Bernd Wiegand, Oberbürgermeister von Halle | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Bürgermeister von Halle gibt Impfung zu ++

Stand: 06.02.2021 23:24 Uhr

Halles parteiloser Oberbürgermeister Bernd Wiegand und zehn Stadträte haben entgegen der offiziellen Reihenfolge Corona-Impfungen erhalten. Venedig feiert von heute an Karneval im Internet. Alle Entwicklungen im Liveblog vom Samstag zum Nachlesen.

  • RKI: 10.485 Corona-Neuinfektionen und 689 neue Todesfälle
  • Dänemark verschärft Einreiseregeln
  • Montgomery kritisiert Empfehlung des Ethikrats
  • Einzelhandel fordert "Öffnungsperspektive"
  • Politiker und Experten werden zunehmend bedroht
  • Sachsen-Anhalts Regierung kritisiert Verstöße gegen Impfreihenfolge
6.2.2021 • 23:24 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute schließen wir den Liveblog. Danke für Ihr Interesse.

6.2.2021 • 19:32 Uhr

Karneval in Köln: Dreigestirn besucht Seniorenheim

Das Kölner Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau hat ein Seniorenheim besucht. Die drei "Tollitäten" sprachen dort mit Personal und Bewohnern. Eine Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval sagte, angesichts der Corona-Pandemie hätten die meisten Termine online stattfinden müssen. Besuche, die einen sozialen Charakter hätten, seien jedoch wenn möglich beibehalten worden, natürlich immer unter Beachtung aller Corona-Regeln. So konnten die Bewohner des Heims dem Dreigestirn von Fenstern oder Balonen aus zuwinken.

Das Kölner Dreigestirn auf einer Bühne vor einem Seniorenheim. | dpa

Das Kölner Dreigestirn trat vor einem Seniorenheim auf. Bild: dpa

6.2.2021 • 19:24 Uhr

Handball-Mannschaft des THW Kiel in Quarantäne

Aufgrund eines positiven Corona-Tests bei einem Spieler des deutschen Handball-Meisters THW Kiel muss das für Sonntag angesetzte Bundesliga-Spiel gegen den SC DHfK Leipzig verlegt werden. Auch die Champions-League-Partie der Kieler beim HC Motor Saporoschje in der Ukraine findet nicht statt. Das teilte der THW Kiel mit. Der betroffene Spieler, dessen Namen der Verein nicht nannte, sei sofort isoliert worden. Er zeige bisher keine Symptome. Nach Rücksprache mit den Gesundheitsämtern sei der komplette Kader "vorsorglich unter Quarantäne gestellt" worden.

6.2.2021 • 18:52 Uhr

Sachsen-Anhalt: Kritik an Verstößen gegen Impfreihenfolge

Nach mehreren bekanntgewordenen Verstößen gegen die Impfreihenfolge in Sachsen-Anhalt hat Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) die Verantwortlichen kritisiert. "Ich habe keinerlei Verständnis, wenn bundesweit festgelegte Impfreihenfolgen missachtet werden", sagte die Ministerin. "Das gilt für Stendal, das gilt für Wittenberg, das gilt für Halle." Aus allen drei Kreisen waren zuvor Verstöße bekannt geworden.

Eine abschließende Bewertung sei noch nicht möglich, sie werde sich zunächst Bericht erstatten lassen, sagte Grimm-Benne. "Aber fest steht: Sachsen-Anhalt erhält Impfstoff vom Bund. Und es ist festgelegt, wer diesen in der ersten Priorität erhalten soll." Spezialkontingente für die Polizei oder Politik gebe es nicht. "Und das ist auch gut so."

Am Donnerstag war zunächst bekannt geworden, dass der Landkreis Stendal im Januar mehr als 300 Polizistinnen und Polizisten geimpft hatte. Heute räumte dann Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) ein, dass er und zehn Stadträte schon geimpft worden seien. Auch der Landrat von Wittenberg, Jürgen Dannenberg (Linke), und sein Stellvertreter sollen das Vakzin laut Medienberichten schon erhalten haben.

6.2.2021 • 18:11 Uhr

Bürgermeister von Halle gibt Impfung zu

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) und zehn Stadträte sind entgegen der in der Impfverordnung festgelegten Reihenfolge bereits gegen das Coronavirus geimpft worden. Er habe seine Erstimpfung am 17. Januar in Folge eines zufälligen Auswahlverfahrens aus Restbeständen eines Krankenhauses bekommen, sagte Wiegand auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" über die Impfungen berichtet.

