicht abgesagt. Auf der Internetseite wird lediglich darauf hingewiesen, dass das geplante Konzept eine Anmeldung zur Party verlange. Laut "Berliner Morgenpost" hatten die Veranstalter zuletzt gehofft, mit der offiziell noch zulässigen Höchstzahl von 5.000 Menschen am Brandenburger Tor feiern zu können. Inzwischen sei nur noch ein Geisterkonzert ohne Publikum geplant, das vom ZDF übertragen wird.

Silvester am Brandenburger Tor | dpa

Die Silvesterparty am Brandenburger Tor wird wohl ohne Publikim stattfinden. Bild: dpa

22.11.2020 • 12:09 Uhr

Spahn schlägt Schnelltests in Schulen vor

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlägt zur Eindämmung von Corona in Schulen den Einsatz von Schnelltests vor. Bei Auftreten eines Infektionsfalls solle umgehend die betroffene Klasse in die häusliche Isolation geschickt werden, sagte der CDU-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland laut Vorabbericht.

"Nach negativen Schnelltests am fünften Tag könnten die Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule zurückkehren." Ob das aus Sicht der Länder vor Ort umsetzbar sei, müsse am Mittwoch besprochen werden, sagte der Minister mit Blick auf die geplanten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder. Es gelte, pragmatische Lösungen zu finden und die Schließung ganzer Schulen zu verhindern.

Jens Spahn | dpa

Bundesgesundheitsminister Spahn schlägt den Einsatz von Schnelltests in Schulen vor. Nach negativen Tests am fünften Tag könnten die Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule zurückkehren, so Spahn. Bild: dpa

22.11.2020 • 12:01 Uhr

WHO-Experte warnt Europa vor dritter Welle

Ein Covid-19-Experte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt die europäischen Regierungen vor einer dritten Welle. "Sie haben es versäumt, die notwendige Infrastruktur in den Sommermonaten aufzubauen, nachdem sie die erste Welle unter Kontrolle gebracht hatten", sagte David Nabarro von der WHO in einem Interview mit Schweizer Zeitungen. "Jetzt ist die zweite Welle da. Wenn Sie nicht jetzt die notwendige Infrastruktur aufbauen, werden wir Anfang kommenden Jahres eine dritte Welle haben."

22.11.2020 • 11:53 Uhr

Selbst ernannte "Sophie Scholl" bei Corona-Demo in Hannover

Bei der "Querdenken"-Demonstation gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag in Hannover hat eine Rednerin mit einem Auftritt als selbst ernannte "Sophie Scholl" heftige Reaktionen im Netz ausgelöst. Auf einem Video, das bei Twitter bis zum Sonntagmorgen über eine Million Mal angeklickt und mehrere Tausend Male kommentiert wurde, ist eine junge Frau zu sehen, die auf einer kleinen Bühne in der Nähe der Oper zum Publikum spricht. "Ich fühle mich wie Sophie Scholl, da ich seit Monaten hier aktiv im Widerstand bin, Reden halte, auf Demos gehe, Flyer verteile", sagt sie - und vergleicht sich dabei mit der von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpferin.

Nach wenigen Sätzen taucht ein junger Mann vor der Bühne auf. "Für so einen Schwachsinn mache ich doch keinen Ordner mehr", protestiert er und reicht der Frau sein orangefarbenes Leibchen. Es handele sich um eine "Verharmlosung vom Holocaust", die "mehr als peinlich" sei.

22.11.2020 • 13:18 Uhr

Corona-Massentest in Südtirol: Einige tausend Infizierte gefunden

Bei dem dreitägigen Corona-Massentest in der norditalienischen Provinz Südtirol haben einige tausend Menschen von ihrer Infektion erfahren. Bis Sonntagvormittag hatten in der kleinen Alpen-Provinz fast 270.000 Bürger und Bürgerinnen einen kostenlosen Abstrich machen lassen. Wie die Behörden mitteilten, erhielten bis 10 Uhr insgesamt 2626 Teilnehmer (ein Prozent) ein positives Corona-Resultat. Die zentrale Phase der freiwilligen Reihenuntersuchung läuft bis Sonntagabend.

