Der Eiffelturm in Paris ist aufgrund der Corona-Pandemie momentan noch geschlossen (Archivbild).  | dpa
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Liveblog zum Coronavirus ++ Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Frankreich ++

Stand: 22.09.2020 22:13 Uhr

Frankreich meldet erneut mehr als 10.000 Neuinfektionen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei den Vereinten Nationen für eine internationale Impfstoff-Konferenz geworben. Alle Entwicklungen im Liveblog zum Nachlesen.

  • RKI meldet 1821 neue Corona-Fälle
  • Ethikrat-Vorsitzende: "Zweiter Lockdown wäre nicht verhältnismäßig"
  • Zahl der Asylbewerber fällt während Corona-Krise drastisch
  • Putin wirbt für internationale Impfstoff-Konferenz
  • Madrids Regionalregierung warnt vor Lockdown in weiteren Stadtgebieten
  • Zahl der Toten in den USA steigt über 200.000
22.9.2020 • 22:13 Uhr

Das war es für heute

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

22.9.2020 • 21:59 Uhr

Trainer von West Ham United positiv getestet

Cheftrainer David Moyes sowie die beiden Fußballprofis Issa Diop und Josh Cullen vom englischen Premier-League-Club West Ham United haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Londoner auf ihrer Website weiter mitteilten, habe das Trio das Stadion noch vor dem Ligapokalspiel gegen Hull City verlassen und sich gemäß den Covid-19-Bestimmungen in häusliche Quarantäne begeben. Das medizinische Team des Clubs sei über die positiven Testergebnisse informiert worden; der Coach und die beiden Spieler hätten keine Symptome gezeigt.

22.9.2020 • 21:40 Uhr

Covid-Patient in Mexiko bekommt neue Lunge

In Mexiko ist nach Angaben eines Krankenhauses eine Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten geglückt. Laut einer Mitteilung war der 55-Jährige bereits am 31. August im Privatkrankenhaus Christus Muguerza in der Stadt Monterrey sieben Stunden lang operiert worden. Er war demnach zuvor 52 Tage lang künstlich beatmet worden, nachdem er im Juni erkrankt war.

"Ohne die Transplantation war die Lebenserwartung des Patienten null", wurde der Chirurg Manuel Wong Jaén zitiert. Der Mann befinde sich auf dem Weg der Genesung. Er werde eine praktisch normale Lebensqualität haben. Nach Angaben der Klinik soll es sich bei der OP um die erste erfolgreiche Doppel-Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten in Lateinamerika gehandelt haben. Im Mai war in Wien die erste Lungentransplantation an einer Covid-Patientin in Europa geglückt. Auch in den USA hat es das schon gegeben.

22.9.2020 • 21:37 Uhr

Johnson: Wirtschaft kann trotz Beschränkungen weitergehen

Der britische Premierminister Boris Johnson sieht die Wirtschaft nicht durch die neuen Corona-Beschränkungen gefährdet. "Wir müssen jetzt aktiv werden. Auf diese Weise können die Menschen ihre Arbeit behalten, die Läden und Schulen können geöffnet bleiben. Unser Land kann so voranschreiten, während wir zusammenarbeiten, um das Virus einzudämmen", sagte Johnson in einer TV-Ansprache. Er forderte die Bevölkerung dazu auf, die neuen verschärften Regeln zu befolgen, die er zuvor im Parlament angesichts einer beschleunigten Virus-Ausbreitung angekündigt hatte.

22.9.2020 • 21:24 Uhr

Eurostat: Zahl der Asylbewerber fällt drastisch

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in der EU geführt. Im zweiten Quartal 2020 sei die Zahl der Erstanträge auf internationalen Schutz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 68 Prozent auf rund 46.500 gefallen, teilte die EU-Statistikagentur Eurostat in Luxemburg mit. Dieser starke Rückgang sei auf die Notfallmaßnahmen zurückzuführen, die die EU-Staaten seit Anfang März wegen der Corona-Pandemie ergriffen hätten.

Insgesamt habe es innerhalb der ersten sechs Monate des Jahres 196.600 Erstanträge auf Asyl gegeben. Die meisten Anträge - 14.200 und damit fast ein Drittel - wurden zwischen April und Juni in Deutschland gestellt. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße liegt das kleine EU-Land Zypern jedoch mit 880 Anträgen auf dem ersten Platz.

22.9.2020 • 20:49 Uhr

Ethikrat-Vorsitzende: "Zweiter Lockdown wäre nicht verhältnismäßig"

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, hält einen zweiten Lockdown, wie es ihn im März zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland gegeben hat, für ethisch nicht verhältnismäßig. In einem Interview mit den ARD-Tagesthemen betonte Buyx, alle Experten sagten "übereinstimmend, dass wir einen zweiten Lockdown nicht brauchen werden und ich gehe auch nicht davon aus, dass das passieren wird."

Wenn es aber dazu käme, wäre ein solcher Lockdown "aus ethischer Perspektive auch nicht verhältnismäßig". Mittlerweile habe man sehr viel gelernt und "eine ganz andere Situation", betonte Buyx. "Wir können besser mit den Erkrankungen umgehen und besser behandeln. Und gegenwärtig sieht es in Deutschland zwar mit einem Trend nach oben, aber doch insgesamt immer noch ganz gut aus."

22.9.2020 • 20:22 Uhr

Frankreich meldet mehr als 10.000 Neuinfektionen

Frankreich verzeichnet erneut mehr als 10.000 Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 10.008 Corona-Fälle nach lediglich 5298 am Vortag hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In zwölf Tagen überschritt die Zahl der Neuinfektionen sechs Mal die Marke von 10.000. Insgesamt haben sich 468.069 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 31.416.

Lange Warteschlange vor einer Corona-Teststation in Paris. | REUTERS

Wartende vor einer Corona-Teststation in Paris. In zwölf Tagen überschritt die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich sechs Mal die Marke von 10.000. Bild: REUTERS

22.9.2020 • 20:15 Uhr

UN-Bericht: Weltwirtschaft braucht neue Staatsausgaben

Die Erholung der Weltwirtschaft nach dem Corona-Schock braucht nach einem UN-Bericht kühne neue Staatsausgaben, vor allem in den Industrieländern. Nur so könne in aller Welt eine faire und widerstandsfähige Wirtschaft entstehen, heißt es in dem "Handels- und Entwicklungsbericht 2020" der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad).

Das Mandat der Unctad innerhalb der UN-Familie ist es, den Handel unter Entwicklungsländern zu fördern. Die ärmeren Länder bräuchten aber erhebliche Unterstützung der reicheren Länder, darunter mehr Entwicklungshilfe und Schuldenerlass. Die Organisation fordert eine Art Marshallplan für Gesundheit, damit ärmere Länder die Notlage durch die Corona-Pandemie besser meistern können.

22.9.2020 • 19:42 Uhr

Madrids Regionalregierung warnt vor Lockdown

Angesichts der weiter rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen in Madrid hat Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso vor einem Lockdown in der gesamten Hauptstadtregion gewarnt. Bereits seit gestern sind Wohngebiete mit insgesamt 850.000 Einwohnern teilweise abgesperrt. Die Bewohner dürfen sie nur verlassen, um unter anderem zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt zu gehen. "Es macht keinen Sinn, Beschränkungen in einigen Vierteln anzuordnen und in anderen nicht", sagte Ayuso spanischen Medien zufolge. Sie schloss nicht aus, dass womöglich auch die ganze Hauptstadtregion mit insgesamt 6,6 Millionen Einwohnern betroffen werden könnte, wie die Zeitung "El País" berichtete.