Er stehe zu dem Verfahren und seiner Entscheidung, sagte Wiegand und wies Kritik zurück. Fragen danach, wer aus der Verwaltung außer ihm und den zehn Stadträten schon vorzeitig geimpft wurde, halte er für problematisch. "Man kann fast sagen, das ist eine Hexenjagd auf die Personen, die geimpft sind." Er habe seine Erstimpfung nicht von sich aus bekannt gegeben, da es eine private Angelegenheit gewesen sei. Der zweite Termin stehe noch aus.

6.2.2021 • 17:32 Uhr

Venedig startet ersten Streaming-Karneval

Venedig feiert trotz Corona von heute an Karneval via Internet. Für dieses Wochenende waren jeweils ab 17 Uhr rund eineinhalb Stunden lange bunte Programme mit Künstlern per Streaming angekündigt. Ein Großteil der Events sollte aus dem Palazzo Vendramin-Calergi, wo ein Spielcasino sitzt, übertragen werden. Ab 11. Februar folgt die zweite Phase des Streaming-Karnevals, der bis 16. Februar angesetzt ist. Die Veranstalter hatten angekündigt, dass es diesmal wegen der Pandemie nicht um echtes Dabeisein gehe, sondern ums weltweite Zugucken beim ersten Streaming-Karneval Venedigs.

Normalerweise kommen Hunderttausende Menschen für das weltberühmte Fest in die norditalienische Hafenstadt. Mit Maskenbällen, Gondel-Paraden und Feuerwerken gehört er zu den wichtigsten Veranstaltungen der Stadt. Im Vorjahr war der Karneval zwar noch gestartet. Doch am 23. Februar musste der Regionalpräsident Venetiens, Luca Zaia, alles stoppen: Wenige Tage zuvor waren die ersten größere Corona-Ausbrüche in Norditalien bekannt geworden. Das Land geriet in einen Schockzustand, ein Weiterfeiern wurde unmöglich. Damals waren noch Karnevalstouristen in der Stadt zu Besuch, auch aus Deutschland. Später brach das Reisegeschäft in Italien zeitweise fast ganz zusammen.

Das Mittelmeerland zählte seither offiziell mehr als 90.000 Corona-Tote. Überall in Italien gilt aktuell eine nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr. Vielerorts, auch in Venedig, dürfen Bars und Restaurants zwar tagsüber Gäste an Tischen bedienen. Doch ab 18 Uhr ist damit Schluss.

Kostümierte Menschen feiern im Jahr 2018 in Venedig Karneval.  | dpa

Normalerweise kommen Hunderttausende Menschen für den weltberühmten Karneval Fest in die norditalienische Hafenstadt Venedig. (Archivbild) Bild: dpa

6.2.2021 • 16:59 Uhr

Dänemark: Corona-Testpflicht für Einreisende

Reisende, die über den Landweg oder Häfen nach Dänemark einreisen, müssen sich von morgen an binnen 24 Stunden nach Ankunft einem Corona-Test unterziehen. Nach dem Test wird eine zehntägige häusliche Quarantäne verlangt, wie die dänische Regierung heute bekanntgab. Von Ausländern, die in Dänemark nicht gemeldet sind, kann zudem verlangt werden, bereits bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorzuweisen. Flugreisende dürfen seit Januar nur mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, einreisen. Personen die die Regeln nicht einhalten, droht eine Geldbuße von umgerechnet 470 Euro.

Die Maßnahmen wurden mit dem Auftreten von neuen, wohl ansteckenderen Varianten des Coronavirus vor allem im Großbritannien begründet. Ausnahmen gelten für Menschen, die wichtige Güter transportieren, in Grenzgegenden in Norddeutschland oder Südschweden leben, sowie für Berufspendler.

In Schweden traten bereits heute neue Einreiseregeln in Kraft: Erwachsene Ausländer müssen an der Grenze einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Die Maßnahme gilt vorläufig bis zum 31. März und betrifft Menschen über 18 Jahre.

6.2.2021 • 16:39 Uhr

Corona-Krise in Portugal

ARD-Korrespondent Stefan Schaaf berichtet über die momentan stark angespannte Pandemie-Lage in Portugal.