Ein medizinischer Mitarbeiter in Schutzkleidung führt einen Corona-Test an einem Mann durch | dpa

Bis zum Vormittag hatten fast 270.000 Bürger und Bürgerinnen einen kostenlosen Abstrich machen lassen. Bild: dpa

Danach war geplant, dass die Südtiroler noch für weitere 72 Stunden bei Ärzten und an einigen anderen Orten an der Aktion teilnehmen können. Die Landesregierung will damit die zweite Corona-Welle schneller brechen: Virusträger, die nichts von ihrer Infektion ahnen, sollen entdeckt werden. Sie gelten als gefährliche Ansteckungsquelle. In der Provinz Bozen-Südtirol, über die ein Teil-Lockdown verhängt ist, leben gut eine halbe Million Menschen. Die Behörden wollten mit "Südtirol testet" etwa 350.000 Menschen erreichen.

22.11.2020 • 10:57 Uhr

Macron stellt Lockerung des Lockdowns in Aussicht

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellt angesichts sinkender Corona-Infektionen eine schrittweise Lockerung der seit 30. Oktober geltenden Kontaktbeschränkungen in Aussicht. "Es geht darum, die Regeln für den Lockdown anzupassen, wenn sich die gesundheitliche Lage verbessert", sagte Regierungssprecher Gabriel Attal dem "Journal Du Dimanche", der für Dienstag eine Rede Macrons zur aktuellen Pandemie-Situation ankündigte. Gleichzeitig müsse ein erneutes Aufflammen der Epidemie vermieden werden. Dazu wolle Macron eine Perspektive für die kommenden Wochen aufzeigen - "insbesondere dazu, wie wir unsere Strategie anpassen".

Emmanuel Macron | AFP

Frankreichs Präsident Macron stellt angesichts sindender Infektionen eine schrittweise Lockerung der Kontaktbeschränkungen in Aussicht. Bild: AFP

Eine Lockerung ist demnach in drei Stufen geplant. Ein erster Schritt solle um den 1. Dezember herum erfolgen, der nächste dann noch vor den Feiertagen zum Jahresende. Ab Januar 2021 sei dann die dritte Stufe geplant. Beim zweiten landesweiten Lockdown Frankreichs, der am 30. Oktober begann, hatte Macron von einer Dauer von mindestens vier Wochen gesprochen. Seither müssen etwa Restaurants, Bars und viele nicht lebensnotwendige Geschäft geschlossen bleiben.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Frankreich stieg am Samstag um 17.881 und lag damit deutlich unter den am Freitag gemeldeten 22.882.

22.11.2020 • 10:34 Uhr

Drei Schweizer Weltcup-Skirennfahrer mit Coronavirus infiziert

Die Schweizer Skirennfahrer Loic Meillard, Marco Odermatt und Justin Murisier haben sich mit den Coronavirus infiziert und werden in der Quarantäne die nächsten Rennen verpassen. Meillard und Odermatt gehören zu den besten Technikern im Weltcup und hatten in der vorigen Saison auch Rennen gewonnen.

Nach Angaben des Schweizer Verbandes vom Wochenende haben die drei Athleten "leichte bis gar keine Erkältungssymptome". Sie können beim Parallel-Slalom am nächsten Freitag in Lech/Zürs nicht starten. Die anderen Rennfahrer des Teams gaben negative Tests ab, wie es weiter hieß.

22.11.2020 • 10:28 Uhr

Junge Union-Chef mahnt bessere Voraussetzungen für Homeschooling an

Die Junge Union (JU) hat Bund und Länder dazu aufgerufen, bei den Beratungen über die weiteren Corona-Maßnahmen am Mittwoch bessere Voraussetzungen für das Homeschooling zu schaffen. "Wir müssen jetzt alles dafür tun, damit der digitale Unterricht in Deutschland funktioniert", sagte JU-Chef Tilman Kuban den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Nur dann lassen sich ältere Schüler oder Berufsschüler verantwortungsvoll ins Homeschooling schicken."

JU-Chef Kuban beklagte ausbleibende Fortschritte über den Sommer. Nun gelte es, Hindernisse für die Digitalisierung der Schulen zu beseitigen. Als Beispiel nannte er den finanziellen Eigenanteil der Kommunen beim Digitalpakt für die Schulen. Für jüngere Schüler müsse der Präsenzunterricht oberste Priorität behalten. "Es darf keine Corona-Generation geben", warnte Kuban. Der JU-Vorsitzende regte den flächendeckenden Einsatz von Luftfiltern in allen Schulen an. Dies dürfe "nicht an den Kosten scheitern".