22.9.2020 • 19:22 Uhr

Kubas Präsident: Kapitalismus verschlimmert Krise

Nach Ansicht des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel verschlimmert der Kapitalismus die Folgen der Corona-Pandemie. "Die multidimensionale Krise, die sie ausgelöst hat, zeigt deutlich den tiefgreifenden Fehler der entmenschlichenden Politik, die um jeden Preis von der Diktatur des Marktes auferlegt wird", sagte er in einer Videoansprache bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen. Das Virus unterscheide zwar nicht zwischen Armen und Reichen, seine verheerenden wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen bekämen auf der ganzen Welt aber die am meisten gefährdeten Menschen am stärksten zu spüren.

Díaz-Canel betonte die Hilfe, die kubanische Mediziner-Teams in 39 Ländern und Gebieten im Kampf gegen die Pandemie leisteten. Das Gesundheitssystem des sozialistisch regierten Karibikstaates sei auf die Krise gut vorbereitet gewesen - trotz der wirtschaftlichen Blockaden der USA gegen Kuba, die immer aggressiver würden. Kuba hat bislang 5222 Infektionen mit dem Coronavirus und 117 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 offiziell registriert. Mit 59 Ärzten je 100.000 Einwohnern hat Kuba nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die höchste Dichte an Ärzten weltweit. Die medizinische Versorgung ist für die Bürger kostenlos.

Miguel Díaz-Canel  | AFP

Nach seiner Ansicht verschlimmert der Kapitalismus die Folgen der Corona-Pandemie: Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel. Bild: AFP

22.9.2020 • 19:16 Uhr

Putin wirbt für internationale Impfstoff-Konferenz

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei den Vereinten Nationen für den ersten Impfstoff seines Landes gegen das Coronavirus geworben. Russland sei bereit, kostenlos alle UN-Mitarbeiter mit dem Vakzin impfen zu lassen, sagte Putin in einer Videoansprache, die bei der Generalversammlung in New York gezeigt wurde. Russland sei es als erstem Land der Welt gelungen, einen Impfstoff zu registrieren, betonte Putin. Der Kremlchef schlug auch eine Online-Konferenz auf höchster Staatsebene für Länder vor, die an einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffs interessiert seien.

Die Corona-Pandemie bezeichnete er als große Herausforderung für die Menschheit. Die Experten müssten zwar noch das ganze Ausmaß der Folgen der Krise und des "sozial-wirtschaftlichen Schocks" bewerten. "Aber schon jetzt ist offensichtlich, dass es lange, sehr lange dauern wird, um die globale Wirtschaft wieder aufzubauen", sagte er.

22.9.2020 • 19:13 Uhr

Ciesek: Fieberambulanzen gute Idee, aber schlechter Name

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagenen Fieberambulanzen für "eine gute Idee für den Herbst und den Winter". Eine spezielle Einrichtung, in der sich Patienten mit Atemwegsinfekten vorstellen können, mache generell Sinn, sagte sie im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". Solche Ambulanzen entlasteten die Arztpraxen und verringerten die Ansteckungsgefahr für andere Patienten im Wartezimmer.

"Nicht so gelungen" findet die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt den Namen Fieberambulanz. Er könne dazu führen, dass nur Menschen mit Fieber diese Ambulanzen aufsuchten, aber nicht jeder Patient mit Covid-19 entwickle Fieber. Falsch findet die Virologin den Vorschlag, in den Ambulanzen einen Antigentest anzubieten. Diese Art Test liefert ein Ergebnis zwar schon nach wenigen Minuten, der aussagekräftigere PCR-Test dauert mehrere Stunden. "Aber da bin ich nicht dafür", betonte Ciesek. "Bei symptomatischen Patienten sollte man möglichst die richtige Diagnose mit einem sensitiven Test, also der PCR, haben."

22.9.2020 • 18:30 Uhr

Macron lehnt Isolierung von älteren Menschen ab

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie lehnt der französische Staatschef Emmanuel Macron eine Isolierung älterer Menschen ab. "Wir werden das Virus nicht besiegen, indem wir unsere Mitbürger isolieren", sagte der Präsident bei einem kurzfristig angesetzten Besuch eines Altersheims in der zentralfranzösischen Loire-Region in der Nähe von Blois. Der 42-Jährige wies auf soziale und familiäre Bande hin, die für ältere Menschen wichtig seien. In Frankreich gibt es große Sorge, denn die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt seit Wochen an - die tägliche 10.000er-Marke wurde bereits überschritten.

Der französische Präsident Emmanuel Macron spricht mit einer Bewohnerin des Altersheims "La Bonne Eure" im Rahmen seines Besuchs. | dpa

Der französische Präsident Emmanuel Macron spricht mit einer Bewohnerin des Altersheims "La Bonne Eure" im Rahmen seines Besuchs. Bild: dpa

22.9.2020 • 17:58 Uhr

Zahl der Toten in den USA steigt auf mehr als 200.000

In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200.000 überstiegen. Die Marke wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität überschritten. Die USA stehen damit für rund jeden fünften Todesfall weltweit. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land rund 6,86 Millionen Infektionsfälle bestätigt - auch das ist ein internationaler Höchstwert.

22.9.2020 • 17:53 Uhr

Westen Österreichs führt wieder Sperrstunde um 22 Uhr ein

In den österreichischen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg gilt ab Freitag eine Sperrstunde von 22 Uhr. Im Rest des Landes dürfen Lokale dagegen weiterhin bis 1 Uhr öffnen. Die Maßnahme gelte erstmal für drei Wochen, wie die Landesregierungen und das österreichische Kanzleramt mitteilten. Bundeskanzler Sebastian Kurz von der konservativen ÖVP appellierte auch an die Bundesländer Wien und Niederösterreich, die Sperrstunde anzupassen.

Hintergrund sind die zuletzt stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Österreich. Zwar lebt mehr als die Hälfte der aktuell als erkrankt geltenden 8200 Menschen in Wien, aber auch Teile der drei westlichen Bundesländer, die an die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg grenzen, werden von österreichischen Experten als Gebiete mit hohem Risiko eingeschätzt.

22.9.2020 • 17:30 Uhr

Chinas Präsident Xi: Pandemie nicht politisieren

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hat Vorwürfe wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus zurückgewiesen. "Alle Versuche, zu politisieren oder zu brandmarken, sollten vermieden werden", sagte der chinesische Präsident in einer vorher auf Video aufgezeichneten Rede für die Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York. Vielmehr sollte die Welt solidarisch im Kampf gegen die Pandemie zusammenstehen.

"Covid-19 erinnert uns daran, dass wir in einem miteinander verbundenen globalen Dorf mit gemeinsamen Interessen leben." Der chinesische Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass die Pandemie bewältigt werden könne. "Wir werden die Schlacht gewinnen." Er beteuerte, dass China "umfassende Bemühungen unternommen hat, um die Verbreitung des Virus zu stoppen". US-Präsident Donald Trump hatte China in seiner UN-Rede wegen dessen Umgang mit der Pandemie attackiert.