6.2.2021 • 16:32 Uhr

Giffey fordert baldige stufenweise Öffnung von Kitas und Schulen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat mit Nachdruck die baldige stufenweise Öffnung von Kitas und Schulen gefordert. Dies sei "jetzt vorrangig vor anderen Lockerungen", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Kinder und Jugendliche trügen "die größte Last dieser Pandemie".  Giffey sagte weiter: "Wir sehen zunehmend körperliche und seelische Belastungen und Ängste." Im vergangenen Jahr seien nicht nur Bildungslücken entstanden, sondern auch Bindungslücken. Je länger die Pandemie dauere, desto schwerer sei sie für junge Menschen auszuhalten; diese hätten ein anderes Zeitempfinden als Erwachsene. Auch dadurch empfänden sie Einsamkeit viel stärker als die Bevölkerung insgesamt.

6.2.2021 • 15:55 Uhr

Novavax-Impfstoff lässt HIV-Patienten in Südafrika hoffen

Mit Erleichterung hat Südafrika auf neue Erkenntnisse zum Coronavirus-Impfstoff von Novavax reagiert. Nach einer kleinen Studie zur Wirksamkeit des Mittels bei HIV-positiven Patienten brauche es nun aber mehr Daten über die Impfstoffe und ihre Nebenwirkungen auf Menschen mit chronischen Krankheiten, forderte Angelique Coetzee vom südafrikanischen Ärzteverband South African Medical Association. "Zumindest haben wir jetzt einige Daten dazu, wie sie auf HIV-positive Patienten reagieren, aber wir brauchen weitere wissenschaftliche Informationen."

Unter den Probanden einschließlich HIV-positiver Patienten lag der Schutz durch das Vakzin des US-Pharmakonzerns Novavax bei insgesamt 49 Prozent. Bei HIV-negativen Teilnehmern der Studie lag die Wirksamkeit bei 60 Prozent. In Südafrika leben fast 7,7 Millionen Menschen mit dem HI-Virus.

Zugleich legt eine kleine Studie in Südafrika nahe, dass der Impfstoff zwar gegen die im Land dominante Coronavirus-Variante wirkt.

6.2.2021 • 15:40 Uhr

Niederlande: Mehr als eine Million Infektionen seit Pandemie-Beginn

In den Niederlanden überschreitet die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen die Schwelle von einer Million. Seit dem ersten festgestellten Fall am 27. Februar des vergangenen Jahres wurden 1.001.826 Menschen positiv auf das Virus getestet, wie das Institut für Öffentliche Gesundheit mitteilte. Die Summe der tatsächlichen bisherigen Infektionen in dem 17-Millionen-Einwohner-Land dürfte allerdings deutlich höher sein, weil die Testkapazitäten zeitweise nicht ausreichten.

6.2.2021 • 15:31 Uhr

Südafrika: Kritik an Impfstoffverteilung

Südafrika hat die ersten Corona-Impfdosen erhalten, andere Staaten des Kontinents warten weiter. Zu wenig Impfstoff zum doppelten Preis - das will Präsident Cyril Ramaphosa nicht hinnehmen. Er fordert eine eigene Produktion.

6.2.2021 • 14:59 Uhr

Italien: Antikörper-Medikamente sollen zum Einsatz kommen

Italien beschleunigt nach Angaben von Gesundheitsminister Roberto Speranza das Verfahren zum Einsatz sogenannter Antikörper-Medikamente zur Corona-Behandlung für bestimmte Patientengruppen. Er habe ein Dekret zur Ausgabe von Präparaten mit monoklonalen Antikörpern unterschrieben, teilte Speranza auf Facebook mit. Die italienische Arzneimittelbehörde Aifa und der staatliche Gesundheitsrat hätten dafür ihr Okay gegeben. "So haben wir zusammen mit den Impfstoffen eine zusätzliche Chance, um Covid-19 zu bekämpfen", schrieb der Minister.

Bei monoklonalen Antikörpern handelt es sich meist um gentechnisch modifizierte Antikörper. Die Pharmabehörde Aifa veröffentlichte Informationen, wonach es trotz fehlender Daten und einer "Ungewissheit hinsichtlich des Nutzens solcher Arzneimittel" wegen der Notsituation angebracht sein kann, über zwölf Jahre alten Patienten die Behandlung anzubieten. Das gelte für Infizierte, die nicht im Krankenhaus seien und eine leichte bis mittlere Erkrankung hätten mit dem erhöhten Risiko einer schweren Covid-19-Form. Es wurden noch weitere Einschränkungen gemacht. Geprüft wurden Optionen für Medikamente der US-Hersteller Eli Lilly und Regeneron.