Eine Schülerin beim lernen | dpa

Der digitale Unterricht in Deutschland bzw. Homeschooling müsse besser werden, fordert der JU-Chef Kuban. Bild: dpa

22.11.2020 • 10:17 Uhr

Merz kritisiert Ausgestaltung der Corona-Novemberhilfen

Der CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat Finanzminister Olaf Scholz (SPD) einen "Schnellschuss" bei den Novemberhilfen für Wirtschaftsbranchen im Teil-Lockdown vorgeworfen. "Da muss nachgearbeitet werden", sagte Merz dem Berliner "Tagesspiegel".

Ihn überzeugten die Hilfen in der gegenwärtigen Form nicht. Die Bundesregierung hatte Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe sowie Solo-Selbstständige wie Künstler zugesagt, die von behördlich angeordneten Schließungen wegen der Corona-Pandemie betroffen sind. Es sollen Zuschüsse bis 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November 2019 gewährt werden.

Merz sagte: "Natürlich muss man den Betroffenen helfen, ohne Frage. Der Umsatz ist aber der unschärfste Maßstab für einen Schadenersatz oder für den Verdienstausfall." Es gebe erhebliche Ungereimtheiten. "Nehmen Sie etwa einen selbstständigen Konzertveranstalter", sagte Merz. "Der macht vielleicht fünf Prozent Gewinn am Umsatz, bekommt jetzt aber 75 Prozent eines Monatsumsatzes erstattet. Das ist völlig jenseits aller Schäden, die er erleidet." Und alle weiteren Selbstständigen, die der Konzertveranstalter davon hätte bezahlen müssen - Bühnenbauer, Techniker, Künstler -, bekämen auch noch einmal 75 Prozent ihres Umsatzes erstattet. "Umsatz und Ertrag sind eben zwei verschiedene Dinge", sagte Merz.

22.11.2020 • 09:56 Uhr

Scholz und Söder für Verlängerung des Lockdowns

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordern im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eine Verlängerung des Lockdowns. "Alles spricht dafür, dass die aktuellen Beschränkungen über den 30. November hinaus noch eine Zeit lang fortgesetzt werden müssen", sagte Scholz der "Bild am Sonntag" einem Vorabbericht zufolge. Dann müssten die bislang gezahlten Hilfen ebenfalls weiter verlängert werden.

Söder sprach sich für eine Verlängerung der Maßnahmen bis kurz vor Weihnachten aus. "Auf jeden Fall zwei oder besser drei Wochen", sagte er dem Blatt. Für Entwarnung sieht der bayerische Ministerpräsident keinen Anlass. "Die Welle ist gebrochen, aber leider sinkt die Zahl der Neuinfektionen nicht", sagte Söder der "BamS". "Stattdessen laufen die Intensivstationen weiter voll und die Zahl der Todesfälle steigt." Man müsse "der Wahrheit ins Auge sehen: Es reicht einfach noch nicht aus."

Wenn die Menschen bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie jetzt "die Geduld verlieren, dann geht alles wieder von vorne los und wir landen am Ende bei noch härteren Maßnahmen", warnte Söder. "Wer mitten in einer medizinischen Therapie abbricht, riskiert einen schweren Rückfall. Lieber jetzt einen längeren Lockdown als eine komplette Ausgangsbeschränkung über Weihnachten."

22.11.2020 • 09:56 Uhr

EKD-Ratsvorsitzender: Corona zeigt, wie verletzlich wir sind

Die Corona-Pandemie führt den Menschen nach Ansicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, ihre Verletzlichkeit klar vor Augen. In einem Fernsehgottesdienst zum Totensonntag, den das ZDF aus der Johanniskirche in Eltville-Erbach im Rheingau übertrug, zog der bayerische Landesbischof als Lehre aus der Pandemie, "dass wir nicht die Kontrolle über alles haben".

Auch mit unseren materiellen und technischen Möglichkeiten seien nicht alle Probleme zu lösen. "Wir haben in diesem Pandemie-Jahr erlebt, wie das Alte weggebrochen ist, wie ein ganzes Lebensgefühl ins Wanken geraten ist", sagte Bedford-Strohm laut Predigttext.