22.9.2020 • 17:26 Uhr

Spahn: Keine Schnellzulassung bei Impfstoff

Eine Schnellzulassung bei einem Corona-Impfstoff wird es nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht geben. Schnelligkeit sei nicht die Hauptpriorität bei der Entwicklung, sondern Sicherheit und Wirksamkeit, sagte Spahn in Frankfurt am Main. Der Minister betonte, es werde ein freiwilliges Impfangebot geben. Er sei sicher, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung ausreiche.

Spahn startete in einem Industriepark im Stadtteil Höchst einen Testlauf einer Anlage zur sterilen Abfüllung eines künftigen Impfstoffs des französischen Herstellers Sanofi. Der Impfstoff wird derzeit getestet, mit Ergebnissen wird Anfang Dezember gerechnet. Weltweit sind Unternehmen dabei, Impfstoffe zu entwickeln.

Thomas Triomphe, Vorstand der Impfstoffsparte Sanofi Pasteur (links), der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterhalten sich am deutschen Sitz des französischen Konzerns Sanofi. | dpa

Thomas Triomphe, Vorstand der Impfstoffsparte Sanofi Pasteur (links), der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterhalten sich am deutschen Sitz des französischen Konzerns Sanofi, nachdem sie eine Anlage zur sterilen Abfüllung eines künftigen Corona-Impfstoffs eröffnet haben. Bild: dpa

22.9.2020 • 17:16 Uhr

EU-Gipfel wegen Corona-Falls verschoben

Wegen eines Corona-Falls im Umfeld von EU-Ratspräsident Charles Michel wird der für diese Woche geplante Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs verschoben. Wie ein EU-Sprecher mitteilte, wurde ein Sicherheitsbeamter Michels positiv auf Corona getestet, weshalb sich der Ratspräsident nach den in Belgien geltenden Bestimmungen in Quarantäne begeben musste. Das Treffen soll demnach nun am 1. und 2. Oktober nachgeholt werden.

22.9.2020 • 17:01 Uhr

Schottland begrenzt Teilnehmerzahl bei privaten Treffen

Zur Eindämmung einer zweiten Virus-Welle führt Schottland landesweite Beschränkungen für private Treffen ein. Diese seien ähnlich wie die gestern ausgerufenen Beschränkungen in Nordirland, sagte schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon. Dort dürfen sich inzwischen die Bürger in geschlossenen Räumen nur noch mit einem anderen Haushalt treffen. Im Freien sind zwei Haushalte mit maximal sechs Personen erlaubt.

22.9.2020 • 16:59 Uhr

Laschet schließt landesweite Verschärfung der Auflagen aus

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat eine landesweite Verschärfung der Corona-Auflagen trotz der steigenden Infektionszahlen vorerst ausgeschlossen. "Wir wollen keinen flächendeckenden Lockdown in NRW", sagte Laschet in Isselburg. Bisher seien die Infektionsketten rückverfolgbar. Es werde daher weiter lokal reagiert, wie etwa in Hamm, wo die Auflagen verschärft worden seien.

Armin Laschet (CDU) Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gibt ein Statement auf dem Wasserschloss Anholt in Isselburg ab. | dpa

Armin Laschet (CDU) Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gibt ein Statement auf dem Wasserschloss Anholt in Isselburg ab. Das nordrhein-westfälische Kabinett berät in einer zweitägigen Klausur über Konsequenzen aus den steigenden Corona-Infektionszahlen. Bild: dpa

22.9.2020 • 16:43 Uhr

Trump attackiert in UN-Rede China und WHO

US-Präsident Donald Trump hat seine Rede bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung für scharfe Attacken gegen China und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Corona-Krise genutzt. Die Vereinten Nationen müssten China wegen der Pandemie "zur Rechenschaft ziehen", sagte Trump in einer Videoansprache. So habe China zu Beginn der Krise zwar Reisen im Inland verboten, Flüge ins Ausland aber weiter zugelassen und den Menschen so erlaubt, "die Welt zu infizieren".

"Die chinesische Regierung und die Weltgesundheitsorganisation, die praktisch von China kontrolliert wird, haben fälschlicherweise angegeben, dass es keine Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt", sagte Trump weiter. Später hätten sie fälschlicherweise erklärt, dass Infizierte ohne Symptome die Krankheit nicht weiterverbreiten könnten. Erneut bezeichnete Trump das Coronavirus in seiner Rede als "China-Virus" - ein Begriff, der von vielen als rassistisch kritisiert wird.

US-Präsident Donald Trump in seiner zuvor aufgezeichneten Videoansprache vor den Vereinten Nationen. | AP

US-Präsident Donald Trump in seiner zuvor aufgezeichneten Videoansprache vor den Vereinten Nationen. Bild: AP

22.9.2020 • 16:40 Uhr

Schweden erwägt neue Corona-Maßnahmen

Schweden erwägt die Einführung neuer Maßnahmen zur Virus-Eindämmung in der Hauptstadt Stockholm. Hintergrund ist ein Anstieg der Neuerkrankungen. Schweden hat sich bislang in der Virus-Krise weitgehend gegen staatlich verfügte Einschränkungen entschieden und vielmehr an die persönliche Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger appelliert.

22.9.2020 • 16:38 Uhr

Guterres fordert globale Waffenruhe

Angesichts der Corona-Pandemie will UN-Generalsekretär António Guterres bis Ende des Jahres eine globale Waffenruhe erreichen. Alle Konfliktparteien sollten in den kommenden 100 Tagen ihre Waffen zum Schweigen bringen, verlangte Guterres zum Auftakt der Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung in New York. Die Welt müsse sich auf ihren gemeinsamen Feind, die Krankheit Covid-19, konzentrieren. "Es gibt nur einen Gewinner von Konflikten in einer Pandemie: Das Virus", sagte Guterres.

180 Länder unterstützten den Appell inzwischen, und auch religiöse Führungspersönlichkeiten, regionale Partner der UN und die Zivilgesellschaft seien auf seiner Seite, sagte Guterres. Auch bewaffnete Bewegungen in Kamerun, Kolumbien und den Philippinen hätten positiv reagiert. Zwar gebe es großes Misstrauen und andere Hürden für eine globale Waffenruhe. Doch sehe er einige ermutigende Entwicklungen, etwa im Sudan, Afghanistan und Syrien. Der UN-Sicherheitsrat solle die Bemühungen für eine Waffenruhe anführen, verlangte der Generalsekretär. Er hatte einen entsprechenden Appell bereits im März veröffentlicht. Nach langem Ringen unter den Mitgliedern beschloss auch der UN-Sicherheitsrat seine Unterstützung.

22.9.2020 • 15:44 Uhr

EU baut Reserve an Schutzmasken aus

Mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in Europa baut die Europäische Union weiter gemeinsame Reserven an medizinischen Schutzmasken auf. Nach Deutschland und Rumänien hätten sich nun auch Dänemark, Griechenland, Ungarn und Schweden bereit erklärt, im Auftrag aller EU-Staaten Depots anzulegen, erklärte EU-Kommissar Janez Lenarcic.

Der Aufbau der gemeinsamen Reserve hatte im Frühjahr begonnen, als viele Staaten in der Corona-Krise viel zu wenig Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger hatten. Aus dieser Reserve seien inzwischen 520.000 medizinische FFP2- und FFP3-Masken an die EU-Staaten Italien, Spanien, Kroatien und Litauen sowie an die Nachbarn Nordmazedonien, Montenegro und Serbien verteilt worden, sagte Lenarcic.