In Deutschland hatte Gesundheitsminister Jens Spahn Ende Januar den Ankauf von 200.000 Dosen der beiden Antikörper-Medikamente zur Corona-Behandlung bekanntgegeben. Sie sollen zunächst in Uni-Kliniken bei Risikopatienten in der Frühphase eingesetzt werden. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte Anfang Februar mitgeteilt, man habe mit der Prüfung des Corona-Medikaments REGN-COV2 (Regeneron) begonnen.

6.2.2021 • 14:50 Uhr

Forderungen nach Schulöffnungen mehren sich

Politiker und Kinderschutzexperten haben eine baldige Öffnung von Kindertagesstätten und Schulen angemahnt. Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, sagte, mit Blick auf die Grundschulen sehe sie die lange Schließung als sehr problematisch für die Kinder an. "Wir wünschen uns Lockerungen für den Schulbetrieb", sagte die brandenburgische Bildungsministerin im Deutschlandfunk. Für die Kultusministerinnen und -minister der Länder sei wichtig, die Folgen des Lockdowns für die Kinder und Jugendlichen nicht aus dem Blick zu verlieren. "Insbesondere für die kleineren Kinder machen wir uns schon Sorgen."

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach sich dafür aus, bei einer Lockerung der derzeitigen Corona-Schutzmaßnahmen Kitas und Schulen als erstes zu öffnen. Er halte den "Zugang zu Kitas und Schulen für besonders bedeutsam", sagte Steinmeier der "Rheinischen Post". Zugleich unterstrich er die Notwendigkeit, dass sich die Politik auch über eine Öffnungsstrategie Gedanken mache:"Die Grundrechte einzuschränken ist keine Kleinigkeit, und ihre Ausübung wiederherzustellen ist die Pflicht der Politik, sobald die Infektionslage das zulässt."

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schlug eine teilweise Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen ab Mitte Februar vor. Kita- und Grundschulkindern seien bestimmte Beschränkungen längerfristig kaum zuzumuten, sagte Lauterbach den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. "Daher sollte man erwägen, in der Grundschule zum Wechselunterricht überzugehen". Zum Schutz von Lehrern, Kindern und Eltern schlug Lauterbach Corona-Antigentests in den Schulklassen vor. Zudem sollten Grundschullehrer geimpft werden.

Schule Maske | dpa

Politiker und Kinderschutzexperten mahnen eine baldige Öffnung von Kitas und Schulen an. Bild: dpa

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, forderte, die Bedürfnisse von Kindern stärker zu berücksichtigen. "Wenn es um Lockerungen geht, müssen die Kinder zuerst dran sein. Bisher kann nicht davon ausgegangen werden, dass Kinder die Hauptinfektionstreiber sind, daher müssen die Schulen und Kitas umgehend wieder öffnen, wenn die Pandemielage es zulässt", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Aus Sicht von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hingegen müssen bei den Lockerungen der Corona-Maßnahmen Schulen nicht an erster Stelle stehen. "Schnelle Lockerungen sehe ich noch nicht", sagte Dobrindt dem "Münchner Merkur". Ein mögliches Infektionsgeschehen in den Schulen stelle aus seiner Sicht kein unwesentliches Risiko dar.

Die aktuelle Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie dauern bis Mitte Februar. Am kommenden Mittwoch beraten die Regierungschefs von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen.

6.2.2021 • 14:15 Uhr

EU-Impfkampagne gegen Corona

In Europa dreht sich im Moment alles darum, möglichst schnell Impfstoff für die eigenen Bürger zu beschaffen. Dabei hatte die EU eigentlich versprochen, auch armen Ländern zu helfen.

6.2.2021 • 14:08 Uhr

Söder warnt vor überstürzten Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat vor den Bund-Länder-Beratungen zum Corona-Kurs vor überstürzten Lockerungen mit der Gefahr eines Rückfalls gewarnt. "Wenn die Zahlen sinken, und das tun sie, dann haben wir mehr Perspektiven, dann gibt es auch Veränderungen und natürlich wieder zu mehr Freiheit und Normalität", sagte Söder auf dem CDU-Landesparteitag im niedersächsischen Hildesheim. Lockerungen müssten aber nicht übereilt, sondern in einem moderaten Prozess erfolgen, nötig seien Empathie und Ehrlichkeit gegenüber der Bevölkerung, so der CSU-Politiker.