22.11.2020 • 09:37 Uhr

Kinderpsychiater: Entwicklung durch Corona nicht nachhaltig gestört

Die Corona-Pandemie zeigt nach Erkenntnissen von Psychiatern bisher geringere Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen als befürchtet. "Es gibt aktuell keine Anhaltspunkte, dass sich in der psychischen Entwicklung der jungen Menschen etwas nachhaltig verändern könnte", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Michael Kölch, der Nachrichtenagentur dpa.

Trotz der Pandemie, die nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche oftmals lästig, oft aber auch belastend sei, finde die normale geistige Entwicklung weiter statt. Der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Unimedizin Rostock warnte auch davor, über mögliche Langzeitfolgen zu spekulieren. Das wäre wissenschaftlich nicht haltbar. "Dazu muss man jetzt Studien machen." Es sei sein Ziel, solche medialen Aspekte der Corona-Pandemie zu "entkatastrophieren".

22.11.2020 • 09:21 Uhr

Umfrage: Angst vor einsamen Corona-Weihnachten geht um

Die Corona-Krise beeinflusst auch die Sorgen der Bevölkerung mit Blick auf Weihnachten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) unter rund 1000 Menschen in Deutschland. Mehr als die Hälfte der von Forsa Befragten (54 Prozent) bedrückt die Angst, dass ein Familienmitglied die Feiertage im Bett oder gar in einer Klinik verbringen muss - sei es wegen Covid-19 oder einer anderen Krankheit. 41 Prozent befürchten, das Fest wegen der Pandemie im kleinen Kreis oder sogar allein feiern zu müssen. Fast jeder Vierte (23 Prozent) sorgt sich, über die Feiertage nicht verreisen zu können. In einer vergleichbaren Umfrage vor zwei Jahren hatten 44 Prozent Angst vor Krankheit an Weihnachten, nach Einsamkeit oder Reisen wurde damals nicht gefragt.

Der Andrang in den Innenstädten belastete 2018 fast die Hälfte, Anfang November 2020 nur noch knapp ein Drittel der Befragten - heute wohl eher aus Angst, sich anzustecken. In manchen Punkten werden die Menschen in Corona-Zeiten offenbar gelassener: Von der Essensplanung und dem Anspruch auf ein perfektes Fest fühlen sich nur noch 10 Prozent unter Druck gesetzt (2018: 17 Prozent).

22.11.2020 • 09:09 Uhr

Republikanische Senatorin nach Wahlkampfauftritt mit Pence in Quarantäne

Sechs Wochen vor den Stichwahlen um zwei Senatsmandate im US-Bundesstaat Georgia hat sich eine der republikanischen Kandidatinnen in Corona-Quarantäne begeben. Die Senatorin Kelly Loeffler habe sich nach einer möglichen Corona-Infektion isoliert, teilte ihr Wahlkampfteam mit. Loeffler war am Freitag an der Seite des scheidenden US-Vizepräsidenten Mike Pence und ihrem republikanischen Senatoren-Kollegen David Perdue aufgetreten, der sich ebenfalls um eine Wiederwahl in den Senat bewirbt.

Kelly Loeffler | AP

Die republikanische Senatorin Kelly Loeffler befindet sich in Corona-Quarantäne. Bild: AP

Loeffler habe am Freitagmorgen einen Corona-Schnelltest gemacht, der negativ ausgefallen sei, teilte das Wahlkampfteam der Senatorin mit. Sie habe daher an der Wahlkampfveranstaltung mit Pence und Perdue am Abend teilgenommen. Später sei sie darüber informiert worden, dass ein ebenfalls am Freitagmorgen vorgenommener PCR-Test ein positives Ergebnis angezeigt habe. Ein weiterer Test am Samstagmorgen sei uneindeutig ausgefallen.  Die Senatorin bleibe in Quarantäne, bis ein eindeutiges Testergebnis vorliege, hieß es weiter. Covid-19-Symptome zeige sie nicht.