22.9.2020 • 15:29 Uhr

Arbeitgeber in Spanien müssen Kosten für Homeoffice zahlen

In Spanien übernehmen Arbeitgeber die durch Homeoffice anfallenden Kosten. Darauf einigte sich die Regierung in Madrid mit Gewerkschaften und Unternehmern. "Es war von grundlegender Bedeutung, die Heimarbeit zu regulieren, um die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen", sagte der stellvertretende Ministerpräsident Pablo Iglesias. Drei Monate nach dem Ende der Corona-Lockdowns arbeiten in Spanien Millionen von Arbeitnehmern immer noch zu Hause.

22.9.2020 • 15:26 Uhr

Johnson: Militäreinsatz zur Kontrolle von Regeln möglich

Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Maßnahmen in England möglicherweise auch das Militär einsetzen. Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson im Londoner Parlament. Die Polizei werde dabei präsenter in den Straßen des Landes sein, gegebenenfalls könne zur Verstärkung auch das Militär eingesetzt werden.

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien verschärft Johnson für England erneut die Schutzvorkehrungen. Pubs und Restaurants sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein.

Die Regierung weitet zudem die Maskenpflicht aus: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein, genauso wie in Pubs oder Restaurants, wenn man sich gerade nicht an seinem Sitzplatz befindet. Hochzeiten sind nur noch mit 15 Teilnehmern erlaubt.

22.9.2020 • 14:50 Uhr

Brandenburg erlaubt mehr Zuschauer in Stadien

In großen Stadien und Hallen erlaubt Brandenburg wieder mehr als 1000 Fans. Die Landesregierung entschied in Potsdam, dass bei einer Kapazität von mehr als 5000 Plätzen 20 Prozent mit Zuschauern belegt werden dürfen. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte, dabei müssten ein strenges Hygienekonzept und der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Außerdem gelte ein Alkoholverbot. Unter 5000 Plätzen greift die reguläre Obergrenze, nach der Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen verboten sind. Die Länder hatten sich vergangene Woche auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in Stadien und Hallen mit Auslastung von 20 Prozent geeinigt, zunächst als Testphase von sechs Wochen.

22.9.2020 • 14:47 Uhr

Impfstoffhersteller setzen auf EU-Schutz bei möglichen Klagen

Pharmakonzerne sollen Verbandsangaben zufolge in Europa bei unerwarteten Nebenwirkungen ihrer Corona-Impfstoffe von der Haftung freigestellt werden. In solchen Fällen gehe sie davon aus, dass es eine Haftungsfreistellung gebe, sagte die Vorsitzende des Verbands der europäischen Impfstoffhersteller Vaccines Europe, Sue Middleton, bei einer Anhörung vor dem EU-Parlament. "Die Kommission oder die Mitgliedstaaten würden die Unternehmen im Wesentlichen von den Kosten für rechtliche Schritte freistellen." Diese Ereignisse seien aber selten und noch seien nicht alle Verträge unterzeichnet.

Ein Sprecher der Europäischen Kommission sagte, die Vorkaufsvereinbarungen mit den Unternehmen sähen vor, dass die Mitgliedsstaaten den Hersteller für bestimmte Haftungen entschädigten, die unter bestimmten und strengen Bedingungen stünden. "Die Haftung verbleibt jedoch weiter bei den Unternehmen." EU-Vertreter hatten erklärt, dass der teilweise von der EU angebotene Rechtsschutz die Vorverkaufsabkommen in den vergangenen Monaten behindert und die Impfstoffhersteller dazu veranlasst habe, mehr zu verlangen. Bislang ist in der Europäischen Union noch kein Covid-19-Impfstoff zugelassen, 38 Projekte befinden sich weltweit nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gegenwärtig in der klinischen Entwicklung.

22.9.2020 • 14:36 Uhr

Rechnungshöfe warnen vor Missbrauch der Schuldenbremse

Die Rechnungshöfe von Bund und Ländern haben vor einem Missbrauch der Ausnahmeregelungen zur Schuldenbremse in der Corona-Krise gewarnt. Zwar sei schnelles staatliches Handeln zur Bewältigung der Folgen der Krise nötig, teilten die Rechnungshöfe zum Abschluss ihrer Herbsttagung in Hildesheim mit.

Trotz aller gebotenen Eile müssten die Maßnahmen aber transparent in den Haushalten dargestellt und das Budgetrecht und die Kontrollfunktion der Parlamente gewährleistet werden. Notlagenbedingte Kredite dürften nur in der Höhe aufgenommen werden, in der sie im konkreten Jahr auch benötigt werden. Aus Sicht der Finanzkontrolle sei das Einhalten der Regelungen der Schuldenbremse von hoher Bedeutung.

22.9.2020 • 14:34 Uhr

Maßnahmenpaket in Bayern beschlossen

In besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kommunen in Bayern gilt künftig nicht nur eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen, sondern auch ein Alkoholverbot. Das hat das bayerische Kabinett in München als Reaktion auf die teils wieder stark steigenden Infektionszahlen in dem Bundesland beschlossen. Demnach soll immer bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region in sieben Tagen ein Maßnahmenpaket greifen, welches auch eine Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr vorsehen kann.

Prinzipiell war dies bisher zwar auch möglich, die neue Regelung der Staatsregierung sieht aber vor, dass die Kommunen klarer angehalten werden, die Maßnahmen auch umzusetzen.

22.9.2020 • 14:15 Uhr

Hamm: Maskenpflicht im Unterricht nach Corona-Ausbreitung

Angesichts des explosionsartigen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im westfälischen Hamm führt die Stadt neue Beschränkungen und für weiterführende Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht ein. Im öffentlichen Raum dürften nur noch fünf Personen oder Angehörige zweier Haushalte zusammenkommen, kündigte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) in einer Video-Pressekonferenz an. Dies gelte ab Mittwoch für zunächst zwei Wochen. Gestern waren bereits Beschränkungen vor allem für private Veranstaltungen beschlossen worden.

Die 182.000 Einwohner-Stadt hat derzeit die höchsten Neuinfektionszahlen bundesweit: Nach derzeitigem Stand 87,1 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

22.9.2020 • 14:09 Uhr

Rekordanstieg von Infektionen im Iran

Im Iran wurde der höchste Anstieg von Infektionen seit Ausbruch der Pandemie registriert. Das Gesundheitsministerium meldete 3712 neue Fälle. Damit stieg die Anzahl der Ansteckungen auf 429.193. Die Zahl der Corona-Toten erhöhte sich um 178 auf 24.656.

22.9.2020 • 13:57 Uhr

Russland will zweiten Corona-Impfstoff zulassen

Russland hat die Zulassung eines zweiten potenziellen Corona-Impfstoffes bis zum 15. Oktober angekündigt. Die Arznei soll klinische Tests mit 5000 Freiwilligen durchlaufen, wie die russische Nachrichtenagentur TASS meldet. Der Impfstoff wurde vom sibirischen Vector Institute entwickelt, das in der vergangenen Woche die ersten Versuche mit dem Impfstoff am Menschen abgeschlossen hatte.