Lockerungen zu überstürzen, könne gefährlich werden, wie sich im Nachbarland Tschechien und teils auch in Österreich zeige, sagte Söder, der zu dem weitestgehend online organisierten Parteitag zugeschaltet wurde. "Sicherheit ist - glaube ich - am Ende der beste Ratgeber." Bei der Bewältigung der Corona-Krise sei Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Ländern der Welt den richtigen Weg gegangen. "Ich wünsche mir einfach, dass wir diesen Weg jetzt klug und besonnen weitergehen."

6.2.2021 • 13:40 Uhr

Erste Astrazeneca-Impfdosen werden in Deutschland verteilt

Die Auslieferung des AstraZeneca-Impfstoffs an die Länder beginnt von heute an. Insgesamt will das Unternehmen nach eigenen Angaben bis Anfang März rund 3,2 Millionen Impfdosen liefern. Es wird der dritte Impfstoff sein, der in Deutschland verfügbar ist.

6.2.2021 • 13:26 Uhr

Lufthansa verringert Flüge in Länder mit Virus-Mutanten

Die Lufthansa hat wegen der strengeren Einreiseregeln Flugverbindungen in Länder gestrichen, wo ansteckendere Varianten des Coronavirus grassieren. Verbindungen nach Südafrika, Brasilien, Großbritannien, Irland und Portugal seien "temporär" reduziert, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft auf Anfrage mit und bestätigte eine Meldung des "Spiegel". Grund seien fehlende Buchungen. Die Bundesregierung hatte zum 30. Januar strenge Einreiseregeln für Gebiete erlassen, in denen sich besonders ansteckende Virus-Mutanten verbreiten. 

Vollständig gestrichen werden die Flugverbindungen aber nicht. "Die meisten unserer Passagiere fliegen aus wichtigen beruflichen, dienstlichen oder persönlichen Gründen", erläuterte die Lufthansa. Das gelte insbesondere für Reisen in Risikogebiete. "Mit unserem Flugangebot erhalten wir noch eine geringe Mindestkonnektivität und geben damit insbesondere deutschen Bürgern und Bürgerinnen die Sicherheit, gesellschaftlich oder wirtschaftlich wichtige Aufgaben erledigen zu können oder nach Hause zu kommen." Außerdem würden die Verbindungen von Diplomaten genutzt.

6.2.2021 • 13:05 Uhr

Chinesen erinnern an Todestag von Corona-"Whistleblower"

Zum ersten Todestag des Arztes, der als erster öffentlich vor dem neuen Coronavirus warnte, haben Tausende Chinesen in den Online-Netzwerken Li Wenliang gewürdigt. Viele veröffentlichten persönliche Botschaften und Kerzen-Emojis auf der Online-Plattform Weibo. "Du lebst für immer in den Herzen des chinesischen Volkes", schrieb ein Nutzer. Eine offizielle Reaktion der chinesischen Führung gab es nicht.

Li hatte im Dezember 2019 von Wuhan aus in den Online-Netzwerken von einem Sars-ähnlichen neuen Virus berichtet, das sich in der Stadt ausbreite und sehr gefährlich sei. Er war von der Polizei wegen der Verbreitung von "Gerüchten" gemaßregelt worden. Der Arzt starb im Februar vergangenen Jahres, nachdem er sich bei einem Patienten mit dem Coronavirus angesteckt hatte. 

Foto des chinesischen Arztes Li Wenliang, Archivbild | AFP

Li Wenliang war im Februar vergangenen Jahres gestorben. Bild: AFP

6.2.2021 • 12:34 Uhr

Bundesbankpräsident Weidmann bleibt zuversichtlich

Bundesbankpräsident Jens Weidmann bleibt trotz verschärften Lockdowns zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft im Laufe dieses Jahres aus dem konjunkturellen Tal kommt. "Wenn es gelingt, die Pandemie im Verlauf des Jahres zunehmend in den Griff zu bekommen und die Eindämmungsmaßnahmen gelockert werden können, wird sich die Erholung der deutschen Wirtschaft fortsetzen", sagte Weidmann der "Augsburger Allgemeinen". "Demnach könnte die deutsche Wirtschaft Anfang 2022 wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen." Zuletzt habe sich die Industrie robust gezeigt, was auch an der weltweiten Nachfrage nach deutschen Produkten gelegen habe.