22.11.2020 • 09:06 Uhr

Bundesmillionen für Lehrerlaptops können bald fließen

Die 500 Millionen Euro des Bundes zur Anschaffung von Dienstlaptops für Lehrer können nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bald fließen. Mit den Bundesländern sei nun die dafür notwendige Verwaltungsvereinbarung getroffen worden. Diese muss jeweils in den Ländern unterschrieben werden, dann von der Bundesbildungsministerin, bevor die Mittel freigegeben werden können. Das komplizierte Verfahren hängt mit dem deutschen Föderalismus zusammen. Für Bildung und ihre Schulen sind die Länder jeweils selbst zuständig. Der Bund darf eigentlich nicht mitreden und nicht einfach Geld zuschießen, weshalb solche Bund-Länder-Vereinbarungen nötig werden.

"Ich hoffe, dass nun bald flächendeckend Lehrerlaptops aus dem Programm angeschafft werden können", sagte Karliczek der Nachrichtenagentur dpa. Im Zweifelsfall werde dies auch dazu beitragen, dass Distanzunterricht in der Corona-Pandemie erleichtert werde.

22.11.2020 • 08:09 Uhr

Brandenburgs Regierungschef für Planungssicherheit

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke pocht in der Corona-Krise auf Regeln mit längerer Gültigkeit. "Wir müssen den Unternehmen und den Menschen im Land eine gewisse Planungssicherheit geben", sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur KNA. Mit Blick auf Heiligabend in gut einem Monat fragte er: "Was kann man tun, damit die Menschen in ihrem Umfeld Weihnachten feiern können? Was muss vorher passieren, was muss eventuell danach passieren?" Woidke versprach, mehr Verlässlichkeit geben zu wollen, zum Beispiel auch dahingehend, dass die Schulen offenblieben. "Das alles gleichzeitig zu erreichen, wird nicht leicht", schränkte der Regierungschef ein und versicherte dabei: "Wir machen uns das nicht leicht. Die Probleme der Menschen sind uns bewusst. Vielen drückt es auf die Seele."

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs am Mittwoch im Lichte der dann aktuellen Corona-Zahlen zwei Wochen nach ihrer vorherigen Runde erneut über weitere Konsequenzen und Möglichkeiten beraten, verteidigte Woidke indes. Das Ringen um den besten Weg führe am Ende oft zu genau den richtigen Maßnahmen. "Es hilft nichts, mit Schnellschüssen zu agieren und sie dann wieder zurückzunehmen." Man habe im November schon einen Erfolg zu verzeichnen, da das exponentielle Wachstum gestoppt werden konnte. "Aber die Zahlen sind weiterhin noch viel zu hoch", warnte der SPD-Politiker.

22.11.2020 • 08:08 Uhr

Günther für infektionsabhängige Maßnahmen in den Ländern

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind aus Sicht des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther bundesweit einheitliche Regeln unabdingbar. "Das bedeutet aber nicht, dass jedes Land die gleichen Maßnahmen ergreifen muss", sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa im Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch. Dies hänge von den Infektionszahlen ab.

Schleswig-Holstein bewege sich bei den Infektionszahlen auf einem deutlich niedrigeren Niveau als Deutschland insgesamt, betonte Günther. "Da wollen wir schon in unserem Land Möglichkeiten haben, angemessen und sachgerecht darauf zu reagieren." Dies bringe das Land in die Beschlussvorlage der Länder auch ein. Auf die Frage, wie weit regionale Differenzierungen gehen können, sagte Günther: "Wichtig ist, dass wir entsprechende Möglichkeiten für die Länder haben." Er würde jetzt aber auch nicht ausschließen, auch innerhalb des Landes zu differenzieren. Auch dies hänge vom Infektionsgeschehen ab. Auch in Zeiten mit niedrigeren Infektionszahlen sei im Land differenziert worden. So seien beim Überschreiten bestimmter Schwellenwerte wie 35er- oder 50er-Inzidenz härtere Maßnahmen ergriffen worden. Als Beispiele nannte Günther Sperrstunden für Gaststätten und die Pflicht zum Tragen von Masken auch in der Grundschule. "Ich halte es zumindest für denkbar, in einer solchen Art und Weise weiterhin zu differenzieren."

Zur Frage, ob es möglich sein wird, im Dezember wieder Gaststätten zu öffnen, wolle er derzeit keine Prognose abgeben, sagte der Ministerpräsident. Hier müsse auch die weitere Entwicklung der Infektionszahlen abgewartet werde.