22.9.2020 • 13:46 Uhr

Söder appelliert an Fans von Bayern München

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat an die Fußball-Fans von Bayern München appelliert, nicht zum Supercup-Spiel nach Budapest zu reisen. Die Entscheidung für die Partie mit Fans sei eine Entscheidung der UEFA, nicht die von Bayern München. Jeder Fan solle sich wirklich überlegen, ob er in das Corona-Risikogebiet Budapest reisen wolle, sagte Söder. Auf jeden Fall würden nach der Rückkehr die Test- und Quarantäne-Regeln gelten. Am Donnerstag soll die rund 67.000 Zuschauer fassende Puskás Arena in Budapest nach dem Willen der UEFA zu 30 Prozent ausgelastet sein, obwohl die ungarische Hauptstadt ein Corona-Risikogebiet ist.

22.9.2020 • 13:40 Uhr

Virologe Drosten erhält Bundesverdienstkreuz

Der Virologe Christian Drosten wird mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Außerdem ehrt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober Ex-Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger, die Schauspielerin Sandra Hüller, den Pianisten Igor Levit sowie weitere Bürgerinnen und Bürger. "Die sieben Frauen und acht Männer haben sich durch außerordentliche Leistungen verdient gemacht: Sie helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen, fördern das Zusammenwachsen von Ost und West und tragen dazu bei, Vorurteile in unserer Gesellschaft abzubauen", teilte das Bundespräsidialamt mit. Das Motto der Verleihung zum Tag der Deutschen Einheit lautet "Vereint und füreinander da".

22.9.2020 • 13:27 Uhr

Verband: Corona-Impfstoff könnte 5 bis 15 Euro pro Dosis kosten

Corona-Impfstoffe könnten nach Einschätzung des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments. Genaue Preise seien in den bisher geschlossenen Vereinbarungen zwischen Impfstoff-Herstellern und der Europäischen Union aber nicht festgelegt worden.

Der Vizepräsident des Herstellers Sanofi, Thomas Triomphe, versicherte, dass es einen fairen und niedrigen Preis geben werde. Ein reduzierter Preis solle für Entwicklungsländer gelten. Wie viel genau eine Impfdosis kosten werde, könne man noch nicht sagen. Die Forschung sei noch nicht weit genug, um etwa die genaue Dosierung des Wirkstoffes zu kennen.

Die EU-Kommission hatte mit den Herstellern Sanofi und GSK sowie mit AstraZeneca Rahmenverträge über die Lieferung von mehreren Hundert Millionen Dosen Impfstoff geschlossen. Mit weiteren Herstellern sind Sondierungsgespräche abgeschlossen. Bisher ist allerdings noch keiner der Impfstoffe abschließend getestet und zugelassen.

22.9.2020 • 13:23 Uhr

Corona-Kennzahl steigt in Hamm deutlich über kritischen Wert

In Hamm ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich über eine kritische Marke gestiegen. Nach Angaben der Stadt sind 70,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage registriert worden. Das teilte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) in einer Video-Pressekonferenz mit. Zuletzt hatten sich demnach bei einer Hochzeitsfeier 86 Menschen infiziert. Bei der Feier waren 236 Gäste aus Hamm. Die kritische Marke bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz liegt bei 50. Steigen die Zahlen über diese Marke, sollen Kreise und Kommunen mehr Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben einführen.

22.9.2020 • 12:48 Uhr

Europa verzeichnet drastischen Anstieg bei Todesfällen und Neuinfektionen

Das neuartige Coronavirus breitet sich weltweit immer schneller aus, betroffen ist von dieser Entwicklung vor allem Europa. In der vergangenen Woche seien weltweit fast zwei Millionen Neuinfektionen registriert worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Damit steckten sich innerhalb von sieben Tagen so viele Menschen mit Corona an wie nie zuvor seit Bekanntwerden des Virus. Im Gegenzug sei die Zahl der Todesfälle im globalen Maßstab rückläufig.

Der WHO-Statistik zufolge wurden in der vergangenen Woche weltweit 1.998.897 neue Corona-Fälle registriert. Dies sei ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber der Vorwoche und "die höchst Zahl an registrierten Fällen innerhalb einer Woche seit Beginn der Epidemie". In Europa nahmen die Neuinfektionen exponentiell um elf Prozent zu, in Afrika dagegen gingen sie laut den gemeldeten Zahlen um zwölf Prozent zurück. 

Die Zahl der zusätzlichen Corona-Todesfälle weltweit lag laut WHO bei 37.700 in der vergangenen Woche - die Zahl ging demnach um rund zehn Prozent gegenüber der Vorwoche zurück. Allerdings galt dieser Trend nicht für Europa, wo die Zahl der Toten binnen einer Woche rapide auf mehr als 4000 stieg. Dies sei ein Anstieg um 27 Prozent gegenüber der Vorwoche, erklärte die WHO.

22.9.2020 • 12:34 Uhr

Kirchentag soll mit maximal 30.000 Teilnehmern stattfinden

Der für Mai kommenden Jahres geplante Ökumenische Kirchentag in Frankfurt am Main soll wegen der Corona-Krise kleiner und vom Programm her kompakter stattfinden als ursprünglich geplant. Trotz der Pandemie halten die Veranstalter von evangelischer und katholischer Kirche aber an einem Treffen mit maximal etwa 30.000 Teilnehmern fest. Gerade in Krisenzeiten seien Begegnung, Dialog und Gemeinschaft wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, teilten sie mit.

22.9.2020 • 12:32 Uhr

Maßnahmen in Garmisch nach Corona-Ausbruch aufgehoben

Nach dem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen sind dort die Zahlen wieder deutlich gesunken. Deshalb sollen die Beschränkungen des öffentlichen Lebens auslaufen, wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag am Montag laut Gesundheitsamt bei 26 und laut Landesamt für Gesundheit bei 20,35 - die Diskrepanz war zunächst nicht zu klären. Zeitweise hatte der Wert bei mehr als 57 und damit über dem Signalwert von 50 gelegen.

Eine 26 Jahre alte US-Amerikanerin - eine Zivilangestellte der US-Streitkräfte - hatte trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage am 8. September eine Bar besucht. Tags darauf erhielt sie den positiven Testbescheid. Der Frau droht ein Bußgeld wegen Quarantäne-Verstoßes sowie ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Schon bevor sie Symptome hatte und zur Quarantäne aufgefordert wurde, war sie im Nachtleben unterwegs gewesen. Bei mehreren Infizierten gibt es eine Verbindung zu der Frau.

22.9.2020 • 12:25 Uhr

Spahn will Corona-Schnelltests ab Oktober einsetzen

Gesundheitsminister Jens Spahn will ab Oktober verstärkt neben den üblichen Corona-Tests auch Schnelltests einsetzen, die für Reisende und in Pflegeeinrichtungen genutzt werden sollen. Es gebe jetzt Hersteller, die diese Schnelltests monatlich in "nennenswerter Größenordnung zur Verfügung" stellen könnten, sagte der CDU-Politiker auf einer deutsch-französischen Parlamentarierversammlung in Berlin. Die Qualität der Schnelltests sei zwar noch nicht so gut wie die von normalen PCR-Tests. "Aber sie ist gut genug", fügte er hinzu. Deshalb sollten sie ab Oktober eine sinnvolle Ergänzung in der nationalen Teststrategie werden.