6.2.2021 • 12:20 Uhr

Länder haben Ausstiegsszenario für Kultur

Mit einem drei Stufen umfassenden Plan wollen die Bundesländer "Kultur wieder ermöglichen". In einem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Papier skizzieren die Kulturministerinnen und -minister den Weg für die Kulturszene aus dem Corona-Lockdown, um "der grundrechtlich geschützten Kunstfreiheit gerecht zu werden".

Mit der Wiedereröffnung von Schulen und Kitas sollen zunächst außerschulische Bildungsangebote der Kultureinrichtungen und der Musik- und Kunstschulen zugelassen werden. "Spätestens mit der Eröffnung des Einzelhandels" können dann Museen, Galerien, Gedenkstätten, Bibliotheken und vergleichbare Einrichtungen einen "Basisbetrieb" anbieten.

In einer dritten Stufe - gekoppelt an die Öffnung der Gastronomie - sollen Veranstaltungen in Theatern, Opernhäusern und Konzerthäusern, Kinos und ähnlichen Veranstaltungsräumen möglich gemacht werden. Konkrete Daten werden nicht genannt. Das Papier hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder bei den Kulturressorts für ein Eröffnungsszenario angefordert.

6.2.2021 • 12:13 Uhr

BioNTech fordert staatliche Investitionen

Der Mainzer Hersteller BioNTech fordert die Politik auf, sich finanziell für den Ausbau der Produktion von Impfstoffen zu engagieren. "Im vergangenen Jahr hätte uns mehr Geld nicht geholfen, weil wir den Produktionsprozess im großen Maßstab erst sicher aufstellen mussten", sagte BioNTech-Geschäftsführer und -Finanzvorstand Sierck Poetting dem "Spiegel". "Jetzt aber würde Geld helfen."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte der Nachrichtenagentur dpa: "BioNTech hat auf dem Impfgipfel einen möglichen Finanzbedarf von bis zu 400 Millionen Euro für die Reservierung von Kapazitäten und Rohstoffen bis in das nächste Jahr hinein dargelegt. Wir sind im Austausch mit dem Unternehmen, um dies weiter zu konkretisieren." Darüber spreche man auch mit anderen Herstellern von Impfstoff. "Wir wollen für den Fall problematischer Mutationen oder notwendiger Auffrisch-Impfungen auch für 2022 ausreichend Kapazität für Deutschland, Europa und die Welt sichern."

Ein Regierungssprecher sagte der dpa: "Wir werden alles Notwendige zur Unterstützung tun." Finanzminister Olaf Scholz äußerte sich im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ähnlich: "Am Geld wird die schnellere Beschaffung von Impfstoff jedenfalls nicht scheitern."

6.2.2021 • 10:51 Uhr

Weiterer Impfstoff in China zugelassen

Der Covid-19-Impfstoff der chinesischen Biotechfirma Sinovac Biotech ist von der Arzneimittelbehörde des Landes für die breite Öffentlichkeit zugelassen worden. Die Zulassung basiere auf zweimonatigen Ergebnissen einer klinischen Studie in Übersee, teilte Sinovac mit. Allerdings lägen die endgültigen Analysedaten noch nicht vor. Das Vakzin von Sinovac ist der zweite Impfstoff, der in China für den öffentlichen Gebrauch zugelassen wurde. Im Dezember war bereits ein Corona-Impfstoff des chinesischen Staatskonzerns Sinopharm genehmigt worden. Vor den Zulassungen wurden beide Impfstoffe bereits in Chinas Impfprogramm eingesetzt, welches sich vor allem an besonders gefährdete Personengruppen richtet.

6.2.2021 • 10:49 Uhr

Weil wirbt für bundesweiten Stufenplan

Eine baldige Lockerung der Corona-Regeln ist nach Einschätzung von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nicht in Sicht. "Wir werden über den 14. Februar hinaus noch deutliche Einschränkungen haben", sagte er in einem Interview des Nachrichtenportals "t-online" (Samstag). "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu relevanten Öffnungsschritten kommen wird."