22.11.2020 • 06:48 Uhr

Lambrecht hält Priorisierung bei Impfungen für rechtssicher

Justizministerin Christine Lambrecht hält es rechtlich für unproblematisch, wenn einige Menschen erst später gegen das Coronavirus geimpft werden als andere. "Es geht bei der Verteilung des Impfstoffs darum, dass solche Entscheidungen nach nachvollziehbaren und sachgerechten Kriterien getroffen werden", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Es sei absolut nachvollziehbar, wenn Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger sowie besonders gefährdete Menschen in Pflegeheimen zuerst drankämen, da es derzeit darum gehe, ob das Gesundheitssystem durchhalte. "Ich denke, eine solche Entscheidung wird auch gerichtsfest sein", sagte die SPD-Politikerin. Ob es einzelne Klagen geben werde, könne sie nicht einschätzen, sagte Lambrecht. Sie gehe aber davon aus, dass die Auswahlentscheidung einer gerichtlichen Überprüfung standhalten werde.

Eine Verpflichtung zur Impfung schloss die Justizministerin aus. "Eine Impfpflicht wird es bei der Corona-Schutzimpfung nicht geben", betonte sie. Eine solche würde aus ihrer Sicht stark in Grundrechte eingreifen, vor allem in das Recht auf körperliche Unversehrtheit. "Einen solchen Schritt will hier niemand gehen", sagte Lambrecht. Sie habe allerdings auch den Eindruck, dass ein so großes Interesse an der Impfung bestehe, dass man darüber überhaupt nicht nachdenken müsse.

Nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums müssten rund 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen und eine Ausbreitung des Virus weitgehend zu verhindern.

22.11.2020 • 06:46 Uhr

Experten rechnen mit stärkerem Winterblues

In der Corona-Pandemie mit ihren Beschränkungen dürften die Menschen mehr als sonst unter Winterblues und Winterdepressionen leiden. Ärzte in China hätten schon in der ersten Phase der Pandemie häufiger Ängste, Depressionen und Schlafstörungen festgestellt, eine österreichische Studie gehe gar von einer Verfünffachung der depressiven Störungen aus, sagt Detlef Dietrich, Ärztlicher Direktor und leitender Arzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Burghof-Klinik in Rinteln.

"Depressive leiden deutlich stärker", betont er. Ängste, allgemeines Stressgefühl und Depressionen hätten in der Krise "signifikant zugenommen", vor allem jüngere Menschen zwischen 20 und 50 Jahren seien betroffen. Grund sei vermutlich, dass sie unter der Mehrfachbelastung litten, sich um Kinder und Eltern kümmern zu müssen: "Es ist zu vermuten, dass solche Belastungen insgesamt die Zahl depressiv Erkrankter ansteigen lassen."

22.11.2020 • 06:44 Uhr

Tesla-Arbeiter von Ausgangssperre in Kalifornien ausgenommen

Elon Musk hat für seinen Elektroauto-Konzern Tesla den Status als systemrelevantes Unternehmen erkämpft: Wie die kalifornischen Behörden mitteilten, sind die Arbeiter von Tesla von einer nächtlichen Ausgangssperre in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat ausgenommen. "Die eingeschränkte Anordnung zum Zuhausebleiben wird nicht auf Arbeitnehmer angewendet, die als essentielle Arbeiter eingestuft werden", erklärte die kalifornische Behörde für öffentliche Gesundheit. Fabrikarbeiter seien solche "wesentlichen Arbeitskräfte".

Seit Samstagabend (Ortszeit) bis zum 21. Dezember gilt für rund 94 Prozent der kalifornischen Bevölkerung eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 05.00 Uhr. Betroffen ist auch Alameda, wo Tesla seine Elektro-Autos zusammenschrauben lässt. Im Mai war Tesla-Gründer Musk mit den Behörden über damalige Corona-Restriktionen in Streit geraten. Er drohte, den Tesla-Hauptsitz und künftige Projekte in anderen Bundesstaaten anzusiedeln, sollte sein Werk nicht vollständig seine Arbeit wieder aufnehmen können. Via Twitter kündigte Musk damals an, dass die Tesla-Produktion nun wieder anlaufe und die Behörden ja versuchen könnten, ihn aufzuhalten. Die Nachfrage nach den klimafreundlichen E-Autos von Tesla ist enorm gestiegen. Dieses Jahr will die Firma eine halbe Million Wagen ausliefern.