Spahn räumte zudem Probleme bei den herkömmlichen Corona-Tests ein. "Denn sie fallen auch positiv aus, wenn eine Person nicht mehr infektiös ist", fügte der Gesundheitsminister hinzu. Man arbeite mit dem Robert Koch-Institut daran, Parameter zu entwickeln, wie man die Analyse des Tests verfeinern könne. Dies könnte etwa Auswirkungen auf Quarantäneregeln haben.

22.9.2020 • 12:16 Uhr

Tschechien will zweiten Lockdown vermeiden

Obwohl die Corona-Fälle in Tschechien deutlich zunehmen, schließt die Regierung einen zweiten Lockdown wie im Frühjahr aus. "Wir wollen keine Maßnahmen treffen, die die Wirtschaft behindern", sagte der neue Gesundheitsminister Roman Prymula. Der Epidemiologe hält es aber für möglich, dass Schulen geschlossen oder Veranstaltungen weiter eingeschränkt werden. Prymula appellierte an seine Landsleute, die Pflicht zum Tragen einer Maske einzuhalten. Der Mitte Mai ausgelaufene Ausnahmezustand werde noch nicht wieder ausgerufen.

Am Montag wurden 1476 neue Corona-Fälle verzeichnet, wie die Behörden mitteilte. Die Zahl der aktiv Infizierten liegt bei knapp 25. 000. In Tschechien starben 522 Menschen seit Beginn der Pandemie. Die Bundesregierung hat Prag und die angrenzende Region zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen. Tschechiens Außenminister Tomas Petricek geht nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK davon aus, dass diese Einteilung in Kürze auf das ganze Land ausgedehnt wird. Man verhandle bereits mit Berlin über Ausnahmen von der Quarantänepflicht für grenzüberschreitende Pendler. Tausende Tschechen fahren täglich zur Arbeit nach Sachsen und Bayern.

22.9.2020 • 12:16 Uhr

Steinmeier beklagt zunehmende Aggressivität in der Corona-Debatte

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine zunehmende Aggressivität in der Diskussion über die Corona-Maßnahmen beklagt. Zum Auftakt seiner "Kaffeetafel" in Schloss Bellevue mit Bürgerinnen und Bürgern, von denen einige die Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie für falsch halten, sagte er, der Graben zwischen jenen, die bei dem Thema unterschiedlicher Meinung seien, werde immer breiter. Die Diskussion an der "Kaffeetafel" sei daher "ein Test", ob ein zivilisierter Austausch dazu noch möglich sei.

Steinmeier betonte, er finde es unverständlich, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse gänzlich in Zweifel gezogen würden. Er verstehe aber, wenn der Blick auf die Pandemie auch von der eigenen Lebenssituation geprägt sei. Es mache einen Unterschied, ob jemand in einem Haus wohne oder in einer engen Mietwohnung, ob der Arbeitsplatz gefährdet sei oder nicht.

Die Gäste - unter ihnen eine Schuldenberaterin, eine Schülersprecherin, ein Virologe, ein Kinderbuchautor und der Geschäftsführer eines Kulturfestivals - waren eingeladen, von ihren Erfahrungen zu berichten. Eine Teilnehmerin hatte zuvor einen offenen Brief an Steinmeier geschrieben, in dem sie unter anderem kritisierte, die Corona-Maßnahmen stellten eine Gefahr für die Demokratie dar.

22.9.2020 • 11:47 Uhr

Erste Stadt in Bayern schließt wegen Corona alle Schulen

Wegen hoher Corona-Zahlen sind alle Schulen und Kindertagesstätten in Bad Königshofen im Landkreis Rhön-Grabfeld geschlossen. Das teilte das Landratsamt Rhön-Grabfeld mit. Damit ist die rund 6.000 Einwohner zählende Stadt die erste Stadt in Bayern, die im neuen Schuljahr zu solchen Maßnahmen greift. Die vielen Fälle führen die Behörden auf eine Hochzeitsfeier am 12. September zurück. Dort hätten sich mindestens 17 Gäste mit Sars-CoV-2 infiziert, Tests am Montag ergaben 13 weitere Infizierte.

22.9.2020 • 11:18 Uhr

TUI schränkt Reiseangebot für den Winter weiter ein

Der weltgrößte Reiseanbieter TUI hat sein Angebot angesichts neuer Reisewarnungen wegen der Corona-Pandemie weiter gestrafft. Für die Wintersaison strich das Unternehmen aus Hannover nach eigenen Angaben rund ein Fünftel des Programms. Insgesamt stünden damit noch etwa 40 Prozent des ursprünglichen Angebots zur Verfügung. "Dies spiegelt die anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf Reisebeschränkungen wider", teilte TUI mit. Das reduzierte Angebot war zuletzt zu rund 30 Prozent gebucht.

Inklusive des im August vereinbarten und bereitstehenden weiteren Staatskredits des Bundes in Höhe von 1,2 Milliarden Euro verfüge das Unternehmen über eine Liquidität von rund 2 Milliarden Euro, hieß es. Aufgrund der unsicheren Reiselage rechnet der Konzern aber mit einer etwas schlechteren Entwicklung der Kassenlage im ersten Geschäftsquartal 2021 von Oktober bis Ende Dezember. Pro Monat dürfte der Mittelabfluss im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen.

Derzeit kämpft TUI mit Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, etwa für Spanien inklusive der Balearen und Kanaren - bei Deutschen und Briten ein beliebtes Urlaubsziel. "Seit der Wiederaufnahme des Geschäfts sind 1,4 Millionen Kunden mit uns in den Urlaub gefahren", sagte Konzern-Chef Fritz Joussen und bezog sich auf den Zeitraum von Mitte Juni bis Ende August. "Die Verfügbarkeit von Destinationen wird aktuell stark von der politischen Bewertung und der Entwicklung der Pandemie beeinflusst. Wir agieren derzeit in einem volatilen Marktumfeld und dies wird voraussichtlich auch noch in den kommenden Quartalen so bleiben", sagte der Manager.

22.9.2020 • 10:40 Uhr

Frankreichs Gesundheitsminister will Unabhängigkeit von China

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran fordert, dass in der EU mehr Medikamente und medizinische Schutzausrüstung hergestellt werden. China produziere derzeit 90 Prozent des Materials, das in Europa verbraucht werde. "Diesen Wahnsinn müssen wir beenden", sagte Véran in der deutsch-französischen Parlamentarierversammlung. In Europa sollten zudem mehr Vorräte an medizinischen Grundstoffen angelegt werden.

22.9.2020 • 10:30 Uhr

Friedensnobelpreis-Zeremonie wegen Corona verlegt

Der Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht wie üblich im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Rathaus von Oslo überreicht. Stattdessen soll es eine deutlich kleinere Zeremonie mit begrenzter Teilnehmerzahl in der Aula der Universität der norwegischen Hauptstadt geben, wie das norwegische Nobelinstitut mitteilte. Der oder die Preisträger würden dann vor Ort sein oder digital zugeschaltet werden.

Am traditionellen Zeitpunkt der Preisverleihung, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel am 10. Dezember, wird sich dagegen nichts ändern. Das übliche Bankett und ein Konzert zu Ehren des Preisträgers fallen jedoch aus. Die Aula wurde bereits von 1947 bis 1989 für die Vergabe des Friedensnobelpreises genutzt. Seitdem wurde die Auszeichnung im Osloer Rathaus überreicht.