Mit Blick auf das Treffen der Ministerpräsidenten und -präsidentinnen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Mittwoch forderte er einen bundeseinheitlichen Stufenplan. "Das hatten wir auch so vereinbart", so der SPD-Politiker. "Ich habe derzeit aber nicht den Eindruck, dass daran sonderlich intensiv gearbeitet wird, der Bund übt sich da noch in Zurückhaltung." Nach wie vor liege kein einheitlicher Vorschlag auf dem Tisch.

Niedersachsen hat jüngst einen Stufenplan vorgestellt, der das Vorgehen in der Corona-Krise planbarer und verlässlicher machen soll. Abhängig von der Entwicklung des Sieben-Tage-Werts der Neuinfektionen und der Corona-Reproduktionszahl sieht der Plan eine schrittweise Rückkehr zur Normalität oder noch schärfere Maßnahmen als bislang vor. Der Plan soll als Diskussionsentwurf dienen, die Entscheidung darüber soll nach den Bund-Länder-Beratungen getroffen werden.

6.2.2021 • 10:30 Uhr

Einzelhandel fordert "Öffnungsperspektive"

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin am kommenden Mittwoch hat der Einzelhandelsverband (HDE) eine  Öffnungsperspektive und transparente Kriterien für einen Stufenplan gefordert. "Es ist viel zu kurz gesprungen, wenn bei einem Inzidenzwert über 50 grundsätzlich weiter alle Geschäfte geschlossen bleiben", kritisierte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in der "Bild"-Zeitung. "Die alleinige Fixierung auf diesen Wert ist nicht der richtige Ansatz." Denkbar wäre, dass beispielsweise bei einer Inzidenz über 50 strengere Hygienemaßnahmen oder Beschränkungen für die Zahl der Kunden gelten, schlug Genth vor.

6.2.2021 • 09:55 Uhr

Scholz will Firmen bei Impfstoff-Produktion finanziell helfen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will Firmen bei der Produktion von Impfstoffen finanziell helfen. Er wolle mit Unternehmen sprechen und fragen, an welchen Stellen mit öffentlichen Mitteln privatwirtschaftliche Entscheidungen erleichtert werden könnten, sagte er dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND). Unternehmen bauten keine Produktionskapazitäten auf, wenn sie nicht wüssten, wie lange die gebraucht werden. "Wenn eine Firma diese Sorge hat, soll sie das klipp und klar sagen und wir lösen das Problem", betonte der Finanzminister an. "Am Geld wird die schnellere Beschaffung von Impfstoff jedenfalls nicht scheitern."

Scholz erneuerte seine Kritik an der Impfpolitik von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. "Alles, was wir heute wissen, kann man nur so zusammenfassen: Es hätte mehr Impfstoff bestellt werden können und müssen. Das ist unterblieben. Das sollte niemand beschönigen."

Olaf Scholz | AFP

Es hätte mehr Impfstoff bestellt werden können und müssen, sagte Scholz. Bild: AFP

6.2.2021 • 09:37 Uhr

16.627 Neuinfektionen in Russland

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Russland binnen 24 Stunden um 16.627 auf mehr als 3,95 Millionen gestiegen. Wie die Behörden weiter mitteilten, starben weitere 497 Menschen an oder mit dem Coronavirus. Damit steigt die Gesamtzahl der Todesfälle auf 76.229. Russland weist nach den USA, Indien und Brasilien weltweit die meisten Ansteckungsfälle auf.

6.2.2021 • 09:13 Uhr

Zahl der Corona-Bedrohungen gegen Politiker steigt

Politiker, Wissenschaftler und Journalisten werden laut dem Bundeskriminalamt (BKA) verstärkt durch Corona-Leugner bedroht. "Wir sehen mit Sorge, dass die Zahl der Bedrohungen und Anfeindungen stetig zunimmt. Das betrifft Politiker, aber auch andere Personen wie etwa Virologen, die während der Pandemie in den Medien besonders präsent sind", sagte BKA-Präsident Holger Münch in einem Interview mit dem "Spiegel". "Immer häufiger registrieren wir Angriffe auf Journalisten. Die Emotionalisierung ist groß." Deshalb habe das BKA seine Schutzkonzepte in enger Abstimmung mit den Ländern angepasst.