22.11.2020 • 05:28 Uhr

RKI meldet 15.741 registrierte Neuinfektionen

In Deutschland steigt die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen um 15.741 auf 918.269, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Im Vergleich zum Wert vor einer Woche sind das demnach 1206 Infektionen weniger. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 16.947 gelegen. Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Oktober und Anfang November stark gestiegen war, war der Wert zuletzt vergleichsweise stabil. Einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen gibt es aber bislang nicht, obwohl seit Anfang November ein Teil-Lockdown in Deutschland gilt.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 918.269 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Sonntag um 138 auf insgesamt 14.022. Das RKI schätzt, dass etwa 603.800 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut aktuellem RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,07 (Vortag: 1,05). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, ungefähr eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

22.11.2020 • 03:06 Uhr

US-Behörde erteilt Corona-Mittel von Regeneron Notfallzulassung

Die US-Behörden haben dem Biotech-Unternehmen Regeneron eine Notfallzulassung für sein Mittel gegen Corona-Infektionen erteilt. Der experimentelle Antikörper-Cocktail REGN-COV2 der US-Firma könne dazu beitragen, einen Krankenhausaufenthalt von Corona-Patienten zu verhindern, und dadurch das Gesundheitssystem entlasten, erklärte Stephen Hahn von der US-Arzneimittelbehörde FDA.

Mit dem Mittel war US-Präsident Donald Trump bei seiner Covid-19-Erkrankung Anfang Oktober behandelt worden. Kurz darauf beantragte Regeneron bei der FDA die Erlaubnis zum Einsatz seines Medikaments bei Covid-19-Patienten mit leichten und mittelschweren Symptomen

22.11.2020 • 01:44 Uhr

GEW für kostenlose Masken für Schüler und Lehrkräfte

Die Bildungsgewerkschaft GEW hat zum Schutz gegen Corona-Infektionen im Unterricht kostenlose Alltagsmasken für Schüler und Lehrer ins Gespräch gebracht. Auf Wunsch sollten Lehrkräfte auch die sichereren FFP2-Schutzmasken erhalten, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es ist Aufgabe des Arbeitgebers, für die notwendigen Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen der Beschäftigten, aber auch der Kinder und Jugendlichen zu sorgen."

Sie bekräftigte zudem die Forderung ihrer Gewerkschaft nach Wechselunterricht, also einer Teilung der Klassen und einem Wechsel von Präsenzunterricht in der Schule und Distanzunterricht zuhause.

22.11.2020 • 01:44 Uhr

England will nach Lockdown auf regionale Maßnahmen setzen

Der britische Premierminister Boris Johnson will den Corona-Lockdown in England nicht verlängern. Die Restriktionen liefen am 2. Dezember nach vier Wochen aus, teilte Downing Street mit. Der Premier werde dies am Montag verkünden und einen Drei-Stufen-Plan für Corona-Beschränkungen auf regionaler Ebene vorstellen. Der Lockdown der vergangenen Wochen habe "geholfen, das Virus wieder unter Kontrolle zu bringen" und den Druck auf den Nationalen Gesundheitsdienst NHS zu verringern, hieß es von der Regierung in London.

In den vergangenen Wochen mussten nicht dringend notwendige Geschäfte in England schließen. Die Menschen sollten ihr Zuhause nur noch für das Nötigste verlassen. Nach dem Ende des Lockdown plant die Regierung, die Zahl der Gebiete mit strengeren Vorkehrungen zu erhöhen, um die durch den Lockdown erzielten Fortschritte in der Pandemie-Bekämpfung zu sichern. Der Plan soll heute in einer Kabinettssitzung besprochen und morgen dem Parlament vorgelegt werden. Am Donnerstag werde dann mitgeteilt, "welche Stufe der Restriktionen in jeder Region gilt", hieß es in der Mitteilung. Die Regierung will für England auch Empfehlungen abgeben, unter welchen Umständen Familienfeiern zu Weihnachten stattfinden sollten.

Großbritannien hat die höchste Zahl an Corona-Toten in Europa: Mehr als 54.600 Infizierte starben hier bereits. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden auf regionaler Ebene entschieden. Schottland hat gerade die Restriktionen für elf Gebiete verschärft, Nordirland hat einen weiteren zweiwöchigen Lockdown beschlossen, der am 11. Dezember endet.