Die diesjährigen Nobelpreisträger werden in zwei Wochen in Stockholm und Oslo bekanntgegeben - der Friedenspreis am 9. Oktober. Alle Preise werden wie üblich am 10. Dezember in Stockholm überreicht, nur der Friedensnobelpreisträger wird in Oslo geehrt.

Während des Dankesrede von Suu Kyi im Rathaus von Oslo

Wie hier im Jahr 2012 wird der Friedensnobelpreis üblicherweise im Rathaus von Oslo überreicht, doch wegen der Corona-Pandemie ist das nicht möglich.

22.9.2020 • 10:26 Uhr

Nur 20 Prozent der Kunden akzeptieren Gutschein für stornierte Reise

Gutscheine für stornierte Reisen sind laut Deutschem Reiseverband bei deutschen Touristen sehr unbeliebt. "Weniger als 20 Prozent der Urlauber haben einen Gutschein akzeptiert", sagte der Präsident des Branchenverbands, Norbert Fiebig, dem "Handelsblatt". Gut vier von fünf Kunden fordern demnach eine Rückzahlung, was die Liquidität der Branche belaste.

22.9.2020 • 10:22 Uhr

FC Turin in Quarantäne nach positivem Corona-Test

In Italien ist ein Spieler des Erstligisten FC Turin nach Medienberichten positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Mannschaft und Personal würden deshalb zunächst in Quarantäne gehen, um weitere Tests durchzuführen, schrieb die italienische Zeitung "La Stampa". Es bestehe die Möglichkeit, dass das am Samstag bevorstehende Spiel der Mannschaft aus der Hauptstadt des Piemonts gegen Atalanta Bergamo abgesagt werden müsse.

Der FC Turin hatte zum Saisonauftakt der Serie A am Samstag 0:1 gegen den AC Florenz verloren. Der positive Corona-Test des Spielers, dessen Name nicht genannt wurde, habe sich nach dem Match ergeben, hieß es in weiteren Berichten. Eine Mitteilung des norditalienischen Vereins wird im Laufe des Tages erwartet.

22.9.2020 • 10:15 Uhr

Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis derzeit klar ab

Der Deutsche Ethikrat lehnt eine Einführung von Immunitätsnachweisen für das neuartige Coronavirus derzeit klar ab. Grund seien "erhebliche Unsicherheiten" über die Immunität und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium in einer Stellungnahme. Zugleich sollten frei verkäufliche Tests zum Nachweis einer Unempfindlichkeit gegen das Coronavirus wegen "zweifelhafter Verlässlichkeit" und eines daraus folgenden Gefährdungspotenzials strenger reguliert werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte den Ethikrat im Frühjahr um eine Stellungnahme gebeten. Hintergrund war breite Kritik an ursprünglichen Plänen, dass Immunitätsausweise auch Ausnahmen von Alltagsbeschränkungen ermöglichen könnten. Spahn zog die Pläne nach scharfem Protest des Koalitionspartners SPD zurück.

Das Nein des Ethikrats zu Corona-Immunitätsnachweisen zum jetzigen Zeitpunkt fiel einstimmig aus. Für den Fall, dass eine Immunität künftig hinreichend verlässlich nachweisbar sein sollte, gab es demnach unterschiedliche Auffassungen, inwiefern eine Einführung solcher Bescheinigungen zu empfehlen wäre. Dem Gremium gehören 26 Wissenschaftler und Experten verschiedener Fachrichtungen an. Sie werden vom Bundestagspräsidenten berufen.

22.9.2020 • 10:09 Uhr

Spahn will EU-weite Datenbank für freie Intensivbetten

Gesundheitsminister Jens Spahn fordert einen europäischen "Datenraum" in der Corona-Krise, in dem Informationen über freie Intensivbetten zur Verfügung gestellt werden. Eine solche Übersicht zu bekommen, habe auch auf deutscher Ebene eine Weile gedauert, sagt der CDU-Politiker vor der deutsch-französischen Parlamentarischen Versammlung. Nötig seien nun auf EU-Ebene eine Datenschnittstelle, aber auch ein gemeinsames Verständnis von Datenschutz. Deutschland hatte auf dem ersten Höhepunkt der Corona-Krise Patienten aus Frankreich, den Niederlanden und Italien in weniger ausgelasteten Krankenhäusern aufgenommen.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit. | dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert neben einer europäischen Datenschnittstelle auch ein gemeinsames Verständnis von Datenschutz. Bild: dpa

22.9.2020 • 09:49 Uhr

Spitzenwert bei Neuinfektionen in Russland

In Russland ist die stärkste Zunahme täglicher Corona-Neuinfektionen seit zwei Monaten registriert worden. Binnen 24 Stunden seien 6215 Fälle hinzugekommen, teilen die Behörden mit. Insgesamt wurden somit bereits 1.115.810 Ansteckungen bestätigt, das ist der vierthöchste Wert weltweit. Die Zahl der Toten stieg den Angaben zufolge innerhalb von einem Tag um 160 auf 19.649. In Russland leben etwa 144 Millionen Menschen.

22.9.2020 • 09:37 Uhr

Reallöhne im zweiten Quartal historisch stark gesunken

Die Reallöhne in Deutschland sind in der Corona-Krise so stark gesunken wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen die Reallöhne im Dreimonatszeitraum von April bis Juni um 4,7 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Dabei habe Kurzarbeit die Einkommensverluste noch teilweise abgefedert.

Nominal, also nicht preisbereinigt, sanken die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen um rund 4,0 Prozent. Die Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um knapp 0,8 Prozent zu. Der sich daraus ergebende reale Verdienstrückgang von rund 4,7 Prozent ist nach Angaben des Bundesamtes die "historisch stärkste Abnahme der Nominal- und auch der Reallöhne im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2007 und somit stärker als in der Finanzmarktkrise 2008/2009".

Im ersten Quartal waren die Reallöhne um 0,4 Prozent gestiegen. Dies war bereits die schwächste Steigerungsrate seit dem letzten Quartal 2013.

22.9.2020 • 09:10 Uhr

Philippinen bis 2021 im Katastrophenzustand

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat den wegen der Coronavirus-Pandemie ausgerufenen Katastrophenzustand für sein Land um ein Jahr verlängert. Dieser gestattet den Behörden bis September 2021 Preiskontrollen für wichtige Versorgungsgüter wie Reis oder Öl. Außerdem können sie Finanzmittel für Notfälle schneller abrufen. Quarantäne-Vorschriften und Abstandsregeln bleiben in Kraft.

Duterte hatte den Katastrophenzustand im März ausgerufen, als es auf den Philippinen knapp 200 Corona-Infektionen gab und in diesem Zusammenhang etwa ein Dutzend Todesfälle. Mittlerweile verzeichnen die Philippinen offiziell mehr als 290.000 Infektionen und knapp 5000 Tote. Kritik, die Regierung unternehme zu wenig, wies Duterte zurück. Er könne die Philippinen ja wohl nicht mit Pestiziden besprühen und alle umbringen lassen, sagte der für seine unverblümte Sprache bekannte Präsident. Man könne nur den Mundschutz aufsetzen und auf einen Impfstoff warten.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte | AP

Bild: AP

22.9.2020 • 09:06 Uhr

Luftfahrtbranche sorgt sich um Einnahmen

Die Luftfahrtbranche blickt mit Sorge auf die angekündigten neuen Quarantäne-Regeln: Sollten sich ab Oktober alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten der verschärften Quarantänepflicht unterziehen müssen, "würde dies einen erneuten Lockdown des internationalen Reiseverkehrs bedeuten", warnte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft Matthias von Randow.