"Unter den Querdenkern sind Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, aber auch Reichsbürger und Rechtsextremisten", sagte Münch. "Es gibt also eine Nähe zu Radikalen, aber bislang keine Unterwanderung der kompletten Protestbewegung." Es zeichne sich ab, dass die Zahl der politisch motivierten Straftaten im vergangenen Jahr deutlich gestiegen sei, so Münch. "Darunter auch die der fremdenfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Delikte. Das alarmiert uns sehr." Durch die Corona-Pandemie haben manche Kriminalitätsbereiche einen Rückgang erfahren, andere erlebten einen Aufschwung.

6.2.2021 • 08:26 Uhr

Montgomery kritisiert Empfehlung des Ethikrats

Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat die Empfehlungen des Ethikrates zu möglichen Sonderrechten für Geimpfte als "mut- und kraftlos" kritisiert. "Ich finde, dem Rat fehlt der Mut, den Menschen ihre Grundrechte wieder einzuräumen, die entweder die Krankheit durchgemacht haben und dadurch immun sind, oder die sich dem Impfen als einem sozialen Solidaritätsakt unterzogen haben", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse". Selbstverständlich gelte die Voraussetzung, dass Impfung zur Immunität führe, fügte er hinzu. "Wir müssen Menschen, dann, wenn allen ein Impfangebot gemacht wurde, von Beschränkungen befreien", forderte er.

6.2.2021 • 08:12 Uhr

Pathologe aus Kiel: Großteil der Corona-Toten an statt mit Covid gestorben

Der Großteil der von Kieler Pathologen obduzierten Menschen, die sich vor ihrem Tod mit Corona infiziert hatten, ist tatsächlich an Covid-19 gestorben. "Bei 85 Prozent der Fälle konnten wir wirklich bestätigen, dass sie an Covid-19 verstorben sind", sagte der Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Christoph Röcken. In Kiel wurden bislang mehr als 50 Menschen im Alter von 53 bis über 90 Jahre obduziert, die sich vor ihrem Tod mit Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Nur ein kleiner Teil sei mit statt an Covid-19 gestorben, sagte Röcken.

Röcken und sein Team obduzieren aktuell zusätzlich zu ihren anderen Aufgaben täglich zwei Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind. Ihr Ziel: Wissen sammeln über einen Erreger und eine Krankheit, die derzeit überall auf der Welt wüten. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer bundesweiten Initiative von 34 Unikliniken systematisch zusammengetragen. In einem Obduktionsregister werden die Daten aus ganz Deutschland gesammelt und ausgewertet sowie Gewebeproben von an Covid-19 Verstorbenen aufbewahrt.

6.2.2021 • 07:14 Uhr

Britischer Immobiliensektor legt trotz Corona deutlich zu

Der Immobiliensektor in Großbritannien hat während der Corona-Pandemie stark zugelegt. "Weil die Menschen so viel von daheim arbeiten, haben sie in ihr Zuhause investiert und größere Häuser mit Garten gekauft", sagte Anna Leach, Vize-Chefvolkswirtin des britischen Industrieverbands CBI, der Nachrichtenagentur dpa. Gestützt worden sei dies von der Aussetzung der Stempelsteuer - ähnlich der Grunderwerbsteuer - für die ersten 500.000 Pfund (567.000 Euro) bei Immobilienkäufen. Deshalb habe sich die Branche widerstandsfähiger erwiesen als zunächst erwartet, sagte Leach. Nach jüngsten Angaben des Statistikamts ONS stiegen die Häuserpreise im Vereinigten Königreich bis November 2020 im Jahresvergleich um 7,6 Prozent.

6.2.2021 • 05:45 Uhr

RKI meldet 10.485 Neuinfektionen und 689 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 10.485 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 689 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Morgen hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.321 Neuinfektionen und 794 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bei 77,3.

6.2.2021 • 04:30 Uhr

Steinmeier setzt Gedenkfeier für 18. April an

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plant für den 18. April eine zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten. "Das Ziel der Gedenkfeier ist klar: Als Gesellschaft innehalten, den Hinterbliebenen eine Stimme geben, in Würde Abschied nehmen von den Toten", sagt Steinmeier der "Rheinischen Post". Die gesamte Staatsspitze solle neben den Hinterbliebenen an der Feier teilnehmen. Allerdings könne wegen der Pandemie nur eine begrenzte Zahl an Teilnehmern präsent sein.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Februar 2021 um 09:00 Uhr.