Er befürworte eine eine "differenzierte Teststrategie", sagte er dem "Handelsblatt". Dadurch ließen sich die Testkapazitäten effizienter nutzen und es bleibe möglich, die Quarantänepflicht durch einen negativen Test bei der Einreise zu ersetzen.

22.9.2020 • 08:36 Uhr

Patientenschützer fordern Melderegister für Heimbewohner

Deutschlands Patientenschützer fordern angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ein Meldesystem für infizierte Heimbewohner und Altenpflegekräfte. Es fehle noch immer ein tagesaktueller Überblick zum Infektionsgeschehen in den Pflegeeinrichtungen, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Bund und Länder nehmen nicht in den Blick, dass hier 900.000 Menschen leben und mehr als 750.000 arbeiten."

Das Intensivbettenregister der Kliniken habe sich bewährt, um die Auslastung jederzeit nachvollziehen und steuern zu können. "Ein bundesweites Monitoring für die Covid-19-Lage in der Altenpflege ist jedoch nicht vorhanden. Das ist fatal, denn hier lebt die Hochrisikogruppe auf engstem Raum zusammen", sagte Brysch. "Dieses Manko kann nur beseitigt werden, wenn ein Meldesystem für infizierte Heimbewohner und Altenpflegekräfte sofort eingerichtet wird."

22.9.2020 • 08:12 Uhr

Israel beschließt weitere Corona-Hilfen

Zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise hat die israelische Regierung weitere milliardenschwere Hilfen für Unternehmen und Angestellte beschlossen. Das Kabinett billigte in der Nacht auf Dienstag Ausgaben von umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro. Dazu zählt eine Einmalzahlung an Firmen für die Weiterbeschäftigung von Angestellten im September und Oktober.

Ende vergangener Woche hatte in dem Land ein mindestens dreiwöchiger Lockdown begonnen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte zuvor Rekordwerte erreicht. Das Kabinett gab zudem seine Zustimmung für einen Plan, die Bezüge des Ministerpräsidenten sowie von Abgeordneten und Ministern vorübergehend um zehn Prozent zu kürzen.

Netanyahu | AP

Premier Benjamin Netanyahu verzichtet zusammen mit Abgeordneten und Ministern auf Teile seiner Bezüge. Bild: AP

22.9.2020 • 07:56 Uhr

Hamburg: Corona-Fälle nach Bar-Besuch

In einer weiteren Bar im Hamburger Schanzenviertel hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Nach Informationen des NDR sind 16 Menschen positiv getestet worden, alle hatten sich zuvor in der Bar "Le Vou" in der Juliusstraße aufgehalten.

Bisher sind den Behörden demnach 60 Kontaktpersonen bekannt, weitere werden noch ermittelt. Nach Angaben des Bezirksamts Altona sind bislang weder Servicekräfte noch Türsteher betroffen, die Infektionen gingen offenbar von Gästegruppen aus. Neben den 16 positiv Getesteten befinden sich fünf weitere Betroffene in Quarantäne.

Auch in der Szenekneipe "Katze" hatte es mehrere Fälle gegeben. Dort hatten sich Mitarbeiter infiziert.

22.9.2020 • 07:47 Uhr

Kanzleramtsminister: Grenzen sollen offen bleiben

Trotz steigender Infektionszahlen in den Nachbarländern sollen die Grenzen Deutschlands offen bleiben. "Wir haben keine guten Erfahrungen mit Grenzschließungen gemacht", sagt Kanzleramtsminister Helge Braun im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Deutschland brauche die Pendler wie etwa Krankenschwestern aus Frankreich, die im Saarland arbeiteten, ebenso wie den freien Warenverkehr. "Deshalb sind Grenzschließungen überhaupt nicht das Mittel der ersten Wahl", sagt der CDU-Politiker. Vielmehr müsse der Arbeitgeber des Pendlers Hygienekonzepte erarbeiten, um die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern.

22.9.2020 • 07:42 Uhr

Bayern: Viele Junge unter den Neuinfizierten

In Bayern ist derzeit jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. 47 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dieser Altersgruppe. "In diesem Alter gibt es häufig Kontakte mit einer Vielzahl an Personen - und die Ansteckungsgefahr wird in dem einen oder anderen Fall unterschätzt", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml der Nachrichtenagentur dpa.

Melanie Huml | dpa

Bild: dpa

29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangene sieben Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren. "Der Anstieg der Corona-Infektionen in Bayern lässt sich zum Teil noch auf die vielen Sommer-Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückführen", sagte Huml. "Aber auch unvorsichtiges Verhalten, das das Risiko für die Übertragung von SARS-CoV-2 erhöht, kann ein Grund sein."

Für die zum Hotspot gewordene Landeshauptstadt München wurden gestern neue Corona-Maßnahmen erlassen: Ab Donnerstag dürfen sich in der Regel nur noch fünf Menschen treffen, private Feiern werden begrenzt, für einige öffentliche Plätze gilt eine Maskenpflicht. CSU-Chef Markus Söder will an allen bayerischen Corona-Hotspots die Maskenpflicht auch im öffentlichen Raum - neben München wäre derzeit Würzburg betroffen.

22.9.2020 • 07:34 Uhr

Ärztegewerkschaft: Fieberambulanzen "sehr sinnvoll"

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geplanten "Fieberambulanzen" für den Kampf gegen das Coronavirus als "sehr sinnvoll" bezeichnet. Solche speziellen Ambulanzen für mögliche Corona-Patienten könnten verhindern, dass Patienten mit anderen Erkrankungen aus Angst vor einer Coronavirus-Ansteckung den Gang zum Arzt oder in die Klinik meiden, sagte Gewerkschaftschefin Susanne Johna der "Passauer Neuen Presse". 

"Je klarer wir die Wege für mögliche Covid-19-Patienten bahnen, desto eher trauen sich andere, wieder den Hausarzt aufzusuchen", betonte Johna. Zu den wieder steigenden Coronavirus-Infektionsraten in Deutschland sagte sie, sie sei weniger besorgt als im Frühjahr.

22.9.2020 • 05:45 Uhr

1821 Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts mindestens 274.158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

22.9.2020 • 05:04 Uhr

Weniger Lohnsteuern in der Corona-Krise

Die Virus-Pandemie belastet nach wie vor den deutschen Fiskus. Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern lagen im August mit 51,4 Milliarden Euro 2,3 Prozent unter dem Niveau vor Jahresfrist, wie das Bundesfinanzministerium mitteilte. In den ersten sieben Monaten des Jahres summierte sich der Rückgang auf 7,3 Prozent. "Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise belasteten weiterhin das Steueraufkommen." So gab es bei den Lohnsteuern allein im August ein Minus von 6,6 Prozent. Zudem drückten Maßnahmen zur Abfederung der Krise wie Steuerstundungen auf die Einnahmen.

22.9.2020 • 05:04 Uhr

Sperrstunde für britische Pubs und Restaurants

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt. Pubs und Restaurants sollen ab Donnerstag um spätestens 22 Uhr schließen, wie die Regierung am Abend mitteilte. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein.

Johnson will sich heute mit einer Rede an die Briten wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern. In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.